28.02.18

[Monatsrückblick] Leseliebe im Februar '18




Geplauder:

Der Februar ist ja schon sehr speziell und hat es irgendwie nicht leicht. 

Er ist Prellbock dafür, dass wir den Winter leid sind und uns den Frühling herbei wünschen und so kommen wir gar nicht recht dazu seine schönen Seiten richtig zu genießen. Dass es diese gibt, hat er in den letzten zwei Wochen eindrucksvoll bewiesen. Klirrende Kälte und Sonne. Genau so wünsche ich mir den Winter. Nur eben jetzt nicht mehr. Jetzt möchte ich gerne Frühling.

Zum Glück ist der Februar schnell vorüber. Er hat ja zwei Tage weniger. Weniger Zeit, um die Monatsstatistik auf ein ansehnliches Maß auszubauen. Wie gemein vom Februar. Ich wollte doch noch dieses und jenes Buch lesen und jetzt muss ich das auf den März verschieben, der doch sowieso so voll ist mit Neuerscheinungen, Specials, Buchmesse bzw. Leseparty und, und, und.

Sowieso und überhaupt hatte ich im Februar ja schon gar keine Zeit, denn die Räubertochter ist zwei geworden und gefühlt hat jeder aus unserem Familien- und Bekanntenkreis (wenn nicht im Mai) im Februar Geburtstag. Wie soll ich denn da zum Lesen kommen?

Na laut der Statistik habe ich es ja doch geschafft. Und das gar nicht zu wenig. Denn das Gejammer mehrere Zeilen weiter oben ist reines Luxusgenöhle. 

Ich bin nicht genervt vom Februar, sondern genieße ihn in vollen Zügen. Ich versuche mir klare Tagesstrukturen zu schaffen (mir helfen dabei auch immer wieder die Tipps, die Buchkolumne in ihren Insta Stories gibt und was den Haushalt betrifft die von Fräulein Ordnung) und räume mir bewusst Zeit zum Lesen ein. Lesen ist ein fester Bestandteil meines Tagesablaufs. Natürlich schaffe ich nicht mehr so viel wie früher, als ich noch kinderlose Studentin war, aber so viel, dass ich abends zufrieden ins Bett gehe. Es ist einfach auch alles ein wenig eine Frage von Einstellung und Perspektive ;)

Wie war denn dein Februar? Warst du zufrieden? Mit deinem Lesepensum? Mit deinen Monatsakitvitäten im Allgemeinen? Was würdest du gerne ändern?



Leseliste:


FEBRUAR:

10) "Animant Crumbs Staubchronik" | Lin Rina | Drachenmond
11) "Die Geschichte der getrennten Wege" | Elena Ferrante | Suhrkamp
12) "Mr. Griswolds Bücherjagd" | Jennifer Chambliss Bertman | Mixtvision
13) "Die Chroniken von Azuhr 01: Der Verfluchte" | Bernhard Hennen | Fischer Tor
14) "Das Mädchen, das den Mond trank" | Kelly Barnhill | Sauerländer
15) "Die Herzen der Männer" | Nickolas Butler | Klett Cotta

[Hörbuch]
"Das Gutshaus. Glanzvolle Zeiten" | Anne Jacobs | Sprecherin: Daniela Hoffmann | Randomhouse Audio
"Kaiserschmarrndrama" | Rita Falk | Sprecher: Christian Tramitz | Der Audio Verlag

Der Februar war ein durch und durch guter Lesemonat. Ich habe nur gute Bücher gelesen. Ja, sogar drei herausragende.

"Die Geschichte der getrennten Wege" hat mich wieder so begeistert wie schon die Vorgänger der neapolitanischen Saga. Elena Ferrante gelingt es einfach immer wieder mich zu fesseln. Nun bleibt leider nur noch ein einziger Band übrig und ich bin mir ziemlich sicher, dass mich auch dieses Buch wieder gefangen nimmt.

Extrem spannend und großartig ist der Auftakt von "Die Chroniken von Azuhr". Bernhard Hennen hat seinen Status als Meister der phantastischen Literatur bestätigt und einen Trilogieauftakt gezaubert, der sozialkritische Aspekte, sowie eine fantasievolle und aufregende Grundidee birgt.

"Die Herzen der Männer" von Nickolas Butler ist für mich das Überraschungshighlight des Monats. Ich habe nicht geahnt, dass mich eine so tiefgreifende, bewegende, zum Teil erschütternde, und mitreissende Geschichte erwartet. Tolles Buch. Große Empfehlung (Rezi folgt).




