[Statistik] Remember sweet September

Ich bin gerade selbst erstaunt über meine poetischen Ergüsse ... Grammatik darf im Rahmen der Poesie flexibel gestaltet werden ;)

"Sweet" ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber an für sich war mein September richtig toll. Das lag vor allem daran, dass ich Urlaub hatte. 2,5 Wochen lang. Der erste Urlaub seit langem. Er war dringend notwendig. Wie stressig es bei mir an der Arbeit war, habe ich euch ja bereits merhfach erzählt. es hat richtig gut getan mal durchatmen zu können, den Akku wieder aufzuladen und einfach mal abzuschalten. 1 Woche lang sind wir weg gefahren, haben bei viel Sonne eine schöne Zeit in Südtirol verbracht. Für Zuhause habe ich mitgenommen mich nicht mehr so viel zu stressen. Vor allem den Freizeitstress auch mal zu reduzieren. Mal "nein" zu sagen, mir Zeit für mich zu nehmen und die Dinge, die ich gerne tue bewusst genießen. Bisher funktioniert das erfreulicherweise ganz gut :)

Im September habe ich richtig viel gelesen. 12 Bücher, von denen zwei richtig dicke Schinken waren und sogar ein Englisches. Vor meinem Urlaub gab es hier einen Post, in dem ich euch dazu aufrufe mir Tipps zum englisch lesen zu geben. Ich bin selbst erstaunt wie gut das Lesen funktioniert hat :D Mit "Love Letter to the Dead" habe ich mir auch ein ganz tolles, leicht verständliches Buch rausgesucht und nach ein paar Seiten war ich schon so gut im Geschehen, dass ich richtig viel Spaß hatte. Nun überlege ich noch, ob ich mich vielleicht sogar traue eine Kurzrezi in Englisch zu verfassen.

Gelesene Bücher im September:

71) 5 Tage im April - C. Marzi 8 / 10
72) Love Letter to the Dead - A. Dellaira 9 / 10
73) Eine Liebe über dem Meer - J. Brockmole 9 / 10
74) Lost Souls Ltd. Blue Blue Eyes - A. Gabathuler 8 / 10 (Rezi)
75) Sehnsucht ist ein Notfall - S. Heinrich 8 / 10 (Rezi)
76) Bevor die Nacht geht - P. Spychalski 9 / 10 (Rezi)
77) Tango für einen Hund - S. Janesch 8 / 10 (Rezi)
78) Rabenschatten01: Das Lied des Blutes - A. Ryan 9 / 10 (Rezi)
79) Nur wer fällt, lernt fliegen - A. Gavalda 8 / 10 (Rezi)
80) Wo ein bisschen Zeit ist - E. Ostrovsky 9 / 10 (Rezi)
81) Das Haus am Alsterufer - M. Jary 10 / 10
82) Einer da oben hasst mich - H. Seamon 9 / 10 (Rezi)

Wieder mal ein Durchweg positiver Monat. Ich kann mich nur schwer entscheiden, welches mein Buch des Monats werden soll. In der engeren Auswahl stehen "Einer da oben hasst mich" und "Wo ein bisschen Zeit ist...". Hollis Seamon hat eine sehr berührende Geschichte geschrieben, in der er einen besonders tapferen Helden erschaffen hat, der mich sowohl zum Lachen, als auch zum Weinen gebracht hat. Ein Buch, das ich euch an dieser Stelle noch mal ans Herz legen möchte. Auf der anderen Seite steht "Wo ein bisschen Zeit ist...", das von einem jungen Autor geschrieben wurde, der mich sprachlich so überzeugt hat, dass ich jederzeit wieder ein Buch von ihm lesen würde (ich hoffe, er setzt seine Karriere fort). Dieses Buch löst jedoch kontroverse Meinungen bei den Lesern aus, da es sehr philosophisch ist. Da ich ihm aber viele weitere Leser gönnen würde, wäre es mir ein Anliegen dieses Buch mehr publik zu machen, auch wenn ich weiß, dass es sicher nicht jedermanns Geschmack ist. Leser, die dieses philosophisch besondere mögen, können hier jedoch einen wahren Schatz entdecken.
Das Rennen macht dann aber doch "Das Haus am Alsterufer", das zwar nicht so berührend ist, wie die beiden anderen Geschichten, das ich aber einfach unheimlich gern gelesen habe. Eine Zeitreise ins 20. Jahrhundert, die Zeiten des ersten Weltkrieges, der ich mich kaum entziehen konnte. Ein Buch, das mich wirklich, wirklich gut unterhalten hat.

Das waren die Aufgaben der Debütautorenchallenge im September:

1. Ein Debütroman mit mindestens zwei Menschen auf dem Cover
2. Ein Debütroman mit einem vorwiegend blauem Cover
3. Ein Debütroman aus dem Hause Droemer Knaur oder Goldmann

Folgende Debütromane habe ich gelesen:
"Sehnsucht ist ein Notfall"
"Rabenschatten 01: Das Lied des Blutes"
"Wo ein bisschen Zeit ist"
"Einer da oben hasst mich" (erfüllt Aufgabe 2)


Im Oktober möchte ich gerne mindestens genau so viele und am liebsten noch mehr Bücher lesen. Zum Glück gibt es wieder viele tolle Neuerscheinungen (mein SuB ist ja auch soooo klein ;)). Ganz besonders freue ich mich auf diese hier:

    Christie  Hodgen - Fünf Menschen, die mir fehlen Cinda  Williams Chima - Das Erbe der Krieger   Sonia  Laredo - Das Glück der Worte   Das Papierhaus   9783426281048 9783426304068  Augustas Garten  Was ich weiß von dir  Zeit zu gehen, Friday Brown 

Auf welche Bücher freut ihr euch ganz besonders im Oktober?
 
 



Wo ein bisschen Zeit ist ... / Emil Ostrovski

Wo ein bisschen Zeit ist ...
 
"Wie Daedalus wünsche ich mir sehnlichst, dass mein Sohn fliegt. Und wie Daedalus habe ich Angst, er könnte abstürzen."
 
Der 18-jährige Jack ist entsetzt, als er feststellen muss, dass seine Freundin Jess nicht wegen Bauchschmerzen im Krankenhaus ist, sondern dort - quasi vor seinen Augen - ein Kind zur Welt bringt. Sein Kind. Ein Kind, das überraschend und ungeplant entstanden ist - okay, die Sache, bei der das Kind entstanden ist war schon gewollt, aber eben ohne dieses Ergebnis. Und deswegen beschließt Jess das Baby zur Adoption frei zu geben. Jack will es vorher aber einmal schnell auf dem Arm halten. Nur einmal, ganz kurz. Und ehe er sich versieht läuft er mit dem Säugling davon.
 
"Was bestimmt denn unsere Handlungen, wenn nicht der Mensch, der wir in dem Augenblick vor dieser Handlung sind - dem Augenblick, in dem wir entscheiden, was wir tun?"
 
