Leaving Paradise - Simone Elkeless


KLAPPENTEXT:
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Das Letzte, was Caleb Becker vorhat, als er in seinen Heimatort Paradise zurückkehrt, ist, sich in Maggie Armstrong zu verlieben. Denn wegen Maggie, die er in jener fatalen Nacht mit dem Auto angefahren haben soll, war er verurteilt worden. Maggie wiederum will alles, nur nicht Caleb wiederbegegnen – dem Jungen, den sie für ihr Unglück verantwortlich macht. Und doch verbindet diese eine Nacht sie für immer, und so fühlen sich Caleb und Maggie, als sie sich wiederbegegnen, gegen ihren Willen zueinander hingezogen. Aber gerade, als die beiden sich näherkommen, kommen Dinge ans Tageslicht, die alles zu zerstören drohen…
AUTORIN: 
(Quelle: cbt)
Simone Elkeles wuchs in der Gegend von Chicago auf, hat dort Psychologie studiert und lebt dort auch heute mit ihrer Familie und ihren zwei Hunden. Ihre "Du oder das ganze Leben"-Trilogie, für die sie zum "Illinois Author of the Year" gewählt wurde, wurde zum weltweiten Bestseller.

EIGENE MEINUNG:
Ich muss gestehen ich war zu Anfang sehr skeptisch was Simone Elkeless neusten Roman in deutscher Übersetzung betrifft. Wie schon bei der Reihe um die Fuentes Brüder, eine Liebesgeschichte, die mit dem Bad Boy Image spielt. Die Vermutung einer etwas abgeänderten Wiederholung lag nahe. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten und einiger klitzekleiner Kritiken, konnte mich Simone Elkeless jedoch wieder einmal völlig in den Bann ihrer Protagonisten ziehen. Ich bin immer noch ein bisschen sprachlos, dass es der Autorin tatsächlich gelungen ist, mich nun schon mit mehreren Romanen zu überzeugen.
„Ich hasse Caleb. Ich hasse, was er mir angetan hat, und ich bin froh, dass er weit weg ist.“
Maggie lebt in einem Alptraum. Sie konnte die Verletzungen eines Unfalls nicht vollends auskurieren. Nun hinkt sie, kann nicht mehr Tennis spielen, hat hässliche Narben am Bein und ist zum Gespött ihrer Klassenkameraden geworden. Schuld daran ist Caleb Becker. Der Nachbarsjunge, dessen Zwillingsschwester früher mal ihre beste Freundin war. Im Haus der Beckers ist sie seit frühen Kindertagen ein- und ausgegangen. Später dann hat sie sich in den Ringer, den beliebten Caleb verliebt, doch er ist mit dem begehrtesten Mädchen der Schule zusammen. Und dann geschieht das Unfassbare: Maggie wird angefahren. Der Fahrer: Caleb. Angetrunken...
„Ich gebe ihr die einzige, offene und ehrliche Antwort, die ich habe: `Ich möchte da sein, wo du auch bist.´“
Caleb hat seine Strafe abgesessen. Ein Jahr war er im Jugendknast. Eine Zeit, die er am liebsten aus seinem Gedächtnis streichen würde. So wie den Unfall, bei dem er Maggie angefahren hat. Genau erinnern kann er sich sowieso nicht mehr. Er kennt den Tathergang nur aus den Beschreibungen anderer. Aber es soll so gewesen sein, dass er Maggie verletzt hat liegen lassen. Eine Schuld, die schwer auf seinen Schultern lastet. Zurück zu Hause hat er Verbot mit Maggie zu reden. Doch dann begegnet er ihr plötzlich, unerwartet und er stellt fest, dass er sich nicht nur seiner Vergangenheit stellen muss, sondern auch seiner Zukunft, denn nichts ist mehr, wie es einmal war …
Ob wohl man ja eigentlich immer erst mit dem Guten beginnen soll, muss ich nun mal mit der Kritik anfangen, denn beim Buch ist es genau so. Es beginnt eher lasch, steigert sich dann jedoch von Seite zu Seite. Anfangs habe ich das Gefühl mich in einer ganz gewöhnlichen Teenagergeschichte zu befinden. Böser Junge, gutaussehend und anziehend aufgrund seines Images,nettes Mädchen, Außenseiterin und zu allem Überfluss sind auch noch ihre Eltern getrennt, was zu betonen die Autorin nicht müde wird. Also die gleiche Leier wie immer. Doch dann ist irgendetwas mit mir geschehen. Ich weiß gar nicht genau was, aber plötzlich konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
Immer mehr Geheimnisse tauchen auf, immer mehr Spannung entsteht zwischen Caleb und seinem „alten“ Leben, seinen sogenannten Freunden, die versuchen darüber hinweg zu sehen, dass er ein Jahr in Haft war. Maggie, die allein mit ihrer Mutter lebt und sich noch nicht von dem Schlag erholt hat vom gefeierten Tennis Ass zur unsportlichen Außenseiterin umgestiegen zu sein, muss außerdem dabei zu sehen, wie ihre Träume nach und nach zerplatzen. Während sie das Gefühl hat am Boden zu liegen wird scheinbar noch auf ihr herum getrampelt.
Doch dann tritt eine unerwartete und äußerst sympathische Retterin in Maggies Leben. Mrs. Reynolds, die Mutter von Maggies Chef, nimmt sich dem schüchternen jungen Mädchen auf. Sie ist ein Stern in Maggies tristem Leben, der ihr hell leuchtet und dabei hilft den richtigen Weg zu finden. Sie ist eine meiner Lieblingsfiguren im Roman, da sie eine sehr ehrliche, resolute Frau ist und mir während des Verlaufs die meisten Gefühlsregungen abverlangt.
Sowieso ist „Leaving Paradise“ für mich der bisher tiefgründigste Roman aus der Feder von Simone Elkeless. Sie nimmt sich Zeit Handlungen zu hinterfragen und zu erläutern. Manchmal vielleicht einen Ticken zu viel, z.B. wenn wieder einmal die Scheidung von Maggies Eltern dafür verantwortlich ist, warum sie vor allem zurückschreckt.

FAZIT:
Mit „Leaving Paradise“ ist Autorin Simone Elkeless wieder einmal ein richtig toller Roman gelungen, den man nur schwer aus den Händen legen kann. Zwei tiefgründige Protagonisten und eine Liebesgeschichte voller Hindernisse machen die Geschichte zu einem spannenden und lesenswerten Roman, der zum Ende hin so manche Überraschung bereit hält. Ich freue mich sehr auf den Folgeroman „Back to Paradise“.

BUCHINFO:
cbt (Januar 2013)
336 Seiten 
8,99 €
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Wie ein unsichtbares Band - Inés Garland



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u1_978-3-596-85489-9.31052987Alma verbringt mit ihren Eltern jedes Wochenende auf einer Insel im Flussdelta in der Nähe von Buenos Aires. Die Nachbarskinder Carmen und Marito werden zu ihren Spielgefährten und Freunden. Auf der Insel ist die Welt in Ordnung, soziale Unterschiede scheinen keine Rolle zu spielen. Als Almas Eltern merken, dass ihre Tochter mehr als Freundschaft für Marito empfindet, verbieten sie ihr den Umgang. Doch da ist Alma schon längst mit Marito zusammen …

AUTORIN: 
(Quelle: Fischer Kinder- und Jugendbuch)
Inés Garland arbeitet als Journalistin, Übersetzerin, Autorin von Büchern und Drehbüchern und leitet Schreibwerkstätten. Viele Jahre schlummerten ihre Texte in der Schublade, bis sie sich entschloss, sie einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren. Ihre Texte gewannen auf Anhieb mehrere Auszeichnungen.

