14.12.16

Ein Junge namens Weihnacht - Matt Haig



Nikolas lebt mit seinem Vater im tiefsten Hinterland Finnlands. Seine Mutter ist bei dem Versuch vor einem Bären zu fliehen, ums Leben gekommen. Die beiden Männer schlagen sich nun alleine durch. Sie sind arm. Haben nur dann genug zu essen, wenn sie ausreichend Lebensmittel im Wald gefunden haben. Außer einer Puppe aus einer Steckrübe, hat Nikolas kein Spielzeug.

Als der Jäger Anders Nikolas Vater das Angebot macht, mit nach Norden zu ziehen, um für König Frederik den Beweis zu suchen, dass es Wichtelgrund und die dort lebenden Wichtel, tatsächlich gibt, kann Joelle dies nicht abschlagen. Ist die Expedition erfolgreich, wird Joelle königlich entlohnt werden und kann seinem Sohn ausreichend Lebensmittel und Haufenweise Spielzeug kaufen.

Weil Nikolas noch zu jung ist, um allein zu bleiben und ein verwundetes Rentier, sowie ein kleiner Mäuserich und eine vergammelte Steckrübenpuppe keine geeignete Gesellschaft für einen Jungen seines Alters sind, kommt Tante Carlotta, um auf ihn aufzupassen. Tante Carlotta ist fies, gemein, hinterhältig. Der böseste Abschaum, dem Nikolas begegnet ist (bevor er Sebastian, den Troll kennenlernt) und so bleibt ihm nichts, als die Flucht.

Wie abgedroschen klingt es, wenn ich sage „Ein Junge namens Weihnacht ist eins der schönsten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe.“? Ziemlich abgedroschen und doch ist es genau der Sinn dieses Satzes, den ich in Zusammenhang mit Matt Haigs Geschichte darüber, wie der Weihnachtsmann zu seiner Aufgabe gekommen ist, verwenden muss, denn „Ein Junge namens Weihnacht“ ist so, so, so schön und absolut und unbedingt kaufenswert.

„Ein Junge namens Weihnacht“ hat mir so gut gefallen, dass ich es mit all meinen mir zur Verfügung stehenden Emotionen empfehlen möchte. Und das sind eine ganze Menge, denn Matt Haig hat mich zum Lachen gebracht, hat mühelos Tränen aus mir hervorgeholt, hat mich zum mitfiebern mitgerissen, hat mir Gänsehaut verursacht, hat Hoffnungsfunken verstreut und den Zauber von Weihnacht und damit den Glauben an Wunder, an das Gute, in mein Herz geholt.

Ich mag ein wenig kitschig, süßlich, klebrig klingen, aber das ist zur Weihnachtszeit erlaubt. Dass man „Ein Junge namens Weihnacht“ auch mitten im Sommer lesen kann erwähnte ich noch nicht, oder? Vor allem sollte man es aber dann lesen, wenn man Kälte fühlt, denn Matt Haig bringt Wärme ins Herz. Mit diesem Roman mehr denn je. Er schafft es wortgewandt, mit Tragik und dem ihm eigenen Humor, den er sicher seinem privaten Lebenslauf zu verdanken hat, der ihn immer mal wieder ins Dunkel stürzen lässt, aus dem ihn nach eigenen Aussagen Worte wieder hervorholen („Nach dem Regen kommt Sonnenschein. Und manchmal können Worte einen Menschen tatsächlich befreien.“ Zitat aus „Ziemlich gute Gründe am Leben zu bleiben“, Matt Haig, DTV 2016)

In „Ein Junge namens Weihnacht“ benutzt er besonders viele Worte, die mich tief im Herzen getroffen haben und mir ein Leseerlebnis beschert haben, dass ich von nun an gerne jede Weihnacht wiederholen möchte. Ich freue mich schon darauf in den nächsten Jahren meiner Tochter daraus vorzulesen, die mehr und mehr die Worte verstehen und deren Bedeutung erkennen wird. Gemeinsam werden wir uns anstecken lassen von Hoffnung, Freude, einem (nicht immer) liebevollen Miteinander, dem Übermut der Wichtel und ganz vielleicht werden wir uns gemeinsam im Spickeltanz üben.


Buchinfo:

dtv (Oktober 2016)

272 Seiten

Hardcover

18,00 €

Übersetzung: Sophie Zeitz 

Illustrationen: Chris Mould

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Weitere Rezensionen zu „Ein Junge namens Weihnacht“:



Matt Haig auf Fantasie und Träumerei:



Kommentare:

  1. Ob du es glaubst oder nicht, Nanni - vor einer Stunde stand ich in unserem kleinen Buchladen, um die Weihnachtsgeschenke zu bestellen und während wir die Liste zusammenstellen, habe ich die ganze Zeit auf das Buch geschaut. Leider habe ich damit zu viel Zeit verbracht, denn so kam ich nicht dazu, meiner Neugier nachzugehen und es mir näher anzuschauen, was sich ganz offensichtlich richtig gelohnt hätte.
    Dies wird nach deiner wundervollen Rezi nachgeholt. Danke dafür.
    Liebste Grüße und einen besinnlichen 4. Advent wünsche ich. <3
    Hibi

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  2. Hallöchen :D
    oh mein Gott, ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr ich dieses Buch geliebt habe und ich wollte schon so lange darüber schreiben und jetzt lohnt es sich irgendwie nicht mehr so richtig. Und ach man. Ich liebe es. Ich war so fasziniert davon wie geschickt Matt Haig die Probleme unserer Gesellschaft in dieses Buch eingefädelt hat und wie unglaublich toll die Bilder waren. Ich konnte ehrlich nicht genug davon kriegen. ^^
    Ein echtes Herzensbuch für mich.

    Liebst, Lotta

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