Jack, der sich schon immer für Philosophie interessiert, nennt den Kleinen, von dem er immer noch nicht glauben kann, dass es ihn gibt, Sokrates. Wie seinen verstorbenen Bruder, dem die Eltern gar keinen Namen gegeben haben, da er eigentlich nur ein kleines, künstlich befruchtetes Ei war, dass es nicht geschafft hat, sich auf der Welt einzunisten. So kommt das Gleichgewicht aus oder auch doch wieder ins Lot. Einer dringend gewollt, schafft es nicht, der Andere ungewollt, ist da und dann doch nicht da wo er hingehört. Fragen, die Jack beschäftigen. Ebenso wie viele andere. Philosophische Gedankengänge, die er seinem Sohn mitteilen möchte, bevor er sich von ihm verabschieden und ihn in ein neues Leben entlassen muss.
 
 
" 'Tommy', flüstere ich. 'Wenn der Plan fehlschlägt und der Bär dich, mich und Jess frisst, meinst du, dass er Sokrates dann adoptiert un dihn als Junges großzieht?' "
 
"Wo ein bisschen Zeit ist..." hat mich vom ersten Satz an gefangen genommen. Die Schreibe des jungen Amerikaners mit russischem Migrationshintergrund Emil Ostrovski, der mit gerade mal 23 ein hochwertiges Debüt vorgelegt hat, ist so grandios, dass ich bedingungslos alles lesen würde, was er schreibt. Hier und da habe ich gelesen, dass der philosophische Anteil einigen Lesern zu umfassenden ist, ich hingegen fand es richtig toll. Gedankengänge, die einen jungen Menschen mitunter beschäftigen. Gedanken über selbstbestimmtest Handeln, die Zeit, aber auch über zwischenmenschliche Beziehungen und Gedankengänge. Sprachlich sehr gut umgesetzt. Knackig, spritzig, witzig.
 
 
" 'Ach Josik', sagt sie, als ich fertig bin. 'Deine Kindheitsfreunde behälst du für immer, egal, wie alt du wirst, oder wo du hingehst. Sie gehören zu dir.' " 
 
Ich bin geradezu durchs Buch geflogen, habe Jack gern begleitet, auch wenn ich manchmal die Luft anhalten musste aufgrund dessen, was der kleine Sokrates im Alter von nur wenigen Stunden alles erlebt hat. Er, Jess und sein Kumpel Tommy erleben in dieser kurzen Zeit einen unglaublichen Schritt in Richtung Erwachsen werden und erkennen, was im Leben wichtig ist. "Wo ein bisschen Zeit ist..." hat mich mehr als überzeugt und ist mit seiner sehr charmanten Mischung aus Witz und Ernsthaftigkeit, hochwertiger und doch altersangepasster Sprache, und einigen wirklich berührenden Momenten, direkt auf meiner persönlichen Liste der besonderen Bücher gewandert. Ich hoffe sehr bald mehr Romane des jungen Autors Emil Ostrovski lesen zu können.
 
 

Buchinfo:

 
Fischer FJB (2014)
304 Seiten
16,99 €
Übersetzer: Thomas Gunkel
 
 


Nur wer fällt, lernt fliegen - Anna Gavalda

 
"Kinder, die gegen etwas Unsichtbares kämpfen, Kinder, die entwurzelt sind, die von morgens bis abends ständig die Luft anhalten und manchmal daran krepieren, ja, die am Ende absaufen, wenn niemand sie da rausfischt oder sie es allein nicht schaffen..."

Billie und Franck, in der Schule seit je her Außenseiter gewesen, in der Familie keinen Halt bekommen, finden sich. Es dauert ein Weilchen bis sie sich anfreunden, denn Freundschaft, ehrliche Gefühle, all das ist ihnen nur ansatzweiße bekannt. Billie, die bei ihrem Vater und dessen alkoholabhängiger Mutter lebt, keine Wärme und Nähe kennengelernt hat und diese deshalb fürchtet, und Franck, der anders ist, als sein Vater es sich gewünscht hat, der eine Enttäuschung ist für seinen alten Herrn und für den Lob und Anerkennung Fremdworte sind.
 
"Billie war dazu bestimmt, Schönes zu erschaffen, während so viele Menschen zuvor versucht hatten, ihr einzureden, dass sie darauf kein Recht hätte."

Ein zartes Band der Freundschaft entwickelt sich in der Schule, mit Schulabschluss geht man getrennte Wege, jeder landet irgendwie in seinem eigenen Sumpf. Doch man findet sich wieder. Entdeckt die zarten Bande, die schon mal Rettung in der Einsamkeit waren, wieder neu und verspricht zusammen zu bleiben. Ein Leben zu leben, das besser ist, als alles was man zuvor erlebt hat. Doch so einfach ist es nicht aus seiner Schublade herauszukriechen, Erfahrungen abzuschütteln und sich dem Kampf der eigenen erlernten Identität zu stellen. Vor allem für Billie eine große Herausforderung.

"Und genau darum hatte ich so viel Bammel: Jeder noch so kleine Windstoß warf mich um und drückte mich zu Boden. Und Franck war damals nicht robust genug, um bei mir erste Hilfe zu leisten. Darum gingen wir sehr vorsichtig miteinander um. Wir schätzten uns gegenseitig, aber wir klebten nicht zu sehr aneinander, um nicht noch mehr Unheil anzurichten."

Erzählt wird "Nur wer fällt, lernt fliegen" aus der Perspektive von Billie, die ihre Geschichte einem Stern vorträgt, während ihr Freund Franck verletzt in einer Felsspalte liegt, in die sie beide während einer gemeinsamen Bergtour hineingerutscht sind. Die erfolgreiche französische Autorin Anna Gavalda gibt ihrer Protagonistin eine authentische Stimme, mit der sie ihre bewegende Geschichte erzählt, die den Leser ganz sicher unter der Oberfläche trifft. Poetisch und barsch zugleich, so wie Billie und Franck es eben gewöhnt sind. Das Leben ist ein auf und ab, unter dem sie beide schon lange gelitten haben. Verwundet sind sie nicht erst seit ihrem Unfall. Die Narben die sie tragen, sind die Spuren von Missachtung, Misstrauen und mangelndem Selbstwertgefühl. Schicksale wie sie in der realen Welt geschehen, mit all ihren Kurz- und Spätfolgen.

"Aber weil er es war, weil ich es war und weil uns immer noch gelang, gemeinsam zu fliegen und uns in einem derart jämmerlichen Augenblick in der Luft zu treffen, stieg ich mit einem Bein über ihn hinweg und legte meinen gesunden Arm auf seinen Unterleib."

Mir hat "Nur wer fällt, lernt fliegen" sehr gut gefallen. Anna Gavalda bringt die Geschichte in ihrer Kürze auf den Punkt, lässt sich trotzdem ein bisschen Spielraum für Schnörkel, Träume und Hoffnungen und sticht dem Leser mit kurzen, prägnanten Lebenserfahrungen der Protagonisten unter die Haut. Ein sehr stimmiges Ende hat mich davon überzeugt, dass man beim Namen Gavalda immer beruhigt zugreifen kann.

