Adams Erbe - Astrid Rosenfeld



978-3-257-06772-9INHALT:
Edward Cohen lebt in Berlin, hat dort eine kleine Boutique und ist unter dem Namen Ed M.C. Total angesagt. Nach dem Tod seiner Großmutter reist er nicht nur zurück in die Wohnung, in der er seine Kindheit verbracht hat, sondern auch zurück in die Vergangenheit. Denn dort findet er ein Buch. Das Vermächtnis seines Großonkels Adam, der darin seine Geschichte in der Zeit des zweiten Weltkriegs aufgezeichnet hat.
ZUR AUTORIN:
Astrid Rosenfeld wurde 1977 in Köln geboren, ging nachdem Abitur zunächst für ein paar Jahre nach Kalifornien, wo sie am Theater arbeitete. Zurück in Deutschland begann sie eine Schauspielausbildung in Berlin. Später arbeitete sie als Cast Directorin, unter anderem bei den Kinofilmen "Muxmäuschenstill" (2004, Regie: Marcus Mittermaier) und "Knallhart" (2006, Regie: Detlev Buck).
"Adams Erbe" ist ihr erster Roman.
EIGENE MEINUNG:
Ich habe noch nie einen Debütroman gelesen, der so sprachgewaltig und so gut durchdacht ist, wie "Adams Erbe". Sofort erkennt man, dass Astrid Rosenfeld eine ganz große Geschichtenerzählerin ist. Das macht sich nicht nur darin bemerkbar, dass der Haupterzählstrang einfach grandios ist, sondern auch in der Art und Weiße, wie sie ihre Nebenfiguren kreiert hat und in der Geschichte leben lässt. Jede noch so kleine Nebenfigur, und sei ihr Auftritt noch so kurz, ist nicht nur einfach eine Nebenfigur, sondern wird durch ihre eigene kleine Geschichte zum Leben erweckt. Dies gibt dem Roman eine ganz besondere Art Lebhaftigkeit, die dem Leser die Geschehnisse eindringlicher machen.
Ihre Schreibe ist leicht und schnell zu lesen und trotzdem erlangt sie ein hohes Niveau. Sie verarbeitet eine Ironie, die sehr an die Ironie des Schicksals erinnert, das eine große Rolle in "Adams Erbe" spielt. Durch diese Eigenheit bringt sie ganz besonders die Unsinnigkeit des Antisemitismus und der Naziherrschaft auf den Punkt. Dieses Unsinnige "den Worten eines Führers" folgen, dessen Hintergründe man zwar nicht versteht, denen man aber dennoch bedingungslos folgt und sei es um Ruhm und Ehre zu ernten und sich auf den Lorbeeren und dem damit verdienten Geld auszuruhen, zu faul sich eine eigene Meinung zu bilden. Dies stellt sie ganz besonders auf zwei unterschiedliche Arten in den Lebensläufen und Gepflogenheiten von Geigenlehrer Bussler und Adams "Kamerad" Bubi Giesler dar.
Mit wenig Worten und ohne die Taten, die im zweiten Weltkrieg begangen wurden, beim Namen zu nennen, gelingt es ihr die Grausamkeit dieser Zeit darzustellen und ebenso zu berühren, wie aufzurütteln. Die ganze Szenerie in das Lager der Verantwortlichen zu verlegen, hat mich anfangs etwas skeptisch gemacht. Es könnte der Verdacht aufkommen, dass die Gräueltaten heruntergespielt werden. Dies ist aber überhaupt nicht der Fall, denn obwohl sie eigentlich damit ein bisschen "drumherum spielt", trifft sie den Nagel so auf den Kopf, dass ich manchmal am liebsten laut geschluchzt hätte.
Es ist aber auch die Geschichte von wahrer Liebe, von Träumen, von Verantwortung und von Freundschaften, die, um es mit Eddas Worten zu sagen, gelebt werden "so gut es halt geht".
Ich habe das Buch regelrecht verschlungen. Hätte ich mehr Zeit gehabt, dann hätte ich keine zwei Tage benötigt, sondern es in einem in mich eingesogen.
FAZIT:
Mit einem Kloß im Hals blicke ich zurück auf ein Buch, das mir Gänsehaut verursacht hat, wie eine eisige Winternacht. Das mit wenigen Worten, ebenso trüb wie fröhlich, auf dem Herzen des Lesers liegt. Ein Buch für alle, die auf der Suche nach etwas Besonderem sind.
  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (22. Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9783257067729
  • ISBN-13: 978-3257067729
  • 21,90 €

Kuh 5
Herzlichen Dank an Diogenes Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares.

Feuertaufe - Andrzej Sapkowski



feuertaufe-9783423247559KLAPPENTEXT:
In Nilfgaard wird die Verlobung des Kaisers mit Cirilla, der Thronerbin von Cintra, proklamiert. Aber handelt es sich wirklich um die echte Cirilla? Geralt, halbwegs von seinen schweren Verletzungen genesen, macht sich auf den Weg nach Nilfgaard, begleitet von Rittersporn und der Bogenschützin Milva sowie einem Vampir, der sich das Trinken von Blut schon seit Langem abgewöhnt hat. Doch auch eine gerade erst gegründete Geheimloge von Zauberern beschließt, Cirilla um jeden Preis zu finden und zur Königin zu machen, um so die Macht der Zauberer zu sichern ...


ZUM AUTOR:
Andrzej Sapkowski wurde 1948 geboren und lebt in Lodz. Er ist Wirtschaftswissenschaftler, Literaturkritiker und Schriftsteller. Seine Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgestattet. Unter anderem mit dem David Gemmel Legend Prize.
REIHENINFO:
  1. Das Erbe der Elfen
  2. Die Zeit der Vorsehung
  3. Feuertaufe
  4. Der Schwalbenturm
  5. Die Dame vom See

EIGENE MEINUNG:
Schon während ich den zweiten Teil der Geralt Saga „Die Zeit der Verachtung“ las, fiel mir auf, das es Andrzej Sapkowski gelungen ist, sich von Buch zu Buch zu steigern.
Geralt macht sich auf die Suche nach Ciri, seinem Schützling. Dem Mädchen, dessen Schicksal eng mit Geralts verbunden ist. Auf seiner Reise schließen sich ihm allerlei (seltsame) Gestalten an, mit denen er spannende Abenteuer erlebt.
In „Feuertaufe“ kommen Fans von High Fantasy voll auf ihre Kosten. Zwerge, Elfen, aber auch jede Menge Kämpfe und Intrigen ziehen den Leser in ihren Bann. Wie immer unterhält uns Andrzej Sapkowski mit Konversationen die vor Energie und Witz nur so sprühen. Es macht einfach Spaß Geralt und seine Kumpanen auf ihrer Suche nach Ciri zu begleiten und dank der bildlichen Schreibe des Autors hat man schon bald das Gefühl mitten im Geschehen zu sein und mit der bunten Truppe zu reiten.
Seine Charaktere sind mutig, charmant, witzig, liebenswert, kämpferisch, und vor allem Rittersporn besitzt das große Talent in jedes Fettnäpfchen zu treten.
Aber auch Ciri`s Wegbegleiter, die Ratten, eine Truppe von „Freiheitskämpfern“, macht die Geschichte ein kleines bisschen aufregender und endlich werden die politischen Machenschaften der mehr der weniger großen Herrscher ein wenig in den Hintergrund gestellt.
Mit Spannung und jeder Menge Spaß an den Kämpfen und Abenteuern der Reisegesellschaft habe ich das Buch gelesen und mich Seite um Seite mehr und mehr in die Geschehnisse hineinziehen lassen. Gespannt beginne ich nun mit dem vierten Band, denn ich bin schon sehr neugierig darauf, was Andrzej Sapkowski sich erdacht hat, um seine Leser weiterhin in Geralts und Ciris Bann zu ziehen. Ich hab da schon so eine kleine Ahnung...mal sehen, ob diese sich bestätigt...
FAZIT: „Feuertaufe“ ist noch spannender, noch abenteuerlicher und noch lesenswerter als die ersten beiden Bänder der Hexer Geralt Reihe.

