17.01.20

Legenden der Grisha | Leigh Bardugo




Im Herbst 2019 erschien die Trilogie "Legenden der Grisha" im Droemer Knaur Verlag im schicken neuen Gewand. Ein Schuber, den die Kräftemehrer zieren, die in Alinas Leben eine Rolle spielen und der durch eine hübsche Gestaltung und ein gutes Preisleistungsverhältnis besticht.

Mich konnte die Trilogie, die der Auftakt aller weiteren Romane ist, die im Grisha Verse angesiedelt sind, von der ersten Seite an begeistern. Hier und da empfinde ich kleine Längen und wer, wie ich bereits die Krähen Bücher gelesen hat, bemerkt, dass "Die Legenden der Grisha" sprachlich noch nicht so ausgereift sind, dass sie das Debüt der sympathischen Autorin sind, und nicht ganz an die folgenden Romane Bardugos heranreichen. Trotzdem ist diese Trilogie absolut lesenswert. Eine raue, magische Geschichte, die an alte Sagen erinnert. Mit Heldinnen und Helden, guten Geistern und dem Bösen, das im Gewand des verheißungsvoll Guten daherkommt. Spannend und fesselnd erzählt.

Legenden der Grisha 01. Goldene Flammen


Alina ist eine einfache Kartografin in der Ersten Armee des Zaren von Ravka. Jemand, der entbehrlich ist – ganz anders als ihr Kindheitsfreund Malyen, der erfolgreiche Fährtenleser und Frauenschwarm. Doch als Alina Mal bei einem Überfall auf unerklärliche Weise das Leben rettet, ändert sich alles für sie, denn sie findet heraus, dass sie eine Grisha ist, die über große Macht verfügt.
Alina wird ins Trainingslager der Grisha versetzt, der magischen und militärischen Elite Ravkas. Dort findet sie einen ganz besonderen Mentor: Den ältesten und mächtigsten der Grisha, der nur der »Dunkle« genannt wird und der schon bald ganz eigene Pläne mit Alina verfolgt.
(Text & Cover: © Droemer Knaur)


Legenden der Grisha 02. Eisige Wellen


Nach ihrem furchtbaren Kampf gegen den Dunklen, den ältesten und mächtigsten der Grisha, mussten Alina und Mal aus Ravka fliehen. Doch selbst jenseits der Wahren See sind sie nicht sicher: Der Dunkle hat überlebt und ist entschlossener denn je, sich Alinas besondere Kräfte zunutze zu machen. Denn nur mithilfe ihrer Magie kann es ihm gelingen, den Thron von Ravka an sich zu reißen.
In die Enge getrieben, bittet Alina schließlich den berüchtigten Freibeuter Stormhond um Hilfe und macht sich auf, die Armee der Grisha anzuführen.
(Text & Cover: © Droemer Knaur)


Legenden der Grisha 03. Lodernde Schwingen


Tief unter der Erde versteckt sich Alina vor dem Dunklen, der nun endgültig die Macht in Ravka übernommen hat. Um sie hat sich ein Kult gebildet, der sie als Sonnenkriegerinverehrt – doch in den Höhlen kann Alina ihre Kräfte nicht anrufen. Und die einst mächtige Armee der Grisha ist fast vollständig zerschlagen.
Alinas letzte Hoffnung gilt nun den magischen Kräften des legendären Feuervogels – und der winzigen Chance, dass ein geächteter Prinz noch leben könnte. Gemeinsam mit Mal macht sich Alina auf die Suche. Doch der Preis für die uralte Magie des Feuervogels könnte alles zerstören, wofür sie so lange gekämpft haben.


Buchinfo:

Droemer Knaur (Oktober 2019)
Taschenbuch
1232 Seiten
ÜBERSETZUNG: Henning Ahrens
Einzeltitel je 12,99 €
Schuber 39,00 €


