29.10.17

[Kinder Traumstube] Kinderbuchliebling Lieselotte (Alexander Steffensmeier)

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Als große Fans von Lieselotte, der Postkuh, haben wir eine ganz nette Sammlung zusammengetragen, die ich dir heute einmal näher vorstellen möchte. Texte und Illustrationen der Bücher stammen allesamt von Alexander Steffensmeier.


Mein Lieselotte Badebuch

Alle Tiere auf dem Bauernhof müssen baden. Auch die Bäuerin, der Postbote und das Huhn mit dem Hut sind dabei, wenn Sonne so heiß scheint, das eine Abkühlung im Teich für Erfrischung sorgt. 

Ein handliches Format und wasserfestes, nach EU-Richtlinen geprüftes, Material, das schnell wieder trockent, sorgt bei Kindern ab 6 Monaten für große Freude im Wasser.

Unser eigenes Exemplar begleitet nicht nur jeden Badegang in der Wanne, sondern auch die sommerlichen Badefreuden im Planschbecken. Hin und wieder ist es von dort im Sandkasten gelandet. Alles kein Problem, denn das Büchlein lässt sich ja ganz einfach mit Wasser reinigen.

ISBN: 978-3-7373-5238-3 | Preis: 7,99 € | ab 6 Monaten




Lieselotte, was machen die Hühner?

Für kleine LeserInnen bietet sich zum Einstieg in die Lieselotte-Welt, ein Pappbilderbuch an. Das ist robust, handlich und enthält eine kurze Geschichte, die auf die Aufmerksamkeitsspanne von Kindern ab 1,5 Jahren ausgerichtet ist.

Die Lieselotte Bücher leben von witzigen Geschichten, die sich gerne auch mal in kleinen Details verstecken. So wird Lieselotte in fast allen Szenen von Hühnern oder Küken begleitet, die oftmals menschliche Handlungen übernehmen und dadurch für viele Schmunzler sorgen.

In "Lieselotte, was machen die Hühner?" springt das witzige Federvieh in den Mittelpunkt. Jede Seite behandelt thematisch eins der Dinge, die Lieselottes Hühner gerne tun. Wie z.B. Geburtstagfeiern. Jede kleine Geschichte bietet viel Gesprächsstoff zwischen VorleserIn und ZuhörerIn, es gibt einiges zu entdecken und es bietet sich an, einmal vom Text abzuweichen und frei zu den Bildern zu erzählen.

ISBN: 978-3-7373-5494-3 | Preis 4,99 € | ab 1,5 Jahren



Mein Lieselotte Uhrenbuch

Für Schulkinder, die gerade die Uhr lernen, bietet sich das Lieselotte Uhrenbuch an. Es ist mit einer großen Pappuhr ausgestattet, deren Zeiger sich einfach manuell bedienen lassen und auf jeder Seite erkennbar sind.

Inhaltlich geht es in diesem Buch um Lieslottes Tagesablauf. Um sieben Uhr klingelt Lieselottes Wecker, um zehn verteilt sie Post, um zwölf Uhr gibt es Mittagessen usw. Alltägliche Dinge, die uns allen begegnen und deshalb gut mit den entsprechenden Uhrzeiten verknüpft werden können, was das Erlernen der jeweiligen vereinfacht.

Auf jeder Doppelseite dreht sich Lieselottes Alltag um eine andere Uhrzeit, die nebenbei auf der enthaltenen Uhr eingestellt werden kann. Uhrzeit lernen mit viel Spaß.

ISBN: 978-3-7373-5457-8 | Preis: 9,99 € | ab 4 Jahren




Lieselotte will nicht baden

Lieselottes Geschichten drehen sich meist um alltägliche Erlebnisse wie Geburtstagfeiern, wach bleiben wollen, krank sein oder Schnee im Winter. Oder eben um Badezeit, denn Lieselotte macht sich gerne dreckig.

Obwohl Kühe das so an sich haben, war es von Lieselotte keine Absicht so dreckig zu werden. Es ist einfach so passiert. Während des ritterspielens auf dem Acker. Doch nun soll sie baden. Die Bäuerin möchte einfach nicht, dass Lieselotte dreckig zu Bett geht. Lieselotte wiederum möchte nicht baden. Also muss die Bäuerin einige Tricks ersinnen, wie sie Lieselotte ins Wasser bekommt. Das Ende vom Lied ist, dass beide schlimmer aussehen, als die Schweinchen auf Lieselottes Bauernhof.

Mit einem zwinkernden Auge zeigt Autor und Illustrator, dass man nicht immer alles so verbissen sehen sollte, weil das eh meistens nach hinten losgeht. Und es ist ja so, wenn die Lieselotte baden geht, dann kann auch das Kind baden gehen ;)

ISBN: 978-3-7373-5521-6 | 14,99 € | ab 4 Jahren




Das neue große Lieselotte Geschichtenbuch

Lieselotte ist eine etablierte Figur im Bilderbuchgenre. Beliebt bei LeserInnen und VorleserInnen, hat sie bereits einige mehr oder weniger aufregende Abenteuer erlebt. Nach "Das große Lieselotte Geschichtenbuch" ist nun ein zweiter Sammelband erschienen, der drei Lieselotte Abenteuer beinhaltet.

"Lieselotte versteckt sich", in dem die Tiere verstecken spielen und nicht nur das ideale Versteck, sondern auch einen ausgesprochen hervorragenden Picknickplatz entdecken, "Lieselotte sucht", eine aufregende Geschichte, in der die ersehnten Einmachgläser der Bäuerin verloren gehen und Lieselotte eine blitzgescheite Idee entwickeln muss, um doch noch zu Marmelade zu kommen, und "Lieselotte macht Urlaub", das Abenteuer, in dem sich Lieselotte mal eine Auszeit vom Post austragen gönnt.

Wie immer sind die Geschichten mit viel Liebe zum Detail gezeichnet und mit witzigen und eingängigen Texten versehen, so dass es beim Vorlesen nicht langweilig wird. 

ISBN: 978-3-7373-5477-6 | Preis: 19,99 € | ab 4 Jahren


Lieselotte und der verschwundene Apfelkuchen

Dieses Lieselotte Abenteuer ist ein Musical, dessen Texte und Melodien von der bekannten Band Bananafishbones gesungen werden. Im Buch enthalten sind eine CD und Noten und Texte der Songs.

