31.12.18

Die Chroniken von Azuhr 02: Die weiße Königin | Bernhard Hennen




Auf der Insel Cilia eskaliert der Konflikt zwischen der Liga der Stadtstaaten und den Herzögen des Schwertwaldes. Die militärische Übermacht der Liga ist erdrückend, und die Hoffnung der Waldbewohner ruht auf einer alten Sage, dass in der Stunde der größten Not die Weiße Königin, die ehemalige Herrscherin des Waldes, zurückkehren wird. Doch wie groß muss die Not werden, bis sich dies erfüllt? 
Milan Tormeno versucht, den Wirren des Krieges zu entgehen, denn in seinen Augen kämpft keine von beiden Seiten für eine gerechte Sache. Doch es droht eine weitere Gefahr: Überall auf der Insel erwachen Märengestalten zu neuem Leben. Erst allmählich begreift Milan, wie er dieser magischen Wesen Herr werden – und die Wirklichkeit verändern kann.
(Text & Cover: © S. Fischerverlage; Foto: © N. Eppner)


Im Mai 2018 hatte ich das Glück Bernhard Hennen bei einem Meet und Greet zu treffen und einen Ausschnitt aus "Die weiße Königin" vom Autor persönlich vorgelesen zu bekommen. Es war eins der eher märchenhaften, poetisch geschriebenen Kapitel, dem ich mit großem Vergnügen lauschte, das aber nichts über das Buch als Gesamtwerk verriet. Gedruckt war "Die weiße Königin" zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Spannung, Komplexität und Vielfalt der Ideen brachen völlig überraschend über mich ein, als ich den zweiten Teil der Chroniken von Azuhr zur Hand nahm.

Der Einstieg in den Roman hat mich erstmal ein wenig gefordert. Teil zwei knüpft nicht nahtlos dort an, wo Band eins endet und auch die Art der Handlungen und der Erzählton sind etwas anders, als im Auftakt der Trilogie. Und doch konnte mich Hennen ganz schnell wieder so sehr fesseln, dass ich alles um mich herum vergaß und in der Welt von Azuhr versank.

Auch in diesem Roman dreht sich die Achse des Denkens wieder um schwarz-weiß Strukturierung des Lebens. Nicht Alles lässt sich in einer Schublade ablegen, nichts ist, wie es scheint. Gut und Böse können kontrovers handeln und verschwimmen miteinander. Es gibt ganz klar Sympathien und Antipathien für Charaktere, aber diese lassen sich nicht eindeutig in guter Mensch, böser Mensch unterteilen.

Hennen geht dem Gedanken nach wie es überhaupt dazu kommt, dass ein eigentlich guter Wille durch Ausführung zu einem handeln wird, das sich negativ auswirkt. Auf den Handelnden oder andere Betroffene, die ebenfalls im Kreis des Handelns stehen. Gekoppelt ist dies mit dem Thema wünschen. Was wäre, wenn Wunschdenken in Erfüllung geht? Ist das, was ich mir von anderen wünsche auch deren Glück?

Neben fesselnder Spannung konnte mich eben auch begeistern, dass Hennen ganz viele Fragen in mir aufgeworfen hat. Gerade was Fremdbestimmung in Verbindung mit Glück angeht. All diese Anstöße zum Nachdenken sind in eine Welt verpackt, die von Brutalität und Hoffnung, von Härte und Träumereien bestimmt wird.

Die Handlungen geladen von überraschenden Wendungen, die ich so nicht erahnt, an anderen Stellen vergeblich erhofft habe. "Die weiße Königin" hat mir noch eine Spur besser gefallen, als "Der Verfluchte" und ich wünschte, ich könnte Band drei schon jetzt in Händen halten. Welch negative Auswirkungen mein Wunsch auf den Autor, seine sympathische Lektorin oder die Mitarbeiter des Verlags hat, mag ich mir nicht vorstellen...



Buchinfo:

624 Seiten
Paperback
16,99 €

Reiheninfo:

1. Die Chroniken von Azuhr 01: Der Verfluchte
2. Die Chroniken von Azuhr 02: Die weiße Königin
3. Die Chroniken von Azuhr 03: Der träumende Krieger (ET: 25.09.2019)



Rezensionen: © 2018, Nanni Eppner

30.11.18

Die Dämonenkriege | Michael Hammant




Als der Dämonenjäger Ryk bei einem Einsatz seine beiden Gefährten an einen Dämon verliert, den es seit Hunderten von Jahren eigentlich gar nicht mehr geben dürfte, schwört er Rache. Währenddessen gelingt es der Gestaltwandlerin Catara, den wegen Mordes an seinem Vater angeklagten Thronprinzen Ishan aus dem Kerker zu befreien. Doch damit beginnen die Probleme für die beiden erst, denn all die dunklen Vorkommnisse sind nur die Vorboten eines drohenden Kriegs, der die Welt der Schwebenden Reiche in ihren Grundfesten erschüttern wird ...
(Text & Cover: © Randomhouse; Foto: © N. Eppner)


Mit gemischten Gefühlen klappe ich "Die Dämonenkriege" zu. Der Grundriss des Inhalts ist recht klassisch. Krieg zwischen verschiedenen Völkern, die alle nach Macht streben. In der Phantastik schon vielmals erzählt, doch immer wieder individuell. Bei Michael Hammants Roman habe ich nicht das Gefühl etwas zu lesen, was schon da war, obwohl ein Vergleich mit einem anderen bekannten Fantasyroman über Dämonen nahe liegen würde. Aber nein, Hammant hat mehr Neues erschaffen, als ich es erwartet hätte.

Punkten kann er definitiv auch mit seinen Protagonisten. Starke Figuren mit gut ausgearbeiteten Charaktereigenschaften, die sie sehr echt wirken lassen. Besonders Catara, die Gestaltwandlerin, ist eine spannende Figur, die immer wieder in schwierige Situationen gerät und mich damit ganz schön in Atem gehalten hat.

Grundsätzlich ist die Spannung leider ein Problem des Romans. Es ist wie eine Berg- und Talfahrt. Hammant kann mich immer mal fesseln und kurz drauf habe ich wieder das Gefühl dahin zu trudeln. Es fühlt sich an, als müssten Lücken mit belanglosem Geplänkel gefüllt werden. Den Dialogen fehlt es teilweise an Schwung und ich wünscht man hätte das Buch an diesen Stellen gekürzt. Ob das in der Realität wirklich machbar ist, weiß ich natürlich nicht.