EIGENE MEINUNG:
Tränen rollen mir über die Wange, während ich die letzten Seiten des Buches lese. In meinem Herz setzt sich ein dumpfes Gefühl fest, denn was als zarte und schöne Geschichte über Freundschaft, Kindheit und erste Liebe beginnt, entwickelt sich zu einem Leben unter ständiger Angst, Feindseligkeit und Ungerechtigkeit. Sehr bedrückend, wenn man bemerkt, wie hilflos manche Menschen politischen Machtspielen und willkürlicher Unterdrückung ausgesetzt sind.
"Ihr Vertrauen knüpft ein unsichtbares Band zwischen uns, und ich folge ihr ohne Fragen zu stellen."
Alma und Carmen sind unzertrennlich. Obwohl sie aus ganz unterschiedlichen Verhältnissen stammen, gibt es ein feines, unsichtbares Band, das die beiden lange Jahre verbindet. Ein Band aus Vertrauen, Liebe und Achtung. Sie verbringen eine recht unbeschwerte Kindheit am Fluss, dessen ewiges Strömen ihnen Halt und Geborgenheit gibt und wo die Menschen, die dort leben einfach echt sind und gerade heraus sagen, was sie denken. Doch Alma kann sich nicht davor verstecken, dass sie aus "besseren" Verhältnissen kommt, nur am Wochenende auf der Insel lebt und in der Woche in der Stadt zur Schule geht, in der Kurzweil und schnelles Vergnügen im Vordergrund stehen. Es kommt wie es kommen muss. Irgendwann sind diese Welten nicht mehr so einfach zu verknüpfen. Alma begeht aus Unsicherheit einen folgenschweren Fehler, der sie ihre beste Freundin kostet.
Außer Carmen wohnen noch mehr Familienmitglieder im Nachbarhaus vom Wochenenddomizil von Almas Eltern. Eine unverwüstliche, immer gleich alt aussehende Großmutter, ein liebeskranker Onkel, Barito der Hund, zwischen drin mal ein weiteres Geschwisterchen, das Carmens Mutter aus Versehen vergisst und der intelligente Marito. Ihn und Alma verbindet ebenfalls dieses Band der Freundschaft, das jedoch zu Liebe heranwächst. Stark und gefühlvoll von Almas Seite aus, zart und vorsichtig von Marito, denn er weiß um die Gefahren, die ein verschmelzen der unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen, mit sich bringt. Hohn und Spott sind da noch die kleineren Übel.
"Wie bemisst man solche Dinge? Wenn jemand uns glücklich macht und wir später wegen dem selben Menschen die schlimmsten Qualen erleiden, wie soll man diesen Himmel und Hölle dann einordnen? Das Leben geht weiter, man kann unmöglich wissen, wie es gewesen wäre, wenn wir uns nicht gerade in diesen Menschen verliebt hätten, sondern andere Türen geöffnet hätten."
Poetisch und doch mit einer ganz eigenen Kraft erzählt Autorin Inés Garland die Geschichte dreier Kinder, die in unterschiedlichem Umfeld, mit unterschiedlichen Maßstäben, Werten und Gewichtung des Lebens, aufwachsen und doch im Herzen miteinander verbunden sind. Der Roman ist gegliedert in zwei Teile, wobei der erste Teil fast ausschließlich die Kindheit der drei beschreibt und für mich, aufgrund all der Ideen und Abenteuer, irgendwie eine Mischung aus Isabel Allende und Astrid Lindgrens "Kinder aus Bullerbü" ist. Faszinierend und voller Energie sind die Tage, in denen vor allem Ich-Erzählerin Alma noch nicht mal ansatzweise einen Begriff davon hat, was die Militärdiktatur Argentiniens veranstaltet und zu welchen Taten sie fähig ist.
Der zweite Teil ist etwas später angesiedelt, der Übergang dorthin ist jedoch nahtlos. Veränderungen bemerkt man nur in Almas denken, das nach und nach nicht mehr so blauäugig ist. Eine Tatsache für die sie nichts kann, denn ihre Eltern verschließen die Augen vor dem was im Land passiert und isolieren Alma damit auf ihre eigene Art und Weise. Dennoch bekommt sie dies von Marito und seiner Familie häufig vorgeworfen, weshalb es für die beiden umso schwieriger ist, ihre Liebe auszuleben.
Alma ist eine Protagonistin voller Intensität, ehrlich und tatsächlich etwas naiv, womit die Autorin meiner Meinung nach sehr gut die Ohnmacht dessen widerspiegelt, was die Menschen 1976 – 1983 in Argentinien über sich ergehen lassen mussten, unfähig sich selbst zu helfen, denn Willkür und eigenes Verlangen setzen sich über Recht und Gerechtigkeit.

FAZIT:

Freundschaft hat nichts damit zu tun, wer oder was du bist, solange es dieses unsichtbare Band zwischen dir und deinem Freund gibt, das euch beide verbindet. Poetisch, zart, voller Gefühl und Intensität erzählt Autorin Inés Garland die Geschichte einer besonderen Freundschaft vor dem Hintergrund der Militärdiktatur Argentiniens. Wer Angst hat einem politischen Roman zu begegnen, der mit Fakten aufklären will, muss sich nicht fürchten, denn die wahren Interessen der Diktatoren und ihren Anhängern bleiben dem Leser ebenso verborgen wie den Menschen die, in dieser Zeit leben, und genau wie sie, trifft es uns dafür am Ende umso härter. Ein Roman, der ans Herz geht und sehr bewegt.
BEWERTUNG:
Kuh 5
BUCHINFO:
Fischer Kinder- und Jugendbuch (Februar 2013)
256 Seiten
14,99 €
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Munkel Trogg. Der kleinste Riese der Welt - Janet Foxley



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u1_978-3-596-85495-0.31008095Riesen sind groß. Normalerweise. Doch was, wenn du der kleinste Riese der Welt bist und alle über dich lachen, weil du nicht größer bist als ein Mensch? Dies ist die Geschichte von Munkel Trogg, dem kleinsten Riesen der Welt. Heimlich macht er sich auf den Weg in die Menschenwelt, reitet zum ersten Mal auf einem Drachen und erlebt ein Abenteuer nach dem anderen.

AUTORIN: 
(Quelle: KJB )
Auf einem Drachen ist Janet Foxley noch nicht geritten, aber sonst hat sie schon eine Menge erlebt (studiert, in Deutschland gearbeitet, geheiratet, Kinder gekriegt und Bücher geschrieben), bevor sie mit ›Munkel Trogg‹ den renommierten Kinderliteraturwettbewerb der »Times« gewann. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann in einem großen alten Bauernhaus auf dem Land in Carlisle, England.

EIGENE MEINUNG:
In einer Zeit, in der vor allem das Fernsehprogramm für Kinder von computergesteuerten Männchen, futuristisch aussehenden Figuren und seltsamen Handlungen geprägt ist, ist es wunderbar zu wissen, dass Autoren heran wachsen, die vor Ideen, Fantasie, Witz und Freude am erzählen nur so sprudeln.IMG_4234[1]
Als Zwerg unter Riesen hat man es nicht leicht. Diese Erfahrung muss auch Munkel machen. Er ist der älteste Sohn der Riesen  Familie Trogg und für einen Risen winzig klein. So klein wie einer der verhassten Kleinlinge (Menschen). Und wie es halt so ist, wenn man anders ist als andere, führt dies zu vielerlei Problemen.
Munkel wird nicht nur von den Lehrern ständig übersehen und den Mitschülern gehänselt, sondern auch von seinem Bruder Raubauz an den Füßen in die Luft gezogen. Dagegen kann er leider gar nichts unternehmen. Doch dann verändert ein Schulausflug alles, denn auch kleine Riesen können über ganz große Stärken verfügen.
IMG_4233[1]"Munkel Trogg" ist einfach nur herrlich. Ich habe mich köstlich über die Ideenvielfalt der Autorin amüsiert. So gibt es zum Beispiel nicht nur einen königlichen Rülps- und Pupswettbewerb, sondern auch McKnorpel, wo man richtig eklige Sachen essen kann.
Ein tolles Extra des Buches sind kleine Bildchen, die dem Leser einen guten Eindruck vom Leben des kleinen Munkel vermitteln und helfen sich seine Umwelt noch besser vorstellen zu können.
Am besten gefällt mir die Botschaft, die Autorin Janet Foxley auf sehr sympathische und witzige Weise vermittelt: Aussehen und Größe haben nichts mit Mitgefühl und Mut zu tun. Dies verstehen sicher auch schon jüngere Leser, die an diesem Roman ihre helle Freude haben werden. Wie schön, dass auch schon Fortsetzungen in Arbeit sind.
FAZIT:
"Munkel Trogg" ist das witzige Abenteuer eines kleinen Riesen mit riesen großem Mut, das nicht nur kleinen Lesern richtig viel Freude macht. Lautes Lachen und sympathieträchtige Seufzer sind vorprogrammiert. Ich finde es herrlich, wenn lesen so viel Spaß macht.

BEWERTUNG:
Kuh 45

BUCHINFO:
Fischer Kinder- und Jugendbuch (Februar 2013)
272 Seiten
12,99 €
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Enders Spiel - Orson Scott Card



KLAPPENTEXT:
351_31420_132839_xxlNur dem äußeren Anschein nach ist Andrew Wiggin, genannt Ender, ein ganz normaler Junge. Tatsächlich hat man ihn dazu auserwählt, zu einem militärischen Genie zu werden, das die Welt braucht, um einen übermächtigen Feind zu besiegen. Aber Enders Geschichte verläuft anders, als es die Militärs geplant haben. Völlig anders … Mit »Enders Spiel« hat Orson Scott Card einen einzigartigen dystopischen Roman geschrieben – mit einem Helden, den man nie mehr vergisst.

AUTOR: (Quelle: Heyne fliegt)
Orson Scott Card wurde in Washington geboren und wuchs in Arizona, Kalifornien und Utah auf. Neben dem Schreiben seiner viel beachteten Fantasy- und SF-Romane arbeitet Orson Scott Card als Dozent an der Southern Virginia University. Zurzeit lebt er mit seiner Frau und seiner Tochter in North Carolina.

