[Geplauder] Alles neu macht der Frühling oder wie die Neuerscheinungen den Rahmen sprengen

Ach ich bin heute einfach so in Plauderlaune. Ob es wohl am Frühling liegt? Dieser macht ja bekanntlich alles neu und so wie es mir scheint, füllt er in erster Linie die Kataloge der Bücherverlage. Passend zur Leipziger Buchmesse erscheint eine tolle Neuerscheinung nach der anderen. Was heißt nach? Ich glaube, es erscheinen alle auf einmal. Alle gleichzeitig. Und ich höre sie rufen: "Nanni!! Nimm uns mit in dein Bücherregal!!"

Nur sehr schwer kann ich mich gegen diese Hilferufe stemmen. Liegt wohl an meiner sozialen Ader, dass ich jedem Hilferuf nachkommen möchte, aber wie sage ich an der Arbeit immer: "Wir können sie nicht alle retten!" Nein, können wir nicht, aber es wäre doch soooo schön ....

Der Tag braucht einfach mehr Stunden. Oder arbeiten müsste abgeschafft werden. Oder aber lesen müsste bezahlt werden. Als diplomierte Fachkraft habe ich meiner Meinung nach einen Lohn von mindestens 1 € / Seite verdient. Unversteuert versteht sich, denn Bildung ist in Zeiten der im internationalen Vergleich immer schlechter abschneidenden Jugend, ein kostbares Gut und sollte dementsprechend unterstützt werden.

Und denken wir doch nur mal an die armen Wunschlisten? Was die so alles leisten müssen. Manche leiden schon seit Jahren unter Rückenschmerzen weil sie ganze 100, 200, 300 Bücher tragen müssen. Der Zuwachs ist schneller als der Abgang.

Und ist dann das letzte Geld zusammen gekramt, endlich etwas Zeit gefunden zu lesen, dann möchte man seine Meinung zum Buch ja auch kundtun. Besonders, wenn es Gefallen gefunden hat. Eben mal schnell in dieses Forum geklickt, dort die literarisch hochwertigen Ansätze des Romans vertreten, 2,3,4 Bilder davon auf Facebook gepostet und dem Autor eine Nachricht geschickt wie sehr einen die Aussagen, die er vermutlich ganz anders gemeint hat, an die eigene Realität erinnern.
Schon wieder ist der Tag rum, unzufrieden geht man ins Bett, denn wieder einmal ist die Lesezeit zu kurz gekommen, dabei hat man sich doch so beeilt, ist von hier nach dort gehetzt, hat nur mal eben schnell .... Stress, Stress, Stress.

Zum Glück dauert es nicht mehr lang. Das Wochenende naht. Morgens wecken die ersten Sonnenstrahlen und noch schlaftrunken greifen wir zum Buch, um den Tag mit den neusten Bekanntschaften aus dem aktuellen Roman zu starten. Und wenn wir sie nicht mögen, dann klappen wir das Buch zu und verkaufen oder vertauschen ist, um davon wieder ein neues Buch anzuschaffen. Wundervoll!!

So, der Donnerstag ist bald geschafft. Haltet durch!! Nur noch einmal schlafen (und ein bisschen arbeiten) und dann ist Wochenende :)

[Hörbuch] Die große Franz Eberhofer Box - Rita Falk


Eher selten kommt es vor, dass ich auch mal einen Krimi lese. Ich gebe es zu, ich bin dafür einfach zu weich. Hin und wieder kann mich jedoch ein Buch dieses Genres begeistern, vor allem dann, wenn nicht der Kriminalfall, sondern die Protagonisten im Vordergrund stehen. Und noch mehr, wenn eben dieser Krimi mit richtig viel Humor geschrieben wird. Dies ist bei Rita Falk der Fall, so dass ich ihre Bücher "Winterkartoffelknödel", "Dampfnudelblues" und "Schweinskopf al Dente" (klick auf den Titel und gelang so zur Rezi) regelrecht verschlungen und mich dabei köstlich amüsiert habe.

Als ich diese Hörbuch Box entdeckte, musste ich einfach zugreifen. Die Vorahnung, dass die Geschichten, um den etwas tollpatschigen Dorfpolizisten Franz Eberhofer, gelesen vom bayerischen Komiker Christian Tramitz, einen Angriff auf meine Lachmuskeln bedeuten würden, bestätigte sich schon nach den ersten 5 Minuten und hielten sich beständig über die kompletten 926 Minuten.

Wie gesagt die Geschichten vom Franz, seinem Beatles narrischen Papa und der schwerhörigen Oma mag ich schon seit je her und habe darüber auch schon ausführlich geschrieben. Die Hörbücher dazu sind noch einmal ein besonderes Schmankerl. Hauptverantwortlich dafür ist Christian Tramitz.

Deutlich merkt man ihm seine Schauspiel und Komiker Karriere an, denn ich habe noch nie ein Hörbuch gehört, in dem ein Sprecher so authentisch so viele verschieden Rollen sprechen kann. Ob die greise Stimme der Oma oder der japanische Akzent von Franz´ Schwägerin Panida, Tramitz kann sie alle!! Und das nicht nur überzeugend, sondern auch richtig, richtig witzig!

Die große Franz Eberhofer Box ist ein echtes Erlebnis für Hörbuch Fans. Wenn Christian Tramitz ins bayerische Niederkaltenkirchen und mit dem Franz in den Kampf gegens Verbrechen zieht, dann bleibt kein Auge trocken. Eine Investition, die sich lohnt, denn man kann die Hörbücher immer und immer wieder hören und kriegt trotzdem nie genug davon.

Hörbuchinfo:

 
Der Audio Verlag
12 CDs
926 Minuten
Sprecher: Christian Tramitz
29,99 €

Hörbücher



Hier die Liste der rezensierten Hörbücher:






A

Armentrout, Jennifer L. - Obsidian 01: Schattendunkel (Sprecherin: Merete Brettschneider)

- Obsidian 03: Opal (Sprecherin: Merete Brettschneider)


B


Barreau, N. - Das Lächeln der Frauen (Sprecher: Andreas Fröhlich, Stefanie Stappenbeck)

Bronsky, A. - Spiegelkind (Sprecher: Jule Böwe)


E

Evison, Jonathan - Umweg nach Hause (Sprecher: Bjarne Mädel)


F


Falk, R. - Die große Franz Eberhofer Box (Sprecher: Christian Tramitz)

Ferrant, Natasha - Die Geschwister Gadsby (Sprecherin: Sascha Icks)


G

Geiger, Arno - Selbstporträt mit Flusspferd (Sprecher: Adam Nümm)

Gier, K. - Edelstein Trilogie (Sprecher: Sascha Icks, Josefine Preuß)


H

Hannigan, K. - Die Wahrheit, wie Delly sie sieht (Sprecherin: Jodie Ahlborn)


K

Kerr, Judith - Mog, der vergessliche Kater (Sprecherin: Katharina Thalbach)

Kolb, Suza - Die Haferhorde 01: Flausen im Kopf (Sprecher: Bürger Lars Dietrich)

- Die Haferhorde 03: Immer den Nüstern nach (Sprecher: Bürger Lars Dietrich)

Die Haferhorde 04: Schmetterlinge im Ponybauch (Sprecher Bürger Lars Dietrich)

Köster, Gabi - Die Chefin (Sprecherin: Gabi Köster)

Kühne, Alexander - Düsterbusch City Lights (Sprecher: Jonas Mues)


L

Laban, Elisabeth - So wüst und schön sah ich noch keinen Tag (Sprecher: Andreas Fröhlich / Nicolás Artajo)


M

MacDonald, Helen - H wie Habicht (Sprecherin: Cathleen Gawlich)

McPartlin, Anna - Die letzten Tage von Rabbit Hayes (Sprecherin: Nina Petri)

Meyer, Marissa - Luna Chroniken 01: Wie Monde so silbern (Sprecherin: Vanida Karun)

- Luna Chroniken 02: Wie Blut so rot (Sprecherin: Vanida Karun)

- Luna Chroniken 03: Wie Sterne so golden (Sprecherin: Vanida Karun)


P

Philipps, S.E. - Wer ja sagt, muss sich wirklich trauen (Sprecher: Rike Schmid)


S

Sumners, S. - Wie Tyler Wilkie mein Leben auf den Kopf stellte und was ich dagegen tun werde(Sprecher: Anna Carlsson)

Simsion, G. - Das Rosie Projekt (Sprecher: Robert Stadlober)


T

Terrill, C. - Zeitsplitter: Die Jägerin (Sprecher: Jodie Ahlborn, Britta Steffenhagen)





















Gemeinsam lesen #49

 
1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
"Dornenherz" / Jutta Wilke / S. 45