"Die Dämonenkriege" ist ganz nette Unterhaltung mit ausdrucksstarken Charakteren, aber es fehlt mir ein wenig Rasanz, um mich wirklich restlos zu fesseln.


Buchinfo:

Heyne (2018)
752 Seiten
Klappenbroschur
14,99 €



Rezensionen: © 2018, Nanni Eppner

26.11.18

Meine beste Bitch | Nataly Elisabeth Savina (Herausgeber: Tilmann Spreckelsen)




Faina hat das Abi hinter sich. Endlich weg aus der miefigen Kleinstadt, fort von der analytischen Psychiaterin-Mutter, die alles zu durchschauen scheint. Endlich nach Berlin, wo alles so flatterhaft, kirschsaft-flirty und funky-glitzernd ist. Das Studium an der Kunsthochschule kann warten. Faina stürzt sich in die Großstadt: Freiheit, Nachtleben, Kultur und hemmungslose Liebe. Denn da ist Julian. Der angehende Performancekünstler, der so aufregend anders ist, mit dem alles so intensiv ist, dem Faina verfällt. Sie ist wie in Trance. Und dann der Schock: Julian verliebt sich in ihre beste Freundin Nike und verrät ihre Verbindung. Rasend vor Wut und Enttäuschung verwüstet Faina Julians Wohnung und tilgt die beiden wichtigsten Menschen aus ihrem Leben. Doch dann geschieht ein Unfall, der ihre Beziehung unter neue Vorzeichen stellt.
(Text & Cover: © S. Fischerverlage; Foto: © N. Eppner)


Der Titel "Meine beste Bitch" gefällt mir nicht so gut. Der Inhalt des Romans dafür umso mehr. Es ist Fainas Geschichte des Erwachsen werdens. Diese spannende Suche nach der eigenen Persönlichkeit, das Ausleben von verrückten Ideen, der Weg an Grenzen und darüber hinaus. Der Wunsch nach Zugehörigkeit und zeitgleicher Abspaltung von den Eltern und dem "Normalen" Individuell sein, ins Auge stechen, aber nicht auffällig sein. Ein schwieriges Entwicklungsstadium an das ich mich noch gut erinnern kann. 

Eine Zeit, die wir alle früher oder später mehr oder weniger intensiv durchleben und die deshalb ganz häufig Thema in Jugendromanen ist. Wie gelingt es Nataly Elisabeth Savina ihren Roman herauszuheben? 

Der Erzählton ist nicht besonders auffällig, wenngleich sie auch so gut ist, dass ich den Roman in Kürze verschlungen habe. Eingängig, lässig, aber mit Niveau. Nicht banal, nicht künstlich, spricht Savina nicht nur die Altersstufe ihrer Protagonisten an, sondern auch mich, die ich schon einige Jahre älter bin, als Faina, Nike und Julian.

" 'Geist, Seele, Gehirn, hinter jedem einzelnen Wort verbirgt sich ein komplexe Welt - jeder Begriff ist an sich schon ein Gedicht. Die Normalität ist kein Zustand, sie ist nur eine Behauptung. [...]' " (S. 90)

Womit Savina mich fesseln konnte, sind die Möglichkeiten, die sie in den Raum wirft. Entsprechend Fainas Wunsch nicht zur Norm zu gehören und sich damit von ihrem Umfeld, Eltern, Lehrer etc. zu distanzieren, entspricht auch der Verlauf der Geschichte nicht der Norm. Savina beschreibt Handlungen und lässt trotzdem ganz viel Raum für eigene Gedanken. Es schwingt immer ein "aber es könnte auch" oder "was wäre wenn" mit. Ganz bewusst spricht sie nicht alles an, was möglich wäre, sondern überlässt es meinen eigenen Gedanken, was ich im Roman sehen möchte. Manchmal kommt es auch einfach darauf an, wessen Perspektive ich einnehme. Mit wem ich gerade sympathisiere 

Faina z.B hat das Gefühl, dass sie einzig mit Nike glücklich sein kann. Dass Nike ihre beste Freundin ist, weil sie mit ihr sein kann, wie sie wirklich ist. Aber ist diese "wirkliche" Identität auch die, die gut für Faina ist? Und besteht lediglich eine Freundschaft oder ist es Liebe, die zu Handlungen treibt, die eine Gradlinigkeit des Lebens durcheinanderwirbeln. Und ist dieses Durcheinanderwirbeln positiv oder negativ?

" 'Wir suchen uns aus, was wir glauben wollen. Und leben das, was wir glauben wollen. Das macht uns aus. Deshalb darfst du nie etwas Schlimmes über dich denken. Jeder kann sein eigenes Leben verhexen oder verzaubern. Nur mit der Kraft der eigenen Psyche." (S. 234)

Ich mag es sehr, dass mir so viele Möglichkeiten eröffnet werden. Dass ich verschiedene Wege einschlagen kann. Dass meine Gedanken gefordert und bespielt werden. Dass Savina gegen Eintönigkeit arbeitet. Damit setzt sie stilistisch das um, was uns Jugend, was uns genau diese Zeit, in der wir auf der Schwelle zum Erwachsen werden stehen, bietet: eine Vielzahl an Pfaden, die alle zu einem Ziel führen. Dazu, dass Erfahrungen und Erlebnisse uns prägen und unsere Persönlichkeit bilden.

Leseempfehlung für "Meine beste Bitch".


Buchinfo:
288 Seiten
Hardcover
16,- €


Rezension: © 2018, Nanni Eppner

20.11.18

Die Stimmen des Abgrunds | Peter V. Brett




Nach Das Leuchten der Magie ist Die Stimmen des Abgrunds der packende zweite Teil des fünften Bandes von Peter V. Bretts Dämonensaga, der im Original unter dem Titel The Coreerschienen ist. Der letzte Krieg zwischen Menschen und Dämonen steht unmittelbar bevor, und die einzige Hoffnung der Menschheit ruht nun auf Arlen, seiner Frau Renna und seinem Rivalen Jardir. Denn nur, wenn es ihnen gelingt, den Willen eines der mächtigen Dämonenprinzen zu brechen und ihn zu zwingen, sie in den Abgrund zu führen, werden sie die dort herangezüchtete Dämonenarmee aufhalten können. Aber noch ist der Sieg gegen die Dämonen nur ein Traum …
(Text & Cover: © Randomhouse; Foto: © N. Eppner)


Das ist es nun also. Das Finale einer meiner allerliebsten Lieblingsreihen der Phantastik. Jahrelang habe ich Arlen beim Kampf gegen die Dämonen begleitet und nun ist alles vorbei. Ich bin ein bisschen traurig, denn jede Begegnung mit dem tätowierten Mann war für mich ein Fest. 

