28.11.14

[Buchgeflüster]² Ein Protagonist für jede Lebenslage


Meine liebe Tine und ich haben mal wieder gemeinsam Buch-geflüstert. Diesmal geht es um den männlichen Part in Büchern. Der Protagonist. Ganz besonders um die, in die wir uns gerne mal verlieben. Ein Phänomen, das euch sicher auch bekannt ist ;) Hier seht ihr unsere "Bestenliste". Viel Spaß damit.

Wenn wir ein Fantasywesen wären:

Croy ist den Lesern von „Splitterwelten“ von Michael Peinkofer mit Sicherheit ein Begriff. In dieser Welt gibt es nicht nur Menschen, sondern auch Animalen wie Croy. Er ist ein Pantheride, trägt immer zwei gekreuzte Dolche vor der Brust, ist eben einfach tierisch stark und trägt das Herz am rechten Fleck.

Die geniale Künstlerin Iris Compiet hat ihn für das Buch gezeichnet und wunderbar getroffen.

 


Wenn wir ein Burgfräulein wären:

Wenn man in Wikipedia das Wort „ritterlich“ nachschlägt, dann müsste man dort als Erklärung eigentlich „Robin of Waringham“ finden. Der Held aus „Das Lächeln der Fortuna“, einem Historienepos aus der Feder von Rebecca Gablé hat all das, was ein heldenhafter Mann haben muss: er ist hilfsbereit, mutig, stark, treu, steht für seine Freunde ein und hat ein Händchen für Pferde.

Wenn wir ziemlich böse wären:

Das Gegenstück dazu könnte Jorg, „Der Prinz der Dunkelheit“ sein. Bei unserem Kennenlernen war er gerade einmal 15 Jahre alt und wirkte wie mindestens 30. Er ist brutal, selbstgefällig, arrogant und egoistisch. Seine Klappe größer als sein Pferd und seine Zunge schärfer als sein Dolch. Er will nicht gemocht werden. Und trotzdem gibt es da einen hellen Schein der durchschimmert und die Anziehungskraft enorm groß werden lässt.

Wenn wir heiratsbereit wären:

Dürften wir uns einen Mann zum Heiraten aussuchen, so wäre es Leo Leike aus „Gut gegen Nordwind“. Leo ist belesen, charmant, humorvoll und einfach durch und durch liebenswert – insbesondere immer dann, wenn er wieder eine Flasche Wein zu viel getrunken hat und endlich mal etwas mehr von seinen Gefühlen preisgibt. Seine beste Eigenschaft: Er kann mich Worten umgehen! Und „Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf.“ (S. 88)

Wenn wir ein Good Girl wären:

Alex Fuentes, der Mann, der viele Frauenherzen höher schlagen lässt. Sein Bad Boy Image und sein durchtrainierter Körper lassen den Latino, der so sehr für seine Familie einsteht, unwiderstehlich wirken.




Wenn wir 16 wären:

Jace, der Protagonist, den man einfach lieben muss. Seine vorwitzige Art, sein frecher Charme und das Wissen, wie er mit Mädels umgehen muss um sie zu erobern, machen ihn zum Teenieschwarm schlechthin. Zudem ist er noch mutig und für die Menschen, die ihm am Herzen liegen ist er bereit so manches Risiko einzugehen.

Wenn wir 60 wären:

In Mr. Spiro haben wir uns erst vor kurzem verliebt und zwar in dem wundervollen „Wörter auf Papier“. Mr. Spiros Haus ist von oben bis unten vollgestopft mit Büchern, die er aus aller Welt mitgebracht hat. Doch das ist noch nicht einmal seine beste Eigenschaft, denn vor allem schätzen wir ihn dafür, dass er so eloquent, weise und einfach liebenswert, dazu voller Interesse am Leben und anderen Menschen. Wenn wir einmal 60 wären, würden wir uns einen Mann wie ihn an unserer Seite wünschen.

Wenn wir einen Wunsch frei hätten:

Arlen Strohballen oder auch der Tätowierte Mann sollte mittlerweile allen Lesern von Nannis und meinem Blog bekannt sein. Er ist der Held aus der Dämonen-Reihe von Peter V. Brett und Mittelpunkt vieler Gespräche zwischen Nanni und mir. Wenn wir nicht gerade damit beschäftigt sind, uns darüber zu streiten, wie genau Arlen Strohballen nun aussieht oder wer von uns ihn eigentlich am meisten verdient (Ich natürlich!), schwärmen wir ausgiebig von ihm, seinen Tätowierungen, seinem Pferd, seinem Körper....



Welcher Protagonist lässt eure Herzen höher schlagen? Welche Auswahlkriterien sind für euch wichtig? Ist es eher der Held oder könnt ihr euch auch für Anti-Helden begeistern?

27.11.14

Das Blubbern von Glück / Barry Jonsberg


" 'Du singst dein eigenes Lied, Pumpkin, und du tanzt nach deiner eigenen Melodie. Du siehst die Welt mit anderen Augen als wir. Und weißt du was? Manchmal wünschte ich, jeder sähe sie mit deinen Augen. Ich weiß, dass die Welt dann ein besserer Ort wäre.' "

Candice ist ein ganz besonderes Mädchen. Anders als andere. Seltsam, behaupten Manche, ein bisschen autistisch wieder andere, dabei Candice einfach nur sie selbst. Niemand sonst ist so echt wie das junge Mädchen, dessen Familie in ein ganz schönes Chaos zerfallen ist. Ihr Vater und ihr reicher Onkel Brian sprechen nicht mehr miteinander, ihre Mutter hat Brustkrebs und ihre Schwester Sky ist als Baby gestorben.

"Familien sind anfällig. Meine starb nicht, als Sky starb, aber sie musste einen schweren Schlag hinnehmen und war danach voller blauer Flecken und humpelte."

In der Schule hat sie noch nie wirkliche Freunde gehabt. Wie auch, wenn man zwar sehr gut mit Wörtern umgehen kann, es einem aber sehr schwer fällt diese auch auszusprechen. Dann taucht Douglas Benson, der Junge aus einer anderen Dimension auf und Candice fasst neuen Mut all die Dinge anzugehen, die zur Zeit echt schwierig sind.



Der preisgekrönte Autor Barry Jonsberg hat in "Das Blubbern von Glück", das in acht verschiedenen Ländern verlegt wurde, eine Protagonistin erschaffen, die das Leserherz berührt. Mit ihrer echten, direkten Art, mit der sie Schwierigkeiten ins Auge blickt, mit der sie ungeachtet jeglicher Rückschläge für jeden Menschen einsteht, ist sie wirklich etwas besonderes. Sie zeigt wie wichtig Familie und ein starker Zusammenhalt sind. Wunden heilen nicht, aber irgendwann tun sie weniger weh, vor allem dann, wenn es jemanden gibt, dem man am Herzen liegt.

"Er wirkte Magie und baute Luftschlösser und ich liebte ihn dafür.
Mir war nach Weinen zumute und so tat ich es.
'Warum weinst du, Candice?', fragte Dad.
'Ich bin glücklich', antwortete ich. [...]
Ich gurgelte und plärrte. Wenn ich weine, bin ich ziemlich unbeherrscht."

"Das Blubbern von Glück" hat so einen schönen Buchumschlag, das man schon beim Anschauen richtig gute Laune und Lust aufs Lesen bekommt. Doch es ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen in Candice Leben, aber nach jedem Regenschauer, kommt auch wieder Sonne und manchmal zeigt sich sogar ein Regenbogen. Das Zeichen dafür, dass man die Hoffnung nie aufgeben darf. Candice Geschichte ist eine Geschichte über Freundschaft, Familie und ganz besonders über Mut. Über Ehrlichkeit und darüber, wie gut es tut, nicht alle Dinge so genau, so ernst zu nehmen. Es ist eine Geschichte, die dem Leser gut tut. Eine, die ein Wirbelwind aus unterschiedlichsten Emotionen ist, durch die man hindurchfegt und am Ende vom schönen Wortgeblubber ganz glücklich ist.

