29.12.14

[Blogparade] Jahresabschluss 2014

Ich habe lange hin und her überlegt, wie ich euch mein Jahr 2014 am besten näher bringe. Ein sehr ereignisreiches Jahr, das in meinem Leben viele Veränderungen gebracht hat. Nicht alles war einfach, aber ich gehe mit einem guten Gefühl aus dem Jahr und weiß, dass der Stein, der ins Rollen gebracht wurde, den richtigen Weg einschlägt.
Mit meinem nun schon 350. Post beteilige ich mich an der Blogparade von Buchsaiten, die schon in die sechste Runde geht. Der Beitrag ist nicht so ausführlich wie manch anderer, aber ich berichte ja regelmäßig Ende des Monats von meinen Highlights, es gibt eine Leseliste mit Punktevergabe und einen ganzen Monat lang könnt ihr in der Sidebar sehen, welches Buch mir im vergangenen Monat am meisten ans Herz gewachsen ist.



* Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat? (und Begründung)

Am meisten überrascht wurde ich von einer Serie, die ich nicht im Buch-, sondern Hörbuchformat genießen durfte. Sprecherin Vanida Karun hat zwar auch einen Anteil daran, dass ich den "Luna-Chroniken" verfallen bin, aber den Löwenanteil macht eben doch diese sehr besondere Geschichte aus, von der ich nie gedacht hätte, dass sie mir gefallen wird. Ein Cyborg, Raumschiffe und Lunarier ... im Traum hätte ich nicht daran gedacht, dass mich Marissa Meyer so fesseln kann. Gespannt warte ich auf den nächsten Band (drei sind bereits erschienen) und kann euch diese außergewöhnliche, spannende und charmante Serie nur ans Herz legen!
* Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat? (und Begründung)

"Die Achse meiner Welt" von Dani Atkins. Meine Güte, was wurde von diesem Buch geschwärmt! "Beste Liebesgeschichte seit langem"...Pff... dann habt ihr wohl nicht "Eine Liebe über dem Meer" gelesen. "Überraschende und spannende Handlungen", auch dem konnte ich nicht ganz zustimmen, denn meiner Meinung nach war zwar der Ansatz gut, aber die Autorin hat irgendwie verpennt etwas richtig tolles, besonderes daraus zu machen. Liest sich ganz nett, aber war für mich eben nicht so überragend wie für viele andere.




* Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?

Oh da gab es in diesem Jahr einige. Angefangen bei renommierten (alten Hasen ;)) Autoren/Innen, die schon lange auf Bestenlisten stehen, von denen ich aber noch nichts gelesen hatte wie Andreas Steinhöfel, Jeannette Walls, Marie-Sabine Roger, Nina Blazon, Donna Tartt über diejenigen, die gerade so richtig in Schwung kommen wie Ruta Sepetys oder Elif Shafak bis hin zu den Selfpublisher bzw. Indie Verlag Mädels Nadine Erdmann und Caroline C. Brinkmann, die hoffentlich viele Leser bekommen werden. Alle haben gemein, dass sie unglaublich toll schreiben können. Dass sie Fantasie haben, mich berühren und Zwischenmenschlichkeit in ihre Geschichten bringen.

* Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?

Ich lege mich jetzt mal auf kein Cover fest, sondern möchte hier einmal zwei Verlage loben, die in 2014  "geboren" wurden. Königskinder und Magellan geben sich so unglaublich viel Mühe mit Covergestaltung und Layout der Seiten, dass jedes ihrer Bücher ein kleiner Schatz ist.

* Welches Buch wollt ihr unbedingt in 2015 lesen und warum?

Ich freue mich sehr auf neue Romane einiger LieblingsautorInnen wie Patty Spychalski und Micaela Jary, sowie den sehr berührenden Jugendroman "Love Letters to the Dead" von Ava Dellaira, den ich bereits auf englisch gelesen habe, aber ganz besonders freue ich mich auf "Makarionissi oder Die Insel der Seeligen" von Vea Kaiser. Ihr Debüt "Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam", hat mich mit seiner Komplexität und Ideenreichtum, mit dem die Autorin wirklich einem John Irving das Wasser reichen kann, so begeistert, dass ich seitdem auf ein weiteres Werk der jungen Österreicherin warte. Im Mai ist es dann endlich soweit.


Ins Jahr 2015 muss ich mich erst mal eingewöhnen, denn wie ihr ja wisst, hat sich beruflich (endlich!!) eine Veränderung ergeben. Meine neue Arbeit beginnt am 2.01. und natürlich werde ich erst mal sehen müssen wie ich zurecht komme, was auch den Blog betreffen wird. Ich bin jetzt schon in der heißen Planungsphase meine Struktur fürs bloggen zu verbessern, denn sowohl Lesen als auch das Betreiben des Blogs machen mir immer noch so viel Spaß, dass ich ungern darauf verzichten möchte. Also gibt es seit kurzem im Hause Fantasie und Träumerei einen Blog-Kalender (der Mann versteht es nicht so recht, warum man so viele Taschenkalender mit sich herum tragen muss ;D), Rezis werden vorbereitet und das Internetverhalten überdacht. Bei Facebook und Instagram wird es etwas ruhiger werden (vermutlich noch täglich, aber eben weniger), Rezis werden dort nicht mehr verlinkt werden, da diese Beiträge sowieso meist untergehen. Ihr wisst ja, dass ich versuche jeden Tag einen Post auf dem Blog zu veröffentlichen und habt auch die Möglichkeit mir über Bloglovin zu folgen, wo jede Neuigkeit sofort angezeigt wird. Ich möchte trotzt mehr Arbeitsstunden als an der alten Stelle, wieder mehr lesen, Rezi werden möglichst zeitnah erscheinen, Tine und ich werden monatlich "Buchflüstern", Sonntags bekommt ihr den "Reiseproviant" mit aktuellem Lesestapeln und Fotos aus meinem Leben und am Monatsende die Statistik mit Lesehighlight. Weitere Aktionen, Paludereien etc. sind in Vorbereitung, besonders gern würde ich mehr Interviews veröffentlichen und hier und da auch mal eine Aktion mit anderen Blogs zusammen organisieren (also gerne ansprechen ;)). Mein Kopf arbeitet fleißig an Ideen, aber ich muss hier auch noch mal sagen, so gern ich lese und blogge, mein Leben geht vor, also nicht böse sein, wenn ein Post mal verspätet online geht oder eine Aktion wieder eingestellt wird. 

Fürs Jahr 2015 wünsche ich euch eine glückliche Zeit, Gesundheit, nette Menschen, viele spannende Momente, (positive) Überraschungen und natürlich viele Lesehighlights. Lasst euch nicht stressen, gönnt euch öfter eine Auszeit (am besten mit Buch), lasst mal Fünfe grade sein und auch mal das Internet aus (ihr werdet sehen wie entspannenden das sein kann). Habt eure Ziele im Auge, aber lauft nichts hinterher, was sich euch entzogen hat, und am allerwichtigsten: kommt regelmäßig hier zum Plaudern vorbei ;)

Alles Liebe und einen guten Rutsch 
Nanni

24.12.14

Fröhliche Weihnachten

Was Weihnachten ist, haben wir fast vergessen
Weihnachten ist mehr als ein festliches Essen.
Weihnachten ist mehr als Lärmen und Kaufen,
durch neon beleuchtete Straßen laufen.
Weihnachten ist: Zeit für die Kinder haben,
und auch für Fremde mal kleine Gaben.
Weihnachten ist mehr als Geschenke schenken.
Weihnachten ist: Mit dem Herzen denken.
Und alte Lieder beim Kerzenschein -
so soll Weihnachten sein!

Ihr Lieben,
euch allen ein ganz wundervolles und fröhliches Weihnachtsfest. Habt eine schöne Zeit mit euren Lieben und lasst es euch gut gehen.
Herzlichst Nanni

P.S. Ende der Woche endlich auch hier: der Jahresrückblick mit meinen Highlights aus dem Lesejahr 2014.

19.12.14

Augustas Garten / Andrea Heuser

Augustas Garten

"Die Mama weiß nicht, dass sie keinen Geburtstag haben will. Es gibt vieles, was die Mama nicht weiß. Bald gehen wir wieder nach Hause, hat die Mama gesagt. Immer wieder hat sie die Mama das gefragt, und immer wieder hat die Mama geantwortet: 'Bald.' Und dann stimmt das gar nicht."