In all den vielen Bänden, die Bretts Dämonenreihe ausmachen, ist der Autor so viele Wege gegangen, dass sich verschiedene Möglichkeiten eröffneten, um die Reihe abzuschließen und natürlich habe ich mir im Vorfeld viele Gedanken darüber gemacht wie er die Serie wohl abschließen, wie er das Dämonenproblem wohl lösen wird. Werden die Dämonen gänzlich ausgelöscht? Wird der Horc verschlossen? Oder wird die Menschheit weiterhin nach Anbruch der Dunkelheit in Angst und Schrecken leben müssen?

Es ist schwierig etwas über das Buch zu schreiben, ohne zu viel zu verraten. Was ich sagen kann: es war wieder eine große Freude mir Arlen und Jardir in den Kampf gegen die Dämonen zu ziehen, Renna zu begegnen und mit Leesha für Gerechtigkeit zu sorgen. Obwohl ich nicht zu 100 % mit Brett mitgehen kann, was die Entwicklung einiger Handlungen und Figuren angeht, hat mich der Autor auch mit diesem Band gut unterhalten und einen runden Abschluss geschaffen.


Buchinfo:

Heyne (2018)
560 Seiten
Klappenbroschur
14,99 €
ÜBERSETZUNG: Ingrid Herrmann-Nytko

Reiheninfo:

1. Das Lied der Dunkelheit (The Painted Man)
2. Das Flüstern der Nacht (The Desert Spear)
3. Die Flammen der Dämmerung (The Daylight War)
4. Der Thron der Finsternis (The Skull Throne)
5. Das Leuchten der Magie (The Core)
6. Die Stimmen des Abgrunds (The Core Part II)


Rezensionen: © 2018, Nanni Eppner

16.11.18

Barbarentage | William Finnegan




Vor fünfzig Jahren verfällt William Finnegan dem Surfen. Damals verschafft es ihm Respekt, dann jagt es ihn raus in die Welt – Samoa, Indonesien, Australien, Südafrika –, als Familienvater mit Job beim New Yorker dient es der Flucht vor dem Alltag … Barbarentage erzählt die Geschichte dieser lebenslangen Leidenschaft, sie handelt vom Fernweh, von wahren Abenteuern und den Versuchen, trotz allem ein Träumer zu bleiben. Ein Buch wie das Meer, atemberaubend schön.
(Text & Cover: © Suhrkamp; Foto: © N. Eppner)


Ein Buch übers Surfen lesen, obwohl ich ein Kind des Waldes und der Berge bin und mit dem Meer gar keine Verträge habe? Das nennt man wohl einen Blick über den Tellerrand. Einer, der sich gelohnt hat.

Auch Finnegan kommt eher zufällig zum Surfen. Es ergibt sich eben so. Und dann kommt er nicht mehr davon los. Die Frauen, die er liebt, die Menschen, denen er seine Freundschaft schenkt, wechseln, aber das Surfen bleibt. Klingt nach kitschig-romantischen Vorstellungen eines Traums, der ein lockeres Leben beinhaltet, geprägt von keine Lust auf Arbeit und nur Vergnügen im Sinn. Ist es aber nicht.

Es ist eine Leidenschaft, eine Sucht, die Finnegan überkam und ihn seitdem nicht mehr loslässt. Egal wohin er geht. Es ist das was ihn am Boden hält. In die Realität zieht und gleichzeitig dabei hilft zu entfliehen, wenn die eigenen Probleme zu schwer auf den Schultern lasten. Wenn Ignoranz verblendet und Ereignisse der Welt schneller mitreissen, als Finnegan in der Lage ist ein eigenes Urteil zu bilden.

Schon lange, bevor er Berichterstatter in Kriegsgebieten wird, ist er mit Krisen konfrontiert. Rassismus auf Hawaii, Apartheit in Südafrika, der Stimmung des Vietnamkriegs etc. Er muss hart für seinen Lebensunterhalt arbeiten und genauso hart für die Ausbildung der eigenen Identität inmitten all dieser belastenden Szenen.

Die Idole seiner Jugend sterben - Hendrix, Morrisson, Joplin - und hinterlassen ein Loch, dass er wie viele andere auch, mit dem Verlust und der Suche nach einer eigenen Identität füllen muss. Es ist das Surfen, das ihm eine Orientierung bietet. Das ihn fast umbringt, aber auch am Leben hält. Dafür sorgt, dass er immer wieder aufsteht.

Maria aus dem Ocelot Berlin hat auf Instagram über das Buch geschrieben, dass es eine Art Entschleunigung ist, "Barbarentage" zu lesen. Ja genau - so ist es! Finnegans Sprache ist nichts besonderes. Ist einfach, klar, ruhig. Bindet mich an ein Thema, das mich bisher gar nicht interessierte und nimmt mich mit in Zeiten für deren Ereignisse, für deren Gefühle, ich noch zu jung bin. Ich fühle mich informiert und unterhalten. Lasse mich anstecken von Finnegans Leidenschaft für seine Leidenschaft. Nur Surfen möchte ich nach wie vor nicht.