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Unser Frühstück verläuft schweigend."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)
Dies ist bereits der dritte Roman der sympathischen Autorin Jutta Wilke, den ich lese. Ich mag ihre Schreibe, die klar udn authentisch ist und Geschichten erzählt, die fest im Leben verankert sind. Immer mit einem Hang zum Abenteuer und der gefahr im Hintergrund, aber auch gut durchdacht, was die menschliche Psyche angeht.
Von "Dornernherz" erhoffe ich mir nun all das vorangehend genannte + einen kleinen Hauch .... (s. Nr.4 ;))

4. Beschreibe mit 5 Adjektiven (Wie-Wörtern) dein aktuelles Buch.
 
+ emotional
+ wunderschön (Cover und Umschlag)
+ märchenhaft
+ mystisch
+ individuell

Lovelyblogs

So, hier ist sie nun endlich: die schon längst überfällige Liste der Blogs, die ich gern in unregelmäßigen Abständen besuche. Leider schaffe ich es nicht täglich überall vorbeizuschauen, aber hin und wieder drehe ich doch ganz gern meine Runde :)

Bücherfreunde:

Ankas Geblubber
Asaviels Bücher Allerlei

Beauty Books
Bibliofeles
Bibliophilin
Blätterwind
Bluenaversum
Book Walk
Bookwives
Brösel`s Bücherregal
Buchbegegnungen
Buchjunkies
Büchernische
Bücherwurmloch
Buzzaldrins Bücher

Damaris liest
Die Buchbloggerin
Die Liebe zu den Büchern

Frau Hauptsachebunt
Fünf Bücher

Herzpotenzial

I am bookish

Kaffeehaussitzer
Kiepenheuer & Witsch Blog
Klappentexterin

Lena liest
Lesemomente
Literatwo
Little Words
Live.Love.Read
Lottas Bücher

Meine Lieblingsbücher

Nordbreze

PiMis Bücher
Pinkfisch
Primeballerina's Books

Textverliebt
Tintenhain

Weltenwanderer
We read Indie
Willkommen im Bücherkaffee
Wonderworld of Books
Wortmalerei

Vom Lesen und vom Schreiben

Leckereien:

Baby rock my day

cakes and colors
Cooking Catrin

Das Knusperstübchen

Ein klitzeklein(es) Blog
Elle Republic
Experimente aus meiner Küche

Frau A. kocht
Fräulein Glücklich
Fräulein Klein
Französisch kochen

Springlane Magazin

Tastesheriff
Tina's Tausendschön


What Ina loves
Widerstand ist zweckmäßig

Zucker, Zimt und Liebe


DIY:

Bonny und Kleid

Miljanii

Puppenzimmer

Sinnenrausch

Die Frau, die nie fror - Elisabeth Elo



Pirio Kasparov, das ist sie, die Frau, die nie fror, und deshalb für viele ein unerklärliches Rätsel darstellt. Am meisten für sich selbst, denn Pirio kann sich das Phänomen so lange Zeit im Eiswasser überlebt zu haben, nicht erklären.
 
Woher die Fähigkeit kommt weiß weder sie, noch die Navy, die sich aus spionagetechnischen Gründen sehr dafür interessiert. Ob es wohl Vererbung ist? Auch das kann Pirio nicht so genau sagen, denn der Kontakt zu ihrer Familie ist, sagen wir mal - schwierig. Der Vater ein einflussreicher Mann, dem man nichts recht machen kann, die Mutter eine Künstlerin, voller Poesie und so windig und kaum greifbar, dass es nicht verwunderlich ist, dass der Tod sich ihrer bemächtigt hat, bevor Pirios Vater dies tun konnte.
 
Nicht zu wissen, warum Pirio die Fähigkeit ist die eine Sache, nicht zu wissen, wer sie überhaupt in diese Situation gebracht hat eine andere. Eine die Pirio anfangs nicht so sehr, später immer beschäftigt. Korruption, Macht und Grenzüberschreitungen spielen hier eine nicht ganz unwichtige Rolle.
 
Auf einmal ist Pirios Leben, das bisher relativ geordnet war, durcheinander. Zuvor gab es für sie ihren Job in der Parfummanufaktur ihres Vaters, ihre beste Freundin Thomasina, die zwar sehr häufig aus dem Ruder läuft, dies aber in einer Regelmäßigkeit tut, dass es schon fast wieder überschaubar ist, und deren Sohn Noah, Pirios Patenkind, um den sie sich während Thomasinas Ausschweifungen dank übermäßigem Alkoholgenusses kümmert. Doch seit dem Unfall auf See steht Pirio unerwartet im Mittelpunkt, hat unverhoffte Freunde, aber auch unverhoffte Feinde.
 
Ein großes Schlagwort des Romans ist Identität, denn das ist es was Pirio neben dem Verursacher des Unfalls eigentlich sucht. Damit geht sie fast kongruent mit ihrem Patenkind Noah, dessen Vater beim Schiffsunglück verstarb. Die Familie, die ihm noch bleibt, besteht einzig aus seiner versoffenen Mutter, die ihn zwar liebt, aber nicht in der Lage ist ihn zu versorgen. Seine Großeltern väterlicherseits glauben nicht einmal, das er mit ihnen verwandt ist. Wie soll er da wissen, wer er ist.
 
Die Szenen um Noah haben mir am besten gefallen. Sie waren für mich am emotionalsten. Eine Eigenschaft, die im übrigen Verlauf des Romans etwas unter geht. Im Vordergrund steht hier, anders als von mir erwartet, der Kriminalfall des Schiffsunglücks. Auch, wenn Pirio eigenständig ermittelt, fällt dieses Buch ins Genre Krimi. Und dafür fehlte mir dann ein wenig Spannung. Der letzte Kick, der mich ans Buch fesselt und in mir den Wunsch weckt pirio bei ihren Ermittlungen helfen zu wollen.
 
Ich hatte mir mehr Persönlichkeit, mehr Pirio, mehr aus dem rahmen fallen gewünscht. Hinter "Die Frau, die nie fror" hätte ich mir eine besondere Protagonistin gewünscht und nicht nur eine Patentante, die eher alltägliche Identitäts- und Beziehungsprobleme hat, da sie aus einem verkorksten Elternhaus stammt.
 
Elisabeth Elo hat sich mit ihrem Debüt Mühe gegeben, konnte mich mit ihrer flüssigen und bildlichen Schreibe und ihren größtenteils sympathischen Protagonisten immer wieder zum Buch hinlocken. Es gibt viele interessante Passagen, aber dadurch, dass vieles vorrausschaubar ist, mir manchmal Brücken fehlen und einige Dinge offen bleiben und das Gewicht der Dinge, die mich interessieren und derer, die ich eher nebensächlich finde, noch etwas unausgegoren ist, konnte mich die Autorin nicht zu 100 % überzeugen. Einem nächsten Roman aus ihrer Feder würde ich jedoch wieder eine Chance geben.
 
 
 

Buchinfo:

 
Ullstein HC (Februar 2014)
512 Seiten
19,99 €
Übersetzung: Kathrin Bielfeldt
Lovelybooks Leserunde: hier
 
Vielen Dank an den Ullstein Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


[Wochenrückblick] KW # 8

Bücherträume:  

Diese Woche war büchertechnisch wohl meine Glückswoche, denn ich habe direkt bei zwei Lovelybooks Leserunden gewonnen.
"Dornenherz", den neusten Roman der sympathischen Hanauer Autorin Jutta Wilke, deren Bücher "Holundermond" und "Wie ein Flügelschlag" mir schon echt gut gefallen haben. "Dornenherz" scheint nun ein bisschen mehr in Richtung Fantasy zu gehen, was mich sehr anspricht. Mal schauen, ob meine Vermutung bestätigt wird ...
Mein zweiter Gewinn ist das Hörbuch des Romans "Zeitsplitter" von Cristin Terrill. Rezis zu diesem Zeitreiseroman drehen derzeit auf vielen Blogs die Runde, aber erst die von Alexandra hat mich so richtig neugierig gemacht. Also hinterließ ich im Kommentar, dass ich das Buch auch gerne lesen würde und just einige Minuten später entdeckte ich die Verlosung auf Lovelybooks. Zusätzlich zum Hörbuch konnte man noch eins von 5 Notizbüchern gewinnen. Was soll ich sagen, die Glücksfee ist in dieser Woche einfach auf meiner Seite ;)
Ein weiteres Schätzchen, und das weiß ich so genau, da ich schon vereinzelt darin gestöbert habe, ist der Roman "Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau" von Max Scharnigg, dessen Protagonist Jasper Honigbrod, der sich mit 6 Jahren dazu entscheidet glücklich zu sein, mich total anlockt.
"Restaurant Dalmatia" von Jagoda Marinic ist ein Buch, das sich schon seit längerem auf meiner WuLi befindet. Nun ist dieses Büchlein über Identität, Familie und Geschichte zweier Länder, bei mir eingezogen. Ich freue mich aufs Lesen.
"Aus dem Leben einer Matratze bester Machart" von Tim Krohn ist ein weiterer Neuzugang in meinem Regal. Der Titel hat mich total angezogen und ich glaube der Inhalt wird ähnlich skurril und anders. Ich bin sehr gespannt, was mich in diesem dünnen Büchlein erwartet.
"Maskenball unter den Linden" von Hans Croiset beginnt im Jahre 1935 und erzählt die Geschichte eines Mannes jüdischer Familie, dem von "Rasseexperten" bescheinigt wird, dass er typisch arisch ist und deswegen auch nur Arier sein kann. Er nutzt die dadurch gewonnen Vorteile und beginnt ein Spiel mit dem Feuer. Klingt interessant, spannend und gefährlich berührend.
Gelesen habe ich in dieser Woche zwei sehr berührende Jugendbücher, die ich noch lange im Gedächtnis halten werde. "Unland" von Antje Wagner und das Debüt der Drehbuchautorin Lara Schützsack "Und auch so bitterkalt". Außerdem "Die Frau, die nie fror" von Elisabeth Elo, in das ich aber aufgrund immer nur sehr kurzer Lesezeit, noch nicht so richtig reingekommen bin. Heute morgen hatte ich dann mal Zeit für einen etwas längeren Abschnitt und musste ausgerechnet dann das Buch beenden, als es am spannendsten war.
Für alle Fantasyinteressierten oder diejenigen, die es noch werden wollen: Tine und ich haben unser Projekt zum Preis der phantastischen Akademie, dem SERAPH, abgeschlossen. Näheres dazu hier.

