19.08.13

Der Kinderdieb - Brom

KLAPPENTEXT:
Leise wie ein Schatten streift ein merkwürdiger Junge durch die Straßen von New York. Er nennt sich Peter und ist auf der Suche nach Kindern und Teenagern, die dringend Hilfe brauchen. Peter rettet sie- und bietet ihnen an, sie in sein magisches Reich zu führen, in dem niemand je erwachsen werden muss. Doch er verrät ihnen nicht, dass dieses Land im Sterben liegt und dort nicht nur magische Geschöpfe und das Abenteuer ihres Lebens auf sie warten, sondern auch größte Gefahr.
AUTOR:
Der amerikanische Autor Brom ist in der Fantasyszene nicht ganz unbekannt, da als Illustrator für verschiedene Verlage und Computerhersteller arbeitete. Unter anderm ist er an der visuellen Umsetzung bekannter Spiele wie Dungeons & Dragons und WOW beteiligt.
Von den künstlerischen Fähigkeiten des Autors können sich die Leser dieses Buches überzeugen. Brom hat hat nicht nur ein wundervolles Cover entworfen, sondern schmückt auch jedes Kapitel mit seinen tollen Zeichnungen. In der Mitte des Buches gibt es außerdem Bilder der Hauptdarsteller der Geschichte. Leser, die sich gern ein eigenes Bild ihrer Protagonisten machen, sollte dies nicht abschrecken, denn die Charaktere sind so hervorragend bis in kleine Details herausgearbeitet, dass die eigene Fantasie sie nicht besser erschaffen könnte.
EIGENE MEINUNG:
Schon seit ich eine Leseprobe dieses Buches gelesen habe, wollte ich es unbedingt haben. Fasziniert davon, die Peter Pan Geschichte einmal anders verarbeitet zu haben, stürzte ich mich auf dieses Buch, Obwohl verwöhnt von Disneys Fröhlichkeit und Happy Ends, nahm mich auch diese Art der Erzählung sofort gefangen.
Broms Geschichte hat nichts mehr mit dem "Friede-Freude-Eierkuchen" Geschehen Walt Disneys zu tun, sondern greift den Faden der eher grausamen Ur-Erzählung von James M. Barrie auf. Eine Geschichte für all diejenigen, die Peter Pan nicht wegen seiner Flugkünste und unbeschwerten Lebensweise, sondern wegen seines Kampfgeists und Mutes mögen, denn außer dem Namen und den verlorenen Kindern ist von der Peter Pan Geschichte, wie man sie vielleicht erwartet, nichts mehr übrig, was aber überhaupt nicht schlimm ist.
Brom erschafft eine ziemlich düstere, sehr magische Welt, indem er Elemente aus der walisischen Mythologie in seine Geschichte einwebt. So spielt z.B. der größte Teil der Geschichte in Avalon.
Zu Beginn erzählt der Autor auf mehreren Ebenen. Berichtet, wie Peter überhaupt zu dem geworden ist, was er ist, und wie er nach Avalon gekommen ist. Das erhöht zum einen die Spannung, zum anderen hilft es aber auch den Text zu verstehen und dem Leser sich in die Peter-Figur hineinzufinden, bei der man eh oft zwischen Sympathie und Abneigung schwankt.
Der Autor geht mit dem Leser jedoch nicht zimperlich um. So musste ich also doch das ein oder andere Mal schlucken, wenn er den Hergang eines Kampfes schildert. Manch Gänsehaut überkam mich, wenn er so gnadenlos mit seinen Protagonisten war. Es ist definitv kein Buch für Leser, die schmalzige Happy Ends mögen.
Ich fand es ein ganz großartiges Buch, das mich in einer besonderen Art und Weise in eine fantastische Welt hineingezogen hat, die ich nur so schwer loslassen konnte, wie Peter Modron, die Dame vom See, die ihn mit ihrem Geist und seiner Treue und Liebe zu ihr gefangen hält. Ein Buch über echte und falsche Freunde, Liebe, Magie, Macht und Hass.
Ich hoffe es gibt bald noch mehr von Brom zu lesen. Kein Buch, was an dieses anknüpft, da die Geschichte ihren ganz eigenen Zauber hat, aber hoffentlich ein weiteres Spektakel, das einen so sehr magisch bannt.

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