28.01.14

Ganze Tage im Café - Sólveig Jónsdóttir

Klappentext:


Am liebsten verbringen die vier jungen Frauen ihre Tage im Café und ihre Nächte auf Partys und in Kneipen, denn Reykjavik im Winter ist dunkel und kalt, ihr Alltag turbulent und chaotisch. Karen, die bei ihren Großeltern lebt, trinkt zu viel und wacht immer wieder in fremden Betten auf. Hervör, nach abgebrochenem Studium, jobbt im Café und wird von ihrem Gelegenheitslover hingehalten. Mia, die von ihrem Freund verlassen wurde, sitzt seither zwischen Umzugskartons. Silja, die Ärztin, erwischt ihren Ehemann mit einem „blonden Flittchen“. (Das „blonde Flittchen“ ist Karen, aber das weiß sie noch nicht.) Das Leben ist ein großes Drama, in dem auch Liam, der kleine (charmante) Engländer, und Georg, der zuverlässige, aber schüchterne Barista, eine Rolle spielen. Die tragende Rolle? (Schließlich sind es vier Männer, die vier Frauen zusammenbringen.) Ganze Tage lang erzählen sie sich von kleinen Glanzmomenten und ernsthaften Problemen, von ihrem Leben, das doch auch Lichtblicke zeigt, wenn sie mit ihrem Latte macchiato to go ihr Café wieder verlassen.

Autorin:
(Quelle: Insel Verlag)


Sólveig Jónsdóttir, geboren 1982 in Reykjavik, Journalistin, hat u. a. in Dublin und Edinburgh Politikwissenschaft studiert. Ihr Debütroman Ganze Tage im Café war die Überraschung des isländischen Bücherfrühlings 2012 und stand wochenlang auf der Bestsellerliste. Die umkämpften Filmrechte waren schnell verkauft.

Eigene Meinung:


"Ganze Tage im Café" und ich, das war so zu sagen Liebe auf den ersten Blick. Das Cover hat mich mit seiner Sonnen gelben Fröhlichkeit magisch angezogen. Auch, wenn es mir zunächst das Gefühl vermittelte einen Chick Lit Roman vorgesetzt zu bekommen. Also eher nicht mein bevorzugtes Genre. Zum Glück habe ich mich davon nicht täuschen lassen, sondern konnte mich ganz auf die Magie einlassen, die das Buch direkt auf mich ausübte. Denn spätestens nach den ersten Seiten war mir klar: dieses Buch ist rundum das Richtige für mein Leserherzchen.

Ich weiß gar nicht so genau, warum ich anfangs geglaubt habe, dass es sich um einen Chick Lit ähnlichen Frauenroman handeln könne, der mit oberflächlichen, meist ähnlichen Protagonistinnen und teilweise abgenutzen Witzen begeistern will. Dafür kenne ich das Programm des Insel Verlags doch eigentlich nur allzu gut und weiß, dass diese Bücher immer über Tiefgang verfügen. Und so dauerte es nicht lange, bis dieser mich in "Ganze Tage im Café" hineinzog und so gefangen nahm, dass ich den Roman innerhalb kürzester Zeit durchgelesen habe.

Im Mittelpunkt stehen die Protagonistinnen Hervör, Karen, Mia und Silja, die jede auf ihre eigene Art so ihre Probleme mit dem Leben und ganz besonders mit der Liebe hat. Während Hervör und Karen irgendwie Bindungsschwierigkeiten zu haben scheinen und diese mit oberflächlichen Affären und Beziehungen zu übertünchen versuchen, stehen Mia und Silja vor den Trümmern ihrer gescheiterten Beziehungen. Alle vier haben das Gefühl an einem Punkt in ihrem Leben angelangt zu sein, der tiefer kaum liegen könnte und doch befinden sich alle auch in einer Wende ihres Lebens, an der die Leser teilhaben dürfen. So gelangen die vier wundervollen Protagonistinnen nicht nur Stück für Stück in einen neuen Lebensabschnitt, sondern auch nach und nach immer mehr ins Herz ihrer Leser.

Am liebsten würde ich aufzählen was ich alles an dem Roman mag, aber das würde den Rahmen sprengen und so zähle ich nur auf, was ich ganz besonders mag.
Ganz besonders gern mag ich die traurige Karen, deren Leben auf so tragische Weise erschüttert wurde. Sie ist die Protagonistin, die mir am meisten ans Herz gewachsen ist, dicht gefolgt von der sarkastischen und sehr taffen Hervör. Sehr gern mag ich einige der Männer, die den Mädels im Laufe des Romans begegnen und diesen damit noch ein bisschen mehr zum Strahlen bringen, noch ein bisschen mehr Wärme hinein bringen mit ihrer Herzlichkeit und ihrer Sympathie. Sehr, sehr gerne mag ich die Schreibe der Autorin, denn die ist klug, gefühlvoll und vor allem sehr authentisch. Ich liebe es wenn in einem Roman viele kleine Geschichten erzählt und irgendwann miteinander verknüpft werden. Es gelingt ihr mich zu berühren, zu fesseln und das Buch fest in mein Herz zu schließen. Am aller meisten mag ich das Ende, doch was da so passiert, das muss jeder für sich selbst raus finden.


Fazit:


"Ganze Tage im Café" ist eins dieser Bücher, die man nach dem Lesen gern noch mal seufzend an sich drückt, da man sowohl die Charaktere darin, als auch die Geschichte, einfach liebgewonnen hat. Charmant, authentisch und sehr klug, erzählt Autorin Sólveig Jónsdóttir in ihrem Debüt von vier jungen Frauen, die nicht nur in der Liebe, sondern auch in ihrem Leben an einem entscheidenden Wendepunkt angekommen sind und lernen, dass Dinge, die zunächst grausam scheinen, manchmal dazu da sind um auf den richtigen Weg zu gelangen. Ich vergleiche das Buch gerne ein bisschen mit dem tollen Film "Tatsächlich Liebe" und empfehle es gerne jedem weiter, der einen tiefgründigen Roman über vier starke Frauen, das Schicksal und die Liebe lesen möchte.

Buchinfo:


Insel Verlag (Januar 2014)
415 Seiten
9,99 €
Übersetzerin: Sabine Leskopf
hier kaufen

1 Kommentar:

  1. Hallöchen Nanni :)

    So völlig am Thema vorbei zu deinem Post, aber.. :)

    Ich weiß nicht, ob du dafür zu haben bist. Aber ich dachte, ich versuch's einfach mal. Ich wurde getaggt und würde dich wiederum gerne taggen (was für ein neudeutsches Wort ;D)

    Die Fragen findest du hier: http://foreverbookaholic.blogspot.de/2014/01/tag-frage-antwort-spiel.html

    Ganz liebe Grüße
    Saskia

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