31.03.14

[Monatsstatistik] März

Es ist immer wieder schier unfassbar wie schnell so ein Monat doch rum geht. Nun ist es mal wieder so weit. Auch der März schließt nun seine, von Tag zu Tag sonniger werdenden, Türen und lässt uns auf einen sehr schönen April hoffen. Ich bin überglücklich, dass der Frühling nun endlich da ist und versuche ihn in jeder freien Minute zu genießen. Derzeit sind das zwar nur wenige, da unser Umzug nun in die heiße Phase geht, aber immerhin kommt man dabei auch an die frische Luft (z.B. wenn man Kartons vom Auto ins Haus trägt ;)). Lesen wird bei mir in der nächsten Woche wohl etwas kurz kommen, aber dafür habe ich in der Woche darauf Urlaub und hoffe, diesen dann in vollen Zügen in der freien Natur genießen zu können. So, genug gequatscht. Hier nun erst mal Zahlen und Fakten:

Gelesene Bücher im März:

Alles, was ich sage, ist wahr - L. Bjarbö 10 / 10 (Rezi)
Die Seltsamen - S. Bachmann 7 / 10 (Rezi)
Das Leben ist ein listiger Kater - M.S. Roger 9 / 10 (Rezi)
Ich würde dich so gerne küssen - P. Spychalski 10 / 10 (Rezi)
Golem und Dschinn - H. Wecker 9 / 10
Das Haus des Windes 10 / 10

Hörbuch:

Wie Monde so silbern - M. Meyer 9 / 10 (Rezi)

Wie ihr seht habe ich im März richtig tolle Bücher gelesen. Ein Highlight jagte das Nächste, aber nun muss ich mich doch für ein Herzensbuch entscheiden. Meine Wahl fällt auf "Alles, was ich sage, ist wahr", denn dieses Buch hat mich einfach auf eine sehr persönliche Art berührt (mehr dazu in der Rezi)

An diesen Aktionen habe ich teilgenommen:

Gemeinsam lesen #50, #51, #52, #53
Indiebookday,
SuB am Samstag #8, #9
habe ein tolles Überraschungspaket bekommen und habe einen vorerst letzen Wochenrückblick geschrieben.


Ich werde nun nicht mehr ausführen, welche Bücher ich im nächsten Monat lesen möchte, denn das erledigt ja nun der SuB am Samstag Woche für Woche.
 
Interessiert es euch eigentlich auf welche Neuerscheinungen ich mich schon freue oder werdet ihr da schon auf zu vielen Blogs mit konfrontiert?
 
Euch allen einen wundervollen Start in eine gute Woche und einen noch besseren Morgen. Ich hoffe ihr geht morgen keinen Aprilscherzen auf den Leim ;)

28.03.14

[SuB am Samstag] #9


Auch heute möchte ich wieder an der Aktion "SuB am Samstag", ins Leben gerufen von Frau Hauptsachebunt, teilnehmen. Ich finde es toll, meine wöchentlichen Lesestapel mit euch zu teilen. Außerdem ist der Drang diesen Stapel innerhalb einer Woche "abzuarbeiten" (ist ja Vergnügen und keine Arbeit) noch größer, wenn ich euch daran teilhaben lasse.
Vom SuB der letzten Woche habe ich "Golem und Dschinn" gelesen. Ein sehr schönes Buch, das ich euch gerne weiterempfehle. Außerdem "Das Haus des Windes". Schockierend, bewegend und so beeindruckend wie es schon mehrfach beschrieben wurde. Allerdings bin ich momentan etwas Rezi-Schreib-faul. Werde das jedoch so schnell wie möglich nachholen, da z.B. "Golem und Dschinn" auch für die Debüt-Challenge zählt und daher in Kürze rezensiert werden muss. Heute Abend werde ich mit "Der eine Kuss von dir" beginnen und hoffe, dass ich am Sonntag ausreichend Lesezeit habe. Momentan bin ich zeitlich etwas eingeschränkt, da wir fleißig an unserem Häuschen renovieren, da kommendes Wochenende der Umzug stattfinden soll.

So, hier nun aber mein aktueller Stapel:
 
 
 
 
(Quelle: Hanser)
Cullen stehen wie immer quälend lange Ferien in der Kleinstadt Lily bevor. Es ist ein Ort, an den man ziehen möchte, kurz bevor man stirbt. Teenager kann so viel Ruhe und Frieden deprimieren – zumal wenn sie unglücklich verliebt sind. Zum Beispiel in Ada, auch die "Schwarze Witwe" genannt, weil sie bisher quasi alle ihre Freunde durch mysteriöse Unfälle verloren hat. Da taucht eines Tages ein Fremder auf und behauptet, er habe eine ausgestorbene Spechtart in Lily entdeckt. Kurz darauf verschwindet, inmitten der aufkommenden Specht-Hysterie, Cullens Bruder Gabriel … Ein spannendes Jugendbuch über das Erwachsenwerden, die Suche nach dem Glück und – die erste Liebe.
 
Dieser Roman wird ja hier und da mit "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" verglichen. Ich mag Vergleiche ja gar nicht so gern und möchte mir ein eigenes Bild darüber machen. Klingt auf jeden Fall nach einem tollen Buch. Ich freu mich schon drauf!!
 
(Quelle: DTV)
Nächstes Jahr fahren wir ans Meer, sagt Beatrices Vater an zu heißen Sommerabenden jedes Jahr lächelnd. Ein Versprechen, das sich nie erfüllt, aber die Familie trotzdem glücklich macht. Im Stockwerk darüber jedoch wird Alfredo, Beatrices bester Freund, von seinem besoffenen Vater mal wieder halb totgeprügelt. So wie viele in der »Festung«, jenem Viertel in den Hügeln der Stadt, in das kein Taxi fährt, kein Polizist freiwillig einen Fuß setzt, hat Alfredo schon verloren, bevor sein Leben richtig beginnen kann. Als Kinder hat man Beatrice und Alfredo »die Zwillinge« genannt, später wurde aus der Freundschaft Liebe. Eine harte Liebe, ohne Romantik und Liebesgeflüster, und mit einem jähen Ende ...
Auch dieser Roman klingt nach einer sehr berührenden Geschichte. Bei einer Lesrundenverlosung wurde ich darauf aufmerksam, hatte kein Glück, doch nun besitze ich es endlich und hoffe, dass es mir so gut gefällt wie den anderen Lesern.
 
"Seeherzen" - M. Lanagan
(Quelle: Rowohlt)
Rollrock Island ist eine raue Insel irgendwo im Norden, betäubt vom Geschrei der Möwen, dem Brüllen der Robben und dem Rauschen der Wellen, bevölkert von armen Fischern und ihren streitsüchtigen Frauen.
Doch Rollrock Island ist auch ein Ort voller Magie: Unten auf dem windigen Strand, wo die Robbenherden lagern, wirft das ungeliebte Mädchen Miskaella ihre Zauber aus und lockt wunderschöne Frauen aus den Robbenkörpern. Die schönsten Frauen, die die armen Fischer je gesehen haben. Und mit ihnen nimmt Miskaellas Rache ihren Lauf.
 
Dieses Buch, vom Verlag mit folgenden Worten beschrieben: "Ein Roman für geübte Leser, die sich mehr von einem Buch wünschen als allein eine Geschichte." stand in den Februar Blogger News von Rowohlt zur Auswahl. Da es irgendwie interessant klingt, habe ich mich mal darauf beworben und es auch bekommen. Ich bin gespannt, ob es meine Erwartungen erfüllen kann.
 
Welches der Bücher habt ihr bereits gelesen? Welches könnt ihr empfehlen? Welches möchtet ihr vielleicht noch lesen?
 
Habt alle ein wundervolles und sonniges Frühlingswochenende :)
 
 


27.03.14

[Hörbuch] Die Luna-Chroniken 01: Wie Monde so silbern / Marissa Meyer





Ich bin so begeistert vom ersten Roman der Luna-Chroniken, dass ich gar nicht so recht weiß, wo ich beginnen soll.

Hauptcharakter des Romans ist Cinder, ein Cyborg, unter den Menschen lebend, verhasst von der Stiefmutter erfährt sie Ablehnung und Willkür. Gemeinsam mit Iko, dem Androiden der Familie arbeitet sie auf dem Markt von Neu-Peking als Mechanikerin für technische Geräte.

Eines Tages kommt Prinz Kai, Sohn des Kaisers des Asiatischen Staatenbundes an ihren Stand, um seine Androidin reparieren zu lassen. Große Aufregung für Cinder, denn der große Ball im Kaiserhaus steht in den nächsten Tagen an. Während ihre Stiefmutter die beiden Stiefschwestern mit hübschen Kleidern auf dieses Ereignis vorbereitet, muss Cinder auf dem Markt Geld verdienen. Ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen, denn die Krankheit Letumose, auch die blaue Pest genannt, wütet unter den Menschen. Als Cinders kleine Stiefschwester daran erkrankt, nimmt das Unheil seinen Lauf ...