Rezensionen & Fotos: © 2020 Nanni Eppner



15.01.20

Nach dem Tod gleich links | Anna Buchwinkel




Else glaubt mit Ende 50 in Schlagersänger Bernhard Bardensiehl endlich die große Liebe gefunden zu haben, auch wenn sie ihn vorerst nur aus der Ferne anschmachtet. Doch der Tod macht ihr einen Strich durch die Rechnung, denn Bernhard verunglückt. So schnell lässt sich Else ihr Glück jedoch nicht nehmen und so verteidigt sie ihn gegen den Außendienstmitarbeiter des Todes, Detlef, der Bernhard holen soll. Als neuer Mitarbeiter der Life Limited Ltd. ist Detlef eigentlich dafür zuständig, Lebensfäden zu durchtrennen, findet jedoch bald mehr Gefallen daran, stattdessen Leben zu retten.  Während er sich mehr und mehr von seinem Arbeitgeber entfernt und schließlich eine Revolution beim Tod lostritt, beginnt für Else und ein ganzes Sammelsurium an schrulligen, aber liebenswerten Menschen, eine turbulente Reise, bei der es buchstäblich um Leben und Tod geht - und natürlich um die Liebe. (Text & Cover: © Piper; Foto: © N. Eppner)


Ich habe selten eine Geschichte gelesen, die witzig und rührend zugleich ist. Doch genau diese Eigenschaften vereint "Nach dem Tod gleich links", das Debüt der sympathischen deutschen Autorin Anna Buchwinkel, die glücklicherweise an ihrem zweiten Roman schreibt.

Im Klappentext wird die über 50-jährige Else als Protagonistin beschrieben, doch eigentlich gibt es gar keine Hauptfigur im Roman, sondern viele Figuren mit Lebensgeschichten, die auf der einen Seite sehr eigensinnig klingen, auf der anderen Seite aber auch aus deiner oder meiner Nachbarschaft stammen könnten. Das Leben schreibt eben die interessantesten Geschichten.

Das dachte auch Anna Buchwinkel und so hat sie einige in ihrem Roman zusammen getragen. Wer sich für Menschen und deren Schicksale interessiert, kommt hier voll auf seine Kosten.

Lebenswege, die in Kurven verlaufen und von vielen Steinen geprägt sind, werden auf Buchwinkels eigene Art gezeichnet. Mit viel Respekt vor den Schwierigkeiten, die sie durchlaufen müssen, aber einem gewissen Lächeln auf den Lippen. Getreu dem Motto "mit einem Lächeln ist alles leichter zu ertragen" bringt sie Leserinnen und Leser an schwierige Themen heran. Depressionen, Suizid, Verlust geliebter Menschen - Probleme, die im Buch angesprochen und sehr gut erklärt werden. Buchwinkel kennt sich mit psychischen Erkrankungen und Folgen von schwer zu verarbeitenden Schicksalssschlägen aus, das macht die authentische Darstellung eben solcher deutlich. Die Leichtigkeit mit der sie über diese Themen schreibt, sorgt dafür, dass sie für Leserinnen und Leser eingängig sind. Gleichzeitig gelingt es ihr Emotionen hineinzubringen, die Empathie wecken und Vorurteile auslöschen können.

Die Schreibe ist etwas eigenwillig und eventuell nicht jedermanns Geschmack. Ähnlich einem Theaterstück wechselt die Handlung in Akten. Beschreibungen zu Orten und Personen werden hinzugefügt. Der Erzählton ist inbrünstig und passt sehr gut zu den Ereignissen.

"Nach dem Tod gleich links" ist ein humorvoller Roman über Liebe, Hoffnung, über Geben und Geliebt werden, über Vertrauen und Mut. Ein Roman, in dem es sehr menschelt und der mit Witz und Charme berührt. Eine liebenswerte Geschichte, die ich sehr gerne weiterempfehle.


Buchinfo:

Piper (2019)
368 Seiten
Taschenbuch
14,99 €

12.01.20

[Monatsrückblick] Dezember 2019




Ich hoffe, ihr seid gut ins neue Jahr gekommen.

Etwas irritiert schreibe ich die 2019, aber ja, es stimmt: es ist schon fast die Hälfte des neuen Monats im neuen Jahr vorüber und ich tippe jetzt erst den Monatsrückblick für den Dezember des letzten Jahres. Nach spannenden und vollen ersten 2020er Tagen, finde ich heute endlich Zeit den Jahresausklang für euch festzuhalten. 

Erinnert ihr euch noch daran wie sehr ich mir einen besinnlichen Dezember wünschte? Wunsch erfüllt. Ich glaube wir hatten die schönste Vorweihnachtszeit, seit ich erwachsen bin. Sehr entspannt, voll von Weihnachtszauber und leuchtenden Kinderaugen, bereichert durch sehr gemütliche und herzliche Zeit mit lieben Menschen. So oder so ähnlich darf es im nächsten Jahr wieder laufen. Ab sofort sind Adventssonntag-Kaffeetrinken mit Herzensmenschen bei uns Tradition.