EIGENE MEINUNG:
" `Das ist unsere Aufgabe. Wir sind die böse Hexe. Wir versprechen Pfefferkuchen, aber wir fressen die kleinen Bastarde bei lebendigem Leibe.´ "
Ender ist 6 Jahre alt, als er in eine Militärschule rekrutiert wird, um dort als Soldat im Kampf gegen die Krabbler ausgebildet zu werden. Seit seiner Geburt wurden er und seine Geschwister beobachtet und Prüfungen unterzogen, denn nur die besten schaffen es zur Eliteeinheit zu gelangen. Ender ist der Jüngste seiner Familie, die in einer Gesellschaft lebt, in der nur zwei Kinder Steuerfrei sind. Er ist ein sogenannter Dritt und damit schon immer ein Außenseiter, der es gewohnt ist, ums Überleben zu kämpfen.
Zunächst war ich schockiert, dass der Autor eine militärische Ausbildung für so junge Kinder kreiert, doch eigentlich ist es nichts anderes, als das, was in Kriegsgebieten tatsächlich passiert. In Afrika, in Israel und überall dort, wo Menschen schon lange gegeneinander kämpfen werden Kindersoldaten ausgebildet. Brutale Wirklichkeit, die vom Autor für seinen Science Fiction Roman aufgegriffen und fiktiv ausgearbeitet wurde.
Am Anfang jeden Kapitels wird ein Gespräch der militärischen Anführer dargestellt. So bekommt der Leser nicht nur einen Einblick in die Pläne, die für Ender ausgearbeitet wurden, sondern auch in die Art der Kriegsführung und vor allem die Ausbildung der kleinen Rekruten, die auf psychologischem Wissen basiert und mit Ängsten, Gefühlen und Hoffnungen spielt, um die Kinder für die grausame Realität des Krieges abzuhärten.
Zunächst klingt das unglaublich brutal, grausam und gefühllos, aber auch spannend. Das war es für mich jedoch nur bedingt. Was zunächst heftig beginnt flacht meiner Meinung nach zu sehr ab. Protagonist Ender, der anfangs noch mein Mitleid erregte, wird für mich später immer haltloser. Ohne Tiefgang entfernt er sich mir immer mehr. Er wird zu glatt, es fehlen Ecken und Kanten, irgendwie eine spröde Struktur, die ihn unterscheidet. Worin er sich von den anderen abhebt ist seine Intelligenz und Qualität in der Strategieführung, doch das spricht mich in diesem Falle eher weniger an.
Ebenso ist es mit den Handlungen. Ein und dasselbe Schema wiederholt sich immer wieder. Ender ist der Außenseiter, gerät in Bedrängnis, weiß sich daraus zu befreien. Anfangs noch interessant, nimmt dies für mich später einen zu großen Raum ein, den ich voraus sehen kann.
Für mich stellt der Autor auch nicht ausreichend dar, dass es sich um Kinder handelt. Ich war immer wieder überrascht, wenn das Alter des Protagonisten angesprochen wurde. Dies, die aufkommenden Gefühle in solch einer Situation und Enders Geschick als Anführer und Befreier hätten noch besser verknüpft werden können. Dass der Roman bereits 1985 verfasst wurde ist ihm nicht anzumerken. Dafür hat er jede Menge Potential und hat – wenn man von dieser Zeit ausgeht – sehr zukunftsorientierte Ideen, die sich in der heutigen Zeit gut unterbringen und einflechten lassen. Ich hätte mir halt ein wenig mehr Überraschungen und Tiefgang gewünscht.

FAZIT:
"Enders Spiel" ist ein Science Fiction Roman, der auf dem Gedanken der Kriegsführung mit Kindersoldaten basiert und sich schnell und leicht lesen lässt. Da mir die zu anfangs noch recht interessante Handlung jedoch schnell abflachte und der Protagonist sich meiner Sympathie entzog, konnte mich dieser Roman nicht so ganz begeistern. Dennoch sehe ich das Buch in der Lage jugendlichen Lesern, die Sci Fi mögen, zu gefallen. Der Folgeroman "Enders Schatten" erscheint im August 2013 ebenfalls im Verlag Heyne fliegt.

BEWERTUNG:
Kuh 25

BUCHINFO:
Heyne fliegt (Dezember 2012) 464 Seiten 8,99 € hier kaufen

Nashira - Licia Troisi


KLAPPENTEXT:
351_31426_132840_xxlIm Königreich Nashira wird der Sauerstoff zu einem knapp bemessenen Gut. Einzig eine Priesterkaste kann durch eine uralte Magie bewirken, dass die Luft zum Atmen nicht gänzlich versiegt. Die junge Talitha ist dazu auserwählt, in einem einsamen Kloster eine dieser Priesterinnen zu werden. Doch sie erträgt die feindselige Atmosphäre dort nicht und flieht schließlich in Begleitung ihres treuen Dieners Saiph. Was sie nicht weiß: Saiph liebt sie schon seit Langem heimlich. Ihre gemeinsame Suche nach einer sagenumwobenen Stadt in der Wüste bringt sie einander näher – und stellt die beiden gleichzeitig vor die größte Herausforderung ihres Lebens, denn namenlose Gefahren lauern dort draußen und drohen ganz Nashira zu vernichten …

AUTORIN: 
(Quelle: Heyne fliegt)
Licia Troisi, 1980 in Rom geboren, ist Astrophysikerin und arbeitet bei der italienischen Raumfahrtagentur in Frascati. Mit ihrer ersten Trilogie, der international erfolgreichen Drachenkämpferin-Saga, wurde sie zum Shooting-Star der italienischen Fantasy. Kurz darauf folgte die Schattenkämpferin-Saga, die ebenfalls die Bestseller-Listen stürmte.

EIGENE MEINUNG:
Licia Troisi ist neben Christopher Paolini der italinenische Shootingstar des Fantasygenres. Mit ihrer "Drachenkämpfer" Saga konnte sie auch mich so begeistern, dass ich immer wieder gern weitere Bücher von ihr lese. So auch ihr neustes Werk "Nashira", das mit frischen Ideen und einer leichten Sprache zu gefallen weiß.
Talitha ist der jüngste Spross des Grafen von Nashira und befindet sich in der militärischen Ausbildung. Ganz anders als ihre große Schwester Lebitha, die in einem Kloster wohnt, liebt sie das Kämpfen. Sie hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und steht zu ihrem beten Freund, dem Sklaven Saiph. Als ihre Schwester jedoch schwer erkrankt und den Tod erleidet, soll Talitha ihre Stelle im Kloster einnehmen, was einerseits spannend ist, da sie einiges über Magie erlernt, aber auch eine harte Prüfung, weil sie von vielen Klosterschülerinnen ausgegrenzt und verurteilt wird. Alles in allem ist es nicht das Leben, das Talitha sich wünscht und so reift in ihr der Wunsch zu fliehen. Unklar darüber welchen Gefahren sie von nun an ausgesetzt ist …
Trotz einiger Höhen und Tiefen was die Spannung betrifft, fliegt der Leser förmlich durchs Buch. Eine leichte Schreibe und der angenehme Erzählton der Autorin nehmen den Leser schnell mit hinein in die Geschichte der zwei Helden Talitha und Saiph, die trotz sehr unterschiedlichem Status in der Gesellschaft, im Herzen doch zusammengehören.
Talitah ist eine Protagonistin, für die man schnell Sympathien empfindet. Gewitzt, mutig, ein bisschen vorlaut, wild und aufmüpfig ist sie genau die Sorte Heldin, die man sich für ein Jugendfantasy Abenteuer wünscht. Wenn da nicht die Parallelen mit einer mir schon seit längerem bekannten Protagonistin namens Nihal wären …
Immer wieder hatte ich das Gefühl in die Drachenkämpfer-Trilogie hineingerutscht zu sein. Sei es Talithas Art oder aber die Beziehung zwischen ihr und Saiph. Ja manchmal hatte ich sogar das Gefühl Ereignisse schon einmal erlebt zu haben. Das war für mich ein klein wenig enttäuschend. Wer "Die Drachenkämpferin" noch nicht kennt, der wird an Handlungen, Erzählsträngen und der engen Bindung der beiden Freunde seine wahre Freude haben. Es gibt auch viele gute Ideen, die frischen Wind hinein bringen, wie z.B. der Gedanke des begrenzten Sauerstoffes. Außerdem gefällt mir, dass die Autorin sich in diesem Roman intensiv mit dem Thema Sklaverei und menschliche Unterschiede beschäftigt.
Besonders gern mag ich an Licia Troisi, dass man ihre eigene Verbundenheit mit ihren Charakteren spürt. Sie lebt regelrecht in ihren Figuren. Manchmal ist sie ein wenig zu nachgiebig mit ihnen und hätte sie für eine größere Spannung noch ein bisschen mehr leiden lassen können, aber ich habe das Gefühl, dass für sie die Figuren ihrer Romane ein bisschen wie Kinder sind, die sie behüten möchte. Ein Punkt, der die Autorin sehr sympathisch macht.

FAZIT:
"Nashira" ist ein nettes Jugendfantasyabenteuer, das richtige Fans der Autorin ebenso zu begeistern weiß, wie Neulinge auf dem Gebiet Licia Troisi. Für mich gab es an einigen Stellen ein wenig zu viele Parallelen zur Drachenkämpferin und auch den Spannungsbogen hätte ich mir etwas gleichmäßiger gewünscht. Nichts desto trotz ein Roman, der sich schnell lesen lässt und in eine magische Welt mit authentischen Charakteren entführt. Der Prolog des Buches lässt auf eine spannende Fortsetzung hoffen, die im September diesen Jahres ebenfalls im Verlag Heyne fliegt erscheinen wird.

