20.11.14

The Diviners: Aller Anfang ist böse / Libby Bray

The Diviners - Aller Anfang ist böse von Libba Bray

"The Roaring Twenties", das ist die Zeit in der die Geschichte der Diviners und ihrer magischen Fähigkeiten spielt. Eine Zeit, in der man peppige junge Frauen mit innovativen Ideen und dem Mut auch mal übers Ziel hinauszuschießen, gut gebrauchen kann. Mädchen wie Protagonistin Evie, die nicht nur aufmüpfig ist, sondern auch über eine ganz besondere Gabe verfügt. Sie kann das Leben anderer in deren persönlichen Gegenständen lesen. Eine Gabe oder ein Fluch?

Als sie wieder einmal unter Alkoholeinfluss versucht den Mittelpunkt einer Party auf sich zu lenken und damit den Blick von ihrem "echten" Inneren, in dem Trauer und Wut eine Rolle spielen, abzulenken, ist sie ein bisschen zu weit gegangen. Als Strafe muss sie zu ihrem Onkel Will ziehen, der ein etwas anderes, außergewöhnliches Museum besitzt.

So eine richtige Strafe ist das für Evie jedoch nicht, denn erstens ist das Museum extrem interessant, zweitens ist es in New York und New York ist eben auch schon in den Zwanzigern sehr attraktiv gewesen, und drittens wird Onkel Will darum gebeten bei der Aufklärung eines sehr mysteriösen und grausamen Mordfalls mitzuhelfen. Eine Aufgabe, bei der Evie ihn liebend gern unterstützt...

"The Diviners" hat bei mir, wie auch bei vielen anderen Lesern, gemischte Gefühle ausgelöst. Ich könnte tatsächlich eine Pro und Kontra Liste anfertigen und bin mir ziemlich sicher, dass sich das Ergebnis die Waage halten würde. Fangen wir mal mit den guten Eigenschaften des Buches an: Evie. Ich mag sie unheimlich gern. Sie ist eine tolle Protagonistin. Frech, forsch, mutig, gewitzt, aber auch traurig, denn ihr Bruder, der ihre engste Bezugsperson war, ist im Krieg gefallen. Zusätzlich gibt es noch viele weitere Figuren unterschiedlicher Charaktereigenschaften, die kennenzulernen sehr viel Freude bereitet. Sehr gerne mag ich den Taschendieb Sam, denn er ist derjenige, der Evie geistig das Wasser reichen kann und so manches Wortgefecht der Beiden, lässt den Leser schmunzeln.

Lesezeit, die Spaß macht :)


Prinzipiell habe ich die Geschichte einfach gern gelesen. Es ist eine der Geschichten, die durch ein ausgewogenes Verhältnis an Humor, Spannung und persönlichen Schicksalen, interessant wird. Doch leider hat sie auch so ihre Längen. Die wären nicht ganz so schlimm, gäbe es da nicht die Schreibe der Autorin, an deren Ecken und Kanten ich mich immer wieder gestoßen habe, so dass ein lockeres weiterlesen nicht immer möglich war. Dass sie die Geschichte auf verschiedenen Ebenen aufeinander zusteuert, fand ich jedoch wieder sehr gelungen.

Der Gruselfaktor des Buches ist für mich - ich bin allerdings ein Weichei - genau richtig. Es gibt ziemlich düstere und brutale Stellen, die mich immer wieder erschaudern liesen, die dann aber wieder von interessanten Geschichten und lockeren Handlungssträngen abgelöst bzw. ausgeglichen werden, so dass ich in der Lage war auch längere Passagen zu lesen ohne die gesamte Beleuchtung im Haus anmachen zu müssen aus Angst vor John Hobbes.

Im Endeffekt ist es wohl, dass ich mir im Vorfeld schon zu viel vom Buch versprochen habe. So etwas ist immer schwierig und ruft leicht Enttäuschungen hervor. Atmosphärisch bin ich zwar in den Zwanzigern gelandet, aber ich hätte mir gewünscht, dass ich noch mehr in diese sehr spannende Zeit hereingezogen werde. Evie und Sam waren diejenigen, die mich magnetisch angezogen haben. Es war mir eine Freude sie kennenzulernen, aber ich bin mir noch nicht sicher, ob ich sie weiterhin auf ihrem Lebensweg begleiten werde.

Buchinfo:


dtv (Oktober 2014)
704 Seiten
19,95 €
Übersetzerin: Barbara Lehnerer
Special
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Kommentare:

  1. Ich habe das Buch auch vor ein paar Tagen beendet. Mit Evie bin ich nicht so richtig warm geworden, aber Sam mochte ich auch.

    Den Schreibstil der Autorin möchte ich, es war aber auch mein erstes Buch von ihr, so dass ich da keine Vergleichsmöglichkeit habe.

    Dass die Stimmung der 20er gut vermittelt worden ist, finde ich auch.

    Liebe Grüße,
    Julia

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  2. Noch jemand, der das Buch eher kritisch gelesen hat. Ich hatte bspweise gar keine Erwartungen, nur Angst, dass ich mich durch die 700 Seiten kämpfe und am Ende enttäuscht würde ... ich werde die Reihe auch nicht weiterlesen, weil mir der Schreibstil einfach zu viel kaputt gemacht hat. Zu viele und künstlich ausgedehnte Passagen :(

    Es ist so schade, weil das Setting eigentlich total cool war, wie du es auch empfunden hast :(

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