Trotzdem ist der Dezember viel zu schnell verflogen. Weihnachten erst Recht, obwohl es dies mal richtig entspannt war, weil wir uns wenig Terminstress gemacht haben und in keinem überfüllten Restaurant (still) sitzen mussten. Zwischen den Jahren dann zwei Tage Entschleunigung mit Magen-Darm. Juchuh! NICHT!

Silvester haben wir auch ganz ruhig mit Freunden gefeiert. Zumindest mein Mann. Ich habe die um 21 Uhr getätigte Aussage der Räubertochter "ich bin müde. Ich will ins Bett" ganz freudig in die Tat umgesetzt. Silvester ist einfach nicht so meins. Raketen und Feuerwerk kaufen wir gar nicht. Aus Klima- und Tierschutzgründen. Und all dieser Dreck am nächsten Tag...bäh!

Entspannt und zufrieden schaue ich auf das alte Jahr zurück und freue mich auf all die Herausforderungen und Abzweige des Lebenswegs, die 2020 für mich bereithält.

DEZEMBER:

66) "Phönix 02. Widerstand" | Michael Peinkofer | Piper
67) "We will fall" | Shannon Dunnlap | S. Fischer
68) "Land of Stories 01. Magische Welten" | Chris Colfer | S. Fischer Sauerländer
69) "Gut Greifenau 03: Morgenröte" | Hanna Caspian | Droemer Knaur
70) "Der Weihnachtosaurus" | Tom Fletcher | cbj
71) "Alles, was passiert ist" | Yrsa Dayley-Ward | Aufbau Blumenbar




Nach einem sehr vielversprechenden Einstieg in den Dezember war ich mir sicher, dass ich meinen Dezemberlesestapel (von mir im November vorbereitet) mühelos weglesen könne. Pustekuchen. Ich habe vier von sieben Büchern weggelesen, drei davon nahm ich mit in den Januar. 

Der Lesemonat Dezember war durchweg toll. Kein Flop, nur lesenswerte Bücher, die zu rezensieren ich aber leider noch nicht geschafft habe. 

Es ist wirklich schwierig ein Highlight herauszusuchen, weil es so unterschiedliche Bücher waren, aber der dritte Band der "Gut Greifenau" Saga hat mich wohl am meisten gefesselt. Ein Roman, der alles hat, was gute historische Unterhaltung braucht. Vielschichtige Charaktere, die das Leben und die Widrigkeiten des entsprechenden Zeitalters widerspiegeln, extrem spannende Handlungen und ein lehrreicher, sowie unterhaltsamer Blick in die Vergangenheit. Die "Gut Greifenau" Reihe kann ich euch nur absolut empfehlen.

Wie war dein Lesemonat Dezember? Welches Buch war dein Highlight?

Ein neuer Lesestapel für den Januar/ Februar steht auch schon bereit (man muss sich doch Ziele stecken!)



Rezensiert habe ich im Dezember tatsächlich nur zwei Bücher. Zwei zweite Bände vorm Jahreswechsel zu 2020 - ob das wohl ein Zeichen ist?? (Hoffentlich eines, das mehr Lese- und Blogzeit beinhaltet) Beide Rezensionen sind zu Büchern verfasst, die mir viel Freude bereitet haben. "Phönix. Widerstand", ein Jugendfantasyroman von Michael Peinkofer und "Hochzeit in der kleinen Sommerküche" von Jenny Colgan.

Im Beitrag Lieblingsbilderbücher stelle ich euch unsere Bilderbuchlieblinge vor. Kurz und knackig geschrieben. Ist vielleicht was für eure Kleinen dabei?



Im Beitrag "Besinnliche Weihnachtszeit" kannst du nochmal ausführlicher nachlesen, was uns in diesem im letzten Jahr geholfen hat, die Vorweihnachtszeit zu entschleunigen und nach unseren Vorstellungen zu gestalten.

Ich habe keinen klassischen Jahresrückblick geschrieben, aber wieder mal an der Buchse(a)iten Blogparade teilgenommen und über einige buchige Erlebnisse des Jahres geschrieben, sowie einige Gedanken zum neuen Jahr verfasst. Der Jahreswechsel fühlt sich für mich weniger wie ein Wechsel oder ein Schnitt an, als vielmehr eine Brücke, die Wünsche und Ziele miteinander verbindet. 

Wie ist dein persönliches Empfinden zum Jahreswechsel? Freust du dich auf 2020?