Buchinfo:


cbt (September 2014)
256 Seiten
14,99 €
Originaltitel: My life as an alphabet
Übersetzerin: Ursula Höfker



26.11.14

[PO Box News] #2

In meinem eMail Postfach finden sich derzeit folgende Interessante Mails:


http://www.beltz.de/fileadmin/beltz/productsfine/9783407742483.jpgEin Freund aus meiner Kindheit kommt auf die Kinoleinwand:
Wer kennt ihn nicht? Den tollpatschigen kleinen Bären, der 1958 vom Autor Michael Bond ins Leben gerufen wurde. Paddington meistert in kurzen Geschichten, die in sich abgeschlossen und damit hervorragend zum Vorlesen geeignet sind, Situationen des Alltags. Ob Einkaufen, ein Tag am Meer oder ins Kino gehen - mit Paddington macht alles ein bisschen mehr Spaß.
Ab 4. Dezember ist er auf deutschen Kinoleinwänden zu sehen. Wer sich seine Geschichten noch mal in Erinnerung rufen möchte oder ihn erst einmal kennenlernen möchte, der sollte sich die beiden Sammelbände der Paddington Geschichten besorgen, die für 8,95 €, verfeinert mit schönen Illustrationen von Peggy Fortnum, im Verlag Beltz und Gelberg zu erhalten sind.

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Kinderbuchklassiker_Schuber
Um Kinderbuchhelden geht es auch im Verlag Thienemann Esslinger. Dort ist ein wunderschöner Schuber mit ganz vielen tollen Kinderbüchern erschienen. Mit dabei der Räuber Hotzenplotz, das Urmeli, die kleine Hexe, Hörbe und viele mehr. Insgesamt 8 Bücher, die zusammen 1312 Seiten ergeben, befinden sich in diesem wunderschön illustrierten Schuber, der wirklich ein Schmuck für jedes Bücherregal ist. Ich hoffe der Weihnachtsmann liest meinen Beitrag, denn diese Sammlung ist wirklich ein MUSS für kleine und große Bücherfreunde.
 
 
 
 
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Bei Medimops könnt ihr noch bis zum 30.11.2014 VERSANDKOSTENFREI bestellen!!
 
 
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Noch bis morgen könnt ihr auf Lovelyboooks für eure Favoriten abstimmen.
Seid ihr auch schon so gespannt, wer in den einzelnen Kategorien gewinnen wird?
Einer meiner ganz persönlichen Lieblinge das Jahres ist "Der Club der Traumtänzer" von A. Izquierdo (hier könnt ihr ein signiertes Exemplar des Buches gewinnen), nominiert in der Kategorie Romane. Ein wundervolles, sehr schönes und berührendes Buch, dem ich ganz fest die Daumen drücke. Und natürlich den "Abstimmen" Button ;)
 
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Beim Loewe Verlag läuft derzeit eine tolle Spendenaktion für den "Dachverband der Clowns in Medizin und Pflege e.V".
Für jeden neuen Facebookfan spendet der Verlag 50 Cent. Die Aktion startete am 7. November mit 11.166 Fans. Insgesamt sollen 7.777 € zusammen kommen. Also nichts wie liken.
Für Blogger, die auf ihrer Startseite darüber berichten (also nicht nur in so einem kleinen Artikel wie ich es tue), gibt es die Möglichkeit einen Tolino Shine oder tolle Buchpakete zu gewinnen.
Nähere Infos findet ihr hier.
 
 
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25.11.14

Der Sommer der Blaubeeren / Mary Simses

 
 
Ellen Branford, Anwältin aus New York und verlobt mit einem der angesehensten Männer der Juristerei, möchte den letzten Wunsch ihrer vor Kurzem verstorbenen Großmutter erfüllen. Dafür muss sie in das idyllische Örtchen Bacon reisen, das nahe am Meer liegt. Und eben genau dieses sorgt dafür, dass Ellens geregeltes Leben ganz schön aus dem Ruder läuft.
 
Obwohl sie während ihrer Schulzeit Leistungsschwimmerin gewesen ist, wird sie beim schwimmen im offenen Meer von einer Strömung erfasst und droht unterzugehen. Zum Glück sieht das der smarte Roy, verlässt augenblicklich seine Arbeit an einem maroden Haus und eilt Ellen zu Hilfe. Als Dank für seinen Einsatz bekommt er zuerst einen Kuss und dann die Androhung eines Gerichtsverfahrens.
 
Ellen weiß gar nicht, was da mit ihr los war, ist regelrecht durch den Wind und möchte am liebsten schnell nach Hause. Aber da ist ja noch das Versprechen, einen Brief an den Mann zu übergeben, den ihre Großmutter geliebt hat, bevor sie Ellens Großvater kennengelernt hat. Und die Frage, wer ihre Großmutter eigentlich wirklich war.
 
Blaubeerquark mit Knuspermüsli -
eins meiner liebsten Blaubeerdesserts

 
Anfangs habe ich so meine Schwierigkeiten mit Ellen gehabt. Sie wirkte auf mich sehr unnahbar und echt anstrengend. Doch in Wirklichkeit ist sie eine Draufgängerin mit losem Mundwerk. Ein "echtes Mädchen", wie man bei uns auf dem Land so sagt, und das macht sie zu einer sehr sympathischen Protagonistin. Roy ist der perfekte männliche Part für genau solch eine Geschichte. Er wirkt stark, mutig und sehr ehrenhaft, ohne aalglatt zu sein.
 
"Der Sommer der Blaubeeren" ist das perfekte Sonntagsbuch. Ein Buch, das ich an einem gemütlichen Nachmittag in der Sonne , in einem weggelesen habe. Eine Geschichte zum einkuscheln und wohlfühlen. So, wie auch der kleine Ort Bacon wirkt, der Ellen ganz ungeahnte Gastfreundschaft entgegen bringt. Nicht selten bringen kuriose Begegnungen zwischen der "Stadtpflanze" und den "Landmenschen" den Leser zum schmunzeln. Sicherlich ist die Geschichte ein wenig voraussehbar, aber die Geheimnisse der Großmutter und Ellens Fähigkeit in ungeahnte Fettnäpfchen zu treten, sorgen immer wieder für Überraschungen und eine sehr lebendige Erzählung.
 
 

Buchinfo:

 
Blanvalet (April 2014)
416 Seiten
9,99 €
Originaltitel: The Irresistible Blueberry Bakeshop and Café
Übersetzerin: Carolin Müller
 

21.11.14

[Literaturplausch] #2

Heute nehme ich mal am Literaturplausch der lieben Frau Hauptsachebunt teil. Es werden dort keine Fragen beantwortet, sondern lediglich Gedanken zu verschiedenen Stichpunkten - in diesem Falle #Hastags - beantwortet. Wer Lust hat, ist von Nina eingeladen mitzumachen und seinen Link unter ihrem aktuellen Post mitzuteilen.

#nowreading
 

 
Derzeit lese ich im Rahmen einer Lovelybooks Leserunde "Nightmares" von Jason Segel und Kristen Miller. Ich befinde mich schon in der zweiten Hälfte des Buches, denn das Lesen macht richtig Spaß. Eine tolle Mischung aus Humor, Grusel und der Ernsthaftigkeit, die ein Junge, der unter dem Verlust der Mutter leidet, benötigt.Jason Segels Figur "Marshall" ist mein Lieblingscharakter der Serie "How I Met Your Mother".
 
 
#lesetipp
 
Da ich gerade in den neuen Vorschauen des KiWi Verlags ihren neuen Roman entdeckt habe, möchte ich euch "Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam" von Vea Kaiser. Das Debüt der damals 23-jährigen Autorin ist eine Gesellschaftsposse, die mich mit skurrilen Persönlichkeiten, aberwitzigen Handlungen und genialen Gedankengängen fesseln und unterhalten konnte. Ein grandioser Roman, auf den ich aufmerksam wurde, weil er mit den Werken John Irvings verglichen wurde. Ein Vergleich, dem die junge Autorin tatsächlich gerecht werden kann.
 