Weitere Beiträge:


Im Reiseproviant 2 | 18 verrate ich euch ein kleines und sehr freudiges Ereignis.

Ansonsten sind neben wenigen Rezensionen keine Artikel online gegangen. Ich gehe meinen Blogalltag seit einiger Zeit entspannter an, schreibe nur dann, wenn ich wirklich Zeit dafür habe und nicht mehr, um einen bestimmten Rhythmus oder ein mir selbst auferlegtes Pensum zu schaffen.

Aber es gibt ja trotzdem noch so einiges auf dem Blog zu entdecken. Klick dich doch mal durch ältere Beiträge wie "Bücher und Musik einer Melodie", "#bloggerliebe - weil bloggen mein Leben bereichert" oder das Interview mit Kira Gembri.



26.02.18

Animant Crumbs Staubchronik | Lin Rina





England 1890.
Kleider, Bälle und die Suche nach dem perfekten Ehemann. Das ist es, was sich Animants Mutter für ihre Tochter wünscht. Doch Ani hat anderes im Sinn. Sie lebt in einer Welt aus Büchern, und bemüht sich der Realität mit Scharfsinn und einer gehörigen Portion Sarkasmus aus dem Weg zu gehen. Bis diese an ihre Tür klopft und ihr ein Angebot macht, das ihr Leben auf den Kopf stellt. Ein Monat in London, eine riesige, vollautomatische Suchmaschine, die Umstände der weniger Privilegierten und eine Arbeitsstelle in einer Bibliothek. Und natürlich Gefühle, die sie bis dahin nur aus Büchern kannte.
(Text & Cover: © Drachenmond; Foto: © N. Eppner)

"Animant Crumbs Staubchronik" ist der zweite Roman, den ich von Autorin Lin Rina lese und wieder einmal bin ich begeistert von ihrem handwerklichen Geschick. Der Erzählton ist flüssig und leichtfüßig, an keiner Stelle flach und banal. Die Geschichte entwickelt sich gleichmäßig steigend, nimmt LeserInnen ganz gut mit und obwohl das Buch dick ist, lässt es keine Langeweile aufkommen. 

Anis Geschichte spielt im England Ende des 19. Jahrhunderts. Diese Atmosphäre wird sehr schön eingefangen und ist so umschmeichelnd dargestellt wie es das wunderhübsche von Marie Graßhoff entworfene Cover vermuten lässt. 

1890 ist nicht unbedingt die Zeit der emanzipierten Frauen. Diese Erfahrung muss auch Ani machen, die sehr selbstbewusst ist und ihre Zeit am liebsten mit Büchern verbringt. Lesen und dadurch etwas über die Welt, Geschichte oder Gesellschaft zu lernen, ist für sie etwas wunderbares und erst als sie den Haushalt ihrer Eltern verlässt, wird ihr so richtig bewusst, dass es ein Privileg ist als Frau Zugang zu Büchern zu haben. Diese Ungerechtigkeit kann sie nicht einfach so stehen lassen. 

Ani ist sehr sozial eingestellt und bemüht sich für Gleichberechtigung einzusetzen. Gerade Bildung sollte ihrer Meinung nach für jeden frei zugänglich sein. Und ihre Meinung, die versucht sie mit all der ihr zur Verfügung stehenden Vehemenz durchzusetzen. Ani ist ein sehr sympathischer Dickschädel. 

Ergänzt wird Ani durch einen Großteil an ebenfalls sympathischen Nebenfiguren, aber auch eine Schwadron ätzender Charaktere, denen ich gerne mal den durch bescheuerte (sorry!) Ansichten angesetzten Staub aus dem Gesicht gepustet hätte. Zum Glück hat Ani das für mich erledigt. Sie ist definitiv nicht auf den Mund gefallen.

Schade nur, dass sie sich so häufig mit Eheanwärtern, spießigen Müttern und verwöhnten Söhnen herumärgern muss. Ein bisschen weniger Bälle und ein bisschen mehr von dem Punk, den Ani eigentlich in sich trägt. Das hätte mir gut gefallen. Alles in Allem bleibt Ani, bleibt die Geschichte ein wenig zu brav. Das gewisse Etwas, das mich begeistert in die Hände klatschen lässt, das hat mir dann doch gefehlt und so bekommt "Animant Crumbs Staubchronik" am Ende das gute, aber nicht überragende Stempelchen "nette Unterhaltung mit toller Protagonistin in schöner Atmosphäre".