Autorin Marissa Meyer ist es gelungen einen extrem spannenden Roman zusammen zu mixen. Als Setting dient ein Science Fiction geladenes Ambiente. Cyborgs, Androiden und Bewohner vom Mond zählen ebenso dazu wie ausgefeilte Internet Vernetzungen. Dazu kommen Charaktere, die eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Märchen Cinderella / Aschenputtel nicht leugnen können, weshalb natürlich auch die berühmte Liebesgeschichte mit dem Prinzen nicht fehlen kann. Alles zusammen ergibt eine Mischung, deren Sog man sich nicht entziehen kann. Überraschungen, aber auch Handlungen, die man erwartet, von denen man aber nie weiß, wann und in welcher Art sie auftreten, sorgen dafür, dass man immer mehr in das Geschehen eintauchen möchte.

Ein absolutes Highlight des Hörbuchs ist Sprecherin Vanida Karun. Sie füllt die Geschichte mit so viel Leben, dass ich kaum in der Lage bin, dies zu beschreiben. Häufig mag ich es nicht, wenn Sprecherinnen ihre Stimme verstellen, aber in "Wie Monde so silbern" ist es einfach fantastisch. Ob die piepsige Stimme der Androidin Iko, der Akzent des Doktors oder wohlige Klang von Cinder, jede Figur bekommt durch sie ihren eigenen Charakter. Es ist wirklich ein wahrer Genuss ihr beim erzählen zuzuhören.

Das Hörbuch besteht aus zwei MP3 Dateien, was mir persönlich sehr zusagt, denn ich höre hauptsächlich während der Autofahrten Hörbuch und finde es immer sehr umständlich häufig die CDs wechseln zu müssen. Das MP3 Format beschert langfristigen Hörgenuss ohne Unterbrechungen.

Und so bleibt mir nichts anderes übrig, als euch diesen Roman ans Herzen zu legen. Ihn zu lesen ist sicherlich eine Freude, aber das Hörbuch zu hören ist ein wahres Highlight. Spaß, Spannung und außergewöhnliche Ideen haben mich regelrecht süchtig gemacht nach einer Serie der ganz neuen Art.

 

Hörbuchinfo:

Silberfisch (Dezember 2013)
2 CDs, 657 Minuten
19,99 €
Übersetzerin: Astrid Becker
Sprecherin: Vanida Karun (ganz, ganz großartig!!!)
 

25.03.14

[Gemeinsam lesen] # 53


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

"Das Haus des Windes" / Louise Erdrich / S. 12

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

"Die Mutter verschwunden."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Als ich "Das Haus des Windes" gegoogelt habe, bin ich auf eindie Seite einer Einrichtung für Menschen mit Autismus gestoßen. Diese nennt sich "Haus im Wind" und befindet sich in der Nähe von Bad Pyrmont.
Autismus ist ein Krankheitsbild, mit dem nicht ganz einfach umzugehen ist. Zum Einen, da es noch recht wenig erforscht ist, zum anderen aber auch, da es einen sehr sensiblen Umgang mit den Betroffenen erfordert.
Das "Haus im Wind" scheint mir eine sehr sympathische und gut ausgestattete Einrichtung zu sein und es lohnt sich - ob man nun mit dem Them zu tun hat oder nicht - dort einmal vorbei zu schauen.

4. Was gefällt dir an deinem aktuellen Buch bisher am besten?
 
"Das Haus des Windes" lese ich im Rahmen einer Lovelybooks Leserunde und wie es nun mal so der Fall ist, wird man als allererstes aufs Cover aufmerksam. Dieses gefällt mir hier ausgesprochen gut. Licht und Schatten spielen mit dem Profil der Frau und geben ihr damit einen geheimnisvollen, aber auch sehr selbstbewussten Ausdruck.
Ich hab ja erst wenige Seiten gelesen, aber bisher gibt es noch nichts, was mir nicht gefällt und ich bin unheimlich gespannt darauf, wie es weiter geht. Die Schreibe konnte mich definitiv auch schon mit wenigen Worten fesseln.
 
 
 

24.03.14

Bücher sind treu: Ein Bücher Tagebuch

 
Sonntagmittag: Nachdem ich den ganzen Samstag am neuen Haus gearbeitet habe, musste ich erst mal ausgiebig lange schlafen, bevor ich zu Mama fuhr. Da ich derzeit übergangsweiße offiziell dort meinen Wohnort habe, geht auch alle meine Post dorthin. Überrascht blickte ich auf ein Päckchen mit dem Absender "Verlag Hoffmann und Campe". Kurzes Grübeln, welches Buch das wohl sein könnte.Reziexemplar war bereits eingetroffen und an einer Leserunde des Verlags nehme ich auch nicht teil. Zum Vorschein kam eine tolle Tasche.
"Bücher sind treu" so der Aufdruck.
Außerdem ein großes A.
A? Was hat das denn mit dem Verlag Hoffmann und Campe zu tun??

 
Ganz einfach. Das A steht für den neuen Ableger des Verlags.
"Ein Verlag sticht in See" so das Motto, das wirklich hinreißend klingt und mich direkt neugierig gemacht hat. In der Tasche dann das verlagsprogramm zur Befriedigung meiner Neugier und wie ich schnell feststellte, Kalorien für meinen Wunschzettel. Eine Neuheit übertrifft die Andere. Ob "Das Leben ist ein listiger Kater", das ich schon gelesen und sehr gemocht habe, das hübsch anzusehende "Baba Jaga", das mich nicht nur durch seine Optik so anlockt oder aber der neuste Roman von Gregoire Delacourt, der mir mit seinem Vorgänger "Alle meine Wünsche" eins der Bücher lieferte, das mich mit wundervoller Sprache und berührenden Worten begeistern konnte.
 
All dies bereitete mir schon große Freude, doch dann entdeckte ich das absolute Highlight: Ein Bücher Tagebuch. Ebenfalls erhältlich im Atlantik Verlag und genau das Richtige für einen Bücherfanatiker-Vielleser-Zitatesammler wie mich.
Den Buchdeckel ziert das Maskottchen der "Bücher sind treu" Kampagne. Der Bücherschnauzer. Eine tolle Idee, denn "Hunde" und "Treue" sind ja im Gehirn schon eng verknüpft und es ist auch einfach nett anzusehen.
Im Inneren des Buches werden dann Optik, Bücherliebe und Praktisches gekonnt verknüpft. Dort kann man Titel, Autor und Verlag eintragen, wer das Buch empfohlen hat, wann man damit begonnen hat und wie man es bewertet (in Knochen :D sehr schöne Idee). Diese Möglichkeit hat man für insgesamt 50 Bücher!! Außerdem hat man fast 4 Seiten Platz für Notizen und Zitate. Ich weiß, dass mir das nicht immer ausreichen wird, dann werde ich mir gegebenenfalls Zettel einkleben, aber dennoch hat das Buch genau das richtige Format. Es ist handlich, praktisch und ich kann es immer bei mir tragen.
Zitate zum Thema lesen und Literatur schmücken jedes neue "Kapitel".
Ein wirklich wundervolles Schätzchen, das man für nur 10,00 € in jeder Buchhandlung erwerben kann. Ich freue mich darauf später einmal liebevoll auf  meine gelesenen Bücher zurückblicken zu können.
 
Und mein erster Eintrag ist direkt ein Buch aus dem Verlag Hoffmann und Campe. Es heißt "Golem und Dschinn" und ist eine absolute Leseempfehlung von  meiner Seite. Die Rezi, die ich aus den gesammelten Notizen meines neuen Büchleins zusammenstellen kann, werdet ihr in den nächsten Tagen bekommen.

23.03.14

[Wochenrückblick] Auf ein Letztes ...

