Dienstag, 6. Dezember 2016

Feuerstimmen - Christoph Hardebusch



Mit dem preisgekrönten Roman »Die Trolle« und der Reihe um die »Sturmwelten« schrieb sich Christoph Hardebusch an die Spitze der deutschsprachigen Fantasy. Mit »Feuerstimmen« führt er alle Fans in eine neue Welt: Seltsames geht in den acht Königreichen der jungen Herrscherin Elena vor – Misstrauen und Hass breiten sich aus, eigentlich befreundete Völker bekriegen sich. Elena und der Sänger Aidan entdecken, dass ein uraltes Geschöpf sein dunkles Gift in der Welt verbreitet – der fünfte Drache, der nach Jahrhunderte währendem Schlaf erwacht ist, um einen grausamen Plan zu vollenden …
((c)Foto: N. Eppner,Text: PIPER)


Christoph Hardebusch ist längst eine fest verankerte Größe in der Fantasy. Er versteht sein Handwerk und weiß wie man Protagonisten entwickelt und Spannung aufbaut. Und doch will es „Feuerstimmen“ zunächst nicht so recht gelingen mich für sich einzunehmen.

Ich habe das Gefühl, als habe ich mich auf einen reißenden Strom eingestellt und schippere nun auf einem Bach, der zu wenig Wasser führt, gemächlich daher. Warum das so ist, kann ich gar nicht genau benennen. Es ist eben ein Gefühl.

An den Protagonisten kann es eigentlich nicht liegen. Sowohl Aiden, als auch Elena, sind sympathisch konzipiert, tragen ausreichend Charaktereigenschaften, um Hauptfiguren zu sein, die im Kopf bleiben.

Auch die Grundidee des Romans, die über Aiden und Elena auf zwei verschiedenen Ebenen beginnt und dann in einem roten Faden zusammenläuft, kann nicht der eigentliche Grund für den fehlenden Sog sein. Und trotzdem hangel ich mich mühevoll von Kampf zu Kampf.




Da „Feuerstimmen“ gemeinsam mit der a capella Mittelalterband Van Canto entworfen wurde, lasse ich beim Lesen die Musik abspielen und siehe da – das Lesegefühl wird angenehmer. Intensiver. Noch nicht volle-Sternenzahl-mäßig, aber mit einem positiveren Beigeschmack.

„Feuerstimmen“ ist ein Kunstwerk aus Wort und Ton und funktioniert gut als Gesamtkonstrukt. Befasst man sich nur mit einem von beidem, fehlt etwas.

Ich finde es mutig, dass Hardebusch und Van Canto dieses Experiment eingegangen sind. Es hätte auch scheitern können. Ist es aber nicht. Ich empfinde es nicht als so ausdrucksstark, wie ich es mir gewünscht habe. Es geht aber anstandslos als solide Unterhaltung epischer Fantasy durch.



Buchinfo:


PIPER (März 2016)

496 Seiten

Paperback

14,99 €


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Weitere Rezensionen zu "Feuerstimmen":



Mandys Bücherecke (inkl. Auftakt einer Blogtour)

Sonntag, 4. Dezember 2016

[Monatsrückblick] Leseliebe im November



Blogtechnisch war der November ein unfassbar ereignisreicher Monat. Ich habe 10 Bücher zum Thema Mobbing gelesen, um zu diesem sehr wichtigen Thema einen Beitrag zu verfassen, ich habe zwei tolle Bücher für zwei tolle Blogtouren gelesen und ich habe mir von der Seele geschrieben, warum ich - obwohl schon Ü30 - so furchtbar gerne Jugendbücher lese. 
Blogposts, in die ich sehr viel Arbeit investiert habe und die von euch so wunderbar angenommen wurden. Vielen Dank dafür!
Im November stand mir außerdem die sehr sympathische Autorin Nadine Erdmann für meine Interviewreihe "Sieben auf einen Streich" Rede und Antwort.

Bis auf "Abwesenheitsnotiz" von Lisa Owens, hatte ich einen durchweg großartigen Lesemonat. Ich habe recht unterschiedliche Bücher gelesen, die mich jedes auf seine Art packen und begeistern konnte. Mein Monatshighlight ist "Apple und Rain" von Sarah Crossan, das die sehr bewegende Geschichte eines Mädchens, das von seiner Mutter verlassen wurde und sich nach nichts mehr sehnt, als der Liebe der eigenen Mutter, erzählt. Dicht gefolgt von "Das Marillenmädchen", in dem eine meiner Lieblingsautorinnen - Beate Teresa Hanika - zum wiederholten Male zeigt wie fein sie mit Sprache umgehen kann, und "Das Nest"von C. D'Aprix Sweeney, das einfach nur mitreißend ist. 