Welche Bücher sind bei euch in dieser Woche neu eingezogen? Habt ihr schon einen meiner neuen Mitbewohner gelesen?

Musikträume:


Die ganze Woche über denke ich: ja, das Video zu dem Song postest du im Wochenrückblick!! Und dann ist Wochenrückblickszeit und ich habs wieder vergessen :D
Deswegen heute zwei der Lieder, die auf der Playlist im Epilog von Lara Schützsacks Roman "Und auch so bitterkalt" stehen:

 


Lebensträume:

In dieser Woche ist gar nicht so viel passiert. Ich habe jeden Tag fleißig gearbeitet und den Feierabend unterschiedlich genossen.

Diese tolle Uhr bei Schmucke Traumfabrik (klick aufs Bild)
gekauft.
Montag saßen wir in geselliger Runde zusammen und ehe ich mich versah war ich ein bisschen betüdelt. War sehr lustig, aber das Arbeiten am Dienstag fiel etwas schwer. Dienstagabend wollte ich eigentlich lesen, aber dann bekam ich einen unverhofften, aber netten Anruf, der mal eben eine Stunde lang ging :D
Mittwoch war die Osteopathin bei Pepper. Er hatte ordentlich Wirbel blockiert, was ihm arge Schmerzen verursacht hat. Diese konnten aber fachmännisch und mit Hilfe von Akkupunktur gerichtet werden und noch während der Behandlung ging es ihm deutlich besser. Heute hat er ein bisschen Muskelkater, aber ansonsten ist er schon wieder deutlich munterer und vor allem sehr viel besser drauf :)
Donnerstagabend habe ich dann flugs "Und auch so bitterkalt" gelesen und dann ist ja auch schon Freitag und die Woche rum. Nix aufregendes passiert, was ja auch nicht unbedingt von Nachteil ist ;)

Ich wünsche euch allen ein wundervolles und entspanntes Wochenende. Lasst es euch gut gehen und kommt erholt in die neue Woche :)

Und auch so bitterkalt - Lara Schützsack



 

"Können die Sterne mich sehen?
Habe ich in meinem Leben Wünsche frei?
Gibt es irgendwo jemanden, der die Antwort weiß?
Ich schließe die Augen.
und warte."
 
Wie beschreibt man ein Büchlein, das auf knappen 176 Seiten so unglaublich intensiv ist, dass es den Leser aufgewühlt und berührt zurücklässt, ohne zu viel vom Inhalt zu verraten? Denn eins ist gewiss, "Und auch so bitterkalt" lässt sich nicht einfach nur beschreiben und empfehlen. Das muss jeder selbst erleben.

"Lucinda trägt ein feuerrotes Sommerkleid, so ein Rot, das weh tut, und wenn man das Kleid essen würde, dann wäre es bestimmt hochgiftig und würde wilde Halluzinationen hervorrufen."
 
Lara Schützsack, deren Drehbuch "Draußen ist Sommer" im Jahr 2013 im Kino lief, hat ein Debüt erschaffen, das von der ersten Seite an seine volle Wirkung auf den Leser entfaltet. Das mit Gefühlen und Poesie seine ganze Kraft und Magie ungefiltert auf den Leser loslässt und ihn gleichzeitig so sanft und zart berührt wie ein lauer Sommerwind. Dieser Roman, dessen Seiten sich mehr und mehr mit Stille und Dunkelheit füllen, langsam an Farben und Licht verlieren, ist fröhlich und traurig zugleich und erzählt damit deine Geschichte, von der sich niemand wünscht, diese in der Realität miterleben zu müssen, in der Fiktion der Erzählkunst jedoch nicht davon ablassen kann. Dank der bereits erwähnten Schreibe der Autorin, die damit zwei Protagonsitinnen erschaffen hat, an die sich die Leserwelt noch lange zurück erinnern wird. "Weißt du noch damals, als diese beiden Mädchen, Lucinda und Malina ... eine Tragödie." Und trotzdem treiben sie uns nicht nur Tränen in die Augen, sondern auch ein Lächeln aufs Gesicht.

Ja so ist es. Lucinda löst die unterschiedlichsten Emotionen aus. Sie kann begeistern mit ihrer Fantasie, ihrem Einfallsreichtum, kann schockieren mit ihren verrückten Ideen, ihrer Art sich zu kleiden und ihren Freizeitbeschäftigungen. Und sie kann mich wütend machen damit, wie sie mit ihren Mitmenschen umgeht, wie wenig sie auf andere achtet und sich selbst immer wieder in den Mittelpunkt spielen muss. Aber verkennen wir sie da vielleicht? Muss sie mit den Gefühlen der Jungs spielen, um ihre Unsicherheit, ihre eigenen Änsgte zu überdecken? Spielt sie mit der Macht, die sie über andere hat um sich selbst entdecken zu können? Bewegt sie sich immer am Abgrund, am Rand des Feuers, um das Leben spüren zu können?

Lucinda, das Mädchen, das ist wie ein Geist, unsichtbar und unergründlich für denjenigen, der nicht an sie glaubt. Immer mehr verblassen die Schleier ihrer Umrisse ...

"So ist es immer mit meiner Schwester. Wenn sie geht, nimmt sie alle Farben mit sich."

An Lucindas Seite die treue Begleitung ihrer kleinen Schwester Malina. Malina, die Lucinda verehrt, vergöttert, alles für sie tun würde und immer, aber wirklich immer an sie glaubt. Die gelernt hat in Lucindas Schatten zu leben und in Wirklichkeit doch einer ihrer Stützpfeiler zu sein. Vielleicht ihr einziger und damit einfach nicht stark genug.

Licht und Schatten, Farbe und Dunkelheit, die Ödnis der Einsamkeit, zwei Schwestern und viele Gefühle. Ein Buch, das berührt und nachhaltig im Herzen bleibt.
 
" `Weil der Schmerz entweder in den Gedanken oder im Körper lebt, und bei mir war er schon von geburt an in den Gedanken.´"
 

Buchinfo:

 
Fischer KJB (Februar 2014)
176 Seiten
12,99 €

Unland - Antje Wagner

Klappentext:

Die vierzehnjährige Franka muss von Berlin nach Waldburgen ziehen, in ein Elbdorf mitten in Sachsen- Anhalt. Sie ist der "Neuzugang" im Haus Eulenruh, einem Wohnprojekt für sieben Kinder und Jugendliche. Doch irgendetwas stimmt nicht in dem Ort. Wieso schweigen die Erwachsenen so beharrlich, wenn man sie auf das verlassene Dorf Unland, diese Ruinenlandschaft am Waldrand, anspricht? Als plötzlich ein Junge aus dem Haus Eulenruh verdächtigt wird, einen Diebstahl begangen zu haben, gründet Franka eine Bande. Während die "Eulen" versuchen herauszufinden, wer hinter der Verleumdung steckt, stoßen sie auf ein viel größeres und unheimlicheres Geheimnis.


Autorin:
(Quelle: bloomsbury)

Antje Wagner, geboren 1974 in Lutherstadt Wittenberg, studierte deutsche und amerikanische Literatur- und Kulturwissenschaften in Potsdam und Manchester. Sie schreibt Romane und Erzählungen und übersetzt auch aus dem Englischen. 2009 erhielt sie den Mannheimer Feuergriffel für Kinder- und Jugendliteratur, 2010 wurde "Unland" mit dem ver.di Literaturpreis Berlin Brandenburg ausgezeichnet.