Buchinfo:

Drachenmond (2017)
550 Seiten
kartoniert
16,90 €

Weitere Rezensionen:


Soziale Nezwerke:

Drachenmond auf Facebook
Drachenmond auf Instagram
Lin Rina auf Instagram



Rezension: © 2018, Nanni Eppner

23.02.18

Die Chroniken von Azuhr 01: Der Verfluchte | Bernhard Hennen




Der Beginn eines neuen magischen Zeitalters – die neue Bestseller-Serie von Deutschlands Fantasy-Autor Nr. 1: Bernhard Hennen!
Der junge Milan Tormeno ist dazu ausersehen, seinem Vater Nandus in das Amt des Erzpriesters zu folgen: Er soll einer jener mächtigen Auserwählten werden, die die Geschicke der Welt Azuhr lenken.
Doch Milan kann nicht akzeptieren, dass sein Schicksal vorherbestimmt ist. Er rebelliert – und verstrickt sich mit der Meisterdiebin Felicia und der geheimnisvollen Konkubine Nok in ein gefährliches Netz von Intrigen.
Gemeinsam geraten sie in den Bann einer alten Prophezeiung – einer Prophezeiung, nach der die Ankunft des »Schwarzen Mondes« in Azuhr ein neues Zeitalter der Magie einläuten wird ...
(Text & Cover: © Fischer Tor; Foto: © N. Eppner)

Vor über 10 Jahren hab ich mit "Die Elfen" von Bernhard Hennen meine Liebe für Phantastische Literatur entdeckt. Ich wollt das, was ich da las, auch. Ich wäre am liebsten hineingesprungen in diese Welt, die überhaupt nicht ungefährlich, und trotzdem so verlockend ist. Eine Welt, die nicht ganz der Fantasie entspringt, weil sie eine Art Spiegel realer historischer Ereignisse ist, aber gefühlt viel mehr Möglichkeiten bietet. 

Obwohl nach der "Die Elfen" - Reihe und der Fortsetzung "Die Elfenritter" weitere Bücher des Autors in mein Bücherregal eingezogen sind, habe ich nach diesen beiden Serien kein Phantastik Buch des sympathischen Krefelders gelesen. "Die Chroniken von Azuhr" war nun meine erste literarische Begegnung (in der Realität habe ich ihn seitdem mehrfach getroffen) seit Hennen mich in die Faszination der Phantastischen Literatur entführte. Eine Begegnung, die von Unsicherheiten und Ängsten, begleitet wurde, denn was würde wohl passieren, wenn meine großen Erwartungen nicht erfüllt werden würden?

"Gunnar grinste ihn breit an. 'Ein kluger Mann lässt sich manchmal überzeugen, seine Meinung zu ändern.'" (S. 424)

Sorgen, die ich mir völlig umsonst machte. "Die Chroniken von Azuhr" ist eins der BESTEN Bücher des Phantastik Genres, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Band 1 zu beenden hat mich fast schmerzlich getroffen und der Wunsch die Serie weiterzulesen war so groß, dass mir der Griff zu einem anderen Roman wirklich schwer fiel. Die Trennung von Milan und Nandus Tormeno war einfach grässlich.

Zum Kern des Romans möchte ich nicht viel mehr sagen, als der Klappentext verrät. Es gibt so viele Geheimnisse und aufregende Wendungen, dass jedes Wort zum Inhalt zu viel sein könnte. Hennen lässt seine Handlungen auf einer mystischen Grundidee wachsen und verblüfft mit schier unkontrollierbaren Ereignissen. Die Spannung steigt und steigt und steigt. Hätte meine Zeit ausgereicht, ich hätte den ersten Band der Chroniken in einem weg gelesen.

"'Wir entscheiden wie die Welt aussieht, in der wir leben. Jeden Tag. Triff deine Entscheidung.'" (S. 198)

Eine beeindruckende Fähigkeit von Bernhard Hennen ist Kritik an der realen Welt und Meinungen, politische, historische, sowie soziale Ereignisse in seine Geschichte einzubauen. Manchmal wirken Setting oder Handlungen wie ein Spiegel. Einer, der die eigentliche Aussage in ein hübsches Gewand steckt, der dadurch aber umso klarer darstellt, wie wichtig es ist über eben dieses Thema nachzudenken.

In "Die Chroniken von Azuhr" verarbeitet er sehr aktuelle Themen wie das Recht auf freie Meinungsäußerung, Einsatz für Mitmenschen, Menschenrechte, diktatorisches oder terroristisches Durchsetzen der Meinung. Vor allem aber macht er darauf aufmerksam, dass egal was geschieht, die schlimmste Form der Verurteilung schwarz-weiß Denken ist. Dass fast immer alles mehrere Wege geht und die Hintergründe oft anders sind, als sie nach außen wirken. Dass es nicht den einen Blickwinkel gibt und wie wichtig es ist hin und wieder die Perspektive zu wechseln.