#zitat
 
"Und sein Glück vorher zu kennen, das wäre, wie seine Weihnachtsgeschenke im November aufzumachen. Das Geschenk wäre dasselbe, aber es hätte überhaupt nicht den gleichen Wert."
("Das Leben ist ein listiger Kater" / Marie Sabine Roger)
 
 
#bestfriends
 
 
Ich bin ja gerade soooo dicke mit der Reihe "Die Luna-Chroniken". Höre die Hörbücher bei jeder Autofahrt und liebe es einfach wie toll Sprecherin Vanida Karun ihre Stimme verstellt. Außerdem gibt es darin ein paar echt heiße Typen ;)
 
#readinglist
 
Meine Leseliste für diese Woche findet ihr >hier< oder immer links in der Sidebar.
Ich suche mir jeden Sonntag drei Bücher raus, die ich in der kommenden Woche lesen möchte. Leider hält mich die Arbiet ja derzeit ziemlich vom Lesen ab, so dass ich arg im Rückstand bin. Zum Glück habe ich ja den ganzen Dezember frei, so dass ich das sicher wieder aufholen kann ;)

#woanders
 
 
Bei der lieben Hannah gibt es einen tollen Post mit Herbstempfehlungen. Dort kann man sich noch schnell ein paar Tipps holen, bevor mit dem ersten Advent das Winter-Weihnachtsgefühl Einzug hält.
 

20.11.14

The Diviners: Aller Anfang ist böse / Libby Bray

The Diviners - Aller Anfang ist böse von Libba Bray

"The Roaring Twenties", das ist die Zeit in der die Geschichte der Diviners und ihrer magischen Fähigkeiten spielt. Eine Zeit, in der man peppige junge Frauen mit innovativen Ideen und dem Mut auch mal übers Ziel hinauszuschießen, gut gebrauchen kann. Mädchen wie Protagonistin Evie, die nicht nur aufmüpfig ist, sondern auch über eine ganz besondere Gabe verfügt. Sie kann das Leben anderer in deren persönlichen Gegenständen lesen. Eine Gabe oder ein Fluch?

Als sie wieder einmal unter Alkoholeinfluss versucht den Mittelpunkt einer Party auf sich zu lenken und damit den Blick von ihrem "echten" Inneren, in dem Trauer und Wut eine Rolle spielen, abzulenken, ist sie ein bisschen zu weit gegangen. Als Strafe muss sie zu ihrem Onkel Will ziehen, der ein etwas anderes, außergewöhnliches Museum besitzt.

So eine richtige Strafe ist das für Evie jedoch nicht, denn erstens ist das Museum extrem interessant, zweitens ist es in New York und New York ist eben auch schon in den Zwanzigern sehr attraktiv gewesen, und drittens wird Onkel Will darum gebeten bei der Aufklärung eines sehr mysteriösen und grausamen Mordfalls mitzuhelfen. Eine Aufgabe, bei der Evie ihn liebend gern unterstützt...

"The Diviners" hat bei mir, wie auch bei vielen anderen Lesern, gemischte Gefühle ausgelöst. Ich könnte tatsächlich eine Pro und Kontra Liste anfertigen und bin mir ziemlich sicher, dass sich das Ergebnis die Waage halten würde. Fangen wir mal mit den guten Eigenschaften des Buches an: Evie. Ich mag sie unheimlich gern. Sie ist eine tolle Protagonistin. Frech, forsch, mutig, gewitzt, aber auch traurig, denn ihr Bruder, der ihre engste Bezugsperson war, ist im Krieg gefallen. Zusätzlich gibt es noch viele weitere Figuren unterschiedlicher Charaktereigenschaften, die kennenzulernen sehr viel Freude bereitet. Sehr gerne mag ich den Taschendieb Sam, denn er ist derjenige, der Evie geistig das Wasser reichen kann und so manches Wortgefecht der Beiden, lässt den Leser schmunzeln.

Lesezeit, die Spaß macht :)


Prinzipiell habe ich die Geschichte einfach gern gelesen. Es ist eine der Geschichten, die durch ein ausgewogenes Verhältnis an Humor, Spannung und persönlichen Schicksalen, interessant wird. Doch leider hat sie auch so ihre Längen. Die wären nicht ganz so schlimm, gäbe es da nicht die Schreibe der Autorin, an deren Ecken und Kanten ich mich immer wieder gestoßen habe, so dass ein lockeres weiterlesen nicht immer möglich war. Dass sie die Geschichte auf verschiedenen Ebenen aufeinander zusteuert, fand ich jedoch wieder sehr gelungen.

Der Gruselfaktor des Buches ist für mich - ich bin allerdings ein Weichei - genau richtig. Es gibt ziemlich düstere und brutale Stellen, die mich immer wieder erschaudern liesen, die dann aber wieder von interessanten Geschichten und lockeren Handlungssträngen abgelöst bzw. ausgeglichen werden, so dass ich in der Lage war auch längere Passagen zu lesen ohne die gesamte Beleuchtung im Haus anmachen zu müssen aus Angst vor John Hobbes.

Im Endeffekt ist es wohl, dass ich mir im Vorfeld schon zu viel vom Buch versprochen habe. So etwas ist immer schwierig und ruft leicht Enttäuschungen hervor. Atmosphärisch bin ich zwar in den Zwanzigern gelandet, aber ich hätte mir gewünscht, dass ich noch mehr in diese sehr spannende Zeit hereingezogen werde. Evie und Sam waren diejenigen, die mich magnetisch angezogen haben. Es war mir eine Freude sie kennenzulernen, aber ich bin mir noch nicht sicher, ob ich sie weiterhin auf ihrem Lebensweg begleiten werde.

Buchinfo:


dtv (Oktober 2014)
704 Seiten
19,95 €
Übersetzerin: Barbara Lehnerer
Special
Lovelybooks Leserunde


hier kaufen


18.11.14

Wörter auf Papier / Vince Vawter

Wörter auf Papier

"Als Kind sollte man sich doch aussuchen dürfen, woran man denkt, und jedes Wort sagen können, das man will. Für mich galt beides nicht."

Ein 11-jähriger Junge der stottert ist ein Protagonist, der aus dem Leben gegriffen wurde. Aus dem Leben des Autors um genau zu sein, denn der hat als Kind selbst gestottert und weiß, wie es sich anfühlt Worte im Kopf zu tragen und sie nicht heraus zu bekommen. Der Name des Jungen bleibt uns bis zum Ende unbekannt, aber wir Leser wissen, er ist ein bisschen Vince Vawter und ein bisschen jedes Kind, das mir stottern kämpft.

"Wenn der Trainer so was sagte, dann fühlte ich mich , als wäre ich wer und nicht bloß ein Junge, der nicht richtig sprechen kann."

Zu stottern bedeutet jeden Tag ganz viel Mut aufbringen zu müssen. Jeder Tag stellt neue Herausforderungen Wörter zu finden, sie sich aussprechen lassen und Menschen, die geduldig sind. Besonders schwierig wird es, wenn man während der Abwesenheit des besten Freundes dessen Zeitungsroute übernimmt und völlig fremden Menschen verständlich machen muss, wer man ist und was man möchte.

"Man könnte sagen, Maschine schreiben ist gemogelt, aber ich muss die Wörter auf Papier sehen, damit ich sicher sein kann, alles ist so passiert, wie sich mein Gehirn erinnert. Ich traue Wörtern auf Papier mehr als Wörtern in der Luft."

Während dieser zwei besonderen Wochen seiner Ferien erkennt er, dass fast jeder Mensch auf irgendeine Art ein Geheimnis hat. Nicht nur die Personen, die auf seiner Zeitungsroute wohnen, sondern auch seine Eltern und das Kindermädchen Mam, das seine engste Bezugsperson ist. Jeder von ihnen hat seinen eigenen kleinen Kampf auszufechten und muss auf seine eigene Art mutig sein. Er lernt, wie sehr es sich lohnt hinter die Fassade zu schauen, weil es einfach in jedem Menschen unheimlich viel zu entdecken gibt.

Foto: Samstagabend, Lesezeit :) Machs mir jetzt mit "Wörter auf Papier", Zimtschnecken (selbstgemacht, da mich vorhin eine unbändige Zimt-Lust erfasst hat) und Chai Tee :)
Und ihr so?

"s-s-s-s-Ich hab mehr Angst s-s-s-s-vor Wörtern als vor s-s-s-s-Löwen."

Angesiedelt ist die Geschichte des Romans "Wörter auf Papier" im Jahr 1959. Nicht nur stottern, für das es zu diesem Zeitpunkt noch wenig Therapiemöglichkeiten gibt, ist ein Problem, sondern auch die Ausgrenzung farbiger Mitmenschen. Wie unverständlich es ist Menschen aufgrund ihres Aussehens oder einer Eigenart auszugrenzen, verdeutlicht Autor Vince Vawter auf sehr eindrucksvolle Art, indem er seinen Protagonisten ganz offen und auf unsanfte Weise mit diesen Themen konfrontiert. Seine Gefühle - sei es Bestürzung, sei es Wut oder Angst - sind so echt, so glaubwürdig, dass der Roman mit wenig Schnörkel und klaren Worten den Leser sehr stark berührt und zum Nachdenken anregt.