Buchinfo:

 
Hanser (Juli 2014)
192 Seiten
18,90 €
Übersetzerin: Ina Kronenberger
 

Rabenschatten 01: Das Lied des Blutes / Anthony Ryan

Buchdeckel „978-3-608-93925-5

" 'Sie wollen euch in Helden verwandeln, damit ihr dem Familiennamen Ehre macht und sie sich in den Tavernen und Hurenhäusern eurer rühmen können. Vielleicht wollten sie sich aber auch nur ein unliebsames Balg vom Hals schaffen. Wie dem auch sei, vergesst sie! [...]' "

Sie sind noch jung, wenn sie in den Orden kommen. Junge Burschen, die ihre Vergangenheit hinter sich lassen, ihre Familien vergessen müssen. Niemand wird aufgrund seiner Herkunft bevorzugt. Jeder muss sich selbst beweisen, lernen und kämpfen. Prüfungen, in denen sie dem Tod entgegen sehen, um weiter in einem Orden verbleiben zu dürfen, in dem sie mit Schlägen und Härte erzogen werden. Einem Orden, der sich dem Glauben verpflichtet hat und in dem Jungs zu Männern heranwachsen, die einzig dazu leben im Kampf zu bestehen. Jungs, aus denen Waffen werden. Jeder auf seine eigene Art und Weise.

" ' Der Glaube ist die Quelle all unsrer Stärke, doch unsre Dienst am Glauben erfordert Stahl. Mit Stahl ehren wir Glauben. Stahl und Blut - das ist eure Zukunft. Habt ihr verstanden?' "

Einer von ihnen ist Vaelin Al Sorna, Sohn des Kriegsherrn des Königs. Heute ist er der größte Kämpfer seines Reiches und erzählt rückblickend seine Geschichte, die ihn zum Helden, zur Waffe und zum Feind machte. Der Leser begleitet ihn auf einem großen Teil seines Weges und erfährt wie er zu dem wurde, der er heute ist. Eine Geschichte, von Ruhm und Ehre, aber auch eine Geschichte in der die Sprache des Blutes zum Einsatz kommt und etliche Opfer fordert. Denn im Endeffekt sind alle Helden und Kämpfer, Herrscher und Gläubige nur einem ausgesetzt: den Spielen der Mächtigen und dem Wunsch danach mehr und mehr Macht zu erlangen.
" 'Oh, Geld hat er nicht gestohlen, sondern Macht. Macht ist eine furchtbar verlockende Sache, Vaelin. Aber um sie richtig einzusetzen, muss man sie genauso sehr hassen, wie man sie liebt. [...]' "

Das Fantasygenre ist ein schwieriger Bereich in der Literatur. Seine Leser sind entweder sehr kritisch oder sehr genügsam. Etwas dazwischen scheint es nicht zu geben. Ich selbst gehöre zu den sehr kritischen Lesern, die den wachsenden Stapel an Veröffentlichungen in diesem breit gefächerten Genre, das aus so vielen Unterkategorien besteht, skeptisch betrachten. Viele Geschichten, die zu einem Einheitsbrei werden und auch sprachlich nicht so sehr überzeugen, so dass ich mich aus diesem Genre schon zurückgezogen hatte. Doch dann kommt in diesem Herbst der Schotte Anthony Ryan mit einem fast 800 Seiten starken Debüt und nimmt mich vom ersten Moment an so gefangen, dass ich sofort wieder weiß, warum ich Fantasy so sehr mag. Das Facettenreichtum, das diesem Genre eine Grundlage bietet Geschichten voller Lebendigkeit, Fantasie, Hoffnung und Wünschen zu schreiben, in der jeder Leser den Weg zum Helden und Kämpfer gehen kann, indem er -wie in diesem Roman - in den Protagonisten hereinschlüpfen kann, ist wieder da. Epische Fantasy hat endlich einen neuen Helden gefunden. Sein Name ist Vaelin Al Sorna.
" 'Mein Volk hält den Raben für einen Vorboten der Veränderung. Wenn der Schatten eines Raben auf dein Herz fällt, wird sich dein Leben wandeln - ob zum Guten oder zum Schlechten, kann niemand sagen. Unser Wort für Rabe lautet Beral und das für Schatten Shak. Und du, Vaelin Al Sorna, Krieger im Dienste des Glaubens bist der Rabenschatten.' "

Anthony Ryan hat einen Roman kreiert, der von der ersten bis zur letzten Seite spannend ist. Es bleibt kaum Luft um durchzuatmen und trotzdem erschlägt einen das umfassende Werk nicht. Ganz im Gegenteil. Es beinhaltet nicht nur blutige Kampfszenen (davon aber auch ausreichend), sondern unterhält zudem mit einem eigenen sehr passenden Humor, ohne die Ernsthaftigkeit der Geschichte aus dem Auge zu verlieren. Es ist als lausche man tatsächlich dem Lied eines Barden oder der Geschichte eines jener Erzähler, die sich in einer Welt ähnlich dem Mittelalter auf den Marktplätzen herum getrieben haben. Lebendig könnte man den Erzählstil des Autors nennen, der Charaktere entworfen hat, die komplex und eigensinnig sind und dadurch schnell die Sympathien oder auch Antipathien der Leser gewinnen und sie so mitworken lassen in einer Geschichte, die spannender und geheimnisvoller kaum sein könnte.

Ein absolut empfehlenswerter Roman für all diejenigen, die das Genre epische Fantasy schon immer mochten. Dem es gelingen wird etliche Leser aus ihrem Fantasytief zu reißen und zu begeistern und der ein guter Start für all jene ist, die schon immer in dieses Genre einsteigen wollten.

Buchinfo:

Klett Cotta Hobbit Presse (September 2014)
775 Seiten
24,95 €
Originaltitel: Blood Song
Übersetzer: Sara und Hannes Riffel

Tango für einen Hund - Sabrina Janesch




"Frida und Ernesto. Mit uns hätte es so ein gutes Ende nehmen können. Zum Beispiel in Acapulco. An der Copacabana. Irgendwo. Aber statt einem guten Ende gab es eine fette Mehlexplosion in der Semmenbütteler Mühle. Und alles, alles, was ich für den Sommer geplant hatte, fuhr zur Hölle."

Ernesto ist 17. Mit 17 hat man seine eigenen Vorstellungen vom Leben. Seine eigenen Wünsche. Ganz vorn steht Frida. Das wird jetzt wohl nichts mehr, obwohl Ernesto sich heldenhafter für die schöne Klassenkameradin geopfert hat. Das Einzige was ihm davon übrig geblieben ist sind 200 Sozialstunden. Gemeinsam mit so einem alten Knacker der Gedichte schreibt. Sein eigener Film ist irgendwie misslungen, obwohl Filme eigentlich sein Spezialgebiet sind, weil er ja später mal Regisseur werden wird.

"Da war ich dann etwas weniger beeindruckt, damit kannte ich mich schließlich aus: Wenn man Ernesto heißt, ist man direkt weniger geschmeidig. Dann ist man eher verdruckst und steht zur Strafe dafür, dass man der Jüngste und der mit dem beknacktesten Namen ist, in der großen Pause mit den Freaks und den Intelligenten rum."

Schuld an allem sind ja irgendwie immer die Eltern. Die haben Ernesto schließlich diesen Beknackten Namen gegeben und waren nicht da, als dieser verrückte Verwandte aus Argentinien auftaucht. Im Gepäck einen Hund in der Größe eines Ponys, der keinerlei Rücksicht auf Ernestos traumatische Vorerfahrungen mit Hunden macht. Und nun soll er sich auch noch um das Riesenvieh kümmern. Kein Wunder, dass er dabei in den größten Schlamassel gerät.