"Lieselotte und der verschwundene Apfelkuchen" ist unser persönlicher Liebling. Seit fast einem Jahr läuft die CD abends beim Einschlafen, ich selbst kann alle Lieder mitsingen, meine Tochter (21 Monate) erkennt sie bereits nach den ersten Wörtern und Tönen. 

Ein spannendes und witziges Lieselotte-Abenteuer, gepaart mit fetzigen Songs der Band Bananafishbones, mir aus meiner Jugend als Rockband im Ohr, machen dieses Buch zu einem großen Vergnügen. Text und Lieder sind perfekt aufeinander abgestimmt und finden mit der CD vorlesend, sowie singend, ihren Platz im CD Player des Kinderzimmers. Trotz des Ohrwurmcharakters kann man die Lieder gut mehrfach (oder so wie hier täglich) anhören, da sie durch Witz und Charme nicht an Qualität einbüßen. Ein großes Lieselotte Vergnügen.

ISBN: 978-3-7373-5010-5 | Preis: 19,99 € | ab 4 Jahren


Von unserer Lieblingskuh Lieselotte gibt es nicht nur Bücher und CDs, sondern auch jede Menge Non-Book-Artikel. Schau mal hier, dort findest du die Lieselotte Produkte.

* da mir einige (nicht alle!) der Bücher zur Verfügung gestellt wurden, habe ich diesen Beitrag als Werbung gekennzeichnet. Das ändert aber nichts an meiner persönlichen Überzeugung und meinem Gefallen an diesen Produkten.


27.10.17

Draconis Memoria 01. Das Erwachen des Feuers - Anthony Ryan




Im riesigen Gebiet von Mandinorien gilt Drachenblut als das wertvollste Gut. Rote, grüne, blaue und schwarze Drachen werden gejagt, um an ihr Blut zu kommen. Das daraus gewonnene Elixier verleiht den wenigen Gesegneten übernatürliche Kräfte. Doch das letzte Zeitalter der Drachen neigt sich seinem Ende zu.

Kaum jemand kennt die Wahrheit: Die Drachen werden immer weniger und schwächer. Sollten sie aussterben, wäre ein Krieg Mandinoriens mit dem benachbarten Corvantinischen Kaiserreich unausweichlich. Alle Hoffnung des Drachenblut-Syndikats beruht auf einem Gerücht, nach dem es eine weitere Drachenart gibt, die weitaus mächtiger ist als alle anderen. Claydon Torcreek, ein Dieb und unregistrierter Blutgesegneter, wird von der obersten Herrschergilde in das wilde, unerforschte Inland geschickt, um einem Geschöpf nachzuspüren, das er selbst für reine Legende hält: dem weißen Drachen.
(Text & Cover: © Klett Cotta; Foto: © N. Eppner)


Draconis Memoria. Lass dir diesen Titel einmal ganz bewusst auf der Zunge zergehen und schon weißt du, welch gewaltiger Roman dahinter steckt. Ich bin immer noch tief beeindruckt von Ryans neustem Werk, begeistert von seinem Können und seiner Fantasie, seinem Weltenbau und seinen Charakteren.

Ryans neuste Welt besteht aus mehreren Gebieten, die sich vor Jahren bekriegt haben. Aktuell herrscht Waffenstillstand, denn Mandorien ist den anderen Teilen der Welt überlegen, weil es dort Gesegnete gibt, die mit dem Blut von Drachen übermenschliche Kräfte erlangen können. Diese spiegeln sich z.B. in übernatürlicher Stärke, Seh- oder Hörkraft. Gesegnete sind aber auch in der Lage mit Hilfe von Drachenblut Waffen zu verstärken oder bspw. ein Schiff so zu befeuern, dass es schneller fährt, als mit Holzkohle betriebene Schiffe. Doch nun wird die Anzahl der Drachen immer geringer. Bedeutet das Mandoriens Aus?

Es gibt nur eine Rettung: das Blut des weißen Drachen. Doch der ist bisher eher eine Legende. Vor vielen Jahren wurde ein Forschertrupp ausgesandt, um der Sage auf den Grund zu gehen, beweise dafür zu finden, dass auch dieser Drache der Realität entspringt. Keiner ist lebend von der Forschungsreise zurückgekehrt. Die Anführerin des Suchtrupps, eine Angestellte des Eisenboot-Handelssyndikats, ist seitdem verschollen. Wahrscheinlich auch tot.

Lodima Bondersil, Direktorin der Eisenboot-Akademie für Frauen, lässt dies keine Ruhe. Sie stellt einen neuen Trupp zusammen. Nicht wieder so wichtige Leute wie einst, denn die Chance, dass auch sie lebend wiederkehren, ist eher gering. Diebe und Langgewehre, freie Jäger, machen sich auf die gefährliche Überfahrt, während das Corvantinische Königreich wittert, dass die mandorische Macht geschwächt ist und auf Angriff setzt. Alles in allem eine verzwickte Lage, aus der es nur dann ein Entkommen gibt, wenn der weiße Drache gefunden wird. Oder etwa nicht?





Erzählt wird der spannende Auftakt von Ryans neuer Trilogie auf drei Ebenen. Im Mittelpunkt stehen die Handlungen um Lizanne Lethridge - Blutgesegnete und Geheimagentin, Corrick Hilmore, Leutnant auf einem Schiff der Eisenboot-Syndikate, und Claydon Torcreek, übermütiger Dieb und unregistrierter Blutgesegneter. Die ersten 100 Seiten nutzt Ryan, um uns diese Protagonisten näher zu bringen. Ein etwas schwieriges, zähes Unterfangen, das sehr viel Aufmerksamkeit von den Lesern fordert. Hier bitte nicht aufgeben. Es lohnt sich.

Denn schon bald ist man gefangen in der Welt, die an das 19. Jahrhundert angelehnt ist. Piraterie, Seeschlachten, Kolonialismus, Bajonette und Pistolen werden gepaart mit einer fast steampunkig wirkenden Technik. Ryan versteht es Bilder zu zeichnen, die mich voll und ganz in seine Welt entführen. 

Ins 19. Jahrhundert entführt uns auch die Suche nach dem weißen Drachen, die von solcher Abenteuerlust, von Hoffnung, Wut und Fanatismus geprägt ist, dass sie an Melvilles Moby Dick oder Karl Mays Abenteuer im Wilden Westen erinnern. Nur - und das ist auch gut so - sehr viel Fantasylastiger, moderner und noch spannender, denn überraschende Wendungen gibt es zu Hauf.  

