13.11.15

[Freitagsspecial] 39 Blogfragen für Blogger

Entdeckt habe ich diese Fragen, die ein bisschen weiter über den Tellerrand blicken, als die Tags, die ich bisher zum Thema bloggen gelesen habe, bei Buchkolumne. Entwickelt hat sie jedoch der sympathische Stefan Mesch.

Das Lieblingsbuch meiner Mutter:
Atemübungen“ von Anne Tyler. Ich selbst habe erst in diesem Jahr Bekanntschaft mit Anne Tylers Schreibkünsten gemacht, als ich ihren Roman„Der blaue Faden“ gelesen habe. Er hat mir so gut gefallen, dass ich alle Anne Tyler Bücher meiner Mutter mit zu mir genommen habe. Gelesen habe ich sie bisher aber noch nicht.

Das Lieblingsbuch meines Vaters:
In der Arbeit mit meinem Pferd Dark Pepper
profitiere ich von H. Boldts Tipps
Mein Vater liest nur Sachbücher. Meistens über Pferdesport – die große Passion unserer Familie. Häufig durchgeblättert, in der Praxis getestet und viel empfohlen „Das Dressurpferd“ von Harry Boldt.

Ich führe einen typischen Buchblog, weil…
die Mehrzahl der Posts Rezensionen sind und ich den Austausch über gelesenes, meine Lesesucht und Bücherleidenschaft liebe.

Ich bin anders als die Blogs, die ich gern lese, weil…
ich gerne und viel rede (besonders über Bücher. Alternativ über Pferde.) und meinen Wortschwall auch in meinen Rezis nicht bändigen kann, ohne Rücksicht auf Länge und immer aus dem Herzen heraus.

Am Bloggen überrascht mich / beim Bloggen habe ich gelernt, dass…
Wie unterschiedlich man ähnliche Meinungen ausdrücken kann.

Helfen Amazon-Rezensionen? Wobei? Wie?
Wenn ich eine Amazon Rezension lese, dann meist, weil ich auf der Seite gelandet bin, um Buchdaten zu erfragen. Seitenzahl, Preis etc. Möchte ich im selben Zug die Bewertungen nutzen, halte ich Ausschau, ob bei den Rezensenten ein Bloggername ist, den ich kenne und dessen Geschmack ich einschätzen kann. Finde ich kein bekanntes Gesicht, lese ich eher die negativen Rezensionen, um einschätzen zu können, ob mich das, was den Rezensenten*In gestört hat, auch stören würde. Rezis, in denen Meinungen wie „Blödes Buch“ oder „Total langweilig“ dominieren, ignoriere ich.

Hilft Literaturkritik in Zeitungen und Magazinen? Wobei? Wie?
Mir nützt sie relativ wenig, denn der Zugang zu Printmedien, die über Bücher schreiben, ist für mich leider sehr begrenzt. In dem Ort, in dem ich lebe bekomme ich maximal das Buchjournal in der Buchhandlung. Der Versuch den Spiegel zu bekommen, um die Ausgabe des Literaturspiegels lesen zu können, ist fehlgeschlagen. Prinzipiell lese ich aber auch diese Kritiken gern. Im Endeffekt mache ich mir sowieso mein eigenes Bild, da Geschmäcker nun mal sehr verschieden sind.

Helfen Blogs? Wobei? Wie? Wem?
Leider lesen immer noch zu wenige Nicht-Blogger Blogs, bzw. wissen überhaupt von deren Existenz. Es wäre schön, wenn sich das ändern würde.
Leidenschaft Lesen
Nach über 5 Jahren bloggen bzw. Blogger Kommunikation habe ich einige Blogs gefiltert, auf deren Empfehlungen ich blind vertraue. Das sind z.B. die Mädels von Herzpotenzial oder auch Petzi von Die Liebe zuden Büchern im Bereich Belletristik oder Lesemomente und Damarisliest, wenn ich ein gutes Jugendbuch suche. Nur noch ganz selten erwische ich ein Buch, das mir nicht gefällt, was auch erklärt, warum es so viele positive Rezensionen auf meinem Blog gibt.

Wahr oder falsch:Ich blogge vor allem, weil ich mich über Bücher austauschen will und im persönlichen Umfeld nicht genug Menschen habe, mit denen ich das könnte.”
Leider wahr. In meinem Umfeld gibt es nur wenige lesebegeisterte Menschen und noch viel weniger, die einen ähnlichen Geschmack haben.

