05.12.10

Das fünfte Türchen öffnet sich: 05.12.2010

Heute morgen wünsche ich euch nicht nur einen wunderschönen 5. Dezember, sondern auch einen wunderschönen zweiten Advent, der bei mir mit einer leckeren Tasse Rooibos Apfel-Vanille aus meinem Adventskalender begonnen hat :)
Heute für euch, eine kleine Geschichte aus dem "Leselöwen Weihnachtsbuch", das schon 23 Jahre alt ist und mir als Kind in der Adventszeit viel Freude bereitet hat :)

Der kleine Straßenkehrer und das Engelshaar
In der Nacht war Schnee gefallen, und dann hatte es gefroren. Der kleine Straßenkehrer zog sich wärmer an als sonst: mit der roten Pudelmütze, dem langen blauen Wollschal und den dicken roten Handschuhen. Leider hatten die Motten große Löcher hineingefressen; so schaute an beiden Händen der Daumen und der Zeigefinger heraus und an der linken Hand auch noch der kleine Finger. Traurig betrachtete der kleine Straßenkehrer die nackten Finger, während er zur Winterstraße ging.
Heute brauchte er noch keine Schneeschaufel, aber wenn es weiter schneite, würde er mit dem Besen allein nicht mehr auskommen. Während er so die Starße kehrte, sah er auf einmal etwas im Schnee glitzern, etwas Silbernes. Zwar leuchtete der Schnee in den ersten Sonnenstrahlen selber wie Silber, aber das Etwas glitzerte noch viel heller.
Es war ein langer, silberner Faden, den der kleine Straßenkehrer aufhob. "Engelshaar", sagte er andächtig, " das Haar von einem Engel!" Und er wickelte das schimmernde Haar um seinen linken Zeigefinger, der am meisten fror.
Das Engelshaar sah wunderhübsch aus - und es wärmte! Nicht nur der Zeigefinger wurde warm, sondern die ganze linke Hand. "Guten Morgen, kleiner Straßenfeger", rief Fräulein Wunderlich, vor deren Garten er das Angelshaar gefunden hatte. Sie war zu ihrem Vogelhäuschen unterwegs, um den Meisen und Spatzen Futter zu bringen. "Was hast du da Hübsches am Finger?"
"Engelshaar", sagte der kleine Straßenkehrer stolz. "Jetzt macht es mir überhaupt nichts mehr aus, daß meine Handschuhe Löcher haben." Fräulein Wunderlich lächelte ihm freundlich zu. Dann ging sie ins Haus zurück holte rote Wolle und fünf Stricknadeln aus der Schublade, und fing an, dem kleinen Straßenkehrer neue Handschuhe zu stricken. Sicher hat das der Engel so gemeint, dachte sie, als er das Haar gerade vor meinen Garten legte.
Inzwischen kehrte der kleine Straßenkehrer weiter die Winterstraße. Ab und zu blieb er stehen und betrachtete glücklich seinen linken Zeigefinger.
Da kam die alte Zeitungsfrau vorbei. Sie trug ihre Hände in die Schürze gewickelt, weil sie ihre Handschuhe verloren hatte.
"Frierst du?" fragte der kleine Straßenkehrer. Die alte zeitungsfrau nickte. Der kleine Straßenkehrer zögerte einen Augenblick, dann löste er das Engelshaar von seinem linken Zeigefinger und gab es der Zeitungsfrau. "Du musst es um eine Hand wickeln", sagte er, dann frierst du nicht mehr." Und merkwürdig! Nicht nur die Hände der alten Zeitungsfrau wurden warm - auch die des kleinen Straßenkehrers blieben es, ja, sie wurden sogar wärmer als sie gewesen waren. 
Engelshaar hat eben wunderbare Kraft, vor allem in der Vorweihnachtszeit!
EVA MARDER

Eine wunderbare Geschichte, die nicht nur Straßenkehrer und Zeitungsfrau die Finger, sondern auch Lesern die Herzen wärmt.
Heute bekommt ihr mal kein weihnachtliches Bild, sondern Fotos, die ich eben bei uns vor dem Haus mit meinem Handy gemacht habe. 

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