Buchinfo:

566 Seiten
Taschenbuch
18,00 €
ÜBERSETZUNG: Tanja Handels


Rezensionen: © 2018, Nanni Eppner

13.11.18

Guter Hoffnung - Hebammenwissen für Mama und Baby | Kareen Dannhauer



Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit mit Baby - für viele Frauen sind das die intensivsten Monate ihres Lebens. Die Gefühle spielen verrückt, der Körper benimmt sich höchst eigenwillig, der Alltag steht immer wieder Kopf. In dieser Zeit ist eine gute Hebamme unersetzbar! Kareen Dannhauer beantwortet in diesem Buch die Fragen, die sie von zahllosen Hausbesuchen kennt. Ihre Antworten sind warmherzig, fundiert und mitten aus dem Leben. Sie verrät, was wirklich hilft, wenn es bei Mama oder Baby nicht rund läuft. Ob Naturheilkunde, Aromatherapie, Homöopathie oder Hausmittel – für jedes Problem in Schwangerschaft oder Wochenbett gibt es eine gute Lösung. Ein immenser Erfahrungsschatz, modern und bildschön gestaltet.
  • Alte und neue Hausmittel für Schwangerschaft und Babyzeit
  • Zeitgemäß aufbereitet - mit wunderschönen Illustrationen
(Text & Cover: © Randomhouse; Foto: © N. Eppner)


Fakt ist: dieses Buch hätte ich mir schon als Begleitung meiner ersten Schwangerschaft gewünscht. Und das, obwohl ich eine Hebamme hatte, die sehr kompetent war. Doch wer ruft schon die Hebamme wegen kleiner Wehwehchen an oder wegen Fragen, die banal klingen, sich aber ganz wichtig anfühlen? Bester Freund ist dann meist Google, was weder zu kompetenter Aufklärung führt, noch zu Beruhigung. Ganz im Gegenteil. Dannhauers Buch deckt so viele Bereiche ab, beantwortet Fragen und hält viele Tipps und Tricks bereit. Der Untertitel "ganzheitliche Begleitung" hat sich für mich genau so angefühlt.

Gegliedert ist der Inhalt in die Bereiche

  • Vorwort | Einleitung & Gebrauchsanweisung für das Buch
  • Frühe Schwangerschaft | Das erste Drittel
  • Mittendrin in der Schwangerschaft | Das zweite Drittel
  • Am Ende der Schwangerschaft | Das letzte Drittel
  • Essen für Zwei | Ernährung
  • Zeit der Vorbereitung | Kurz vor der Geburt
  • Der Weg zum Baby | Die Geburt
  • Die allerersten Wochen | Das frühe Wochenbett
  • Rückkehr zum Alltag | Das späte Wochenbett
  • AnhangKösel
Zu jedem Bereich gibt es entsprechende Unterthemen, die zu Beginn des Buches in einem Inhaltsverzeichnis aufgeführt sind. Am Ende des Buches gibt es noch ein alphabetisch geordnetes Stichwortregister, so dass man das Buch nicht nur in einem Durch lesen kann, sondern immer wieder ruck zuck Themen, die einen beschäftigen nachschlagen kann. Der Aufbau des Buches ist nicht nur übersichtlich, sondern auch sehr stilvoll und einladend.

Ich habe das Buch während meiner zweiten Schwangerschaft bekommen, in der ich einige gesundheitliche Probleme hatte und in der viele Fragen aufgeworfen wurden, mit denen ich in der ersten Schwangerschaft nicht konfrontiert wurde. Ich hatte eigentlich so gut wie immer das Gefühl in "Guter Hoffnung" eine umsetzbare Antwort zu finden.

Besonders gut gefällt mir, dass Dannhauer sehr unaufgeregt mit den Themen umgeht und ich mich gleichzeitig sehr ernst genommen fühle. Das beruhigt ungemein in einer sehr aufregenden Zeit. Sie zeigt, dass es nicht DEN einen Weg geht, sondern verschiedene Möglichkeiten zu denen Frau Vertrauen haben kann, egal welche Vorerfahrungen sie gemacht haben. 

Für mich ist "Guter Hoffnung - Hebammenwissen für Mama und Baby" DAS Begleitbuch für die Schwangerschaft. Lektüre, die beruhigt und Ängste nimmt und gut versorgt. Natürlich ersetzt es keine Hebamme, aber ich glaube, dass es sich sehr gut mit dem Wissen praktizierender Hebammen deckt. Es gibt Sicherheit durch Aufklärung. Je mehr ich als Mutter weiß, desto mehr kann ich für mich, für meine Wünsche während Schwangerschaft und Geburt einstehen. Ein Buch wie ich es mir auch als Begleitung für das erste Lebensjahr meines Kindes wünschen würde.




Buchinfo:

Kösel (2017)
448 Seiten
Paperback, Klappenbroschur
25,00 €


Rezension: © 2018, Nanni Eppner

11.11.18

#Herbstliebe | Ideen für einen gemütlichen Herbsttag

Für mich ist der Herbst eine der schönsten Jahreszeiten. Die Natur verändert sich, stellt sich darauf ein, dass der Winter kommt und alle Wachsen und Arbeiten eine Pause bringt. Daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen, kleine Auszeiten schaffen und die Rasanz des Sommers etwas herunterfahren, um Energie und Kraft zu sammeln.




Achtsamkeit praktiziert die Natur schon seit Tausenden von Jahren. Daran möchte ich mir gerne ein Beispiel nehmen. Es sind die kleinen Dinge, die Freude bereiten und immer wieder für Glücksmomente sorgen.





Ein gutes Buch, eine besonders hübsche Kastanie. Hach, ich liebe diese Jahreszeiten. Auch dann, wenn die Tage grau und verregnet sind.




Im folgenden Beitrag findest du Ideen, wie du einen gemütlichen Herbsttag gestalten kannst.



Lesen


Ich bemerke an mir, dass ich im Herbst wieder viel Lust zu lesen habe. Allein der Gedanke an ein gutes Buch, eine kuschelige Decke und eine Tasse Tee, erfreuen mich.


"Der Weltenexpress" | Anca Sturm | Carlsen


Flinns Bruder ist auf mysteriöse Weise verschwunden. Nur Flinn glaubt daran, dass er mit dem Weltenexpress, dem geheimnisvollen Internat auf Schienen, durch die Welt reist. Eine Karte, die er ihr hinterlassen hat, gibt ihr Recht in ihrer Meinung.

Und als sie mal wieder am Bahnhof steht und sich nach ihrem Bruder sehnt, dem einzigen Menschen in ihrer Familie, dem sie sich verbunden fühlte, hält ein Zug. Kurzentschlossen steigt Flinn ein und findet sich in einer völlig anderen Welt wieder. 