Augusta und ihre Mama haben ihre Sachen gepackt und machen jetzt Urlaub bei Eduard. Das hat die Mama zumindest gesagt, doch die Zeit bei Eduard zieht sich ganz schön hin. Augusta möchte jetzt gerne zurück zum Papa. Da hat sie doch auch all ihre Sachen. Ihr Lieblingsspielzeug, ihr Bett und eben den Papa. Die Mama hat gesagt, dass sie bald zum Papa zurückgehen, aber eigentlich hat die Mama eh vieles versprochen, was sie dann nicht eingehalten hat, was man eigentlich nicht darf. Einen eigenen Garten z.B., denn den wünscht Augusta sich schon ganz lange. Weil die Mama keine Zeit hat und ihr Versprechen nicht hält, macht Augusta sich allein auf den Weg zum Papa.

" 'Wann darf man mit dem Denken anfangen? Mit vierzig?'
'Wie bitte?'
'Eine altersgemäße, aber selbstständige Auseinandersetzung mit den Dingen führt dazu, dass die Kinder Werte wie etwa die von > gut < und > richtig < später auch als ihre eigenen zu erkennen vermögen. Während ...' [...]
'Was soll so ein Kind denn bei mir lernen? Dass es noch nicht mal lachen darf über Dinge, die unseren Alltag manchmal so rätselhaft, ja, und auch komisch machen? Mit den Geschichten, die ich mit ihren Kindern lese, oh ja, die ich ihren Kindern zutraue, möchte ich ihnen vor allem eins zeigen: dass ich sie ernst nehme.'"

Völlig unaufgeregt skizziert Autorin Andrea Heuser den Ablauf einer Mutter-Tochter-Beziehung einer Familie, die in Trennung lebt. Kleine Szenen eines "normalen" Alltags verfließen mit Momentaufnahmen aus der Vergangenheit, der eigenen Geschichte der Mutter, zu einem Strom aus Schwierigkeiten und Missverständnissen. Sehr bildlich zeichnet Andrea Heuser ihre kurzen Kapitel in feiner, leichter Sprache, wechselt zwischen den Gedanken der Mutter und der Tochter so mühelos hin und her, als wären die beiden aus einem Guss, obwohl gerade eine große Barriere zwischen ihnen steht, die vor allem bei Augusta zu vielen Enttäuschungen führt.

"Und morgen, morgen ist nicht heute. Einfach nur ein anderer Tag, mit Augusta in ihrem Zimmer, mit Eduard im Wohnzimmer oder im Garten, und sie selbst mit irgendetwas Alltäglichem beschäftigt."

Sehr realistisch stellt Autorin Andrea Heuser, die bereits mit Preisen ausgezeichnet wurde, die Situation des neuen Beziehungsgefüges und die damit einhergehenden Konsequenzen dar. Augusta, die aus ihrem kindlich naiven Blickwinkel nicht versteht, warum auf einmal alles anders ist, warum die Mutter sich verändert und warum die Kommunikation so schlecht geworden ist. Miteinander reden ist schwierig, die Wahrheit auszusprechen noch viel mehr, Schuldgefühle lähmen die Zunge ebenso wie der Wunsch allen gerecht zu werden. 

"Auch einen Gutenachtkuss hat sie ihr heute nicht gegeben, sondern nur rasch ihr Gesicht gegen sie gedrückt. Vielleicht, weil auf ihrem Mund kein Platz mehr für einen Kuss ist, denn da sitzt ja jetzt die Farbe vom Lippenstift."


"Augustas Garten" ist ein sehr menschlicher Roman, sehr dicht an der Realität, herrlich unspektakulär und gerade deswegen hebt sich Andrea Heuser Debüt auch von anderen Romanen ab. Sprache und Layout decken sich, passen in ihrer schlichten Schönheit perfekt zusammen und machen "Augustas Garten" zu einem wahren Lesegenuss.

Buchinfo:


DuMont (Oktober 2014)
224 Seiten
16,99 €

14.12.14

[Special] Buchempfehlungen fürs Weihnachtsfest

Ihr Lieben,

noch 10 Tage dann ist Weihnachten. Ich verschenke zu diesem Anlass immer besonders gern Bücher. Da es sicher einigen von euch auch so geht, hier einige Tipps, welche schönen Schmöker ihr euren Freunden, Familie usw. schenken könntet. Ich hätte euch sehr gerne noch mehr Bücher empfohlen, aber das hätte den Rahmen gesprengt :D Wer unter den Empfehlungen nichts geeignetes findet, der darf gerne noch mal in meine aktuelle Leseliste, in den Rezensionsindex schauen oder aber mich persönlich hier, bei Facebook, Instagram oder via eMail anschreiben.

Fantasy (Erwachsene Leser)



"Das Lied des Blutes" / A. Ryan:
Klett Cotta Hobbit Presse, 775 Seiten, 24,95 €
Anthony Ryan hat einen Roman kreiert, der von der ersten bis zur letzten Seite spannend ist. Es bleibt kaum Luft um durchzuatmen und trotzdem erschlägt einen das umfassende Werk epischer Fantasy nicht. Ganz im Gegenteil. Es beinhaltet nicht nur blutige Kampfszenen (davon aber auch ausreichend), sondern unterhält zudem mit einem eigenen sehr passenden Humor, ohne die Ernsthaftigkeit der Geschichte aus dem Auge zu verlieren. Es ist als lausche man tatsächlich dem Lied eines Barden oder der Geschichte eines jener Erzähler, die sich in einer Welt ähnlich dem Mittelalter auf den Marktplätzen herum getrieben haben. Lebendig könnte man den Erzählstil des Autors nennen, der Charaktere entworfen hat, die komplex und eigensinnig sind und dadurch schnell die Sympathien oder auch Antipathien der Leser gewinnen und sie so mitwirken lassen in einer Geschichte, die spannender und geheimnisvoller kaum sein könnte.

"Der Prinz der Dunkelheit" / M. Lawrence
Heyne Verlag, 384 Seiten, 13,00 €, Auftakt einer Trilogie
Bd. 2: König der Dunkelheit (bereits erschienen)
Bd. 3: Kaiser der Dunkelheit (bereits erschienen)
„Prinz der Dunkelheit“ ist eins der fesselndsten, aufregendsten und auch außergewöhnlichsten Debüts, die ich im Bereich der High Fantasy bisher gelesen habe. Einem Protagonisten, den ich eigentlich für seine Brutalität und selbstgefällige Überheblichkeit hassen müsste, ist es gelungen mich so sehr von sich einzunehmen, dass ich gar nicht genug von ihm und seinem Leben bekommen kann.

"Wild Cards" / G.R.R. Martin (Hrsg.)
Penhaligon, 544 Seiten, 15,00 €
"Wild Cards" ist ein rund um gelungenes Gemeinschaftsprojekt, auf das sich auch der Leser mit vielen angefangen Reihen gerne einlässt. Ein lockerer Erzählton, der von jedem Autor so aufgegriffen wird, dass der Leser das Gefühl bekommt nur eine Person habe den Roman geschrieben, baut einen Spannungsbogen, der am Ende noch mal zu einem Cliffhanger hochfährt. Interessante Charaktere und eine wirklich coole Idee, lassen diesen Roman zu einem Genuss der Urban Fantasy für Erwachsene werden.


Fantasyreihen(Jugendbuch)


FJB, 464 Seiten, Hardcover 16,99 €, Taschenbuch 8,99 €
Bd. 2: Der Herzstein (bereits erschienen)
Bd. 3: Blutmond (April 2015)
Auf jeder Seite warten Überraschungen auf den Leser. Wägt man im einen Moment Saba in Sicherheit, ist sie im nächsten schon wieder in großer Gefahr. Autorin Moira Young ist schonungslos mit ihrer Protagonistin, aber auch mit ihren Lesern. Kämpfe sind an der Tagesordnung. Fingernägelkauen während des Lesens auch.

