16.05.17

Der Prinz der Elfen - Holly Black



Die Geschwister Hazel und Ben leben in dem Ort Fairfold, der an das magische Elfenreich grenzt. Seit Jahrzehnten steht dort, mitten im Wald von Fairfold, ein gläserner Sarg, in dem ein Elfenprinz schläft – von Touristen begafft und von der Bevölkerung argwöhnisch beäugt, auch wenn Hazel und Ben die alten Geschichten nicht glauben. Seit Kindertagen fühlen sie sich zu dem schlafenden Jungen magisch hingezogen, ihm vertrauen sie alle ihre Geheimnisse an. Inzwischen ist Hazel 16 und küsst immer neue Jungs, um die Leere in ihrem Herzen zu füllen. Doch als eines Tages der Sarg leer ist und der Prinz erwacht, werden die Geschwister in einen Machtkampf der Elfen gezogen. Hazel muss die Rolle annehmen, in die sie sich als Kind immer geträumt hat: als Ritter gegen ein dunkles Monster kämpfen …
(Text & Cover: cbt; Foto: N. Eppner)

Holly Black ist eine Autorin, deren Bücher ich sehr gerne lese. Ob "Die Spiderwick - Geheimnisse", die sie gemeinsam mit Tony DiTerlizzi geschrieben hat, oder "Die Puppenkönigin" - ihr fantasievoller Ideenreichtum zieht mich immer wieder zurück zu ihren Werken. Umso überraschter war ich, dass ich mit "Der Prinz der Elfen" so meine Schwierigkeiten hatte.

Schon von Anfang an war es schwer in die Geschichte hineinzufinden. Hazel und Ben sind zwei sympathische Charaktere, mit denen ich trotz ihrer Ecken und Kanten gerne meine Zeit verbracht habe. Sie leben freiwillig in Fairfold, obwohl sie die dort herrschenden Gefahren, die vom kleinen Volk, von Elfen, Rotkäppchen usw. ausgehen, schon am eigenen Leib spüren mussten. Beide Protagonisten könnten noch ein wenig stärker wirken, wenn sie ein wenig geheimnisvoller umschrieben worden wären. Doch Holly Black erzählt viel zu viele Details aus Bens und Hazels Leben und Denken. Hier hätte ich mir gewünscht, dass sie die Gedankengebäude der Beiden mehr im Dunkeln lässt. Dass sie Handlungen erzählt, deren Gründe aber nicht direkt mitliefert, sondern dem Leser überlässt sich eigene Gedanken darüber zu machen, was wohl die Beweggründe der beiden sein könnten, sich so zu verhalten, wie sie es tun.

Die Grundidee der Geschichte ist düster und geheimnisvoll. Sie erinnert an eine Mischung aus dunklen Märchen und ganz leicht auch an Horrorelemente. Die Stimmung ist damit typisch Holly Black. Was ich jedoch gar nicht von ihr gewohnt bin ist die holprige Schreibe, in der die Geschichte verfasst ist. Ich glaube, dass es schwer ist den richtigen Ton für einen Roman dieser Atmosphäre zu treffen. Was Holly Black in der Vergangenheit gelungen ist, scheint bei ihrem neusten Werk zum Problem zu werden. Ihr Erzählrhythmus kommt immer wieder aus dem Takt und sorgt mit mal poetischer, mal plumper Sprache für heftige Dissonanzen im Gesamtbild.

Dadurch verliert die Geschichte leider immer wieder an Spannung. Klappentext und die ersten Sätze des Buches klangen so vielversprechend, dass ich mir sicher war, dass ich das Buch verschlingen würde. Ich habe mich wirklich sehr darauf gefreut, denn ich suche immer wieder nach Büchern mit märchenhaftem Inhalt und entsprechend passender Schreibe. So, wie Holly Black sie bisher abgeliefert hat. Diesmal konnte sie mir das leider nicht im gewünschten Maße bieten.

Insgesamt war "Der Prinz der Elfen" ganz okay. Ich hatte ein paar (leider viel zu wenige) schöne Lesemomente und hoffe darauf, dass Black in ihrem nächsten Buch wieder zu ihrem eigenen Tonfall zurückfindet und mich dann erneut mit fantastischen Ideen begeistert.

Buchinfo:


cbt (April 2017)
416 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag
16,99 €
ÜBERSETZUNG: Anne Brauner
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Weitere Rezensionen:


Wortmalerei
Ina's little Bakery

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