Ich hoffe, dass die Adventszeit ruhig und besinnlich wird, denn Trubel hatten wir in diesem Jahr wahrlich genug. Für meine Tochter ist es das erste Weihnachten. Täglich bestaunt sie die vielen Lichter, die im ganzen Haus dekoriert sind. Für ihren Adventskalender interessiert sie sich noch nicht so sehr, ich für meinen dafür umso mehr, denn der literarische Adventskalender vom Verlag arsEdition, den es nicht nur in einer Pferde-, sondern auch Katzen- und Hundeausgabe gibt, ist ein kleines Schätzchen für Tierliebhaber.









96) "Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums" / S. Tash
97) "Wir beide in schwarz weiß" / K. Gembri
98) "Das Nest" / C. D'Aprix Sweeney
99) "Ich und die Walter Boys" / A. Novak
100) "Apple und Rain" / S. Crossan
101) "Das Marillenmädchen" / Beate Teresa Hanika
abgebrochen: "Abwesenheitsnotiz" / L. Owens

[Hörbücher]

  • "Die Haferhorde 06: Hopp, Hopp, Hurra!" / S. Kolb (Sprecher: Bürger Lars Dietrich)
  • "Aklak, der kleine Eskimo 02: Spuren im Schnee" / A. Stohner (Sprecherin: Henrike Wilson)






In der Kinder Traumstube war es im November etwas ruhiger. Ich habe euch "Mein Mama Tagebuch" vorgestellt - eine schnelle Möglichkeit die Fortschritte des Kindes, Glücksmomente, die eigene Befindlichkeit und viele andere Dinge, die Mamas beschäftigen, zu notieren.
In "Buchempfehlungen aus der Kinder Traumstube" stelle ich euch drei herzliche Bilderbücher vor, die in Reimform geschrieben sind. Die Erzählform, die meine Kleine am liebsten mag (vermutlich weil das Vorlesen dann so witzig klingt).








Für meinen Weihnachtswunschzettel brauche ich noch Buchempfehlungen.
Welche Bücher sollten eurer Meinung nach unbedingt bei mir einziehen?


Euch allen eine schöne Adventszeit.


Freitag, 2. Dezember 2016

Ich und die Walter Boys - Ali Novak



Jackies Eltern und ihre ältere Schwester kommen bei einem Autounfall ums Leben. Ihre Verwandten sehen für sie keine Möglichkeit in ihrer Heimatstadt New York unterzukommen und so nimmt man das Angebot von Katherine Walter, einer Schulfreundin von Jackies Mutter, Jackie bei sich aufzunehmen, dankend an.

Für Jackie ein Kulturschock. Für sie heißt es nun raus aus der Stadt in die Provinz. Neue Schule, neue Menschen, kein Theater und die Kleidung dort ist auch anders. Als ob das nicht genug wäre, leben im Haus der Walters 11 Jungs. Unter diesen Umständen kann es nur zu Turbulenzen kommen.

„Ich und die Walter Boys“ wirkt auf den ersten Blick wie ein leichter, sommerlicher Liebesroman. Das Cover zeigt Jungs in Badeshorts und ein Mädchen, das ihnen souverän entgegen steht. Ein ansprechendes Titelbild, das jedoch nur in ganz kleinen Anteilen das widerspiegelt, was Ali Novak in bester Unterhaltung niedergeschrieben hat.

Jackie ist keinesfalls souverän und selbstbewusst. Wie auch, wenn das eigene Leben plötzlich Kopf steht und jegliche Stütze wegbricht. Ihre Eltern zu verlieren bedeutet für sie nicht nur den Verlust von Menschen, die sie liebt, sondern auch den Verlust von Vorbildern und einem geregelten Leben, in dem sie ihr Ziel immer vor Augen hatte.