Heyne fliegt, 400 Seiten, 12,99 €
Die Handlung ist extrem rasant. Actiongeladen und manchmal schockierend blutrünstig. Und obwohl der Kampf Engel gegen Menschen bzw. gute Mächte gegen Böse, nicht neu ist, hat man das Gefühl etwas ganz Neuem zu begegnen. Immer wieder wird der Spannungsbogen bis auf die höchste Spitze getrieben um dort Szenen zu durchlaufen, bei denen sich mir der Magen umdrehte. Dank der Schreibe der Autorin, die so gar nicht nach Erstling klingt, so bildlich dargestellt, dass es mir fast gelingen würde die Geschichte zu zeichnen. Zum Ende gelangt die Handlung dann noch mal zu einem unerwarteten Höhepunkt. Susan Ee hat damit eine tiefe Sehnsucht in mir geweckt unbedingt weiter lesen zu wollen.

"Lockwood & Co. Die seufzende Wendeltreppe" / J. Stroud
cbj, 432 Seiten, 18,99 €
Spannende, gewitzte Fantasy um jugendliche Geisterjäger. Ideal auch für Jungs.
Da ich leider verpennt habe das Buch zu rezensieren könnt ihr hier die Rezension der lieben Tine / Lesemomente lesen.


Vater, Onkel, Bruder ...
Bücher für Männer



"Das halbe Haus" / G. Cynybulk
Dumont, 576 Seiten, 22,99 €
Mit leichtem Sarkasmus, aber auch notwendigem Ernst stellt G. Cynybulk einen Teil der deutschen Geschichte dar, mit der er selbst konfrontiert wurde, und die sicherlich in vielen Familien zu eben solchen Belastungen geführt hat, wie es im "halben Haus" der Fall ist.

"Drei auf Reisen" / D. Nicholls
Kein&Aber, 544 Seiten, 22,90€
Mit sehr viel Charme, Herz und Witz hat David Nicholls einen Roman geschrieben über den ich zu sagen wage, dass er den Zeitgeist der Midlife Generation wiederspiegelt: Ein gemeinsamer Lebensweg ist bestritten, die Sorge um die Kinder wird weniger, man hat es geschafft sie einigermaßen oder doch ganz gut aufzuziehen, so dass sie ihren eigenen Weg gehen können. Nun ist man selbst wieder an der Reihe glücklich zu sein, eigene Wünsche und Ziele zu verfolgen, nachdem man jahrelang alles für die Kinder zurückgestellt hat. Eine neu gewonnene Freiheit, die man vielleicht lieber allein bestreiten will. Menschen entwickeln sich in eine gemeinsame Richtung oder eben in verschiedene. Ich glaube kein Paar versucht dies auf so sympathische, witzige, aber doch auch irgendwie traurige Art zu lösen wie Douglas und Connie.

"Die Soldaten" / T. O. Meißner
Piper, 512 Seiten, 16,99 €
Ein interessanter Fantasyroman, der sich durch die Kunst des Autors seine Leser zu kritischen Ansätzen zu motivieren, von der breiten Masse der Fantasyromane abhebt.

Liebesgeschichten
(Jugendbuch)



"Bevor die Nacht geht" / P. Spychalski
cbt, 288 Seiten, 14,99 €
Ein Tag, eine Nacht voller Tatendrang, in der die Protagonisten ihren Gefühlen freien Lauf lassen können, in der sie machen, wonach ihnen gerade der Kopf steht. Ein Tag, eine Nacht, wie jeder sie mal erleben sollte, denn sie lässt uns das Leben bis in jede Faser spüren.

Heyne fliegt, 320 Seiten, 14,99 €
Kristin Halbrook hat mit ihrem Debütroman "Die Geschichte von Zoe und Will" einen Roman geschrieben, der mein Herz berührt hat. Der mich dazu gebracht hat traurig zu und zu verzweifeln, der mit seinen kurzen, eindringlichen Sätzen aber auch dafür gesorgt, das wenige Glück, das Zoe und Will erfahren haben, mit ihnen teilen zu können. Sehr realistisch reibt sie dem Leser unter die Nase wie schwierig das Leben für Kinder ist, die ihr Leben lang auf Abneigung gestoßen sind, die mit Ängsten und Vorurteilen zu kämpfen hatten und denen es nie gelungen ist irgendwo Fuß zu fassen. Sie werden ihr ganzes Leben lang Unruhegeister sein, immer auf der Suche. So wie Will und Zoe, über deren Reiseende ich hier nicht sprechen möchte. Gänsehaut und Tränen der Rührung bleiben mir von ihrem Roadtrip á la Bonny & Clyde, die sie jedoch nie sein wollten.

FJB, 400 Seiten, 16,99 €
Levithan spielt mit verschiedenen Ideen. Eine Rolle spielt die Idee der Wiederkehr, des immer selben Rhytmus' in einer immer wechselnden, nicht einschätzbaren Raumkonstellation. Es ist eine große Nachdenklichkeit darüber zu erkennen, ob es Seele und Körper gibt, ob der Mensch aus zwei Teilen besteht und wie nah die beiden zusammenhängen, wie sehr sie aneinander gebunden sind. Wie achtsam man sowohl mit dem einen als auch mit dem anderen umgehen sollte. Und in wie weit wir alle eigenverantwortlich handeln. Verflochten werden alle diese interessanten Gedankengänge in einer ganz besonderen Liebesgeschichte, die mit einer perfekt abgestimmten lockeren Schreibe und spannenden Handlungssträngen zu einem der Lesehighlights des Jahres abgerundet wird. Nicht nur für die Zielgruppe der jugendlichen Leser ansprechende, sondern auch für ein erwachsenes Publikum wirklich interessante und sprachlich wunderbar nachdenkliche, sanft und trotzdem eindringliche Lektüre.



 Das besondere Buch 



Hoffmann und Campe, 368 Seiten, 19,99 €
"In einem anderen Himmel" ist einer der herzlichsten und trotz grausamen Ereignissen, herzerwärmendste Roman, den ich seit langem gelesen habe. Lest dieses Buch und macht Bekanntschaft mit der wundervollen, einzigartigen und überaus tapferen Bean Holladay!!!

"Der Club der Traumtänzer" / A. Izquierdo
Dumont, 448 Seiten, 9,99 €
Andreas Izquierdo hat einen ganz wundervollen Roman gezaubert. Einen Roman, der nicht nur vom Glück handelt, sondern mich trotz vieler, vieler Tränen der Rührung auch sehr glücklich gemacht hat. Der zeigt wie gut es ist, wenn man sich die Zeit nimmt hinter eine Fassade zu blicken, wie wichtig es ist zuzuhören und wie viel wir von Kindern lernen können. Ein Roman der entzückt und begeistert mit Charakteren, die wirklich keine einfache Vergangenheit haben, die jedoch lernen mutig und stark der Gegenwart ins Auge zu blicken und die Zukunft mit all ihren Facetten auf sich zukommen zu lassen. Gabor der Frauenheld hat es geschafft auch mich zu verführen, mit all seinem Charme, seiner Authentizität, seinem Witz und seinem Herz, das zunächst unter viel Schutt begraben liegt und für so viel Gänsehaut sorgt. Für mich ist "Der Club der Traumtänzer" definitiv nicht nur optisch eins der schönsten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe und ich kann es nur jedem, wirklich jedem, ans Herz legen!

"Wörter auf Papier" / V. Vawter
Königskinder, 288 Seiten, 16,90 €
Vince Vawter hat seine eigene Biografie, die sicher von vielen Ängsten und Hürden geprägt ist, zu einem Roman über Mut und Toleranz verarbeitet. Ein Protagonist, der ein Vorbild für Jung und Alt sein kann, weil er sich seinen Ängsten stellt, aber sich auch eingesteht, dass er welche hat und beweist, dass ein Mensch nicht auf eine Eigenschaft reduziert werden sollte. Ein Roman, der trotz der Sprechschwierigkeiten von Autor und Hauptfigur über ganz tolle Worte verfügt und sich eine Reihe von Geschichten einreiht, die ganz große Klasse sind und über Generationen ein Lesehighlight sind.


Wenn ihr die Bücher frei Haus geliefert bekommen möchtet, müsst ihr sie nicht unbedingt bei Amazon bestellen. Auch beim Buchladen am Freiheitsplatz könnt ihr sie kostenfrei bestellen und bekommt sie von der Post dorthin geliefert, wo ihr sie hin haben möchtet :)












12.12.14

Ein so junger Hund / Patrick Modiano

Ein so junger Hund

"Ich erinnere mich, ihn an jenem Morgen aus Höflichkeit gefragt zu haben, welchen Fotoapparat er für den besten halte. Er hatte mit den Schultern gezuckt und mir gestanden, dass er letztendlich die Apparate aus schwarzem Plastik bevorzuge, die man in Spielzeuggeschäften kauft und die einen Wasserstrahl spritzen, wenn man auf den Auslöser drückt."