Die Gier nach Macht, fanatische Durchführung der eigenen Wünsche, Monopolstellungen in der Wirtschaft - alles Themen, die Ryan in seiner Fantasywelt auf- und verarbeitet. Wer mag, kann sich darüber Gedanken machen. Wer nicht möchte, kann ganz einfach diesen komplexen Fantasyroman lesen, dessen Duft von Abenteuer süchtig macht. 


Buchinfo:

725 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag
25 ,- €
ÜBERSETZUNG: Birgit Maria Pfaffinger und Sara Riffel
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Rezensionen: © 2017, Nanni Eppner

25.10.17

54 Minuten. Jeder hat Angst vor dem Jungen mit der Waffe - Marieke Nijkamp




Nr. 1 »New York Times«-Bestseller
Marieke Nijkamps packender Roman, der zum Riesenüberraschungserfolg in den USA wurde, behandelt ein brisantes Thema und wirkt wie ein Echo aktueller Ereignisse: Amok in der Schule.

54 Minuten, die alles zerstören
Es passiert nicht viel im verschlafenen Opportunity, Alabama. Wie immer hält die Direktorin in der Aula der Highschool ihre Begrüßungsrede zum neuen Schulhalbjahr. Es ist dieselbe Ansprache wie in jedem Schulhalbjahr. Währenddessen sind zwei Schüler in das Büro der Schulleitung geschlichen, um Akten zu lesen. Draußen auf dem Sportgelände trainieren fünf Schüler und ihr Coach auf der Laufbahn für die neue Leichtathletiksaison. Wie immer ist die Rede der Dirketorin exakt um zehn Uhr zu Ende. Aber heute ist alles anders.

Als Schüler und Lehrer die Aula verlassen wollen, kann man die Türen nicht mehr öffnen. Einer beginnt zu schießen.
Tyler greift seine Schule an und macht alle fertig, die ihm unrecht getan haben.
Aus der Sicht von vier Jugendlichen entfaltet sich der Amoklauf, bis die letzte Kugel verschossen ist.
(Cover & Text: © Fischer FJB; Foto: © N. Eppner)


54 Minuten. Gehen schnell vorbei. 54 Minuten. Keine volle Stunde. 54 Minuten. Mancherorts nicht mal eine volle Schulstunde. 54 Minuten. Können unendlich lang sein.

Dann, wenn ein Mensch dein Leben bedroht. Wenn er Menschen erschießt. In eine Menschenmenge hineinschießt und du unter diesen Menschen bist. 

Wie sollst du handeln? Wie, wenn du weißt, dass er es genau auf dich abgesehen hat? Und wie, wenn du einer von denen bist, die wahllos zum Opfer werden könnten? Wie kannst du helfen? Wie kannst du dein Leben retten?

Alleine das Thema Amoklauf ist so bedrückend, dass ich beim Rückblick auf den Roman sofort wieder einen dicken Kloß in den Hals bekomme. Marieke Nijkamp hat diesen angstbehafteten Inhalt so gut aufs Papier gebracht, dass ich ihre Version eines Amoklaufs noch lange im Gedächtnis behalten werde.

Erzählt wird auf verschiedenen Ebenen, in Kapiteln, die in wenige Minuten eingeteilt sind. Der Zeitraum der Handlung ist auf die im Titel beschriebenen 54 Minuten angelegt. Erzähler sind junge Menschen, die in irgendeiner Verbindung zum Täter stehen. In welcher erfahren wir nach und nach, wodurch Nijkamp eine straffe Spannungskurve zieht. 

Am Anfang ist der Täter schwammig. Er ist nicht greifbar, sein Motiv schwammig, was ihn noch gefährlicher wirken lässt. Häppchenweise bekommen wir einen Einblick in sein Leben und das der erzählenden Personen. Wie eine Spirale schließen sich vergangene Handlungen die sein Leben auf verschiedene Arten tangieren, um den Täter. Eine Spirale, die mich so sehr mitgerissen hat, dass ich das Buch erst wieder aus der Hand legen konnte, als ich es beendet hatte. 

Mit ganz viel Gänsehaut habe ich es gelesen. Deshalb, weil der Täter unheimlich bedrohlich wirkte und weil Nijkamp schonungslos ist. Ich wusste zu keinem Zeitpunkt wer überleben wird und wer einer der 39 Toten.

Nijkamp legt es nicht offensichtlich darauf an, sich in den Täter hineinzuversetzen. Sie liefert keine direkt Erklärung für sein handeln, bietet aber viel Spielraum für eigene Gedanken. Zeigt wie viele unbeeinflussbare Handlungen, Worte, Beziehungen und Beziehungsabbrüche dazu führen, um die Psyche eines Menschen zu zerstören oder eben auch nicht. Welche Taten lassen eine Person zu einem Menschen voller Wut werden, während andere sie immer wieder schlucken und trotzdem ihren Weg gehen? Was lässt einen zum Held werden? Was zum Mörder?

Nijkamp hat ein extrem fesselndes Buch geschrieben, das voller Emotionen steckt. Nicht nur innerhalb der eigentlichen Geschichte des Amoklaufs, sondern auch in den Nebenhandlungen. "54 Minuten" ist eine harte Reise. Dennoch eine, die sich lohnt.


Buchinfo:

Fischer FJB (2017)
336 Seiten
Klappenbroschur
ab 14 Jahren
14,99 €
ÜBERSETZUNG: Mo Zuber
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23.10.17

Aventurine. Das Mädchen mit dem Drachenherz - Stephanie Burgis




Ein starkes Mädchen mit dem Herzen eines DrachenDrachenmädchen Aventurine verlässt heimlich die Höhle, um ihren Eltern zu beweisen, dass sie schon allein auf die Jagd gehen kann. Kaum draußen, landet sie in den Fängen eines Zauberers. Er verwandelt sie in ein Menschenmädchen! Plötzlich ist Aventurine klein und schutzlos, hat keinen schimmernden Schuppenpanzer mehr und keinen prächtigen Schwanz. Und Feuerspeien kann sie auch nicht mehr. Doch im Herzen bleibt Aventurine ein wilder Drache. Unerschrocken macht sie sich auf in die Welt der Menschen. Und dort findet sie etwas, was noch viel besser ist als Feuerspeien: Schokolade!(Text & Cover: © Fischer KJB; Foto: © N. Eppner)


Drachenmädchen Aventurine ist ziemlich dickköpfig und eigensinnig. Im Gegensatz zu ihren Geschwistern, die sich brav mit Philosophie beschäftigen und den diplomatischen Umgang in Konfliktsituationen erlernen. Kein Wunder, dass sie die Anweisung ihrer Mutter in der Höhle zu bleiben, während die anderen Drachen jagen, missachtet und in Schwierigkeiten gerät.