Nun irrt sie Orientierungslos durch eine Meute Jungs – dem Geschlecht, mit dem sie bisher wenig zu tun hatte. In der Familie Walter geht es drunter und drüber. Raufereien, Wetten, Streiche. Nicht alle sind erfreut darüber, dass die Familie Zuwachs bekommen hat. Für einige von ihnen ist Jackie jedoch das hübsche Mädchen aus der Stadt, das ungeniert angeflirtet wird. Und diesen heißen Kerlen zu widerstehen ist wahrlich eine Herausforderung.

„Ich und die Walter Boys“ hat Ali Novak im Alter von 15 Jahren geschrieben. Es freut mich sehr, dass der Roman nun, viele Jahre später, auf Deutsch übersetzt wurde, denn er hat mir so gut gefallen, dass ich ihn schon mehrfach weiterempfohlen habe.

Ich mag die Mischung aus der sprachlichen Leichtigkeit mit der Novak diese erfrischende Geschichte erzählt, und der Tiefgründigkeit, die hinter den einzelnen Figuren und ihren Handlungen steckt. Eine Kombination, die mich so sehr ans Buch gefesselt hat, dass ich es (leider) in wenigen Stunden durchgelesen habe.
Jackies Leben steht in starkem Kontrast zu dem der Walter Boys. Sie ist sehr kontrolliert, in der Familie Walter ist man eher impulsiv. Novak zeigt, dass auch ein Zusammenleben solch unterschiedlicher Charaktere möglich ist, man aber etwas dafür tun muss. Zwischenmenschliche Beziehungen bedeuten Arbeit und Kompromisse. Dies müssen einige der Hauptfiguren erst lernen. Ein Weg, auf dem ich sie sehr gerne begleitet habe.

Ich freue mich, dass im nächsten Sommer mit „Ich und die Heartbreakers“ ein weiterer Titel von Ali Novak im Programm des Verlags cbt erscheint, denn sie hat mir mit ihrem Roman große Lesefreude beschert.



Buchinfo:


cbt (August 2016)

448 Seiten

Taschenbuch

9,99 €

Originaltitel: Ma Life With The Walter Boys

Übersetzung: Michaela Link



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Weitere Rezensionen zu „Ich und die Walter Boys“:




Dienstag, 29. November 2016

Apple und Rain - Sarah Crossan






Apple ist drei Jahre alt, als ihre Mutter sie bei ihrer Großmutter zurück lässt und verschwindet. Sie ist 14 Jahre alt, als diese unverhofft und genau so stürmisch wie sie gegangen ist, wieder auftaucht.

Wie soll sie ihrer Mutter begegnen? Der Person von der sie sich nichts anderes wünscht als Aufmerksamkeit und Liebe? Bedürfnisse, nach denen sie sich in den vergangenen elf Jahren mehr und mehr gesehnt hat.

Klar hat sie ihre Großmutter. Sie sorgt sich um Apple, bekocht sie, kauft ihr Kleidung, bringt sie zur Schule und holt sie dort auch wieder ab. Kein angemessener Umgang für eine 14-jährige, befindet nicht nur Klassenkameradin Donna, der es Vergnügen bereitet, Apple zu schikanieren, sondern auch Apples Mum, die das Leben eines jungen Mädchens führt. Mitten in der Woche Partys feiert, Apple dazu anspornt die Schule zu schwänzen und Jungs zu küssen.

„Apple und Rain“ ist ein berührender Roman aus der Feder von Sarah Crossan, die bereits mit „Die Sprache des Wassers“ gezeigt hat, welch Sprachkünstlerin sie doch ist. Kleine, feine, sehr leise Worte, die zuschlagen. Im fiktiven Setting der Protagonisten ebenso, wie in der Gefühlswelt der Leser.

„Apple hat Angst,
Angst vor Zank und Streit,
[…]
Angst vor Dads Launen, Angst vor Nanas Stirnrunzeln,
Angst, sich vor die Klasse zu stellen und zu sprechen,
Angst, als Idiotin dazustehen,
Angst, keine Freunde zu haben,
[…]
Angst, dass Mum aus dem Nichts auftaucht,
Angst, Wasser zu schlucken und zu ertrinken,
Angst, eine schlechte Tochter zu sein.“
(Auszug aus Apples Gedicht zum Thema „Angst“)


Mit Apple hat sie eine sehr interessante Figur erschaffen, die in ihren jungen Jahren schon einige Stationen des Lebens durchlaufen muss. An vorderster Front steht der Wunsch geliebt zu werden. Von Egan, dem hübschesten Jungen der Schule, von Pilar, der Freundin, die ihr weggestohlen wurde und vor allem von ihrer Mutter, deren Vorstellung von Liebe so ganz anders ist, als die der Großmutter.