"'Sollte man Taten nicht begehen, weil sie Ausdruck der eigenen Überzeugung sind?'" (S.197)

Diese Erfahrung machen auch seine Figuren, die von der ein oder anderen Entwicklung geprägt von beeindruckender Tiefe sind. Egal ob Protagonist oder Nebencharakter - jede einzelne Figur ist so lebendig, so großartig konzipiert und so Charakterstark. Ich habe das Gefühl bisher in 2D gelesen zu haben und nun auf einmal Charakteren zu begegnen, die in 4D geschrieben wurden.

Und so ist es kein Wunder, dass es auch hier Überraschungen und Besonderheiten gibt. Allen voran steht Nandus Tormeno, den ich so gerne hassen würde. Aber es ist mir einfach nicht möglich, denn auch hier ist es keine Option schwarz-weiß zu denken.

"'Ein Gesetz, das keine Menschlichkeit mehr kennt, ist nichts als Tyrannei.'" (S. 198)

Lieber Bernhard Hennen, ich hoffe sehr, dass sie nichts anderes tun, als die "Die Chroniken von Azuhr" - Reihe zu beenden. Ich wünsche mir so sehr schon bald weiterlesen zu können (voraussichtlicher Erscheinungstermin von Band 2 ist September 2018).



Buchinfo:

Fischer Tor (2017)
576 Seiten
Klappenbroschur
16,99 €

Weitere Rezensionen:


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Fischer TOR auf Instagram


Rezension: 2018, © Nanni Eppner

17.02.18

Reiseproviant 2 | 18




Geplauder:


Auf Instagram habe ich es letzte Woche schon erzählt, heute möchte ich es auch hier offiziell machen: die Räubertochter bekommt im Sommer ein Geschwisterchen (manchen ist nicht klar, dass wir nicht mehr in der Planung sind. Sind wir nicht. Es ist schon unterwegs ;)).

Wir freuen uns riesig, denn Eltern zu sein ist einfach ein unfassbar großes Glück. Wie groß hätte ich im Vorfeld niemals geglaubt. Beschreiben lässt es sich nicht. Es sind einfach viel zu viele Gefühle von Freude über Stärke bis hin - ja auch das - zu Ängsten. Je stärker die Liebe, desto größer die Angst um einen Verlust.

Neben all den schönen Gefühlen, der Vorfreude und dem bereits bestehenden Mutterglück, gibt es natürlich auch Kehrseiten - wir wollen hier nichts beschönigen. Am Anfang der Schwangerschaft hatte ich ziemlich stark mit Übelkeit zu kämpfen, ich schlief während des nachmittäglichen Spiels mit der Räubertochter ein, die im letzten Jahr erarbeiteten zwei Kleidergrößen weniger, scheinen sich sehr darüber zu freuen endlich wieder ihren Platz zu finden. 

In der zweiten Schwangerschaft beginnt alles früher (ich sag nur Ischias!!), ist alles anstrengender und ich muss gestehen, dass ich mir diesmal auch mehr Sorgen um mein Ungeborenes mache. Eben weil ich weiß wie großartig es ist ein Kind zu haben. 

Warum schwanger auch ein bisschen krank sein ist, könnt ihr in diesem ehrlichen Beitrag über die ersten Wochen der Schwangerschaft nachlesen. Keine Angst - es gibt während einer Schwangerschaft auch ganz, ganz viele tolle Momente. Den ersten Herzschlag des Babys sehen, das erste Mal spüren wie es sich bewegt, etc.



(Foto by Babysmile; © privat)




Literarische Reise:


Bisher habe ich im Februar nicht mal halb so viele Bücher gelesen wie im Januar, bin aber sehr gut unterhalten worden.

So richtig Freude machte mir das Lesen von "Animant Crumbs Staubchroniken" und "Mr Griswolds Bücherjagd". Ersteres, weil Autorin Lin Rina, die seit Jahren auf Wattpad schreibt einen ziemlich flüssigen Schreibstil hat, der sich locker wegliest und weil sie eine extrem sympathische Protagonistin erschaffen hat, letzteres, weil es ein spannendes Abenteuer rund um das Thema Bücher ist. Zu "Mr Griswolds Bücherjagd" gab es eine Aktion auf Lovelybooks. In verschiedenen Städten wurden Exemplare des Kinderbuchs versteckt. Schau hier nach, ob deine Stadt auch dabei ist. Vielleicht ist das dortige Exemplar ja noch nicht gefunden.