Ein Zauberer verwandelt sie in ein Menschenmädchen und zudem wird sie süchtig nach dem Geschmack von Schokolade. Was liegt also näher, als erst einmal ganz viel davon zu essen und zu trinken? Mit Hilfe von zwei Menschen, die Aventurine ziemlich nervig und seltsam findet, gelangt sie in den nächsten Ort. Dort gibt es drei Schokoladenhäuser, doch Schokolade gibt es nicht umsonst und wie soll man einem nackten Drachen in die Tasche greifen? Aventurine muss sich etwas einfallen lassen, wie sie zu Geld kommt. Und schon bald ist das nicht mehr ihr einziges Problem.

Die vorwitzige und temperamentvolle Aventurine ist eine wundervolle Kinderbuchfigur. Obwohl sie in ein Mädchen verwandelt wurde, schlägt in ihrer Brust weiterhin das mutige Herz eines Drachen. Manchmal tritt sie den Gefahren etwas zu waghalsig und emotional in den Weg, aber wer ist schon perfekt? Und genau das macht die junge Drachendame so sympathisch. Sie hat Ecken und Kanten und ist deshalb nicht minder liebenswert. Ein Vorbild für viele LeserInnen.

Ehemals rastlos und ohne richtigen Halt, weiß sie nun wofür ihr Herz schlägt. Sie hat eine Leidenschaft entdeckt, für die sie brennt. Aventurine zeigt, dass alles möglich ist, wenn wir es nur wollen und für unsere Wünsche einstehen. Nicht klein machen, nicht ducken, sondern mutig vorausgehen. Fehler machen ist erlaubt. Sie machen uns nicht minderwertig, sondern stärker.

Neben ganz viel Mut, steckt in diesem hübsch gestalteten Buch auch ganz viel Freundschaft und Zusammenhalt. Menschen (oder auch Drachen), die uns lieben, sind die Essenz des Lebens. Mit ihrem Rückhalt, mit dem Wissen, dass sie für uns da sind, können wir den Widrigkeiten des Lebens gestärkt ins Auge blicken.

Stephanie Burgis hat all diese wundervollen Themen in eine spannende Geschichte mit sympathischen Charakteren gepackt und auch solche entworfen, denen wir all unseren Unmut entgegen schleudern können. Aventurine ist eine Protagonistin von solch starkem Charisma, dass sie fast an eine Pippi Langstrumpf heranreicht. Eine ganz große Leseempfehlung.

Buchinfo:

Fischer KJB (2017)
320 Seiten
Hardcover
Ab 10 Jahren
14,99 €
ÜBERSETZUNG: Sigrid Ruschmeier
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20.10.17

[Reiseproviant] #10|17



Geplauder:


Frisch erholt, mit vielen Ideen und neuer Energie. So wollte ich aus der Blogpause zurückkehren. Die Wahrheit sieht ein bisschen anders aus. Ich versumpfe in Urlaubs- und Messeblues, bin genervt von den Sozialen Netzwerken Twitter und Facebook, die aber unumgänglich sind, wenn ich möchte, dass meine Blogartikel von vielen Menschen gelesen werden, und würde am liebsten den ganzen Tag nur lesen (verbringe dann aber viel zu viel sinnlose Zeit am Handy).

Aber jammern nützt nichts. Anpacken, Situation ändern und besser fühlen!

Deshalb bekommst du auch heute einen meiner aufwendigsten Beiträge: den Reiseproviant. 

So ganz ideenlos bin ich natürlich nicht. Während der Blogpause haben sich einige gelesene Bücher bzw. Rezensionen angesammelt. In Zukunft möchte ich auch unbedingt wieder mehr Interviews veröffentlichen. Den Reiseproviant werde ich demnächst etwas freier gestalten. Nicht mehr nur stur nach einem immer gleichen Muster, sondern viel flexibler und angepasster an meinen Buch- / Lese- / Bloggeralltag. Ich hoffe, du findest weiterhin so viel Freude daran wie bisher.




Bloggerreise:


Ich war auf der Frankfurter Buchmesse. Fotografisch belegen kann ich es nicht so richtig, denn ich habe kaum Fotos gemacht.

Warum?

Weil ich die Zeit dort so sehr genossen habe, dass ich mich nicht von Handy, Instagram etc. ablenken lassen wollte. Alles war so schön, so spannend, so inspirierend.

Besonders gefreut habe ich mich darüber so viele nette BloggerInnen wiederzutreffen bzw. kennenzulernen. Bei einigen hat man das Gefühl sie seit Jahren zu kennen, obwohl man sich noch nie gesehen hat. Und trotzdem stimmt die Chemie auf Anhieb. Es ist einfach wunderbar so viele Menschen zu treffen, die der gleichen Leidenschaft frönen.

Hier und da durfte ich in die Frühjahrsvorschauen der Verlage hineinlinsen. Ich kann euch versprechen, dass ihr euch keinerlei Sorgen machen müsst, dass ihr in 2018 nicht ausreichend Wunschlistenfutter bekommt.

Ein großes Vergnügen war das Treffen mit Autorin Sabine Schoder. Die Fischerverlage Jugendbuchabteilung hat dies für einen überschaulichen BloggerInnenkreis organisiert. Sabine hatte ihren Mann dabei und beide sind ausgesprochen sympathisch. Ihren neusten Roman "So was passiert nur Idioten wie uns" habe ich auf der Rückfahrt vom Urlaub verschlungen. Er ist genau so empfehlenswert wie "So was passiert nur Idioten wie mir". Sabines Erzählungen aus ihrem Autorenalltag haben uns ziemlich zum Lachen gebracht. 