So ist es für Apple nicht leicht, diese überhaupt zu erkennen. Lange hat sie sich danach gesehnt, von der Mutter Liebe und Anerkennung zu bekommen. Um dem Schmerz zu entgehen, hat sie so lange eigene Geschichten um ihre Mutter und deren Leben gebaut, dass es ihr nun schwer fällt zwischen Richtig und Falsch zu unterscheiden. Sie stellt ihre eigenen Bedürfnisse hinten an, um zu gefallen. Eine handeln zu dem sie durch Erfahrungen gezwungen wird und das sich auch auf andere Bereiche ihres Lebens auswirkt.

Es ist die Liebe, die sie in eine Schlucht gerissen hat, aber es ist auch die Liebe, die sie dort wieder heraus holt. Und trotzdem ist „Apple und Rain“ kein Liebesroman. Es ist ein Schatz. Eins dieser besonderen Bücher, das mit kraftvollen Worten und berührenden Szenen, einen festen Platz im Leserherz findet. Eben „eine Geschichte, die gebrochene Herzen heilt“ (Zitat: cbt)




Buchinfo:


cbj (August 2016)

320 Seiten

Paperback, Klappenbroschur

12,99 €

Übersetzung: Birgit Niehaus



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Weitere Rezensionen zu „Apple und Rain



Sonntag, 27. November 2016

Pferde - ein literarischer Adventskalender



Seit Jahren suche ich den perfekten Adventskalender, um mir die Wartezeit bis Weihnachten zu verkürzen. In diesem Jahr habe ich ihn endlich gefunden. Er ist sogar so passend, dass mein Mann auch einen für mich gekauft hat und beide etwa zeitgleich mit der Post bei uns eintrudelten. Der Kalender bereitet mir so große Freude, dass ich diese kaum in Worte fassen kann.

Pferde - ein literarischer Adventskalender

Jeder Tag vom 1. - 24. Dezember wird sowohl mit einem Pferdefoto, sowie einem Pferdebild, das Historie von Domestikation des Pferdes und Reiterei darstellt. Abgerundet wird das ganze mit einem schönen Spruch.





Die Fotos wurden von Christiane Slawik, DER Pferdefotografin, aufgenommen. Wie gewohnt stellt sie Schönheit und Freiheit des Pferdes so lebendig dar, dass man meinen könnte, das jeweilige Foto erwache zum Leben. Der feine Duft von Pferdefell vermischt sich mit dem Geruch der Adventszeit.

Es ist ein Kalender voller Emotionen. Sprüche von Rittmeistern, Kavalleristen, aber auch indianischer oder religiöser Herkunft drücken aus, was Reiter und Pferd verbindet. Freundschaft, Respekt und das feine Gespür, das man füreinander bekommt, wenn man täglich als Kameraden miteinander arbeitet. Emotionen, die sicher jeder kennt, der mit Pferden zu tun hat und die bei mir mit jedem Foto, jedem Spruch aufwallen.




Für all diejenigen, die nicht so eng mit Pferden verbunden sind, wie ich es bin, ist der Kalender einfach hübsch anzusehen. Die hochwertigen Fotografien und Bilder sind auf festem Papier gedruckt und sicher von einer stabilen Ringspirale eingefasst.

Katzen- und Hundeliebhaber kommen ebenfalls auf ihre Kosten, denn der Verlag arsEdition hat den literarischen Kalender ebenfalls mit Katzen- und Hundebildern im Programm.


