04.01.13

Between Love and Forever - Elizabeth Scott



KLAPPENTEXT:
between_love_and_forever-9783423715157Abby hat sich schon lange damit arrangiert, dass sie immer im Schatten ihrer schönen, drei Jahre älteren Schwester Tess steht. Während Tess stets von Männern umlagert ist, fühlt sich Abby als Mauerblümchen. Doch auf einmal ändert sich alles dramatisch - Tess hat einen schweren Autounfall und liegt seit Monaten im Koma. Damit steht auch Abbys Leben gleichsam still, alles dreht sich nur noch um Tess. Hat Abby es früher schwierig gefunden, mit Tess zu leben, so ist es nun viel schwieriger, ohne sie zu leben. Abby wünscht sich so sehr ihr altes Leben zurück.
AUTORIN:
(Quelle: DTV)
Elizabeth Scott wuchs auf dem Land in Süd-Virginia auf, wo es nicht einmal ein Postamt, aber dafür jede Menge Kühe gab. Nach einem Hochschulstudium und kurzen Gastspielen in der IT-Branche, als Sekretärin und Dessous-Verkäuferin, wusste sie, dass ihre wahre Berufung woanders liegt.
Sie lebt heute als erfolgreiche Autorin von Jugendbüchern mit ihrem Mann außerhalb von Washington DC.
EIGENE MEINUNG:
Elizabeth Scott gehört zu den Autorinnen, die leichte Bücher für zwischendurch schreiben, diese jedoch sehr gut mit Tiefgang und Gefühlen füllen können. Und auch, wenn mir ihr letzter Roman "Love just happens" nicht ganz so zusagte, hat sie meiner Meinung nach in "Between Love and Forever" wieder voll und ganz zu ihrem gewohnten Format zurück gefunden und eine Geschichte geschrieben, der es gelingt, den Leser zu berühren.
Die 17-jährige Abby hat es nicht gerade leicht. Das hatte sie noch nie, denn immer hat sie im Schatten ihrer älteren Schwester Tess gestanden. Der schönen Tess, die von jedem bewundert wird. Die sich gern bewundern lässt. Doch das ist nur die Tess, die die Öffentlichkeit kennt. In der Familie weiß man, dass Tess auch ganz anders sein kann.
"Wir haben praktisch mit einer tickenden Zeitbombe gelebt, mit einem Menschen, der ganz krank vor Wut und Hass war."
Am Neujahrsmorgen hat Tess einen Autounfall und liegt seitdem im Koma. Abby besucht sie jeden Tag, denn sie möchte, das Tess wieder aufwacht. Dass alles wieder seinen gewohnten Gang geht und jeder wieder seine gewohnte Rolle einnimmt. Im Krankenhaus lernt sie Eli kennen, den wunderschönen Jungen, der sicherlich auch Tess gefallen wird. Denn Tess hat sich immer gern mit schönen Jungs umgeben. Doch was weiß Abby eigentlich darüber wie ihre Schwester wirklich war? Wie sie tickte, was sie dachte, was in ihrem Herzen vor sich ging? Bald schon hat Abby das Gefühl schon immer neben der leeren Hülle der Koma Patientin gelebt zu haben …
Auch wenn die Beschreibung – schöne Schwester, Mauerblümchen, schöner Junge – nach flachem Mainstream klingt, kann ich nur sagen: das ist es ganz und gar nicht. Und je mehr ich über den Roman nachdenke, desto mehr tiefgründige Gedanken fallen mir auf, die von der Autorin angesprochen werden, über die der Leser aber erst im Nachhinein wirklich klare Gedanken fassen kann. Nicht alles davon kann ich hier in Worte fassen, denn das soll jeder für sich selbst entdecken.
Abby ist eine gut durchdachte Protagonistin mit Schwächen und Ängsten und doch so stark. Sie ist nicht nur traurig, dass ihre Schwester im Koma liegt, sondern auch wütend. Die unterschiedlichsten Dinge lösen Wut in ihr aus. Z.B. ihre Eltern, denen sie nicht gern begegnen möchte, weil sie scheinbar die Hoffnung aufgeben, aber sie ist auch wütend auf sich selbst, weil sie so anders ist als Tess und deswegen bestimmt Menschen enttäuscht. Außerdem ist sie wütend auf Tess, die einfach nicht aufwachen will.
Abbys Gefühle werden sehr gut dargestellt. Es gefällt mir, dass sie kein Trauerkloß ist, der nun die ganze Zeit rum jammert. Sie sagt was sie denkt, auch, wenn sie damit manchmal auf Gegenwehr stößt, und sie kämpft. Um das Leben ihrer Schwester und darum sie endlich zu verstehen, denn Tess verbirgt schon lange Geheimnisse vor ihrer Schwester.
Als der scheinbar perfekte Eli auftaucht bringt sie das zunächst aus der Fassung, doch wie immer stellt sie Tess an erste Stelle. Dass sich daraus etwas entwickelt, das zart ist, voller Ängste und Unsicherheiten, das hätte sie nicht erwartet.
"Ich habe Angst, weil er mich durchschaut. Weil er mich sieht."
Die Schreibe der Autorin ist leicht und flüssig, so dass ich das Buch an einem Abend durch gelesen habe. Dennoch gelingt es ihr sehr gut Gefühle zu transportieren. Ihre Geschichte ist authentisch und sehr gut nachvollziehbar. Ich bin wirklich hin und hergerissen was die Punktevergabe angeht. Kurz vor Ende gab es einen kurzen Abschnitt künstlicher Theatralik, der meiner Meinung nach überflüssig war, doch das wurde durch das Ende des Romans wieder wett gemacht.
FAZIT:
In "Between Love and Forever" hat Autorin Elizabeth Scott wieder bewiesen, dass sie tiefgründige Romane schreiben kann, die ihre jugendlichen Leser berühren und nachdenklich stimmen. Sehr authentisch beschreibt sie die Geschichte zweier unterschiedlicher Schwestern, die mit Ängsten, Gefühlschaos, Trauer und Wut zu kämpfen haben und wie schwer es manchmal ist die eigene Identität zu finden.
BEWERTUNG:
Kuh 4(3)

BUCHINFO:
DTV (Dezember 2012)
304 Seiten
8,95 €
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Nanni

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