Im Dezember...


...war das Wetter traumhaft. Kalt und sonnig.

...gabs Bratäpfel.

...habe ich auf dem Balkon gesessen und gelesen.

...hatten wir herzige Familienzeit mit viel Geduld und Gemeinsamkeit.

...war das Licht magisch.

...haben wir das Gesetz der Weihnachtstassen eingeführt und zum Nachmittagskaffee Popcorn serviert.


10.01.20

[Geplauder] Wie ich zum Jahreswechsel etwas gegen Unzufriedenheit unternahm



Unzufrieden? Nicht rumjammern, sondern etwas verändern. Das ist etwas, dass ich versuche umzusetzen.

Deshalb stand mit dem Jahres- auch ein Stallwechsel an.
Ich muss ein bisschen ausholen...

Ich wurde in eine Pferdefamilie hineingeboren, sitze auf dem Pferd, seit ich zwei war, bekam mit fünf Jahren mein erstes eigenes Pony, bilde junge Pferde aus, seit meinem 14. Lebensjahr, unterrichte seit dem 16., absolvierte mit 20 meine Trainerausbildung. Meine Pferde Dark Pepper und Emma sind sekbstgezüchtet und ausgebildet.
In den letzten vier Jahren lag mein Fokus auf meiner Familie. Jetzt, da meine Mädchen etwas größer sind, möchte ich mich auch wieder mehr meinen Fähigkeiten und Leidenschaften widmen. Ich möchte mich fortbilden und meine Pferde nicht mehr nur streicheln, sondern auch wieder mehr reiten. Da Pepper nun schon etwas älter ist, ist die gymnastizierende Arbeit für ihn sehr wichtig, und Emma muss unbedingt etwas für ihre Figur tun. Nicht der Schönheit, sondern der Gesundheit wegen. Im neuen Stall passen die äußeren Umstände gut zu unserer Lebensführung, die Pferde sind artgerecht untergebracht, die Reitanlage passt besser zu unseren Anforderungen, dort sind einige Reiter auf ähnlichem Leistungsstand und externe Trainer*Innen ermöglichen Fort- und Weiterbildung von Reiter und Pferd. 

Das bedeutet für mich zwar eine Umstrukturierung unseres kompletten Tagesablaufs, aber ich war im letzten halben Jahr so unzufrieden darüber, dass meine Fähigkeiten und die meiner Pferde brachliegen, dass es dringend erforderlich war, daran etwas zu ändern. Ich starte also ziemlich motiviert ins neue Jahr und freue mich auf all die Herausforderungen und Möglichkeiten, die diese Veränderung mit sich bringen wird.
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Wann warst du zuletzt unzufrieden? Was hast du geändert?Welche Pläne, die deine Wohlbefinden verbessern sollen, hast du für die kommende Zeit?



08.01.20

[Hörbuch] Mittagsstunde | Dörte Hansen | Sprecherin: Hannelore Hoger





Die Wolken hängen schwer über der Geest, als Ingwer Feddersen, 49, in sein Heimatdorf zurückkehrt. Er hat hier noch etwas gutzumachen. Großmutter Ella ist dabei, ihren Verstand zu verlieren, Großvater Sönke hält in seinem alten Dorfkrug stur die Stellung. Er hat die besten Zeiten hinter sich, genau wie das ganze Dorf. Wann hat dieser Niedergang begonnen? In den 1970ern, als nach der Flurbereinigung erst die Hecken und dann die Vögel verschwanden? Als die großen Höfe wuchsen und die kleinen starben? Als Ingwer zum Studium nach Kiel ging und den Alten mit dem Gasthof sitzen ließ? Mit großer Wärme erzählt Dörte Hansen vom Verschwinden einer bäuerlichen Welt, von Verlust, Abschied und von einem Neubeginn.
(Text & Cover: © Randomhouse; Foto: © N. Eppner)

"Mittagsstunde" fühlt sich an wie ein Tag auf dem Land. Ein Besuch in einem Dorf, das ein Dorf meiner Heimat sein könnte. Ich fühle mich zurückversetzt zu all den kleinen Problemen und Wehwehchen, zu den Geheimnissen, die mal mehr, mal weniger schwer wiegen, zu Hoffnungen, Sehnsüchten, Träumen und dem Abschied von eben diesen.