"Kinder müssen manchmal kein Wort sprechen, weil sie alles mit einem Lächeln sagen können."

Vince Vawter hat seine eigene Biografie, die sicher von vielen Ängsten und Hürden geprägt ist, zu einem Roman über Mut und Toleranz verarbeitet. Ein Protagonist, der ein Vorbild für Jung und Alt sein kann, weil er sich seinen Ängsten stellt, aber sich auch eingesteht, dass er welche hat und beweist, dass ein Mensch nicht auf eine Eigenschaft reduziert werden sollte. Ein Roman, der trotz der Sprechschwierigkeiten von Autor und Hauptfigur über ganz tolle Worte verfügt und sich eine Reihe von Geschichten einreiht, die ganz große Klasse sind und über Generationen ein Lesehighlight sind.

Buchinfo:

 
Königskinder (Oktober 2014)
288 Seiten
16,90 €
ab 12 Jahren
Übersetzer: Ingo Herzke


16.11.14

[Reiseproviant] #4

Bücherproviant:



In dieser Woche möchte ich folgende Bücher lesen:
"Nightmares! - Die Schrecken der Nacht"/ J. Segel: ein Buch, das eine Mischung aus Grusel und Spaß verspricht. Für Kinder ab 10. Also genau das Richtige für ein Weichei wie mich, dessen Schmerzgrenze für Grusel vermutlich bei der einer 10jährigen liegt ;) Geschrieben wurde der Roman von "How I Met Your Mother" - Schnittchen Jason Segel, der als Autor Erfahrung hat, da er an den "Muppets" Geschichten mitgeschrieben hat. Im Rahmen einer Lovelybooks Leserunde werde ich mich von seinen schriftstellerischen Fähigkeiten überzeugen.
"Das Blubbern von Glück" / B. Jonsberg: von diesem (Kinder-)Buch habe ich bisher nur Gutes gehört. Eine Protagonistin, die alle Menschen glücklich machen möchte ... Wenn das mal keine Geschichte ist, die glücklich macht. 
"Augustas Garten" / A. Heuser: angesteckt von den netten Mädels von Herzpotenzial, die nicht nur ganz begeistert von dem Buch waren, sondern auch noch bis heute (16.11.) Nachmittag ein Exemplar des Romans verlosen, musste ich nun endlich zu diesem Buch greifen, das mit dem Versprechen eine rührende, aber auch tragische Mutter-Tochter-Beziehung zu beinhalten, seinen Weg auf  meinen SuB gefunden hat. 

Habt ihr eins der Bücher bereits gelesen? Welches könnt ihr empfehlen? 
Welches möchtet ihr unbedingt noch lesen?

Lebensreise:



gegönnt: ein Bad mit tollem Badezusatz :)

gebacken: Zimtschnecken <3
(Rezept aus dem Buch "Törtchenzeit")

geliebt: Emma und Cookie <3

gemixt: jede Menge Vitamine.
Unverzichtbar

gelacht: Choci lernt Fußball :D
Euch allen einen wunderbaren Sonntag :)


14.11.14

[Besondere Bücher brauchen besondere Worte] Die Liebe über dem Meer / Jessica Brockmole

 


Mein Liebster,

erinnerst du dich an das Buch, das ich in unserem Sommerurlaub gelesen habe? Das mich so häufig zu Tränen rührte und doch auch ein Lächeln auf mein Gesicht zauberte? Ich denke meine Worte lassen deine Erinnerung an die Zeit, in der ich so sehr ins Buch versunken war, dass ich alles um mich herum vergaß, schnell wieder aufleben. Meine Erinnerung an den Roman ist noch so lebendig, dass der Gedanke daran erneut Gänseuuat hervorruft. Ich möchte dir von dem Buch erzählen, das in Briefform geschrieben, von Zeiten der Not und Entbehrung berichtet. Damit du dir besser vorstellen kannst wie sehr mich die Autorin mit ihren Worten berührt hat, füge ich dir ein paar Zeilen ihrer eigenen Worte hinzu.

"Im Krieg können die Gefühle durcheinander geraten, können Menschen verschwinden und Ansichten sich ändern."

Elspeth ist eine junge Schriftstellerin, lebt mit ihrer Familie auf der Isle of Skye, von der sie sich nicht wegbewegen kann, denn die Angst vor dem Meer, das ihr gleichzeitig Sicherheit gibt um in seiner Nähe leben zu können, ist zu groß, um es überqueren zu können. Im Jahr 1912 erhält sie den Brief eines jungen Amerikaners, der ganz vernarrt in ihre Bücher ist. Ein Fan, der ihr die Aufmerksamkeit und Anerkennung schenkt, die sie bisher von noch keinem für ihre Arbeit bekommen hat. David - so der Name des jungen Mannes, der so charmant schreibt, aber auch ein bisschen Vorlaut und frech ist und sich herausnimmt, Elspeth mit "Sue" anzusprechen. Aus einem lockeren Geplänkel zweier Unbekannter mit gleichem Interesse - der Literatur - werden ernsthafte Gespräche. Sanfte Bande der Zuneigung knüpfen sich ganz ungewollt von den beiden Briefeschreibern, die sich dem Lauf des Schicksals nicht entziehen können.

"Lass mich nicht an die Front gehen, ohne Dich zum ersten Mal berührt zu haben, ohne zu hören, wie Du meinen Namen sagst. Lass mich nicht an die Front gehen, ohne eine Erinnerung an Dich im Herzen zu tragen."

Das Schicksal ist es ebenfalls, das dafür sorgt, dass nicht nur Elspeths und Daveys Leben aus den Fugen gerät, sondern das vieler anderer Menschen, ganzer Länder. Der Krieg bricht aus und sorgt dafür, dass viele Herzen verloren gehen, viele Lebenslichter erlöschen. Vom Trauma dieser sorgenvollen und grausamen Zeit gerade einigermaßen erholt, trifft es die nächste Generation. Elspeths Tochter Margaret verliebt sich scheinbar Hals über Kopf zwischen den Anschlägen, den Gräueltaten des zweiten Weltkriegs in einen Mann, den sie noch nicht lange kennt, und mit dem sie aufgrund der eingeschränkten Lebenssituationen nur per Post kommunizieren kann. Ein Dejá vu für Elspeth, bei der all die Gefühle, all das Leiden, das sie sorgfältig vergraben hat, wieder aufbrechen und dafür sorgen, dass sie etwas gegen ihre Ruhelosigkeit tun muss. Das dafür sorgt, dass auch Margaret die Chance bekommt etwas über ihre Familie zu erfahren, über die ihre Mutter so lange geschwiegen hat.

"Liebe Margaret,
Nachdenken ist gut. Es unterschiedet Menschen von Küchenschaben.
Mutter"

Liebster, wir wissen wie es ist einen Menschen zu finden, dem man sein Herz schenkt, der einem das Leben bedeutet, doch zum Glück mussten wir nicht die Erfahrung machen ihn an den grausamen Krieg zu verlieren. Schon allein darüber zu lesen macht mich ganz traurig. War es doch so schön gemeinsam mit Elspeth Daveys Briefe zu lesen, über seine forschen Worte zu schmunzeln und auf der anderen Seite ihre etwas biederen und doch munteren Antworten zu erfahren. Wie schrecklich war es, als sie um sein Leben bangen musste. Wie sehr habe ich mit ihr gelitten und doch jedes feine, sanfte und mit so viel Bedacht gewählte Wort der Autorin genossen. Mein Herz ist auf und ab gesprungen, hat sich zusammen gezogen und ist aufgeblüht, bei all der Wärme, die Jessica Brockmole in ihrem Debüt verbreitet.

"Ich habe in London genügend Bücher gekauft, um Dir welche zu schicken, falls du Du wieder Platz in deinem Tornister hast. Wirf doch einfach einen Becher oder Deine Waffen weg. Mach Platz für die wirklich wichtigen Dinge, Liebster!"

