05.02.13

[Hörbuch] Spiegelkind - Alina Bronsky / (Sprecherin) Jule Böwe



INHALT: 
(Quelle: Arena)
9783401267982_hiIm Leben der 15jährigen Juli ist alles geregelt. Auffallen ist gefährlich, wer der Norm nicht entspricht, wird verfolgt. Doch dann verschwindet Julis Mutter plötzlich spurlos und der Vater zittert vor Angst. Nach und nach kommt Juli hinter das Geheimnis ihrer Familie: Ihre Mutter ist eine der wenigen Pheen, die wegen ihrer besonderen Fähigkeiten in der Gesellschaft der totalen Normalität gefürchtet und verachtet werden. Gehört auch Juli bald zu den Ausgestoßenen? Zusammen mit ihrer neuen Freundin Ksü und deren Bruder Ivan macht sie sich auf eine gefährliche Suche - nach der verschwundenen Mutter, der verbotenen Welt der Pheen und der Wahrheit über sich selbst.
AUTORIN: 
(Quelle: Arena)
Alina Bronsky, Jahrgang 1978, war Medizinstudentin, Werbetexterin und Redakteurin bei einer Tageszeitung, bis sie eines Tages ein Manuskript an drei Verlage schickte und auf Anhieb die Zusage bekam. Ihr Debüt »Scherbenpark« gehörte zu den meist beachteten Debüts des Jahres 2008 und wurde für diverse Preise nominiert, darunter den Deutschen Jugendliteraturpreis. Ihr zweiter Roman »Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche« stand auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis. Die Rechte an Bronskys Romanen wurden in über zehn Länder verkauft, sie erscheinen unter anderem in den USA und Italien.
SPRECHERIN: 
(Quelle: Arena)
Die Schauspielerin Jule Böwe ist neben ihrem Engagement an der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz im Kino und im Fernsehen ("Torpedo", "Carlos", "Tatort" u.a.) zu sehen.
EIGENE MEINUNG:
Schon zum zweiten Mal bin ich versunken in der Geschichte der 15-jährigen Juli, deren Leben sich schlagartig verändert, als ihre Mutter verschwindet und sie feststellen muss, das diese eine Phee ist. Eines der Wesen, die über besondere Fähigkeiten verfügen und sich damit von der breiten Masse der Gesellschaft abheben. Damit werden sie zu Außenseitern. Gefürchtet, gejagt und weggesperrt ins Dementio, einem Ort, den noch keine Phee wieder lebend verlassen hat.
Ein Inhalt, der uns so ähnlich bekannt vorkommt und sowohl geschichtliche Ereignisse widerspiegelt, als auch in die Gegenwart übertragbar ist. Anders sein ist unerwünscht, besonders sein sowieso. Ausgrenzung ist da leider oft noch das harmloseste Übel …
"Spiegelkind" habe ich vor etwa genau einem Jahr gelesen. Auf der Frankfurter Buchmesse hat Alina Bronsky daraus vorgelesen und bevor ich in dieser Woche mit "Spiegelriss" beginnen werde, musste ich unbedingt noch mal die Geschichte verinnerlichen. Das wusste ich schon bei Alina Bronskys Lesung, die mir wieder einmal verdeutlicht hat, wie intensiv die Autorin schreibt, wie tiefgründig und komplex. Ich habe ganz viel neues im Roman entdeckt, Gedankengänge, Handlungen, Gefühle, die mir zuvor verschlossen geblieben waren und die sich jetzt auf geheimnisvolle Weise zu öffnen scheinen. Ich habe das Gefühl den Eingang in Lauras Quadren und die Welt der Pheen gefunden zu haben. Alle Geheimnisse kenne ich jedoch noch lange nicht ...
Sprecherin Jule Böwe hat eine sehr markante, etwas kratzige Stimme. Daran musste ich mich zunächst etwas gewöhnen, da ich in Hörbücher besonders gerne samtige Stimmen mag. Doch irgendwie passt das zum Thema. Die Art der Schauspielerin fällt auf, sticht heraus und beschreibt allein durch Tonfall, Aussprache und Eigenheit gekonnt den Inhalt des Textes.
FAZIT:
Ich kann gar nicht genau sagen, ob es sich bei "Spiegelkind" eher um einen Fantasyroman oder eher um eine Dystopie handelt. Irgendwie typisch für Alina Bronsky, dass sich nicht nur ihre Protagonisten nicht in eine Schublade stecken lassen, sondern auch der Roman an sich nicht. Zauberhaft und erschütternd zugleich schreibt und beschreibt sie eine Gesellschaft, in der Normen als Werte gelten und die Frage nach richtig oder falsch auf den Kopf gestellt wird. Fesselnd und eindringlich geht diese Geschichte bis ins tiefste Mark.
Während der gesamten letzten CD hatte ich Gänsehaut und am Ende wollte und wollte der Kloß im Hals einfach nicht verschwinden. Emotionen überkommen und bedrücken mich. Beim zweiten Mal hat mich die Geschichte mit noch mehr Intensität erreicht und gepackt als beim ersten Mal. Und doch stelle ich mir am Ende die selben Fragen und habe immer noch keinen blassen Schimmer, wie es in "Spiegelriss" weitergeht. Ein Romanende wie ich es mir wünsche.
BEWERTUNG:
Kuh 5
HÖRBUCHINFO:
Arena Audio (Januar 2012)
350 Min.
17,99 €
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Nanni

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