Meine lieben Leser,

ich habe mich in diesen Tagen dafür entschieden den Wochenrückblick aus dem Programm zu streichen. Dafür gibt es mehrere Gründe.
Zum Einen ist es so, dass der Wochenrückblicks Post in nicht so großer Zahl gelesen und kommentiert wird, wie ich es mir wünschen würde. Bis auf ein paar wenige regelmäßige Besucher, die mir zwar häufig sagen, dass sie diesen Beitrag immer sehr gerne lesen, ist der Beitrag eher mäßig frequentiert. Zum Anderen hat sich das "Programm" des Blogs ein wenig geändert. Ich möchte neben Rezensionen mehr über literarische Themen plaudern, mit euch darüber sprechen, was die Bücher (Blogger) Szene gerade so beschäftigt und regelmäßig an den Aktionen "Gemeinsam lesen" (dienstags) und "SuB am Samstag" (samstags ;)) teilnehmen. Damit ist der Bereich des Wochenrückblicks, in dem ich davon erzähle, was ich die Woche über gelesen habe und lesen möchte, ja ausreichend abgedeckt.
Welche Songs ich aktuell gerne höre, möchte ich eigentlich in die Sidebar einbinden. Momentan weiß ich aber noch nicht so genau wie das geht ... (Caroline, wenn du das liest, kannst du mir bitte einen Tipp geben??).
Außerdem habe ich ja immer ein bisschen was aus meinem Privatleben erzählt und Bilder davon veröffentlicht. Diesen Teil beschränke ich momentan mehr auf Facebook. Blöd für die, die dort nicht angemeldet sind. Aber ganz ehrlich, so ganz private Sachen mag ich eh weder dort noch hier veröffentlichen. Ich denke hier und da werdet ihr sicher mal was aus diesem Bereich mitbekommen. Ich freue mich aber immer über Facebookfollower und gerne dürft ihr mir dort auch eine Freundschaftsanfrage senden (Mein Name dort ist auch Fantasie und Traeumerei).
Wie viele von euch wissen ist das Bloggen ein sehr schönes, aber auch sehr Zeitraubendes Hobby. Nicht mein einziges, denn sowohl meine Pferde möchten etwas von meiner Zeit ab haben, als auch mein Liebster UND ich möchte natürlich am liebsten jede freie Minute zum Lesen nutzen. Wie ihr teilweise mitbekommen habt, hat mich die Arbeit in letzter Zeit sehr eingenommen und ich brauchte dringend das Wochenende um durchatmen zu können. Deswegen habe ich für mich eigentlich (heute mache ich mal eine Ausnahme) den Internet freien Sonntag eingeführt. Kein Facebook, kein Blog. Auch ein Grund, warum der Wochenrückblick für mich wegfällt. Umso entspannter und motivierter kann ich dann wieder in eine neue Woche starten, euch tolle neue Rezensionen, Aktionen und Extras präsentieren.

Ich hoffe ihr habt dafür Verständnis.

Euch allen einen wundervollen und entspannten Sonntag. Ich geh jetzt raus in die Sonne. Lesen :)

22.03.14

[SuB am Samstag] #8


Nina (Frau Hauptsachebunt) hat vor 8 Wochen die Aktion SuB am Samstag ins Leben gerufen. Dort stellt sie jeden Samstag drei Bücher ihres SuBs vor. Sie nutzt die Aktion um so ein bisschen Motivation zu bekommen ihren Schätzen Herr zu werden. Auch Alexandra (Willkommen im Bücherkaffee) nimmt an der Aktion teil und lässt sich im Zuge dessen beraten, welche Bücher lesenswert sind und welche eher nicht. Auch Petzi (Die Liebe zu den Büchern) nimmt teil und schreibt auf ihrem Blog, dass sie damit gern die Bücher vom SuB retten möchte, die dort vielleicht sogar schon ein bisschen zu lange liegen. So hat irgendwie jeder schon seine eigene Möglichkeit gefunden, diese Aktion zu nutzen.
Nachdem ich neulich meinen SuB sortiert habe (zumindest die Bücher, die nicht in Kisten verpack sind), hatte ich eine ganz neue Idee mir ein übersichtliches System zu schaffen, das mir abwechslungsreiches Lesevergnügen verspricht. Und zwar habe ich Stapel zu jeweils drei Büchern gemacht. In jedem Stapel befindet sich ein Buch der Genres Jugendbuch (Young Adult), Belletristik, Fantasy. Die Bereiche Fantasy und Jugendbuch überschneiden sich jedoch manchmal, was aber nicht so schlimm ist. So einen Stapel möchte ich euch jeden Samstag vorstellen in der Hoffnung die drei Bücher in der Woche, also bis zum nächsten Samstag gelesen zu haben. Vielleicht hoch gegriffen, aber Ziele sind nun mal da um sie zu erreichen und so ein bisschen Ansporn schadet nicht ;)


Hier also mein Stapel für dieses Wochenende:




"Der eine Kuss von dir" / P. Spychalski:
Als vor zwei Jahren Patty Spychalskis Debüt "Ich würde dich so gerne küssen" erschien, hat die liebe Damaris so viel von dem Roman geschwärmt, dass ich ihn sofort auf meine WuLi setzte. Im letzten Jahr hatte ich dann das Glück Patrycjas zweiten Roman "Fern wie Sommerwind" zu gewinnen und war hellauf begeistert. "Ich würde dich so gerne küssen" habe ich letzte Woche dann endlich gelesen und was soll ich sagen: Musik. Gefühle. Gänsehaut.
In "Der eine Kuss von dir" treffen wir Protagonistin Frieda nun wieder. Gehen mit ihr auf große Musiktournee und werden sicher wieder einiges erleben. Sowohl für die Autorin als auch die Protagonistin bedeutet Musik sehr viel. Damit kann ich mich sehr gut identifizieren und fühle mich deshalb sicher auch so wohl in Pattys Geschichten. Ich kann es kaum abwarten, dieses Buch endlich zu lesen.

"Das Haus des Windes" / L. Erdrich:
Dieses Buch, das ich bei einer Leserunde gewonnen habe, wird als DAS Buch des Frühlings bezeichnet. Ich glaube, das mich eine sehr berührende Geschichte erwartet...
(Quelle: Aufbau Verlag)
Im Sommer 1988 wird die Mutter des 14-jährigen Joe Coutts Opfer eines brutalen Verbrechens. Sie schließt sich in ihrem Zimmer ein und verweigert die Aussage. Vater und Sohn wissen nicht, wie sie sie zurück ins Leben holen können. Da sich der Überfall auf der Nahtstelle dreier Territorien ereignet hat, sind drei Behörden mit den Ermittlungen befasst. Selbst Joes Vater sind als Stammesrichter die Hände gebunden. So beschließt Joe, den Gewalttäter selbst zu finden. Mit seinen Freunden Cappy, Angus und Zack unternimmt er teils halsbrecherische, teils urkomische Ermittlungsversuche. Bei seiner aufreizenden Tante und im Kreis katholischer Pfadfinderinnen begegnet er der Liebe – und in alten Akten dem Schlüssel des Verbrechens.

"Golem und Dschinn" / H. Wecker:
Diesen Roman habe ich bereits begonnen. Es ist eine Mischung aus Fantasy und historischem Roman und dreht sich - ums mal salopp zu sagen- um einen Golem und einen Dschinn. Doch Helene Wecker blickt noch viel tiefer in die Geschichten hinein. Lässt den Leser Bekanntschaften schließen und hat so eine Erzählstimme so sanft, dass sie sich anfühlt wie das Blütenblatt einer Rose. Es macht so einen Spaß diesen Roman zu lesen, dass ich jedes Mal wieder ganz entzückt bin, wenn ich darein eintauchen kann.

Habt ihr schon eins der Bücher gelesen? Welches der Bücher mochtet ihr besonders gern, welches gar nicht? Mit welchem tollen Schmöker verbringt ihr das Wochenende?

21.03.14

[Aktion] Indiebookday

 
Am 22.03.2014 ist es soweit: der zweite Indiebookday findet statt. Ein Event, der im Jahr 2013 noch auf nationaler Ebene lief, ist nun soweit, dass er internationale Anerkennung bekommen hat.

Indiebooks sind Bücher, die von unabhängigen Verlagen veröffentlicht werden. Welche Kriterien ein Verlag erfüllen muss, um sich Indiebook Verlag nennen zu dürfen erfahrt ihr hier. Dort findet ihr auch eine Liste der Verlage, die dazu zählen.

»Geht am 22.03.2014 in einen Buchladen Eurer Wahl und kauft Euch ein Buch. Irgendeines, das Ihr sowieso gerade haben möchtet. Wichtig ist nur: Es sollte aus einem unabhängigen/kleinen/Indie-Verlag stammen. [...]
Danach postet Ihr ein Foto des Covers, des Buches, oder Euch mit dem Buch (oder wie Ihr möchtet) in einem sozialen Netzwerk (Facebook, Twitter, Google+) oder einem Blog Eurer Wahl mit “#Indiebookday”. Wenn Ihr die Aktion gut findet, erzählt davon.«

So lautet der Aufruf deauf der extra für diese Aktion gestalteten Website. Ins Leben gerufen wurde diese tolle Aktion vom mairisch Verlag.

Warum ich an dieser Aktion teilnehme?
Ich finde, dass man nicht nur auf große Konzerne zurückgreifen, sondern auch die kleinen Geschäfte unterstützen sollte. Eine Philosophie, die ich nicht nur im Bereich Literatur bzw. Freizeit beherzige. Qualität statt Quantität ist das Motto. Jedoch gerade im Bereich des bloggens ist es so, dass die großen Verlage eher Fuß fassen. Ihre Programme sind schnellebiger, umfassender und vor allem haben sie die finanziellen Möglichkeiten Rezensionsexemplare zur Verfügung zu stellen. Auch dort ist das Programm toll, keine Frage, aber in den kleinen Verlagen lassen sich doch noch die ein oder anderen Schätzchen entdecken. Auch mein Regal füllt sich mehr und mehr mit Büchern aus diesen verlagen und so warten auf meinem SuB z.B. "Das dritte Licht" aus dem Steidl Verlag oder "Schwimmen mit Elefanten", das im verlag Liebeskind veröffentlicht wurde und bisher schon ganz tolle Kritiken erhalten hat.