BEWERTUNG:
Kuh 3

BUCHINFO:
Heyne fliegt (Dezember 2012)
500 Seiten
12,99 €
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Cassia & Ky 03: Die Ankunft - Ally Condie



ACHTUNG!!! Dies ist der Abschluss der Trilogie "Cassia & Ky" , weshalb die Rezi Spoiler zu den vorangegangenen 2 Bänden enthalten kann!!
KLAPPENTEXT:
u1_978-3-8414-2151-7In den zerklüfteten Schluchten der Canyons hat Cassia nicht nur ihre große Liebe Ky wiedergefunden – sondern auch die Erhebung, eine Untergrundbewegung, die das System stürzen will. Als sich beide der Erhebung anschließen, müssen sie sich jedoch trennen. Ky wird auf einem Stützpunkt in einer Äußeren Provinz zum Piloten ausgebildet und Cassia in die Hauptstadt beordert. Dort trifft sie auf Xander, der als Funktionär für die Gesellschaft arbeitet. Kann sie sich ihm anvertrauen?
Als eine tödliche Seuche ausbricht und die gesamte Bevölkerung zu vernichten droht, muss Cassia eine Entscheidung treffen …

AUTORIN: 
(Quelle: FJB )
Ally Condie lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Salt Lake City, USA. Nach dem Studium unterrichtete sie mehrere Jahre lang Englische Literatur in New York, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Ihre Romane um ›Cassia & Ky‹ werden in mehr als 30 Sprachen übersetzt und sind große internationale Bestseller.

EIGENE MEINUNG:
Das war er nun, der Abschluss der Trilogie, deren erster Band mich in ein emotionales Chaos stürzte und mich so sehr zum Nachdenken brachte, darüber, wie es wohl ist in einer Gesellschaft zu leben, die dir zwar absolute Sicherheit, aber auch absolute Kontrolle verspricht.
Das Finale, das ich mir packend, herzzerreißend und fesselnd vorgestellt hatte, hat mich leider ein bisschen enttäuscht. Ich habe das Gefühl Ally Condie hat alle Themen der letzten zwei Bände inklusive der Hoffnungen und Wünsche der Protagonisten in eine Sack gesteckt, wild durcheinander gewürfelt und dann wahllos zusammen gesetzt. Mir fehlt nicht nur der rote Faden, sondern auch Zusammenhänge in den Handlungen.
Der Anfang der "Ankunft" gefällt mir noch recht gut. Das Buch beginnt spannend und ich fühle mich gefühlsmäßig auf genau die Ebene zurück versetzt, die ich beim beenden der "Flucht" verlassen habe. Dies liegt vor allem an Condies Schreibe, dir mir nach wie vor Unmengen Gänsehaut verursachen kann. In einem sanften Ton lingt es ihr den Leser emotional zu packen. Ungewissheit, Zweifel und Hoffnung sind greifbar und gehen unter die Haut.
"Manche glauben die Sterne würden hier oben näher erscheinen. Stimmt nicht. Hier oben erkennt man erst, wie fern sie wirklich sind. Unerreichbar fern."
Es ist ein bisschen so als würden die drei Bände gar nicht so richtig zusammenhängen. Als hätte die Autorin immer wieder neue Ideen gehabt, die sie willkürlich zusammensetzt. Das dämmt das Lesevergnügen ein wenig, denn ich habe immer darauf gewartet, dass irgendwie eine Lösung des Problems, der in Band 1 aufkeimenden Zweifel an der Gesellschaft, auftritt. Dafür bekam ich plötzlich eine Seuche vorgesetzt, die in keiner Weise dem entsprochen hat, was ich mir vorgestellt habe unter einer Revolution. Klar gibt es die Verbindung zum Kontrollzwang der Gesellschaft, die eben eine Biowaffe nicht (sofort) bezwingen kann. Der Autorin gelingt es jedoch meiner Meinung nach nicht sehr gut diese logisch zu verknüpfen.
Nun ist es auch angebracht die Trilogie als Ganzes zu betrachten. Teil 1 "Die Ankunft" hat mich fasziniert wie kaum eine andere Dystopie, denn das neuartige und besondere daran ist die Schreibe der Autorin, die sehr sanft ist und doch so stark unter die Haut geht, fast schon ein wenig apathisch und doch so mitreißend. In Teil 2 "Die Flucht" mochte ich die Reise, die Suche nach Antworten, zu sich selbst, die große Liebe im Mittelpunkt der Dreiecksbeziehung zwischen Cassia, Ky und Xander. In Teil 3 flacht dies nun allmählich ab. Die Spannung verebbt, die Gefühle werden schwächer, alles wird irgendwie verharmlost, es ist als wäre der Autorin mit den tollen Grundideen die Puste ausgegangen. Das ist ein wenig Schade. Dennoch bleibt "Cassia & Ky" für mich eine der lesenswertesten Dystopien.
FAZIT:

Auch wenn das Finale der "Cassia & Ky" Trilogie ein bisschen wie zusammen geschnippelt wirkt und ich mir ein wenig mehr Dramatik gewünscht hätte, hat mir "Die Ankunft" recht gut gefallen. Dies verdankt die Autorin vor allem ihrer Schreibe, die wie gewohnt gefühlvoll und zart ist und mit der sie mir einfach Gänsehaut zaubern kann. Ich bin ein bisschen traurig, dass die Geschichte nun zu Ende ist, denn vor allem Band 1 "Die Auswahl" hat einen unverrückbaren Platz auf der Liste meiner Lieblingsbücher.
BEWERTUNG:
Kuh 4(3)
REIHENINFO:
Bd 1: Cassia & Ky: Die Auswahl (Januar 2011)
Bd.2: Cassia & Ky: Die Flucht (Januar 2012)
Bd.3: Cassia & Ky: Die Ankunft (Januar 2013)
BUCHINFO:
FJB (Januar 2013)
608 Seiten
16,99 €
Originaltitel: Reached
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Lange Lesenacht


Die liebe Anka hat mal wieder zur langen Lesenacht aufgerufen und ich werde versuchen daran teilzunehmen. Versuchen, da ich immer noch mit der zur Zeit stark verbreiteten Grippe zu kämpfen habe und es sein kann, dass ich irgendwann so k.o. bin, dass ich schlafen muss.
IMG_4220[1]Beginn ist 21:00 Uhr. Bis dahin wird vorgeglüht. Bei mir sieht das so aus, dass ich schnell noch Holz für den Ofen holen werde, eine große Kanne Tee koche, noch schnell Bücher umsortiere und Fotos mache für den morgigen Wochenrückblick, überlege was ich esse bzw. mir das noch schnell zubereite. Lesen werde ich "Nashira" von Licia Troisi. Ich bin schon sehr gespannt auf das Buch, da ich die Drachenkämpfersaga der Autorin gelesen habe, und den ersten und dritten Band sehr gern mochte, den zweiten eher langweilig fand und ihren für jüngere Leser geschriebenen Fantasyroman "Drachenschwester" auch eher nicht so spannend fand. Ihre Trilogien "Die Schattenkämpferin" und "Die Feuerkämpferin" befinden sich schon seit längerem auf meiner WuLi.
Wer von euch ist mit dabei? Oder lest ihr heute Abend nur für euch allein? Oder eher gar nicht, weil ihr Samstagabends etwas anderes macht?
Etwa stündlich wird es hier ein Update geben. Mit von der Partie ist übrigens auch mein kleiner Büchertroll :)
Anka stellt zu jeder vollen Stunde eine Aufgabe, die von den Teilnehmern beantwortet / erfüllt werden darf.
21: OO Uhr:
Ankas Aufgabe:
Wo, also in welcher Stadt / Land befindet ihr euch in eurer Lektüre?
Meine Antwort: Im (fiktiven) Königreich Nashira
22:00 Uhr:
IMG_4221[1]Aufgrund des steigenden Teekonsums sollten die stündlichen Pausen für Klobesuche genutzt werden ... ;)
Ich bin nun auf 55 des Buches. Bisher gefällt es mir recht gut. Troisis Schreibe lässt sich leicht und flüssig lesen. Die Handlung ist bis jetzt noch nichts besonderes, aber die Protagonistin ist seh sympathisch und lässt mich des öfteren schmunzeln. Sklaverei spielt wohl eine große Rolle im Roman, den ich nun am Ende des dritten Kapitels quasi mit einem Cliffhanger, zur Seite gelegt habe. Werde auch mal schnell weiterlesen, sonst macht das der Büchertroll ohne mich. Ich glaube, er hat schon zum Buch gegriffen ...
Ankas Aufgabe:
Verrate uns den zweiten Satz auf deiner aktuellen Seite:
"Nur ganz kurz konnte Talitha durch den Spalt einen Blick auf Lebitha werfen, die unter mehreren Decken lag, während der Arm am Bett herunterhing." (S. 56)

23:00 Uhr:

IMG_4227[1]"Nashira" liest sich tatsächlich sehr schnell, so dass ich mittlerweile schon auf Seite 107 angelangt bin. Sprachlich ist es halt nicht so gehoben, aber das ist ja auch nicht immer so wichtig. In diesem Leseabschnitt geht es ein wenig auf und ab. Ich hatte ja erzählt, dass das dritte Kapitel sehr spannend endet ... um dann kitschig weiter zu gehen *hmpf* war jetzt nicht so mein Ding. Aber dann wirds doch wieder interessanter und ich glaube es ist ein typischer Troisi Roman mit Stärken und Schwächen, aber insgesamt eine gute Unterhaltung. Gleich werde ich in den zweiten Teil starten, der Aufregung verspricht ...
Die ersten Ermüdungserscheinungen treten auf. Mein Versuch mit Schoki dagegen anzukämpfen hat nur bedingt gewirkt. Aber gleich ist ja der rituelle Klogang an der Reihe (ich muss über einen kalten Flur). Vielleicht wirkt der ein bisschen ;)
Holz muss ich wohl auch nachlegen. Eigentlich sollte sich der Troll mal nützlich machen, aber ich befürchte fast ich muss selbst ran. Sonst fällt er mir noch in den Ofen ...
Ankas Aufgabe:
Beschreibe deinen Hauptcharakter mit drei Worten und nenne seinen / ihren Namen:
Talitha = wild, mutig, aufmüpfig
Mitternacht:
IMG_4228[1]*Gähn* langsam überkommt mich die Müdigkeit. Ich möchte aber so gern das Buch bis zur Hälfte durchlesen. Da ich nun auf Seite 151 bin, bedeutet das eigentlich noch 100 Seiten. Mal schauen ob ich das schaffe. Ankas Tipp das Fenster kurz zu öffnen hat vorüber gehend geholfen, der Ofen mit seiner gemütlichen Wärme bewirkt jedoch eher das Gegenteil. Und dem kleinen Troll fallen auch immer mal wieder die Augen zu ... auch, wenn er denkt, dass ich das nicht bemerke ...
Da mein Buch grad auch eher langweilig ist hier ein kleines Bilderrätsel:
Welches Milchprodukt für Kinder habe ich wohl gegessen um bei Kräften zu bleiben?? Schwierig, schwierig ;)
(Wie ihr seht befinde ich mich bereits in der "Nach-müde-kommt-blöd-Phase)
Ankas Aufgabe:
Welches Lied würde zur derzeitigen Situation des Buches passen? Welches fällt dir spontan ein?
Spontan "Verloren im Wind" von Haudegen, da Talitha sich gerade einsam und verlassen fühlt. Völlig fehl am Platz, sehr unwohl und ungeliebt. (Auch wenn der Text des Liedes ein bisschen was anderes meint, aber der Refrain hat mich sofort an sie erinnert)

1:00 Uhr:
petra-3010_640(Bildquelle: Pixabay)
So, ihr Lieben, ich werde es nun diesem Kamel (oder Dromedar) gleich tun und den Kopf auf den Sand das Kopfkissen legen und die Augen schließen. Ich bin zwar noch relativ munter, aber meine Vernunft sagt mir, dass meine Erkältung den Schlaf braucht und dank meiner Tiere kann ich ja auch nicht bis in die Puppen schlafen. Außerdem tun meine Augen schon ein bisserl weh und "Nashira" ist grad irgendwie leider immer öder. Für mich gibt es da einfach viel zu viele Parallelen zu "Die Drachenkämpferin".
Mein Büchertroll schläft schon seit einer halben Stunde und schnarcht wie ein wilder. Ich muss unbedingt daran denken ihn daran zu hindern einen alkoholischen Schlummertrunk zu nehmen. Vielleicht lässt das dann nach ... Zum Glück schlafe ich aber in einem anderen Zimmer, so dass mich sein schnarchen auch nicht weiter stören wird ;)
Ankas Aufgabe:
Verrate uns wieviele Seiten du während der Lesenacht gelesen hast:
Prima, das hatte ich eh vergessen zu erwähnen. 213. Ein ganz gutes Ergebnis wie ich finde.
Ich wünsche euch allen eine angenehme (Rest-) Nachtruhe und hoffe wir sehen uns hier morgen zum Wochenrückblick :)
Gute Nacht :)

Der Himmel über Jerusalem - Gabriella Ambrosio



KLAPPENTEXT:
u1_978-3-596-85471-4"Es gab nicht wenig Ungerechtigkeiten und Demütigungen, die sie rächen musste. Mindestens tausend, tagtäglich von jedem Mitglied ihrer Familie erlitten. Ein Leben lang sollten sie den Schuldigen auf der Seele brennen. Das würde sie erreichen. Jetzt. Sie würde es tun."
Dima ist Palästinenserin, Myriam Jüdin. Beide träumen von einer anderen Zukunft, als sie gleichzeitig ein Jerusalemer Einkaufszentrum betreten. Doch Dima trägt eine Bombe in ihrem Rucksack …
Ein tiefbewegendes Buch über die ständige Angst, in der Palästinenser und Juden in Israel leben, über den unversöhnlichen Hass und den unbedingten Wunsch nach Frieden.

AUTORIN:
(Quelle: Fischerverlage)
Gabriella Ambrosio, geboren 1954, arbeitete als Journalistin und war Professorin an der Universität La Sapienza in Rom. 1992 gründete sie die Werbeagentur AM, die bis 2010 Teil der internationalen Gruppe Newton 21 war. Sie ist Autorin diverser Sachbücher. ›Der Himmel über Jerusalem‹ ist ihr erster Roman.

EIGENE MEINUNG:
"Für ihn waren die Splitter in seinem Kopf mit Energie geladen, einem Überschuss an Kraft, die in ihm gefangen und bereit war, auf Befehl zu explodieren.
Ich bin sprachlos, die Tränen laufen mir übers Gesicht. So klein dieses Buch ist, so eindringlich, bewegend und schockierend ist es. Sehr nachdrücklich und berührend kreiert Gabriella Ambrosio einen Roman, der an nur einem einzigen Tag spielt und dennoch genau das auf den Punkt bringt, was die Menschen im Kriegsgebiet Israel / Palästina durchleiden, welchen Hass sie in sich ertragen, zu spüren bekommen und wie das ihr ganzes Leben beeinflusst.
"Alles würde an diesem Morgen sanft sein, sanft und vorsichtig, damit man sich nicht weh tat."
Sanft und leise ist auch die Sprache der Autorin, die mit wenigen Worten die Tiefen des Herzens trifft. Die unter die Haut geht und diese aufreißt wie die Bomben der Attentäter die Menschen zerreißen, die gewollt oder ungewollt in den Tod gehen, einzig dafür um zu rächen, Schulden zu begleichen und für ihren Glauben einzustehen, koste es was es wolle.
"Alles Tun gelähmt und immer bösere Gedanken. Das Fenster gegenüber brachte sie weit fort. Wo es keinen Unterschied zwischen gestern heute und morgen hab, wo die Vergangenheit ein Loch war, die Gegenwart nicht existierte, die Zukunft gleichgültig war, da gab es zwei Kinder, die waren stark, die lernten, die wurden groß und lachten."
Der Kloß in meinem Hals ist so groß, dass ich wirklich kaum etwas heraus bringe, denn Gabriella Ambrosio hat wieder einmal dargestellt, wen die Attentäter tatsächlich treffen: die Menschen, die einfach nur ihr Leben leben möchten. Eltern, die ihre Kinder aufwachsen sehen, Kinder, die lernen und spielen und Paare, die füreinander da sein möchten. Es sind vor allem alltägliche Dinge, die der Krieg durcheinander bringt, deren Ausübung er unmöglich macht, wenn man nur in Angst und Schrecken lebt. Angst einkaufen zu gehen, mit dem Bus zu fahren und Angst vorm klingeln des Telefons.
"Mein Gott, Nathan WAR ein Kind, er war neunzehn Jahre alt, aber dieses Land nimmt dir deine Kinder weg, bevor du ihnen irgendetwas erklären kannst."
Es ist erschreckend, wie sehr der Hass untereinander geschürt wird. Wie groß die Kluft ist zwischen Menschen eines Landes, zwischen Völkern, die sich in nur winzigen Kleinigkeiten unterscheiden. Wie groß die Missverständnisse sind, die zu einem Teufelskreis aus Wut und Aggression führen. Einem Teufelskreis, der sich unaufhörlich dreht und scheinbar immer mehr Schwung bekommt. Wie soll man diesen unterbrechen … ? Wie soll dort noch Hoffnung keimen … ?
"Said ist einer, der nicht mehr hassen kann. Aber er kann den Hass verstehen. Er weiß, dass ihre Väter, er genauso wie die anderen, immer noch Fehler machen."

FAZIT:
"Der Himmel über Jerusalem" ist ein sehr eindringliches, bewegendes Buch. Sanft und poetisch beschreibt die Autorin sieben Stunden in Jerusalem, in dem Menschen so sehr in Angst und Schrecken leben, dass man fast gar nicht mehr von leben sprechen kann, denn alltägliche Dinge werden gehemmt durch die Präsenz des Todes durch Kriegshandlungen und Attentate. Gänsehaut begleitete mich während der 115 Seiten und am Ende strömten die Tränen nur so aus mir heraus, denn die Ungerechtigkeit des Krieges berührt mich bis ins Tiefste.

Trotz der Trauer und des Schmerzes, die dieses Buch auslöst, möchte ich meine Empfehlung dafür aussprechen. Ich lege euch dieses Buch ganz nah ans Herz, in der Hoffnung, dass Aufklärung und Wissen den Teufelskreis irgendwann durchbrechen ….
BEWERTUNG:
Kuh 5
BUCHINFO:
Fischer Schatzinsel (August 2012)
128 Seiten
12,99 €
hier kaufen

[Special] Valentinstag



Allen einen wunderschönen Valentinstag. Auch, wenn ich selber keinen Valentinstag zelebriere, möchte ich doch meine Lieblingsromane zum Thema „Liebe“ vorstellen.