Kalenderinfo:


arsEdition (April 2016)

Fotos: Christiane Slawik

25 Seiten

Aufsteller mit Silberfolie

9,99 €


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Freitag, 25. November 2016

[Blogtour] "Wir beide in schwarz weiß": Interview mit Autorin Kira Gembri




1. Kris und Alex sind für deine Leser alte Bekannte. Warum bist du zu ihnen zurückkehrt? Was macht für dich den Reiz an den Beiden aus? War dir schon beim Schreiben von „Wenn du dich traust“ klar, dass sie eine eigene Geschichte bekommen werden?
Ja, ich wollte ihre Geschichte schon damals gern erzählen – deshalb ist die WG-Party, in der alle Hauptfiguren der beiden Bücher aufeinandertreffen, eine Art Schlüsselszene für mich. An Kris hat mich besonders gereizt, dass sie oberflächlich betrachtet das totale Gegenteil zu Lea aus „Wenn du dich traust“ darstellt: Sie ist extrovertiert, quirlig, spontan, wirkt lebenslustig und völlig mit sich selbst im Reinen. Allerdings sollen meine Figuren nie so bleiben, wie sie auf den ersten Blick zu sein scheinen :) Man könnte sagen, dass Lea erst im Laufe der Handlung von „Wenn du dich traust“ ihre innere Stärke offenbart, wohingegen Kris in „Wir beide in Schwarz-Weiß“ nach und nach ihre verletzliche Seite preisgibt.
Und Alex musste auf jeden Fall seine eigene Geschichte bekommen, um nicht für immer der selbstsüchtige Fiesling zu bleiben, als den man ihn in „Wenn du dich traust“ kennenlernt! Ich habe ihn darin absichtlich weniger deutlich charakterisiert als z.B. Flocke, damit mir für sein eigenes Buch mehr Gestaltungsspielraum bleibt und ich die Leser mit seiner „Demaskierung“ stärker überraschen kann.

2. Alex ist eine sehr intensive Figur, die mich als Leserin sehr eingenommen hat. Gerade das macht ja einen Teil seiner Persönlichkeit aus. Wie leicht oder schwer ist es dir gefallen, ihn am Laptop zurückzulassen und nicht in deine eigene Realität mitzunehmen?

Ehrlich gesagt gab es durchaus Phasen, in denen mich das Schreiben emotional ziemlich mitgenommen hat. Ich versuche ja, mich ganz tief in meine Figuren hineinzuversetzen, mich sozusagen in sie „hineinzudenken“ – und wer das Buch bereits gelesen hat, weiß, dass es in Alex‘ Innerem manchmal sehr düster aussieht. Hinzu kam meine intensive Recherche zu dem besonderen Thema des Romans, bei der ich jede Menge Erfahrungsberichte von Betroffenen gelesen habe; so etwas macht einen natürlich auch betroffen. Aber ich glaube, dass ich meine Protagonisten generell niemals am Laptop zurücklasse. Sie begleiten mich in meinen Alltag, während der Hausarbeit, auf Zugfahrten …, das ist für mich ganz normal.

3. Hand aufs Herz: wie viele Kätzchen T-Shirts befinden sich in deinem eigenen Kleiderschrank (Kris trägt häufig Kätzchen T-Shirts und wird von Alex deshalb aufgezogen)?

Nur eines, das schwöre ich!!! Okay, und ein Pullover. Außerdem zwei bis drei Snoopy-Pyjamas, aber die zählen nicht, du hast ja nur nach Kätzchen gefragt :) Und leider trage ich auf meinen schwarzen T-Shirts meistens auch ein paar deutlich sichtbare, weiße Katzenhaare mit mir herum.

4. Kris ist ja optisch eine sehr auffallende Persönlichkeit. Wie wichtig ist dir die Individualität deiner Charaktere?

Sehr wichtig – sie sollen alle ihre besonderen Stärken und Schwächen haben, dürfen gerne mal anecken, aber nicht austauschbar sein. Mir gefällt es auch, wenn sich ihr Charakter ein wenig in ihrem Äußeren oder in ihrer Art, sich zu kleiden, widerspiegelt. Dafür, dass Kris mit ihren 19 Jahren immer noch wie eine unangepasste 15-Jährige herumläuft (Grunge-Klamotten, Katzenshirts, bunte Leggings …), gibt es ja einen speziellen Grund, der im Laufe der Geschichte enthüllt wird.


(c) Arena Verlag


5. Du hast bereits Romane geschrieben, die ins Genre der Fantasy einzuordnen sind. Deine letzten Veröffentlichungen sind in der Realität angesiedelt. Wo fühlst du dich wohler? Ist es dir wichtig flexibel zu bleiben und in den Genres wandern zu können, sowie verschiedene Altersstufen anzusprechen oder hast du das Gefühl schriftstellerisch jetzt in einem Setting angekommen zu sein, in dem du dich wohlfühlst, in dem du verweilen möchtest?