So richtig fesselnd sind "Die Geschichte der getrennten Wege" und "Die Chroniken von Azuhr". 
Sowohl Elena Ferrante, als auch Bernhard Hennen können mit ihrer Schreibe solch einen Sog auf mich ausüben, dass ich mich am liebsten mit dem entsprechenden Buch irgendwo verkrochen hätte, um ausschließlich Zeit mit lesen zu verbringen. Der Abschluss der neapolitanischen Saga steht bereits im Regal, aber ich schiebe das Lesen noch ein bisschen heraus, weil ich einfach nicht möchte, dass es endet. Leidest du auch am Ferrante Fever?







Shopping Reise:


Ich bin ein klein wenig eskaliert. Zuerst ein Besuch in der Buchhandlung, dann eine Bestellung bei Medimops. 

"Melnitz" wurde in einer Facebook Gruppe von Autorin Charlie Lyne (Charlotte Roth) empfohlen und da ich ihre Bücher und ihren Blick auf das beschriebene Zeitalter sehr schätze, musste ich mir den Roman näher anschauen. Da ich denke, dass er genau meinen Geschmack trifft, musste ich ihn einfach kaufen. 

"Vom Ende der Einsamkeit" steht schon sehr lange auf meiner Wunschliste. Ich habe von Benedict Wells bereits "Becks letzter Sommer" gelesen und gemocht. 

"Die Hochzeit der Chani Kaufmann" ist eine Empfehlung meiner lieben Alexandra aus dem BücherKaffee. Ihre Buchtipps haben mich noch nie enttäuscht. 

Band vier der napoleonischen Saga von Elena Ferrante war ein Pflichtkauf (siehe weiter oben).

"Die goldene Stadt" steht seit erscheinen auf meiner Kaufliste. Sabrina Janesch ist eine meiner Lieblingsautorinnen. Ich habe alle ihre Bücher gelesen (große Empfehlung für "Katzenberge") und schätze ihre Fähigkeit sehr unterschiedliche Geschichten erzählen zu können.

Welches Buch / Bücher hast du zuletzt gekauft?



Netzreise:


Der neue Roman von Haruki Murakami hat zum Erscheinen einen ziemlich fulminanten Netzauftritt bekommen. Eine vom Verlag ins Leben gerufenen Aktion zum gemeinsamen Lesen, Rezensionen wie z. B. die von Pinkfisch, reichlich Fotos in den Sozialen Netzwerken, (Vor-) Freude gefühlt überall. Besonders gut gefallen hat mir der Beitrag im BücherKaffee. Gemeinsam haben Alex und der neuste BücherKaffee Mitarbeiter Flo "Die Ermordung des Commendattore I" gelesen und darüber berichtet. Sehr lesenswert.

Viele tolle Büchertipps findest du in Paper and Poetrys Beitrag "Lost Generation - Bücher aus und in den 1920ern". Eine Zeitspanne, die mich gerade sehr interessiert.

Große Kochbuchliebe bei Petzi. XXL Kochbuchvorschau aus dem Frühjahrsprogramm 2018

Tobi von Lesestunden hat sich mal wieder ganz viel Mühe gemacht, um eine Statistik + Grafik zu erstellen. Diesmal geht es um das Thema "Worüber schreiben Buchblogger?"

Kürzlich habe ich diesen Beitrag über den Bildungskanon gelesen. Ich selbst lese wenig Klassiker, setze mich aber gerne auf literarischem Wege mit Geschichte und Politik auseinander. Nicht nur in der Unterhaltungsliteratur, sondern vor allem in tiefgründigen Romanen, die auf wahren Begebenheiten beruhen. Trotzdem stimmt mich dieser Beitrag sehr nachdenklich und ich überlege in welcher Form ich mein Leseverhalten noch verändern könnte. 



Kulinarische Reise:


Das kulinarische Highlight des Monats Februar kommt diesmal nicht von mir, sondern von meiner lieben Schwägerin, die der Räubertochter diesen tollen Pferdekuchen zm Geburtstag gebacken hat. 




Ich wünsche dir ein entspanntes Wochenende.