"Der Weltenexpress" zu lesen hat mir so viel Freude bereitet. Autorin Anca Sturm hat ihrer Fantasie freien Lauf gelassen und eine magische Szenerie entwickelt, die vielleicht ein kleines bisschen an Harry Potter erinnert, aber so viel eigenes hat. Mit ganz viel Liebe zum Detail hat sie Figuren kreiert, die mich immer wieder zum Schmunzeln und mitfühlen bringen. "Der Weltenexpress" ist farbenfroh, spannend und einfach nur fantastisch. Meine absolute Leseempfehlung für alle, die im Herzen jung geblieben sind.






"Phileasson 01: Nordwärts" | Bernhard Hennen & Robert Corvus | Heyne


Der Herbst ist für mich die perfekte Jahreszeit für Phantastik. Ich liebe es an regnerischen Tagen in eine Decke eingekuschelt in eine andere Welt entführt zu werden. Autor meiner Wahl ist Bernhard Hennen, der, egal in welchem ​​Setting, immer wieder spannende Geschichten schreibt, die mich überraschen und mitreissen. Schwarz-weiß denken ist ihm fern und - wie er selbst sagt - lässt er gerne seine Figuren sterben und beschert so unerwartete Wendungen.

"Nordwärts" ist der Auftakt einer Saga, die Hennen gemeinsam mit Robert Corvus schrieb, der ebenfalls schon seit vielen Jahren in der phantastischen Literatur unterwegs ist. Das Buch beginnt mit einem 70 seitigen Prolog, der mich teilweise vor Ekel geschüttelt, und der gleichzeitig so viele wichtige Weichen gestellt hat. 

"Nordwärts" ist der Aufbruch in die Düsternis. Ein Wettlauf zwischen zwei großen Kämpfern und ihren Mannschaften, die das Schicksal herausfordern und den Sieg nach Hause bringen möchten. Koste es was es es wolle.







"Das rote Adressbuch" | Sofia Lundberg | Goldmann


Doris lebt in ärmlichen Verhältnissen in den 20er Jahren und bekommt von ihrem Vater zum zehnten Geburtstag ein rotes Adressbuch geschenkt. Heute lebt sie in einer Wohnung und ist aufgrund ihres Alters auf einen Pflegedienst angewiesen. Mit Hilfe ihres Adressbuchs blickt sie auf ihr Leben zurück.

Dieses Buch ist mir schon so oft in den Sozialen Netzwerken begegnet und das immer mit positiven Rückmeldungen zur Geschichte. Ich habe mir das Hörbuch runtergeladen und muss gestehen, dass ich die allgemeinen Begeisterung teile. Doris durch ihr Leben, durch die verschiedenen Zeitepochen zu begleiten ist sehr spannend und wird von Beate Himmelstoß und Susanne Schröder mit sanfter Stimme gefühlvoll vorgelesen. 

Im Herbst brauche ich Wohlfühlbücher mit ganz viel Herz und Emotionen. Ohne Kitsch. Genau das ist "Das rote Adressbuch" und deshalb meine Herbstleseempfehlung für alle, die nach Gemütlichkeit, Dramatik und Wärme suchen.






"Wieso? Weshalb? Warum? Was machen wir im Herbst?" | Susanne Szesny & Andrea Erne | Ravensburger


Der Räubertochter fällt die Umstellung von Sommer auf Herbst nicht leicht. Besonders nicht was das Anziehen betrifft. So gerne möchte sie weiterhin Barfuß laufen und Jacken mag sie auch nicht. Dafür liebt sie es allerlei Schätze aus dem Wald mit nach Hause zu nehmen. In unserer Küche sammeln sich Kistenweise Kastanien, Eicheln, Tannenzapfen, Steine ​​mit Glitzer, und, und, und. Außerdem singt sie schon das ganze Jahr "Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne".

Wie erkläre ich ihr den Herbst? Gar nicht so einfach und deshalb habe ich bei Instagram eine Umfrage mit Herbstbuch Empfehlungen für Kinder gestartet. "Wieso? Weshalb? Warum? Was machen wir im Herbst" war der Gewinner und ist deshalb in unserem Kinderbuchregal eingezogen.

Die Autorinnen greifen verschiedene Themen auf wie zB was machen Tiere im Herbst? Den St. Martins Umzug, Halloween und sogar mein Wunschthema "warm anziehen". Kindgerecht erklärt und illustriert mit allerlei Klappen zum Öffnen und entdecken. Ich habe mich dazu entschieden, den ganzen Jahreszeitenschuber zu kaufen, denn der ist mit 29,90 € wirklich ein Schnäppchen und wie sagt meine Buchhändlerin? "Jahreszeiten sind ja immer."







Tee


Zum gemütlichen Lesenachmittag / -abend gehört der passende Tee. Diese drei Teesorten sind bei uns am Abend oder zur Nachmittagszeit gerade sehr beliebt.





Ankerkraut Gebrannte Mandeln

Zutaten: Apfelstücke, gehackte Mandeln (10%), gehobelte Mandeln (10%), Zimtstücke, Rote Beete, Aroma.

Goldmännchen Hygge

Zutaten: 25% Zimtrinde, Melissenblätter, Brombeerblätter, Erdbeerblätter, Himbeerblätter, Kamillen, Vanillearoma, Gewürznelkenblüten und -stiele, Heidekraut, Lavendelblüten, Orangenblüten, Rosenblüten, Süßholzwurzeln.




Lebensbaum Würziger Winterapfel

Zutaten: Apfel, Hagebutte, Zimt Ceylon, Süssholz, Zichorienwurzel, Zimt Cassia, Kardamom, Ingwer, Gewürznelke, Vanille, Honigblatt




Achtsamkeit



Um wieder mehr Bewusstsein für sich  selbst, ein besseres Körpergefühl zu bekommen oder sich zu bewegen, ist Yoga eine gute Alternative zum Spaziergang im Herbstwald. Nach einigen Kursen mit einer Yoga Lehrerin, nutze ich nun schon seit längerem den YouTube Kanal Yoga mit Adriene





Hier finden sich jede Menge verschiedene Asanas und sogar kleinere Kurse, die über einen Monat lang laufen. 




Outdoor


Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. Dicke Wollsocken, Kapuzenpulli und Regenjacke, feste Schuhe und Mütze anziehen und raus an die frische Luft. Das hilft gegen jeden Herbstblues, fühlt sich gut an und lässt den wärmenden Tee auf dem Sofa noch besser schmecken.