Eigene Meinung:

Antje Wagner ist für mich keine Neuentdeckung, denn "Unland" ist bereits das zweite Buch aus ihrer Feder, das ich gelesen habe. Neu ist für mich auch nicht die Tatsache, dass Antje Wagner ihr Handwerk mehr als versteht und gekonnt einsetzt. Neu ist für mich jedoch, dass es ihr gelungen ist mich noch mehr zu begeistern als sie es ohnehin schon getan hat und mit einem völlig unvorhersehbaren Ende mehr als zu überraschen.

Mittelpunkt ihrer Geschichte ist das Haus Eulenruh, eine Erziehungsstelle für Kinder, die aus ihren Familien herausgenommen werden mussten oder deren Familien überhaupt nicht mehr existieren. Jeder einzelne hat seine Geheimnisse, hat Dinge erlebt, die viele sich nicht einmal vorstellen können und die jeden einzelnen auf verschiedenste Art geprägt haben. Bei Andreas und Vera Kämpf bekommen sie die Möglichkeit wieder ein Gefühl von Familie zu erleben.

Doch dies ist gar nicht so einfach. In der Schule bleiben sie weiterhin Außenseiter. Ecken überall an, ohne das zu wollen, werden gemobbt und zu Handlungen provoziert, die sie nicht voraussehen konnten, und in Schubladen gezwängt, in denen sie es sich allmählich wohnlich machen. Doch irgendwann geht es über die gewöhnliche Hetze hinaus. Schwere Anschuldigungen belasten die Gemeinschaft. Wer steckt wirklich dahinter? Und was hat das brachliegende und angsteinflößende Unland, das durch einen Hochsicherheitszaun umgeben ist, damit zu tun?

Antje Wagner gelingt es immer wieder eine Atmosphäre aufzubauen, mit der sie den Leser nicht nur fesseln, sondern auch ins Buch hineinreißen kann. Schnell erliegt man den von ihrer kraftvollen Schreibe ausgehenden Sog und versinkt voll und ganz im Buch. Erlebt Emotionen, Angst und Schrecken, Wut und Hilflosigkeit am eigenen Körper. Und dennoch liest man den Roman nicht einfach so weg, sondern wird sozusagen vom Buch zu Bedächtigkeit und Aufmerksamkeit gezwungen. Es nimmt sich die Aufmerksamkeit, die es benötigt, so dass Raum bleibt tiefgründig, eindringlich und nachhaltig auf den Leser einzuwirken.

Dem Leser geht es ein bisschen so wie Franka mit Unland, dass immer wieder an ihr zu zerren scheint, ohne dass sie es bemerkt. Dieses Gefühl löst auch die Autorin bei mir aus. Ohne dass ich es bemerke leitet sie mich durch die Geschichte, ich folge ihrem Pfad, wohlwissend, wo dieser endet, um dann doch wieder auf einer Kreuzung zu stehen, an der ich mir meine eigenen Gedanken machen muss. Ich liebe diese Art von Schreibe, die sich zum ende des Buches noch einmal zuspitzt und dem Leser Freiraum für eigene Gedankengänge und Ideen lässt.

Die Figuren in "Unland" sind unglaublich authentisch dargestellt. Antje Wagner berichtet davon in iherer eigenen Kindheit Freundschaften zu "Heimkindern" geschlossen zu haben. Weiß um deren Schicksalsschläge und Schwierigkeiten der Eingliederung. Das ist mehr als deutlich zu spüren.

 

Fazit:

"Das Schreiben hat Antje Wagner voll drauf!!". So oder so ähnlcih würden es wahrscheinlich die jugendlichen Protagonisten von Antje Wagners Roman "Unland" beschreiben. Ich kann ihnen da nur zustimmen, denn nicht nur ihre Charaktere sind mir sehr ans Herz gewachsen, sondern auch die Art der Schreibe, der sympathischen Autorin. Ihre Bücher leben, entwickeln eine emotionale Dynamik und regen zum Nachdenken an. "Unland" hat es mit seiner Mischung aus Geheimnissen, Emotionen, nachhaltigen Schicksalen authentischer Charaktere und einem Hauch Mysthik gepaart mit Psycholgie, ganz sicher auf die Liste der Bücher geschafft, die mir noch lange im Kopf bleiben werden.

Buchinfo:

Bloomsbury Taschenbuch (September 2010)
379 Seiten
9,95 €
hier kaufen

[Fantastisch träumerische Lesemomente - Wir lesen die SERAPH Longlist] Resumee


Mit meiner lieben Tine, die ebenfalls gerne Fantasybücher liest, habe ich im Januar spontan ein kleines Projekt gestartet. Mit erscheinen der SERAPH Longlist (für nähere Infos klickt auf den Banner), wollten wir jeder fünf Bücher der Longlist lesen. Ausgewäjlt wurden die Bücher, die uns inhaltlich am meisten angesprochen haben. Nun ist seit gestern die Shortlist veröffentlicht und unser kleines Projekt beendet.
Unsere Eindrücke, Meinungen und Erfahrungen dazu:


N: Welches Buch deiner Liste hat dir am besten gefallen?
T: Ich habe noch nicht alle gelesen, aber am besten gefallen haben mir"Taberna Libraria" oder "Die Säulen der Macht". Wobei "Die Säulen der Macht" sehr viel fantastischer ist und deshalb für mich passender. Und welches hat dir am besten gefallen?
N: "Klingenfieber" - ich komme mit dem Namen durcheinander wegen Kriegsklingen von Abercrombie.
T: Du liest zuviel.
N: “Kriegsklingen” ist von sehr hoher schriftstellerischer Qualität, sehr gut durchdacht und für mich ist das einfach richtige Fantasy. Weil Schwerter, Kopf abhauen usw.
T: Wir machen einfach nächstes Jahr unseren eigenen SERAPH.
N: Gute Idee. Gibt´s halt keine Prämie, aber wir machen unsere eigene Liste. Welches Buch hat dir am wenigsten gefallen?
T: Ganz klar "Siran", da es unausgereift und noch nicht gut genug überarbeitet ist.
N: Die Bücher, die ich gelesen habe waren alle gut, aber einige davon nicht genug Fantasy. 
T: Z.B. Faye Archer, das aber auf der Shortlist gelandet ist ?
N: Und vor allem das Fremde Meer. Beides sehr gute Bücher, aber das ist nicht Fantasy, das ist Psychologie. Man sollte Fantasie und FANTASY unterscheiden.
T: Das hast du schön gesagt.
N: Unsere Meinung ist natürlich viel besser als die einer ganzen Jury ....
T: Was erwartest du von einem Fantasybuch?
N: Schwerter, Kopf abhauen usw. In Zeiten wo Toleranz ganz groß geschrieben wird, kann man ruhig die Grenzen für Fantasy erweitern, aber irgendwo hört´s auch auf.
T. Für mich gehört beim Lesen auch einfach ein spannendes Fantasy Feeling dazu. Taberna liest sich ein bisschen wie Chick Lit oder Belletristik voller fantastischer Wesen, das ist für mich nicht Fantasy.
N: Also gehört für dich Atmosphäre auch ganz klar dazu?
T: Ja und es muss ein bisschen was episches haben.
N: Ja. Bei den Debüts war es bsp so, dass man"Herbstbringer"anmerken konnte, dass es ein Debüt ist, aber Björn Springorum hat einfach eine Fantasy-Atmosphäre aufbauen können. “Das Fremde Meer” ist sehr hochwertige was Sprache und Aufbau angeht, hat aber eben nicht diese Atmosphäre.
T: Diese Atmosphäre hatte ich ganz klar bei Plachka und Winter, aber auch an denen gabs was auszusetzen. Vor allem an Plaschka. Kurzes Statement zur Shortlist ...
N: Da fehlen mir die Worte. Bei den Debüts für mich vorhersehbar. Bei bestes Buch fehlt ganz klar Meißner.
T: Mir fehlt Winter, denn obwohl es nicht perfekt ist, ist es einfach echte Fantasy. Mitreißend.
N: Marzi hatte ich erwartet, allein schon vom Bekanntheitsgrad.
T. Ich hab Plaschka erwartet.
N: Ich auch, ohne es gelesen zu haben.
N: Ich weiß gar nicht so richtig, was ich sagen soll, da ich sehr enttäuscht bin.
T: Das ist doch schön. Also klingt schön. Ich kann nur sagen, der SERAPH ist einfach nicht mein Fall. Letztes Jahr schon nicht und dieses Jahr auch nicht.
N: Wir sollten auf jeden Fall ein eigenes Fantasyprojekt für 2014 starten.
T: Welches Fantasybuch, das du 2013 gelesen hast, hättest du gerne auf der Liste gehabt?
N: Muss ich erst mal meine Leseliste anschauen ...
T: Mir würde sofort "Die Könige: Orknacht" von Peinkofer einfallen. Ansonsten noch ein paar englischsprachige Autoren, aber das ist ja nun mal das Tolle am SERAPH, das er sich auf deutschsprachige Autoren beschränkt.
N: Dann lieber Romantasy auf der Liste als Bücher, die eher in den belletristischen Bereich fallen.
T: Iiieh Romantasy, aber Recht haste ....
(Gemeinsame Überlegung ob sich Fantasyautoren wohl hochschlafen können und ob es sich lohnt Jurorin zu werden ...)
N: Der Gottbettler von Michael M. Thurner, das einzige deutschsprachige Fantasybuch, das ich in 2013 gelesen habe, das sich aber auch in einer großen Menge behaupten kann.
FAZIT:
T: Fantastisch- Träumerische Lesemomente - unser eigener Preis 2015 - wir kommen!!
N: Das hast du so schön gesagt ...
T: Da weißt du nichts mehr zu ergänzen.
N: Richtig! Außer ...
T: Pepper ist der Beste.
N: Unsere Statue wird schöner. Mit Schwert ...