Alles in allem war meine Buchmesse wenig spektakulär, aber wahnsinnig gemütlich und schön.

Ich habe für mich mitnehmen können, wie wichtig es für mich ist meinen Idealen und meinem Geschmack treu zu bleiben, keinen Trends und Influencern hinterherzurennen und über das zu sprechen, was mir wichtig ist und was mir Freude macht. 



Lesereise:


Gelesen habe ich in der letzten Zeit recht viel. Da ich jetzt aber schon so viel geplappert habe, nur kurz meine Highlights der letzten Wochen.

Empfehlenswert sind:

"Ein guter Mensch" | Jürgen Bauer | Dystopie, die sich auf den Gedanken stützt, das Wasser ein knappes Gut ist und rationiert wird und was mit der Gesellschaft sowie Personen im Einzelnen passiert, wenn etwas, dass bisher selbstverständlich war und zur Grundversorgung gehört, passiert (in einigen Ländern dieser Welt leider Realität).




"Draconis Memoria. Das Erwachen des Feuers" | Anthony Ryan | Fantasy vom allerfeinsten!! Komplex, fanatsievoll, kritisch und mit dem wundervollen Duft von Abenteuer gespickt. Über 700 Seiten sind hier noch zu wenig, aber zum Glück ist es ja erst der Auftakt der neuen Ryan Trilogie.





"Der Himmel über Appleton House" | S.E. Durrant | Dieser feine kleine Roman beginnt so schüchtern und leise und endet so kraftvoll, so rührend, dass ich die letzten Seiten inbrünstig geweint habe. Noch nie wurden die Gefühle von Kindern, die im Stich gelassen wurden so gut, so verständlich in einem Roman verpackt.




"Die Legenden von Astray. Tote Helden" | Michael Peinkofer | Der Anfang ist echt zäh. Dank der Deutschen Bahn bekam ich die Gelegenheit über den lahmen Punkt hinwegzulesen und dann wird es echt so richtig spannend. Tolle Figuren, komplexe Handlungsstränge, die nach und nach Geheimnisse enthüllen, aber auch neue aufwerfen. Ab der Hälfte habe ich das Buch inhaliert. 





Netzreise:


Herbstzeit ist Lesezeit. Ungemütliches Wetter, gemütliche Lesesituation mit Decke, Tee und Buch. Lesetipps dazu bekommt ihr vom PIPER Verlag.

"Hüten Sie sich davor, bequem zu werden." Eine Beeindruckende Dankesrede von BücherFrau des Jahres 2017 Nina George.

"Nicht die Fremden bedrohen uns. Nicht der Kollaps der Sozialsysteme ist es. Dimap und Allensbach beeinflussen das Denken, Sprechen und Handeln in Politik und Gesellschaft. Wo kluge Menschen ein Forum finden sollten, öffnet Jörg Schönenborn seine Tortendiagramme und zitiert seine Umfragewerte." Ein nachdenklich stimmender Artikel zum Deutschen Buchpreis.

#metoo ist der Hashtag unter dem Frauen sich in den Sozialen Netzwerken dazu bekennen, Opfer sexueller Gewalt geworden zu sein. Ein Aufschrei, der zeigen soll, wie viele tatsächlich davon betroffen sind. Christian Gesellmann hat einen Artikel geschrieben, was er als Mann darüber denkt und warum Männer zu diesem Thema nichts sagen. 




Nanni's Reise:


Wie jedes Jahr haben wir unseren Urlaub in Südtirol verbracht. Wir lieben die Gegend dort. Die Kraft der Berge, die Ruhe beim Wandern, die entspannte Zeit in der Pension oben auf dem Berg.


Genussvolle Lesezeit


Blick vom Balkon unseres Zimmers


Im Streichelzoo war es so toll. Die Räubertochter möchte jetzt auch eine Ziege, ein Schweinchen ....


So würde ich auch gerne meine täglichen Erledigungen tätigen


Von hier aus ist meine Freundin mit einem Gleitschirm geflogen. Megatoll, oder?



Ich wünsche dir einen fabelhaften Sonntag.
Mit welchem Buch wirst du dich heute entspannen?


[JdKöKi] Abstimmung des November Titels




Diesen Monat sehe ich der Abstimmung mit sehr viel Wehmut entgegen.

Zum einen ist es bereits die vorletzte Abstimmung, was ich sehr schade finde, denn die Aktion hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich habe viele tolle Bücher entdeckt, die mich zum Teil zuerst gar nicht angesprochen haben, sich dann aber als echte Schätze herauskristallisierten, und ich habe wirklich großartige Menschen kennengelernt, die meine Leidenschaft für besondere Bücher teilen.

Zum anderen wird es die Königskinder bald nicht mehr geben. Die Bücher werden natürlich noch erhältlich sein (irgendwann allerdings nur noch über Gebrauchtbüchershops und moderne Antiquariate), aber das Imprint wird eingestellt. Da sich der Königskinderverlag leider nicht rechnet, muss Carlsen seine feine kleine Schwester vom Markt nehmen. Im Frühjahr 2018 wird mit dem Titel "Der Vorhang fällt" das letzte Programm erscheinen. Mehr dazu kannst du hier nachlesen.






Um nun nicht traurig in die Abstimmung zu gehen, noch eine erfreuliche Nachricht: das Königskind "Der Geruch von Häusern anderer Leute" hat den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Jugendbuch gewonnen.


Das sind die Nominierten. Zur Abstimmung gelangst du hier entlang.






„Die wirkliche Wahrheit“ | Dan Gmeinhart | Sandy von Nightingale's Blog



Mark ist ein ganz normaler Junge. Eigentlich. Er hat einen Hund namens Beau und eine beste Freundin namens Jessie. Er fotografiert gerne und träumt davon eines Tages einen Berg zu besteigen.
Aber in einer Hinsicht ist er anders. Mark ist krank. Krankenhaus krank. So krank, dass er vielleicht nicht wieder gesund wird.
Mark haut ab – Beau immer an seiner Seite. Im Gepäck seine Kamera, sein Notizbuch und einen Plan, wie der den Gipfel von Mount Rainier erreichen kann. Und wenn es das Letzte ist, was er tut.
Eine Geschichte über einen Jungen, der einen Berg besteigt und über ein Mädchen, das zurückbleibt. Eine Geschichte über große Fragen und kleine Augenblicke. Und über stillen Mut, Entschlossenheit und den treusten Hund der Welt. (Quelle: Carlsen)

Ich möchte gerne „Die wirkliche Wahrheit“, das Debüt von Dan Gemeinhart nominieren. Eine Geschichte über Stärke, Mut & Freundschaft. In Zeiten wie diesen brauchen wir solche Bücher mehr denn je.