In der Natur kannst du deine Gedanken fliegen lassen und von der Hetze des Arbeitstages abschalten. Schau dich um, was du alles entdecken kannst. Kastanien, hübsch gezeichnete Blätter, Eicheln und Bucheckern. Waldschätze sind im Herbst schier unerschöpflich. Zurück im Haus kannst du wunderbar damit basteln. Getrocknete Blätter lassen sich um ein Glas binden und ergeben mit einem Teelicht eine wohlige Atmosphäre. Mit Kindern kann man Tiere aus getrockneten Blättern oder Kastanien basteln. Und alles in einer hübschen Kiste oder Dose gesammelt, ergibt ein schönes Jahreszeitentagebuch. Tolle Tipps findest du auch bei Rock my Day.





Welche Dinge brauchst du für einen perfekten Herbsttag? Welche Bücher sind deine Herbstfavourites?


08.11.18

[Abgebrochen] Aus hartem Holz | Annie Proulx





Annie Proulxs Roman ist ein monumentales Epos, das lebensprall, sprachgewaltig und intensiv dreihundert Jahre nordamerikanischer Geschichte einfängt und von der Abholzung der scheinbar endlosen Wälder erzählt, vom ewigen Kampf zwischen Mensch und Natur. Es beginnt mit der Ankunft von zwei Franzosen, René Sel und Charles Duquet, im heutigen Kanada, wo sie über die schier undurchdringliche Wildnis staunen. Sie sind Holzarbeiter und versuchen ihr Glück auf dem neuen Kontinent, und wir begleiten die verschlungenen Wege ihrer nachfolgenden Generationen. Stupendes Wissen, ein kritischer, realistischer Blick, Witz und Lebensweisheit zeichnen diesen Roman aus, und gleichzeitig schildert Annie Proulx hautnah, unmittelbar und anschaulich das Leben ihrer Figuren, ihre Liebeshändel und Familienintrigen, ihre Gier, ihre Rachsucht und ihren Geltungsdrang, aber auch ihre Hoffnungen und Sehnsüchte.
(Text & Cover: © Randomhouse; Foto: © N. Eppner)


Ach wie sehr hatte ich mich auf diesen Roman gefreut. Ich hatte etwas erwartet, das mich bewegt, das irgendetwas macht, das mich dort berührt, wo mir meine Ausflüge in die Natur, meine Spaziergänge durch den Wald Kraft geben. 

Wie vielversprechend war das Öffnen des Buches. So ein schönes Vorsatzpapier. Die Karte einer mir unbekannten Gegend. Canada. 

Doch dann las ich los. Seite um Seite in der Hoffnung nun endlich Zugang zur Geschichte zu finden. Mit einem eher melancholischen Erzählstil hatte ich gerechnet. Das 17. Jahrhundert war kein einfaches Zeitalter. Jeder Tag bestimmt vom Überleben, abhängig von den Launen der Natur. 

Aber ich fand keinen Zugang. Kam in keinen Fluss. Alles war irgendwie holprig, hölzern, steif. Ich blieb an der Oberfläche, fand keinen Kontakt zu den Protagonisten. 

Schade, wie gerne hätte ich dieses Buch gemocht.


Buchinfo:

Luchterhand (März 2017)
896 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag
26,00 €
ÜBERSETZUNG: Melanie Walz, Andrea Stumpf


Rezensionen: © 2019, Nanni Eppner



31.10.18

Bannwald | Julie Heiland




Ich hasse den Wald. Ich hasse ihn aus tiefstem Herzen. Er tut so, als wäre er mein Zuhause. Aber das ist er nicht. Er ist mein Gefängnis.
Sie können nicht töten – als Anhänger der weißen Magie erschaffen sie nur. Seit Generationen lebt der friedliche Stamm der Leonen gefangen im Wald, gewaltsam unterdrückt vom Stamm der mörderischen Tauren.
Als die 17-jährige Robin auf den jungen Tauren Emilian trifft, ist sie sich sicher, dass er sie töten wird. Doch Robin gelingt es zu fliehen – scheinbar. Erst später wird ihr bewusst: er hat sie laufen lassen. Warum?
Als Robin dann ein Reh mit der bloßen Kraft ihrer Gedanken tötet, ist sie zutiefst erschüttert. Was ist mit ihr?
Robin trägt ein Geheimnis in sich, und es gibt nur einen, der davon weiß – ihr größter Feind.
Wie es dazu gekommen ist? Wie es immer zu so etwas kommt. Die Starken wittern die Macht und bezwingen die Schwachen. Wir, der Stamm der Leonen, sind Anhänger der weißen Magie. Die Magie der Natur. Wir heilen, wir erschaffen, wir tun Gutes.
Die anderen, der Stamm der Tauren, haben sich der schwarzen Magie verschworen. Sie herrschen kaltblütig, sie vernichten, sie töten. Auch uns. Aber das werde ich nicht länger zulassen.
(Text & Cover: © Fischerverlage; Foto: © N. Eppner)


Vor einiger Zeit habe ich "Pearl" von Julie Heiland zu lesen begonnen und es nach wenigen Seiten abgebrochen. Zu kitschig, zu vorhersehbar. Daher war meine Skepsis, ob sie mich mit "Bannwald" ihrem Debüt überhaupt begeistern kann, ziemlich groß. 

Anders als "Pearl" konnte mich "Bannwald" relativ schnell fesseln und bis zum Ende gut unterhalten, obwohl mir zwischendurch der Sog, der dazu führte, dass ich die ersten 100 Seiten inhalierte, wieder verloren ging. Am Ende gibt es jedoch einige offene Fragen, mit denen Julie Heiland ihre LeserInnen neugierig macht auf die beiden Bände, die noch folgen. "Bannwald" ist rein handwerklich der perfekt als Auftakt einer Trilogie.

Da hat Julie Heiland, die schon kreatives Schreiben unterrichtete, bevor sie selbst überhaupt einen Roman veröffentlichte, einiges richtig gemacht. 

Der Bau ihrer Welt hat mich allerdings etwas irritiert bzw. hat mich das Setting nicht so sehr eingenommen, wie ich es mir gewünscht hätte. Anfangs hatte ich häufig das Gefühl, dass ich einem Logikfehler aufgesessen bin, aber Heiland gibt erst nach und nach Informationen zur Welt der Sternenvölker preis und fühlt damit die Lücken, die ich vermutete. Warum ich damit nicht so warm wurde, kann ich gar nicht so richtig sagen. Ist vielleicht einfach Geschmackssache.