" 'Pünktlich, pünktlich - joven, ist das Einzige, woran du denken kannst? Manchmal nimmt der Tango eine überraschende Wendung. Das ist der Rhythmus des Universums, joven. Den kann man nicht kontrollieren. Den muss man einfach mitgehen."

"Tango für einen Hund" ist der dritte Roman der preisgekrönten Autorin Sabrina Janesch, die sich schon mit ihrem Roman "Katzenberge" in meine persönliche Liste der Top Autoren geschrieben hat. Nach "Ambra" hat sie nun einen Roman verfasst, der sich deutlich von seinen Vorgängern abhebt und der trotzdem so gut ist, dass ich nie das Verlangen hatte darin nach dem Stil der Autorin zu suchen, sondern diese Art Roadmovie-Coming-of-Age-Geschichte in voller Gänze und Pracht auf mich wirken zu lassen.

" 'Bergeweise Schwierigkeiten. Nichts als Probleme. Ein Desaster nach dem anderen. Die besten drei Tage meines Lebens.' "

Es ist eine Geschichte vom sich selbst finden, von einer ganz besonderen Freundschaft und der Tatsache, dass es ziemlich viel Mut und Durchhaltevermögen bedarf, um "Karma-Millionär" zu werden, dass aber jeder in der Lage ist das zu schaffen. Sabrina Janesch schreibt -wie immer - großartig, findet Worte, die das Lesen zu einem Genuss machen und das sogar in bestem Dialekt. Ich bin beeindruckt wie mühelos sie in den Charakter des 17-jährigen Ernesto steigt, wie sie es trotz vieler, irgendwie "rotziger" und teilweise auch überdrehter Handlungen schafft den Leser ans Geschehen zu fesseln. Klitzekleine Kritik von meiner Seite - wobei ich mir nicht sicher bin, ob das an der Autorin oder mir als Leserin liegt - ich hatte manchmal das Gefühl eine Handlung verpasst oder nicht richtig verstanden zu haben. Sabrina Janesch hat mich dann aber so schnell wieder eingefangen mit ihren unglaublich sympathischen und charakterstarken Figuren, dass ich den Roman und glücklich und zufrieden beendet habe und ihn gern weiterempfehle an alle, die bereit sind durch die Pampa der Lüneburger Heider zu reiten und dort den rasantesten Sommer des Jahres zu erleben.

Buchinfo:


Aufbau (2014)
303 Seiten
19,95 €

Lost Souls Ltd. Blue Blue Eyes - Alice Gabathuler

Lost Souls Ltd.
 
"Die Organistaion kümmerte sich um die Unwissenden, um junge Menschen, deren Leben in Gefahr war. Die Seelen, die drohten verloren zu gehen, so wie Aydens Seele verloren gegangen war."

Kata ist entsetzt, als ihre Adoptiveltern beim Anschlag durch eine Autobombe ums Leben kommen. Nicht nur deren Körper, sondern auch die Welt der 18-jährigen liegen in Schutt und Asche. Sie hat sich nie so recht dazugehörig gefühlt, aber sie wollte die die Bennings auf keinen Fall unter diesen Umständen verlieren. Wie sollte es jetzt noch möglich sein Grundsteine für ein neues Leben zu setzen? Wo sollte sie die Kraft dafür nehmen?

"Es war, als gäbe es irgendwo in ihrer Seele eine Tür zu einer verborgenen Welt, in der ein Teil von ihr lebte, den sie nie kennengelernt hatte. Eine Weile schon versuchte Kata, diese Tür aufzustoßen. Sie wollte sich nicht länger fremd bleiben, aber irgendetwas verwehrte ihr den Zugang. Deshalb schottete sie sich ab und ließ so gut wie nie jemanden hinter ihre Maske blicken."

Das absurde an der Geschichte: man hat sie vorgewarnt. Ein junger Mann hat sie auf der Straße angesprochen. Hat ihr gesagt, dass sie in großer Gefahr sei und dass ein Anschlag auf ihre Adoptiveltern geplant sei. Woher wusste er das? Steckt er selbst dahinter? Oder wollte er sie nur warnen? ebenso wie der andere Typ, der sie angesprochen hatte und verhindern wollte, dass sie mit ihrem Patenonkel nach England reist, obwohl das schon immer das Land ihrer Träume gewesen ist. Wieviel Wahrheit steckt hinter Träumen und wieviel Wahrheit steckt hinter dem , was ihr der mysteriöse Junge, den sie einfach nicht mehr vergessen kann, erzählt hat?

So war es mit Raix. Er hatte ein Gefühl dafür, wem er vertrauen konnte, denn er hatte die Gabe, Menschen nicht nur von außen, sondern auch von innen zu sehen."

Lost Souls Ltd., so nennt sich eine Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Jugendliche zu beschützen, die ungewollt in eine Notlage geraten sind. Dahinter stecken junge Menschen, die selbst dunkle Geheimnisse haben, die sie hinter einer dicken Schutzschicht unter der Oberfläche verstecken. Egal ob Ayden, Raix oder Nathan, jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen und ist so geheimnisvoll, das es nur schwer ist, sich der Magie dieser Mysterien zu entziehen.

"Raix kannte niemanden, der so sehr auf der dunklen Seite lebte wie Nathan. Er tauchte in Schlunde, die ihn verschlangen. Wenn sie ihn wieder ausspuckten oder er aus ihnen hervorkroch, waren seine Augen kalt und leer und auf seinem Aufnahmegerät fanden sich neue Songs.

"Lost Souls Ltd. Blue Blue Eyes" ist mein erster Roman der Autorin Alice Gabathuler, von deren Bücher ich bisher schon so viel positives gehört habe. Neugierig geworden durch die Leseprobe des Verlags musste ich diesen Roman, der von so vielen Geheimnissen umgeben ist, unbedingt lesen. Mit einer Schreibe, die mir unglaublich gut gefällt, weil sie eine Mischung aus Mysterösem, Poetischem und Spannendem beinhaltet, hat sie einen Sog aufgebaut, dem ich mich nur schwer entziehen konnte. Der Einstieg in die Geschichte ist mir zwar etwas schwer gefallen, aber ich konnte schon recht schnell tiefer und tiefer in den Roman eindringen und habe mir am Ende nichts sehnlicher gewünscht als den zweiten Teil "Black Rain" hinterher zu lesen, auf dessen Veröffentlichung ich aber leider noch bis Oktober warten muss. Ganz viel Potential schlummert in diesem ersten Band, das der zweite noch besser werden wird und ich freue mich schon jetzt den extrem geheimnisvollen und sehr interessanten Protagonisten wieder zu begegnen und hoffentlich einen noch tieferen Einblick in ihre verwundeten Seelen zu bekommen.