„Mein Name ist nicht Freitag“ | Jon Walter | Anja von Der Bücherblog



Samuel ist bei Gott. Seltsam nur, dass es im Himmel stockdunkel ist, die Vögel trotzdem singen und dass er gefesselt ist. Als er vor Gottes Angesicht tritt, sieht der eher aus wie Der Teufel. Und Der Teufel nennt ihn Freitag und verkauft ihn als Sklaven an einen weißen Jungen, der gerade mal so alt ist wie Samuel. Für 600 Dollar. Er kommt auf eine Plantage in Mississippi, wo es keinen interessiert, wer er ist, dass er lesen kann, dass er zu seinem kleinen Bruder muss. Aber der Bürgerkrieg rückt immer näher – und damit auch die Hoffnung auf Freiheit. (Quelle: Carlsen)

Ich nominiere diesen Monat "Mein Name ist nicht Freitag", das ich mir gerade gekauft habe. Der Klappentext zeigt bereits, dass diese
Geschichte keine leichte Kost wird, aber trotzdem bin ich schon sehr gespannt auf das Buch, vor allem darauf, wie und ob der Autor den Bürgerkrieg in Samuels Erlebnisse mit einbringt.





„Die Anarchie der Buchstaben“ | Kate de Goldi | Dani von Brösels Bücherregal



***Schön durcheinander!***
Jeden Donnerstag besucht Perry ihre Oma im Heim Santa Lucia. Oma weiß nicht immer, wer Perry eigentlich ist, und außerdem findet sie, Perry sei ein Jungenname. Aber Perry macht das nichts aus. Und dann hat sie diese gute Idee mit dem Abc! Ein Buch über alle und alles in Santa Lucia, bei dem Oma und die anderen mitmachen sollen. Es geht zwar etwas durcheinander, und das Ganze wird eher ein Acb oder ein Abv. Aber ein bisschen Anarchie hat noch niemandem geschadet. (Quelle: Carlsen)

Im letzten Monat war es "Die Anatomie der Nacht", jetzt soll es "Die
Anarchie der Buchstaben" sein! Die Geschichte der kleinen Perry und
dem Abc zusammen mit ihrer Oma klingt einfach zu witzig, um sie nicht
zu lesen. Ich erhoffe mir damit eine charmante Story, die gern auch bewegend sein darf. Und vor allem: Würdest Du das hier nun lesen, wenn es keine Buchstaben gäbe?





"Café Morelli" | Giancarlo Gemin | Nils von Bunteschwarzweisswelt



Als der vierzehnjährige Joe erfährt, dass das Café seines geliebten nonnogeschlossen werden soll, ist er entsetzt! Und schwört sich, alles zu tun, damit das nicht passiert. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn die glorreichen Zeiten des "Morelli" scheinen vorüber. Zum Glück aber hat Joe nicht nur den italienischen Dickkopf seines Großvaters geerbt, sondern in seiner Cousine Mimi auch eine raffinierte Köchin, die mit ihren großartigen Gerichten die gesamte Straße in Verzückung versetzt. So weht durch das kleine walisische Viertel bald schon ein Hauch Dolce Vita. Und Joe muss feststellen: Familie, Freunde und die beste Pasta der Welt – manchmal braucht es einfach nur die richtigen Zutaten. (Quelle: Carlsen)

Ich finde den Klappentext einfach nur toll! Das Buch hört sich so so schön an. Ich habe noch nie etwas in die Richtung gelesen und bin deshalb umso gespannter, was es mit dem Café und dem Protagonisten auf sich hat!





„Nicht nur ein Liebesroman“ | Emma Mills | Anni von Bücherstapel



Die siebzehnjährige Sloane hätte nie gedacht, dass sie nach ihrem Umzug von New York nach Florida so schnell Freunde finden würde – vor allem nicht in der glamourösen Vera und ihrem Zwillingsbruder, dem ernsthaften und stillen Gabe. Durch sie beginnt Sloane, sich ganz allmählich zu öffnen. Und lernt bei ihrer Suche nach einem verschollenen Bild schließlich sogar, wie viel Liebe im Leben und in ihr steckt ... (Quelle: Carlsen)

Jane & Miss Tennyson hat mir schon wahnsinnig gut gefallen, daher freue mich darauf zu erfahren was in dem neuen Werk von Emma Mills so passiert (besonders da es ja mehr als „nur ein Liebesroman" sein soll). Die Leseprobe macht Lust auf mehr und das Buch ist einfach mega schön!









„Anders“ | Andreas Steinhöfel | Nanni von Fantasie und Träumerei



Nach dem Unfall sind Zeit und Welt aus den Fugen. 263 Tage liegt der Winterjunge im Koma, exakt die Anzahl jener Tage, die seine Mutter vor elf Jahren mit ihm schwanger war. Dann erleben die Menschen um ihn herum ein Wunder: An einem prächtigen Sommertag kehrt Felix Winter zurück ins Leben. Und nennt sich von nun an anders, nämlich Anders. Er hat keinerlei Erinnerung mehr an die Zeit vor dem Unfall oder an den Unfall selbst … und es gibt jemanden, der alles dafür tun wird, dass das so bleibt. (Quelle: Carlsen)

"Fast jeder Mensch, da machte sie selber bestimmt keine
Ausnahme, war in irgendwelche Zwänge eingebunden, wurde von inneren und äußeren Einflüssen bestimmt, die sich seinem Willen und seinem Zutun entzogen. Aber wer zwischen vollmundig und malzig lebte, der lebte unmöglich wirklich." Diese Worte sind aus dem Roman "Anders" von Andreas Steinhöfel. Ein Roman, dessen Thematik in jede Zeit passt, mich momentan aber mehr beschäftigt, als sonst. Es ist eins der Bücher, die zeigen wie besonders, wie anders und wertvoll die Geschichten aus dem Königskinderverlag sind und deshalb ist das Buch meine Nominierung für den Monat November.