Mein persönlicher Geschmack und meine Prinzipien beim Lesen und Bewerten:
Ich mag besondere Bücher. Bücher, die durch skurrile Figuren auffallen, die sich aus der breiten Masse herausheben, weil sie einen anderen Blickwinkel ihres Themas haben, Bücher, die vielschichtig sind, zum nachdenken anregen und aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden können. Ich mag Bücher, die mich berühren, die mich tief unter der Haut packen und mir nachhaltig im Kopf und / oder Herzen bleiben. Vor allem aber sollte lesen Spaß machen. Egal wer was liest. Hauptsache es wird gelesen.
Wie schon oben erwähnt, rede und rezensiere ich, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Dass sich meine Rezis trotzdem oft unterschiedlich lesen und sich auch sprachlich unterscheiden, liegt wohl daran, dass ich mich ganz leicht von Sprache und Schreibstil der Autoren*Innen anstecken lasse. Ich übernehme in Unterhaltungen übrigens auch ganz schnell die Dialekte meiner Gesprächspartner :D

Wer liest mich? Habe ich eine Zielgruppe?
Ich habe den ein oder andern Blogleser*In, der /die regelmäßig vorbei schaut. Für meinen Blog eine Zielgruppe zu finden, ist aber eher schwierig, da ich auch kein Zielbuch, bzw. Zielgenre habe. Ich bin querbeet Leserin. Ich wechsle das Genre von Buch zu Buch (beschränke mich allerdings auf die Genres zeitgenössische und historische Literatur, Fantasy und Jugendbücher). Eigentlich würde ich mir wünschen eine Zielgruppe ansprechen zu können, aber ich kann einfach nicht aus meiner Haut. Würde ich mich auf eins der Genres beschränken würde ich mich schnell langweilen und unwohl fühlen.

Habe ich Vorbilder?
Auf jeden Fall. Nur mit Hilfe von Vorbildern kann man sich auch Ziele stecken.

Welche Ratschläge würde ich meinem früheren Lese-Ich geben? Kann man lernen, Bücher besser auszusuchen, zu entdecken und zu genießen? Wie?
Ich merke, dass sich meine Bücherauswahl nicht nur in Richtung „mehr Bücher, die meinem Geschmack entsprechen“ verändert, sondern auch mein Geschmack an sich. Ich habe das Gefühl Geschichten erwachsener, mit einer anderen Lebenserfahrung zu betrachten (klingt ein bisschen kitschig …). Meinem früheren Lese- Ich würde ich dennoch raten, nichts an seinem Leseverhalten zu verändern, denn die Freude mit der ich früher gelesen habe, mit der ich ganz unbedarft an ein Buch herangegangen bin, ist ebenso viel Wert, wie der psychologische Blick auf Handlungsvorgänge der Figuren, den ich in den letzten Jahren entwickelt habe. Jeder Lebensabschnitt bringt sein Leseverhalten (und -vergnügen) mit sich und das ist auch gut so.

Verlage brauchen mich für PR. Sie brauchen mich mehr, als ich sie brauche” …oder “Toll! Autoren und Presseabteilungen suchen Kontakt und bieten mir Bücher an. Was für ein Glück!” Was überwiegt?
Letzteres. Ich bin immer noch total geflasht, wenn ein Verlag meine Rezis lobt oder teilt und freue mich sehr darüber. Ich finde es toll, dass Blogger mittlerweile so einen großen Bestandteil der Buchbranche einnehmen, denn in einem Blogbeitrag steckt ganz viel Arbeit und Herz. Ich freue mich, dass diese Arbeit „entlohnt“ wird, indem man das Buch kostenlos behalten darf, sehe es aber trotzdem nicht als Selbstverständlichkeit an. Manchmal wünsche ich mir, dass Verlage noch ein bisschen mehr zwischen Blogs, deren Arbeit und Bemühungen unterscheiden. Dass sie mehr auf Qualität achten und dies auch offen im Kontakt mit Bloggern äußern. Das hat aber auch damit zu tun, dass ich prinzipiell sehr ehrgeizig bin und einige Ansprüche an mich selbst stelle.

Was soll sich tun in meinem Blog und in meinem Leser-/Schreiber-Leben in den nächsten fünf Jahren:
Die Jugendbuchregale
Ich wünsche mir, dass sich mein Blog weiterhin positiv entwickelt, dass meine Leser gerne meinen Blog besuchen, um dort zu stöbern und sich mit mir auszutauschen. Dass ich mich weiterhin entwickle und auch bereit für Perspektivwechsel bin.
Ich arbeite daran nicht mehr nur Leser zu sein, sondern irgendwann auch den Sprung auf die Seite der Autoren zu schaffen.
Vor allem aber wünsche ich mir die Zeit und Lust am lesen, bloggen und darüber reden nicht zu verlieren.