Wie auch "Altes Land" ist "Mittagsstunde" in einem ruhigen Ton erzählt, der von Sprecherin Hannelore Hoger perfekt aufgegriffen wurde. Es gibt keine Spannungsbögen und doch muss ich immer wieder zurückkehren zum Roman. Es ist die Dramatik der kleinen Dinge, der kleinen Wendungen, der einzelnen Schicksale, die an den Roman und vor allem an dessen Figuren fesselt.

Wer Hansen liest / Hoger hört, muss zurückfahren. Entschleunigen. Darf keine Rasanz erwarten. Weder im Erzählstil, noch in den Handlungen. Es gibt etliche Geheimnisse, die manchmal keine sind, und es gibt Wendungen. Wenige, kaum unerwartete. 

Hansen hat ihren eigenen Stil. Passend für ihre Romane, die gefühlt aus der Zeit fallen. So wie auch ihre Figuren. Charaktere, von denen man glaubt, dass es solche nicht mehr gibt, und die doch vielerorts noch anzutreffen sind. Auf dem Dorf. Darf ich als Dorfkind sagen.

Die Stimmung, die Mittagsstunde transportiert, ist etwas, das mir auch schon im echten Leben begegnet ist. In Dörfern, in denen der Altersdurchschnitt steigt, weil die jungen Leute weggehen. In die Stadt ziehen. Junge Menschen, die beim Heimkommen eine gewisse Sehnsucht verspüren und doch wieder weggehen. Die immer seltener wiederkommen und immer länger fortbleiben, bis das Vergessen das Heimweh weggespült hat.

Hansen erzählt von einem Wechsel der Generationen, einem Wechsel der Ansprüche und der Wünsche. Vom Verfall einer vertrauten Welt und davon, dass etwas Neues etwas Gutes sein kann. Dass aus dem Wagnis, den eigenen Ort der Sicherheit zu verlassen, etwas Gutes entspringen kann. In ihrem Erzählton, den Hoger wiedergibt, als wäre es ihr eigener. Der mir in "Altes Land" extrem gut gefallen und in "Mittagsstunde" etwas zu langsam war. Ich spreche gerne eine Empfehlung für die Kombi Hansen / Hoger aus.


Hörbuchinfo:

Randomhouse Audio (Oktober 2018)
9 CDs
11 Std 31 Min
22,00 €

01.01.20

Gedanken zum Neuen Jahr





Heute ist der erste Tag des neuen Jahres. 

Bei uns ist gerade alles so sehr im Fluss, dass ich den Jahreswechsel nicht als Wechsel oder Cut oder Tür empfinde, sondern als Brücke, die Erlebtes, Erlerntes und Pläne verbindet.

Ja, 2019 hatte Höhen und Tiefen, aber es sind vor allem die Höhen, die mir im Gedächtnis geblieben sind und die dafür sorgen, dass ich ganz viele positive Gefühle mit ins neue Jahr trage.

Es gab Dinge und Situationen mit denen ich nicht so glücklich war. Unzufriedenheit hat sich durch meine Gedanken gefressen und eine Zeit lang habe ich dies als negativ angesehen. Bis ich erkannte, dass es ein Antrieb ist in Bewegung zu bleiben. Zu hinterfragen, auszuprobieren, zu springen. Ob ich in die richtige Richtung gehe, weiß ich nicht, aber ich werde es nur erfahren, wenn ich es ausprobiere.

Zum Ende des Jahres habe ich einen sehr guten Weg entdeckt zu meiner inneren Balance zu finden. Mein Geist fühlt sich ausgeruht und gefestigt an und sprüht vor Energie. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, was meine Leidenschaft sind und wie ich diese pflegen kann. Aber auch, wie ich meine Komfortzone verlassen und durch Übertreten der Wohlfühlgrenze zu Neuerungen gelange, die mich bereichern und wachsen lassen.




Neben all der Selbstfürsorge, ist es mir wichtig auf die Bedürfnisse meiner Kinder zu achten und einzugehen. Meine Mädchen sind großartig und in den letzten Wochen ist das Miteinander entspannter und harmonischer. Wir können gut miteinander kommunizieren und lachen viel. Lachen hilft.

Natürlich gibt es auch miese Laune und schlechte Tage, aber wir haben gelernt dem weniger Raum zu bieten. 

Ich bin seit Wochen motiviert und freue mich auf das was kommen wird. Egal ob in 2020, 2021 oder 2034.

Nicht nur zum Jahreswechsel, sondern täglich bin ich dankbar für all das Glück, die Liebe und die Freude, die mir meine beiden wundervollen Mädchen, mein Herzensmann und all die lieben Menschen in unserem Leben geben.
Cheers!