„Der Gesang der Nachtigall“ | | Ina von Ina's little Bakery



England 1919. Seitdem sie und ihre Familie nach Hope House gezogen sind, ist die zwölfjährige Henry ganz auf sich allein gestellt. Mama ist krank, Vater arbeitet außer Landes und Nanny Jane muss sich um Baby Piglet kümmern. Sich selbst und ihren Büchern überlassen, beginnt Henry, ihre neue Umgebung zu erkunden: das große Haus mit seinem vergessenen Dachboden, das geheimnisvolle Licht, das jenseits des Garten durch die Bäume schimmert, und die geisterhaften Schatten, die niemand außer ihr zu sehen scheint. Und auch niemand außer ihr scheint zu merken, in welcher Gefahr ihre Familie schwebt ... (Quelle: Carlsen)

Ich entscheide mich für eine königliche Neuheit und mein aktuelles Lieblingskönigskind "Der Gesang der Nachtigall". Warum? Weil es ganz großartig ist, weil Henry so eine starke, mutige Protagonistin ist, die mich sehr beeindrucken konnte und weil die Geschichte einfach superviele Facetten hat und immer wieder überraschen konnte.




Stimme hier vom 20.10. - 24.10.2017 um 23:59 Uhr für deinen Favoriten ab.




JANUAR | "Salz für die See" von R. Sepetys


Ich habe viele Tränen geweint. Tränen der Trauer, der Wut und Tränen der Hoffnung in Hoffnungslosen Situationen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich jemals ein Buch gelesen habe, das mich so bewegt hat.

"Salz für die See" ist ein außergewöhnliches Buch. Nicht in seiner Thematik, aber in seiner Umsetzung. Gefühlt geht jedes einzelne Wort tief unter die Haut. Brennt in den Kopf was einmal war und nie mehr so sein soll. Es ist ein Buch, das absolut jeder lesen sollte.

FEBRUAR | "Alles, was ich sehe" von M.L. Curtis


"Alles, was ich sehe" lebt von seinen Protagonisten. Ob Maggie mit all ihrer Wut und Verzweiflung, der stille Mason oder die extrem optimistische Clarissa - sie alle tragen dazu bei, dass dieser Roman eine wundervolle Erzählung wird.

Ein ganz besonderer Protagonist ist Ben. Er ist Autorin Marci Lyn Curtis wirklich gut gelungen. Ein Mensch, den ich gerne einmal treffen würde.

MÄRZ | "Das Schloss in den Wolken" von L. M. Montgomery

"Das Schloss in den Wolken" ist ein zeitloser Roman über Träume und den Mut diese in die Tat umzusetzen. Ich selbst trage die Verantwortung für mein Glück. Protagonistin Valancy geht mit gutem Beispiel voran und zeigt mir, dass nichts unmöglich ist, scheint es auch noch so schwierig.


APRIL | "Der Koffer" von R. Roe


Bevor ich mit "Der Koffer" begonnen habe, wusste ich, dass eine sehr bewegende und bedrückende
Geschichte auf mich zukommt. Dass der Roman solche Ausmaße annimmt, dass es diesen Verlauf gibt, der weit ab von dem ist, was man einen normalen Umgang mit Kindern und Jugendlichen nennt, damit habe ich nicht gerechnet. Robin Roe hat mich zutiefst erschüttert. Es macht mich traurig daran erinnert zu werden, dass es Menschen gibt, die so mit anderen umgeht. Und trotzdem gibt es ganz viele Momente, die mir ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Einfach, weil es nicht nur böse Menschen gibt, sondern auch ganz nette, die Anteil nehmen am Schicksal ihrer Mitmenschen, die sich interessieren und ihr Herz für Andere öffnen, egal welcher Herkunft, Hautfarbe oder sozialer Schicht sie entstammen.

MAI | "Der Geruch von Häusern anderer Leute" von B.-S. Hitchcock


„Der Geruch von Häusern anderer Leute“ hat sehr viel in mir ausgelöst. Die Schicksale der Jugendlichen sind keine leichte Kost und nur schwer verdaulich. Immer dann, wenn ich am wenigsten damit gerechnet habe, haben sie wieder unter der vollen Härte des Lebens leiden müssen. Das hat mich emotional ziemlich aufgewühlt und immer wieder das Buch aus der Hand legen lassen, obwohl die darin konzipierte Spannung nach weiterlesen verlangte.


JUNI | "Zwillingssterne" von C. Moracho


Im Großen und Ganzen hat mir der Roman ganz gut gefallen. Die Grundidee ist gut und die Schreibe
holt mich dort ab, wo ich es nicht vermutet hatte. Eine kleine Kritik habe ich aber doch. Ab und an habe ich das Gefühl, dass sich die Autorin verzettelt. Weniger ist mehr. Hier und dort ein paar Szenen eingespart und die eigentliche Situation, die Schwierigkeiten, die Althea und Oliver belasten, ihr Leben zu einem Vulkan kurz vor dem Ausbruch werden lassen, mehr auf den Punkt gebracht. Das hätte ich mir gewünscht.

JULI | "Jane & Miss Tennyson" von E. Mills


„Jane & Miss Tennyson“ ist das mehr als gelungene Debüt der Vloggerin Emma Mills. Zwischen
Devons romantischen Wünschen nach der großen Liebe, offenbart sich ein Roman mit viel Tiefgang. Ein Roman, der zeigt wie wichtig es ist eine eigene Meinung zu bilden und nicht hinter Oberflächlichkeiten herzurennen. Geschrieben von einer Autorin, die offensichtlich weiß wie wichtig wahre Freundschaft ist und was sie bedeutet.