T: und ab´em Kopf!!

[Wochenrückblick] KW # 7

Bücherträume:


In dieser Woche habe ich drei Neuzugänge bekommen:
"Das unerhörte Leben des Alex Woods oder Warum das Universum keinen Plan hat" von G. Extence. Die Geschichte eines kleinen Jungen, der es nicht leicht hat mit der Mutter, die hellseherische Fähigkeiten und dadurch sicher häufig auffällt und abgegrenzt wird. Ich denke, dass es ein Roman ist, in dem es viel Besonderes und etliche Geheimnisse zu entdecken gilt.
"Seeherzen" von M. Lanagan, ein Roman der mit dem Fantasygedanken der Sirenen zu spielen scheint, allerdings in sehr anderer Form verpackt, denn hier handelt es sich um ein junges Mädchen, das wunderschöne Frauen aus Robben heraus locken kann und damit die armen Fischer des Dorfes verzaubert und in ihr Unglück stürzt. Amazon verspricht: "Ein Roman für geübte Leser, die sich mehr von einem Buch wünschen als allein eine Geschichte.
"Halb so wild" von D. Baddiel habe ich auf dem Blog Buzzaldrins Bücher entdeckt. Mara hat mich mit ihrer Rezi zu dem Buch so neugierig gemacht, dass ich es auch gerne lesen möchte.
In dieser Woche habe ich ganz viel Zeit mit meinem Pferd verbracht, das grad irgendwie nicht so richtig fit ist, weshalb ich nach der Arbeit kaum zum Lesen gekommen bin. Ich werde aber gleich die letzten 50 Seiten von "Unland" lesen, das mir sehr gut gefallen hat und wenn nicht noch eine unverhoffte Wendung kommt, die mir überhaupt nicht zusagt, dann bekommt Antje Wagner für diesen Roman, der mich dank der sehr authentischen Figuren stark berührt hat, die volle Punktzahl.

Musikträume:




Lebensträume:


Meine Woche hat eigentlich recht unspektakulär begonnen. Ich habe viel gearbeitet, denn zur Zeit mache ich gemeinsam mit einer Kollegin Schwangerschaftsvertretung, weshalb mein Vertrag von 29 auf 39 Stunden erhöht wurde. Dadurch beginne ich morgens nun zwei Stunden früher, was mir von der Zeit, in der ich am Leistungsfähigsten bin, sehr entgegen kommt.
Dann habe ich wie oben schon erwähnt viel Zeit mit meinem Pferd verbracht. Er ist im Moment sehr angespannt, fühlt sich beim arbeiten unwohl und ist auch den anderen Pferden gegenüber recht unfreundlich. Das kenne ich so gar nicht von ihm. Er ist eigentlich ein Arbeitstier und freut sich immer, wenn ich ihn zum reiten fertig mache. An Weihnachten war er plötzlich lahm, was jetzt zwar wieder auskuriert ist, was mir aber immer noch so im Hinterkopf hängt. Ich hatte das Gefühl, dass es nicht von einer Verletzung im Bein, sondern von einem Problem (Verspannungen??) in der Schulter kommt. Gepaart mit dieser Anspannung, die er derzeit mit sich trägt ist
Frühlingsbastelei
das für mich erst mal ein Fall für meine Osteopathin. Sie kommt am Mittwoch und ich hoffe, dass wir das Problem dann lösen können.
Der schönste Tag der Woche war für mich Valentinstag. Nicht nur, dass ich von meinem Liebsten unverhofft eine kleine Aufmerksamkeit bekommen habe, ich hatte auch ein echt geniales Erlebnis: Ich durfte in einem Rennbob mitfahren. (mehr Infos >hier<) Mit einer Spitzengschwindigkeit von 140 km/h gings den Winterberger Eiskanal hinunter. Adrenalin pur!! Ich würde es sofort wieder tun!!

Euch allen einen wundervollen Sonntag und kommt entspannt und fröhlich in die neue Woche :)

TAG: Ich möchte unbedingt lesen ...

Ich wurde von der lieben Anja getaggt:

Die Regeln: Zähle 5 Bücher auf, die ganz oben auf deiner Wunschliste stehen, die aber KEINE Fortsetzungen von Büchern sind, die du schon gelesen hast - sie sollen also völlig neu für dich sein.
Danach werden 8 neue Blogger getaggt und ihnen in einem aktuellen Post Bescheid gegeben.


Elefanten sieht man nicht - Susanne Kreller
Ganz aktuell gerade wieder nach oben gewandert, da Tine das Buch gestern auf ihrem Blog vorgestellt hat und so begeistert von diesem Roman ist, der sich um das sehr bewegende Thema der häuslichen Gewalt dreht.

Abgebrannt in Mississippi - Mark Childress
Dieses Buch spielt im Amerika der 70er Jahre und handelt davon wie ungleich das Leben zu dieser Zeit für Schwarze und Weiße noch in den Staaten war. Es wurde mir neulich,  als ich eine begeisterte Rezi zu "In einem anderen Himmel" von Jeannette Walls geschrieben habe, empfohlen, da es ähnlich schön, aber ein bisschen witziger geschrieben sein soll.

Drachenelfen - Bernhard Hennen
Ich bin ein sehr großer Fan des Autors Bernhard Hennen. Liebe sowohl seine spannende Elfen Saga, als auch die Elfenrittertrilogie. Ich glaube diese Bücher waren es, die so richtig meine Leidenschaft für Fantasy entfacht haben. "Drachenelfen" sind seine aktuelle Reihe, die in der Zeit vor den Elfen spielt, und ich besitze unglücklicherweise noch keine einzige Ausgabe der neuen Bücher.

Das Haupt der Welt - Rebecca Gablé
Rebecca Gablé ist für mich DIE Autorin historischer Romane schlecht hin. Ich bin nicht nur ihrer Schreibe, sondern auch ihren Protagonisten, die sie mit sehr viel Liebe und Authentizität verfallen. "Das Haupt der Welt" ist der einzige ihrer historischen Bücher, das ich noch nicht besitze.

Feines Reiten auf motivierten Pferden: Erfolg durch pferdegerechte Ausbildung und Haltung - Uta Gräf
Uta Gräf ist für mich eine der Reiterinnen an der Weltspitze, die sich Zeit nimmt, in ihr Pferd hinein zu horchen und mit Freude an ihre Arbeit geht. Dies vermittelt sie auch ihrem Sportpartner so glaubhaft und mit so viel Ideen und Idealismus, das man es ihren Pferden direkt ansieht. Mit Unterstützung von ihrem Mann, der ebenfalls reitet, aber in einer anderen Sparte Zuhause ist, so dass man sich untereinander sehr gut austauschen kann, entwickelt sie Lektionen und Trainingskonzepte, die eine Anregung dazu sind, auch Sportpferde ganzheitlich zu sehen und zu fördern.
Ich glaube, das ist das Buch, das ich mir zur Zeit am meisten wünsche.

Da ich selbst eher selten Tags annehme und es auch schade ist, wenn jemand getaggt wird und dann keine Lust darauf hat, stelle ich den Tag jetzt mal zur freien Verfügung. Wer also auch einmal Lust hat seine Top 5 seiner WuLi vorzustellen, darf ihn sich gern mitnehmen :)

[SERAPH Longlist] Das fremde Meer - Katharina Hartwell

Klappentext:


Eine Liebe, viel zu groß, um sie nur einmal zu erzählen
Dieses Buch ist eine Reise: in die Salpêtrière, die Pariser Psychiatrie, in der Sigmund Freud Schüler bei Charcot war; in den Winterwald, aus dem eine gelangweilte Prinzessin einen Prinzen retten will; in die Wechselstadt, in der ganze Häuser als "Mobilien" durch die Stadt wandern; in die Geisterfabrik, wo Seelenfragmente zu Spiritografien verarbeitet werden… Zehn Kapitel, zehn mal die Geschichte von Marie und Jan.
Marie gehört zu den Menschen, die glauben, dass Katastrophen immer nur die treffen, die nicht auf sie vorbereitet sind. Sie rechnet darum stets mit dem Schlimmsten - und behält recht: Sie ist eine Außenseiterin, ängstlich, verzweifelt, meist stumm und voller Sehnsüchte. Womit sie nicht rechnet? Gerettet zu werden, von Jan, der so anders als sie selbst scheint.
Von ihm fühlt Marie sich gefunden. Doch ganz traut sie ihrem Glück nicht, denn sie weiß: »man kann alles trennen, teilen und spalten, sogar ein Atom«. Was haben Marie und ihre Geschichten dem Schicksal entgegen zu setzen? Kann die Literatur ein Leben retten? Kann sie erzählen, wofür es keine Worte gibt?
 