Empfehlungen!
Ein Buch, das fast niemand mag – aber das ich liebe:
Wolfskrieger“ von M.D. Lachlan. Ich war total begeistert von der Atmosphäre des Buches, fühlte mich entführt in alte nordländische Sagen, geriet zwischen Schwerter und Äxte blutrünstiger Männer und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Andere Lesermeinungen waren eher mau. Der zweite Teil ist nicht mehr ins deutsche übersetzt worden. Schade.

Ein Buch, das fast alle mögen – aber das mich wütend oder ratlos macht:
Ich weiß nicht, ob andere Leser das Buch besonders mögen, aber nachdem neulich eine anonyme Leserin meines Blogs kritisiert hat, dass ich eine negative Rezension zum Buch „Ligas Welt“ von Margo Lanagan geschrieben hätte, weil ich das Buch nicht richtig verstanden habe, kann ich wohl dieses Buch nennen. Ich weiß trotzdem nicht, warum ich ein Buch über sexuellen Missbrauch in der Familie und ein daraus entstehendes Kind bzw. den Wunsch daraus ein Kind entstehen zu lassen, mögen muss. Egal was in welcher Form dadurch dargestellt werden soll.

Ein Buch, das ich bekannter gemacht habe:
Natürlich ganz viele ;) Ich hoffe, dass ich die „Fateful Future“ Romane von Nadine Erdmann ein bisschen bekannter machen konnte. Bisher sind die Bücher nur als eBooks via Selfpublishing erschienen, sind aber sehr lesenswert, da die Autorin nicht nur einen tollen Schreibstil hat, sondern auch spannende Geschichten um ihre sympathischen jugendlichen Protagonisten kreiert.

Ein Buch, vor dem ich oft und gern warne:
Die historischen Romane von Rebecca Gablé. Die Warnung ist allerdings unbedingt zu ignorieren. Erst mal eins der Bücher gelesen ist man ganz schnell süchtig. Dabei ist es wirklich nicht einfach, ihre Geschichten zu überstehen, denn man leidet so sehr mit den Figuren, die allerhand durchmachen müssen. Die oftmals mehr als 800 Seiten sind im Nu verschlungen.

Ein schlechtes Buch, das ich gut fand:
Es gibt keine schlechten Bücher, nur unterschiedliche Vorlieben.

Ein gutes Buch, das ich schlecht fand:
Es gibt keine guten Bücher, nur unterschiedliche Vorlieben (bin ich schon langweilig?)

Ein Geheimtipp, der bisher in Blogs noch kaum besprochen wurde:
Versehrt“ / P. McCormick. Ein tief bewegendes Jugendbuch über die Schrecken des Kriegs und einen Soldaten, der traumatisiert aus dem Irak Krieg heimgekehrt ist. Ein sehr lesenswerter Roman, nicht nur für Jugendliche.

Ein Buch, das viel zu oft überall besprochen wurde:
Silber“ von Kerstin Gier, weil ich es leider recht langweilig fand.

Ein gutes Buch von/über jemandem/n, der ganz anders ist als ich selbst:
DerPrinz der Dunkelheit“ / M. Lawrence. Der Prinz ist ein richtig fieser Typ und trotzdem ist die Trilogie, die sich mit „Der König der Dunkelheit“ und „Der Kaiser der Dunkelheit“ fortsetzt und ein Higlight im Genre High Fantasy ist.

Ein gutes Buch von/über jemandem/n, der ganz anders denkt als ich selbst:
NoExit“ / D. G. Marshall. Der jugendliche Protagonist wird mit vielen Problemen konfrontiert, wie z.B. häusliche Gewalt. Ein Thema, mit dem ich mich privat zum Glück nie auseinander setzen musste, beruflich leider häufig konfrontiert werde, was das entsetzen über Selbstverständlichkeit häuslicher Gewalt nicht mindert.

Mein Lieblingscover in diesem Herbst
Ein Buch, von dessen Gestaltung/Cover/Design sich Verlage eine Scheibe abschneiden könnten:
Die schwarz weißen Bücher aus dem Königskinder Verlag mochte ich gern. Cover, die mir gefallen, müssen entweder total puristisch, edel sein, so wie „Rosaleens Fest“ oder aber total verschnörkelt, verspielt, so wie „Das Mädchen mit den gläsernen Füßen“.