Ich fühle mich in beiden Genres sehr wohl, weil beide ganz genau in mein „Beuteschema“ als Leserin fallen. Außerdem liebe ich die Abwechslung: Meine Fantasy-Romane sind bereits für ein jüngeres Publikum geeignet, sie sind insgesamt heiterer, und so macht mir das Schreiben viel Spaß. Dafür lerne ich bei der Arbeit an meinen realistischen Geschichten mehr, sie sind aufreibender zu schreiben und gehen mir stärker unter die Haut.

6. Wie hat sich dein Blick auf dein Umfeld, auf deine Mitmenschen verändert, seit du Autorin bist? Suchst du dort bewusst nach Inspirationen?

Einerseits lasse ich mich gern von meinem Umfeld inspirieren – andererseits versuche ich aber auch, durch meine Arbeit und die Recherche zu verschiedenen Themen einen neuen Blickwinkel auf meine Mitmenschen zu gewinnen. Schließlich hat jeder sein Päckchen zu tragen, und wenn jemand so übertrieben quirlig auftritt wie Kris, so „kauzig“ und scheu wie Lea, so abweisend und waghalsig wie Alex oder so oberflächlich „cool“ wie Jay, dann steckt womöglich viel mehr dahinter, als man zuerst glaubt.

7. Der Weg von der erfolgreichen Selfpublisherin zur Verlagsautorin. Welche positiven Aspekte siehst du in der Zusammenarbeit mit dem Verlag?

Ich habe mir immer gewünscht, meine Romane in den Regalen einer Buchhandlung bewundern zu dürfen, und ich bin sehr glücklich darüber, dass dieser Traum wahrgeworden ist. Außerdem hat man als Selfpublisher zwar viele Freiheiten, muss sich aber auch um Lektorat, Korrektorat, Coverdesign und Marketing kümmern bzw. dafür geeignete Fachleute finden. Das kann zwar sehr spannend sein, hält einen allerdings oft vom Schreiben ab. Beides hat also seine Vor- und Nachteile, doch die Zusammenarbeit mit einem Verlag möchte ich nicht mehr missen.
8. Welche Veränderungen wünschst du dir für die Buchwelt?

Vor allem wünsche ich mir, dass sie möglichst bunt ist und bleibt: Es gibt verschiedenste Wege der Veröffentlichung (reine Selfpublisher oder Verlagsautoren und „Hybride“, so wie ich einer bin ;), verschiedene Vorlieben beim Lesen (E-Book oder Print, Hardcover oder Taschenbuch …) und wunderbare Geschichten, die sich nicht klar in ein Genre einsortieren bzw. einer bestimmten Altersgruppe zuordnen lassen. Das alles hat seine Berechtigung und wird hoffentlich auch immer einen Platz in der Buchwelt finden.

9. Als Leserin bin ich immer auf der Suche nach Leseempfehlungen. Welches sind deine drei (oder vier oder fünf) Lieblingsbücher?


Puh, ich glaube nicht, dass ich mich da auf so wenige Titel festlegen kann. Als leidenschaftliche Jugendbuchleserin habe ich natürlich die „üblichen Verdächtigen“ verschlungen und geliebt: Harry Potter, Die Tribute von Panem, Das Schicksal ist ein mieser Verräter, die Edelstein-Trilogie, die Nach-dem-Sommer-Reihe, Die Bestimmung … aber die kennst du bestimmt alle schon. Besonders reizen mich auch Jugendromane mit „schwierigen“ Hauptfiguren, so wie z.B. Der Märchenerzähler und Engel & Joe oder die Bücher von Myron Levoy (Der gelbe Vogel, Ein Schatten wie ein Leopard, Drei Freunde …), die mich seit meiner frühen Teenager-Zeit geprägt haben. Abgesehen von Jugendromanen lese ich zurzeit sehr gerne Autobiographien, z.B. von Künstlern oder Menschen mit besonderen Handicaps. Gerade habe ich mit „Erste Person Plural“ angefangen, das mich schon nach wenigen Seiten gepackt hat.


Vielen Dank, liebe Kira!


