22.12.15

In den Augen der Nacht - Inés Garland



Gemeinsam mit ihren Freundinnen und ihrer Schwester macht Dalila einen Zelturlaub in der argentinischen Pampa. Für sie der Zeitpunkt, sich über ihre Beziehung zu Pablo Gedanken zu machen, der zuerst mit ihr zusammen verreisen wollte, dann aber doch lieber allein losgezogen ist. Sie ist es Leid für alles, was er macht, Verständnis aufzubringen. Sie möchte endlich einmal selbst verstanden werden.

Dieses Gefühl weckt Tharo in ihr. Der ruhige Junge, der bei seinen Großeltern lebt und keine Eltern mehr hat. Seine Worte wählt er mit bedacht. Hebt sie für die Wildpferde auf, mit denen er täglich arbeitet. Seine Art imponiert Dalila. Auf eine ihr unerklärliche Weise fühlt sie sich mit ihm verbunden und wünscht sich hinter das Geheimnis seiner bedachten Art zu kommen.

Auch die Freundinnen machen Bekanntschaft mit einem männlichen Einheimischen. Doch dieser ist kein Junge mehr, sondern ein Mann, der um einige Jahre älter ist, als die Mädchen. Ein unheimlicher Mann. Grob, laut und fordernd. Dalila fühlt sich in seiner Gegenwart unwohl. Auch er verbirgt etwas. Was das ist möchte sie so gerne wissen, dass sie sich in Gefahr begibt, nur um dahinter zu kommen.

Dieses Gefühl gefällt mir: wie sich die Dinge miteinander verknüpfen und durch eine winzige Änderung etwas, das wir tun oder lassen, ohne groß zu überlegen, einen völlig anderen Verlauf nehmen könnten.“

Inés Garlands Talent ist es, mit wenigen, sehr feinen Worten, viel zu sagen. Sie bringt Gefühle perfekt auf den Punkt und stellt sie so klar dar, dass ich sie eindringlich zu spüren bekomme. So, dass sie auf mich übergehen. Ebenso geschieht es mit der Atmosphäre. Das subtropische Klima der Pampa, die Schwüle, die durch Angst und Faszination heraufbeschworen wird, der Wunsch nach Geheimnissen und einem aufregenden Sommer. All das ist so greifbar, dass ich für einen Augenblick vergesse, dass ich im heimischen Wohnzimmer sitze.


Dalila wird die Zeit in der Pampa später möglicherweise als den Sommer ihres Lebens bezeichnen. Trotz all der Aufregung, die einem Krimi gleicht. Denn für sie und ihre Freundinnen ist es eine Zeit, in der sie Klarheit gewinnen. Nicht jede von ihnen lässt diese auch zu, aber da ist sie allemal. Dalila weiß nun was sie will und was nicht. Zumindest fürs erste. Denn den Weg zum Erwachsenen geht man nun mal Schritt für Schritt.  

Buchinfo:


192 Seiten
Hardcover
ab 14 Jahren
14,99 €
Übersetzung: Ilse Layer

Inés Garland auf Fantasie und Träumerei:


Wie ein unsichtbares Band (Deutscher Jugendliteraturpreis 2014)

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Kommentare:

  1. Nanni, gefiel dir das neue Buch besser oder "Wie ein unsichtbares Band"?
    LG,
    Damaris

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    1. Da stellst du mir aber eine schwierige Frage, liebe Damaris.
      Ich finde die Bücher vom Inhalt sehr unterschiedlich. In "In den Augen der Nacht" mag ich natürlich den Pferdeflüsterer Tharo sehr gern.
      Hast du es auch schon gelesen?
      LG Nanni

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    2. Noch nicht, aber bald. Freu mich schon drauf. Ich mochte ihr erstes Buch gerne, es war mir nur am Ende etwas zu vage.

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    3. Ich denke, dass du auch "In den Augen der Nacht" sehr mögen wirst :)

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