11.11.13

Die Unvollendete - Kate Atkinson

Klappentext:

Was wäre, wenn man sein Leben wieder und wieder leben könnte, bis man schließlich alles perfekt gemacht hätte? Wäre man dann ein glücklicher Mensch? Ursula Todd ist eine für ihre Zeit ganz besondere Frau: unabhängig, modern, realistisch. Mit Humor begegnet sie nicht nur ihrer skurrilen Familie, sondern auch den seltsamen Ereignissen in ihrem Leben. Wie jeder erlebt sie Situationen, in denen sie sich fragt: Was wäre, wenn? Was wäre geschehen, wenn sich ihre Teenagerliebe erfüllt hätte? Was wäre geschehen, wenn sie studiert hätte? Oder was wäre aus ihr geworden, wenn sie nicht in England, sondern in einem anderen Land aufgewachsen wäre? Wäre ihr Leben schrecklicher oder besser verlaufen? Doch anders als anderen Menschen bleibt es für Ursula nicht bei diesen Fragen. Ihr ist es gegeben, ihr Leben immer wieder zu korrigieren und damit jeden Fehler zu beseitigen. Dennoch erlebt sie Verlust, Verrat, Krieg und Tod. Was also soll diese Gabe? Ist es überhaupt möglich, sein Leben fehlerlos zu leben?

Autorin:(Quelle: Dromer Knaur)

Kate Atkinson, 1951 geboren, studierte Literaturgeschichte in Dundee. Neben ihrer Arbeit in der Sozialbetreuung und als Teilzeitlehrerin begann sie zu schreiben. 1996 erhielt sie für ihren Roman "Familienalbum" den angesehenen Whitbread First Novel Award. Es folgten die Romane "Ein Sommernachtsspiel", "Die Ebene der schrägen Gefühle", "Die vierte Schwester", "Liebesdienste" und "Lebenslügen" sowie ein Band mit Erzählungen ("Nicht das Ende der Welt"). Kate Atkinson lebt in Edinburgh.

Eigene Meinung:

"Liebe zum Schicksal?" " Es bedeutet es anzunehmen. Was immer dir zustößt, akzeptiere es, das Gute, wie das Schlechte gleichermaßen. Der Tod ist nur eine weitere Sache, die wir annehmen müssen."
Oder auch nicht. Denn Ursula ist nur wenige Sekunden alt, als sie dem Tod von der Schippe springt. Es wird beschlossen, dass sie ihm ausweicht und ihr Leben weiter führt. Ein kleiner Schnitt rettet sie und doch ist es ein großer Einschnitt in ihr Leben, denn fortan ändert sie wieder und wieder das Schicksal, um schrecklichen Dingen auszuweichen. Doch in wie fern kann man das, was einem vorbestimmt ist verbiegen und verändern? Hat man so viele Erlebnisse im Leben tatsächlich selbst in der Hand oder gibt es einen Plan, dem man nicht ausweichen kann?
Kate Atkinson arbeitet in ihrem Roman "Die Unvollendete" mit Schein und Sein. Was ist Wirklichkeit? Welche Handlungsstänge sind tatsächlich passiert, was haben die Protagonisten sich selbst eingebildet oder selbst eingebrockt, was geschieht im Buch, was in den Köpfen der Leser?
Um dies besser ausdrücken zu können, macht sich die Autorin die Rolle der Frau in der Gesellschaft und den dazugehörigen Wandel zu Nutzen. Die Geschichte beginnt 1910 mit der Geburt Ursulas. Einem Erlebnis, das für ihre Mutter Silvie, konservativ und sehr darauf bedacht dies auch zu bleiben, nur allzu selbstverständlich ist. Das Leben, das sie führt passt ins Frauenbild des frühen 20. Jahrhunderts und damit einher geht eine gewisse Oberflächlichkeit. Bloß nicht alles ansprechen, am besten einiges vertuschen, bevor ein falscher Eindruck entstehen könnte. Ursulas Tante Izzie ist da schon ganz anders. Modern, selbstständig, aber auch dafür bekannt zu schockieren und auf die Nase zu fallen. Es scheint so als sei sie diejenige, die sich nur für Oberflächlichkeiten interessiert, hat im Endeffekt aber doch viel mehr Verständnis für die Schwierigkeiten des Lebens.
"Schein und Sein" begegnen dem Leser an jeder Ecke. Auch dort, wo er es zunächst nicht erwartet. So bleibt man während des Lesens ständig in Bewegung, muss mitdenken und auf der Hut sein, um nichts zu verpassen.
"Ein Unglück kommt selten allein" ist ein Sprichwort, das immer wieder zu passen scheint. Durch die Verkettung unglücklicher Umstände, aber auch dem was man Ursula mit auf den Lebensweg gibt, gelangt sie von einer Misere in die nächste. Sie gelangt unwillkürlich in eine Rolle, aus der sie nur schwer entfliehen kann. Und wieder stellt sich die Frage: Wie viel unseres Lebens tragen wir selbst in der Hand? Und haben nicht oftmals schlechte Seiten auch ihren guten Teil?
Kate Atkinson nutzt als Stilmittel mal kleinere, mal größere Zeitssprünge, je nachdem wie stark die Kapitel Ursulas Leben beeinträchtigen oder wirken sollen. Diesen geht zwar auch immer eine Datum voran, dennoch ist es manchmal ganz schön verwirrend und der Leser muss genau aufpassen, um auch ja nichts zu verpassen.

Fazit:


Kate Atkinson spielt in ihrem neusten Roman "Die Unvollendete" mit Illusionen. Denen der Leser sowie denen der Protagonisten, die sich häufig sogar in ihren eigenen Illusionen verlieren. Das Thema "Spiel mit der Korrektur des Lebens" ist von ihr sehr interessant umgesetzt und macht das Buch zu einem anregend Leseerlebnis.

Buchinfo:

Droemer (September 2013)
592 Seiten
19,99 €
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1 Kommentar:

  1. Danke Dir für die Rezension, ich bin jetzt echt neugierig geworden und stelle das Buch mal auf meine Wunschliste.
    Lg Daniela

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