Für mich heißt es nun Verlagsseiten durchstöbern und das passende Buch raussuchen. Ein Favorit ist "Glückskind" von Steven Uhly, dass eine ganz heiße Empfehlung von Sarah ist.

Bestellen werde ich mein Buch ganz bequem von Zuhause aus, denn der Buchladen am Freiheitsplatz in Hanau bietet innerhalb Deutschlands einen kostenlosen Lieferservice. Und zum Indiebookday hat man sich dort noch etwas besonders tolles einfallen lassen. Jeder, der am 22.3.2014 ein Indiebook bestellt, bekommt ein Indie-Leseexemplar gratis dazu.

Tolle Empfehlungen erhaltet ihr übrigens auch auf dem Blog "We read Indie".

Wie sieht es bei euch aus? Werdet ihr an der Aktion teilnehmen? Habt ihr eine Empfehlung für mich?



 

20.03.14

Ich würde dich so gerne küssen / Patrycja Spychalski


 
" `Ich weiß nicht, was ich aus meinem Leben machen soll. Ich bin nicht verrückt oder so. Ich habe keine besonderen Talente, keine großen Leidenschaften. Ich bin ein stiller Zuschauer. Ich schaue der Welt zu. Ich schaue zu, wie andere leben. ´ "

Frieda ist ein ehrer unauffälliges junges Mädchen. Geht brav zur Schule, ab und an auf eine Party, macht ihren Eltern keine Sorgen. Sie ist eben normal. An ihrem Geburtstag trifft sie auf Jeffer, der alles andere als normal ist. Schon sein Name scheint kein richtiger Name zu sein. Er ist aufgedreht, zieht die Blicke aller Mädchen an und wohnt in einer eigenen Wohnung. Ein krasser Kontrast zur eher ruhigen Frieda, die sich gern im Hintergrund hält und doch den Blick auf zentrale Dinge richten kann. Diese nimmt sie mit ihrer Videokamera auf. Ein bisschen scheint es so, als könne sie damit das frei legen, was im Menschen schlummert.

" `Vielleicht will ich alles, auf jeden Fall zu viel. ´ "

Als Friedas Eltern verreisen ist sie auf sich allein gestellt. Sie nutzt die Chance und zieht zu Jeffer. Dadurch hat sie das Gefühl erwachsener zu sein. Sie muss nicht nur für sich allein sorgen, sondern hat zum ersten Mal die Möglichkeit sich auch auf sich selbst zu konzentrieren. Manchmal ist es schwer mit einem sehr aktiven Mann an der Seite, der das Publikum braucht, der es liebt sich vor der Menge zu verstellen und dort einfach mal nicht der sein zu müssen, der er wirklich ist. Schwierig, wenn zwei solche Welten aufeinander treffen, aber auch aufregend. Ein Rausch der Gefühle, so dass sich Friede mehr als einmal fragt, ob sie sich vielleicht in Jeffer verliebt hat. Wenn er sie nur küssen würde, dann wäre sie sich bestimmt sicher. Ein Kuss entscheidet alles. Ein Kuss bringt Klarheit in ein Gefühlschaos, ein Kuss entscheidet, ob man den Lebensweg gemeinsam beschreitet oder ob von dem Moment an eine dicke Mauer dazwischen ist. Ob man den anderen mit allen Sinnen erleben oder doch lieber Abstand gewinnen möchte. Ein Kuss könnte alles klären ...

Die Spannung zwischen Jeffer und Frieda ist für mich regelrecht greifbar. Ich kann sie bis in jede Faser spüren, kann mich ihrer genau so wenig entziehen wie die beiden Protagonisten. Dabei geht es nicht unbedingt nur um das sprichwörtliche Knistern zwischen zwei Verliebten, sondern auch darum gemeinsam die eigenen Stärken und Schwächen erkennen, entdecken, was bisher verborgen blieb, sich finden und irgendwie auch reifer werden. Gerade Jeffer zeigt nur ungern wer er wirklich ist. Lässt niemanden in sich hineinblicken, baut eine Mauer um sich herum, um nicht verwundbar zu sein.

"Sobald sie Musik machen werden sie versöhnlich, sanft und wunderschön."

"Ich würde dich so gerne küssen" ist das Debüt der sehr sympathischen Autorin Patrycja Spychalski, deren Jugendroman "Fern wie ein Sommerwind" zu meinen persönlichen Highlights aus dem Jahre 2013 zählte. Mich verbindet mit ihr nicht nur die wundervollen Leseerlebnisse, sondern auch die Leidenschaft zur Musik, die in "Ich würde dich so gerne küssen" besonders deutlich zur Geltung kommt. Die Tatsache, dass die Protagonisten meinen Lieblingsfilm "Walk the Line" schauen, der vom Leben Johnny Cashs handelt, dem Jeffer mit seinem Charme und seiner einnehmenden Art ein bisschen ähnelt, hat mich ihnen näher gebracht. Als sie dann einen meiner Lieblingssongs, "Lola" von den Kinks, gehört haben, bin ich in regelrechte Glücksgefühle ausgebrochen. Den Soundtrack ihres Lebens könnte ich mir stundenlang gemeinsam mit ihnen anhören. Einfach nur da sitzen, Musik hören, ab und an ein bisschen reden.
Ich fühle mich in Gegenwart der beiden so wohl, dass ich mich schon darauf freue Frieda bald wieder zu treffen. In Patrycja Spychalskis neustem Roman "Der eine Kuss von dir". Ich bin gespannt darauf, wie sie sich entwickelt hat, welche Lieder nun zu ihrem Leben gehören und welche aufregenden Momente der Job als Kamerfrau einer Rockband so mit sich bringen.
 

Buchinfo:

 
cbt (2012)
268 Seiten
7,99 €

19.03.14

[Gemeinsam lesen] # 51

Ich kann es kaum glauben, aber die Aktion "Gemeinsam lesen" gibt es nun tatsächlich schon ein Jahr!!! Ein Jahr voller toller Buchentdeckung, spannender Fragen und netter Plaudereien. Vielen Dank liebe Asaviel, dass du dir immer so viel Mühe machst!! :)

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

"Golem und Dschinn" / Helene Wecker / S. 104

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

"Nach Wochen der Seekrankheit und Erschöpfung hatte er nicht einmal mehr die Kraft, zornig zu werden."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

"Golem und Dschinn" ist zwar ein richtig dicker Schinken, aber man hat das Gefühl nur so durch die Geschichte hindurch zu fliegen. Sollte ich dem Dschinn begegnen, würde ich mir definitiv mehr Lesezeit wünschen und würde das Buch sicher mit einem Happs verschlingen.
Ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht verpackt in spannende Geschichten in historischem Gewand, interessante Menschen, die dem Leser Einblick in ihr Leben gewähren.

4. Welchen Blog, der auch am Gemeinsam Lesen teilnimmt (egal ob nur manchmal, hin und wieder oder ganz regelmäßig) besuchst du besonders gerne? Und warum?
 
Ich besuche regelmäßig die Blogs I am bookish und Lesemomente, auf denen ich aber sowieso mehrmals in der Woche vorbei schaue. Ansonsten besuche ich häufig die Blogs, die gerade ein Buch lesen, das ich spannend finde. Manchmal habe ich ein schlechtes Gewissen, da bei mir sehr häufig Besucher der Aktion kommentieren und ich dann ganz oft den Rückbesuch verbasel, dabei weiß ich ja aus eigener Erfahrung, wie sehr man sich über jedes Kommentar freut.
Die Aktion macht auf jeden Fall sehr viel Spaß und ich freue mich auf viele weitere "Gemeinsam lesen" Posts :)
 
 

17.03.14

Das Leben ist ein listiger Kater / Marie-Sabine Roger

 
"Wenn man einmal so alt ist wie ich, ist es einem egal, wie die Leute leben wollen, außer man hat vom Leben nichts kapiert."

Jean-Pierre, verwitweter rentner, alleinstehend, kinderlos, des Nachts gefunden in der Seine, ohne jegliche Erinnerung an den Unfall oder die Zeit kurz davor. Gerettet hat ihn angeblich ein junger Mann, der sich an dem Abend zufällig an der Seine aufgehalten hat und Mitleid mit dem armen Jean-Pierre hat, der sich nicht mehr ganz sicher ist, ob er nicht doch seinem Leben ein Ende setzen wollte. Denn manchmal ist er sich einfach nicht ganz sicher, ob er wirklich alles richtig gemacht hat ...
 