Besondere Bücher brauchen besondere Worte. Um ausdrücken zu können wie sehr mich Jessica Brockmoles Debüt berührt hat, wie sie von Liebe und Leid berichtet, das so eng zusammenliegt, und wie grausam der Krieg sein kann, der keine Rücksicht auf einzelne Schicksale nimmt, hatte ich das Gefühl meine Beschreibung gedanklich an jemanden richten zu müssen, der meinem Herzen sehr nah ist. Natürlich rede ich meinen Liebsten nicht mit "Liebster" an und wenn er weiß, dass ich wegen eines Buches weine, dann ist das für ihn ausreichend und die Hintergründe der Geschichte interessieren ihn weniger. Ich hoffe, dass euch dieser kleine kreative Ausflug trotzdem gefallen hat und vor allem dafür sorgt, dass ihr das Buch unbedingt lesen möchtet :)

 

Buchinfo:

Diana (März 2014)
336 Seiten
19,99 €
Originaltitel: Letters from Skye
Übersetzerin: Susanne Goga-Klinkenberg
 






13.11.14

[Aktion] Der Lovelybooks Leserpreis 2014

 
Auch in diesem Jahr findet er wieder statt:
Der Lovelybooks Leserpreis.
 
Wie auch in den vergangenen Jahren könnt ihr >hier<  noch bis zum 19. November eure Lieblingsbücher in 15 verschiedenen Kategorien nominieren. Und dann unter den Nominierten euren Favoriten wählen (Abstimmung vom 20.-27.11.2014)
Der Lovelybooks Leserpreis ist etwas ganz besonderes, denn hier haben die Leser Mitspracherecht. Keine Fachjury, keine Kritiker, mit deren Meinungen wir echt nicht einer Meinung sind, entscheiden darüber, wer beliebt ist oder nicht, sondern DU selbst.
Eine tolle Idee, die vom Preis in der Kategorie beliebteste(r) Autor(in) gekrönt wird.
Ein Preis, der sicher auch vielen Autoren wichtig ist und die Kommunikation zwischen Autoren und Lesern verbessert und verstärkt. Denn - ganz ehrlich - Autoren und Autorinnen sind für uns Leser doch so etwas wie kleine Helden ;) Deshalb entscheide ich mich in den Kategorien, in denen mir die Auswahl schwerfällt eher für einen deutschsprachigen Autor / Autorin bzw. Schriftsteller(in), von dem ich weiß, dass er mit Lovelybooks und seinen Fans in Kontakt steht und für den deshalb der Preis eine große Bedeutung hat. Ich entschiede nicht nach Sympathie oder lasse mich beeinflussen, falls dieser Gedanke jetzt aufkommen sollte, denn letztendlich zählt natürlich das Buch. So geschehen z.B. in der Kategorie Fantasy oder Kinderbücher. Aber ich denke eben, dass bei Romanen gleichen Niveaus eben der mehr von meiner Stimme hat, der die Plattform Lovelybooks kennt / nutzt, wie auch immer.
Wie seht ihr das?
 

Meine Nominierungen sehen wie folgt aus:

 
Romane: "Der Club der Traumtänzer" / A. Izquierdo
(Mein Highlight im Oktober. Ein Buch, das herzlich ist, wärmend und über sehr besondere Charaktere verfügt.)
 
Krimi: Da ich in diesem Jahr keinen Krimi gelesen habe, kann ich in dieser Kategorie keine Nominierung vornehmen.
 
(Fantasy ist ja irgendwie meine Herzenskategorie, auch wenn ich in diesem Jahr leider nicht so viele Fantasyromane gelesen habe, wie ich es gern getan hätte. Zudem habe ich beim durchsehen der Kategorie festgestellt, dass mir viele Neuerscheinungen durch die Lappen gegangen sind. Ich muss mich also noch mal eingängig mit den mir bisher unbekannten Nominierungen beschäftigen.
"Das Lied des Blutes" habe ich gewählt, da es ein sehr starkes Debüt ist, das mir in meinem Urlaub wirklich tolle Lesestunden verschafft hat.)
 
Science Fiction: nicht meine Kategorie ...
 
Jugendbücher: "Bevor die Nacht geht" / P. Spychalski
(in dieser Kategorie war die Entscheidung besonders schwer, da ich einige gute Jugendbücher gelesen habe. In der engeren Auswahl stand für mich noch "Alles, was ich sage, ist wahr" von Lisa Bjärbo, aber ich habe mich für diese unterhaltsame Story mit toller Grundidee und Anstößen zum ausgiebigeren Nachdenken über das Leben, die Werthaftigkeit des Moments, entschieden)
 
Kinderbücher: "Die Wahrheit, wie Delly sie sieht" / K. Hannigan
(Ich muss gestehen, dass ich hier ein bisschen geschummelt habe, denn diesen Roman habe ich als HB gehört...trotzdem bleibt die Geschichte super, super toll und ich kann sie euch nur wärmstens empfehlen!)
 
Liebesromane: "Eine Liebe über dem Meer" / J. Brockmole
(Ein ganz, ganz toller Roman, den ich leider noch nicht rezensiert habe *schäm*. Eine unglaublich schöne, aber auch traurige Liebesgeschichte vor dem Setting des zweiten Weltkriegs, die sehr berührt. Ich weiß, dass es in dieser Zeit im "echten Leben" einige ähnliche Liebesgeschichten gegeben hat und kann euch diesen Roman wirklich nur ans Herz legen.)
 
Erotik: Auch in diesem Genre in diesem Jahr kein Buch gelesen.
 
Historische Romane: "Das Haus am Alsterufer" / M. Jary
(Mein Highlight aus dem Monat September. Richtig tolle Geschichte, tolles Ambiente, toll geschrieben und von mir nun schon mehrmals verschenkt und weiterempfohlen)
 
Humor: Obwohl ich morgens um 5 Uhr schon gut gelaunt aufstehen kann, bin ich literarisch aus dieser Kategorie raus ...
 
Sachbuch: *hüstel* Weiterbildung gibt's erst im nächsten Jahr ;)
 
Bestes Hörbuch: "Stichkopf und der Scheusalfinder" / G. Bass, Sprecherin: KATHARINA THALBACH!!
(ganz, ganz, ganz großartig gelesen!! Solltet ihr unbedingt hören!! Ob mit Kindern oder ohne, es lohnt sich!!)
 
EBook only: "Mind Ripper" / Nadine Erdmann
(Starkes Debüt. Ansonsten lese ich aufgrund fehlenden Readers keine eBooks.)
 
Bester Buchtitel: "Glücksdrachenzeit" / K. Zipse
(Glück ... Drachen ... muss ich mehr sagen? Gelesen wird es übrigens in meinem langen Dezemberurlaub. ich freu mich schon!)
 
(Wunderschönes, berührendes Buch, das ganz toll illustriert wurde. Außen wie Innen)
 
Beliebtester Buchautor: Micaela Jary
(Micaela ist auf Facebook sehr präsent und ich mag den Austausch mit ihr einfach wirklich gern, weil er interessant, humorvoll und sehr nett ist. Eine sehr sympathische Autorin. Allerdings hätte ich mir in dieser Kategorie auch echt noch mehr Nominierungsmöglichkeiten gewünscht :D)
 
Welche Bücher habt ihr nominiert? In welchen Kategorien konntet ihr euch so gar nicht entscheiden?
Welche Kategorie mögt ihr am liebsten? Welche würdet ihr euch noch wünschen?
 
 
 
 

12.11.14

Wild Cards 01 / George R.R. Martin (Hrsg.)


"Das Spiel der Spiele", so der Untertitel des ersten Romans der "Wild Cards"- Reihe, der ein Gemeinschaftsprojekt vieler sehr begabter Autoren ist und von George R.R. Martin, einem der Meister des Fantasygenres, lektoriert wurde. Ein Roman wie ein Actionfilm - rasant, kurzweilig und spannend. Ein Lesevergnügen, durch das man nur so durchfliegt.

Wild Card ist ein Virus, der in den Vierzigerjahren um sich gegriffen und die Betroffenen so verändert hat, dass sie über spezielle Fähigkeiten verfügen. Einige der Fähigkeiten erscheinen als nützlich, andere eher als lästig. Welche die beste und heldenhafteste Fähigkeit ist, soll in einer TV-Show entschieden werden. "American Hero" lässt die Asse in Teams bei der Erfüllung verschiedener Aufgaben gegeneinander antreten. Das Team, das die Aufgabe am schlechtesten meistert oder gar nicht löst, muss einen Kandidaten raus wählen, bis am Ende nur noch einer übrig bleibt. Der- oder Diejenige, die wahres Heldenpotential hat. Oder?