Text & Fotos: © 2018, Nanni Eppner

07.02.18

Lockwood & Co. 05: Das grauenvolle Grab | Jonathan Stroud




In ihrem letzten Abenteuer begeben sich die Agenten von Lockwood & Co. auf eine lebensgefährliche Mission: Sie brechen in das mit Sprengfallen gesicherte Mausoleum ein, in dem die legendäre Agentin Marissa Fittes ruht. Doch tut sie das wirklich?
Und das ist nur eine der alles entscheidenden Fragen, deren Antwort die blutjungen Agenten ergründen müssen. Erst dann können sich Lockwood & Co. ihren Widersachern, seien sie lebendig oder aus dem Reich der Toten, in einer letzten gewaltigen Auseinandersetzung stellen. Damit ihnen dies gelingt, müssen sie sich auf die Hilfe einiger völlig unerwarteter und ungeheuer unheimlicher Verbündeter einlassen. Grusel, Gänsehaut und Grabgelächter garantiert!
(Text & Cover: © Randomhouse; Foto: © N. Eppner)

Das letzte Lockwood Abenteuer. Ich bin wirklich traurig, dass mit genau diesem Buch eine meiner Lieblingsreihen endet. Mit Lucie, George, Lockwood & Co. hat Jonathan Stroud Protagonisten erschaffen, die sich weit aus der Masse der Jugendbuchhelden herausheben. Sie alle haben ihre Ecken und Kanten, ihre kleinen Fehler, aber sie sind mutig, blicken den gruseligen Gestalten Nacht für Nacht ins Auge und vor allem sind sie extremst liebenswert.

Vom ersten bis zum letzten Band gelingt es Stroud immer wieder neue Fälle zu kreieren und diese mit großer Spannung zu erzählen. Einen Lieblingsband kann ich daher nicht nennen. 

Allerdings ist es so, dass die Figuren sich von Band zu Band entwickeln, so dass dadurch die Freude an der Reihe mit jedem Buch gesteigert wird. Zwischenmenschlich Beziehungen verändern sich. Und Stroud, dieser ausgebuffte Kerl, zieht uns dadurch so richtig mit hinein ins Geschehen. Wir fühlen uns als Teil des Teams, zugehörig zu dem Kreis aus Freunden, die immer zueinanderstehen und dich aus jeder Notlage retten.

Im letzten Teil "Das grauenvolle Grab" haben die Geisterjäger ihre schwerste Aufgabe zu bestehen. 
Das Geheimnis um Marissa Fittes Tod oder deren Leben - man weiß nicht so genau was es ist - soll aufgedeckt werden und das bedeutet für Lockwood und sein Team nicht nur in die Welt der Toten zurückzukehren, sondern vor allem ganz viel Obacht, denn Marissa ist der härteste Gegner aller Zeiten. 

Mit Marissas Geheimnis kommen wir auch dem des sprechenden Schädels näher. Eine der Figuren, die nicht zum Team und auch nicht zur Riege der Protagonisten gehört, aber trotzdem einer meiner Lieblinge ist. Denn neben Spannung, Atmosphäre und scharfzüngigen Dialogen kann Stroud vor allem eins richtig gut: Figuren entwerfen. Selbst die kleinste Nebenrolle hat Charakter. 

Schlussendlich bleibt mir nur zu sagen: "Lockwood & Co." ist eine der besten Reihen im Jugendbuchgenre. Ich kann sie Jugendlichen wie Erwachsenen Lesern wärmstens empfehlen und hoffe sehr, dass es in Strouds kreativer Ader bereits gehörig brodelt und wir nicht allzu lange auf ein weiteres großartiges Buch aus seiner Feder warten müssen.


Buchinfo:

cbj Jugendbücher (November 2017)
512 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag
19,99 €
ÜBERSETZUNG: Katharina Orgaß, Gerald Jung

Reiheninfo:

5. Das grauenvolle Grab

Weitere Rezensionen:


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Rezensionen: © 2018, Nanni Eppner

05.02.18

Die Legende von Shikanoko 01: Die Herrscher der acht Inseln | Lian Hearn




Shikanoko ist eigentlich nur der Sohn eines einfachen Vasallen. Doch als er von einem Magier eine übernatürliche Maske vermacht bekommt, wird aus ihm das Kind des Hirsches, und er verfügt fortan über magische Fähigkeiten und besonderes Kampfgeschick. Als der alte Kaiser stirbt, gerät Shikanoko in die Fänge des Fürstabts, der alles daransetzt, die höchste Macht im Land – den Lotusthron – an sich zu reißen. Shikanoko muss fliehen und entkommt dabei mehr als einmal nur knapp dem Tod. Doch er muss unbedingt Aki finden, die Herbstprinzessin, die er liebt, und die ein großes Geheimnis verbirgt. Denn in ihrer Obhut befindet sich niemand anderes als der rechtmäßige Nachfolger für den legendären Lotusthron.
Mystisch und martialisch – der erste Teil des großen neuen Fantasy-Epos von Bestsellerautorin Lian Hearn, das dem ›Otori‹-Zyklus um nichts nachsteht: ebenso brachial, ebenso brillant!
(Text & Cover: © Fischerverlage; Foto: © N. Eppner)