Es ist das Jahr 1992. Das Auftauchen einiger Fotos erinnern Autor Patrick Modiano an eine sehr eindringliche Begegnung aus dem Jahr 1964. Das Jahr, in dem diese Fotos von Francis Jansen gemacht wurden. Jansen übte mit seiner leicht melancholisch, geheimnisvollen Art und der Scheu "allein zu sein", eine Faszination auf Modiano aus, der ebenfalls den Wunsch verspürte mit seiner Kunst sein täglich Brot zu verdienen. Anders als Jansen, der eine gewisse Abneigung gegen Worte verspürte, sollten diese für Modiano später sogar dazu führen den Literaturnobelpreis zu gewinnen (aktuell im Oktober 2014).

"Es reicht mir, eins seiner Fotos anzuschauen, um die Fähigkeit wahrzunehmen, die seine Kunst und sein Leben ausmacht, und die so kostbar , aber so schwer zu erlangen ist: im Schweigen zu verharren."

Es ist eine der Begegnungen, die man nie ganz vergisst. Scheinbar eine Fügung des Schicksals ausgerechnet zu jenem Zeitpunkt jene Persönlichkeit getroffen zu haben. Eine feine Verbindung gibt es schon zwischen Fotograf Jansen, reif an Jahren und Erfahrungen, und Schriftsteller Modiano, einem "so jungen Hund". Eine Frau - wie sollte es anders sein. Des einen große Liebe, des anderen flüchtige Bekanntschaft aus der Kindheit. Ein Moment, der erst durch eine Fotografie aus den Ruhestätten des Gehirns wieder hervorgeholt wird.



"Ein so junger Hund" ist ein sehr schmales Buch, genau ausreichend für eine Begegnung wie diese. Ausreichend für eine erstmalige Begegnung zwischen Leser und Autor. Ausreichend um festzustellen, dass dieser französische Künstler der Worte den Literaturnobelpreis zurecht gewonnen hat. Trotz seines zarten Umfangs verfehlt dieser Roman seine Wirkung nicht. Eine Erzählung über die Begegnung mit einem Fotografen so aufgebaut, wie ein Foto selbst. Geschickt rückt dadurch die Faszination der Fotografie ebenso in den Vordergrund wie das Leben des Fotografen Jansen, das sich - wie jedes andere auch - aus vielen kleinen Einzelaufnahmen zusammensetzt. Eine Aufnahme kann ein ganze Lebensgeschichte erzählen, doch fängt sie nur den Moment ein - festgehalten für die Ewigkeit -, der sowohl alles offen darlegt, aber auch undurchdringlich und gestellt sein kann. Die Wahrheit wird nur vom aufmerksamen Betrachter, von demjenigen, der sich für die "Geschichten dahinter" interessiert, aufgedeckt. Betrachter, wie Jansen und Modiano sie gleichfalls zu sein schienen. Eine weitere Verbindung zwischen beiden, von keinem von ihnen beeinflusst.

"Wenn ich mich an diesen Abend erinnere, so empfinde ich das Bedürfnis, die Schemen, die mir entgleiten, einzufangen und sie wie auf einer Fotografie festzuhalten. Aber nach so vielen Jahren verblassen die Konturen, und ein immer verfänglicherer Zweifel nagt am Bild der Personen. Dreißig Jahre reichen aus, um Zeugen und Beweise verschwinden zu lassen."

Obwohl nur von einem kurzen Zeitraum berichtet wird, erfährt der Leser in diesem kleinen Büchlein, das so fein geschrieben ist, in dem so viele schöne und kluge Sätze gesprochen werden, dass ich sie am liebsten alle in meinem Gedächtnis einschließen würde, sehr viel über den Fotografen Jansen. Wie er einst gewesen sein könnte und wie er im Sommer 1964 war. Ein wenig des Lebens müde, schwermütig, gebrochen durch Verluste von Freunden, Bekannten und Unbekannten, durch einen sinnlosen Krieg, der viele Leben gekostet hat. Es scheint als habe er den wahren Wert des Lebens, den Sinn von Freundschaften und Liebe aus den Augen verloren. In Kontrast stehenden zu Modiano, der sein Leben mit allen Höhen und Tiefen zu diesem Zeitpunkt noch vor sich hatte. Es geht ihm wie anderen häufig auch. Manche Momente versteht man erst im Nachhinein - manchmal erst nach Jahren der Erfahrung - so richtig.

"Ich konnte die Zukunft nicht voraussagen, aber in dreißig Jahren, wenn ich Jansens Alter erreicht hätte, würde auch ich verschwinden, wie er, an einem Abend im Juni, in Begleitung eines schemenhaften Hundes."

Ich habe "Ein so junger Hund" unglaublich gern gelesen. Jedes einzelne Wort in mich aufgesogen, jeden Satz gemocht und genossen. Patrick Modiano schreibt schon so lange und erst jetzt hat sich für mich der Moment ergeben, in dem ich auf ihn aufmerksam werden durfte. Es war ein Vergnügen meine Zeit mit ihm zu verbringen und ich freue mich auf ein Wiedersehen.

Buchinfo:


Aufbau (2014)
112 Seiten
14,95 €
Übersetzer: Jörg Aufenanger

11.12.14

Winterkind: Die magische Suche / Sarah Prineas


Fer lebt bei ihrer Oma Jane. Ihre Eltern sind verstorben. Über deren Tod weiß das Mädchen nichts genaues. Ein Geheimnis umgibt die Umstände, wie sie aus dem Leben verschieden sind. Fer weiß nur, dass es irgendwie damit zu tun hat, dass die Großmutter über gewisse Fähigkeiten verfügt. Zaubertränke brauen und Menschen heilen kann. Als Fer eines Tages einen Hund vor den Fängen aggressiver Wölfe rettet, der sich später als Junge entpuppt, spürt sie, dass es an der Zeit ist dem Geheimnis ihrer Eltern auf den Grund zu gehen.

"Winterkind" ist ein Roman, der mich in einem Wechselbad der Gefühle zurücklässt, die von total genervt bis hin zu Gänsehaut alles umfassen. Ich weiß nicht, wann ich in letzter Zeit einmal so unschlüssig gewesen wäre, ob ich das Buch richtig gern mochte oder ob es dann doch eher nicht so gut war. Damit sorgt Sarah Prineas dafür, dass ich über ihr Buch nachdenke, darüber reden möchte und es sicher auch noch eine ganze Weile im Kopf behalten werde.

"Fer drehte sich um und sah sie an. Sie spürte, dass zwischen ihr und dem Mädchen eine schwache Verbindung bestand. ES war dasselbe Gefühl, dass sie auch gegenüber dem Hirsch auf der Lichtung empfunden hatte, nur weniger intensiv. Als wäre der Faden, der sie verband so fein wie ein Spinnenetz."

Sarah Prineas, die schon erfolgreich eine Reihe namens "Der magische Dieb" veröffentlichte, hat in ihrem Roman "Winterkind" eine Welt geschaffen, die mich sehr stark an Narnia erinnert. Das stört kein bisschen, denn Narnia ist in einer ganz anderen Epoche entstanden. "Winterkind" wirkt viel zeitgemäßer, sprachlich angepasst, ohne den Anschein zu erwecken aufgesetzt oder kopiert zu sein. Dennoch ist die Sprache, die Schreibe eines der größten Probleme, die ich mit dem Roman hatte. Ich bin ein wenig erstaunt, dass die Autorin an der Universität in Iowa kreatives Schreiben und Literatur unterrichtet, denn irgendwie fehlte mir beim Lesen dieses Gefühl, dass es "rund" läuft. Es gibt ein Auf und Ab in Sprache und Ausdruck, ebenso wie in der Spannung. Hebt Sarah Prineas den Spannungsbogen hoch und höher, haut sie plötzlich eine Information raus, die ihn rapide abflachen lässt, was ich manchmal echt ärgerlich fand. Erst zum Ende hin gelingt es ihr die Spannung nicht nur rapide aufzubauen, sondern auch über einen längeren Zeitraum zu halten, was noch mal für einen wirklich guten Abschluss des Romans führt. Prinzipiell hatte ich das Gefühl, dass der Leser zu viel verraten bekommt. Dabei geht es noch nicht mal unbedingt um wichtige Handlungsstränge, sondern vielmehr um kleine Details. Ich hätte mir gewünscht, sie hätte mehr der Fantasie ihrer Leser überlassen.