Buchinfo:

 
Thienemann (Juli 2014)
288 Seiten
Broschiert
12,99 €
auch als eBook erhältlich
ab 12 Jahren
 

Einer da oben hasst mich - Hollis Seamon



" 'Ich habe das EDOHM-Syndrom. Es ist ein Akronym.' Viele wissen nicht, was ein Akronym ist, aber ich warte immer ein bisschen bevor ich sie aufkläre: 'Ich habe das Einer-Da-Oben-Hasst-Mich-Syndrom.' "

Richie ist 17-Jahre und seit einiger Zeit lebt er im Hospiz. Das ist der Bereich des Krankenhauses, in dem die Menschen untergebracht sind, die bald sterben werden. Egal, ob jung oder alt. Der Tod kennt keine Rücksicht. Auf ihn zu warten ist sterbenslangweilig. Doch was passiert schon lustiges in einem Hopsiz wo täglich Menschen darauf warten sich endgültig zu verabschieden? Außer einer langweiligen Harfenistin und dem ziemlich gleichbleibenden Tagesablauf ist die einzige Aufregung der schnelle Wechsel der Patienten. Deshalb nimmt Richie das jetzt mal selbst in die Hand und sorgt für Action. Gemeinsam mit Sylvie, ebenfalls Hospizpatientin, überlegt er sich einen Halloweenstreich, der nicht so gut ankommt, wie von ihm und Sylvie erwartet. Ab sofort hat man die beiden als Rebellen der Station auf dem Kieker.

"Plötzlich bin ich jemand, um den sich die Frauen reißen. Deswegen ist es ja so cool, am Leben zu sein, egal unter welchen Bedingungen. Überall lauern Überraschungen, man weiß nie, was als Nächstes kommt."

Das hält Richie jedoch nicht davon ab, sich auf das nächste Abenteuer einzulassen. Von den Pflegern und Eltern als Dummheit bezeichnet, ist es für ihn die erste Möglichkeit seit langem mal wieder zu spüren, dass er noch lebt, dass er eben noch nicht bereit ist, dem Tod klein beizugeben. Nicht so kurz vor seinem 18 Geburtstag. Nicht so kurz davor erwachsen zu werden. Der Krebs, der ihn schon seit einer Weile befallen hat, stellt ihm eine Menge Hindernisse in den Weg. Doch Richies Willen ist stark. Vor allem seit Sylvie den Wunsch geäußert hat sich von ihm entjungfern zu lassen. Mann, diesen Wunsch kann er ihr doch nicht abschlagen, oder?

"Mein Herz klopft bis zum Hals, und ich spüre, dass ihr Herz das Gleiche tut. Kaum zu fassen: Gleichklang!"

Tod und Krankheit ist derzeit scheinbar ein gefragtes Thema im Jugendbuchbereich. Sozusagen "in". Klingt ein wenig makaber, ist aber eben auch eine Möglichkeit sich mit diesem Thema, das schwer auf den Herzen von Betroffenen und nicht Betroffenen lastet, auseinanderzusetzen. Es ist vielleicht gerade leicht auf diesen Zug aufzuspringen, leicht damit Geld zu verdienen, aber ich finde es unheimlich mutig diesen Schritt überhaupt zu wagen, denn mit Sicherheit schaut gerade jeder genau hin, wie die Geschichte umgesetzt wurde. Hollis Seamon ist das auf ganz großartige Weise gelungen. Sie selbst hat jahrelang ihren kranken Sohn gepflegt, weiß also wovon sie spricht, wenn bspw die Atmosphäre des Krankenhauses beschreibt. Weiß, dass die Pfleger dort kein einfaches Los haben und über eine "gesunde" Mischung aus Mitgefühl und Abgestumpftheit verfügen müssen, um solche Schicksale ertragen zu können. Ich könnte mir dies nicht täglich ansehen und ich könnte auch nicht immer darüber lesen.

" 'Beten? Gute Frage. Vielleicht sollte ich es tun, aber anders als viele andere hier kann ich mir nicht vorstellen, dass Gott mir sein Ohr leiht. Ich meine, sieh doch nur, wo ich arbeite! Ich wüsste ja nicht mal, für wen ich zuerst beten sollte.' "

"Einer da oben hasst mich" habe ich dennoch sehr, sehr gern gelesen. Ich bin förmlich durchs Buch geflogen, das so realistisch und echt geschrieben wurde. Das nichts beschönigt und die schrecklichen Seiten einer Krankheit, die tödlich enden kann, darstellt. Aber eben auch den Wunsch der Patienten, das Leben bis in den kleinsten Atemzug zu genießen. Und wenn es der Letzte ist. Protagonist Richie ist der Debütautorin einfach nur richtig gut gelungen. Ein Teenager durch und durch, der sich eben damit beschäftigt, womit sich andere in seinem Alter auch beschäftigen. Der es dem Tod nicht leicht machen will und der einfach nur leben möchte. Gänsehaut und Tränen bleiben bei diesem Buch nicht aus, aber auch Lacher, denn Richie ist ein prima Kerl und die Autorin hat einen guten Humor und nutzt statt Kitsch lieber Lässigkeit. Denn trotz allem Leid, was Richie und all den anderen auf der Hospizstation widerfährt, dreht sich die Erde unentwegt weiter.

" '[...]Sie will jede einzelne Sekunde auskosten, die ihr bleibt. Sie glaubt, dass sie wieder gesund wird. Sie will leben. Sie ist stärker als jeder andere hier. Und süß ist sie ganz und gar nicht. Sie ist eine Powerfrau!' "

Ein Buch, das ich euch allen unbedingt ans Herzen legen möchte. Witzig, äußerst charmant, vollgepackt mit Pubertätskram in lockerer Schreibe, ein Buch, das Mitgefühl weckt, das traurig macht und uns daran erinnert jeden Tag die kleinen und großen Momente des Glücks zu genießen.

Buchinfo:


cbt (Mai 2014)
HC mit Schutzumschlag
256 Seiten
14,99 €
Originaltitel: Somebody Up There Hates Me
Übersetzerin: Edith Beleites

Bevor die Nacht geht / Patrycja Spychalski



" 'Ich habe dich angesprochen, weil ich wusste, dass wenn ich es nicht tue, werde ich es bereuen.' "

Kim ist in der S-Bahn unterwegs, als sie diesen Jungen sieht, der ihr gegenüber sitzt. Ganz in Gedanken versunken, so dass ihn der Halt der U-Bahn so überrascht, dass er hektisch wird und Kim die Angst befällt, er könne plötzlich verschwinden. Ihr Bauchgefühl veranlasst sie dazu ihn anzutippen. Eine richtige Entscheidung, denn Jacob verbringt seinen letzten Tag in Berlin, der Stadt in der er geboren wurde, die er aber nie so richtig kennen gelernt hat, weil er sich dort nicht heimisch fühlt. Für Kim Grund genug ihn an ihre Lieblingsorte mitzunehmen, denn sie fühlt sich dort wohl, ist ein Teil dieser Stadt die so viele unterschiedliche Facetten hat.

"Ich bin viel in der Gegend unterwegs, einfach weil ich es zu Hause nur ein paar Stunden lang aushalte. Dann muss ich immer an die frische Luft, und wenn meine Freunde nicht können, weil sie dem Familienleben nachgehen müssen oder Mama sie zum Mathelernen nötigt, latsche ich alleine durch die Gegend und lasse mir vom Wind den Kopf freipusten."