Die Figuren sind okay, aber nichts außergewöhnliches. Es gibt welche, die man mag, und welche, die unsympathisch sind. Besonders gut gelungen ist die Art wie wir sie kennenlernen. Häppchenweise, immer mal auf einer falschen Fährte wandelnd. 

Heiland kann spannend schreiben - keine Frage - dennoch ist "Bannwald" kein volle Sternezahl - Buch für mich, sondern einfach nette Unterhaltung.


Buchinfo: 

352 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag
16,99 €




Rezensionen: © 2018, Nanni Eppner

20.10.18

[Fantasy Neuerscheinungen 2018] Oktober - Dezember






 Ich kann gar nicht glauben, dass ich heute schon den letzten Neuerscheinungsbeitrag für 2018 schreibe. Ist mir doch so, als habe das Jahr gerade erst begonnen. Gefühlt habe ich mich gerade erst daran gewöhnt 2017 durch 2018 zu ersetzen und schon steuern wir auf 2019 zu. Nur noch etwas mehr als zwei Monate, dann ist schon wieder Weihnachten.

Wer sich schon Gedanken über den Bücherwunschzettel fürs Weihnachtsfest macht, ist hier also genau richtig. Im folgenden Beitrag stelle ich einige Bücher vor, die ich noch nicht gelesen habe, deren Beschreibung mich aber so sehr anspricht, dass ich in Erwägung ziehe sie zu lesen.

Vielleicht ist ja auch was für dich dabei.

Da Bücher kein Ablaufdatum haben, empfehle ich dir auch in älteren Neuerscheinungsbeiträgen zu stöbern. Hier findest du die Listen für 2018, 2017 und 2016.





Berlin: Rostiges Herz | Sarah Stoffers | Amrûn


Eigentlich schreibe ich ja immer meine eigenen Gedanken zu den einzelnen Büchern auf, aber ich finde, dass der Klappentext zu diesem Roman so spannend klingt, dass ich ihn unbedingt im Original übernehmen möchte (Text: © Amrûn):
Berlin, die rastlose Stadt am Meer. Hier ragen die Türme der Zauberer bis in den Himmel. Im Schein der Glühlichter werden rauschende Partys gefeiert. Zucker wird in Gold aufgewogen und die Geheimpolizei wacht über den zerbrechlichen Frieden zwischen Zauberern und Erfindern. 
Die Erfinderin Mathilda liebt ausgerechnet Rosa, die Tochter des magischen Großmeisters von Berlin. Genau wie der Zauberlehrling Fidelio. Beide wollen Rosa auf deren Geburtstagsparty ihre Gefühle gestehen, doch sie sind nicht die einzigen mit Plänen für den Abend. Ein Mörder hat sich unter die Gäste gemischt. Die Erfinder planen eine Rebellion gegen die Zauberer. Und tief unter der Stadt liegt ein uraltes Geheimnis verborgen.
Ich finde das klingt so interessant. So als ob das Buch voller Ideen und überraschenden Handlungen steckt, dass ich es unbedingt lesen möchte.


"Aubrine. Erhebe deine Stimme" | Mia Faber | Amrûn


Ein weiterer dystopischer Titel aus dem Amrûn Verlag, der nach unvorhersehbaren Handlungen klingt.

Als Setting dient eine Erde, die perfekt klingt. Umweltverschmutzung und Gewalt gehören der Vergangenheit an. Alles scheint in Ordnung.

Verbrecher wurden in Strafkolonien auf dem Mond verlegt und sind somit keine Gefahr mehr. Doch dann bricht Aubrine, eine junge Frau, aus dem Gefangenenlager aus, um ihr Recht zu fordern und ihre Stimme zu erheben.

So viel zum Inhalt. Seit ich den Klappentext gelesen habe, frage ich mich was es sein kann, dass diese Aubrine dazu bringt auszubrechen, was sie überhaupt erst ins Gefängnis gebracht hat und gegen was sie nun aufbegehren möchte, wenn die Welt doch nun perfekt ist.




Vor Theos Fenster hält ein Dreimaster und heraus steigt ein waschechter Pirat. Theo wird von ihm und seiner Crew auf die Sieben Weltmeere entführt, um dort so manches Abenteuer zu bestehen.

Obwohl ich dem Alter der Zielgruppe entwachsen bin, lese ich sehr gerne Phantastik für Kinder. Von diesen Büchern des Genres erwarte ich eine fantasievolle Geschichte, die Lust auf Abenteuer macht, in der es um Mut geht und darum, wie Kinder über sich selbst hinauswachsen und ihre Ängste besiegen können. 

All das erhoffe ich mir von "Theo und das Geheimnis des schwarzen Raben". Der Klappentext macht Hoffnung, dass diese Erwartungen erfüllt werden.



"Codename Rook. Die übernatürlichen Fälle der Agentin Thomas" | Daniel O'Malley | Blanvalet



Als Mynfanwy Thomas aus der Bewusstlosigkeit erwacht, ist sie umgeben von Leichen und findet einen Brief, den sie scheinbar selbst geschrieben hat. Darin steht, dass sie eine Rook ist. Eine Agentin, die gegen übernatürliche Bösewichte kämpft.

Klingt ein bisschen nach einer Story á la Men in Black und soll auch ähnlich humorvoll sein. Phantastik mit Humor und Urban Fantasy sind nicht immer was für mich, aber dieses Buch klingt ganz unterhaltsam.








"Dungeon Planet" | Tobias O. Meißner | PIPER



Tobias o. Meißner zählt zu meinen erklärten Lieblingsschriftstellern der Phantastik. Er hat einen starken Schreibstil von literarischer Qualität. Übt - mal mehr, mal weniger offensichtlich - Kritik an der Gesellschaft, an Systemen und Strukturen. Nichts was man eben mal runterliest, aber etwas, das lange im Kopf bleibt.

Ideal also, um endlich auch mal Science Fiction auszuprobieren. Ein Untergenre, an das ich mich bisher noch nicht so recht rangetraut habe, weil ich immer ein bisschen Sorge habe, dass es mir zu technisch ist. Zu überladen mit Computergedöns und Themen, die mich nicht interessieren.