Jetzt kommt das große Aber: trotz all dieser Schwächen, die ich aufgezeigt habe, habe ich mich in dem Buch wohl gefühlt. Ich habe es gern gelesen. Habe mich ein bisschen gefühlt wie Protagonistin Fer, als sie in der anderen Welt ankommt und spürt, dass sie dahin gehört. Es ist die Mischung aus Magie, wilden Tieren und einer fantastischen Welt, die mich immer wieder angelockt hat und dafür gesorgt hat, dass ich das Buch innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe. Zudem mochte ich nicht nur Protagonistin Fer sehr gerne, sondern auch Rook, den Puck, und all die guten und schlechten Wesen, die uns auf der anderen Seite des Pfads begegnen. "Winterkind" mit seinem wunderschönen Cover, das eine Zierde für jedes Bücherregal ist, strahlt etwas märchenhaftes aus. Eine Atmosphäre, die nicht neu erfunden, aber eben erfolgreich ist und perfekt in die vorweihnachtliche Winterstimmung passt.

Buchinfo:


cbj (November 2014)
256 Seiten
ab 10 Jahren
Klappenbroschur
12,99 €
Originaltitel: Winterling
Übersetzer: Knut Krüger

10.12.14

[Gewinnspiel] Adventsverlosung

Ihr Lieben,

eigentlich sollte die Verlosung - wie im Vorfeld versprochen - schon Sonntag online gehen, aber leider habe ich es zeitlich nicht geschafft.

Zu gewinnen gibt es zwei mal "Drei Tage Manhattan - Begleitung gesucht" von Tasmina Perry.
Nicht nur das Cover ist winterlich schön, auch der Inhalt passt perfekt in die Vorweihnachtszeit.
Wer sich nicht sicher ist, ob das Buch den eigenen Geschmack trifft, kann hier noch mal meine Rezi dazu lesen.


Welches Buch ist euer Lieblingsweihnachtsbuch? 
Welches Buch lest ihr in der Weihnachtszeit besonders gern?
Welches könnt ihr mir unbedingt empfehlen?

Unter allen, die diesen Post bis zum 14.12.2014 um 23:59 Uhr kommentieren,
wird per Random.org ausgelost.

Jeder, der aus Österreich, Deutschland oder der Schweiz kommt, kann mitmachen. Ihr müsst kein Follower, Google Friend etc. sein. Es wäre trotzdem schön, wenn ihr meinen Blog und / oder entsprechende Facebook Seite besucht (noch mal zur Info: jetzt auch auf BLOGLOVIN').

Wer unter 18 Jahre ist, benötigt ihr für die Teilnahme das Einverständnis seiner Eltern. Jeder darf nur EIN Mal teilnehmen.  Die Gewinner werden nach Ablauf des Gewinnspiels per E-Mail benachrichtigt.  E-Mail Adressen und genannte Versandadressen werden sofort nach Beendigung gelöscht. Reine Gewinnspielblogs sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Ich drück euch die Daumen und bin gespannt auf eure Buchtipps :)





09.12.14

Pans Geheimnis / Caroline G. Brinkmann



Emma Winters Eltern leben getrennt. Der Vater hat sich nach dem Ende der Beziehung zu Emma Mutter ganz von der Familie zurückgezogen. Emma, die bei ihrer Mama geblieben ist, fühlt sich verlassen. Als die Mutter stirbt, gibt es für sie keinen Lichtblick mehr. Immer mehr zieht sie sich zurück. Ein Aufenthalt in einer Kinder- und Jugendpsychatrie soll ihr dabei helfen ins Leben zurückzufinden.

"Pans Geheimnis" ist der Roman einer noch sehr jungen Autorin, die über eine beeindruckende Schreibe verfügt. Ganz zart, aber sehr eindringlich, fast bedrückend, schildert sie die Emotionen von Emma und weiteren Jugendlichen, die aus verschiedensten Gründen ihren derzeitigen Aufenthalt in der Psychiatrie haben. Die Stimmung des Romans ist vor allem zu Anfang so emotional aufgeladen, so eingehend mit der Gefühlswelt der Protagonistin verbunden, dass ich das Buch immer mal wieder aus der Hand legen musste, um durchzuatmen.

"Ich sehnte mich zurück nach Elysions Wärme, der Freundlichkeit und Stille der Natur und ihrer Unbeschwertheit. Wenn ich jetzt in den Spiegel schaute, zeigte er mir auf unbarmherzige Weise die Realität. Die Narbe, die meinen Arm überzog, war deutlicher als sonst zu sehen. Sie starrte mir wie eine hässliche Fratze entgegen und erinnerte mich an das Monster, das mir alles genommen hatte."

Auch für Emma sind die eigenen Gefühle, ihre Trauer und Wut nur schwer zu ertragen, so dass sie sich in eine eigene kleine Welt flüchtet. Elysion nennt sie das Reich, in dem sie Pan begegnet, der nicht nur eine Begleitung für sie ist, sondern auch eine Art Führerfunktion übernimmt. Doch schon bald merkt sie, dass man den Kampf gegen die inneren Dämonen nur dann gewinnen kann, wenn man sich ihnen stellt. Egal in welcher Welt.

"Pans Geheimnis" ist sicherlich kein Roman für die breite Masse. Sein Thema ist sehr besonders umgesetzt und trotz seiner Fantasyelemente sehr viel näher an der Realität, als manch anderes Buch, das sich mit dem Thema Psycholgie, traumatische Erlebnisse und Verhalten von Jugendlichen beschäftigt. Es ist nicht die Spannung, die mich immer wieder dazu bringt immer weiter lesen zu wollen, sondern die sehr bewegende Schreibe der Autorin, die so reif wirkt, als habe sie schon etliche Bücher veröffentlicht. Sie selbst möchte nach ihrem Studium in einer Kinder- und Jugendpsychatrie arbeiten. Ein Berufswunsch, den sie sicher gut umsetzen wird, denn schon jetzt hat sie ein Gespür dafür hinter die Fassade eines Menschen zu blicken und die - mitunter sehr dunklen Geheimnisse - nicht nur herauszulocken, sondern auch sehr gefühlvoll zu betrachten. Ihre Perspektive auf die Jugendlichen ist verständnisvoll und voller Achtung. Das ist es was mir an ihrem Roman ganz besonders gefallen hat. Ein Buch für Leser, die ihren Horizont in Bezug auf Jugendliche mit psychischen Erkrankungen erweitern möchten.

Buchinfo:


A. Fritz Verlag (Januar 2014)
Paperback
168 Seiten
12,99 €
EBook
5,90 €




06.12.14

Eines Morgens in Paris / C. S. Richardson

Eines Morgens in Paris

"Brot war der Stoff des Lebens, für ihn der Stoff von Generationen: Die Notre-Dames waren so lange schon Bäcker, wie es überhaupt Notre-Dames gab."

Octavio ist der Sohn eines Bäckers. Er hat ein wenig Schwierigkeiten mit Buchstaben - das war schon bei seinem Vater so - verfügt dafür aber über umso mehr Wärme und Herzensgüte, die erst dann voll zum Tragen kommt, als der Vater in den Krieg ziehen muss und die Mutter mit dem Tagewerk der Backstube, der Arbeit die Leben und Überleben bedeutet, allein dasteht.

"Die Möglichkeit, dass sie einen Knaben zur Welt bringen könnte, war Madame nie in den Sinn gekommen. 
Nein, sagte sie. Der Name muss etwas Apartes sein. Weiblich. Mit einer Note von Stärke.
Wie ihre Mutter, sagte Pascal."

Ein Buch für Genießer

Isabeau ist die Tochter der feinen Madame und arbeitet nur wenige Schritte entfernt von Octavio im Keller des Louvre. Erst die Folgen des ersten Weltkrieges, der so viele Menschen Entbehrung,  und Octavios Vater den Verstand kostet, sorgt dafür, dass die beiden zueinander finden. Ganz zart und achtsam.