Kim und Jacob kommen aus ganz unterschiedlichen Familien. Kim ist Tochter eines alleinerziehenden Vaters, gekränkt durch den Weggang der Mutter, oft sich selbst überlassen. Jacob kommt aus einer Familie in der alles stark kontrolliert wird, in der alle drei Kinder überbehütet sind und doch fühlt er sich als der mittlerste von drei Jungs irgendwie fehl am Platz. Ein Gefühl, das auch Kim kennt. Obwohl sie aus unterschiedlichen Familienverhältnissen stammen, bemerken sie, dass sie sie sich im Inneren, in ihrer Seele doch sehr ähnlich sind. Auf einer Wellenlänge liegen und sich eher ergänzen als abstoßen. Eine Woge der Freundschaft erfasst sie schon nach wenigen Stunden und sorgt dafür, dass sie sich nur schwer trennen können. Doch allzu lange Zeit bleibt nicht mehr, denn Jacobs Flieger geht am Morgen. Sein Flieger in ein anderes Land, ein anderes Leben.

"Bloß, ich habe es mir nicht ausgesucht - meine Familie, die zu nett ist, um sich ernsthaft zu beschweren, meine Lebensumstände, die so durchschnittlich bequem sind, dass ich mich eigentlich schäme, über sie zu reden. Deshalb muss ich auch weg. Nicht, um meinen Eltern eins auszuwischen, sondern um mir selbst zu beweisen, dass auch ein anderes Leben möglich ist."

Ich liebe die Grundidee des Buches!! Einen fremden Menschen sehen, spüren, dass da irgendwas zwischen ihm und mir ist, mutig genug sein diesem Gefühl nachzugehen, und ohne an irgendetwas anderes denken zu müssen einfach dem Leben seinen Lauf lassen. Genau so machen es Kim und Jacob, die eine aufregende Zeit miteinander verbringen. Immer im Wechsel erzählt Autorin Patrycja Spychalski, die sich schon mit ihren Vorgängerromanen in mein Herz geschrieben hat, aus der Sicht der beiden Protagonisten, gibt ihnen jeweils einen eigenen Charakter und verbindet beide mit jedem Kapitel mehr und mehr, so dass die wachsenden Sympathien zwischen den beiden Jugendlichen deutlich spürbar sind.

" '[...] Da habe ich zum ersten Mal darüber nachgedacht wie stark scheinbar die Seele das Aussehen verändert.' "

Ich würde am liebsten hineinspringen in diese Geschichte. In die Rolle von Kim oder Jacob, denn es ist ein Hauch von Freiheit, den die beiden erleben. Ein Tag, eine Nacht voller Tatendrang, in der sie ihren Gefühlen freien Lauf lassen können, in der sie machen, wonach ihnen gerade der Kopf steht. Ein Tag, eine Nacht, wie jeder sie mal erleben sollte, denn sie lässt uns das Leben bis in jede Faser spüren.

Buchinfo:


cbt (Juli 2014)
288 Seiten
Paperback, Klappenbroschur
14,99 €

Sehnsucht ist ein Notfall - Sabine Heinrich



"Der erste Januar gilt gemeinhin als Zäsur: Man kann eine Diät beginnen, mit dem Rauchen aufhören oder den Opa abschießen."

Das alte Jahr endet mit einem Schock. Oma will sich von Opa trennen. Und das nachdem sie nun schon eine Ewigkeit verheiratet sind. Eine Ewigkeit, die für Oma scheinbar noch ewiger wirkt, als für Eva, die bei den Großeltern aufgewachsen ist und sich dort immer sicher und geborgen gefühlt hat. Zu ihr war Opa auch immer nett. Oma hingegen muss schon lange mit seinen Psychospielchen auskommen. Jetzt ist Schluss damit. Oma will in eine eigene Wohnung ziehen, ganz egal, ob die Rente gering ist, Opa ihr keinen Haushaltsgegenstand gönnt und sie von ihren Klamotten abgrenzt, irgendwann ist der Zeitpunkt einfach gekommen, an dem Oma auch mal leben möchte.

" 'Süße, ein Handy ist für den Notfall da.' 'Johannes, Sehnsucht ist ein Notfall.' "

Irgendwie sind so Trennungsgeschichten ja ansteckend und führen häufig dazu, dass der ein oder andere sich Hals über Kopf von seinem Partner trennt oder zumindest mal darüber nachdenkt. So erwischt es auch Eva, die sich in der langjährigen Beziehung mit Johannes zwar eigentlich wohlfühlt, aber eben doch nicht mehr diese kribbelnde Leidenschaft spürt, die am Anfang zwischen ihnen war. Als der sehr charmante und extrem gut aussehende Tobias ihr ein unmoralisches Angebot macht, steht ihre Beziehungswelt plötzlich Kopf. Und auf einmal ist gar nichts mehr sicher und Eva stellt sich die Frage, in welche Richtung ihr Leben denn nun gehen soll.

"Der Fußboden in der Küche ist kalt, aber er gibt mir jetzt Sicherheit. Mein Atem wird flach, ruhiger. Meine Lider sind vom Weinen ganz schwer."

"Sehnsucht ist ein Notfall" ist für mich einer der überraschendsten Romane des Jahres. Hatte ich von Radiomoderatorin Sabine Heinrich allenfalls gute Unterhaltung erwartet, hat sie mich mit zusätzlich auch noch mit tiefgründigen Gedanken und sehr liebenswerten Protaginsten begeistert. Vor allem Oma ist mir sehr ans Herz gewachsen und hat dafür gesorgt, dass ich hier und da kleine Gänsehautanflüge bekommen habe. Mit Leichtigkeit erzählt Sabine Heinrich in ihrem Debüt über die Schwere den richtigen Weg im Leben einzuschlagen. Gedanken, die nicht nur junge Menschen beschäftigen, sondern eben auch älteren das Gemüt schwer machen können. Ihr unerwartetes Ende verdeutlicht, dass dies unser Leben lang ein dynamischer Prozess ist, der uns in Gang hält, für Aufregung sorgen kann, aber eben auch für Lethargie. Das es Mut braucht neue Schritte zu gehen, die immer auch von Risiko begleitet werden. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt oder besser gesagt: wer nicht wagt, der nicht lebt.

" 'Warum müssen wir denn überhaupt sagen, dass wir abhauen?' 'Weil wir vermisst werden wollen', sagt Oma und schaut dabei aus dem Beifahrerfenster."

Buchinfo:


Kiepenheuer & Witsch (März 2014)
Klappenbroschur
288 Seiten
14,99 €







Der Tag, an dem ich fliegen lernte - Stefanie Kremser



"Das Leben, dieser beruhigend gleichmäßige Taktgeber, hatte sich innerhalb weniger Wochen in eine teilchenteilende Zentrifuge verwandelt, in der nichts Festes mehr im Flüssigen schwamm."