Kuh 45

Arkadien erwacht - Kai Meyer



9783551582010KLAPPENTEXT:
Schon bei ihrer Ankunft auf Sizilien fühlt sich Rosa, als wäre sie in einen alten Film geraten - der Chauffeur, der ihre zufällige Reisebekanntschaft Alessandro am Flughafen erwartet; der heruntergekommene Palazzo ihrer Tante; und dann die Gerüchte um zwei Mafiaclans, die seit Generationen erbittert gegeneinander kämpfen: die Alcantaras und die Carnevares, Rosas und Alessandros Familien. Trotzdem trifft sich Rosa weiterhin mit Alessandro. Seine kühle Anmut, seine animalische Eleganz faszinieren und verunsichern sie gleichermaßen. Doch in Alessandro ruht ein unheimliches Erbe, das nicht menschlich ist ...
ZUM AUTOR:
(Quelle: carlsen)
Kai Meyer, geboren 1969, studierte Film- und Theaterwissenschaften und arbeitete als Journalist, bevor er sich ganz auf das Schreiben von Büchern verlegte. Er hat inzwischen über fünfzig Titel veröffentlicht, darunter zahlreiche Bestseller, und gilt als einer der wichtigsten Phantastik-Autoren Deutschlands. Seine Werke erscheinen auch als Film-, Comic- und Hörspieladaptionen und wurden in siebenundzwanzig Sprachen übersetzt.
EIGENE MEINUNG:
Whow....ich muss erst mal wieder runterkommen, von einem Trip, der mich dermaßen mitgerissen hat, dass ich immer noch ganz begeistert und euphorisch bin.
Ich mochte „Arkadien erwacht“ von der ersten Seite an. Von der ersten Seite an faszinierte mich Rosa, die mutig und stark ist. Tapfer, aber auch ein wenig gleichgültig gegenüber ihrer Welt, ihren Mitmenschen. Was hat sie dazu gebracht so zu werden? Welches Geheimnis verbirgt sie?
Während einer Flugreise in die Heimat ihres Vaters, trifft sie auf Alessandro, der Rosas Interesse weckt. Zum ersten Mal seit langem weckt überhaupt etwas ihr Interesse. Doch auch er lässt sie im Dunkeln, darüber, was er in Sizilien eigentlich will. Denn auch an ihm ist seine Mafiafamilie nicht das Geheimnisvollste...
Kai Meyer ist es gelungen eine unglaublich spannende Geschichte zu schreiben, die den Hass zweier Familien, dunkle Mafiageschäfte, Action, Liebe und düstere Geheimnisse genial in sich vereint. Sein Buch zu lesen war nicht nur einfach lesen, es war wie ein Sog, der mich mitgerissen hat in einen Strudel aus Machtgier und Hass. Es ist ihm nicht nur unglaublich gut gelungen seine Charaktere so zu formen, dass sie lebendig werden, sondern auch Fäden zu weben, die ein Netz spinnen, dass den Leser gefangen nimmt, wie die Familenoberhäupte der Mafiaclans ihre Opfer. Skrupellos lässt Kai Meyer Kinder entführen und Menschen erschießen, um damit die Gefahr noch deutlicher in den Kopf des Lesers zu bringen und das Buch damit zu einem wahren Pageturner zu machen.
Ich konnte Rosas Zweifel und Unsicherheiten ebenso spüren wie ihre Skepsis gegenüber allen Menschen die ihr begegnen, denn in diesem Buch weiß man nie, wer auf welcher Seite steht. Bis zum Schluss schlingert der Leser im Ungewissen darüber, wem Rosa vertrauen kann und wem nicht. Dennoch kann sie sich nicht gänzlich vor dem verschließen, was Alessandro zu sein scheint. Der Nachwuchs zweier befeindeter italienischer Familien, die nicht nur leidenschaftlich lieben, sondern auch leidenschaftlich hassen. Dass das nicht gut gehen kann ist die einzige Tatsache, die in diesem Buch kein Geheimnis ist.
FAZIT: Ich hätte nie geglaubt, dass mich ein Buch über die sizilianische Mafia so in seinen Bann zieht. Aber Kai Meyer, ist es dank seines wunderbaren Stils und einer fesselnden, dramatisch-spannenden Geschichte, mehr als gelungen. Zum Glück geht es in „Arkadien brennt“ weiter...

Kuh 5

lit.COLOGNE: sympathische Autoren, liebe Bloggerfreunde und jede Menge Bücherseiten



Voller Wehmut blicke ich zurück auf ein wunderschönes Bücherwochenende in Köln.
Gemeinsam mit Tine und Eva hab ich am Wochenende einige Angebote der lit.COLOGNE genutzt.
GEDC0725Freitagabend begann unser tolles Wochenende mit der gemeinsamen Lesung von Kerstin Gier und Kai Meyer. In einem prall gefüllten Hörsaal begeisterten uns die beiden Autoren mit jeder Menge Charme, Witz und Sympathie. Während Kerstin die Zuhörer damit begeisterte, dass sie die passend zu den Figuren ihrer Edelstein-Trilogie die Stimmen verstellte und für jede Menge Lacher sorgte, war Kais Lesung ein regelrechter Genuss für die Ohren. Ich war in der Versuchung die Augen zu schließen, so hat er mich in die Geschichte hineingezogen, einzig durch seine Art vorzulesen.
Kerstin hatte eine Szene aus dem bereits seit einigen Monaten veröffentlichten dritten Teil ihrer Edelstein Trilogie „Smaragdgrün“ ausgewählte, während Kai uns ebenfalls mit einem dritten Teil überraschte. Dem dritten Band der „Arkadien“ Reihe, der erst im Herbst diesen Jahres erscheint und seit Freitag sicherlich auf einigen Wunschzetteln steht.GEDC0734
Nach der Lesung gaben die beiden sympathischen Autoren noch jede Menge Autogramme, signierten ausdauernd mitgebrachte oder neu erworbene Bücher und ließen sich auch bereitwillig mit uns fotografieren. Wir waren begeistert.
Schon Freitagabend machten wir „live“ Bekanntschaft mit Stefanie und Christina aus Österreich, die wir bis dato nur vom bloggen her kannten. Trotz kleiner sprachlicher Barrieren bestand sofort Sympathie auf allen Seiten. Schon im Vorhinein hatten wir vereinbart, dass wir Samstagmorgen der Mayerschen in Köln einen gemeinsamen Besuch abstatteten. Um 9 Uhr starteten wir unsere große Buchstöber- und Kaufaktion und ich war ganz baff als Christina sagte: „Es ist ja schon halb 11.“
Wir mussten uns also leider sowohl von den beiden Mädels als auch von der Buchhandlung trennen, denn wir hatten für Samstag ja noch einen weiteren Punkt auf unserem Programm (außer Eis essen;)). Die Lesung von Bettina Belitz.
IMG_0333IMG_0351Passend zu ihrem Roman „Freihändig“, in dem es um Pferde und einen voltigierenden Jungen geht, fand die Lesung in der Reithalle des Zentrums für therapeutisches Reiten in Köln statt. Nach einigen spannenden Kapiteln aus dem Buch der sympathischen Autorin, führt uns eine Voltigiergruppe des Zentrums vor, wie bei ihnen eine Trainigsstunde so abläuft.
Insgesamt eine sehr gelungene Veranstaltung in einer tollen Atmosphäre.
Den Ausklang fand unser schönes Wochenende wie immer mit Crepes im Lizbät.
IMG_0326Mädels, es war ein wunderschönes Wochenende mit euch :) Ich hoffe, dass wir es bald wiederholen können und auch Stefanie und Christina, trotz der Entfernung, bald wiedertreffen :)

Zeitreise auf der Lit.Cologne


"Wie macht die das?" fragt ihr euch jetzt sicherlich. "Eine Zeitreise...und dann auch noch auf der Lit.Cologne...was soll das?"
Die Antwort ist ganz einfach. Die Zeitreise mache ich natürlich nicht wirklich. Ich höre mir eine Geschichte darüber an. Gelesen von Kerstin Gier. Bei den meisten klingelt es jetzt sicher schon. Richtig! Es geht um die "Edelstein-Trilogie von Kerstin Gier.
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Ich fahre zu Tine nach Köln, um mir da mit ihr und Eva, ein schönes "literarisches Wochenende" zu erleben.
Gestartet wird heute abend mit der Lesung "Kerstin Gier trifft Kai Meyer". Gelesen wird aus "Smaragdgrün" und "Arkadien brennt".
Morgen früh treffen wir uns dann mit Stefanie und Christina in der Mayerschen um unserem Laster zu fröhnen ;)
Nachmittags fahren Eva, Tine und ich dann zur Lesung von Bettina Belitz, die uns ihr Buch "Freihändig" vorstellt. Danach sehen wir noch ein Voltigiervorführung, denn das Voltigieren spielt in "Freihändig" eine wichtige Rolle. Abends müssen wir dann natürlich, wie immer, ins Lizbät. Crepes essen :)
Ich freu mich auf ein tolles Wochenende und werde spätestens Montag ausführlich und mit vielen Beweisfotos davon berichten :)