Vor vielen Jahren bin ich auf die Autorin Lian Hearn gestoßen. Ihre Reihe "Der Clan der Otori" hat mich sofort begeistert und auf eine gewisse Art gefesselt. So anders war das Settting, angesiedelt in japanischer Kultur. Keine kitschverliebten jungen Paare, kein Weltschmerz, keine Fabelwesen à la Werwolf und trotzdem eine ganz magische Atmosphäre. 

Als ich dann im FISCHER Sauerländer Programm entdeckt habe, dass eine weitere Reihe von ihr veröffentlicht wird, die ebenfalls in Japan (oder einer fiktiven Kopie davon) spielt, habe ich mich sehr gefreut. Gemeinsam mit Damaris vom Blog Damaris liest, habe ich mich der Aufgabe gestellt den über 500 Seiten dicken Epos zu lesen, der tatsächlich eine Herausforderung darstellt.

Dies ist keinesfalls negativ gemeint und doch kann ich verstehen, dass es Leser gibt, die mit der Geschichte um Shikanoko, den Sohn des Hirschs, der alles verloren und vieles gefunden hat, nicht so richtig klar kommen. Lian Hearn schreibt fesselnd, schreibt schlicht, aber eindringlich und drückt sich gekonnt aus und trotzdem ist es nicht ganz leicht sich auf ihre Schreibe und ihre Gedankengänge einzulassen.

Vieles ist fremd. Und wie wir wissen, ist es für uns oft schwierig uns auf fremdes einzulassen. Ob wir wollen oder nicht - oft gibt es eine Sperre im Kopf, die einen Riegel vorschiebt, bevor wir schnell genug sind das Fremde einzulassen. Gegen diesen Riegel musste ich tatsächlich hin und wieder ankämpfen. Auch deshalb, weil ich keine Vorkenntnisse habe, was japanische Kultur betrifft. 

Da wäre z.B. die Verehrung von Geistern. Tierischer sowie menschlicher Art. Sie werden hochgelobt, sind allwissend, können beratend und stärkend zur Seite stehen, aber sie können dich auch in eine Falle locken. Können hinterlistig und gemein sein. Manchmal kommt es zur sexuellen Vereinigung mit Geistern (menschlicher und tierischer Natur - was mich wohl am meisten verstört hat). Geister bleiben. Sie sterben zunächst nicht, sondern nur ihre leibliche Hülle, und können in neue Körper schlüpfen. Hätte ich all das vorher gewusst, hätte ich mir manche Irritation erspart. Letztendlich bin ich dadurch aber nicht dümmer geworden. Ganz im Gegenteil. Dank Lian Hearn habe ich einiges gelernt.





Unter anderem auch wie die Machtverhältnisse verteilt sind. Ein Diener dient. Bis in den Tod, würde lieber für den Herrn sterben, als ohne ihn weiterzuleben. Eine Schande wäre es, wenn man sich nicht für den Herrn oder die Herrin opfert. Oftmals ist der Freitod der einzige Weg, um Schande zu entgehen. Glaubensdinge, die so anders sind, als in unserer westlichen Kultur.

Angesiedelt ist die Geschichte in einer historischen Zeit. Sie ist sehr mystisch und geheimnisvoll. Ich folgte vielen verschlungenen Pfaden, die mir mitunter sinnlos erschienen, sich später aber als wichtig entpuppten. Einige Gedankengänge sind noch unaufgeklärt. Es folgt noch eine Fortsetzung, die bei Fischer Sauerländer unter dem Titel "Die Legende von Shikanoko. Fürst des schwarzen Waldes" am 22. Februar 2018 erscheinen wird. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich darin vielen Lösungen begegnen werde.

Diese sind nicht immer klar ersichtlich. Lian Hearn denkt in verschlungenen, klugen Pfaden und erwartet das auch von ihren Lesern. Auch das mögen manche nicht so gerne, ich finde es toll, wenn mich einE AutorIn so herausfordert. Wenn ich nicht einem simplen Weg folge, sondern mich auch mal auf (in diesem Fall) ihre Denkweise einlassen muss. Nur so können wir den eigenen Horizont erweitern. 