Autorin:

(Quelle: Berlinverlag)

Katharina Hartwell, 1984 in Köln geboren, studierte in Frankfurt a.M. mit Auszeichnung Anglistik und Amerikanistik. Seit 2010 studiert sie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Im selben Jahr erschien ihr Erzählungsband »Im Eisluftballon«. Katharina Hartwell war u.a. Gewinnerin des MDR-Literaturpreises und Stipendiatin der Jürgen-Ponto-Stiftung und des Landes Hessen. 2013 ist sie Sylter Inselschreiberin.
»Das Fremde Meer« ist ihr erster Roman.
 

Eigene Meinung:

"Der Umzug war nicht nur die Abkehr von einem vertrauten Ort, sondern auch von einer vertrauten Zeit. In der heimat war ich ein Kind gewesen, und in der Welt der Kinder hatte ich mich gut zurecht gefunden, aber an der Schule waren Kinder keine Kinder, sondern noch nicht voll ausgebildete Erwachsene."
 
Protagonistin Marie ist eine sehr sensible und scheue junge Frau, die gerade zu Anfang oft wie ein hilfloses Mädchen wirkt. Fast durchsichtig schwebt sie durch ihre Welt, die durch einen Umzug völlig aus den Fugen geraten ist. Früher einmal war sie sicher und stark, aber das hat sich irgendwie verflüchtig. Nun ist sie ängstlich und um diese Angst nicht aushalten zu müssen, geht sie immer vom Schlimmsten aus. Bei Telefonaten, Gesprächen usw., Marie rechnet immer damit, dass etwas furchtbares geschehen ist, etwas, das ihr Leben wieder durcheinander bringen könnte. Mit dieser Erwartungshaltung baut sie jedoch einen Schutzwall um sich auf.
 
Einen Schutzwall, der so dick ist, dass nur wenige ihn durchdringen können. Irgendwann begegnet sie Jan. Er gefällt ihr und sie geht eine Beziehung mit ihm ein. Doch auch hier sind Angst und die Mauer ein ständiger Begleiter. Und ist es nicht vielleicht so, dass man sich nicht nur damit schützt, wenn man Erwartungshaltungen hat, sondern diese Erwartungen vielleicht auch herbei ruft?
 
"Das fremde Meer" ist in verschiedene Abschnitte geteilt. Es gibt immer einen Teil, der die gegenwärtige Geschichte von Jan und Marie erzählt und einen Teil, in dem mehrere "Fantasie" Geschichten erzählt werden. Geschichten, in denen sich jedoch auch alles um Jans und Maries Liebe dreht. Es ist ein wenig, als ob sie in den Geschichten ihre Liebe, ihr Leben, ihre Geheimnisse auf- und verarbeiten. Und jeder von ihnen trägt tief in sich Geheimnisse. Ich habe das Gefühl, dass die Geschichten sich mit den beiden entwickeln. Jan und Marie und ihre Beziehung reift und so reifen auch die Geschichten.
 
Maries Geschichten handeln zu Anfang immer erst von düsteren Dingen. Ihre dunklen Augen, die eine gewisse Traurigkeit und Angst widerspiegeln, spielen dabei immer wieder eine Rolle. Es scheint, als habe sie eine Menge psychischer Belastungen zu tragen und eine Art Durcheinander in ihrem Kopf.
 
"[...] Du bist auch hier, weil du dich nicht zusammenreißen kannst und man glaubt, dich zusammenfügen zu können."
 
Es scheint, als wären die Geschichten eine kleine Möglichkeit der Flucht für Jan und Marie. Sie schützen sie vor der Realität. Eine Möglichkeit, die vielleicht der ein oder andere auch gern hätte. Sagt uns dann solch eine Geschichte möglicherweise mehr über einen Menschen aus, als die Dinge, die er in der Realität tatsächlich tut? Denn egal wohin man sich flüchtet, tief im Inneren bleibt man immer der, der man ist.
 

Fazit:

Katahrina Hartwell hat mit ihrem Debüt "Das fremde Meer" einen sehr poetischen Roman geschrieben, dessen Handlungen und Ideen geradezu schweben. Es ist sicher kein Roman für Jedermann und sicher auch nicht zu jeder Zeit das Richtige. Es ist ein Roman voller Vielfältigkeit und Ideen, vor denen ich meinen Hut ziehe. Es ist ein Roman der Möglichkeiten. Der Möglichkeiten für die Protagonisten, aber auch für die Leser, denn diese werden jeder für sich den Roman anders  empfinden, jeder wird ihn anders auslegen und in irgendeiner der vielen Geschichten ein bisschen eigenes.
 

Buchinfo:

Berlinverlag (Juli 2013)
578 Seiten
22,99 €

[Wochenrückblick] KW #6

Bücherträume:


In dieser Woche sind soooo viele neue Bücher bei mir eingezogen, dass ich eigentlich Tag und Nacht durchlesen könnte. Das geht natürlich leider nicht. Und kennt ihr das vielleicht? Wenn ich wie jetzt während dem Krank sein so ganz, ganz viel auf einmal gelesen habe, dann muss ich erst mal wieder was anderes machen und auch mal einen oder zwei Tage auf lesen verzichten.
Als allererstes hat mich ein Buchpaket erreicht, das ich mir beim Buchladen am Freiheitsplatz bestellt habe. Meine Freundin Sarah (Pinkfisch) arbeitet dort, weshalb ich die Bestellung direkt mal mit einem netten Telefonat mit ihr verbunden habe. Man hat die Möglichkeit die Bücher dort telefonisch oder per eMail zu bestellen und bekommt sie dann Kosten frei zugeschickt. Telefonisch hat man natürlich die Möglichkeit sich auch beraten zu lassen, worauf ich gern zurückgekommen bin. Für mich war klar, dass ich drei Bücher bestelle: "Was ich dich träumen lasse" von Franziska Moll, denn das wurde mir von Damaris einfach so schmackhaft gemacht, dass ich es unbedingt haben
wollte, dann ein weiteres Buch von meiner WuLi, was gleichzeitig aber auch eine Empfehlung des Buchladens ist, "Das Geheimnis der Eulerschen Formel" von Yoko Ogawa, und zu guter Letzt eine Empfehlung von Sarah "Deine Juliet" von Mary Ann Shaffers, ein Liebesroman in Briefform.
Dann habe ich zwei Bücher aus dem Insel Verlag bekommen, die im März erscheinen werden. "Wir träumten jeden Sommer" von D. Domynczyk "Dagmara Dominczyks Debüt ist ein lebenspraller Sommertag, durchzogen vom Duft nach frischem Gras, ein großes Leuchten auf einem kühlen See. (Amazon) Klingt vielversprechend, oder? Außerdem "Bäume reisen nachts", die berührende Geschichte eines sehr besonderen kleinen Mädchens, das mit dem verschwinden der Mutter zu kämpfen hat. Übrigens auch von Sarah als sehr lesenswert empfohlen.
"Der eine Kuss von dir" ist der neuste Roman der sympathischen Autorin Patrycja Spychalski. Ich hab euch ja neulich schon erzählt, dass ich "Fern wie ein Sommerwind" sehr gern mochte und mir deswegen "Ich würde dich so gerne küssen" bestellt habe. In beiden Büchern geht es um Protagonistin Frieda. Ich freue mich schon sehr darauf mit ihr Bekanntschaft machen zu können.
"Berührt" von R. Lyall ist ein Jugendroman, der für mich inhaltlich nach einer lockeren Beziehungsgeschichte klingt. Ich habe nun schon einige negative Stimmen darüber gehört, bilde mir da aber natürlich meine eigene Meinung. Inhalte sind ja glücklicherweise auch immer Geschmackssache.
"Die Frau, die nie fror" von Elisabeth Elo habe ich bei einer Lovelybooks Leserunde gewonnen. Ich glaube ich werde darin einer sehr interessanten Protagonistin mit spannender Geschichte begegnen.
"Die Chroniken von Chaos und Ordnung 01: Thorn Gandir" von J.H. Praßl. Durch Tines und mein SERAPH Projekt bin ich ja momentan ziemlich im Fantasy Fieber. Dieses von einem Ehepaar geschriebene Fantasybuch klingt sehr vielversprechend.
Zu guter Letzt bekam ich diese Woche ein großes Überraschungspaket vom Fischer Verlag. Darin enthalten waren vier tolle Schätze. "Dustlands 02: Der Herzstein". Das Buch auf das ich mich nun schon zwei Jahre gefreut habe. Endlich ist es erschienen und ich werde es so schnell wie möglich lesen!! Mit drin war der zweite Band von "Selection" / Kiera Cass. Ich muss gestehen, dass ich den ersten noch nicht gelesen habe und habe ihn auch in einer Umzugskiste verpackt. Die Cover schrecken mich ja eher ein bisschen ab, aber die große Begeisterung der vielen Leser lassen mich hoffen, das doch eine
tolle Geschichte drin steckt. Außerdem waren noch "Ein Ort wie dieser" von der sehr lesenswerten Marie-Aude Murail im Paket und "Verdammt gute Nächte" von Katrin Schrocke, die ja glaub ich schon für den Jugendliterturpreis nominiert war. Gelesen habe ich von ihr bisher noch nichts.
In dieser Woche war ich wieder lesefleißig und Rezi faul. Ich hab zwar schon mehrere Rezensionsanfänge geschrieben, komme aber nicht so wirklich zum fertig schreiben. Gelesen habe ich in dieser Woche "Die große Wildnis" von Piers Torday und "Das fremde Meer" von Katharine Hartwell. Beide haben mir recht gut gefallen, sind aber sehr eigen in ihrer Art und ihrem Aufbau. beides keine Mainstreambücher, auf die man sich einlassen können muss. Außerdem habe ich mit "Unland" von Antje Wagner begonnen, das ich im Rahmen einer Lovelybooks Leserunde lese und das mir schon richtig gut gefällt.