Neva - Sara Grant



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KLAPPENTEXT:
Die 16-jährige Neva hat es satt, keine Antworten auf Fragen zu bekommen, die sie nicht einmal laut stellen darf: Warum wird ihr Heimatland von einer undurchdringbaren Energiekuppel von der Außenwelt abgeschottet? Warum verschwinden immer wieder Menschen spurlos? Und was ist mit ihrer Großmutter geschehen, die eines Tages nicht mehr nach Hause kam? Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Sanna beschließt Neva, Antworten zu verlangen und nicht mehr brav alle Gesetze und Regeln zu befolgen. Doch dabei verliebt sie sich nicht nur in den einen Jungen, der für sie tabu sein muss – sondern gerät auch in tödliche Gefahr …

ZUR AUTORIN:
Sara Grant wurde in den USA geboren, und hat dort Psychologie und Journalistik studiert. Sie ging mit ihrem Ehemann nach London und arbeitet dort bei einer Literaturagentur. „Neva“ ist ihr erster veröffentlichter Roman.

EIGENE MEINUNG:
Beim Pan-Verlag hat man sich redlich Mühe gegeben die Spannung auf die neue Dystopie „Neva“ ins Unermessliche zu steigern. Auch ich habe mich davon anstecken lassen und war umso begeisterter als ich das Buch in der Hand hielt. Ein wunderschöner Schutzumschlag, der ein Mädchen zeigt, das nachdenklich oder auch traurig sein könnte, vor einem Hintergrund, der an die Kälte von Edelstahl erinnert, dazu eine Schneeflocke, die schon auf den ersten Blick verrät, dass sie in der Geschichte eine besondere Bedeutung haben muss, ziert den Roman. Hierfür ein großes Lob.
Auf den ersten Seiten ließ ich mich auch noch von dem Zauber des Gesamtpakets beeindrucken, doch schon bald ließ die erste Begeisterung nach. Der Autorin hat eine etwas gewöhnungsbedürftige Schreibe. Ihre Sätze sind sehr kurz, dennoch versucht sie möglichst viele Informationen rüber zu bringen. Das hatte zur Folge, dass ich anfangs etwas orientierungslos durch die Geschichte irrte und etwas Zeit brauchte, bis ich mich darin zurecht fand.
Ich fühlte mich ein wenig so wie Protagonistin Neva, auf die auch so viele Erlebnisse, Gefühle und Neuigkeiten einprasselten, dass auch sie Schwierigkeiten hatte, sich in ihrem Leben zurecht zu finden.
Für alle, denen es am Anfang genau so geht: keine Angst. Ab etwa der Hälfte nimmt die Story eine rasante Wendung. Ab da fesselt Sara Grant ihre Leser förmlich an Nevas Geschichte. Ohne zu viel zu verraten kann ich nur sagen: Unter der Protektosphäre geschehen Dinge, die kaum einer für möglich gehalten hätte...
Anfangs fehlte mir etwas der Tiefgang. Der Autorin gelang es nicht so recht, mich in die Geschichte hinein zu ziehen, mir fehlten irgendwie die großen Gefühle. Ich konnte weder die Verzweiflung der Figuren, noch den grenzenlosen Aktionismus der Rebellen so richtig spüren. Doch auch das änderte sich auf einmal Schlagartigkeit und ich bekam nicht nur des öfteren Gänsehaut, sondern empfand auch Trauer und Mitleid.

FAZIT:
Ein Buch, in das ich mich erst etwas einlesen musste. Das ich aber aus der Hand gelegt habe mit dem Verlangen nach einer Fortsetzung. Sofort!!
  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: PAN (14. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426283484
  • ISBN-13: 978-3426283486
  • 16,99 €
BEWERTUNG:

Kuh 4
Meinen herzlichen Dank an den Pan Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares.

Die Zeit der Verachtung - Andrzej Sapkowski



die_zeit_der_verachtung-9783423247269KLAPPENTEXT:
Krieg kündigt sich an. Ein Konvent der Zauberer soll klären, wie sie sich in dem bevorstehenden Konflikt verhalten werden. Am Vorabend der Besprechungen sieht sich Geralt einem Dickicht undurchsichtiger Intrigen und Bündnisse gegenüber. Der geheimnisvolle Rience, sein alter Gegenspieler, verfolgt Ciri, die Prinzessin von Cintra, die unter Geralts Schutz steht. Es kommt zu einer blutigen Konfrontation. Ciri gelingt es zu fliehen, doch dann findet sie sich in einer entsetzlichen Wüste wieder. Ein verirrtes Einhorn ist ihr einziger Gefährte ...


ZUM AUTOR:
Andrzej Sapkowski wurde 1948 geboren und lebt in Lodz. Er ist Wirtschaftswissenschaftler, Literaturkritiker und Schriftsteller. Seine Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgestattet. Unter anderem mit dem David Gemmel Legend Prize.

REIHENINFO:
1. Das Erbe der Elfen
  1. Die Zeit der Vorsehung
  2. Feuertaufe
  3. Der Schwalbenturm
  4. Die Dame vom See
EIGENE MEINUNG:
Wem es im ersten Band der Hexer Geralt Saga etwas zu politisch war, den kann ich beruhigen und aufmuntern. Zwar spielt die politische Situation der Reiche noch eine große Rolle, da Cirri eine entscheidende Person im politischen System ist, aber es wird weniger diskutiert und dafür mehr gehandelt.

Wie gewohnt lässt der Autor seine Figuren mit viel Charme, Humor und Raffinesse agieren. Wie immer ist schwer zu durchschauen, wer gut und wer böse ist, so dass der Leser nicht selten überrascht wird.

FAZIT:
Dem Autor ist es gelungen den ersten Band an Spannung und Abenteuer um einiges zu übertreffen. Er zieht uns in den Bann von Geralts Welt, weshalb ich oft so versunken in das Buch war, dass ich um mich herum nicht alles mitbekommen habe. Ein zweiter Band, wie er sein sollte, und mit einem deftigen Cliffhanger endet.
  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Juni 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423247266
  • ISBN-13: 978-3423247269
  • 14,90 €
Kuh 4

Das Lied der Träumerin - Tanya Stewner



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KLAPPENTEXT:
Angelia hat einen Traum: Sie will als Sängerin den Durchbruch schaffen. Und sie ist fest davon überzeugt: Nur wer träumt, der lebt! Sie geht nach London, um ihren Traum wahrzumachen. Dort erlebt sie mit dem ungleichen Brüderpaar Josh und Jeremy Licht und Schatten von Freundschaft und Liebe. Angelia geht durch Glück und Enttäuschung, muss sich ihrer Vergangenheit stellen – und bleibt doch immer auf dem Weg, den ihr Traum ihr zeigt...

ZUR AUTORIN:
Tanya Stewner wurde 1974 geboren und hat bereits mit 10 Jahren ihre ersten Geschichten geschrieben. Nach erfolgreichem Studium arbeitete sie als Lektorin und Übersetzerin, widmet sich aber nun ganz ihrer Berufung als Schriftstellerin. Ihre zweite Leidenschaft ist die Musik, die sie mit ihrem Mann Guido teilt, indem sie gemeinsam Lieder schreiben. Unter anderem die Songs auf den Hörbüchern zu ihren Kinderbuchreihen „Liliane Susewind“ und „Wie weckt man eine Elfe?“
„Das Lied der Träumerin“ ist ihr erster All Age Roman.

EIGENE MEINUNG:
Als Fan von „Liliane Susewind“, das mir eine 8-jährige Freundin, die eine große Leseratte ist, empfohlen und ausgeliehen hat, war ich schon ganz gespannt auf Tanya Stewners All Age Roman. Obwohl der hellblaue Schutzumschlag etwas in die Irre führt, da er meiner Meinung nach auf einen Fantasyroman hindeutet und etwas zu kitschig für die Geschichte ist, die doch einen ernsten Hintergrund hat, wurden meine Erwartungen nicht enttäuscht.