AUGUST | "Winger" von Andrew Smith 


"Winger" hat mich echt umgehauen. Hier und da gab es zwar einige 
Längen und vielleicht wurde auch etwas oft, das Wort "pervers" genannt, ohne dass mir die Wichtigkeit der häufigen Nennung klar war, aber letztendlich ist es eine Geschichte, die mich beeindruckt und für ordentlich Gänsehaut gesorgt hat. Die ausgewogene Mischung aus Drama und Humor, sowie der extrem starke Protagonist Ryan Dean, der aufzeigt wie unterschiedlich Selbstbild und Außenwahrnehmung sein können und wie wichtig Freundschaft ist, hat bei mir einen bleibenden Eindruck 

12.10.17

[Kurz gesagt] Der Gefangene des Himmels | Carlos Ruiz Zafón




Der packendste und temporeichste Roman des großen Carlos Ruiz Zafón, der mit den beiden Weltbestsellern ›Der Schatten des Windes‹ und ›Das Spiel des Engels‹ Millionen Leser auf der ganzen Welt in den Bann schlug.
Jäh wird das traumschöne Barcelona aus dem Schlummer gerissen und zum Schauplatz eines rasanten Abenteuers: Als Fermín, ein charmanter Herumtreiber, überraschend Besuch von einem mysteriösen Fremden bekommt, holen ihn finstere Intrigen aus der Zeit des Spanischen Bürgerkriegs ein. Sie bedrohen nicht nur sein Leben und Liebesglück, sondern schlingen sich bald auch um das Glück seiner Freunde … Spannender als je zuvor entführt uns Carlos Ruiz Zafón mit erzählerischem Furor in eine magische Geschichte von Verfolgung, Liebe und Freundschaft.
(Text & Cover: © S. Fischerverlage; Foto: ©N. Eppner)

Als Temporeichsten Zafón Roman kann ich "Der Gefangene des Himmels" leider nicht beschreiben, so kurz nachdem ich "Das Spiel des Engels" in nur wenigen Lesestunden verschlungen habe, aber er ist sicher einer der schwierigsten was das handwerkliche Geschick betriftt.

Da Zafón aber ein Meister seines Fachs ist, hat er es gut geregelt eine Verbindung zu schaffen zwischen seinen Roman, die nach dem Lesen der ersten beiden Teile ("Der Schatten des Windes", "Das Spiel des Engels") eine eher leichtläufige Verbindung in sich trugen. "Der Gefangene des Himmels" ist der perfekte Mittelsband. Schafft Brücken, wo zuvor eine Klippe schien, gibt Erklärungen für Fragen, die mich als Leser in manchen Bereichen im Dunkeln tappen ließen.

Den Einstieg zu bekommen war nicht ganz leicht. Zu Anfangs hatte ich zwar das Gefühl wieder in die alten Geschichten des Friedhofs der vergessenen Bücher einzusteigen, dann kam aber erst einmal ein atmosphärischer wie inhaltlicher Wandel, dem zu folgen nicht ganz leicht war. Für mich ist "Der Gefangene des Himmels" nicht der beste Zafón, aber ich habe ihn trotzdem gerne gelesen.

Buchinfo:

S. Fischer 
416 Seiten
Fischer Taschenbuch
12,00 €
ÜBERSETZUNG: Peter Schwaar


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10.10.17

Ein französischer Sommer - Jessica Brockmole




1911. Die junge Clare wird nach dem Tod ihres Vaters von Schottland nach Frankreich geschickt. Allein in der Fremde findet sie Trost bei Luc, dem Sohn ihrer Gastgeber. Gemeinsam erleben sie einen unvergesslichen Sommer – bis Clare erneut aus ihrer Welt gerissen wird. Jahre vergehen, bevor sie nach Frankreich zurückkehrt. Doch der Krieg hat Lucs Leben unwiderruflich verändert. Ist die Liebe jenes Sommers stark genug, um wieder zueinanderzufinden?
(Text & Cover: © Randomhouse; Foto: © N. Eppner)


Im Sommerurlaub im Jahr 2014 habe ich ein Buch gelesen, das mich zutiefst berührt hat. Eine Liebesgeschichte bewegend und rau wie das Meer, das dem Roman zum Titel verholfen hat. Die Rede ist von Jessica Brockmoles Debüt "Die Liebe über dem Meer", einem Briefroman über die hoffnungsvolle Liebe zweier Menschen während einer hoffnungslosen Zeit.

Dass Jessica Brockmole keine so intensive Geschichte nachlegen kann, habe ich eigentlich auch nicht erwartet und daher war ich kein bisschen enttäuscht, als mich Clares und Lucs Schicksale nicht so sehr berührten, wie damals der Roman über Elspeth und David. Trotzdem spreche ich "Ein französischer Sommer" eine Leseempfehlung aus.

Das ist dieses junge Mädchen - Clare -, von der Mutter verlassen, den Vater an den Tod verloren, findet sie Obhut bei Lucs Eltern. Einem Künstlerpaar. Freunde ihrer Mutter, die ebenfalls Künstlerin war. Auch Clare hat das Talent hinter die Fassade zu schauen, Dinge genau betrachten zu können, Botschaften hinter Kleinigkeiten zu erkennen. Eigentlich müsste sie eine ganz gute Menschenkenntnis haben, doch leider wird diese beeinträchtigt durch die Verluste, die sie in ihren jungen Jahren bereits erlebt hat.

Luc ist ein sympathischer junger Mann. Bodenständiger als seine Eltern, bietet er Clare eine stabile Basis, um eine Beziehung zu entwickeln. Diese beläuft sich zunächst freundschaftlicher Natur,aber nach einiger Zeit nähern die beiden sich immer mehr an. 

Es scheint, als könne Clare endlich Vertrauen fassen. Doch dann wird Clares Leben komplett durcheinander gewirbelt und Luc gerät in die Fänge des Krieges, der seine Seele mit harter Kralle zerkratzt. Luc ist nicht mehr der Mensch, der er einmal war. Gibt es trotzdem Hoffnung für ihn und Clare die Freundschaft oder gar die Liebe wieder aufleben zu lassen?

"Ein französischer Sommer" ist lange Zeit einfach nette, kurzweilige Unterhaltung, geht dann Phasenweise in die Tiefe, birgt aber keine großen Überraschungen. Kultur und Krieg werden hier gekonnt miteinander verknüpft und auf recht eingängige Art und Weise dargestellt. Die Autorin macht sich Gedanken über menschliches Handeln, über die Wege, die dort hinführen, über Verantwortung und Schicksalsschläge. "Ein französischer Sommer" ist mehr, als eine Liebesgeschichte, aber nicht tiefgründig genug, um als historischer Roman über den ersten Weltkrieg zu bestehen. Trotz allem ist es ein unterhaltsames Buch, das ich gern gelesen habe.


Buchinfo:

Diana (August 2016)
416 Seiten
Paperback, Klappenbroschur
14,99 €
Originaltitel: At the Edge of Summer
ÜBERSETZUNG: Susanne Goga-Klingenberg
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Rezensionen: © 2017, Nanni Eppner

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