Wer Fantasy mag, der kommt um den Namen George R.R. Martin nicht herum. Warum ich es bisher trotzdem geschafft habe, weiß ich gar nicht so genau. Dafür konnte ich ganz ohne Erwartungen an "Wild Cards" herangehen, dass sich schon allein deshalb von Martins Meisterwerk "Das Lied von Eis und Feuer" unterscheidet, da es eher im Bereich Urban Fantasy und nicht epischer Fantasy angesiedelt ist. Geschrieben hat der Meister nur eine kleine Kurzgeschichte, die anderen Teile des Romans wurden von - mir bisher ganz unbekannten - Autoren verfasst. Einzelne Geschichten zu einem Ganzen zusammengesetzt. Funktioniert nicht immer, ist hier aber so wunderbar gelungen, wie selten. Nahtlos schließt sich Stück für Stück, Kurzgeschichte für Kurzgeschichte, Charakter für Charakter aneinander und ergeben einen Roman, der fesselt und Lust auf mehr macht. Zum Glück sind die "Wild Cards" als Reihe angelegt.

Lohengrin - mein persönlicher Favorit ;)


Die Idee, die "Wild Cards" Geschichte als Casting Show anzulegen, trifft genau den Zeitgeist. Würde diese Sendung bei uns im Fernsehen laufen, dann würde ich sie definitiv anschauen. Auf der anderen Seite ist es auch im Roman wie im echten Leben. Nur der Profit zählt und nur wenige der Teilnehmer haben auch einen wahren Heldencharakter. Was zählt wirklich? Wer du bist oder was du zu sein vorgibst?

Besonders gut gefällt mir, dass man die Figuren so gut kennenlernt. Auf viele von ihnen wird näher eingegangen, manche sind aber auch eher nebensächlich. Schwierig war es sie alle kennen zu lernen und neben ihren eigentlichen Namen auch noch ihre Heldennamen, die man ihnen in der Sendung verpasst hat, zu verinnerlichen. Es gibt zwar eine Auflistung im Buch, aber die muss man dann immer erst suchen oder markieren. Eine Beschreibung der Personen am Ende des Romans, zu dem es sich leicht hinblättern lässt, wäre toll. Meine persönlichen Lieblinge sind Earth Witch und Lohengrin. Erste, weil ich ihren Charakter so gerne mag, Letzterer weil er in meiner Fantasie genau so heiß ist wie auf dem Cover. Letztendlich ist es aber dieses gemeinsame Kennenlernen der einzelnen Charaktere, das den Leser so eng mit den Figuren verbindet und ihn dazu bringt immer weiter lesen zu wollen, um zu erfahren, was ihnen widerfährt.

Es gibt auch einen politischen Teil im Roman, was - wie ich von einer Freundin erfahren habe - wohl typisch für Martin ist und für mich auch eigentlich immer ein Plus in Fantasyromanen. Da hier aber die Storys rund um die Charaktere so spannend sind, habe ich den Krieg in Ägypten ein wenig an mir vorbei ziehen lassen, was sich als Fehler erwiesen hat, da er im Laufe des Romans noch eine größere Rolle einnimmt, ohne jedoch den locker leichten Verlauf der Handlungen rund um "unsere Helden" zu stören.

"Wild Cards" ist ein rund um gelungenes Gemeinschaftsprojekt, auf das sich auch der Leser mit vielen angefangen Reihen gerne einlässt. Ein lockerer Erzählton, der von jedem Autor so aufgegriffen wird, dass der Leser das Gefühl bekommt nur eine Person habe den Roman geschrieben, baut einen Spannungsbogen, der am Ende noch mal zu einem Cliffhanger hochfährt. Interessante Charaktere und eine wirklich coole Idee, lassen diesen Roman zu einem Genuss der Urban Fantasy für Erwachsene werden.

Buchinfo:

Penhaligon (August 2015)
544 Seiten
15,00 €
Originaltitel: Wild Cards Insight Straight
Übersetzer: Simon Weinert



10.11.14

[Reiseproviant] #3

Bücherproviant:



"Echt" von Christoph Scheuring, ist ein weiteres Buch aus dem Magellanverlag, der sich immer so viel Mühe mit der Umschlaggestaltung gibt. Ganz anders, als die anderen Romane aus dem Programm, ist "Echt" nicht bunt und schillernd, sondern schlicht und der Buchdeckel ist aus Recyclingkarton. Ist zunächst ungewohnt, aber keine schlechte Idee. Inhaltlich geht es um einen Jungen, der Abschiede sammelt und diese bildlich in Form von Fotos festhält. Als ich diesen Teil der Inhaltsangabe durchgelesen habe, hat mich schon direkt so ein kleiner Schauer überkommen, ein gewisses Kribbeln in den Fingern, dieses Buch unbedingt lesen zu wollen. 
"Der Sommer der Blaubeeren" von Mary Simses hat diesen Sommer eine ganze Welle an begeisterten Bloggerstimmen hinter sich hergezogen. Viele inklusive ihrem ganz privaten Lieblings-Blaubeerrezept. Als ich jetzt mal wieder einen Gefrierbeutel meiner selbstgepflückten Blaubeeren in der Hand hielt, fiel mir das Buch wieder ein. Und bevor die Beerenzeit komplett abgeschlossen ist, der Winter mit anderen verlockenden Früchten und Leckereien herein schneit, werde ich mir diesen Roman und seine Geheimnisse aus der Vergangenheit, zu Gemüte führen.
"Wörter auf Papier" von Vince Vawter ist im Königskindeverlag, einem Imprint der Carlsenverlagsgruppe erschienen. Eigentlich reizen mich alle Bücher dieses Verlags, da sie so wunderschön gestaltet sind und laut Aussagen des Verlags besonders viel Augenmerk auf besondere Geschichten legen. "Wörter auf Papier" spielt im Jahre 1959 und erzählt von einem besonderen Jungen. Ich freue mich sehr auf das Buch und den Gedanken Zeit im Jahr 1959 zu verbringen.

Welches der Bücher kennt ihr schon? Welches könnt ihr empfehlen? 
Welches möchtet ihr unbedingt noch lesen?
Findet ihr die Gestaltung der Bücher aus den Verlagen Magellan und Königskinder auch so schön?
Und ist das für euch ein Grund euch die Bücher genauer anzuschauen oder sogar direkt zu kaufen, egal welchen Inhalt sie haben?

Lebensreise:


gelacht: Über Peppers Blick, als er den
Ziegenbock der neuen Einstellerin kennengelernt hat, der übrigens
glaubt ein Pferd zu sein :D :D :D

gekocht: Gemüsepfanne, ohne Fett angebraten,
nur mit Salz und Pfeffer gewürzt, so dass sich die Aromen
der einzelnen Sorten voll ausbreiten können. Ich liebe es!!
Dazu gab es Rotbarsch.

gesehen: Rot!
Zum ersten Mal rote Beete gegessen - gemocht -
und gewundert wie rot sie tatsächlich färbt!

gebacken: Schoko Maccarons <3

gefreut: endlich und ganz günstig eine Khujo Winterjacke
in der von mir geliebten Farbe Khaki / Oliv bekommen zu haben

gemixt: Smoothie "Tropical Ginger"
1/4 Mango
1 dicke Scheibe Ananas
1 Kaki / Sharonfrucht
1 Banane
1 kleines Stück Ingwer (geschält)
Saft von 2 Orangen
(reicht für zwei große Gläser)
Es schmeckt unf***ing fantastisch!!

Euch allen eine wunderbare neue Woche!





07.11.14

Dustlands 02: Der Herzstein / Moira Young

ACHTUNG!! Dies ist der zweite Teil der Endzeit Trilogie "Dustlands" und kann Spoiler zu Band 1 enthalten.

Dustlands - Der Herzstein

" 'Na klar. Der Wegbereiter baut eine neue Welt auf. Und nur die richtigen Leute dürfen darin leben. Wenn ihr nicht wollt, dass ihr am Ende das Land bestellt und Kinder für Newe Eden macht, dann passt lieber auf euch auf, du und deine Freunde. Ihr seid genau das, was die suchen."