Aza und Paul sind jung und haben große Pläne, doch es gibt da etwas das ihnen einen Strich durch die Rechnung macht: Azas Schwangerschaft. Als die gerade Neugeborene Luisa im Krankenhaus durchs offene Fenster geflogen kommt und dort von einem Engländer gerettet wird, der sich ihr von nun an verbunden fühlt, jedoch nicht bemerkt, dass die Kindsmutter währenddessen das Weite sucht, weiß keiner mehr zu sagen, ob dies mit Absicht geschehen ist, oder wie so vieles in Luisas Leben, eine Fügung des Schicksals. Paul, dem immer noch sehr schwer ums Herz ist, weil er den Verlust der schönen Brasilianerin Aza nicht verkraften kann, nimmt sich dem kleinen Mädchen an.

"Der Mut des Augenblicks ist im Nachhinein oftmals gewagter, als er sich während seines Geschehens anfühlte. und mir zittern bei der Erinnerung heute noch die Knie."

Schon schnell erkennen sie: zusammen schaffen sie auch schwere Hürden. Denn es ist natürlich wichtig eine Mama zu haben, aber ebenso wichtig ist es Menschen zu haben, die einen lieben, Rückhalt und Kraft geben. Kann Luisa ja auch nichts für, dass es eben jene, ein klein wenig eigensinnige Freunde ihres Vaters sind, die sich zur Aufgabe gemacht haben sie auf ihre eigene Art zu unterstützen. Egal ob der rohe Fergus mit dem weichen Kern, Max der Künstler oder die Frauen, die gerne Pauls Herz erobert hätten, in dem jedoch bisher nie für andere Frauen Platz war, als für Luisa und die wunderschöne Aza.


"So kam es, dass ich wieder einmal mehrere Dinge auf einmal erfuhr: dass man lachen konnte, obwohl einem zum Weinen zumute war, und dass das irgendwie zu tun hatte mit Verzeihen, obwohl es weh tat."

Die Gelegenheit kommt: Paul hat die Möglichkeit Aza wiederzusehen, Luisa ihre Wurzeln kennen zu lernen. Ein Roadtrip in die Vergangenheit beginnt. Eine ganz skurrile, in der Bayern und Brasilien, Kriege und Regenwald, auf die für das Schicksal typische eigensinnige Art und Weise miteinander verbunden sind. Ohne es zu merken unterliegt auch der Leser der Faszination von Luisas Identität und der Lebendigkeit Brasiliens, das farbenprächtig wirkt, multikulti, schillernd, aber eben auch sehr pragmatisch funktional.

"Heute weiß ich, dass die Erinnerung so viele Fassungen haben kann, wie unsere Wünsche es vorgeben - vorausgesetzt man besitzt die nötige Vorstellungskraft."

Stefanie Kremser hat meine Erwartungen gewaltig übertroffen, denn ihr Roman steckt voller Überraschungen unterschiedlichster Art, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Sprachlich unterhält sie auf ganz hohem Niveau. Hat eine poetische Schreibe, die trotzdem von ungewöhnlicher Leichtigkeit ist. Schlau und tiefgründig, so dass ich mir sehr viele Sätze rausgeschrieben habe, einfach um sie ab und an mal nachlesen zu können und selbst mal wieder das Leben aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Inhaltlich beschäftigt sie sich mit dem Thema Identität. Selbst Kind von Eltern aus unterschiedlichen Kulturen, hat sie von klein an verschiedene Länder bereist und bewohnt, weiß also wovon sie spricht, wenn sie dem Leser bemerkbar macht, dass es gar nicht immer so graviernde Unterschiede zwischen den verschiedenen Kulturen gibt und auch die Möglichkeit besteht aus allem Positives rauszupicken und zusammen zu suchen. Manchmal scheint es auch gar nicht so verkehrt, wenn man seine Herkunft nicht kennt. Die Chance sich eine ganz eigene Identität zu schaffen, ohne den Balast der Ahnen zu tragen oder in einer bereits ausgefahrenen Spur bleiben zu müssen, erscheint mir gar nicht so unübel ...

"Denn mit jenem Wurf aus dem Fenster wurde ich befreit, noch bevor ich wusste, wohin man mich herausgepresst hatte, wer mich erwartete, wie man mich nennen würde und in welcher Muttersprache."

Buchinfo:


Kiepenheuer & Witsch (August 2014)
Hardcover mit Schutzumschlag
304 Seiten
19, 99 €


Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte - Crystal Chan



"Großvater hörte an dem Tag auf zu sprechen, an dem er meinen Bruder John tötete."

John ist 5 Jahre alt, als er stirbt. Er sprang von einer Klippe, versuchte zu fliegen. Schuld daran ist Großvater, denn der hat ihm den Spitznamen "Bird" gegeben. Bird, das kleine muntere Vögelchen. Die Geister seines Namens haben sich ihm angenommen und ihn dazu gebracht fliegen zu wollen. Genau an dem Tag, als Jewel geboren wurde. Das freudige Ereignis steht seitdem immer unter dem Schatten, der schweren Last, dessen, was an dem Tag mit Bird passierte. Immer liegen die Gedanken an ihn oben auf, so dass Jewel nicht dazu kommt mal Oberhand zu gewinnen. Erdrückt wird sie von Bird und seinem Tod. Und auch der Rest der Familie vergisst seitdem zu leben.

"Wo war all diese Freude geblieben, und wohin ging sie, wenn sie deine Familie verließ? Zog sie weiter zu einer anderen Familie, versickerte sie in der Erde oder löste sie sich in Luft auf, so wie Atemwolken im Winter? Und wenn sie nicht einfach verschwand, warum war dann nichts für mich übrig?"

Jewels Familie versinkt so sehr in Trauer, dass sie Jewel zu übersehen scheinen. Das Mädchen steht ganz alleine da mit Trauer, Sorgen und all den Dingen, die ihr in der Welt passieren. Sie kennt ihre Familie nicht richtig, weiß nichts über die Zeit vor Johns Tod. Wer ist der Mann, der sich Großvater nennt und kein Wort spricht? Jewels Eltern haben über all die Trauer verlernt die schönen Dinge des Lebens zu erkennen und vor allem haben sie verlernt zu lieben. Jewel, ihren Ehepartner und sich selbst.

"Man hätte fast meinen können, wir hätten Angst vor Worten. Sie hingen unausgesprochen in der Luft und wenn sie merkten, dass sie nicht gebraucht wurden, schrumpelten sie in sich zusammen und starben."

Jewel muss allein klar kommen und Krisenkompetenzen entwickeln. Ihre Helfer in der Trauer sind Steine. Ihnen vertraut sie ihre Sorgen und Wünsche an, doch dann taucht ein Junge auf, der nicht nur interessant aussieht, sondern auch noch den Namen ihres verstorbenen Bruders trägt. Das kann einfach kein Zufall sein, denn schließlich sagt der Vater ja immer, dass es im Leben keine Zufälle gibt.



"Die Partner in einem Doppelsystem veränderten einander für die Ewigkeit, genauso wie Bird mich verändert hatte und dann Eugene und Großvater und wahrscheinlich noch viele weitere Menschen in der Zukunft, die ich noch gar nicht kennengelernt hatte."