Tanya Stewners Schreibe ist wie gewohnt leicht, locker, unterhaltsam und so bildlich, dass man die Erzählung nicht nur direkt vor Augen sieht, sondern mit hineingezogen wird. Ich hatte das Gefühl, dass Jeremys stechender Blick direkt durch Angelia hindurch auch mich fesselt.

Jeremy. Düster, pessimistisch, gefühllos. Von ihm geht eine Faszination aus, der sich nicht nur die Protagonisten, sondern auch die Leser sehr schwer entziehen können.

Protagonistin Angelia sprüht nur so von positiver Energie. Sie will ihren großen Traum Musikerin zu werden auf alle Fälle durchsetzen und blickt vertrauensvoll in die Zukunft. Durch nichts lässt sie sich von ihrem Optimismus abbringen. Und gerät sie doch einmal in eine schwierige Situation, hat sie ihre Musik, die sie auffängt und ihr durch schwere Zeit hindurch hilft.

Angelias Liebe zur Musik hat mich von Anfang an begeistert und fasziniert, da ich selbst auch ein großer Musikfan bin. Ich brauche auch für jede Lebenslage den passenden Soundtrack und kann mich mit meinen Lieblingssongs aus dem ein oder anderen Tief wieder herausholen. Angelias permament positive Einstellung ging mir manchmal jedoch ein bisschen auf die Nerven. Kein Mensch kann immer so gut gelaunt sein und so locker Rückschläge wegstecken, einfach nur durch musizieren und den Blick auf eine glückliche Zukunft. Ich habe hin und her überlegt, bis mir aufgefallen ist, dass ich in Angelias Alter ähnlich war. Immer gut drauf, etwas überdreht und sehr zuversichtlich. Geht der Optimismus auf dem Weg zum erwachsen sein verloren? Ist er mit einem Mal weg oder weicht er nach und nach? Vertrieben durch negative Erfahrungen, die das Leben so mit sich bringt. Vielleicht sollte man sich ein Beispiel nehmen an den Jugendlichen, die noch Träume haben und von der Hoffnung und der Erwartung leben, diese einmal in die Tat um zusetzen und damit ihr Ziel zu erreichen. Vielleicht würde uns allen ein bisschen mehr Träumerei und Optimismus gut tun auf dem Weg durchs Leben, der uns zu unserem Ziel führt, welches auch immer das sein mag.

FAZIT:
„Das Lied der Träumerin“ ist ein All Age Roman, der unterhält, Spaß macht und den Leser zum Nachdenken anregt. Ein tolles Buch für     Musikfans und jene, die noch an Träume glauben, oder gern wieder Träumer werden wollen.
BONUS:
1306774966Songlist bei iTunes klein
Um die Playlist zu "Das Lied der Träumerin" anzuschauen hier klicken :)
BEWERTUNG:
Kuh 4
  • Gebundene Ausgabe: 388 Seiten
  • Verlag: Fischer Fjb; Auflage: 1 (10. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3841421166
  • 16,95 €
Herzlichen Dank an den Fischerverlag für die Bereiststellung dieses Rezensionsexemplares.

Léon und Louise - Alex Capus


978-3-446-23630-1_21127113521-48INHALT:
Léon und Louise sehen sich das erste Mal, als Léon gerade 17 ist und nicht so recht weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll. Ihre Leichtigkeit und Lebenslust beeindrucken ihn sehr. Er kann sie einfach nicht vergessen und setzt alles daran sie kennen zu lernen. Scheinbar zufällige Treffen werden zu längeren Gesprächen und festen Verabredungen. Nach einem gemeinsamen Wochenendausflug nimmt ihre Zweisamkeit ein jähes Ende. Auf ihrer Rückreise geraten sie in einen Bombenangriff. Während Léon schwer verletzt aufgefunden wird, bleibt Louise verschollen.


ZUM AUTOR:
Alex Capus hat Geschichte, Philosophie und Ethnologie studiert und als Journalist gearbeitet. Er lebt mit seiner Familie in der Schweiz und ist dort politisch engagiert. Seine Romane sind mehrfach ausgezeichnet.


EIGENE MEINUNG:
Ich weiß gar nicht, was mich am meisten an dem Buch begeistert hat. Die wundervolle Schreibe von Alex Capus, die leicht, aber dennoch sehr nachdrücklich ist, die Geschichte um Léon und Louise, oder die Charaktere. Die starke Louise, die ein Frauenbild verkörpert, das einfach nur bewundernswert ist, oder der gradlinige, fleißige und verantwortungsbewusste Léon. Ich denke es ist das Gesamtpaket, das Alex Capus neustes Werk zu etwas ganz Besonderem macht.

Er beginnt seine Erzählung in der Gegenwart. Mit Léons Beerdigung, die auf wenigen Seiten schon ausdrückt, das Léons Leben alles andere war als gewöhnlich. Ab dem zweiten Kapitel erfahren wir dann, wie Léon und Louise einander getroffen haben, und wie Léon nach dem Bombenangriff, bei dem er Louise verloren hat, weiterlebte.

Mit großer Begeisterung habe ich die Dialoge zwischen Léon und Louise gelesen. Wenige Worte und doch so aussagekräftig, was, sowohl den Charakter der Protagonisten, als auch den Charakter der Beziehung betrifft. Ohne große Worte ist ihre Beziehung etwas ganz einzigartiges.
„Dich kenne ich“ sagte sie, „aber woher?“ Ihre Stimme war noch bezaubernder als Léon sie in Erinnerung gehabt hatte. „Von der Landstraße“, sagte er. „Sie haben mich auf dem Fahrrad überholt. Zweimal.“

Die Liebe, die Autor Alex Capus zwischen Léon und Louise kreiert, ist anders als andere Liebesgeschichten. Es ist eine wahre Liebe, die von lebenslanger Beständigkeit ist. Ohne jeglichen Egoismus gesteht sie Freiheiten zu und macht Kompromisse, um bestehen zu können. Ganz unkonventionell, aber dennoch voller echter Gefühle.

FAZIT:
„Léon und Louise“ ist eines der schönsten Bücher, die ich bisher gelesen habe. Ich wurde unterhalten, hat mich in die Gefühle der Protagonisten hineingezogen und mir eine wundervolle Geschichte über eine besondere Liebe erzählt.
  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Hanser; Auflage: 2 (7. Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • 19,90 €
  • ISBN-13: 978-3446236301
Bewertung:
Kuh 5
Herzlichen Dank an den Verlag Hanser für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares.

Neuzugänge 7. - 13.03.2011



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Diese Woche gab es mal wieder viel Zuwachs. Unter anderem mein Gewinn der Script5 "Nicht weit vom Stamm" Trailer Aktion und ein Überraschungspäckchen vom Rowohlt Verlag :)

978-3-86252-005-3.jpg.470690Jasmyn - Alex Bell
(Quelle: rowohlt)
Und vom Himmel fielen schwarze Schwäne. Als ihr Ehemann Liam stirbt, zerbricht für Jasmyn eine Welt. Doch für Trauer bleibt wenig Zeit. Unheimliche Dinge geschehen: Bei der Beerdigung fallen aus den Wolken fünf schwarze Schwäne auf das Grab. Liams Eltern meiden Jasmyn plötzlich, ein Fremder bricht in ihr Haus ein, ohne etwas zu stehlen. Jasmyn beginnt, sich zu fragen, wie gut sie ihren Mann kannte. Und was er vor ihr verborgen hat. Die Suche nach Antworten führt sie in eine Welt dunkler Magie, alter Legenden und mitten in einen erbitterten Kampf zweier Brüder.


978-3-499-21544-5.jpg.485871Ohnmächtig - Nina Malkin 
(Quelle: rowohlt)
Für die 17-jährige Dice ist das Leben im piekfeinen und langweiligen Swoon ein wahrer Albtraum. Doch die Beschaulichkeit gerät aus den Fugen, als ihre Cousine Penelope von einem Baum fällt, dabei fast ums Leben kommt und die Seele eines Geistes in ihren Körper fährt. Sein Name? Sinclair. Seine Mission? Rache für die Ermordung seiner Geliebten vor 300 Jahren. Dice fühlt sich intensiv zu Sin hingezogen – und ist gleichzeitig entsetzt über die Verwüstungen, die er Swoon anrichtet. Entschlossen, den Dämon zu vertreiben, vollzieht sie ein Exorzismus-Ritual, wobei sie Sin versehentlich befreit und ihm seinen – sehr attraktiven – Körper zurückgibt. Nun muss sie einen noch stärkeren Teufel zerstören, der mit seinem unwiderstehlichen Charme die Moral der gesamten Stadt zum Erliegen bringt. Das größte Problem: Dice ist in ihn verliebt.