Hab ein glückliches, zufriedenes, abwechslungsreiches neues Jahr und denke immer dran viel zu lachen ;) 




29.12.19

Die 11. BuchSe(a)iten Blogparade




Zum 11. Mal findet die Buchse(a)iten Blogparade statt. Vielen lieben Dank, liebe Petzi, dass du seit ein paar Jahren die Organisation dafür übernimmst.

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat? (und Begründung)


"We will fall. Eine Liebesgeschichte" von Shannon Dunnlap. Erwartet habe ich eine typische Jugendlovestory. Toller Typ, Muskeln, Outfit, coole Musik, schmalzi hier, kitschi da. Bekommen habe ich ein Drama vom allerfeinsten. Sprachlich großartig. Extrem spannend. Sozialkritisch, aufklärend, Richtungsweisend für einige AutorInnen im Genre Jugendbuch. Ja, es gibt eine Liebesgeschichte, aber sie ist so rau, so echt, so dramatisch, dass ich sie unglaublich gerne gelesen habe. Für mich eine DER Entdeckungen des Jahres (Rezi folgt. Falls du neugierig geworden bist, lies dir doch schon mal die Meinung von Ina durch).




Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat? (und Begründung)


Ja, da gab es so zwei, drei. Z.B. "Dry" von Neal & Jarrod Shusterman, die sich dem spannenden Thema Wassernot angenommen haben, dies aber überhaupt nicht spannend umgesetzt haben. Klimawandel, Wasserknappheit, Rationierung des Selbigen. Klingt nach SciFi, könnte aber schon in naher Zukunft auch unser Problem werden. Zum Teil gibt es Länder, die nur eine tägliche, unzureichende Wasserration zugewiesen bekommen. Ein Notstand, der weitreichendere Folgen hat, als ich mir vorstellen möchte. Eine Romanbasis, die kaum interessanter sein könnte. In meinen Augen von Vater und Sohn völlig daneben niedergeschrieben. Gleicht eher einer TV Billigproduktion, denn einem Roman, der bewegen und aufrütteln soll.



Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?


Ingrid Noll und Lenz Koppelstätter
Ich lese selten Krimis und wenn, dann dürfen sie nicht blutrünstig sein, sondern müssen mich auf Zwischenmenschlicher Ebene begeistern. Durch Humor oder sehr charismatische Figuren. 
Noll schreibt mit spitzer Zunge, schwarzem Humor, kreiert Morde im Alltag von Menschen, die auch deine Nachbarn sein könnten. Morde, die aus Versehen geschehen oder auch gewollt. Die nicht blutrünstig sind und trotzdem spannend sind. Oder zu Erheiterung führen.
Koppelstätter fängt mich vor allem mit Lokalkolorit meiner Lieblingsurlaubsgegend Südtirol. Gepaart mit verschrobenen Figuren. Passt!

 


Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?

Das des Bilderbuchs (für Erwachsene) "Mama" mit Texten von Hélène Delforge und Illustrationen von Quentin GrébanDas Cover spiegelt so wunderschön die sehr, sehr berührenden Texte und Zeichnungen wieder. "Mama" hat mich dazu bewegt den persönlichsten Text meines Bloggerlebens zu schreiben. Darüber wie es ist Mutter zu werden und gleichzeitig die eigene Mutter zu verlieren. "Mama" ist nicht nur für Mutter gedacht, sondern auch für Töchter und Söhne, Großmütter und alle, die verstehen, vergeben und lieben möchten.



Welches Buch wollt ihr unbedingt 2020 lesen und warum?

Eins?? Ich werde mich Stapel für Stapel, Monat für Monat durcharbeiten. Reihen wie "Die 13 Gezeichneten" und "Weltenwanderer" beenden. SuB-Leichen wie "Was man von hier aus sehen kann" befreien und der ein oder anderen Neuerscheinung hinterherjagen. Welche das sein werden, weiß ich noch gar nicht so genau, da ich noch nicht viel Zeit hatte, um Vorschauen durchzusehen oder entsprechende Blogbeiträge zu lesen. Aktuell ist meine Wunschliste aus 2019 noch so lang, dass ich vermutlich erst 2023 damit fertig bin, diese durchzuarbeiten.
Im Januar werde ich mich auf jeden Fall den Büchern widmen, die auf diesem Foto aufgestapelt sind.



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