"Die Legende von Shikanoko" ist kein 0815 Buch für jedermann. Es ist eigensinnig und hat einiges zu bieten. Der mystische Teil erinnert mich sehr an die Werke von Marion Zimmer Bradley, aber handwerklich gefällt mir Hearn noch ein bisschen besser. Ich wünsche dem Buch Leser, die bereit sind sich auf eine Geschichte einzulassen, die sich von einer breiten Masse Jugendbücher abhebt, die Blickwinkel und Wissensschatz erweitert. 


Buchinfo:

592 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag
19,99 € 
ÜBERSETZUNG: Sibylle Schmidt

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Rezension & Fotos: © 2018, Nanni Eppner

02.02.18

[Monatsrückblick] Leseliebe im Januar '18



Geplauder:


So ein Monatsrückblick beginnt ja irgendwie immer ein klein wenig pathetisch.
Schon wieder ein Monat vorbei... Die Zeit rennt... Ich schaffe nie das, was ich mir vornehme... usw. Du kennst das.

Vielleicht ist es der Wunsch die Zeit kontrollieren zu können, vielleicht die Angst davor Zeit zu vergeuden, vielleicht aber auch einfach nur die Unfähigkeit einen Beitrag einzuleiten. Ich ziehe alle Antwortmöglichkeiten in Betracht.

Mein Januar war auf jeden Fall ganz gut (#putyourpositivepantson).
Ich war nicht krank, habe erstaunlich viel gelesen, tolle Bücher entdeckt und mich darüber gefreut, dass sich die Sonne endlich mal wieder blicken lässt. Die Tage werden minütlich länger, die Räubertochter immer wilder und mein SuB wächst beständig (schön, wenn manche Dinge einfach zuverlässig sind. Das gibt Sicherheit).

Auf Twitter gibt es den Hashtag #3guteDingedesTages und ich würde mich sehr freuen, wenn wir auch ein bisschen positives Denken verbreiten könnten. Also, welches waren deine 3 schönsten Momente im ersten Monat des neuen Jahres?





Leseliste:



JANUAR:

1) "Ein grundzufriedener Mann" | Richard Russo | DuMont
2) "Die Dominium Saga 01: Die Eiskriegerin" | Licia Troisi | Heyne
3) "Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie" | Rachel Joyce | Fischer Krüger
4) "Die souveräne Leserin" | Alan Bennett | Wagenbach
5) "Die Ungehörigkeit des Glücks" | Jenny Downham | C. Bertelsmann 
6) "Die Abschaffung der Mutter" | Alina Bronsky & Denise Wilk | DVA
7) "Lockwood & Co. 05: Das grauenvolle Grab" | Jonathan Stroud | cbj
8) "Die Legende von Shikanoko. Herrscher der acht Inseln" | Lian Hearn | Fischer Sauerländer
9) "Die Mitte der Welt" | Andreas Steinhöfel | Fischer (Originaltext: Carlsen)

[Hörbuch]
"Dein perfektes Jahr" | Charlotte Lucas | Sprecher: Devid Striesow & Anna Thalbach | Lübbe Audio
"Elfenwinter" | Bernhard Hennen | Hans Peter Hallwachs | Der Hörverlag

Nicht mit im Bild: "Die Abschaffung der Mutter"


Ich werde einige der Titel nicht rezensieren. Meine Meinung dazu teile ich aber trotzdem. Du findest diese entweder auf Instagram und im Reiseproviant Beitrag.

Meine Lesehighlights waren "Die souveräne Leserin" und "Die Mitte der Welt". Beide Bücher tragen den Chrakter "All-time-Favorit", sind zeitlos intelligent und können wieder und wieder gelesen werden, ohne zu langweilen. Andreas Steinhöfel zählt für mich zu den Autoren mit der besonderen Beobachtungsgabe. Ich glaube, dass er einer der Menschen ist, der andere Menschen wirklich sieht und der versucht Menschen und ihre Leben aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Seinen Königskinderroman "Anders" kann ich ebenfalls sehr empfehlen.



Weitere Beiträge:


#JdKöKi - Das war unser Jahr mit den Königskindern ist der Abschlussbeitrag der Königskinderaktion, die über ein Jahr hinweg meine sechs Mitstreiter und mich, sowie den Königskinderverlag begleitet hat. Ein Jahr, in dem ich wundervolle Bücher entdecken durfte.

Der erste Reiseproviant Beitrag im neuen Jahr ist vollgepackt mit fröhlicher Lesezeit bzw. begeisterter Buchkritik.

Mit dem neuen Jahr kommen die Neuerscheinungen. Hier mein vierteljährlicher Beitrag über die Fantasybücher, die mich besonders interessieren.




Fotos & Text: © 2018, N. Eppner

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