"Die Klagen der Menschen, die den ganzen Tag lang für magere Zuteilungen Schlange standen; eine solche Entbehrung bedeutete den sicheren seelischen Tod des Landes."

"Eines Morgens in Paris" ist eine sehr feine, sanfte Geschichte, die mit vielen kleinen entzückenden Details genau das Flair wiederspiegelt, dass das Cover des Romans mit seinem hübschen Scherenschnitt verspricht. Der Kanadier Charles Scott Richardson erzählt eine Geschichte, die Freunde schöner Worte begeistern, bei Verfechtern des Abenteuers und der Spannung jedoch eher auf Ablehnung stoßen wird. Viele, ja wirklich sehr viele Beschreibungen von Schauplätzen, Personen und der Stimmungslagen führen den Leser in ein verworrenes Labyrinth, aus dem es erst ab der Hälfte des Romans so langsam herauszufinden gelingt. Ein Buch mit sehr viel Charme und Schick, aber eben auch unnützem Tand, der nicht jedermanns Sache ist.


Buchinfo:


Atlantik (Oktober 2014)
240 Seiten
Klappenbroschur
14,99 €
EBook
11,99 €
Übersetzer: Giovanni und Ditte Bandini


05.12.14

Drei Tage Manhattan - Begleitung gesucht / Tasmina Perry

Drei Tage Manhattan – Begleitung gesucht

" 'Weißt du, was eine wahre Dame ausmacht?', sagte sie mit weicher Stimme. 'Herzensgüte. Nur darum geht es, um Herzensgüte, und du verfügst über diese Eigenschaft in höchstem Maße, Amy Carrell.' "

Amys Leben scheint an einem Tiefpunkt angekommen zu sein. Ihre Karriere als ernsthafte Tänzerin geht nicht so recht voran, deshalb leidet sie immer an einem finanziellen Engpass und ihr Freund macht auch mit ihr Schluss. An einem der romantischsten Orte der Welt, kurz vor Weihnachten. Schlimmer kann's kaum noch kommen und das Einzige, das sie jetzt vermutlich noch trösten kann, ist Weihnachten im Kreis ihrer Familie. Doch wie soll sie von London zu ihren Lieben in die USA kommen, wo sie doch kaum Geld hat etwas zu Essen zu kaufen?

Da kommt ihr Georgias Anzeige in der Zeitung ganz recht. Die rüstige alte Lady sucht eine nette Person, die sie nach New York begleitet. Auch, wenn es eigentlich Arbeit ist, bekommt Amy die Möglichkeit zumindest einmal kurz bei ihrer Familie vorbeizuschauen. Sie hätte nie gedacht, dass es so viel Freude macht eine alte Dame auf ihrer ersten Reise über den Kontinent zu begleiten. Und noch weniger hätte sie gedacht, dass so eine feine Frau wie Georgia so ein bedrückendes Geheimnis im Herzen trägt.

Adventszeit genießen: Punsch, Plätzchen und perfekte
Vorweihnachtslektüre


Ich habe mich dazu entschieden "Drei Tage Manhatten - Begleitung gesucht" in der Vorweihnachtszeit zu lesen, da es inhaltlich ja auch in den Tagen rund um das Weihnachtsfest spielt. Das wunderschöne Cover, auf dem das verschneite London und ein verliebtes Pärchen zu sehen sind, stimmt den Leser perfekt auf die Stimmung im Roman ein. Das weihnachtliche Flair geht zwar im Laufe der Geschichte etwas verloren, wird aber vom Leser kaum bemerkt, denn in gleichem Maße, in dem das Weihnachtsgefühl sinkt, steigt die Spannung. Man möchte nur noch wissen, was es mit Georgias Vergangenheit auf sich hat, warum sie nicht mehr mit ihrer Familie spricht, fliegt dabei durch die Seiten und bemerkt erst am Ende wieder, dass ja eigentlich Weihnachten war.

Trotz dieses kleinen Verlustes ist das Buch für mich die perfekte Begleitung für die Vorweihnachtszeit. Gerogia und Amy sind zwei so herzliche und aufrichtige Charaktere. Es ist ein Vergnügen sie beide zu begleiten und mit ihnen die Adventszeit zu verbringen. Vor allem Gerogias Geschichte, die den Leser mitnimmt in eine vergangene Zeit, in der Frauen noch eine andere Stellung in der Gesellschaft haben und für ihre Bildung kämpfen müssen. Dies hat das Naturell der alten Dame in höchstem Maße geprägt und sie zu einer wirklich beeindruckenden Persönlichkeit werden lassen. Auch Amy ist eine liebenswerte Protagonistin, die den Leser mit ihrer direkten Art begeistert. Gemeinsam entführen sie uns in das vorweihnachtliche New York, ein winterliches England und eine Geschichte über Menschlichkeit, Vertrauen, Ziele und die große Liebe.

Buchinfo:


Bloomsbury Berlin (November 2011)
432 Seiten
Klappenbroschur 
14,99 €
EBook
11,99 €
Originaltitel: The Proposal
Übersetzerin: Kathrin Behringer

04.12.14

[Statistik] Busy November

Der November ist gemeinsam mit dem März mein leseschwächster Monat in diesem Jahr gewesen. Nur sechs Bücher habe ich neben all der vielen Arbeit, die ich in meinem Job hatte, geschafft. Wie ihr ja schon mitbekommen habt, wechsel ich im Januar die Stelle und so hatte ich im letzten Monat noch mal ordentlich viel zu tun. Im Dezember habe ich dafür frei und mir vorgenommen (fast) jeden Tag ein Buch zu lesen (siehe auch hier). Der Einstieg war auch eher schwierig, aber jetzt läuft's ;)
Was ich irgendwie ganz übersehen habe ist, dass ich im November die Hunderter Marke überschritten habe, was meinen schlechten Lesemonat fast wieder wett macht. Buch Nr. 100 war "Wörter auf Papier", das auch gleichzeitig mein Buch des Monats ist.

97) Wild Cards: Das Spiel der Spiele - G.R.R. Martin (Hrsg.) 8 / 10 (Rezi)
98) The Diviners - L. Bray 6 / 10 (Rezi)
99) Nightmares - J. Segel & K. Miller 8 / 10
100) Wörter auf Papier - V. Vawn 10 / 10 (Rezi)
101) Der Sommer der Blaubeeren - M. Simsens 7 / 10
102) Das Blubbern von Glück - B. Jonsberg 9 / 10 (Rezi)

Im November habe ich an zwei Leserunden teilgenommen. "The Diviners", das mir leider nicht so ganz gut gefallen hat, wie ich es mir erhofft hatte, und "Nightmares" von HIMYM-Schnuckelchen Jason Segel, das ein echt tolles und spannendes Kinderbuch ist und vom Verlag richtig genial gestaltet wurde. Die Schrift auf dem Buchcover leuchtet im Dunkeln!!!

Gehört habe ich "Die Luna Chroniken 03: Wie Sterne so golden" von Marissa Meyer, das von Vanida Karun ganz großartig gesprochen wird. Ich kann es gar nicht oft genug sagen: Leute lest / hört diese Reihe!!

Weitere Blogposts im November:

[Reiseproviant] #5
[Buchgeflüster]² Ein Protagonist für jede Lebenslage
[PO Box News] #2
[Literaturplausch] #2
[Reiseproviant] #4
[Besondere Bücher brauchen besondere Worte] Eine Liebe über dem Meer
[Aktion] Lovelybooks Leserpreis
[Reiseproviant] #3
[PO Box News] #1

Mit meinem Bericht über den Lovelybooks Leserpreis habe ich übrigens einen der Hauptpreise gewonnen. Ein Bücherpaket gefüllt mit 50 (!!!!) Neuerscheinungen des Jahres 2014! Ist das nicht großartig???!! Ich bin im kreischend durchs Wohnzimmer gehüpft vor Freude!! Nun kann ich es kaum abwarten das Paket endlich in Empfang zu nehmen. Ich verspreche euch, wenn es da ist bekommt ihr Fotos und eine Liste der darin enthaltenen Bücher :)
Und da ich ja nun so einen großartigen und vollgepackten Bücherkarton erwarte, habe ich in diesem Monat auch keinen Platz mehr für andere Neuerscheinungen. Ich kann euch jedoch schon sagen, die Vorschauen für 2015 sind echt dufte!!