"Am Ende eines zu langen Tages stüzte er sich vom Dach. Wahrscheinlich entmutigt von der Dummheit der Menschen."

Jean-Pierre lässt sein Leben Revue passieren und so lernen wir ihn nicht nur besser kennen, sondern können auch viele Schritte seines Lebensweg, viele kleine Gassen, die er eingeschlagen hat viel besser verstehen. Jean-Pierre selbst ist nicht nur mit sich selbst, sondern auch seinen Mitmenschen schonungslos. Er kann sich seine Fehler sehr gut eingestehen, aber getreu nach dem Motto "Alter schützt vor Torheit nicht", versucht er das auch bei seinen Mitmenschen. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen und manchmal auch ohne zuerst darüber nachzudenken, spricht er offen an, was er denkt. Nicht ganz unangenehm für den jungen Mann, der ihn gerettet hat und seinen Lebensunterhalt mit Prostitution verdient.

Jean-Pierre hält mit nichts hinter dem Berg, zumindest nicht dann, wenn es angebracht wäre und strotzt nur so vor Vorurteilen. Dennoch ist er sehr tolerant und offen gegenüber seinen etwas sonderlichen Besuchern. Und auch, wenn er ein bisschen kauzig ist, oder auch gerade deswegen, - ich habe ihn sofort in mein Herz geschlossen.

"Bei den Beschränkten ist die Dummheit bekanntlich schrankenlos."

"Das Leben ist ein listiger Kater" ist ein sehr kluges Buch über das Miteinander, über Glück, Familie und die unergründlichen Wege des Schicksals. Es lehrt uns die Augen offen zu halten für die kleinen Besonderheiten des Lebens und vor allem toleranter zu sein. Mehr mitzudenken und anderen Menschen offen gegenüber zu treten. Ich finde dieses Buch könnte durchaus Schullektüre werden, denn Marie-Sabine Roger hat nicht nur eine wundervolle Schreibe, die mit wortgewandter und sehr kluger Sprache begeistert, sondern vermittelt in ihrem neusten Werk auch Werte und ein offenes Auge für die Bedürfnisse unserer Mitmenschen. Dies jedoch ohne mit dem berüchtigten Finger aufzuzeigen, was wir alles tun dürfen und was nicht, sondern mithilfe eines liebenswerten Mannes, der nicht fehlerfrei ist, aber klug genug zu wissen, dass ein jeder fehler macht und es immer eine Möglichkeit gibt sich aufrichtig für eine Widergutmachung einzusetzen.
 
"Und sein Glück vorher zu kennen, das wäre, wie seine Weihnachtsgeschenke im November aufzumachen. Das Geschenk wäre dasselbe, aber es hätte überhaupt nicht den gleichen Wert."

"Das Leben ist ein listiger Kater" ist eins der Bücher, die glücklich machen. Das beim Lesen ein Lächeln auf die Lippen zaubert und das sich unwiderruflich in die Herzen seiner Leser schleicht.

Buchinfo:

Hoffmann und Campe (März 2014)
224 Seiten
19,99 €
Übersetzerin: Claudia Kalscheuer

15.03.14

Aus dem Leben einer Matratze bester Machart / Tim Krohn

Aus dem Leben einer Matratze bester Machart
 
"Tatsächlich war die Matratze bemerkenswert komfortabel. Die Federn quietschten und schepperten nicht, sondern schnurrten wie ein Kätzchen, die Mittelzone lag üppig und in praller Weichheit im Rahmen und verlockte dazu, sich fallen zu lassen."

Die Matratze, Hauptfigur des kleinen, aber eindringlichen Romans von Tim Krohn, kommt zum ersten Mal in der Hochzeitsnacht des jungen Paares Immanuel und Gioia Wassermann zum Einsatz. Von den Zeichen der verlorenen Jungfräulichkeit der junegn Braut befleckt, fordert diese beschämt die Matratze mitzunehmen. Ein elange Reise nimmt ihren Lauf.

Die Matratze durchlebt viele verschiedene Stationen. Mal Liebesnest, mal Schutz, mal Geborgenheit und Wohlgefühl. Doch immer vor dem Hintergrund, dass nicht nur die Matratze beschädigt wurde, sondern auch die Leben derer, die sie nutzten. Die Reise beginnt in den 30er Jahren, durchlebt die Wirren des ersten Weltkriegs, die noch lange nach Kriegsende zu spüren sind.

"Die Matratze, behauptete sie, als sie losfuhren, sei eine Schatzkarte, der Fleck kennzeichne eine schiffsladung peruanisches Gold, Raubgut venezianischer Seefahrer, das dort in einem Gefecht versunken sei."

Tim Krohn hat einen sehr kurzen Roman geschrieben, der mit einer spannenden Grundidee überzeugt. Die Matratze als Hauptfigur, glücklicherweise jedoch nicht als Erzähler der Geschichte, um so verschiedene Stationen Europas während Krisenbelasteter Zeiten darzustellen. Der Augenmerk liegt auf einzelnen Schicksalen, verbunden durch die Matratze, jedes einzelne für sich von einer gewissen Dramatik, die beim Leser Betroffenheit auslöst.

Mit wenigen Sätzen und einem irgendwie verrückten und doch nah an der realität gebauten Konzept, hat Autor Tim Krohn es geschafft ein Werk zu verfassen, das sich von der breiten Masse abhebt und trotz minimalem Umfang ganz groß auf den Leser einwirkt. Eine Leseempfehlung für alle, die sich für das Leben anderer interessieren.

 

Buchinfo:

 
Galiani Berlin (Februar 2014)
128 Seiten
16,99 €
 

14.03.14

Die Seltsamen - Stefan Bachmann



"Federn fielen vom Himmel. Gleich schwarzem Schnee schwebten sie auf eine alte Stadt namens Bath herab, taumelten über Dächer und sammelten sich in Ecken und Winkeln der Gassen, bis alles dunkel und still war wie ein Wintertag."

Etwas Seltsames geht in London vor. Mischlingskinder verschwinden unverhofft, tauchen manchmal als leere Hülle wieder auf. Bartholomew Kettle ist ebenfalls ein Mischling. Seine Mutter ein Mensch, sein Vater ein Feenmann, der sich jedoch aus dem Staub gemacht hat, muss er befürchten öffentlich auf der Straße angegriffen zu werden. Als eines abends eine wunderhübsche Frau vorm Haus der Nachbarn Buddelbinster steht und der Sohn der Familie am darauffolgenden Tag verschwunden ist, kann Barholomew nicht anders als dem Geheimnis auf den Grund zu gehen. Dabei begibt er sich in unvorhergesehene und unberechenbare Gefahr ...

"Die Seltsamen" ist das Debüt des 21-jährigen US-Amerikanischen Autors Stefan Bachmann, der seit seinem 11. Lebensjahr an einem Schweizer Konservatorium ist und dort mittlerweile studiert, um einmal Filmkomponist zu werden. Geschrieben hat er diesen ideenreichen Roman bereits im Alter von 16 Jahren. Inspiriert durch seine Vorbilder Charles Dickens und C.S. Lewis.

Dies merkt man dem Buch an der ein oder anderen Stelle an. Wer schon Romane von Dickens und Lewis gelesen hat, läuft dem Schreibetypus der Beiden hier und da über den Weg. Bachmann hat schon auch seinen eigenen Stil, aber es ist zu spüren, dass er sich in diesem Bereich noch nicht zu hundert Prozent gefunden hat. Wie auch in dem Alter, in dem sich manche Jugendlich häufig weder für einen Kleidungsstil, noch für ihren Berufsweg entscheiden können.

Einen Roman von über 300 Seiten zu schreiben und diesen sogar so zu konzipieren, dass die Geschichte in mehreren Strängen oder auch Bänden zusammenläuft ist ein beachtliches Werk für solch einen jungen Schreiberling, der mit "Die Seltsamen" schon nach wenigen Wochen des erscheinens des Romans einen unglaublichen Erfolg feiern konnte. Doch was ist das Geheimnis? Warum interessieren sich plötzlich so viele Leser für seine Geschichte? Womit fesselt er seine Leser?

"Was wie ein normales Sandwich mit Leberpastete aussah, schmeckte auffallend nach Herbstwind. Der Tee roch nach Marienkäfer unddie Zitronentörtchen schmeckten auf eine Art und Weise bitter, die nichts mit Zitrone zu tun hatte."

Für mich gibt es da zwei ganz gewichtige Gründe. Erstens ist es der Ideenreichtum des Autors. Mit viel Liebe zum Detail kreiert er eine Vielfalt von Fantasyfiguren. Für jeden seiner Charaktere nimmt er sich Zeit. Modelliert an ihm herum, bis er so lebendig ist, dass er dem Leser regelrecht entgegenspringt. Jenseits jeglichen Mainstreams von Vampiren, Werwölfen und Engeln.