In seinem neusten Roman dreht sich alles um die Gameshow Dungeoncrawler, die auf dem Planet Laurel stattfindet und die Teilnehmer in düsteren Ebenen an die Grenzwege zwischen Leben und Tod führen. Nicht jeder Teilnehmer überlebt das Spiel. Protagonist Jephron scheint verrückt, als er auf die Bitte einer Teilnehmerin sie zu begleiten eingeht, und wieder ins Spiel einsteigt.



"Die Krone der Dunkelheit" | Laura Kneidl | PIPER



Die noch sehr junge deutsche Autorin Laura Kneidl hat schon etliche Romane geschrieben, eine gute Basis an Fans und dadurch und ihre Sympathie eine gewisse Social Media Präsenz erarbeitet. 

Auch mir ist sie so ins Auge gestochen und ich habe schon einen ihrer Romane gelesen, der mir sprachlich ganz gut gefiel, aber nicht so ganz mein Thema getroffen hat. Nun gibt es mit "Die Krone der Dunkelheit" einen High Fantasy Roman, der schon Anfang des Monats erschienen und einige richtig gute Kritiken bekommen hat. 

Prinzessin Freya lebt in Thobria, der Welt der Menschen, in der Magie verboten ist. Seit Jahren ist sie auf der Suche nach ihrem Zwillingsbruder, der entführt wurde. Eine Spur führt sie nach Melidrian, einem Nachbarland, das von schrecklichen Kreaturen bewohnt wird.

Zeitgleich kommt eine weitere Protagonistin ins Spiel. Eine Rebellin, die zur Strafe ebenfalls nach Melidrian reisen muss. 

Zwei starke Frauen Figuren vor einer Welt, die zur Bedrohung wird. 



"Die Sprache der Dornen" | Leigh Bardugo | Knaur Fantasy




In diesem Jahr habe ich von Leigh Bardugo die Dilogie "Das Lied der Krähen" und "Das Gold der Krähen" gelesen und ich kann jetzt schon sagen, dass es zwei absolute Jahreshighlights waren.

Umso erfreulicher, dass ein weiteres Buch der Autorin erscheint, dass in der Welt der Krähen spielt.m.. ....

"Die Sprache der Dornen" ist eine Sammlung von Geschichten. Geschichten wie sie abends am Lagerfeuer erzählt werden. Magisch, märchenhaft und voller Spannung. 

Ein Buch, das mir genau richtig erscheint für den kommenden Winter.



FORTSETZUNGEN:




 






 



"Seidenkrieger 02: Die Götter von Dara" | Ken Liu | Knaur Fantasy







"Eiswelt" | Jasper Fforde | Heyne


Eine Welt, in der Eiszeit herrscht und die Menschheit im Winterschlaf liegt. Bewacht von den Winterkonsuln, die darauf acht geben, dass die Bestien aus der Dunkelheit nicht bis zu den Menschen vordringen. 

Protagonist Charlie ist ab sofort auch einer der Winterkonsuln. Hat dort eine Stelle angenommen. Ein Kampf um Leben und Tod, den er nur gewinnt, wenn er nicht einschläft.


Bei schlafen muss ich immer sofort an Dornröschen denken und daher erwarte ich eine etwas märchenhafte Geschichte. Nicht romantisch, blumig, märchenhaft mit Glitzerfeen, sondern düster und gefährlich, voller Spannung.


"Wie Eulen in der Nacht" | Maggie Stiefvater | Knaur Fantasy


Maggie Stiefvater ist für mich eine der Autorinnen, die aus einer scheinbar harmlosen Geschichte einen Roman voller Atmosphäre und neuer Ideen schaffen kann und Figuren entwirft, die im Gedächtnis bleiben wollen. 

Auch "Wie Eulen in der Nacht" wird als atmosphärischer Roman angekündigt. Düster - atmosphärisch.

Thematisch hat sich Maggie Stiefvater an Wunder herangewagt. Sie kreiert eine Familie, die Wunder wirkt. Doch was, wenn man in ein Wunder eingreift?

Ich glaube, dass es hier neben einer magischen Geschichte viel um Schicksal geht. Ein Thema, das man spannend umsetzen kann.



"Waffenschwestern. Das erste Buch des Ahnen" | Mark Lawrence | S. Fischerverlage TOR



Eine der besten Figuren der Phantastik ist Jorg von Ankrath. Protagonist in "Der Prinz der Dunkelheit". Böse, unsympathisch, düster. Ein Charakter ohne Charakter. Scheinbar. Denn hinter seinem Verhalten steckt so viel mehr. 

Als ich gelesen habe, dass Mark Lawrence neue Trilogie bei Fischer TOR veröffentlicht wird, bin ich in große Freude ausgebrochen. Wie genial ist es, dass es endlich was Neues von ihm in deutscher Übersetzung gibt? Meine Erwartungen sind selbstverständlich sehr hoch.

Vor allem, da diesmal eine Frau im Mittelpunkt steht. Eine Mörderin. Eine Figur, die den Leser herausfordern wird, weil sie aufgrund Verhalten und Denkweise in keine Schublade passt. Ich glaube hier kommt richtig was auf uns zu.





FORTSETZUNGEN:



 


"Die Phileasson Saga 06: Totenmeer" | Bernhard Hennen & Robert Corvus | Heyne
"Die Licanius Saga 02: Das Echo der Zukunft" | James Islington | Knaur Fantasy









"Schwarzschwinge 01: Im Zeichen des Raben" | Ed McDonald | Blanvalet



Das Cover macht mich neugierig. Düster, schwarz-grau Töne und ein Rabe. Bote der Totenwelt.

Auch der Inhalt dreht sich um Mord, um Rache, um Bestrafung, um den Tod. Protagonist Ryhalt Galharrow ist da in etwas reingeraten, dass er gerne abstreifen würde. Vor allem, seit er seine Jugendliebe wiedergetroffen hat. Doch kann er sich einfach so von dem abwenden, was er bisher getan hat oder steckt er schon so tief drin, dass die Götter andere Pläne mit ihm haben?

Ich hoffe die Geschichte ist so düster wie ich es mir wünsche. Dann passt das Buch perfekt in die Winterzeit.





Fortsetzungen:




"Das Erbe der Weitseher 03: Beschützer der Drachen" | Robin Hobb | Penhaligon



Welches Buch sollte ich dringend noch auf meine Wunschliste setzen? Welches der vorgestellten landet nun auf deiner?

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