978-3-8390-0114-1Crashed - Robin Wasserman
(Quelle: script5)
Sechs Monate sind vergangen, seit Lias Wirklichkeit auf den Kopf gestellt wurde. Sechs Monate voller Zweifel, Angst und Auflehnung gegen die Tatsache, dass ihr Körper tot ist und Lia Kahn nur in einer menschenähnlichen Maschine weiterexistieren wird.
Jetzt ist Lia bereit, ihr neues Dasein zu akzeptieren: Sie ist ein Mech und sie gehört zu ihresgleichen. Es ist eine wilde, sorglose Existenz, die sie führen, ohne Regeln, ohne Angst. Denn es gibt nichts zu fürchten, wenn man nichts mehr zu verlieren hat.
Doch dann wird Lia von ihrer Vergangenheit eingeholt. Sie muss eine Wahl treffen zwischen ihrem alten Leben und ihrer neuen Freiheit, zwischen den Menschen und den Mechs. Sie muss sich entscheiden zwischen dem Mädchen, das sie war, und dem Jungen, den sie einmal geliebt hat...
978-3-257-06772-9


Adams Erbe - Astrid Rosenfeld

(Quelle: Diogenes)
Adam Cohen ist 1938 achtzehn Jahre alt. Edward Cohen wird um das Jahr 2000 erwachsen. Zwei Generationen trennen sie – aber eine Geschichte vereint sie. Von der Macht der Familienbande und der Kraft von Wahlverwandtschaften erzählt dieses Debüt, und davon, dass es nur einer Begegnung bedarf, um unser Leben für immer zu verändern.

Meinen herzlichsten Dank an die Verlage Rowohlt, Script5 und Diogenes.

Nirgendwo in Berlin - Beate Teresa Hanika

 

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KLAPPENTEXT:
Berlin ist riesig, und Greta kennt hier niemanden. Es wird bestimmt gut, hat ihre Mutter ihr versprochen. Du wirst neue Freunde finden, und bis die Schule wieder anfängt, wirst du hier nicht mehr weg wollen. Aber die einzige Freundin, die Greta findet, trifft sie in einem Chat. Na super, dafür muss man ja wohl nicht nach Berlin ziehen, die kann ja sonst wo wohnen...Doch dann ist das Mädchen plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Und Greta hat das sichere Gefühl: Ihr ist etwas zugestoßen. Und zwar hier in der Nähe – irgendwo, nirgendwo in Berlin.

ZUR AUTORIN:
Beate Teresa Hanika ist eigentlich Fotografin, hat aber auch eine Zeitlang als Model gearbeitet und schreibt schon seit ihrem zehnten Lebensjahr Geschichten und Gedichte. Ihr Debütroman "Rotkäppchen muss weinen" ist unter anderem mit dem Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis 2007 und dem Bayerischen Kunstförderpreis 2009 ausgezeichnet. Außerdem war das Buch 2010 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Im Fischerverlag sind zwei weitere Bücher von ihr erschienen:
„Rotkäppchen muss weinen“
„Erzähl mir von der Liebe“

EIGENE MEINUNG:
„Nirgendwo in Berlin“ ist das dritte Buch der Autorin Beate Teresa Hanika, und somit auch das Dritte, das ich von ihr gelesen habe. Von den ersten beiden Büchern war ich sehr begeistert. Darin schreibt sie über brisante Themen, wie sexuellen Missbrauch oder aber die Identitätssuche und die Angst nicht geliebt zu werden. Ein weiteres Buch über Probleme, die Jugendliche während der Phase des erwachsen Werdens durchleben, habe ich eher skeptisch betrachtet. Wie soll es ihr nochmals gelingen, aus dem Stoff eine wunderbare Geschichte zu entwickeln? Aller Skepsis zum Trotz hat sie es mal wieder geschafft, mich sehr zu begeistern.

Wie immer gelingt es der Autorin außerordentlich gut, die Gefühle der Charaktere darzustellen. Mit wenigen Worten schafft sie es dem Leser Wut, Angst und Hoffnung so zu vermitteln, dass man mitfühlt, mithofft, mitbangt.

Greta zieht mit ihrer Mutter nach Berlin, wo sie nicht nur neu ist, sondern sich einer Welt gegenüber sieht, die ihr völlig fremd ist. Eine Welt, in der junge Mädchen allein zu Hause sitzen, ihre Freunde im Internet suchen, und Jungs cool finden, die nicht zur Schule gehen und tagsüber Alkohol trinkend in Parks rum lungern. Eine Welt, in der sie sich wohl nie zurecht finden wird. Doch dann entdeckt auch sie das Internet und wagt sich im Chat auf unbekannten Boden. Schnell bemerkt sie, dass die Anonymität des Internets nicht nur Vorteile hat, sondern auch gefährlich ist...

In „Nirgendwo in Berlin“ gelingt es Beate Teresa Hanika ihre weiche sanfte Art schwierige Themen zu behandeln, mit einer spannenden und aufregenden Geschichte zu paaren, was ihr außerordentlich gut gelungen ist. Seite um Seite hat sie mich mitgerissen in das gefährliche Geheimnis, dass Gretas Leben durcheinander wirbelt. Es gelingt ihr die Spannung so aufzubauen, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und am Ende blieb mir sogar eine Gänsehaut.
FAZIT: Beate Teresa Hanika ist es mal wieder gelungen ein wunderbares Jugendbuch zu schreiben. Anders als gewohnt, aber genau so gut. Ich kann nicht so viel schreiben, ohne zu viel zu verraten, aber eins kann ich gewiss sagen: Macht euch auf jede Menge Nervenkitzel gefasst.
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  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1 (10. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596854059
  • ISBN-13: 978-3596854059
  • 13,95 €
Meinen herzlichen Dank an den Fischerverlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares.

Magnolienschlaf - Eva Baronsky


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INHALT:
(Quelle: aufbau)
Ein kleines altes Haus am Rande der Großstadt und zwei Frauen, wie sie verschiedener nicht sein könnten: Wilhelmine und Jelisaweta trennt so viel mehr als 68 Lebensjahre. Jelisaweta ist 23 und für ein paar Wochen aus Smolensk nach Deutschland gekommen, um Wilhelmine zu pflegen, die seit einem Unfall an ihr Bett gefesselt ist. Doch was als scheinbar ideales Arrangement beginnt, gerät bald außer Kontrolle und wird zu einem Kleinkrieg, in dessen Verlauf die beiden Frauen sich auf grausam-weibliche Weise attackieren. Am Ende wird jede auf die Frage zurückgeworfen, was man mit sich anfängt, nachdem man der Wahrheit ins Auge gesehen hat. Denn Schuld wartet nicht auf Kläger, Sühne braucht keinen Richter, und der Krieg ist nicht vorbei, nicht für die Greisin und nicht für das Mädchen. Der Krieg hat gerade erst angefangen.

ZUR AUTORIN:

(Quelle: aufbau)
Eva Baronsky, 1968 geboren, lebt im Taunus. Für ihren ersten Roman »Herr Mozart wacht auf« (2010) erhielt sie den Förderpreis des Friedrich-Hölderlin-Preises der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe. Im Frühjahr 2011 erscheint ihr zweiter Roman »Magnolienschlaf«.

EIGENE MEINUNG:
„Magnolienschlaf“ besticht nicht nur durch ein zart, schlichtes, aber schönes Cover, sondern auch durch eine Autorin mit einer wunderschönen, klaren, schnörkellosen Schreibe, die dem Leser ans Herz geht. Was ich bei einem Thema wie diesem, welches viel Gefühl benötigt, um die richtige Wirkung beim Leser entfalten zu können, genau richtig finde. Ihre wunderbare Schreibe rückt die Lebensgeschichten und Familiengeheimnisse der beiden Frauen ins richtige Licht.