Belletristik:

978-3-446-23630-1_21127113521-48Leon und Louise“ von Alex Capus
„Dich kenne ich“ sagte sie, „aber woher?“ Ihre Stimme war noch bezaubernder als Léon sie in Erinnerung gehabt hatte. „Von der Landstraße“, sagte er. „Sie haben mich auf dem Fahrrad überholt. Zweimal.“
„Léon und Louise“ ist eine Liebesgeschichte in Zeiten des zweiten Weltkriegs. Werte und Moral spielen noch ein große Rolle und so nähert man sich ganz vorsichtig an, bis eine Katastrophe das Paar entzweit.
Vor allem Louise mit ihrem frischen Charme, ihrem Humor und ihrem Selbstbewusstsein hat es mir angetan. Sie ist eine der tollsten Protagonistinnen, die ich kenne. Die Liebesgeschichte der beiden ist zart und dennoch eindringlich, ebenso wie die Schreibe des Autors. Eins der schönsten Bücher, die ich je gelesen habe.

978-3-499-24845-0.jpg.376369Wasser für die Elefanten“ - Sara Gruen
Ein ganz wunderbares, gefühlvolles und spannendes Buch, das im Zirkus in den 30er Jahren spielt. Die Figuren der Geschichte sind sowohl kurios als auch faszinierend und auch die tierischen Bewohner, die es im Zirkus gibt, kommen nicht zu kurz. Allen voran ist wohl eine der beliebtesten Figuren die Elefantendame Rosie, die den Leser mit allerlei Schabernack zum Schmunzeln bringt.
Das Buch ist wirklich wie der Auftritt eines Zirkus, da man von einer Emotion zur nächsten getrieben wird.

Historische Romane:

117_456_112375_xlTanz unter Sternen“ - Titus Müller
„Tanz unter Sternen“ ist eins der wundervollsten und zugleich traurigsten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Titus Müllers Schreibe ist hinreißend. Seine Erzählstimme großartig, so dass ich gar nicht mehr aufhören konnte seiner Geschichte zu lauschen bzw. sie zu lesen.
Dieses Buch hat mich dermaßen berührt, dass ich immer wieder Gänsehaut und einen Kloß im Hals bekam. Im Zug sitzend heulte ich, was mir ein bisschen peinlich war, obwohl man sich angesichts dieser eindringlichen Geschichte keiner Träne schämen muss.

9783805250283_hiEin ungezähmtes Mädchen“ - Simona Ahrnstedt

"Ein ungezähmtes Mädchen" ist ein lesenswerter historischer Roman, der mit wundervollen Protagonisten zu begeistern weiß. Der Autorin gelingt es die Leser mit der Liebesgeschichte um Seth und Beatrice, mit Lügen und Intrigen, so sehr in Bann zu ziehen, dass man das Buch am liebsten gar nicht aus der Hand legen würde. Eine Leseempfehlung für Liebhaber von historischen Romanen und Protagonisten, die gegen die Norm kämpfen.

Fantasy:

978-3-426-50906-7.jpg.29210560„Die Tochter der Wälder“ - Juliet Marillier

"Die Tochter der Wälder" ist ein Seelenstreichler, der mich tief bis in mein Herz berührt hat. Ich wäre am liebsten hineingekrochen in dieses Buch und nicht wieder herausgekommen und so bin ich mehr als froh, dass es der erste Band der Sevenwaters Saga ist und noch vier weitere Folgen. Es ist ein Buch für all diejenigen, die sich begeistern können für Sagen, große Geschichten, wahre Liebe und all diejenigen, die noch offen sind für den Zauber der Natur.

351_50141_73923_xxlSternenwanderer“ - Neil Gaiman
Der junge Tristran Thorn, der aus einer Liaison zwischen einem Mädchen aus dem Feenland und dem bodenständigen Schaffarmer Dunstan Thorn hervorgegangen ist, ist unsterblich in die junge Victoria Forrester verliebt.Als sie im jedoch einen Kuss ablehnt, verspricht er ihr den Stern, der just in diesem Moment vom Himmel gefallen ist zu holen, um ihr seine Liebe zu beweisen. Er macht sich auf die Reise und ein aufregendes Abenteuer beginnt. Denn nicht nur er ist auf der Suche nach dem Stern, sondern auch die machthungrigen Lords von Stormhold, deren Vater auf dem Totenbett mit einem Topas ebenjenen Stern vom Himmel geschmissen hat. Derjenige Lord, der diesen Topas besitzt wird Nachfolger auf Burg Stormhold, und so machen sie sich ebenfalls auf die Reise den Stern zu finden.
Der Stern ist jedoch ein junges Mädchen, dessen Herz die Hexenkönigin und ihre Schwestern wieder jugendlich werden lässt, so macht sich die Hexenkönigin auf die Reise, dem Stern das Herz herauszureißen...
Ein Must-Read von Fans von fantastischen Erzählungen!!

Young Adult:

Du oder das ganze Leben“ - Simone Elkeless
(Eine) Meine ( r ) große Liebe: Alex Fuentes ;)

u1_978-3-8414-2101-2Erzähl mir von der Liebe“ - Beate Teresa Hanika
"Manchmal erkennt man die Liebe nicht und manchmal erkennt man sie erst, wenn sie fortgegangen ist."
Keine Liebesgeschichte im klassischen Sinn, aber ein Buch über die Liebe, das ganz im Stil Beate Teresa Hanikas leise von großen Gefühlen, Emotionen, Erwartungen an das Leben erzählt.



Young Adult Fantasy:

978-3-86252-005-3.jpg.470690Jasmyn“ - Alex Bell
Vor der Kulisse des bayerischen Schlosses Neuschwanstein, dass als eins der romantischsten Schlösser gilt und Disneyverfilmungen als Vorlage dient, kreiert die Autorin eine spannende Geschichte um Gier, Hass und die Macht der Liebe. Im Stil alter Märchen und Sagen, aber bestens in die moderne Welt eingebettet, hat Alex Bell einen Roman erschaffen, der mich von der ersten bis zur letzten Seite fesselte.

5165997_a7db1e8efc_sDas Buch der tausend Tage“ - Shannon Hale
Es gibt so Bücher, die einem besonders ans Herz gehen. Die einen besonders berühren. Von denen man auch nach dem Lesen noch lange Gänsehaut hat. Die man so schnell nicht vergisst. "Das Buch der tausend Tage" ist so ein Buch. Ein Buch, das einen Wirbelwind der Gefühle auslöst. Der Leser wird hin und hergeworfen von lachen zu weinen, von verzweifeln zu hoffen, eingebettet in eine poetisch, schöne, leichte Schreibe.
Weniger ein Buch über die Liebe zwischen Mann und Frau als vielmehr eine Geschichte über eine liebevolle Freundschaft und deren starke Kraft. Mein Geheimtipp!!



[ Kurz gesagt ] Nele und Paul - Michel Birbaek



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"Das ist das Problem mit der großen Liebe – sie versaut einen für die kleinen."

Paul und Nele, seit der Kindheit befreundet, ein Traumpaar im Jugendalter bis Nele vor neun Jahren nach Amerika ging, um dort eine Karriere als Model zu starten. Paul ist zurück geblieben im Heimatort, dort wo seine Freunde, seine Mutter, sein Leben ist. Doch Nele hat er nie vergessen. Sie war und ist für ihn die Einzige. Und plötzlich ist sie wieder da. Steht vor seiner Tür, als ob nichts gewesen wäre. Und nun?
"In den letzten Jahren hatte es immer wieder Phasen gegeben, in denen ich mich gefragt hatte, ob man jemals wieder so glücklich werden konnte, wie in der glücklichsten Erinnerung. Man zweifelte daran und dann plötzlich … Glücklich."
Kann man am Glück vergangener Zeiten festhalten? Lässt es sich weiter leben wie vor längst vergangener Zeit, als ob keine Pause dazwischen gewesen wäre? Für Paul und Nele ist das so, denn die beiden lieben sich. Es ist eine bedingungslose Liebe, die sich davon nährt, dass man nur mit der entsprechenden Person glücklich sein kann. So sieht es Paul. Doch wie ist es mit Nele?
"Nele und Paul" ist mein erster, aber sicher nicht letzter, Roman des Autors Michel Birbaek, gebürtiger Kopenhagener und (Mit-) Drehbuchautor der Serie "Danni Lowinski", denn er hat ein Dörfchen erschaffen, das mit all seinen vielfältigen Dorfbewohnern, schnell Sympathie beim Leser weckt. Ob Paul, seine Kollegen vom Revier oder der schrullige Kneipenwirt, es gibt auf jeden Fall jemanden, den man mögen wird.
Was die Beziehung zwischen Paul und Nele angeht, gibt es die ein oder andere Schwäche in der Geschichte. Zudem hatte ich mir eine locker leichte Sommergeschichte erhofft, eine Erzählung, an die man sich noch lange gern erinnert. Bekommen habe ich auf jeden Fall jede Menge Überraschungen, denn man glaubt gar nicht, welch kriminellen Handlungen in so einem Dörfchen passieren …
Alles in allem ist "Nele und Paul" ein netter Roman, der sich nach einem etwas holprigem Einstieg zu einem Buch entpuppte, das mir beim Lesen sehr viel Freude gemacht hat.
Bastei Lübbe TB (Juni 2010)
415 Seiten
8,99 €
hier kaufen