Weitere Stationen der Blogtour:



14.11.2016  Yvonnes Bücherecke: Buchvorstellung

15.11.2016 Buchlabyrinth: Protagonisten Entwicklung

16.11.2016 Lenas Welt der Bücher: Verbindung zu "Wenn du dich traust"

17.11.2016 Skyline of Books: Schwarz-Weiß Denken mit romantischen s/w Fotos, die immer bunter   werden
18.11.2016 Back down to Earth: Jugendkriminalität

19.11.2016 Leser Welt: Performancekunst

20.11.2016 Sarahs Bücherwelt: FigurenInterview

21.11.2016 Magic Ally Princess Book Dreams: Gegensätze ziehen sich an

22.11.2016 Katjas Bücherwelt: Wien als Schauplatz

23.11.2016 Inas Little Bakery: Studentenleben/Männer WG

24.11.2016 Reading Vanni: Cocktailrezepte schwarz/weiß

25.11.2016 Fantasie und Träumerei: Interview Autorin

Dienstag, 22. November 2016

[Blogtour] Das wirkliche Leben: unendliche Weiten



Seit dem 14.11. läuft eine Blogtour zum Buch „Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums“ von Sarvenaz Tash aus dem Magellan Verlag. 10 Tage lang dreht sich alles um ein wunderbares Jugendbuch, das von einer Clique Geeks erzählt, in deren Leben eine Serie eine zentrale Rolle spielt. Die Themen der Blogtour drehen sich deshalb vorwiegend um Dinge wie Cosplay, Fandoms oder Comic Cons.

Immer an seiner Seite und doch so unerreichbar wie ein ferner Planet – das ist seine beste Freundin Roxy für Graham. Seit Monaten sucht er einen Weg, ihr seine grenzenlose, epische, unsterbliche Liebe zu gestehen. Bei ihrem gemeinsamen Wochenende auf der New Yorker Comic-Convention will er seine Chance endlich nutzen. Leider kommen ihm immer wieder ein gut aussehender Engländer, seine Schüchternheit und die geheimen Liebesgesetze des Universums in die Quere …
(Foto & Text: © Magellan)

Bei mir erfahrt ihr heute was das „Geek sein“ für die Charaktere bedeutet und welchen Stellenwert es in meinem eigenen Leben hat bzw. hatte.

Im Mittelpunkt des Romans stehen Graham und Roxy. Sie sind Fans von John Hughes, der ihre Lieblingsserie „Althena“ geschrieben hat, seit langem aber aus dem Rampenlicht verschwunden ist.

Näher kennengelernt haben sie sich über Harry Potter. Roxy hat Graham angeboten die Bücher gemeinsam zu lesen, als sie ihn allein im Garten entdeckt hat. Zwei #potterheads, die durch ihre Liebe zu einer Buchreihe zueinander gefunden haben.

Einige Jahre später ist es immer noch das Fan sein, das ihre Freundschaft zu etwas besonderem macht. Fanfiction zu schreiben, Comics zu zeichnen und somit ihren Vorbildern nachzueifern, ist das, was sie verbindet.

Das Vorurteil, dass Geeks einsam und allein in ihren Zimmern sitzen und in eine fiktive Welt fliehen, trifft auf Roxy und Graham nicht zu. Sie wachsen an ihrer Verbindung, werden geprägt von den Werten ihrer Vorbilder und schaffen eine Brücke zwischen Fiktion und Realität.

Ich gestehe, ich musste das Wort „Geek“ erstmal googeln, als ich mich dieser Aufgabe stellte. Was bedeutet das eigentlich? Freak? Oder Nerd? Den Begriff kannte ich schon. Aber Geek? Was ist das denn?

Geek [giːk] (engl. umgangssprachlich für „Streber“, „Stubengelehrter“) bezeichnet heute allgemein eine Person, die sich durch großes Interesse an wissenschaftlichen oder fiktionalen Themen auszeichnet, die üblicherweise elektronischer (vgl. Computerfreak) oder phantastischer Natur sind. Seiner Herkunft nach bezog sich der Begriff ursprünglich auf Menschen, die durch absonderliche Taten auffällig waren 
(© Wikipedia)

Ich bin dem Geek sein entwachsen. Nicht unbedingt wegen meines Alters, aber wegen der Tatsache, dass meine kleine Familie gerade im Mittelpunkt meines Lebens steht. Hätte ich Zeit zum Geek sein – oh je, ich glaube, ich könnte es so exzessiv betreiben wie Graham und Roxy.

