26.02.16

[7 auf einen Streich - ein literarisches Interview] Laura Sonnefeld



Laura Sonnefeld, Feel-Good-Managerin und Kommunikationsbeauftragte bei Edel eBooks und edel & electric. Studierte Philosophie und Literatur in Hildesheim und Berlin, arbeitete als Buchhändlerin (Buchbox Berlin und ocelot) und in verschiedenen Verlagen (z.B. Verlagsgruppe Oetinger) bevor sie im Juli 2015 zu Edel eBooks kam. Seitdem unterstützt sie Karla Paul als Assistenz und geht mit ihrer Liebe zu digitaler Literatur auch beruflich hausieren.



  1. Welche*r Autor*in deiner Kindheit hat dich am meisten beeinflusst?
Ganz klar, Astrid Lindgren! Ich hatte das Glück, mit ihren Büchern aufzuwachsen und somit stets von selbstbewussten und klugen Kinderfiguren umgeben zu sein. Pippi, Lotta und Ronja finde ich heute wie damals klasse. Michel habe ich mir immer als Bruder gewünscht – allerdings hätten wir natürlich in Bullerbü gewohnt. Klar!
  1. Welches Buch empfiehlst / verschenkst du am häufigsten?
Egal was? Tatsächlich verschenke ich häufig Bilderbücher. „Wo die wilden Kerle wohnen“ am allerliebsten. Wenn es Leute aus der Kulturbranche sind, kaufe ich mit Vorliebe „Vincent“ von Joey Goebel – eine großartige Abrechnung auf die Popkultur! Außerdem möchte ich allen Menschen dort draußen Mascha Kalekos „Das lyrische Stenogrammheft“ ans Herz legen. So könnte es jetzt ewig weitergehen… Aber dies sind definitiv drei meiner Herzensbücher!
  1. Was macht für dich den Reiz am Lesen aus?
Für mich ist es tatsächlich die Flucht aus dem Alltag. Ich lese gerne absurde Geschichten oder Romane mit phantastischen Elementen. Niemals wahre Begebenheiten, Kriegsgeschichten, selten Familiendramen. Das sind Themen, mit denen ich mich in der Realität schon viel zu oft konfrontiert sehe – bei einem Buch will ich abtauchen. Kein verblödeter Zustand, bei dem ich mich von Schwachsinn berieseln lasse. Aber Gewalt & Krieg bleiben bestenfalls draußen in der Realität. Zwei meiner Lieblingsautoren sind Stanislaw Lem und Vladimir Sorokin. Bei ihnen wird es wohl mal düster und gefährlich, sogar dystopisch, aber immer klar phantastisch überzeichnet.
  1. Was erwartest du von einem „guten“ Buch?
Es muss mich so packen, dass ich weiterlesen will. Das ist ganz unabhängig von Inhalt oder der Form (Print oder Ebook). Ansonsten bin ich der Meinung, dass jeder einen anderen Lesegeschmack hat und auch haben sollte. Ansonsten wäre die Literatur ein Einheitsbrei und unfassbar langweilig.
  1. Gedöns, Dingsbums, Trallafitti – welche Worte nerven dich in Rezensionen am meisten?
Ach mich nerven ja meistens eher die Texte in Vorschauen. Das darf ich natürlich nicht laut sagen – immer mache ich auch PR… Aber ganz ehrlich, privat achte ich auf solche Texte eher wenig. Da muss mich erst die Story packen und dann die Sprache auf den ersten Seiten fesseln. Wenn das zusammen kommt, wird das Buch definitiv gekauft. Ganz egal, welcher Journalist den Titel in den höchsten Tönen lobt. Bloggern vertraue ich übrigens sowieso mehr. Die lesen „dichter an der Zielgruppe“. Zumindest lesen sie dichter an meinen eigenen Lesegewohnheiten.
  1. Welche deiner Lesegewohnheiten würdest du gerne ändern, schaffst es aber nicht?
Das ist eine schwierige Frage! Ich würde gerne mehr lesen – aber das ist kein Problem, das sich schnell lösen lässt. Mehr fällt mir aber tatsächlich nicht dazu ein…
  1. Literaturszene, Lesegewohnheiten und Buchtrends sind dynamische Komponenten. Welche Entwicklung empfindest du in diesen Bereichen (einem dieser Bereiche) als besonders positiv?

Ich empfinde die Vernetzung von Lesern in den sozialen Netzwerken als besonders positiv. Es ist so klasse, dass man ganz unkompliziert Gleichgesinnte finden und sich austauschen kann. Ganz egal, was man gerne liest: Jedes Genre hat seine Community! Literaturtrends empfinde ich eher als einschränkend. Ähnliche Stories, ähnliche Cover, riesige Marketingkampagnen – als Leserin bin ich schnell übersättigt. 

Vielen Dank, liebe Laura, für deine interessanten Antworten.

Kommentare:

  1. Sehr sympathische Antworten. Schön, dass es so viel Toleranz gibt.
    Und witzig: Irgendwie sind wir doch alle mit Astrid Lindgrens Helden groß geworden. <3

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    1. Ja die Laura ist auch echt ne Nette :)

      Ja das stimmt. Astrid Lindgren hat sicher ganz viele beeinflusst. Und das ist auch wirklich gut so :)

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  2. Danke für das Interview - liest sich echt fix weg. Danke und hab einen schönen Sonntag. Bini

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Hallo,
schön, dass du hier her gefunden hast. Ich freue mich über deinen Kommentar.
Liebe Grüße,
Nanni

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