Wie war denn euer November? Habt ihr mehr oder weniger Bücher gelesen als sonst? Freut ihr euch schon auf Bücher, die jetzt im Dezember noch erscheinen werden?

Noch mal zur Erinnerung: im Dezember wird es keinen Reiseproviant Post geben, dafür aber jeweils sonntags Winter-Weihnachtsspecials und eine Verlosung :)

Euch allen eine ganz wunderbare und stressfreie Adventszeit. Genießt die schöne Zeit mit euren Liebsten und lasst es euch gut gehen :)

Foto: Ich wünsche euch einen wunderschönen ersten Advent :)


03.12.14

[Hörbuch]Die Luna Chroniken 03: Wie Sterne so golden - Marissa Meyer gelesen von Vanida Karun

ACHTUNG!!! Dies ist der dritte Teil der "Luna Chroniken" und kann Spoiler zu den ersten beiden Bänden enthalten.

Hörbuchcover Meyer - Wie Sterne so golden

Cinders Kampf, Königin Levanas besteigen des Throns der Erde zu verhindern geht weiter. Eine neue Persönlichkeit, die an ein Märchen angelehnt ist kommt hinzu. Die blonde Crescent Moon lebt schon seit langer Zeit eingesperrt in einem Satelliten, um von dort als Hackerin im Auftrag der lunarischen Majestät tätig zu sein. Was ihre Meisterin, eine königliche Traumaturgin nicht weiß ist, dass Cress ihre Zeit dort ganz anders verbringt. Mit Online Spielen, tanzen und der Überwachung von Cinder und ihren Gefährten. Wäre ja auch zu Levanas Vorteil, wenn Cress dabei nicht heimlich die Satelliten so umstellen würde, dass Cinder für Levana nicht mehr zu erkennen ist. Doch nicht nur für Cinder interessiert sich die junge Frau, die wie Rapunzel ihre Zeit in der Einsamkeit verbringt. Es ist vor allem Cäpt'n Thorn, der sie magisch anzieht.

Als es ihr endlich gelingt Kontakt zu Cinder und ihren Gefährten aufzunehmen, können diese kaum etwas anderes tun, als Cress aus ihrem Gefängnis zu befreien. Das kostet Thorn das Augenlicht, Scarlet ihre Freiheit und Wolf fast das Leben ... wie soll ihnen jetzt noch gelingen die Erde aus den Fängen der gierigen lunarischen Königin zu retten?

Es ist kaum zu glauben, aber tatsächlich wahr: Marissa Meyers Erzählung steigert sich weiterhin von Band zu Band! Die Spannungskurve steigt immer wieder hoch und befindet sich umgeben von Humor und Tragik in bester Gesellschaft. Es ist ein Knistern in der Luft, das für jeden Leser oder Hörer spürbar ist. In keinem der Vorgängerbände habe ich so viel mitgefierbert, so viel mitgelitten. In "Wie Sterne so golden" gibt es viele emotionale Momente und ich muss zugeben, dass es mich sehr überrascht hat, dass es möglich ist, dass eine Geschichte mit fiktiven Wesen, die ich mir noch nicht mal gut als Menschen vorstellen kann, so oft Gänsehaut bei mir auszulösen. Das spricht wirklich für Marissa Meyer, die wahrlich eine großartige Geschichtenerzählerin ist.

Perfekt unterstrichen wird das Ganze von der wunderbar weichen Stimme der Sprecherin Vanida Karun. Es liegt sicher auch an ihrer schauspielerischen Tätigkeit, dass sie so leichtfüßig zwischen den Charakteren hin- und hertänzelt und ihnen durch verstellen der Stimme noch mehr Tiefe gibt. Egal wie sie es macht, sie macht das Hörbuch damit zu einem wirklich großen Hörgenuss.

Ich habe es schon oft gesagt, werde es aber auch nicht müde zu wiederholen, dass es sich wirklich lohnt zu den Luna Chroniken zu greifen. Sie heben sich von der breiten Masse der neuen Fantasy ab. Sie unterhalten, sie fesseln, sie begeistern. Eine absolute Hör- und Leseempfehlung!!

Hörbuchinfo:


Silberfisch (September 2014)
969 Minuten Laufzeit
2 MP3
19,99 €
Übersetzerin: Astrid Becker
Sprecherin: Vanida Karun


Reiheninfo:




01.12.14

[Reiseproviant] #4

Da es am letzten Wochenende keinen Reiseproviant Post gab, wird der heutige umso ausführlicher. Am Freitag hatte ich meinen allerletzten Arbeitstag an meiner "alten" Arbeit und vom 1. bis 31. Dezember habe ich frei!! Ich möchte zwar auch noch ein paar Freunde besuchen, bzw. werde Besuch bekommen, und viel mit meinen Pferden machen, aber ich möchte auch gaaaanz viel lesen. Und deshalb gibt es für den Dezember nicht nur einen, sondern gleich mehrere Stapel, die von mir gelesen werden wollen. Für den Rest des Monats geht die Reiseproviant-Rubrik in die Weihnachtspause. Trotzdem lohnt es sich hier sonntags vorbei zu schauen, denn es wird trotzdem ein paar schöne Posts geben und sogar eine kleine Verlosung.

Bücherproviant:



Zunächst möchte ich angefangene Bücher beenden. "Eines Morgens in Paris", das zwar wunderschön poetisch geschrieben ist, mir aber ein paar Schwierigkeiten bereitet. Ich kann leider nicht allen Verknüpfungen von Personen und Ereignissen folgen, aber die liebe Caroline hat mir versprochen, dass es besser werden wird. Ähnlich geht es mir mit "Am Anfang ein Garten". Hohe sprachliche Qualität, aber ich hatte so Probleme die Ereignisse einzusortieren, dass ich erst mal bei Wikipedia die geschichtlichen Hintergründe recherchieren musste. Aus Bequemlichkeit hatte ich es dann erst mal weggelegt, aber jetzt möchte ich es unbedingt weiterlesen, denn die Schreibe passt sehr gut in die Vorweihnachtszeit. 
"Die Flammen der Dämmerung" ist der dritte Band einer Reihe, die ich eigentlich tooootaaaal liebe. Vor allem den Protagonisten Arlen (nähere Infos dazu im letzten Buchgeflüster²). Ich weiß gar nicht warum ich es nicht zu Ende gelesen habe, denn es ist eigentlich wieder ähnlich toll wie seine Vorgänger. Ich glaube es mangelte mir an Geduld. "Die Hüter von Goneleore" hat mir anfangs auch total gut gefallen, aber dann habe ich ein anderes Buch dazwischen geschoben und  nicht mehr weiter gelesen. Im Sommer fällt es mir manchmal auch schwer, High Fantasy zu lesen. 


Ich weiß, es sind mal wieder mehr Bücher als Urlaubstage, aber wie gesagt, ich möchte ganz viel lesen und ich brauche auch ein bisschen Luft in meinem Vorrat. Kann ja mal sein, dass ich ein Buch nicht mag und es dann weglege. Wenn ich dann keine Reserve hätte ... ein furchtbarer Gedanke ;)
Außerdem sind ein paar Empfehlungen dabei, denen man nachsagt, dass sie sich nicht aus der Hand legen lassen. Also dürfte es ja kein Problem sein, jeden Tag ein Buch zu lesen (ja, du hast es richtig erkannt, ich leide manchmal an Größenwahn und man darf mich nicht immer allzu ernst nehmen ;))