[ Kurz gesagt ] Geisterreise - Marie Pohl



u1_978-3-10-059023-7S. Fischer Verlag (Juli 2012)
336 Seiten
19,99 €
hier kaufen
"Aber was einer in sich trägt, was er denkt, was er fühlt, was er glaubt und vor allem, was er erinnert, das kann einem niemand nehmen."
Von Geistern gelockt reist Marie Pohl nach Kuba, Bali, Irland, New York und Mexico. Deren Rufe sind es, die Marie auf eine Reise führen, auf der sie nicht nur spirituelle Erlebnisse erfährt, sondern vor allem sich selbst begegnet. Mutig lässt sie sich auf Neues ein, auf Dinge, die sie evtl. in Gefahr bringen könnte, aus denen sie aber immer wieder gerettet wird bzw. sich selbst rettet, dank ihres unheimlich starken Glaubens an das Gute.
"Geisterreise" ist ein ganz besonderes Buch und für mich eine neue Erfahrung auf einer spirituellen Ebene. Eine Erfahrung, die neugierig macht und den Leser irgendwie in Bewegung bringt. Dazu anreizt nachzudenken, Neues auszuprobieren und sich auf seine Sinne, Gefühle und Träume einzulassen.
Es ist ein Buch voller Legenden, Aberglaube und magischer Momente, denn Gehörtes wird plötzlich zu Erlebtem und man weiß am Ende gar nicht mehr, ob es nun die Protagonistin war, die diese Erfahrungen gemacht hat, oder ob man sie am eigenen Leib erfahren hat. Lasst euch von den Geistern durchströmen...
Marie Pohls Geschichte ist ein bisschen eine Mischung aus Pilgern auf dem Jakobsweg und einem Roman von Paulo Coelho. Poetisch und dennoch sehr stark, mächtig und magisch.
Es lässt sich nur schwer in Worte fassen, was im Buch geschieht, was während des Lesens geschieht und ich weiß, ich werde dieses Buch auf jeden Fall noch einmal lesen, denn es gibt darin so viel zu entdecken, zu erfahren, so viele Details und Emotionen, Geister, die auch mich berühren, dass es sich definitiv lohnen wird noch einmal auf Geisterreise zu gehen.

Love is on Air - James Mylet



KLAPPENTEXT:
u1_978-3-8414-2113-5.24205439Lex will nach London gehen, um seinen Traum zu verwirklichen und ein professioneller Radio-DJ zu werden. Zu Hause in Clifden, einem kleinen irischem Küstenort, betreibt er einen Piratensender und für seine letzte Saison hat er große Pläne. Ein Rockfestival soll das Abschiedsgeschenk an seinen Heimatort werden. Außerdem möchte er endlich mal Sex haben und eine Menge Geld verdienen. Leider ist er von Chaoten umgeben, die all seine Vorhaben ins Wanken bringen.
AUTOR:
James Mylet ist 36 Jahre alt. Nach seinem Studium hatte er eine Reihe von Jobs, bei denen man regelmäßig versuchte, ihm seinen letzten Nerv zu rauben. An manchen Tagen ist dies gelungen, an manchen nicht. "Love is on Air" ist sein erster Roman.
EIGENE MEINUNG:
"Ich gebe zu, dass ich ein bisschen nerdig bin; mir gefallen die Details des Lebens, die sich zu etwas Größerem zusammensetzen."
Der 17 jährige Lex ist in seinem Heimatort kein Unbekannter, denn er moderiert auf Radio Clifden. Ehrlich gesagt ist er jedoch der einzige Moderator dort, denn Radio Clifden ist seine Radio. Eigens von ihm ins Leben gerufen, eigens von ihm mit Programm und Musik ausgefüllt. Dort spielt er des öfteren seine Lieblingsband Toots and the Maytales, aber auch Songs, die mehr dem Mainstream entsprechen, um auch den anderen Einwohnern von Clifden gerecht zu werden.
Im Sommer geht er nach London aufs College, denn sein Traum ist es Radiomoderator in einem öffentlichen, bekannten Sender zu werden. Zum Abschied plant er ein Festival in Clifden. Außerdem möchte er seine Jungfräulichkeit verlieren. Am liebsten an die schöne Michelle, die jedoch bereits mit Liam zusammen ist, einem Typ, so breit wie ein Baum und so stark wie ein Bär. Zwei riskante Unterfangen, die er da plant …
Die Teenagerzeit wäre nicht die Zeit des Chaos, wenn alles glatt laufen würde. Diese Erfahrung muss leider auch Lex, der sympathische und sehr authentische Protagonist des Romans "Love is on Air" machen. Der Weg des Erwachsenwerdens ist lang und beschwerlich. Manch Hürde wird einem in den Weg gelegt. Große Träume helfen diese Zeit zu überstehen, doch so manch einer dieser Träume zerplatzt.
Lex Erzählstimme ist locker, flockig, leger. Seinem Alter entsprechend und damit sehr realistisch. Sein Wortschatz ist, wie soll ich sagen, der eines gewöhnlichen Teenagers und beinhaltet ein ausgeprägtes Repertoire an Flüchen und dreht sich ziemlich häufig um das wichtigste im Körper eines 17-jährigen Jungen: Sex. Doch Lex unterscheidet sich auch ein wenig von seinen Freunden, die ebenfalls mit jeder Menge Steinen zu kämpfen haben, denn er hat tatsächlich ein Ziel vor Augen. Und auch, wenn er auf seinem Weg dahin manche Blamage einzustecken hat, verliert er dieses nicht aus den Augen.
Außer Lex kommen hin und wieder auch seine Familie und Freunde zu Wort. Alle sind wirklich sehr authentisch dargestellt und verfügen über unterschiedlichste Charaktereigenschaften. Da es in Lex` Bekanntenkreis jedoch Dansey, Danny, Davey und Doh gibt, bin ich ständig durcheinander gekommen und wusste oftmals gar nicht, von wem nun eigentlich die Rede ist. Besonders gern mochte ich die kleine Schwester Fiona. Nach Lex Angaben eine "Matriarchin", die seine Mutter sicher noch manch graues Haar kosten wird.
Ich denke der rote Faden der sich durch das Buch zieht ist das Thema: Was denken andere über mich? Wie gehe ich damit um? Und wie schaffe ich es ich selbst zu sein bzw. eine eigenständige Identität auszubilden? Die große Frage der Jugendzeit eben, die mit vielen Peinlichkeiten,  geplatzten Hoffnungen und manchmal auch blöden Konsequenzen einhergeht. Des weiteren steht sicher die Frage im Raum, was die Zukunft wohl bringen wird und wie man seine Träume am besten verwirklicht. Dass es sich lohnt immer weiter zu machen, das negative Dinge irgendwann in Vergessenheit geraten, so lange man das Ziel vor Augen behält, ist sicher eine der Kernaussagen des Romans, ist mir aber ein bisschen zu verschleiert und evtl. nicht für jeden ersichtlich. Das Buch könnte dann den Eindruck vermitteln im Ganzen etwas zu pessimistisch zu sein.
FAZIT:
"Love is on Air" ist ein netter Roman übers Erwachsenwerden, Träume, Ziele und Wünsche, der mit musikalischen Einlagen und facettenreichen Charakteren, punkten kann. Alles in allem Könnte die Story etwas flotter, etwas frecher sein, um den Leser mehr zu fesseln. Sollte der Autor jedoch noch einen Roman über Fiona, die kleine Schwester des Protagonisten Lex schreiben, würde ich das Buch auf jeden Fall lesen.

BEWERTUNG:
Kuh 35

BUCHINFO:
FJB (Oktober 2012)
352 Seiten
17,99 €
hier kaufen

Spiegelriss - Alina Bronsky


ACHTUNG!!! Dies ist der zweite Teil einer Trilogie und kann deshalb Spoiler zum ersten Teil "Spiegelkind" enthalten!!
KLAPPENTEXT:
9783401067995_hiSie nennen sich das Rudel und keiner traut dem anderen. Doch Juli ist froh, dass die abgerissenen Gestalten, die am Rand der Normalität leben, sie überhaupt aufgenommen haben. Nachdem ihr der Zugang zur Welt der Pheen verwehrt wird, hat sie keine Heimat mehr. Schlimmer noch, innerhalb der Normalität wird sie als letzte lebende Phee und gefährliche Mörderin gejagt. Verzweifelt versucht Juli, die Brücken zu ihrem früheren Leben wiederherzustellen. Doch bald muss sie erkennen, dass die Freunde von einst zu Feinden geworden sind und Verrat in der neuen Welt an der Tagesordnung ist.

AUTORIN: 
(Quelle: Arena)
Alina Bronsky, Jahrgang 1978, war Medizinstudentin, Werbetexterin und Redakteurin bei einer Tageszeitung, bis sie eines Tages ein Manuskript an drei Verlage schickte und auf Anhieb die Zusage bekam. Ihr Debüt »Scherbenpark« gehörte zu den meist beachteten Debüts des Jahres 2008 und wurde für diverse Preise nominiert, darunter den Deutschen Jugendliteraturpreis. Ihr zweiter Roman »Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche« stand auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis. Die Rechte an Bronskys Romanen wurden in über zehn Länder verkauft, sie erscheinen unter anderem in den USA und Italien.