Ein anderes Produkt, von dessen Gestaltung/Cover/Design ich Verlage eine Scheibe abschneiden könnten:
Ich mag die Notizbücher aus dem Moses Verlag richtig gern. Sie sind witzig, pfiffig und total herzig.

Das netteste Presseteam / die schönste Erfahrung mit einem Verlag:
Ah, gemeine Frage. Die längste und innigste Verbindung besteht zur Pressemitarbeiterin des Fischer Jugendbuchbereichs. Von dort kamen meine ersten Reziexemplare und wir arbeiten nun seit über 5 Jahren miteinander, so dass sie meinen Geschmack immer sehr gut einschätzen kann und mir immer wieder gute Bücher empfiehlt.
Insgesamt habe ich bisher aber mehr positive, als negative Erfahrungen mit Verlagen gemacht. Ganz besonders freue ich mich natürlich immer dann, wenn ein*e Pressemitarbeiter*In nochmal eine persönliche eMail sendet, um sich für eine Rezi zu bedanken, die besonders gut gelungen ist (was nicht nur bei positiven Rezensionen vorkommt).

Autor*innen, die tolle Inhalte auf Facebook und Twitter posten:
Susanne Hanika postet immer tolle Essens- und Pferdebilder :D Ich glaube, das sich unsere Lebensstile ziemlich ähneln. Außerdem mag ich die informativen Posts von Micaela Jary.

mein(e) Lieblingskritiker*in/Journalist*in:
Kathrin Weßling

ein toller Text/Beitrag aus einem Verlagsblog:
Gerade lese ich gern die Schreibtipps auf dem Blog von Neobooks, ansonsten gerne den Blog des KiWi Verlags.

ein Lieblings-Blogbeitrag (kein ganzer Blog):
BuzzaldrinsBeitrag über Jugendbücher

ein Blogbeitrag von mir selbst, auf den ich stolz bin:
Meistens bin ich stolz auf Rezensionen, die meine Begeisterung so gut rüber bringen, dass Blogbesucher das Buch direkt kaufen oder auf ihre Wunschliste setzen. Meine derzeitige Lieblingsrezi ist die zu „Fieber am Morgen“.
Ich mag auch die Buchgeflüster Beiträge, die ich gemeinsam mit Lesemomente schreibe und veröffentliche, weil wir immer ganz viel Arbeit und Herzblut rein stecken. Leider werden sie – gemessen an der Besucherzahl der Posts – recht wenig kommentiert.

mein erfolgreichster Text/Beitrag:
Der Rezensionsindex :D

ein Text/Beitrag von mir, der wenig Beachtung fand, aber mehr Beachtung verdient:
Wie gesagt, wir geben uns immer besonders viel Mühe mit den Buchgeflüster Beiträgen ...

zum Vervollständigen:

Das neue literarische Quartett…”
...macht mich traurig. Es gibt viel zu wenig Literatur im Fernsehen. Ein Medium, das solch einen einfachen Zugang bietet, könnte jede Woche eine tolle Büchersendung zeigen. Sendungen, die auch Nicht-Leser oder Wenig-Leser zum Lesen animieren könnten. Ein literarisches Quartett, das vor Hochmut strotzt, Bücher spoilert und auseinander nimmt, die scheinbar noch nicht mal komplett gelesen wurden und wenn dann nur sehr oberflächlich, da Themen, die zwischen den Zeilen stehen von diesen „Profis“ nicht erkannt werden - da schalten sicher mehr Zuschauer ab, als an.
FBM15
Hier mit Anka von Ankas Geblubber

Auf der Buchmesse…”
habe ich so unfassbar nette, herzliche und wundervolle Begegnungen mit Büchermenschen gehabt, dass ich noch jetzt – lange danach – davon zehre.

Ich bin sehr überraschend und unerwartet auf ein gutes Buch gestoßen. Und zwar...“
Nachts“ von Mercedes Lauenstein

Kommentare:

  1. Huhu :)

    es hat Spaß gemacht Deinen Beitrag zu lesen :)
    Wünsche Dir ein wunderschönes Wochenende!

    Liebe Grüße,
    Tanja

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  2. Liebe Tanja,

    das freut mich :)
    Danke, dir auch ein wunderschönes Wochenende :)

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  3. Ein schöner Beitrag. Vielleicht beantworte ich die Fragen auch nochmal, mal sehen :)

    Allerliebste Grüße!

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    Antworten
    1. Danke :)
      Ich finde die Fragen auch sehr spannend. Allerdings wirklich nicht leicht zu beantworten. Für manche Antworten musste ich wirklich lange überlegen.

      Ebenfalls liebste Grüße ;)

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    2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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