Der zweite Grund ist die Atmosphäre, die er kreiert. Welcher Ort würde sich besser für düstere und geheimnisvolle Machenschaften anbieten als London? Nichts scheint mir geeigneter für einen Roman, in dem Macht und Gier eine Rolle spielen, als der Ort, den auch sein Vorbild Charles Dickens häufig als Ort des Geschehens wählte. Atmosphärisch hat der junge Knabe echt was drauf. Ich konnte die Angst der Mischlingskinder regelrecht riechen, den Klang des metallischen Vogels hören und das Fallen der Federn spüren. Kann ein Autor Atmosphäre kreieren, dann hat er mich defintiv auf seiner Seite.

"Die Seltsamen" liest sich wie nichts weg. Zum Einen macht es große Freude den Ideenreichtum des Autors zu genießen, zum Anderen enden die Kapitel auch häufig so, dass man einfach weiter lesen muss. Kleine Schwächen zeigt Bachmann noch darin seine Ideenvielfalt zu sortieren und auch in der Schreibe muss er, wie schon gesagt, noch ein bisschen seinen eigenen Stil stabilisieren, so dass er weniger holprig und sprunghaft ist. Mit Abschluss des Romans überwiegt aber das positive Gefühl, dass er bei mir auslöst, denn er konnte mich definitv unterhalten, ein bisschen mehr für Steampunk Elemente begistern und neugierig darauf machen welche Ideen er für Band zwei, der im Herbst im Diogenes Verlag erscheinen wird, bereithält.

Buchinfo:
 
Diogenes ( März 2014)
368 Seiten
24,90 €
Übersetzer: Hannes Riffel

13.03.14

Wie ein unsichbares Band - Inés Garland

Heute mal eine etwas ältere Rezi zu einem sehr bewegenden und emotionalen Buch, das ich 2013 gelesen habe.
Aus aktuellem Anlass, denn dieses Buch wurde heute für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2014 nominiert.
Herzlichen Glückwunsch!!
 
 
KLAPPENTEXT:
u1_978-3-596-85489-9.31052987Alma verbringt mit ihren Eltern jedes Wochenende auf einer Insel im Flussdelta in der Nähe von Buenos Aires. Die Nachbarskinder Carmen und Marito werden zu ihren Spielgefährten und Freunden. Auf der Insel ist die Welt in Ordnung, soziale Unterschiede scheinen keine Rolle zu spielen. Als Almas Eltern merken, dass ihre Tochter mehr als Freundschaft für Marito empfindet, verbieten sie ihr den Umgang. Doch da ist Alma schon längst mit Marito zusammen …

AUTORIN:
(Quelle: Fischer Kinder- und Jugendbuch)
Inés Garland arbeitet als Journalistin, Übersetzerin, Autorin von Büchern und Drehbüchern und leitet Schreibwerkstätten. Viele Jahre schlummerten ihre Texte in der Schublade, bis sie sich entschloss, sie einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren. Ihre Texte gewannen auf Anhieb mehrere Auszeichnungen.

EIGENE MEINUNG:
Tränen rollen mir über die Wange, während ich die letzten Seiten des Buches lese. In meinem Herz setzt sich ein dumpfes Gefühl fest, denn was als zarte und schöne Geschichte über Freundschaft, Kindheit und erste Liebe beginnt, entwickelt sich zu einem Leben unter ständiger Angst, Feindseligkeit und Ungerechtigkeit. Sehr bedrückend, wenn man bemerkt, wie hilflos manche Menschen politischen Machtspielen und willkürlicher Unterdrückung ausgesetzt sind.

"Ihr Vertrauen knüpft ein unsichtbares Band zwischen uns, und ich folge ihr ohne Fragen zu stellen."
 
Alma und Carmen sind unzertrennlich. Obwohl sie aus ganz unterschiedlichen Verhältnissen stammen, gibt es ein feines, unsichtbares Band, das die beiden lange Jahre verbindet. Ein Band aus Vertrauen, Liebe und Achtung. Sie verbringen eine recht unbeschwerte Kindheit am Fluss, dessen ewiges Strömen ihnen Halt und Geborgenheit gibt und wo die Menschen, die dort leben einfach echt sind und gerade heraus sagen, was sie denken. Doch Alma kann sich nicht davor verstecken, dass sie aus "besseren" Verhältnissen kommt, nur am Wochenende auf der Insel lebt und in der Woche in der Stadt zur Schule geht, in der Kurzweil und schnelles Vergnügen im Vordergrund stehen. Es kommt wie es kommen muss. Irgendwann sind diese Welten nicht mehr so einfach zu verknüpfen. Alma begeht aus Unsicherheit einen folgenschweren Fehler, der sie ihre beste Freundin kostet.
Außer Carmen wohnen noch mehr Familienmitglieder im Nachbarhaus vom Wochenenddomizil von Almas Eltern. Eine unverwüstliche, immer gleich alt aussehende Großmutter, ein liebeskranker Onkel, Barito der Hund, zwischen drin mal ein weiteres Geschwisterchen, das Carmens Mutter aus Versehen vergisst und der intelligente Marito. Ihn und Alma verbindet ebenfalls dieses Band der Freundschaft, das jedoch zu Liebe heranwächst. Stark und gefühlvoll von Almas Seite aus, zart und vorsichtig von Marito, denn er weiß um die Gefahren, die ein verschmelzen der unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen, mit sich bringt. Hohn und Spott sind da noch die kleineren Übel.

"Wie bemisst man solche Dinge? Wenn jemand uns glücklich macht und wir später wegen dem selben Menschen die schlimmsten Qualen erleiden, wie soll man diesen Himmel und Hölle dann einordnen? Das Leben geht weiter, man kann unmöglich wissen, wie es gewesen wäre, wenn wir uns nicht gerade in diesen Menschen verliebt hätten, sondern andere Türen geöffnet hätten."
 
Poetisch und doch mit einer ganz eigenen Kraft erzählt Autorin Inés Garland die Geschichte dreier Kinder, die in unterschiedlichem Umfeld, mit unterschiedlichen Maßstäben, Werten und Gewichtung des Lebens, aufwachsen und doch im Herzen miteinander verbunden sind. Der Roman ist gegliedert in zwei Teile, wobei der erste Teil fast ausschließlich die Kindheit der drei beschreibt und für mich, aufgrund all der Ideen und Abenteuer, irgendwie eine Mischung aus Isabel Allende und Astrid Lindgrens "Kinder aus Bullerbü" ist. Faszinierend und voller Energie sind die Tage, in denen vor allem Ich-Erzählerin Alma noch nicht mal ansatzweise einen Begriff davon hat, was die Militärdiktatur Argentiniens veranstaltet und zu welchen Taten sie fähig ist.
Der zweite Teil ist etwas später angesiedelt, der Übergang dorthin ist jedoch nahtlos. Veränderungen bemerkt man nur in Almas denken, das nach und nach nicht mehr so blauäugig ist. Eine Tatsache für die sie nichts kann, denn ihre Eltern verschließen die Augen vor dem was im Land passiert und isolieren Alma damit auf ihre eigene Art und Weise. Dennoch bekommt sie dies von Marito und seiner Familie häufig vorgeworfen, weshalb es für die beiden umso schwieriger ist, ihre Liebe auszuleben.
Alma ist eine Protagonistin voller Intensität, ehrlich und tatsächlich etwas naiv, womit die Autorin meiner Meinung nach sehr gut die Ohnmacht dessen widerspiegelt, was die Menschen 1976 – 1983 in Argentinien über sich ergehen lassen mussten, unfähig sich selbst zu helfen, denn Willkür und eigenes Verlangen setzen sich über Recht und Gerechtigkeit.

FAZIT:

Freundschaft hat nichts damit zu tun, wer oder was du bist, solange es dieses unsichtbare Band zwischen dir und deinem Freund gibt, das euch beide verbindet. Poetisch, zart, voller Gefühl und Intensität erzählt Autorin Inés Garland die Geschichte einer besonderen Freundschaft vor dem Hintergrund der Militärdiktatur Argentiniens. Wer Angst hat einem politischen Roman zu begegnen, der mit Fakten aufklären will, muss sich nicht fürchten, denn die wahren Interessen der Diktatoren und ihren Anhängern bleiben dem Leser ebenso verborgen wie den Menschen die, in dieser Zeit leben, und genau wie sie, trifft es uns dafür am Ende umso härter. Ein Roman, der ans Herz geht und sehr bewegt.

12.03.14

Alles, was ich sage, ist wahr - Lisa Bjarbö



Ist es euch schon einmal passiert in einem Roman Jemanden zu treffen, den ihr auf Anhieb so mochtet, dass ihr ihn oder sie am liebsten in euren Freundeskreis aufgenommen hättet? Oder gar in eure Familie wünschen würdet? Jemanden zu treffen, der eure Meinungen, eure Ansichten, eure Einstellungen teilt? Eine Art Seelenverwandten? Mir ist das auch noch nicht passiert, bis ich letzte Woche Alicia kennen gelernt habe und das Gefühl hatte, einem Spiegel meines Ichs aus früheren Jahren begegnet zu sein. Ich muss allerdings gestehen so zu sein ist nicht nur positiv.

