04.07.16

Jane & Miss Tennyson - Emma Mills



Devon ist nicht gerade super erfreut darüber, dass ihr Cousin Foster bei ihr eingezogen ist, denn der ist an Peinlichkeit wohl kaum zu übertreffen. Aber sie hat nun mal keine andere Wahl und muss seine Anwesenheit genauso hinnehmen wie die Tatsache, dass sie nicht so ein herzensguter Mensch ist wie ihre Mitschülerin Lindsay, dass sie in Sport nun mit Ezra, dem Footballstar, den keiner leiden kann, ein Team bilden muss, und dass sie in ihren besten Freund Cas verliebt ist, er aber nicht in sie. Oder doch?

Am liebsten wäre es Devon, ihr Leben würde ablaufen, als sei es von Jane Austen – ihrer Lieblingsautorin – geschrieben.

Würde sie die Augen öffnen und ab und an mal aus einem der Bücher aufschauen, würde sie vielleicht auch merken, dass die reale Welt manchmal ganz anders ist, als wir sie uns in unseren Vorstellungen ausmalen.

Es war auf eine manchmal geradezu schmerzliche Art rührend, wie sehr meine Eltern sich wünschten, dass es Foster gut ging. Und ich glaube, sie wünschten sich sogar noch stärker als ich, dass er normal war. Für mich bedeutete normal sein dazuzugehören. Für sie bedeutete es, glaube ich, nur, glücklich zu sein.“

Anders als Devon bin ich kein Jane Austen Fan. Anders als Devon bin ich aber vom ersten Moment an Foster Fan. Der kleine Kerl mit dem großen Talent und einer nicht weniger großen Last, die er auf seinen schmalen Schultern trägt, ist eine der Romanfiguren, die sich in die Kategorie „Besondere Protagnisten“ einreihen lässt. Ich mag es, dass er so viel mehr Durchblick hat, als es den Anschein hat. Mit kleinen Makeln, Ecken und Kanten wächst er zu einer Figur, die ich gerne im realen Leben treffen würde.

Ebenso liebenswert sind Devon und Ezra, die ich sofort in mein Herz geschlossen habe, auch wenn sie sich noch so viel Mühe geben, ihre Image als Grummel Griesgram aufrecht zu erhalten.

„Jane & Miss Tennyson“ ist für mich eins der Bücher, dass sich in mein Leserherz gebrannt hat. Das äußerte sich während des Lesens in Form von Sucht jede einzelne Seite verschlingen zu wollen und das Buch nicht aus der Hand legen zu können, nach Beenden darin, dass es mir sehr schwer fiel in ein neues Buch herein zu finden. Immer und immer wieder kehrten meine Gedanken zurück zu Devon, Foster und Ezra. Gerne würde ich sie auch auf ihrem weiteren Lebensweg begleiten.



Was außer der wunderwunderschönen Optik, die sich sowohl auf dem Schutzumschlag, als auch auf dem Cover, sowie dem Seitenlayout zeigt, macht dieses Buch so besonders? Hebt es aus der breiten Masse der Jugendromane hervor? Es sind natürlich die bereits angesprochenen Charaktere, aber auch der Erzählton der Autorin, der auf der einen Seite locker leicht ist, auf der anderen Seite aber auch jede Persönlichkeit der Geschichte ernst nimmt und mit viel Empathie, aber auch Realismus auf Figuren, deren Charakterzüge und Probleme eingeht.

„Jane & Miss Tennyson“ ist das mehr als gelungene Debüt der Vloggerin Emma Mills. Zwischen Devons romantischen Wünschen nach der großen Liebe, offenbart sich ein Roman mit viel Tiefgang. Ein Roman, der zeigt wie wichtig es ist eine eigene Meinung zu bilden und nicht hinter Oberflächlichkeiten herzurennen. Geschrieben von einer Autorin, die offensichtlich weiß wie wichtig wahre Freundschaft ist und was sie bedeutet.

Buchinfo:


460 Seiten
Gebunden mit Schutzumschlag
18,99 €
Originaltitel: First And Then
Übersetzung: Katharina Diestelmaier

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Weitere Rezensionen zu "Jane & Miss Tennyson":


Kommentare:

  1. So ein schönes Buch. Inhaltlich und auch optisch :).

    Viele Grüße,
    Friederike

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