Endlich hat Saba ihn wieder. Ihren Bruder Lugh, der von den Tonton entführt wurde, nachdem sie ihren Vater erschossen haben. Weil sie beide etwas Besonderes sind. Die Zwillinge mit der Mondtätowierung im Gesicht. Gekämpft haben sie. Bis sie nicht mehr konnten. Doch was hat es gebracht? Der König der Tonton ist tot, aber schon schnell hat sich ein neuer Anführer gefunden. "Der Wegbereiter" nennt er sich. Sein Ziel ist es eine neue, bessere Welt, mit wertvolleren Menschen zu erschaffen. Schwäche und Krankheit auszulöschen. Ohne Rücksicht auf Verlust, ohne Scheu vor dem Tod. Sein größter Wunsch: Saba!

"Jede Frau, gegen die ich gekämpft habe ist jetzt ein Teil von mir. Ich bin die Angst in ihren Augen, ihr Lebenshunger, der Geruch von Tod auf ihrer Haut."

Die Atmosphäre des Romans legt sich drückend und schwer auf mich, wie die Hitze des Ödlands. Und doch ist jeder Satz wie Wasser, das man dort so dringend benötigt, um zu überleben. Jedes Wort sauge ich auf wie ein ausgetrockneter Schwamm, gefesselt von dem was Saba, Lugh, Emmi erwartet. Was die Menschen dort erleiden müssen, wo der Wegbereiter seine dunklen Spuren zieht. Die Spannung droht mich zu zerreißen. Mein Herz schlägt schneller und schneller, springt fast aus meiner Brust vor Angst um Saba, Lugh und Emmi. Um Jack, um Molly, um Nero.

"Wir werden auseinandergeschnitten, Lugh und ich.
Stück.
Für Stück."

Saba und Lugh sind stark traumatisiert von dem, was sie seit dem Tod des Vaters durchstehen mussten. Saba ist müde vom fliehen und kämpfen, ausgelaugt von all dem wonach sie sich gesehnt, wofür sie gekämpft hat. Ihrer Kraft beraubt. Nur Jack könnte ihr aus ihrem Loch helfen, dass so tief ist, dass sie bereits zu halluzinieren beginnt. Doch wo der ist, weiß niemand. Lugh ist wütend. Wütend über all das was er erlebt hat, was um ihn herum geschieht. Darüber, dass er belogen und betrogen wurde und dass es scheinbar keinen Menschen mehr gibt, dem er noch trauen kann. Es fällt ihm schwer seine Wut zu bändigen, er hat sich kaum noch im Griff, der Junge, der einst das Licht war, während seine Schwester neben ihm im Schatten verschwand.

"Er schießt sie tot.
Und es ist still.
Einfach so.
Entsetzlich still.
Nach Lärm und Chaos und Angst."

Wieder einmal ist es das Gesamtpaket, das mich an Moira Youngs Endzeit Saga fesselt. Sprachlich ist sie großartig. Poetisch, kraftvoll, Worte, die unter die Haut gehen, die mir Gänsehaut verursachen, wenn ich nur an sie denke. Inhaltlich ein Meisterwerk an Spannung, Emotionen, Überraschungen. Den Wüstensand zwischen den Zähnen spürend habe ich gemeinsam mit Saba, einer der stärksten weiblichen Figuren des Dystopie-Genres, den Kampf aufgenommen, bin an ihrer Seite verblieben, auch, wenn es mir manchmal den Atem geraubt hat. Und dennoch ist die Zeit zum Durchatmen viel zu lang bis wir zum finalen Schlag ausholen können, denn erst im April 2015 erscheint "Dustlands 03: Der Blutmond". Ich kann es kaum erwarten! Die Zeit bis dahin lohnt es sich mit dem Hörbuch zu "Die Entführung" zu überrbücken. Sprecherin Laura Maire bringt genau diese bedrückende, enge Atmosphäre wunderbar rüber.

Buchinfo:

 
FJB (Februar 2014)
432 Seiten
16,99 €
Originaltitel: Rebel Heart
Übersetzerin: Alice Jakubeit
 
 
Dustlands 02: Der Herzstein
Dustlands 03: Der Blutmond (ET: April 2015)
 

06.11.14

[PO Box News] #1

Jede Woche erreichen mich eMails rund um literarische Themen. Egal ob von Verlagen. Bloggern. Communities oder Autoren, immer dreht es sich um das, was wir alle so lieben: Bücher!
Schon seit einiger Zeit habe ich überlegt, wie ich euch diese Neuigkeiten, die da so häufig auf mich einschlagen, wohl näher bringe. Ich mag nicht ständig irgendwelche Posts veröffentlichen, in denen mit zwei Zeilen gesagt ist, dass es Hernn XYs Buch als eBook günstiger gibt, dass Frau YX heute in Musterdtadt liest oder der Vorschaukatlog des Lieblingsverlags schon draußen ist. Deswegen werde ich nun mal die News aus meinem eMail Fach (PO Box ;)) zusammenfassen, die ich interessant finde. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir Rückmeldung geben würdet, ob so eine Rubrik für euch interessant ist und welche Neuigkeiten ihr euch darin noch wünscht.

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Auch wenn ich selbst keine eBooks lese, gibt es in diesem Monat beim Verlag Droemer Knaur die ein oder andere interessante eBook Neuerscheinung. Z. B. "Der Whisky-Pfarrer" von Val McDermid. Drei Kurzkrimis über die sich Fans der Autorin und Freunde des Krimi Genres für nur 1,99 € hermachen können. Wer sich eher für Herzschmerz und Liebeslust interessiert, der findet sicher gefallen an "Jaden", zwei neuen eBooks der für prickelnde Liebesgeschichten bekannten Autorin Kajsa Arnold.



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Auf Lovelybooks wird schon vereinzelt Weihnachtsstimmung verbreitet. Noch bis einschließlich Freitag kann man sich für eine Leserunde zu Julia Weißers Weihnachtsmärchen "Der geheime Wunsch" bewerben. Mehr zum Buch (Quelle: Lovelybooks):
Gibt es ihn wirklich, den Weihnachtsmann?

Es ist der 22. Dezember.Zwei Tage bis Weihnachten, aber bei Fill Snow, fast sechs Jahre alt, will einfach keine Weihnachtsstimmung aufkommen. Seit er gehört hat, dass es den Weihnachtsmann nicht geben soll, ist er voller Zweifel.
Aber Fill ist clever.
Um die Wahrheit herauszufinden, hat er sich einen genialen Plan ausgedacht, um die Frage aller Fragen endgültig zu klären.

Wer Weihnachten noch in weiter Ferne sieht, trotzdem gerne gemeinsam mit anderen Buchverrückten lesen möchte und am Ende noch die Möglichkeit nutzen möchte einen Tolino eReader zu gewinnen (um oben genannte Bücher lesen zu können ;)), der kann sich noch vier Tage lang bei der Lovelybooks Novemberchallenge zu "Wer weiß, was morgen mit uns ist?" von Ann Brashares anmelden. Mehr zum Buch (Quelle: Lovelybboks):


Die 17-jährige Prenna lebt mit ihrer Mutter in New York, seit sie zwölf ist. Doch was vorher war und wo sie herkommt, darf sie niemandem erzählen. Eine Pandemie hat Millionen Opfer gefordert, und zusammen mit wenigen anderen ist es Prenna gelungen, in unsere Gegenwart zu entkommen. Jetzt tun sie alles, um ihre Herkunft geheim zu halten. Deshalb gelten strenge Regeln für Prenna: möglichst kein Kontakt zu den Mitschülern, nicht mehr Worte als nötig. Sich mit einem Jungen aus der Schule zu verabreden, ist selbstverständlich ausgeschlossen. Prenna hält sich daran. Bis zu dem Tag, an dem ihr Ethan Jarves begegnet und sie sich Hals über Kopf verliebt …
 
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Der Verlag Antje Kunstmann hat eine Vorvorschau auf das Frühlingsprogramm veröffentlicht, die man hier einsehen kann. Fans der "Southern Reach Trilogy" können sich auf Band 2 und 3 freuen, Axel Hacke und ein "erheiternder und liebenswerter" Hund kommen zu Wort und ein Buch über eine weibliche Anhängerin des natoinalsozialistischen Fanatismus wird uns sicher nachhaltig bewegen.