" `Nein.´ Papa seufzte.`Du kriegst keinen Hund. Du kriegst ein Geschwisterchen.´
Mein Herz: POH!
Mein Mund: `Hä? Wozu soll das denn gut sein?"

Alicia taucht als selbstbewusstes, fröhliches junges Mädchen in meinem Leben auf. Sie ist nicht immer einer Meinung mit den Erwachsenen, weiß was sie will und verfolgt ihre Ziele sehr ehrgeizig. Dass diese nicht mit den Maßstäben der Erwachsenen konform sind, sei einmal außen vor gestellt. Sie ist ein wenig vorwitzig, könnte ein bisschen weniger egoistisch sein und sagt was sie denkt. Die letzt genannte Eigenschaft ernst zu nehmen, fällt manchmal etwas schwer, aber die Erfahrung lehrt Alicias Umfeld dies doch besser zu tun.

Ihr Leben dreht sich um Themen, die andere 16-jährige auch beschäftigen. Liebe, Klamotten und Schule. Während sich ihre Freundinnen jedoch damit auseinandersetzen, welchen Ausbildungs- oder Studienweg sie später einmal einschlagen werden, will Alicia im Hier und Jetzt leben. Das Leben spüren. Den Kick von Neuem erleben und eigenverantwortlich handeln. Sie ist es leid den Schienen zu folgen und springt vom Zug des alltäglichen, um eigene Erfahrungen zu machen. Sie ist abenteuerlustig, immer in Bewegung.

"Einmal in der Achten habe ich auf einer Fete so heftig mit einem Jungen rum gemacht, dass ihm die Brille runter geflogen ist, aber das war nur um zu sehen, wie das so geht. Eine ziemlich vergeudete Viertelstunde meines Lebens, wenn ich ehrlich sein soll."

Durch den eigensinnigen Entschluss die Schule zu verlassen, gerät sie in immer tiefere Konflikte mit ihrer Mutter. Es ist dieses typische Generationen Ding, wo die jüngere Generation davon ausgeht schon alles über die Welt zu wissen und deswegen erwachsen zu handeln, und die ältere Generation in der Angst lebt die Jüngere könne auf die schiefe Bahn geraten. Zum Glück gibt es in Alicias Fall eine Oma, die sich ihrer annimmt. Die Verständnis zeigt, die ihr Freiraum lässt und dennoch einen klaren Rahmen vorgibt, an dem sich explosive Mädchen wie Alicia orientieren können. Außerdem gibt es da noch diesen Jungen, der unglaublich hübsch ist. Niemand interessiert sich so sehr für Alicias Belange, ihre Träume und Schwärmereien wie ihre Oma. Doch dann stirbt sie ...



"Ich weiß nicht, wie ich das Vermissen ertragen soll."

Die Schwedin Lisa Bjarbö hat mich mit ihrem, mit der Nils-Holgersson-Plakette ausgezeichneten Roman "Alles, was ich sage, ist wahr" nicht nur bis ins Letzte begeistern, sondern auch sehr berühren können. Ohne Schnörkel, ohne große Worte, ohne Belehrungen oder dem Wunsch den Leser in irgendeine Richtung zu drängen.Sehr authentisch und ehrlich erzählt sie die Geschichte eines Mädchens, das seinen eigenen Weg gehen möchte und bereit ist Erfahrungen zu sammeln. Eine Geschichte über das Leben, Träume und die Liebe. Über Akzeptanz und Mitgefühl.

Mit ihrer Art zu schreiben, ist es ihr gelungen sehr dicht an mich heran zu kommen, mir unter die Haut zu fahren und mich zu berühren. Es ist mir noch nie so schwer gefallen von einer Protagonistin Abschied zu nehmen...

"Das heißt nicht, dass ich akzeptiere, dass du weg bist."


Buchinfo:

 
Beltz & Gelberg (Februar 2014)
253 Seiten
13,95 €
Übersetzerin: Maike Dörries

11.03.14

[Gemeinsam lesen] # 51


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

"Die Seltsamen" / S. Bachmann / S. 99

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

"Pak, n., Feenjargon für "jemand mit einer langen Nase" oder Spion. (Nicht zu verwechseln mit der "puck" genannten Feengattung oder mit den "pooka", jenen boshaften Gestaltwandlern, deren Gerissenheit und bestürzender Mangel an moralischer Zurückhaltung abermals die minderwertige Wesensart der Feen veranschaulicht.)

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

"Die Seltsamen" ist das erste Buch im Genre Fantasy, das im Diogenes Verlag erscheint. Von daher war eigentlich auch abzusehen, dass es sich dabei nicht um "gewöhnliche" Fantasy, sondern, dass es sich hier um einen eher besonderen Roman dreht.
Geschrieben hat der Autor diesen Roman im Alter von 16 Jahren. Seine Handlungen bauen sich recht nah an seinen Vorbildern C.S.Lewis und Charles Dickens auf. Seine Ideen sind übersprudelnd, schillernd, ausufernd. Die eine jagt die nächste und schnell findet man sich in einem Fantasiereich wieder, das einem (vielleicht auch ein bisschen irren...) Traum gleicht. Ich habe richtig Freude am Buch und kann es nur schwer aus der Hand legen.

4.Was stört dich aktuell am meisten an deinem aktuellen Buch?
Wie gesagt, ich lese "Die Seltsamen" richtig gern. Die oben angepriesenen Ideen sind genial, aber vielleicht auch ein bisschen das, was manchen Lesern im Wege stehen könnte. Denn an manchen Stellen überfluten sie uns regelrecht. Dann fällt es dem Autor schwer sie zu sortieren und er macht Sprünge, denen man nicht immer gut folgen kann. Mich stört das bisher aber eher weniger.
 
 

10.03.14

[Hörbuch] Zeitsplitter: Die Jägerin - C. Terrill

 
 
"Wir reparieren die Welt."
 
 
Doch alles, was wir tun, hat seine Konsequenzen. Jedes Ereignis trägt eine ganze Kette von weiteren Ereignissen hinter sich her, die nicht alle nur positiv verlaufen können. Gute Gedanken, gute Taten, gute Reaktionen ... dies kann auch subjektiv sein, denn was für den Einen gut ist, muss es für den Anderen noch lange nicht sein. Die Erfahrung müssen auch Em und Finn machen, die gefangen im militärischen Basislager des Doktors, der Welt und Zeit beherrscht, Folter und Qualen ertragen müssen. Ihre einzige Möglichkeit ist es in der Zeit zurück zu reisen und den Menschen aufzuhalten, der für all das verantwortlich ist ...
 
 
"Zeitsplitter" ist ein rasanter Jugendroman, der - für mich ganz neu - Dystopie und Zeitreise gekonnt vermischt. Die gebürtige Texanerin Christin Terrill hat in ihrem Debüt ganze Arbeit geleistet. Vom ersten Wort an konnte sie mich gnadenlos in ihren Bann ziehen. Dafür ist sicher nicht nur der Inhalt, sondern auch der Aufbau der Geschichte verantwortlich. Immer wieder wirft sie dem Leser / Hörer Bruchstücke des großen Ganzen vor, so dass dieser mal eine Ahnung bekommt, was passieren könnte und mal, was schon geschehen ist. Ganz sicher ist man aber nie. Immer wieder gibt es Überraschungen, mit denen keiner gerechnet hat.
 
 
 
"Zeitsplitter" erinnert mich ein bisschen an die TV-Serie "24", in der die Ereignisse nur so auf den Hauptdarsteller nieder prasseln. Ebenso geht es Finn und Em, die kaum Zeit haben durchzuatmen, immer auf dem Sprung. Immer auf der Hut vor dem Bösen und dem Sog, der sie zurückzieht in ihre gefängniszelle, in der sie Gewalt und Korruption erwarten, und auf Verfolgungsjagd um den Mann zu töten, der für all ihr Elend zuständig ist.
 
 
Dabei lernen wir nicht nur die beiden Menschen kennen, die Finn und Em jetzt sind (oder sein werden?), sondern auch die, die sie mal waren. Und vor allem Em landet in einem Zwiespalt, den sie ganz tief in ihrem Herzen ausfechten muss und bei dem ihr niemand zur Seite stehen kann.
 
 
Gelesen wird das Hörbuch von den beiden Sprecherinnen Jodie Ahlborn und Britta Steffenhagen. Erstere ist ganz neu im Geschäft und leiht ihre Stimme der jüngeren Version unserer Protagonisten. Für ihr allererstes Mal ist ihr die Umsetzung sehr gut gelungen, einzig wie sie Finn spricht, mag ich nicht so sehr. Britta Steffenhagen ist schon ein alter Hase im Hörbuch Gewerbe und hat für den "Der Audio Verlag" bereits Bücher wie "Little Bee" und "Furchtbar lieb" eingelesen. Ihre Stimme ist sehr angenehm, geschmeidig, ich könnte ihr Stundenlang lauschen.
 