EIGENE MEINUNG:
Whow … ich habe "Spiegelriss" gerade beendet und bin sprachlos und irgendwie platt. Bronskys Romane schlagen immer mit solch einer Macht auf mich nieder, dass ich hinterher förmlich k.o. bin. Zum einen ist es die drückende Atmosphäre, zum anderen die Geschichte, die Handlungen, Erlebnisse und Emotionen, die so sehr zum nach- und mitdenken anhalten. Es ist eine kleine Herausforderung an den Leser, aber es ist genau der Punkt, der mich immer wieder zu Alina Bronskys Romanen greifen lässt.
"Mit Kojote unterwegs sein, fühlt sich an, als würde man mit einem Igel kuscheln."
Schon nach den ersten Seiten war ich ziemlich baff. Ein divergentes Setting, eine völlig andere Atmosphäre als noch in "Spiegelkind" haben genau das erfüllt, was ich in der Rezi zum ersten Teil der Trilogie geschrieben habe: Man weiß nicht was einen erwartet. Es ist überhaupt nicht einzuschätzen, was auf uns zu kommt, was in der Autorin vorgeht, wie sie ihre Protagonistin Juliane Rettemi nach dem Tod ihres Vaters, der nicht ihr leiblicher Vater ist, weiter leben und handeln lässt. Für mich stand die Frage nach der Suche des richtigen Vaters zunächst im Vordergrund. Sie wurde jedoch nicht direkt beantwortet, doch im Nachhinein weiß ich, dass – wie so oft im Leben – der Weg das Ziel ist.
"Ich frage mich, ob ein Küken Schmerzen empfindet, wenn es aus dem Ei schlüpft. Einmal hatte ich schon eine Blase durchbrochen, die mich beschützt hat, und es war schmerzhaft gewesen."
Eigentlich gehen wir immer noch der Frage auf den Grund: wer oder was sind Pheen wirklich? Ist Juli eine Phee? Was machen Pheen? Sind sie gefährlich für die Gesellschaft oder sind sie nur "eine Erfindung des kollektiven Unbewussten", damit es ein Feindbild gibt, dem alles Schlechte zugeschoben werden kann und gegen das gekämpft werden darf? Die Kluft zwischen Normalen, Pheen und Freaks wird dadurch immer größer. Ein Verständnis, ein Verstehen wollen, ist nicht in Sicht. Ängste steigen ins Unermessliche, eine Krisensituation untermauert von Vorurteilen und Gewalt ist kaum abzuwenden. Und es bleibt weiterhin die Frage: Wer ist denn nun gut und wer böse? Wem kann Juli vertrauen? Kann sie sich selbst überhaupt noch trauen?
"War ich besonders dumm, besonders blind, dass ich keine Ahnung hatte, in welcher Welt ich lebe."
Ich frage mich immer wie der "Spiegel" in den Titel passt. Zum einen ist die Welt, die Gesellschaft, in der Juli lebt sicher ein Spiegel unserer eigenen, zum anderen ist es manchmal ganz gut einen Spiegel vorgehalten zu bekommen, um auf den Boden der Tatsachen zurück kehren zu können. Doch ist es nicht oft auch so, dass man im Spiegel auch gerne mal das sieht, was man sehen möchte?

FAZIT:

"Spiegelriss" ist kein typischer zweiter Teil, in dem erklärt und beschrieben wird, Geheimnisse aufgedeckt, aber auch neue ausgegraben werden. "Spiegelriss" ist spannungsgeladen, schnell, bedrückend, schockierend und stellenweise brutal. Je mehr der Leser mitdenkt, umso mehr gelingt es ihm in Julis Welt einzutauchen. Ein flaches weg lesen des Romans ist nicht möglich und ich habe auch hier das Gefühl, dass ich das Buch beim zweiten Mal lesen / hören noch besser verstehen kann, als beim ersten Mal. Auch wenn sich viele Gedanken in den Vordergrund drängen bleibt es nicht aus große Emotionen zu fühlen. Emotionen, die mir tief unter die Haut gingen und dort die Härchen aufstellten aufgrund erschütternder Ereignisse und Geheimnisse. Alina Bronsky konnte mich wieder einmal mit ihrer literarischen Qualität begeistern, berühren und in ihren Bann ziehen. Tief bewegt und bedrückt bleibe ich zurück und wünsche mir nichts so sehr, wie den dritten Band in Händen halten zu können, von dem ich auch wieder behaupten kann: ich habe Null Ahnung, was darin wohl passieren wird ...
BEWERTUNG:
Kuh 45
BUCHINFO:
Arena (Januar 2013)
261 Seiten
14,99 €
hier kaufen
"Spiegeltrilogie"-Rezis
Hörbuch "Spiegelkind"
Buch "Spiegelkind"

Kirschroter Sommer - Carina Bartsch



KLAPPENTEXT:
9783499227844_hiDie erste Liebe vergisst man nicht. Niemand weiß das besser als Emely. Nach sieben Jahren trifft sie wieder auf Elyas, den Mann mit den leuchtend türkisgrünen Augen. Der Bruder ihrer besten Freundin hat ihr Leben schon einmal komplett durcheinander gebracht, und die Verletzung sitzt immer noch tief. Emely hasst ihn, aus tiefstem Herzen. Viel lieber lenkt sie ihre Aufmerksamkeit auf den anonymen E-Mail-Schreiber Luca, der mit seinen sensiblen und romantischen Nachrichten ihr Herz berührt. Aber kann man sich wirklich in einen Unbekannten verlieben?

AUTORIN: 
(Quelle: Rowohlt)
Carina Bartsch wurde 1985 im fränkischen Erlangen geboren und lebt in einem kleinen Dorf in der Nähe ihrer Geburtsstadt. Sie brach die Realschule, dann die Wirtschaftsschule und eine Lehre ab. Erst nach diversen Kleinjobs fand sie mit Anfang zwanzig ihre wahre Bestimmung: das Schreiben. Mit ersten Kurzgeschichten gewann sie mehrere Schreibwettbewerbe. Dann wagte sie sich 2011 an ihr Romandebüt, «Kirschroter Sommer», mit dem sie zur erfolgreichsten deutschen Liebesromanautorin im Netz wurde. Auch der Nachfolgeband «Türkisgrüner Winter» avancierte zum E-Book-Bestseller.

EIGENE MEINUNG:
"Kirschroter Sommer" war für mich ein Lesemuss, denn einige befreundete Blogger haben so begeistert davon erzählt. Obwohl ich nicht der größte Fan von Liebesgeschichten bin, habe ich mich sehr gefreut, als ich das Buch, das nicht nur inhaltlich eine schöne Geschichte verspricht, sondern auch optisch einiges hermacht, in Händen hielt. Und ich bin nicht enttäuscht worden. "Kirschroter Sommer" ist ein Roman, den ich gern gelesen habe und auch sein Nachfolger "Türkisgrüner Winter" ist bereits bei mir eingezogen und wird in nächster Zeit verschlungen werden.
Verschlungen ist eigentlich genau der richtige Ausdruck, denn die etwa 500 Seiten Liebesroman flutschen einem nur so durch die Finger. Ehe man sich versieht hat man wieder einmal hundert Seiten weggelesen. Schaut man ganz genau hin, dann gibt es die ein oder andere kleine Länge, die aber, dank der flüssigen und ausgereiften Schreibe der Autorin, die sich ihr Debütanten Dasein überhaupt nicht anmerken lässt, leicht zu überlesen ist.
In einer lockeren Sprache, die für ein jugendliches Zielpublikum angemessen und nicht aufgesetzt wirkt, aber auch Leser begeistern kann, die diesem Alter bereits entwachsen sind, nimmt Carina Bartsch ihr Publikum mit in eine Geschichte voller Spaß, Spannung und Verliebtheit. Die Dialoge zwischen Elyas und Emely sind witzig, spritzig und haben mich immer wieder erheitert. Obwohl es sich fast 500 Seiten lang um dieses Geplänkel, diesem Spiel, in dem sie sich immer wieder anziehen und wegstoßen wie zwei Magnete, dreht, war mir während des Lesens nie langweilig.
Dies liegt sicherlich auch an den Protagonisten des Romans, die mir sofort ans Herz gewachsen sind. Erst zum Ende hin geht mir Emely ein bisschen auf die Nerven, aber es ist nicht so gravierend, dass ich mich nicht auf ein weiteres Treffen mit ihr freuen würde. Elyas hingegen hat meine ganze Aufmerksamkeit bekommen, denn auch ich bin seinen türkisgrünen Augen, seinem Charme und vor allem seinem Witz verfallen.
Die Spannung zwischen den beiden ist deutlich spürbar, ja fast sichtbar. Autorin Carina Bartsch weiß nicht nur sich passend auszudrücken und bildlich zu schreiben, es gelingt ihr außerdem Gefühle greif- und fühlbar darzustellen.

FAZIT:

"Kirschroter Sommer" ist eine authentische Liebesgeschichte zwischen zwei sehr sympathischen Charakteren. Das Buch zu lesen ist wie ein Treffen mit Freunden, bei dem man lacht, mitfühlt und füreinander da ist. Es macht sehr viel Spaß den Roman zu lesen und man bekommt ein kleines bisschen Lust sich ebenfalls zu verlieben ...
BEWERTUNG:
Kuh 4(3)
BUCHINFO:
Rowohlt (Januar 2012)
512 Seiten
9,99 €
hier kaufen

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