 
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Eine ganz tolle Aktion gibts beim Magellan Verlag:
 
Am 9. November jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Anlässlich dieses Gedenktages startet der Kinder- und Jugendbuchverlag Magellan ein Gewinnspiel für Schulklassen der Mittel- und Oberstufe. Zu gewinnen gibt es eine Lesung der Autorin Dorit Linke aus ihrem Roman „Jenseits der blauen Grenze“. Eine zweite Klasse kann sich über einen Klassensatz von 30 Exemplaren des Buches freuen.
In ihrem Debütroman „Jenseits der blauen Grenze“ erzählt Dorit Linke die Geschichte der beiden 17-jährigen DDR-Flüchtlinge Hanna und Andreas. Durch einen dummen Streich haben sich die beiden in ihrer Heimat alle Chancen verbaut und wagen die Flucht über die Ostsee, von Kühlungsborn nach Fehmarn – schwimmend. Während die See an ihren Kräften zehrt, blickt Hannah auf ihre durch Reglementierung und Dogmatismus geprägte Jugend zurück.

Dorit Linke zeichnet ein realistisches und anschauliches Bild einer Jugend im Sozialismus. Sie legt mit ihrem Debüt aber auch einen spannenden Fluchtthriller vor. 25 Jahre nach dem Mauerfall zeigt sie gekonnt, wie perfide und planvoll Individualität in Diktaturen unterdrückt wird, und lässt den Leser die Enge des DDR-Systems mit jeder Seite deutlicher spüren.
Die Autorin wuchs selbst in der DDR auf, war Leistungssportlerin und Rettungsschwimmerin und nahm aktiv am politischen Wandel Ende der Achtziger teil. Sie war achtzehn Jahre alt, als die Mauer fiel. Das von ihr Erlebte schlägt sich nicht nur in einem präzisen Erzählstil in ihrem Roman nieder, sondern macht sie auch zu einer spannenden Diskussionspartnerin rund um das Thema DDR.
Teilnahmebedingungen:
An der Verlosung können alle Schulklassen ab der 9. Jahrgangstufe teilnehmen. Dazu bitte das angehängte Anmeldeformular ausgefüllt an den Magellan Verlag senden. Das Formular und alle Infos zur Verlosung sind auch unter https://de-de.facebook.com/magellanverlag zu finden. Teilnahmeschluss ist der 8. März 2015.

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In 15 Tagen erscheint "Onyx: Schattenschimmer" der zweite Band der neuen Reihe von Jennifer L. Armentrout, Nachfolger des Romans "Obsidian: Schattendunkel. Für diejenigen, die es kaum erwarten können Teil zwei in Händen zu halten, hat der Carlsen Verlag ein kleines Extra: auf der Seite von Bittersweet könnt ihr exklusives Bonusmaterial herunterladen. In einem Extrakapitel beschreibt Autorin Jennifer L. Armentrout das Kennenlernen von Katy und Daemon aus der Sicht von Daemon, der sich der neu zugezogenen Katy gegenüber ja nicht gerade freundlich verhalten hat.

05.11.14

Über uns das Meer / Sabine Giebken

Über uns das Meer
 
"Ich schloss die Augen, und plötzlich schob sich ein anderes Bild vor meine abtauchenden Gedanken, eines, das die ganze Zeit über schon da gewesen sein musste: Angel konnte etwas, was nur sehr wenige Menschen beherrschten. Im Meer war er frei."

Lou hat sich in ihrer Familie noch nie wohlgefühlt. Hatte immer das Gefühl nicht dazu zu gehören. Viel zu groß sind die Unterschiede zwischen ihnen. Wie Land und Meer, könnten sie kaum gegensätzlicher sein. Lou fühlt sich eingezwängt in dem Leben, das man ihr vorschreibt. Als sie ihr Abitur machen und auf einer Eliteuni in England studieren soll, läuft sie weg. Bricht aus, aus den Konventionen, mit denen man ihr Leben bisher bestimmt hat. Ziel ist das alte Häuschen ihrer Großmutter auf Elba. Dort hat sie sich schon immer heimisch gefühlt. Geborgen und behütet. Dort hat sie Freundschaften geknüpft und zum ersten Mal das Gefühl gehabt Wurzeln zu schlagen. Ihre Rückkehr dorthin ist ein bisschen wie nach Hause kommen. Vertraute Gerüche, Lebensgefühle und Erinnerungen begrüßen sie auf Elba. Aber wie alles verändert sich auch das Leben auf der kleinen Insel im Mittelmeer.

"Das ist kein Freitauchen, dachte der wachere Teil meines Gehirns, das ist Schlafwandeln im Meer. Ich bin ein mondsüchtiges Meermädchen, das ist alles. Wer braucht schon Regeln und Gesetze, wer braucht schon Typen, die einem vormachen, was man auch selbst rausfinden kann?"

Eine Truppe junger Leute geht dort täglich tauchen. Das hat Lou früher auch schon gemacht. Der Sohn des Ladenbesitzers für Tauchzubehör ist mal ein guter Freund gewesen. Und irgendwie auch mehr. Im Mittelpunkt des Geschehens ein Apnoetaucher. Er will einen Weltrekord im Freitauchen aufstellen. Über hundert Meter tief tauchen, die Luft anhalten und der Dunkelheit des Meeres widerstehen. Keine leichte Aufgabe, vor allen Dingen dann nicht, wenn ein dunkles Geheimnis dafür sorgt, dass er immer tiefer gezogen wird.

"Seine Augen schienen dunkler geworden, tiefe Schatten lagen in der Iris. Darunter sah ich feinen Glanz, der in seinen Wimpern hing wie das Glitzern von Tränen. Doch am meisten erschreckte mich sein Blick, die tiefe Traurigkeit, die wie ein Anker an ihm zog und ihn nicht freigeben wollte."

Sabine Giebken hat mit "Über uns das Meer" ein kraftvolles Debüt geschrieben, das mich zum "Apnoeleser" machte. Feine, sanfte Worte, die Lous und Angels Sehnsucht nach dem Meer, nach Freiheit so wirksam darstellten, dass es mir den Atem nahm, dass ich das Gefühl hatte sie am eigenen Körper spüren zu können. Nichts anderes ist mehr von Bedeutung, als endlich durchatmen zu können. Es scheint absurd, dass dabei ausgerechnet Luft anhalten helfen soll. Ich glaube es ist die Art an seine Grenzen zu gehen, diese zu überschreiten, dadurch ein gewisses Gefühl von Kontrolle (zurück) zu erlangen, die ein Gefühl von Freiheit auslöst. Das Leben spüren, klar denken, Ziele fassen und Momente genießen können. Bewusstsein zu schaffen für eigene Wünsche, eigene Vorstellungen und auch eine eigene Identität. Atemraubende Szenen in denen der Wunsch sich völlig fallen lassen zu können, in die Tiefen des Meeres zu sinken und alles vergessen zu können einen großen Teil der Handlung einnimmt, haben mich stark beeindruckt und meine Angst vorm Meer in eine völlig neue Faszination verwandelt. Sabine Giebken beruft sich auf den Facettenreichtum des Meeres. Dessen buntes schillerndes Innenleben, das jedoch auch Gefahr birgt. Der Sog des Meeres mit Worten in eine Sucht nach der Geschichte von Lou und Angel verwandelt, die zunächst so vorsichtig ist, wie die Erzählstimme der Autorin und Stück für Stück an Stärke gewinnt, machen diesen Debütroman zu einer ganz besonderen Geschichte.

 
 
"Über uns das Meer" ist im Magellan Verlag erschienen. Dort gibt man sich nicht nur Mühe außerordentlich schöne Geschichten zu finden, sondern diese auch außerordentlich schön zu gestalten. Besonders angetan hat es mir "Über uns das Meer" ohne seinen Umschlag. Viele kleine Seesterne auf dunklem mit feinstem Muster überzogenen Grund. Wunderschön. Ich mag gar nicht mehr gern den Umschlag drum machen, der mit vielen bunten Fischen das Gefühl gibt mitten durch einen Schwarm hindurch zu tauchen.
 
 
Buchinfo:
 
Magellan (Oktober 2014)
Hardcover mit Schutzumschlag
512 Seiten
18,95 €
 

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