Im Roman spielen Geister eine große Rolle. Jewels Ahnen stammen von Jamaica, wo man an gute und böse Geister glaubt. Der Vater hält an diesem Glauben fest, versucht die Familie vor bösen Geistern, den "Duppys" zu schützen. Seit Birds Tod mehr denn je. Geister können viele Gesichter haben und auf vielerlei Weise Einfluss nehmen. Die Geister der Vergangenheit belasten Jewels Familie am meisten. Sie spuken in den Köpfen von Großvater und Jewels Eltern herum, stellen immer wieder die Frage, warum solch schreckliche Dinge wie Birds Tod überhaupt geschehen, machen Vorwürfe und Schuldzuweisungen, und lassen dabei überhaupt keinen Raum für Menschen und Erlebnisse der Gegenwart. Zum Glück erkennt Jewel, dass es an der Zeit ist gegen diese Geister anzukämpfen.

"Ich hatte Großvater nie wirklich als Menschen mit Gefühlen gesehen - er war ja immer so still, also hatte ich wohl angenommen, dass es sich mit seinem Herzen ebenso verhielt. Aber offenbar hatte ich mich da geirrt."

"Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte" ist der sehr berührende Debütroman der Autorin Crystal Chan, die über die Magie des Schicksals schreibt und dabei selbst zu einer Magierin wird, indem sie all ihre Leser mit wundervollen Worten verzaubert. Erzählt wird aus der Perspektive der zwölfjährigen Jewel, die einen ganz eigenen, sehr klugen Blick auf die Welt, ihr eigenes Universum hat, und die mit ihrer Herzlichkeit in diesem Sommer ganze Scharen Leser begeistert hat. Mit ihrer natürlichen Art hat sie etliche Leserherzen im Flug erobert. Man hat Mitleid mit ihr, bewundert sie aber für all den Mut, den sie in ihrer Situation aufbringt. Sich eben den Geistern zu stellen, nicht aufzugeben und das einzufordern, was ihr zusteht: Liebe und Aufmerksamkeit.

"Papa sagte immer, dass Regenbogenspaziergänge nährten die Seele, genauso wie die Blumen und die Flüsse."

Nicht nur Crystal Chan ist Debütantin, sondern auch der Verlag, der ihre wundervolle Geschichte veröffentlicht hat. Magellan - der Verlag mit dem Wal hat dieses Herzenswerk über Tod, Liebe, Freundschaft und Verlust in ein Gewand verpackt, dass perfekt dazu passt. Bunt, herzlich und liebevoll gestaltet wird es somit auch optisch zu einem Highlight, das in jedem Bücherregal stehen sollte.

Buchinfo:


Hardcover
ab 11 Jahren
304 Seiten
14,95 €
Übersetzerin: Sandra Knuffinke und Jessika Komina

Der Wald der träumenden Geschichten / Malcolm McNeill

Der Wald der träumenden Geschichten

" Sie wollten einen unversehrten Menschen voller Träume um sich haben. Jemanden, der die Träume in ihr eigenes Leben zurücktragen konnte."

Max ist noch ein Junge, als er von Forbes, dem Mann mit der Hakenhand, und seiner Frau Alice adoptiert wird. Niemand sonst wollte ihn haben, denn irgendwie wirkte er schon immer ein bisschen sonderbar. Der Junge, der kleine Kobold, der plötzlich einfach so auftauchte. Es geht ihm gut bei seinen Pflegeeltern, doch irgendetwas zieht an ihm, lässt ihn nicht zur Ruhe kommen. Es ist die Sehnsucht nach seinen richtigen Eltern. Seinen immerwährenden Eltern, die sicherlich ihre Gründe dafür hatten, ihn verlassen zu müssen. In seiner Fantasie erdenkt er sich etliche solcher Gründe, bis er eines Tages einer Idee nachgeht, die ihn nicht mehr loslässt. Und plötzlich befindet er sich in einem Abenteuer ungeahnten Ausmaßes.

" 'Beim Lesen', raunte der Mann, 'erfährst du, wer du wirklich bist. Du findest Spuren von dir selbst, Teile, von denen du zuerst nichts geahnt hast.' "

Eine Bibliothek ist es, die Max dazu bringt sich auf die Reise zu begeben. Lesen, neue Geschichten erleben, das ist es, was den Reisegeist in Max weckt. Die Unruhe in ihm erst richtig entflammt. Max erfährt das, was vielen Lesern passiert. Die Fantasie beflügelt ihn so sehr, dass er lieber seine Träume ausleben möchte.

"Gibt es womöglich andere Welten, die nicht real sind?, fragte er sich. Was meinen die Leute damit, wenn sie jemanden auffordern, 'in der Realität' zu leben? Das setzt doch voraus, dass es noch etwas anderes als die Realität gibt, oder nicht?"

Realität und Wirklichkeit verschwimmen. Nicht nur für Max, sondern für uns Alle. Träume, Sehnsüchte, Hoffnungen. Der Wunsch nach Veränderungen, nach Abenteuern. Aber auch danach Hoffnungen erfüllen zu können. Ängsten begegnen zu können und diese mutig zu bekämpfen. Ängste wie vergessen zu werden oder jemanden vermissen zu müssen. Wie gut würde es vielen Menschen tun, würden sie ihren Träumen etwas mehr Raum lassen. Ihre Fantasie wieder in Gang bringen und dieser die Möglichkeit lassen sich frei zu entfalten. Menschen wollen immer alles erklären, aber es gibt Dinge, die kann man nicht erklären. Das Schicksal schlägt manchmal eine Weg ein, der nicht nachvollziehbar ist und das ist auch gut so.


"Sie lebten in separaten Welten; glitten lautlos aneinander vorüber wie Raumschiffe, und zwischen ihnen war nur noch Kälte und leerer Raum."

"Der Wald der träumenden Geschichten" ist ein unglaubliches, ein grandioses Debüt eines Engländers, der schon viele Träume verwirklicht hat und sich scheinbar von seinen Sehnsüchten immer wieder in Bewegung hat bringen lassen. Es ist manchmal wirklich schwierig sich selbst zu finden und noch schwieriger sich selbst dabei nicht zu verlieren. Dennoch kann man nicht immer nur versuchen über alles die Kontrolle zu behalten und wie farblos wäre die Welt ohne Träume und Fantasie. Genau das stellt Malcolm McNeill in beeindruckender Weise dar, in einem Buch, das für Kinder geschrieben ist. Die Menschen, die sich selbst noch Raum geben für Träume, Hoffnungen und auch für Fantasie. Ein Buch, das man ruhig mehrmals lesen kann, da es nicht nur in der Handlung, sondern auch zwischen den Zeilen, so viel zu entdecken gibt. Ein Buch für Alle, die noch Träume und Hoffnungen haben, die sich öffnen können für Fantasie und Märchen und deren Geist gerne mal auf Reisen geht. Ein Buch, das mich unterhalten, aber auch berühren konnte.

"Menschen verschwanden aus der Welt. Doch sie verschwanden nicht füreinander."

Buchinfo:


Fischer KJB (August 2014)
544 Seiten
16,99 €
Übersetzerin: Sibylle Schmidt

hier kaufen

ACHTUNG:

Gemeinsam mit Bianca von Literatwo habe ich am literarischen Lagerfeuer gesessen. Dort haben wir uns über "Der Wald der träumenden Geschichten" unterhalten. Was wir dazu zu sagen haben, könnt ihr >hier< nachlesen.

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