29.03.17

Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt - Nicholas Gannon




Der 11-jährige Archer will die Welt erforschen, vom Dschungel bis zur Wüste – genau wie seine Großeltern! Doch die verschwanden vor zwei Jahren spurlos bei einer Expedition am Südpol. Seitdem lassen Archers Eltern ihn kaum noch vor die Tür. Schluss mit der Entdecker-Tradition! Doch als eines Tages ein einäugiger Kapitän vor Archers Tür auftaucht und ihm einen Haufen Koffer mit Reiseaufzeichnungen übergibt, steht für Archer fest: Er muss zum Südpol reisen und seine Großeltern finden! Ein neuer Schatz in der Kinderliteratur und eine Hommage an die Kraft der Fantasie. Genial erdacht und oppulent illustriert von Nicholas Gannon.(Text & Cover: Coppenrath, Foto: N. Eppner)

Der Coppenrath Verlag ist dafür bekannt seine Produkte mit besonders viel Liebe zu gestalten. So werden daraus kleine Schätze fürs Bücherregal, die anzuschauen es sich lohnt. Einer dieser Schätze ist "Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt", das von Autor Nicholas Gannon persönlich ganz wundervoll und mit viel Sinn für zauberhafte Details illustriert wurde.

Optik ist die eine Sache, doch auch der Inhalt muss stimmen. Der Titel des Buches ist vielleicht ein bisschen irreführend, aber die Geschichte, die dahinter steckt ist so fein und bezaubernd, wie die dazugehörigen Illustrationen.

Archer ist ein einsamer kleiner Junge. Seit seine Großeltern verschwunden sind, ist er den Launen seiner Mutter ausgesetzt. Er soll brav sein, sich bei wichtigen Abendessen benehmen, nicht mit den ausgestopften Tieren im Hause Helmsley reden, nicht nerven und auch nicht nach draußen gehen. Die meiste Zeit des Tages verbringt er in seinem Zimmer. Gerne wäre er Entdecker wie seine Großeltern, doch wie soll das gelingen, wenn er in seinen eigenen vier Wänden eingesperrt ist.

Freunde hat er auch keine. Doch eines Tages lernt er wie durch eine Zufall Oliver J. Glub kennen, den etwas seltsamen Jungen aus der Nachbarschaft, der die Augen beim Gehen verschließt. Kurze Zeit später auch noch Adelaide L. Belmont, die ihren Traum vom Ballett aufgeben musste und mit ihrem Vater erst kürzlich in die Nachbarschaft gezogen ist.

Sie alle drei sind Außenseiter. Vielleicht, weil sie anders sind, als andere, vielleicht, weil sie mehr Träume haben, als andere, vielleicht, weil sie ganz fest daran glauben, dass all ihre Wünsche wahr werden können. Wenn ich "Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt" in die Hand nehme, dann würde ich am liebsten darüber streicheln, die Seiten aufschlagen und wieder in die Geschichte eintauchen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich noch etwas entdecke, das mir beim ersten Lesen verborgen geblieben ist. Der Roman steckt voller Geheimnisse und Momente, die sich magisch anfühlen, obwohl Zauberei darin keine Rolle spielt. 

Ich habe das Buch ganz langsam gelesen. Habe es mir in einzelne kleine Häppchen eingeteilt, weil ich einfach nicht wollte, dass es endete. "Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt" ist weniger abenteuerlich, als man es vermutet. Aber der Roman hat ganz viel Kraft. Erzählt von Kraft und Stärke. Von der Macht der Freundschaft und der Bedeutung von Fantasie.

Buchinfo:

Coppenrath (2016)
368 Seiten
Hardcover
ab 10 Jahre
14,95 €
ÜBERSETZUNG: Harriet Fricke
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Kommentare:

  1. Hm, das Buch ist mir gleich aufgrund des Titels aufgefallen, aber dann waren die Meinungen, die mir bislang untergekommen sind, nicht so positiv. Nun nach deiner Rezension nehme ich das Buch vielleicht doch wieder in meine Liste auf. :-)

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    1. Ich war auch überrascht wie viele negative Meinungen es dazu gibt. Ich glaube, dass viele eine andere Erwartung an das Buch haben, da es durch den Titel wirklich eine Abenteuergeschichte suggeriert. Und das ist es definitiv (noch) nicht (es wird wohl einen Folgeband geben).
      Trotzdem schreibt Gannon so schön, dass ich dem Buch viel abgewinnen konnte. Was allerdings auch an den etwas verschrobenen, aber sehr sympathischen Protagonisten liegt.

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