Ich habe den Stapel in drei Rubriken aufgeteilt: High Fantasy, Jugendbuch, Belletritsik (zeitgenössisch, historisch). Wobei es hier und da Überschneidungen gibt und man einzelne Bücher auch anders einsortieren könnte, aber wir wollen mal nicht kleinlich sein. 
Hier ein schneller Überblick mit kurzem Statement, warum es das Buch auf meinen großen Dezemberstapel geschafft hat:
"Kaiser der Dunkelheit" / Lawrence: Abschluss einer ganz grandiosen Trilogie. 
"Blutrecht" / de Castell: Ich hab grad soooo Bock auf High Fantasy
"Dunkeljäger" / Pehov: Pehov ist ein Garant für gute Fantasyunterhaltung
"Splitterwelten" / Peinkofer: empfiehlt mir meine liebe Tine gefühlt seit Jahrzehnten. Jetzt muss ich es auch endlich mal lesen.
"Das Haus der verschwundenen Kinder" / Legrand: Ein fast vergessenes SuB Fundstück.
"Vakuum" / Wagner: Ich mag die Bücher der Autorin sehr gern. Dies soll eins ihrer besten sein.
"Vogelherz" / Catmull: Die Meinungen dazu sind eher nicht so gut. Das kann ich bei dem schönen Cover gar nicht glauben und muss mich selbst davon überzeugen.
"Vollendet" / Shusterman: Schon der erste Band der dystopischen Trilogie war ein Knaller. Jetzt geht es weiter mit dem Zweiten
"Silber: Das zweite Buch der Träume" / Gier: Denkt ihr nicht auch, dass ich es endlich lesen muss??!
"Die Begabte" / Canavan: Das ersehnte neue Werk der Autorin. Ich freu mich.
"Pans Geheimnis" / Brinkmann: Kinder- und Jugendpsychatrie meets Fantasy. Ich bin unglaublich gespannt und erhoffe mir die Art besonderer Geschichte, die ich in der Vorweihnachtszeit gerne lesen möchte.
"Dunkelsprung" / Swann: Endlich ein neuer Roman von Leonie Swann und diesmal in Richtung Fantasy. Also eher was für mich als ihre Krimis, die ich aber auch sehr gern gelesen habe. In das Cover bin ich jetzt schon verliebt.
"Ein Glück für immer" / Sepetys: ein weiteres Schmuckstück aus dem Königskinderverlag
"Hunters Moon" / Strauss: Winter Fantasy
"Schweinesystem" / Koschmieder: SuB Leiche
"Bienensterben" / O' Donnell: Empfehlung. Im nächsten Jahr kommt der neue Roman der Autorin raus.
"Urwaldgäste" / Ehrlicher: Ich lerne einfach auch gerne Buchcharaktere kennen ...
"Als wir unsterblich waren" / Roth: Zeitreise in 1920. Atmosphärisch eine Epoche, die ich gerade total gerne mag.
"Die Bienen" / Paull: klingt einfach so interessant.
"Glückskind" / Uhly: Empfehlung von Sarah
"Wenn du dich traust"/ Gembri: Empfehlung von Damaris
"Was sich liebt, das rächt sich nicht" / Snow: Was leichtes für Zwischendurch
"Eis" / Lundberg: Die Autorin wird als Erzähltalent beschrieben. Außerdem passt es gut zur Jahreszeit.
"Tiger Rag" / Christopher: ein Buch, das Anfang des 20. Jahrhunderts spielt und auf das ich mich so freue, dass ich es immer wieder vor mir hergeschoben habe, um mir den Genuss noch ein bisschen aufzusparen.
"Takeshis Haut" / Fricke: «Alles begann mit einer Erschütterung, einer, mit der man rechnen musste, auf die man nicht vorbereitet war seit Jahrzehnten.» Klingt gut, oder?
"Mohnschnecke" / Koschka: Der zweite Roman über Dotty. Den ersten habe ich auch im Winter gelesen.
"Der unglaubliche Sommer des Tom Ditto" / Wallace: Zu guter Letzt noch ein humorvolles Buch, damit die Lachmuskeln auch im Winter aus dem Training kommen ;)


Welches der Bücher kennt ihr? Habt ihr eine Empfehlung, mit welchem ich beginnen sollte? 


Lebensreise:


gelesen: ein Glücklichmacher-Buch :)

gemalt: roten Essie Lack


geschmückt: einen Hirsch auf dem Balkon


gebacken: White Chocolate Caramel Cookies



Euch allen eine wunderschöne Vorweihnachtszeit :)


28.11.14

[Buchgeflüster]² Ein Protagonist für jede Lebenslage


Meine liebe Tine und ich haben mal wieder gemeinsam Buch-geflüstert. Diesmal geht es um den männlichen Part in Büchern. Der Protagonist. Ganz besonders um die, in die wir uns gerne mal verlieben. Ein Phänomen, das euch sicher auch bekannt ist ;) Hier seht ihr unsere "Bestenliste". Viel Spaß damit.

Wenn wir ein Fantasywesen wären:

Croy ist den Lesern von „Splitterwelten“ von Michael Peinkofer mit Sicherheit ein Begriff. In dieser Welt gibt es nicht nur Menschen, sondern auch Animalen wie Croy. Er ist ein Pantheride, trägt immer zwei gekreuzte Dolche vor der Brust, ist eben einfach tierisch stark und trägt das Herz am rechten Fleck.

Die geniale Künstlerin Iris Compiet hat ihn für das Buch gezeichnet und wunderbar getroffen.

 


Wenn wir ein Burgfräulein wären:

Wenn man in Wikipedia das Wort „ritterlich“ nachschlägt, dann müsste man dort als Erklärung eigentlich „Robin of Waringham“ finden. Der Held aus „Das Lächeln der Fortuna“, einem Historienepos aus der Feder von Rebecca Gablé hat all das, was ein heldenhafter Mann haben muss: er ist hilfsbereit, mutig, stark, treu, steht für seine Freunde ein und hat ein Händchen für Pferde.

Wenn wir ziemlich böse wären:

Das Gegenstück dazu könnte Jorg, „Der Prinz der Dunkelheit“ sein. Bei unserem Kennenlernen war er gerade einmal 15 Jahre alt und wirkte wie mindestens 30. Er ist brutal, selbstgefällig, arrogant und egoistisch. Seine Klappe größer als sein Pferd und seine Zunge schärfer als sein Dolch. Er will nicht gemocht werden. Und trotzdem gibt es da einen hellen Schein der durchschimmert und die Anziehungskraft enorm groß werden lässt.

Wenn wir heiratsbereit wären:

Dürften wir uns einen Mann zum Heiraten aussuchen, so wäre es Leo Leike aus „Gut gegen Nordwind“. Leo ist belesen, charmant, humorvoll und einfach durch und durch liebenswert – insbesondere immer dann, wenn er wieder eine Flasche Wein zu viel getrunken hat und endlich mal etwas mehr von seinen Gefühlen preisgibt. Seine beste Eigenschaft: Er kann mich Worten umgehen! Und „Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf.“ (S. 88)

Wenn wir ein Good Girl wären:

Alex Fuentes, der Mann, der viele Frauenherzen höher schlagen lässt. Sein Bad Boy Image und sein durchtrainierter Körper lassen den Latino, der so sehr für seine Familie einsteht, unwiderstehlich wirken.




Wenn wir 16 wären:

Jace, der Protagonist, den man einfach lieben muss. Seine vorwitzige Art, sein frecher Charme und das Wissen, wie er mit Mädels umgehen muss um sie zu erobern, machen ihn zum Teenieschwarm schlechthin. Zudem ist er noch mutig und für die Menschen, die ihm am Herzen liegen ist er bereit so manches Risiko einzugehen.

Wenn wir 60 wären:

In Mr. Spiro haben wir uns erst vor kurzem verliebt und zwar in dem wundervollen „Wörter auf Papier“. Mr. Spiros Haus ist von oben bis unten vollgestopft mit Büchern, die er aus aller Welt mitgebracht hat. Doch das ist noch nicht einmal seine beste Eigenschaft, denn vor allem schätzen wir ihn dafür, dass er so eloquent, weise und einfach liebenswert, dazu voller Interesse am Leben und anderen Menschen. Wenn wir einmal 60 wären, würden wir uns einen Mann wie ihn an unserer Seite wünschen.

Wenn wir einen Wunsch frei hätten:

Arlen Strohballen oder auch der Tätowierte Mann sollte mittlerweile allen Lesern von Nannis und meinem Blog bekannt sein. Er ist der Held aus der Dämonen-Reihe von Peter V. Brett und Mittelpunkt vieler Gespräche zwischen Nanni und mir. Wenn wir nicht gerade damit beschäftigt sind, uns darüber zu streiten, wie genau Arlen Strohballen nun aussieht oder wer von uns ihn eigentlich am meisten verdient (Ich natürlich!), schwärmen wir ausgiebig von ihm, seinen Tätowierungen, seinem Pferd, seinem Körper....



Welcher Protagonist lässt eure Herzen höher schlagen? Welche Auswahlkriterien sind für euch wichtig? Ist es eher der Held oder könnt ihr euch auch für Anti-Helden begeistern?

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