Musikträume:

Am Freitag war auf einem Radiosender 90er Tag. Das war richtig cool. Lauter alte Songs, die man irgendwie mit Kindheit / Jugend verbindet und die einfach Erinnerungen wecken. Außerdem hatte ich ganz vergessen wie verrückt die Musik der 90er doch war. Ich erinnere an Blümchen, Aqua oder auch K2`s "Der Berg ruft". Aber es gab auch viele tolle Rockbands, die ich immer wieder gerne höre und die für immer auf der Liste meiner Lieblingsbands gelandet sind: Nirvana, Pearl Jam, Placebo.
Mein Rocksong der 90er ist dieses Lied, das wir damals in jeder freien Minute, jeder Pause und wann immer es ging, gehört haben:



Lebensträume:

Da ich schon so viel bei Bücherträume geschrieben habe, will ich mich hier heute mal kurz fassen. Es geht mir wieder besser, die Mandelentzündung ist endlich ausgestanden. Ich freue mich nächste Woche wieder arbeiten gehen zu können und werde in meiner Freizeit wieder mehr Zeit mit meinen Pferden verbringen. Lesen darf jedoch auch nicht zu kurz kommen ;)

Euch allen einen wundervolllen Sonntag. Genießt ihn in vollen Zügen :)

[Gemeinsam lesen] # 46

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

"Unland" / Antje Wagner / S.9

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

"Mir war schlecht."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Ich habe Glück. Zum zweiten Mal darf ich bei Lovelybooks an einer Leserunde der sehr Schattengesicht", der mich vor allem mit Atmosphäre begeistern konnte. Ich hoffe, das wird bei "Unland" auch so.
sympathischen Autorin Antje Wagner teilnehmen. Beim ersten Mal ging es um ihren Roman "

4. Mal etwas vom Buch weg: Hab ihr einen Lieblings-Leseort? Also wo (Bett, Couch, Badewanne, U-Bahn...) lest ihr am liebsten und warum?
 
Ich habe eigentlich keinen richtigen Ort (bis jetzt noch nicht. Bald habe ich ja ein Lesezimmer :)) an dem ich bevorzugt lese. Ich kann immer und überall lesen. Meine Mutter (die eigentlich auch gern liest) war häufig genervt, weil ich schon morgens früh ein Buch mit an den Frühstückstisch brachte, um dort zu lesen. Wenn das Buch gut ist, dann kann ich mich immer und überall darauf konzentrieren. Ganz egal wo ich bin oder wie laut es im Hintergrund ist.
 
 

Die andere Seite des Himmels - Jeannette Walls


Klappentext:

Kalifornien 1970. Bean Holladay und ihre ältere Schwester Liz sind Teenager, als ihre geniale Mutter mal wieder von der Bildfläche verschwindet. Für die Mädchen zunächst nicht weiter beunruhigend. Sobald Probleme am Horizont auftauchen, ergreift ihre Mutter die Flucht. Doch dieses Mal scheint die Sache ernst zu sein …

Nachdem die Fürsorge bei den Mädchen auftaucht, wissen sie, dass sie sich schnellstens aus dem Staub machen müssen. Mutterseelenallein legen sie den langen Weg nach Byler, Virginia, zurück, dem Heimatort ihrer Mutter. Dort betreten sie eine Welt, die anders ist als alles, was sie bisher erlebt haben. Sie lernen ihren verschrobenen, aber liebenswerten Onkel Tinsley kennen, erfahren erstmals, dass ihre Mutter aus einer wohlhabenden Familie stammt, und erkunden staunend das familieneigene Anwesen. Bean und Liz gefällt es in ihrer neuen Umgebung, sie merken jedoch bald, dass sie in dem konservativen Ort zuweilen anecken. Und weil sie sich nichts gefallen lassen, haben sie plötzlich den mächtigsten Mann der Gemeinde gegen sich. Ein mitreißender Roman über zwei mutige Mädchen, die sich gegen die Welt der Erwachsenen auflehnen.

Autorin:
(Quelle: Hoffmann und Campe)

Jeannette Walls wurde in Phoenix, Arizona, geboren. Sie studierte am Barnard College und arbeitete über zwanzig Jahre als Journalistin in New York. 2006 erschien ihr internationaler Bestseller Schloss aus Glas, der in 23 Sprachen übersetzt wurde. Eine Kinoverfilmung ist in Arbeit. Ein ungezähmtes Leben, die 2009 veröffentlichte Romanbiographie über ihre Großmutter, belegt seit Jahren die deutschen Bestsellerlisten. Walls lebt mit ihrem Mann in Virginia.

Eigene Meinung:

" >>Ich schätze, Julius Johnson hat sich gedacht, wenn ein dünnes weißes Mädchen den Mumm hatte, es mit Maddox aufzunehmen, dann sollte er nicht nachstehen.<<"

Es gibt Bücher, die sind so wundervoll, dass man dies mit eigenen Worten kaum zu beschreiben weiß. "Die andere Seite des Himmels" ist so eins dieser Bücher. Eins der Sorte, an die man immer und immer wieder denken muss, an die man sich mit viel Wärme und Herzlichkeit zurückerinnert und die man nie, aber auch wirklich niemals vergessen wird.

Hauptverantwortlich hierfür ist ein Mädchen, das nicht nur anders ist als Gleichaltrige, sondern vor allem über jede Menge Mut verfügt. Tapferkeit, von der sich jeder eine Scheibe abschneiden kann.
 
Liz Holladay und ihre jüngere Schwester Jean, genannt Bean, sind oft auf sich allein gestellt. Ihre Mutter ist Künstlerin, lebt in ihrer eigenen Welt, redet sich alles passend, ist oftmals unzufrieden und flüchtet dann vor sich selbst und dem Leben an sich. Bisher ist sie immer nur für kurze Zeit weggewesen und hat die beiden Mädchen mit ausreichend Nahrung und Geld zurück gelassen, damit sie in Abwesenheit der Mutter auch weiterhin versorgt sind. Einen Vater haben die Mädchen nicht. Also rein biologisch schon, aber Liz´ Dad ist ein Schuft, der die Mutter verlassen hat und Beans Vater ist tot.
 
Als wieder einmal das Leben über Charlotte Holladay hereinbricht läuft sie wie so oft davon und lässt die Mädchen allein. Da sie Angst haben von den "Fliegelflageln" ins Heim gesteckt zu werden, machen sie sich alleine auf den Weg zu ihrem Onkel Tinsley nach Byler. Dem Heimatort ihrer Mutter. Dort erleben sie jedoch nicht nur schöne Dinge, vor allem nicht, als sie sich gegen Jerry Maddox, dem meist gehassten Mann der Gegend, zur Wehr setzen ...
 
Dies ist mein erster Roman der Autorin Jeannette Walls, die ich aufgrund der Kraft ihrer Schreibe viel älter eingeschätzt hätte. Ihre Schreibe ist so lebendig, so authentisch und qualitativ hochwertiger Erzählkunst, gepaart mit dem nötigen Quentchen Fantasie, das man meiner Meinung nach benötigt, um eine gute Geschichtenerzählerin zu sein. Gekonnt vereint sie Tragik, Gefühl, Herzlichkeit und vielleicht auch ein Häppchen Ironie, so dass sich die Handlung der Geschichte sehr deutlich in Emotionen des Lesers widerspiegelt.
 
