09.07.16

Weil du mein bist - Sean Olin



„Carter & Lilah. Für immer und ewig“ Dieses Versprechen gibt Carter seiner Lilah am Abend ihres ersten Kusses. Ein Versprechen, dass Carter später einmal bereuen wird.

Nachdem Lilah nicht mehr dem Schwimmsport auf Leistungsebene nachgehen kann, verfällt sie in starke Depressionen. Hinzu kommen Ängste zu versagen, nicht mehr den Anforderungen ihrer Umwelt zu genügen, aber vor allem davor Carter zu verlieren. Ihre Stimmung sinkt gen Null, sie möchte am liebsten alles um sich herum vergessen. Auf einer Party betrinkt sie sich so sehr, dass sie dadurch beinahe einen lebensbedrohlichen Unfall herbei führt. Die Schuld an ihrer Unzufriedenheit schiebt sie auf Carter. Eine schier unerträgliche Belastung für die Beziehung.

Zum selben Zeitpunkt lernt Carter Jules kennen. Oder besser gesagt näher kennen. Aus einer netten Plauderei mit einer Mitschülerin wird schnell mehr. Körperliches Verlangen, das Carter nicht empfinden würde, wenn seine Beziehung intakt wäre. Oder doch? Liegt es vielleicht nur an Jules? Drängt sie sich zwischen Lilah und Carter? Für Lilah ist sie ganz eindeutig die Schlampe, die versucht ihr den Freund auszuspannen. Aber was bedeutet Jules Carter? Ist sie wirklich der Grund die Beziehung zu beenden? Oder Mittel zum Zweck? Wird Carter die Beziehung zu Lilah trotz all der Schwierigkeiten aufrecht halten?

Fakt ist: Lilah lässt sich Carter nicht wegnehmen. Dagegen wird sie sich wehren. Koste es, was es wolle!

Sean Olin ist für mich kein Unbekannter im Genre des Jugendthrillers. Sein Roman „Brother Sister – Hört uns einfach zu“ hat mich mit einer unerwarteten Spannung gepackt und mich auf sehr emotionaler Ebene in die dunkle Psyche seines Protagonisten gezogen. „Weil du mein bist“ behandelt mit Lilahs unerbittlicher Liebe zu Carter ein ähnliches Thema. Wieder geht es um Grenzüberschreitungen, wieder darum wie sehr es im Zuge einer psychischen Erkrankung zu Wahrnehmungsveränderungen kommen kann.

Den psychologischen Aspekt hat Olin gekonnt aufgebaut. Mehr und mehr geraten seine Protagonisten in den Strudel überbordender Liebe bzw. die damit verbundenen Ängste des Verlassen werdens und Allein seins. Ziehen die Leser mit über die Grenzen dessen was noch Zuneigung und was krankhaftes besitzen wollen ist.

Plot und technische Ausarbeitung der Geschichte haben mir sehr gut gefallen. Besonders das Ende, das auf der einen Seite offen, auf der anderen logisch aufgebaut ist, macht eine runde Sache aus „Weil du mein bist“. Ein Kritikpunkt ist für mich jedoch, dass der Roman etwas mehr Emotionen rüber bringen könnte. Es gibt einen ganzen Pool aus Gefühlen, die für die Geschichte relevant sind und trotzdem sind diese Wellen nur wenig auf mich übergeschlagen. Weniger, als ich es von „Brother Sister“ gewohnt bin. Schade, denn ich hätte mich sehr gefreut von Olin wieder einen Roman von solcher emotionaler Stärke zu bekommen. Letztendlich hat mich „Weil du mein bist“ nicht bis tief hinein gepackt, aber gut unterhalten.

Buchinfo:


cbt (Februar 2016)
352 Seiten
Taschenbuch
9,99 €
Originaltitel: Wicked Games
Übersetzung: Edith Beleites


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Weitere Rezensionen zu „Weil du mein bist“:



Sean Olin auf Fantasie und Träumerei:


Brother Sister – Hört uns einfach zu

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