22.04.15

Lieber jetzt als irgendwann - Lauren Graham



Frances Banks ist chaotisch, antriebslos und nicht gerade auf dem besten Weg ihren Traum von der Schauspielerei zu erfüllen. Schuld daran ist mangelndes Selbstbewusstsein, eine Vorliebe für Gutes, aber eben Reichhaltiges Essen und die Schwierigkeit den Tag schon am frühen Morgen zu beginnen.

Doch dann gibt es dieses peinliche Vorsprechen, bei dem man - falls man einen guten Blickwinkel hatte - ihren Po sehen konnte, der für die Filmbranche etwas zu üppig zu sein scheint, beim männlichen Publikum dann aber doch ganz gut ankommt. Plötzlich geht ein Ruck durch Frannys Leben. Gleich zwei Agenten möchten sie unter Vertrag nehmen und der gut aussehende Klassenkamerad aus dem Schauspiel Unterricht macht ihr Avancen. Doch oftmals sind die Dinge, die man immer für perfekt gehalten hat, gar nicht die, die einen wirklich glücklich machen ...

Lauren Graham ist im Schriftstellergewerbe noch ein Neuling, aber vielen Leserinnen sicherlich schon seit Jahren bekannt. Als chaotische und flippige Lorelay Gilmore hat sie sich dank der Serie "Gilmore Girls" in die Herzen vieler Zuschauerinnen und Zuschauer gespielt. Nach dem Absetzen der Serie ist sie sicher nicht nur von mir, sondern gewiss auch von vielen anderen Fans der Serie schmerzlich vermisst worden. Sie nun in gedruckter Form wieder zu treffen, hat mich sehr gefreut.

Durch Lauren Grahams Bekanntheitsgrad werden hohe Anforderungen an sie und ihren Debütroman gestellt. Ich bin sicher nicht die Einzige, die gehofft hat ein bisschen Lorelay Gilmore im Roman zu finden. Die Angst vor Enttäuschungen ein Begleiter, immer dann, wenn ich das Buch ansah. Doch dann begann ich zu lesen und stellte fest, dass Lauren Graham auf ihre ganz eigen Art begeistern kann, ohne Lorelay Gilmore sein zu müssen.

Weder in der Figur Frances, noch im Erzählton konnte ich Lorelay wieder entdecken, aber ich glaube, das eine ordentliche Portion Lauren in ihr steckt. Mit viel Herzlichkeit hat die New Yorkerin eine Geschichte kreiert, die sicherlich in einigen Punkten an ihre eigenen Erfahrungen mit dem Filmbusiness angelehnt sind.

Die Geschichte ist witzig und hat mich häufig zum Schmunzeln gebracht. Frances ist eine Figur, mit der sich Leserinnen leicht identifizieren können und die einem auf Anhieb sympathisch ist. Mit ihrer lockeren Art und dem leichten Erzählton, der sehr gut in den sonnigen Frühling passt, hat sie mich gut unterhalten. Über einige kleine Schwächen und Längen konnte ich gut hinwegsehen.

Buchinfo:


FISCHER Taschenbuch (2015)
432 Seiten
9,99 €
Originaltitel: Someday, Someday, Maybe
Übersetzung: Susanne Goga-Klinkenberg

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