 
"Zeitsplitter: Die Jägerin" ist ein fesselnder Roman, der einen dystopischen Rahmen erschafft, in dem besessene Menschen mit der Zeit spielen und gänzlich aus den Augen verlieren wie weit sie ihre Macht ausnutzen. Es ist auch die berührende Geschichte eines jungen Mädchens, das sein Herz verloren hat und bereit ist sein Leben für Freunde und eine bessere Welt zu riskieren. Berührend, emotional, rasant, von den Sprecherinnnen Jodie Ahlborn und Britta Steffenhagen so vorgetragen, dass man gnadenlos darin versinken kann und es erst bemerkt, wenn die Gänshaut einen frösteln lässt.
 
 
 
Hörbuchinfo:
 
Der Audio Verlag (März 2013)
375 Minuten
19,99 €
Autorin: Christin Terrill
Sprecherinnen: Jodie Ahlborn + Britta Steffenhagen
 

08.03.14

[Wochenrückblick] KW # 10

Bücherträume:



Neu eingetroffen:
 
"Der Distelfink" / D. Tartt
"Das Haus des Windes" / L. Erdrich
 
 
 
 
Gelesen:
 
"Alles was ich sage, ist wahr" / L. Bjarbö
"Das Leben ist ein listiger Kater" / M.-S. Roger
 
Gehört:
 
 
Ausstehende Rezis:
 
"Klingenfieber" / T.O. Meißner
"Alles, was ich sage, ist wahr" / L. Bjarbö
"Zeitsplitter" / C. Terill
 
Gebloggt:
 
Gemeinsam lesen #50: "Alles, was ich sage, ist wahr" - L.Bjarbö
Rezi: "Dornenherz" / J.Wilke
Wochenrückblick: KW #9

Was habt ihr in dieser Woche so gelesen? Habt ihr neue Bücher bekommen? Wenn ja, welche? Kennt ihr einen meiner Neuzugänge? Habt eine Meinung dazu?

Musikträume:




Lebensträume:


Dank der Osteopathin ist Pepper nun wieder ganz
entspannt und freut sich am arbeiten.
Er ist wieder ganz der Alte und ich mehr als
glücklich!!

Die Fastenzeit hat begonnen. Ich esse von Aschermittwoch bis
Ostern keine Süßigkeiten, keine Chips, keine Nüsse, kein
Fast Food. Kuchen bildet die Ausnahme, denn erstens backe ich
viel zu gern und zweitens brauche ich ab und an mal ein bisschen
Nervennahrung.


Dafür habe ich mir jeden Tag sehr gesundes Mittagessen
besorgt. Dieser Hirsesalat war irre lecker, aber auch
extrem scharf :D


Endlich, endlich ist der  Frühling da, den ich
vom ersten Wintertag an herbei sehne.
Man kann abends wieder viel länger draußen bleiben und
Natur und Tiere genießen. Diese Art abschalten am Feierabend
brauche ich derzeit wirklich dringend. Ich versuche dem vielen Stress
auf der Arbeit bewusst mit schönen Dingen zu begegnen und meine Freizeit
zu genießen. Deshalb gilt für mich seit neustem "sonntags offline"!!




Euch allen ein wundervolles Wochenende. Erholt euch gut und sammelt Kraft!!

07.03.14

Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau - Max Scharnigg


"Was war das doch für eine Zeit, in der ohne weiteres und an jedem Nachmittag alles passieren konnte."

Jasper Honigbrod lebt gemeinsam mit Vater und Großvater auf einem alten Aussiedlerhof, auf dem noch die alte Tradition des "Stangen längens" betrieben wird. Dies ist ein Brauch, der dem Hof und der dazugehörigen Familie Glück bringen soll. Mit nachlassender Pflege dieser Tradition, scheint auch das Glück das Gefühl zu haben nicht mehr mit angebrachter Sorgfalt behandelt zu werden und zieht von dannen oder hockt verärgert in der Ecke.

Max Honigbrod, der Mann mittlerster Generation, lebt zwar mehr in der Welt der Literatur als in der Realität, aber er hat vom Hofältesten Ludwig Honigbrod, Ingenieur und Pedant, diesen Brauch übernommen. Gemeinsam sorgt man dafür, dass das Stangen längen fleißig und sorgfältig betrieben wird. Doch dann und wann geschehen ereignisse, die auch ein so sortiertes und geregeltes Leben in den Strudel des Chaos ziehen können.

"So zogen sie dort ein, ein altes Kästchen, das schon immer dort gewohnt hatte, und ein neues Mädchen, das noch nie dort gewohnt hat."

Jasper ist sechs Jahre alt, als der Vater eines Tages ein Kind mit nach Hause bringt, dass nach Angaben der "Opis" (erwachsene Männer) ein Mädchen sein soll - so wie die Lene-Mama, die ab und an  -und das viel zu selten, vorbeischaut, und nach den Berechnugen von Jasper und Max in etwa 5 Jahre alt sein muss. Der Lauf von Dingen, vor denen Jasper bisher nicht nur behütet, sondern auch abgeschottet lebt, nimmt seinen Lauf.

Der Münchner Journalist und Schriftsteller Max Scharnigg hat den Bayerischen Kunstförderpreis zu recht verliehen bekommen, denn das, was er im Roman "Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau" abliefert ist für mich wahre Schriftssteller Kunst. So kreiert er das kleine Hofgut Pildau, in dem die Uhren so anders laufen, dass der Leser das Gefühl bekommt in eine andere Zeit, teilweise sogar eine andere Welt einzutauchen. Eine Welt, in der man nach Vorgaben von Schriftsstellern lebt und einen ganz eigenen Lebensrhythmus schafft. Und dennoch haben die Bewohner dort ganz eigene Kernkompetenzen entwickelt. So erziehen die beiden älteren Männer die zwei Kinder nach bestem Wissen und Gewissen. Inwieweit sich das positiv auswirkt, liegt ein wenig im Auge des Betrachters. Ein Perspektivwechsel ist hier durchaus hin und wieder angebracht.

"Wir zogen wild herum, niemand kannte uns, und nichts kannten wir, wir hatten nur die Bücher, die Reste des Hoflebens und die Straße."

Jasper und das Mädchen, das von Max sinniger Weise Lada getauft wurde, denn immerhin hat er es aus einem Lada gerettet, erleben diese Welt auf eigene Art und Weise und obwohl sie auch unterschiedlich damit umgehen, zeigt es deutlich, dass es etwas wie antrainiertes Verhalten gibt und viele Verhaltensmuster nichts mit dem Generbe der einzelnen Person zu tun haben.

"Die vorläufige Chronik des Himmels über Pildau" ist damit vor allem ein Roman übers Erwachsen werden. Oder besser gesagt übers aufwachsen und entwickeln. Jasper ist so naiv, weiß so wenig vom Leben außerhalb Pildaus und macht seine Erfahrungen auf die für Pildau ganz eigene und vor allem eigensinnige Art und Weise. Wir lernen aber nicht nur Jaspers Beweggründe dafür, warum er ist, wie er ist, kennen, sondern auch die von Max, Ludwig und Marlene. Der Autor gibt uns einen kleinen aber sehr intensiven und gewichtigen Einblick in das Leben jedes Charakters und öffnet uns damit ein Stück zu deren Seele.

"Jeder, der ein Buch liest, weiß wann die Geschichte zu Ende geht, die Finger, die das Buch halten, verraten es, und es war genau das problem, das ich mit dem Übergang von Tag und Nacht und Sommer und Winter hatte."

Max Scharnigg hat mir mit meinem seinem Roman "Die vorläufige Chronik des Himmels über Pildau" ein Kleinod beschert, das es auf die Liste meiner Herzensbücher geschafft hat. Voller Sprachgewalt, Tiefgang und kräftiger Poesie, beschreibt er das Leben in der Abgeschiedenheit von Pildau, wo alles seinen natürlichen Gang geht und sich damit von vielem distanziert, was in großen Gemeinschaften passiert. Von der Absurdität dessen, was passieren kann, wenn Menschen versuchen etwas nach ihren Vorstellungen zu kultivieren und den Bann des natürlichen Werdegangs brechen, um ihre eigenen Vorstellungen aufzuzwingen. Bedächtigkeit und Aufmerksamkeit sind für mich so gewichtig im Roman, wie das verfolgen eigener Träume. Und manchmal staune ich - ebenso wie die Honigbrods -, darüber, wie fernab die Realität von dem ist, was in Büchern passiert und das, wo Bücher doch alles wissen ...

Buchinfo:


Hoffmann und Campe (September 2013)
304 Seiten
19,99 €



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