In der Geschichte wird deutlich, wie stark und nachhaltig der zweite Weltkrieg Menschen über Generationen hinweg beeinflusst. Wilhelmine war während der Kriegsjahre eine junge Frau und hat die Gefahren und den Irrsinn des Kriegs am eigenen Leib zu spüren bekommen. Das ist so in ihr drin geblieben, dass die alte Angst und der Hass gegen Russen wieder in ihr aufflammen, als sie bemerkt, dass Jelisaweta aus Russland kommt. Diese kann das nicht nachvollziehen. Anfangs ist ihr noch nicht einmal klar, warum Wilhelmine sie plötzlich nicht mehr mag und stempelt ihre Angriffe, die sogar tätlich sind, als Bosartigkeit ab. Als sie bemerkt, dass es ihre Herkunft ist, die Wilhelmines Abneigung gegen sie aufkeimen lässt, wird es noch schlimmer, weil sie den Hass auf Rassismus schiebt. Ein Kleinkrieg zwischen den beiden beginnt, der von der Struktur her, aber dem Krieg ähnelt, den Wilhelmine durchgemacht hat. Er nimmt erst eine Wendung, als eine von beiden ernsthaft verletzt wird.

Die Autorin macht in ihrem Roman deutlich, weshalb es überhaupt zum zweiten Weltkrieg gekommen ist. Weil es verdrehte Bilder der Kulturen gab. Weil man sich eine Meinung gebildet hatte, oder andrehen lassen hat, die nicht der Realität entsprach. Durch Verallgemeinerung und schlechte Aufklärung.

Wie nachhaltig der Krieg auch noch die Generationen trifft, die während dieser Zeit noch nicht geboren waren, wird am Schicksal der jungen Russin verdeutlicht.

Eva Baronsky spinnt zwei Fäden, die vom gleichen tragischen Zeitgeschehen, dem zweiten Weltkrieg ausgehen, und durch dieses Ereignis doch ganz zart, jeder auf seine eigene Art und Weise, miteinander verwebt sind. Geschickt spannt sie den Leser auf die Folter, in dem sie ihm nur hin und wieder ein Häppchen zuwirft, das ein kleiner HInweis darauf ist, welches tragische Erlebnis ihren jeweiligen Lebensweg beeinflusst haben könnte. Das hat zur Folge, dass man das Buch Seite für Seite verschlingt, um endlich hinter die Geheimnisse der beiden Frauen zu kommen. Allerdings zieht sich das meiner Meinung nach an manchen Stellen doch etwas in die Länge, was angesichts der wenigen Seiten des Buches aber nicht weiter schlimm ist, da man immer noch schnell durch kommt.

Aus der eigenen Familie weiß ich, wie lange Angst und Hass zehren können. Ihr Leben lang hatte meine Ur-Großtante Angst vor französischen Landsleuten, weil ihr Bruder in Frankreich gefallen ist, obwohl jetzt ja nun niemand mehr etwas dafür kann. Ihr zu erklären, dass dort keine blutrünstigen und kriegerischen Menschen leben, war eine schwierige Sache.
Ich mochte die beiden Protagonistinnen Jelisaweta und Wilhelmine sehr gern. Die Autorin stellt sehr gut die Probleme der beiden dar, denen sie aufgrund ihrer Generation begegnen. Wie z.B. Jelisawetas unglückliche Liebe in der Heimat. Am besten gefiel mir aber wie gut sie die Gedankengänge der 91-jährigen Wilhelmine beleuchtet hat. Dadurch kann der Leser viel Verständnis für die alte Dame aufbringen, was allerdings noch mehr Abneigung gegen deren Nichte Karin hervorruft, die für die Bedürfnisse der bettlägerigen Alten kein Gespür hat.

FAZIT:
„Magnolienschlaf“ ist ein Buch, das auf einfühlsame, aber deutliche Weise, aufzeigt, welche Kreise ein Krieg zieht, der aus so sinnlosen Gründen entstanden ist und doch die am härtesten trifft, die am wenigsten dafür können.
  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: Aufbau Verlag; Auflage: 1 (28. Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3351033389
  • ISBN-13: 978-3351033385

Meinen herzlichsten Dank an den aufbau Verlag und die Büchereulen für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

Das Erbe der Elfen - Andrzej Sapkowski

das_erbe_der_elfen-9783423247009KLAPPENTEXT:
„Wer ist dieses Kind? Wer ist dieses Mädchen?“ „Sie ist...“ Geralt stockte. Das Mädchen fühlte seine kräftigen Hände auf den Schulterm. Und plötzlich war die Furcht weg. „Sie ist unsere Vorherbestimmung.“
Seit dem blutigen Überfall auf Cintra ist die Erbin des Reiches verschollen. Es gehen Gerüchte um, dass sie nicht tot ist, sondern von Geralt, dem Hexer, entführt und an einen geheimen Ort gebracht wurde... In dem fast verwaisten Stammsitz der Hexer soll sie in den geheimen Künsten ausgebildet werden. Schon bald zeigt sich, dass sie ein großes magisches Potential besitzt. Dann aber wird sie immer öfter zum Medium einer geheimnisvollen Macht, die allen in ihrer Umgebung ein böses Ende voraussagt...

ZUM AUTOR:
Andrzej Sapkowski wurde 1948 geboren und lebt in Lodz. Er ist Wirtschaftswissenschaftler, Literaturkritiker und Schriftsteller. Seine Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgestattet. Unter anderem mit dem David Gemmel Legend Prize.

REIHENINFO:
  1. Das Erbe der Elfen
  2. Zeit der Verachtung
  3. Feuertaufe
  4. Der Schwalbenturm
  5. Die Dame vom See
EIGENE MEINUNG:
Der Einstieg in „Das Erbe der Elfen“ gestaltet sich als etwas schwierig. Es ist der typische erste Band einer Reihe. Zu aller erst einmal, muss dem Leser alles erklärt und erläutert werden, bis endlich mal die eigentliche Geschichte anfängt. Andrzej Sapkowksi gelingt es zwar diese Einführung mit sehr spannenden Elementen wie Überfällen und anderen Bedrohungen zu paaren, da Geralt sich aber maßgeblich in der Politik einmischt, wird anfangs geklärt, wer nun wen bekämpft, welche Reiche befreundet, welche verfeindet sind. Es ist alles recht politisch und damit auch sehr trocken.
Davon sollte sich der Leser aber keinesfalls abschrecken lassen, denn auch das Gehirn des Lesers muss sich anstrengen, genau aufpassen, um einordnen zu können, wer denn jetzt die gute und wer die böse Seite ist. Das lässt der Autor ziemlich offen, so dass man sich ein eigenes Bild machen muss. Dadurch bekommt das Buch Bezug zur Realität. Man könnte es ein bisschen mit einem Wahlkampf vergleichen. Der Autor lässt die Charaktere so geschickt handeln, schreibt ihnen Finten auf den Leib, die den Leser immer wieder in die Irre führen, und er sich nur schwer ein Bild machen kann, auf wessen Seite er nun stehen soll. Das ist aber keineswegs negativ, sondern macht das Buch eher noch interessanter.
Das tollste an den Geralt Büchern sind die Figuren. Andrzej Sapkowski gibt sich immer unglaublich viel Mühe Charaktere zu kreieren, die den Leser auf vielerlei Art und Weise amüsieren und in ihren Bann ziehen. Widerliche Schurken, gerissene Zauberer, schlaue Zauberinnen, charismatische Hexer, Elfen, Zwergen und andere Fabelwesen begeistern mit Wortwitz, Charme oder Bösartigkeit.
Ich mag am meisten den Humor, der untergründig in den Geschichten mitmischt und besonders bei Dialogen durchschimmert.
FAZIT: Willkommen in der Welt von Hexer Geralt! Lasst euch von Abenteur, Spannung und Magie mitreißen.
  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. November 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423247541
  • ISBN-13: 978-3423247542

Neuzugänge 28.02. - 6.03.2011


142_47173_106552_xlPandaemonia: Der letzte Traumwanderer - Christoph Lode
(Quelle: randomhouse goldmann)
Eine Zeit der Dunkelheit, der Magie und der verlorenen Träume
Das Gelbe Buch von Yaro D’ar zu finden ist Liam Satanders einziges Ziel. Es war die letzte Bitte seines Vaters, bevor dieser von den gefürchteten Spiegelmännern ermordet wurde. Auf seiner Suche schleicht sich Liam in den Palast der mächtigen Herrscherin von Bradost ein – ein Ort voller Gefahren und dunkler Geheimnisse. Doch Liam kennt keine Furcht. Um herauszufinden, warum sein Vater sterben musste, würde er es mit jedem Feind aufnehmen. Selbst mit jemandem, der Macht über die Träume der Menschen besitzt ...