Früher, als ich noch jung war ;) , da gab es den Begriff Geek ja noch gar nicht. Zumindest hat er es nicht bis zu uns aufs Dorf geschafft. Damals waren wir noch Fans und das nicht von irgendwelchen Computerspielen, denn die waren zu dem Zeitpunkt noch ganz neu, standen in Papas Büro und wenn wir ins Internet wollten, konnte währenddessen keiner telefonieren, weshalb die Internetzeit stark eingegrenzt wurde.

Aber wir hatten immerhin das Fernsehen. Und darin liefen Serien. Kein Reality TV, sondern nach gut geschriebenen Drehbüchern verfilmte Serien mit echten Schauspielern.

Besondere Aufmerksamkeit bekam die Serie „Sindbads Abenteuer“, nicht zuletzt wegen des heißen Hauptdarstellers Zen Gessner, in den wir beide unsterblich verliebt waren.



Von Fanfiction hatten wir noch nie etwas gehört (ich glaube ich kenne den Begriff erst seit zwei oder drei Jahren), aber die einzige Möglichkeit einem so tollen Typen nahe zu kommen, war die ihn zu uns nach Hause zu schreiben. So entstand die Idee zu unserer eigenen Geschichte, die später unter dem Titel „Twins“ (- wir wären so gerne Schwestern gewesen) in einem DIN A4 Schulheft umgesetzt wurde.



Geplottet wurde während der gemeinsamen Ausritte auf unseren Ponys. Zunächst einmal wurden der Anfang bestimmt und das Ende, das wie folgt vorgesehen war: Til Schweiger verliebt sich in meine Freundin, seine Frau bekommt das mit und versucht sie umzubringen – jede gute Story braucht einen spannenden Showdown – sie kann sich jedoch retten, Til ist so begeistert, dass er sie nie mehr verlässt. Ich heirate Antonio Banderas.

Der Mittelteil der Geschichte würde sich von ganz alleine ergeben. Hauptsache all die tollen Schauspieler und Musiker, die wir so gerne mochten würden darin ihren Platz finden. Lebensmittelpunkt unserer fiktiven Ich's sollte ein Reiterhof sein. Ersteres setzten wir in Form einer Liste um, die heute leider verschwunden ist.

Der Rest der Geschichte, die nie bis zum Showdown gekommen ist, uns aber manch verpassten Unterrichtsstoff gekostet hat, weil wir meist in der Schule geschrieben haben, um das Heft dann im Schulbus austauschen zu können, befindet sich noch in meinem Besitz.

Ein Blick hinein und schon kochen Erinnerungen hoch. Unser Weg in die Pubertät, erstes verliebt sein – in eine fiktive Figur, erstes verliebt sein – in einen realen Menschen, nächtelanges durchquatschen, träumen, phantasieren und vor allem dieses Gefühl etwas zu haben, was uns beide ganz besonders verbindet. Etwas wie eine Geheimsprache oder ein Ehrenkodex, der nur uns beiden gehört und von niemand anderem verstanden wird.

Ich glaube dieses Gefühl haben auch Graham und Roxy. Eine ganz besondere Verbindung, die für andere unsichtbar, für sie beide aber ganz deutlich spürbar ist. Die gewachsen ist aus vielen gemeinsamen Stunden, aus Schwärmerei, nacheifern und dem ausloten der eigenen Fähigkeiten.

Feine, kleine Nähte, die aneinander gereiht zu einem starken Band der Freundschaft werden.

Gewinnspiel:


Gewinne eins von zwei Exemplaren von „Die (beinahe) größte Liebesgeschichte der Welt“.

Jeder Blogtour Teilnehmer hat eine Frage gestellt, die es zu beantworten gilt. In jedem Lösungswort ist ein Buchstabe markiert, den ihr euch merken müsst. Aneinander gereiht ergeben diese Buchstaben ein Lösungswort, das ihr in das unten stehende Formular eintragen müsst.

Das Gewinnspiel läuft bis zum 27.11.2016. Alle Teilnahmebedingungen erfahrt im Text des Formulars.


Frage:


Wie nennt man eine Person, die sich durch großes Interesse an wissenschaftlichen oder fiktionalen Themen auszeichnet, die üblicherweise elektronischer oder phantastischer Natur sind?

LÖSUNGSWORT:

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(der zweite Buchstabe bringt euch dem Gewinn vielleicht ein kleines Stückchen näher)

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