Erzählt wird die Geschichte aus Sicht der Protagonistin Bean, die wie schon eingangs von mir erwähnt, ein ganz besonderes Mädchen ist. Etwas naiv, aber vor allem mit dem Herz am rechten Fleck, findet sie in Tynsdale nicht nur neue Freunde, sondern vor allem endlich ihre Identität. Ihre Schwester Liz trifft es jedoch mit einer ganz anderen Härte. Sie wird Opfer von Machtgier und der Tatsache, dass es leider Menschen gibt, die ihre Machtpositionen auf ganz grausame Art ausnutzen. Hier wird deutlich wie beeinflussbar die Menschheit, aber vor allem auch einzelne Personen sind. Wie stark sich Abhängigkeit sowohl auf eine breite Masse, als auch individuell auswirken kann.
 
Jeannette Walls verpackt in ihrem neusten Roman nicht nur die Kritik an Machtspielchen, sondern geht in einem wie ich finde passenden Maß auch auf weitere wichtige Gesichtspunkte ein. Das wären zum Einen, entsprechend des Handlungszeitraums, Rassentrennung und die Tatsache, dass manche Menschen eben gleicher sind als andere, zum Anderen aber auch etwas, dass mir besonders ins Auge sticht, da ich in eben diesem Bereich arbeite. Es geht darum zu welchen Menschen, welchen Persönlichkeiten Kinder heranreifen können. Was ist entscheidend, um ein solch tapferer Mensch wie Bean zu werden? Persönliche Ressourcen, positive oder negative Erlebnisse oder aber der Umgang mit den "richtigen" Menschen? Jeannette Walls bringt uns hier zum Nachdenken darüber, wie wichtig Zuneigung, Liebe und Vertrauen vor allem während des Heranwachsens sind. Man könnte nun endlos und ausufernd darüber berichten, aber ich denke das wichtigste ist: Lest "In einem anderen Himmel" !!!
 

Fazit:

"In einem anderen Himmel" ist einer der herzlichsten und trotz grausamen Ereignissen, herzerwärmendste Roman, den ich seit langem gelesen habe. Lest dieses Buch und macht Bekanntschaft mit der wundervollen, einzigartigen und überaus tapferen Bean Holladay!!!
 

Buchinfo:

 
Hoffmann und Campe (November 2013)
368 Seiten
19,99 €
Übersetzer: Klaus Timmermann, Ulrike Wasel
 
 
 
 

Die große Wildnis - Piers Torday

Klappentext:


In einer Welt, in der keine Tiere mehr existieren, kommt sich auch der 12-jährige Kester manchmal vor wie der Letzte seiner Art. Zumindest in dem Mentorium für Problemkinder, in dem er lebt und wo alle so tun, als sei mit ihm etwas nicht in Ordnung. Als er dann auf einen Schwarm sprechender Tauben trifft, denkt Kester, jetzt werde er völlig verrückt.
Aber diese Tiere haben ihm etwas mitzuteilen …
Sie befreien Kester und bringen ihn in die Wildnis zu einem Ort, an dem die letzten wilden Tiere verborgen vor der Welt überlebt haben. Ihr weiser Anführer, ein mächtiger Hirsch, bittet Kester um Hilfe, und gemeinsam begeben sie sich auf eine große Reise, begleitet von einem vorwitzigen Wolfsjungen, einer eitlen Katzendiva, einer tanzenden Feldmaus, einer philosophischen weißen Taube und einem eigensinnigen Mädchen namens Polly.

Autor:
(Quelle: cbj)


Piers Torday stammt ursprünglich aus Northumberland. Er begann seine Karriere als Autor am Theater und für Live-Comedy-Shows. Zuletzt schrieb er fürs Fernsehen und entwickelte dort Programmideen. Piers' Vater ist der berühmte Autor Paul Torday (Lachsfischen im Yemen). »Die Große Wildnis« ist Piers' erster Roman.

Eigene Meinung:


Egal wie hin und her gerissen ich in meiner Meinung über das Buch "Die große Wildnis" bin, eins kann ich auf jeden Fall schon mal vorwegnehmen: Es ist etwas besonderes!!

Der 12-jährige Kester lebt in einer Art "Besserungsanstalt" für Problemkinder. Denn seit seine Mutter Laura an der roten Pest verstorben ist, redet er nicht mehr. Seit ca. 6 Jahren bringt er kein einziges Wort mehr heraus. Egal wie sehr er sich auch anstrengt, nichts passiert. Aber eigentlich ist das auch egal, denn im Mentorium hört ihm sowieso keiner zu. Man verspottet und hänselt ihn, aber wirklich reden will eh keiner zu ihm. Bis er plötzlich eine Stimme in seinem Kopf hört, die von niemand anderem kommen kann als von den Insekten in seinem Zimmer. Ist er jetzt womöglich auch noch verrückt geworden??!

Denn nicht nur er hört sie Tiere, sie scheinen auch zu hören, was er mit ihnen redet. Als dies geschieht in seinem Kopf und scheint ja nun wirklich nicht real zu sein. Als die Tiere, angeführt von einer Kakerlake, dem General, jedoch eine irrsinnige Rettungsaktion starten, um ihn aus dem Mentorium zu befreien und ihn dann in einen Wald bringen, wo er schon von einem Schwarm Tiere erwartet wird, die es eigentlich gar nicht mehr geben dürfte, denn sie wurden von der roten Pest ausgerottet, da wird Kester plötzlich klar: der Traum ist Wirklichkeit. Und ehe er sich versieht wird er zum Retter ernannt. Ob das funktioniert nach all den Jahren in Gefangenschaft, in einer Welt, die trostlos und leer ist?

Piers Torday hat einen Roman erschaffen, der in einer dystopischen Welt spielt, in der Menschen von einer Krankheit befallen wurden, die sie sich nicht erklären können. Wie es so oft der Fall ist, wird die Schuld auf andere geschoben. Hier sind es die Tiere, denn sie sind wehrlos und der Willkür, der Macht, aber auch den Ängsten der Menschheit ausgeliefert. Eine Welt, die vielleicht ein bisschen überzogen dargestellt ist, aber dennoch in ihrer Entstehung Parallelen zu den Problemen aufweist, die in der Realität nicht abzuweisen sind. Umwelt- und Tierschutz werden hier, gut verpackt in ein spannendes Abenteuer, für Kinder und Jugendliche dargestellt. Sprachlich ist der Roman definitiv der Zielgruppe von Kindern ab 10 Jahren angepasst, inhaltlich im Grunde auch, allerdings werden sicher nicht alle Kinder dieser Altersklassen ihr Augenmerk auf die von Torday angesprochene Problematik wenden können, da es sicher teilweise noch an Verständnis mangelt.

Die Schreibe des Autors ist, wie gesagt, leicht verständlich, aber dennoch muss man sich erst darauf
einlassen können, was bestimmt dem Zielpublikum Kinder, die sich von der märchenhaften Fantasie Tordays viel mehr anstecken lassen können, als manch festgefahrener Erwachsener, der zum Buch greifen wird, leichter fallen wird.

Ein großes Lob bekommt der Autor von mir für seine Herzlichkeit, das Ausleben von Emotionen, die auch mich packen konnten und für seine Liebe zum Detail, mit der er vor allem die Figuren so wunderbar konstruiert hat. Selbst das kleinste Insekt hat so viel Charakter, dass es authentisch und lebendig wird. Dabei setzt Torday nicht nur Gefühl, sondern auch Humor ein, kreiert Figuren, die wir lieben, aber auch welche, die wir hassen können. Eine Eigenschaft, die einem Roman so viel Leben einhaucht, das man sich gern darin verliert.

Im Grunde ist die Geschichte in sich abgeschlossen, der Autor hat für Kester jedoch weitere Abenteuer vorgesehen.


Fazit:


"Die große Wildnis" ist ein Fabel ähnliches Abenteuer, das schön verpackt mit dem Finger darauf zeigt, wie sehr Macht- und Geldgier unsere schöne Tierwelt zerstören können. Es ist als ob die Tiere aus dem Talerwald aufbrechen, um, gemeinsamen mit zwei Kindern, die ein reines Herz voller Mut und Tapferkeit, wieder Ordnung und Freude in eine dystopische Welt zu bringen. Man sollte viel öfter mal die Ohren für die Belange der kleinen Wesen, egal ob Kind oder Tier, öffnen, das legt uns Piers Torday auf sehr herzliche, gefühlvolle und bewegende Art nahe.

Buchinfo:


CBJ (November 2013)
384 Seiten
16,99 €
Originaltitel: The Last Wild
Übersetzerin: Petra Koob-Pawis
hier kaufen

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