161134826_06a271582eSchachmatt - Malorie Blackman
(Quelle: Bastei Lübbe/Boje)
Die Welt, in der Rose aufwächst, ist von Hass und tiefen Vorurteilen geprägt. Seit frühester Kindheit muss sie lernen, was es heißt, die Tochter einer Alpha und eines Zeros zu sein. Ein gemischtrassiges Kind.
Jahrelang glaubt sie, ihr Vater sei bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen. Doch eines Tages erfährt sie die ganze schreckliche Wahrheit: Ihr Vater wurde als Terrorist und skrupelloser Mörder hingerichtet. Enttäuscht und wütend über die Lügen ihrer Mutter, beschließt sie, den Spuren ihres Vaters zu folgen. Doch schon bald findet sie sich in einem gefährlichen und mörderischen Spiel wieder, an dessen Ende es nur einen Gewinner geben kann.
Eine zeitlose und unglaublich bewegende Parabel über Rassismus, Vorurteile und die Macht der Liebe.

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Und im Rahmen einer Leserunde bei den Büchereulen, habe ich noch dieses wunderschöne Buch bekommen:
Magnolienschlaf - Eva Baronsky
(Quelle: aufbau)
Ein kleines altes Haus am Rande der Großstadt und zwei Frauen, wie sie verschiedener nicht sein könnten: Wilhelmine und Jelisaweta trennt so viel mehr als 68 Lebensjahre. Jelisaweta ist 23 und für ein paar Wochen aus Smolensk nach Deutschland gekommen, um Wilhelmine zu pflegen, die seit einem Unfall an ihr Bett gefesselt ist. Doch was als scheinbar ideales Arrangement beginnt, gerät bald außer Kontrolle und wird zu einem Kleinkrieg, in dessen Verlauf die beiden Frauen sich auf grausam-weibliche Weise attackieren. Am Ende wird jede auf die Frage zurückgeworfen, was man mit sich anfängt, nachdem man der Wahrheit ins Auge gesehen hat. Denn Schuld wartet nicht auf Kläger, Sühne braucht keinen Richter, und der Krieg ist nicht vorbei, nicht für die Greisin und nicht für das Mädchen. Der Krieg hat gerade erst angefangen.

Wolfskrieger - M.D. Lachlan

351_52675_108694_xlKLAPPENTEXT:
Skandinavien, frühes Mittelalter: Als kleine Kinder wurden die Zwillingsbrüder Vali und Feileg von dem mächtigen Wikingerkönig Authun geraubt, doch dann wurden sie voneinander getrennt. Der eine ist dazu bestimmt, als Prinz der Wikinger das Volk zu Ruhm und Ehre zu führen. Der andere wird – ausgesetzt in der undruchdringlichen Wildnis des Nordens – von Wölfen großgezogen. Bis eine uralte Prophezeiung einen der Brüder zu einem schrecklichen Schicksal verdammt...
„Odin!“
„Das heißt Raserei!“
„Odin!“
„Das heißt Krieg!“
S.214



ZUM AUTOR:
M.D. Lachlan wohnt mit seiner Familie in Brighton und hat bereits mehrere Romane erfolgreich unter einem anderen Namen veröffentlicht. „Wolfskrieger“ ist sein erster Fantasyroman und wurde von vielen Kritikern hoch gelobt.
„Wolfskrieger“ ist der Auftakt zu einem packenden Fantasy Epos.

EIGENE MEINUNG:
„Packend, düster und unglaublich originell“ beschreibt Fantasy Autor Joe Abercrombie M. D. Lachlans Debüt im Genre Fantasy. Dem kann ich als Leser nur absolut zustimmen, denn der Autor kreiert eine Atmosphäre, die so dunkel und mysthisch ist, wie ich es selten bei Romanen erlebt habe.

Die Protagonisten Veli und Feileg sind etwas ganz besonderes. Zwillinge, deren Leben davon beeinflusst wird, dass sie Teil einer Prophezeiung sind. Teil eines Spiels der Götter. Benutzt, um deren Willen durchzusetzen. Doch wer wurde zum Guten und wer zum Bösen beeinflusst? Wer ist der Wolf und wer der Retter? Kann man darauf wirklich Einfluss nehmen? Und ist oft nicht alles anders als es scheint?

Sprachlich hat „Wolfskrieger“ etwas von alten Mythen und Sagen. Ich habe noch nie einen Fantasy Roman gelesen, der so poetisch, aber auch gleichzeitig klar und hart geschrieben ist, was den Leser tief in die Geschichte eindringen lässt.
Träume, Gefahren, Ängste gehen dem Leser so tief unter die Haut, dass es schwierig war, aus der Geschichte herauszukommen, wenn man das Buch beiseite gelegt hat. Was nicht oft vorkam, denn einmal angefangen, war es nur schwer aufzuhören. Allerdings hat der Autor es geschafft mich so tief mit in die Abgründe zu ziehen, dass ich nachts davon geträumt habe.

M.D. Lachlan gelingt es nicht nur den Leser tief in die Geschehnisse zu verstricken, sondern auch die Figuren den Geist des Lesers verschlingen zu lassen. So wie der Geist des Wolfes den des Zwillings...

Mit tiefgründigen Gedankengängen wird der Leser dazu angehalten immer wieder seine Meinung über die Protagonisten, ihren Wertvorstellungen und Handlungen zu bedenken, wie es auch im Kampf von den Kriegern verlangt wird.
Im Stil der alten Wikingersagen arbeitet der Autor eine Menge Kampfszenen, Glaube an alte Götter und düstere Hexenkulte mit in seine Geschichte ein.

Er schafft Charaktere, die sowohl verehrt, als auch gehasst werden und schreibt so bildlich, dass man in den Kampfszenen das Grollen der Barbarengesänge hören und den Geruch des Blutes riechen kann. Das Gefühl zwischen den Ränkeschmieden der Götter zu stehen lässt einen einfach nicht los.

Einen halben Stern Abzug bekommt der Roman deshalb, weil mir die Gliederung des Textes nicht so gut gefällt. An einigen Stellen hätte man dem Leser durch Absätze erleichtern können, den Überblick zu behalten. So geht eins oft so nahtlos ins andere über, das man mit verstehen kaum hinterher kommt. Trotz allem liest sich das Buch für eine Geschichte, die so tiefgründig ist, sehr schnell.

FAZIT:
M.D. Lachlan ist ein ganz neuer, aufregender und mitreissender Roman im Genre Fantasy gelungen, der alle Fans von High Fantasy und epischen Fantasyromanen mehr als begeistern wird. Man kann hier wahrlich von einem Epos sprechen, auf dessen Fortsetzung wir hoffentlich nicht allzu lang warten müssen.

PLAYLIST:
Um die Atmosphäre des Romans noch mehr genießen zu können, habe ich unter anderem folgende Lieder während des Lesens gehört:
Herz aus Stahl – Manowar
Kleid aus Rosen – Subway to Sally
Macht und Dummheit – In Extremo
Queen of the dark Horizon - Rhapsody
Die Jagd – Subway to Sally
Wolfstraum – Subway to Sally
Valhalla – Blind Guardian
Dawn of Victory – Rhapsody
Liam – In Extremo
Hearts on Fire – Hammer Fall
Wild Wolf – Danzig
Melancholy – Iced Earth
  • Taschenbuch: 560 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (8. Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453526759
  • ISBN-13: 978-3453526754
Meinen herzlichsten Dank an Heyne für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares.

Davon frei zu sein - Meg Rosoff

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KLAPPENTEXT:
Dem eintönigen Leben in Armut, das zu ihrer Zeit für Frauen nur aus Kinderkriegen, Hunger und harter Arbeit besteht, will die junge Pell Ridley sich nicht fügen. Sie träumt davon frei zu sein. Am Morgen ihres Hochzeitstages reitet sie mit wehenden Haaren auf ihrem Pferd einer ungewissen Zukunft entgegen. Doch vor die Freiheit eines selbstbestimmten Lebens hat das Leben ihr zahlreiche Stolpersteine gelegt...
"Sie war keine Frau, die an Unwahrheiten glaubte, egal, wie leidenschaftlich sie geäußert wurden." S.61


ZUR AUTORIN:
Meg Rosoff lebt, seit einem Umzug von New York, mit ihrer Familie in London. Bevor sie anfing zu schreiben, hat sie mehrere Jobs durchlebt. Unter anderem im Verlagswesen und in der Werbung. Ihre Romane wurden mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis. Ihr Roman „So lebe ich jetzt“ stand lange auf der Bestsellerliste für Erwachsene.

EIGENE MEINUNG:
Das Buch hat mich auf den ersten Blick wegen seines wunderschönen Covers fasziniert hat. Schon als ich es das erste Mal gesehen habe, wusste ich, dass dieses Buch etwas ganz besonderes ist. Ein großes Lob an den Fischerverlag, dem es gelungen ist, den Buchumschlag so zu gestalten, dass der Leser auf den ersten Blick einen Eindruck des Flairs aufnimmt, der die Geschichte um Pell Ridley und ihre Suche nach Freiheit und Glück umgibt.

Als eines von vielen Kindern eines Priesters, hat Pell in ihrem Leben bisher nur harte Arbeit und Entbehrung kennengelernt. Das hat bei ihr einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Als ihr bester Freund, der Schmied Birdie, ihr einen Heiratsantrag macht, willigt sie zunächst ein, da sie glaubt, er schätze sie wegen ihren Fähigkeiten als Schmied. Sie sieht eine Zukunft vor sich, in der sie ihrer Leidenschaft, dem Umgang mit Pferden, nachgehen kann. Doch Birdie möchte gern eine große Familie mit ihr gründen. Das würde für Pell bedeuten, dass sie ein Kind nach dem anderen kriegen würde, obwohl sie doch besser schmieden kann, als Birdie. Kurzerhand schnappt sie sich ihr Pony Jack und begibt sich mit ihm auf den Weg in die Freiheit. Aber wie frei kann Pell sein, wenn sie von ihrem kleinen Bruder begleitet wird, der taub und stumm ist, und für ihn Verantwortung übernehmen muss...

Mit „Davon frei zu sein“ ist der Autorin ein Buch gelungen, das den Leser auf vielerlei Arten berührt. Ich musste lachen und weinen, hab Gänsehaut bekommen, hab mitgelitten, mitgetrauert und mitgehofft.

Obwohl Meg Rosoff hier einen Jugendroman geschrieben hat, spricht die Geschichte nicht nur Jugendliche, sondern auch erwachsene Leser an. Vor dem Hintergrund eines Amerikas im 19. Jahrhundert nimmt die Autorin ihre Leser mit auf eine ungewöhnliche Reise, auf der die Protagonistin viel über sich selbst erfährt.

Mir hat natürlich mal wieder sehr gut gefallen, dass Pell so eine besondere Beziehung zu Tieren im allgemeinen und zu Pferden im besonderen, hatte. Sie ist tapfer und lässt sich auch von Rückschlägen nicht unterkriegen. Immer mit dem Ziel vor Augen in Freiheit zu leben und das tun zu können, was sie glücklich macht.

Ich habe das Buch im Rahmen des Lovelybooks Lesemarathon gelesen. Und obwohl ich zuvor schon 3 Bücher gelesen hatte, mein Hirn schon sehr erschöpft war und der Lesemarathon schon längst beendet, musste ich das Buch noch zu Ende lesen, da ich es kaum aus der Hand legen konnte. Es lohnt sich sehr, sich in der Geschichte von Pell und ihrer Suche nach Freiheit zu verlieren.

FAZIT:
„Davon frei zu sein“ ist ein Buch über die aufregende Suche nach Freiheit und Glück. Im Laufe der Geschichte lernen sowohl die Protagonistin, als auch der Leser, sehr viel über die Bedeutung von Freiheit und Glück. Dass das Glück der Einen nicht zwangsläufig auch das Glück der Anderen ist. Dass Freiheit oft bedeutet Eingeständnisse zu machen. Ist Freiheit noch wertvoll, wenn andere dadurch ihres Glückes beraubt werden? Und manchmal erkennt man, dass man, um glücklich zu sein, anderen zu ihrem Glück verhelfen muss, auch wenn man selbst dafür die eigenen Bedürfnisse zurückstecken muss.
  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Fischer Fjb; Auflage: 1 (4. August 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3841421156
  • ISBN-13: 978-3841421159
Meinen herzlichsten Dank an FJB für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares.

Sternenwandler - Tracy Buchanan


KLAPPENTEXT:
0000462500Ihren sechzehnten Geburtstag hat sich Tori wirklich anders vorgestellt: Erst gerät sie nachts an eine Gruppe gewalttätiger Jugendlicher, dann wird sie heldenhaft gerettet – aber nicht vom Ritter ihrer Träume, sondern lediglich von seinem Pferd! Doch plötzlich beginnt der Hengst zu schimmern, und vor sich sieht sie einen jungen Mann, sein Körper funkelt wie ein Sternenmeer. Es ist Cam Chase, dessen tiefgrüne Augen Tori vom ersten Augenblick an in ihren Bann ziehen. Dass ihr neuer Freund ein ungewöhnliches Geheimnis hütet, ist klar. Und auch, dass sie sich unsterblich in ihn verliebt hat. Für Cam setzt sich Tori zahlreichen Gefahren aus und begleitet ihn auf eine riskante Mission. Denn nur mit ihrer Hilfe kann er das Leben seines verschwundenen Zwillingsbruders retten.

"Vielleicht wurden sie nach Kindern wie mir benannt." "Vielleicht! Vielleicht seid ihr alle Sternenwandler." S.127




ZUR AUTORIN:
Tracy Buchanan studierte Englische Literatur in London und schrieb als Journalistin für diverse Magazine. Mit Mann und Hund wohnt sie in Buckinghamshire. „Sternenwandler“ ist ihr erster Roman.

EIGENE MEINUNG:
Ein Junge, der sich in ein Pferd verwandeln kann. Whow! Da geht mir, als Pferdenärrin, ja direkt das Herz auf. Außerdem habe ich von Kindheit an ein Faible für Geschichten, in denen Menschen sich in Tiere verwandeln können. Perfekt ist die Geschichte für mich, wenn sie dann auch noch versuchen die Welt zu retten. Der Einstieg von „Sternenwandler“ traf also schon mal genau meinen Geschmack.

Doch dann, Liebesbekundungen á la Stephenie Meyer. Ich war zunächst sehr enttäuscht und dachte mir schon:“ Oh nö, nicht schon wieder so `ne Teenie-Schmalz-Geschichte!“ Aber erstens kommt es anders und zweitens wenn man denkt ;)
„Sternenwandler“ ist keineswegs schnulzig und kann auch nicht in den kommerziellen Hype, der gerade in der Fantasy Young Adult Schiene läuft, eingereiht werden, denn irgendwie gelingt es der Autorin trotzdem etwas neues zu kreieren und den Leser in Bann zu ziehen.

Die Protagonisten verlieben sich zwar auch ineinander, und natürlich gibt es auch einige Liebesirrungen und -wirrungen, aber die Autorin schafft es eher eine realistische Darstellungen einer Beziehung zwischen zwei Jugendlichen zu kreieren. Sowohl Tori als auch Chace reden nicht ständig davon wie toll sie einander finden, sondern stehen Problemen gegenüber, mit denen sich Jugendliche in der Realität auch in ihren Beziehungen gegenüber sehen. Es geht um Eifersucht, Probleme mit den Eltern und den ersten Sex.

Die Geschichte ist gespickt mit Charakteren der unterschiedlichsten Art. Von machtgierigen Unternehmensführern bis hin zu dämlichen und gewalttätigen Jugendlichen. Toris Vater ist außerdem ein kontrollsüchtiger Mann, der seiner Tochter nichts als Probleme bereitet.

Ab ca. Seite 80 wird das Buch so spannend, das ich es kaum aus der Hand legen konnte. Immer neue Fragen, Geheimnisse und Komplikationen ziehen den Leser in einen Bann, von dem er sich nur schwer lösen kann. Fantasy trifft hier auf wissenschaftliche Hintergründe, was die Geschichte zu etwas neuem macht, obwohl sie mich an manchen Stellen etwas an „Den goldenen Kompass“ erinnert hat.

Ich hab das Buch aufgrund seiner einfachen, aber dennoch sehr spannenden Schreibe, innerhalb weniger Stunden durchgelesen und war wirklich positiv überrascht.

FAZIT:
Urban Fantasy, in der alles vereint wird, was man für eine gute Geschichte braucht: Liebe, Intrigen, Spannung, Magie und Abenteuer. „Sternenwandler“ ist für mich die (bisherige) Überraschung des Jahres und ich hoffe, dass die Autorin bald ein weiteres Buch veröffentlicht.
  • Broschiert: 343 Seiten
  • Verlag: Piper (10. Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492259456
  • ISBN-13: 978-3492259453

Meinen herzlichsten Dank an Piper für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares.

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