13.04.18

[Rezension] The First Empire 01: Rebellion | Michael J. Sullivan




Seit Anbeginn der Zeit leben die Menschen im Schatten ihrer Götter, der Fhrey: Während diese in kunstvoll angelegten Städten wohnen, über Magie verfügen und niemals altern, hausen die Menschen in armseligen Dörfern, geplagt von Hunger und Krankheiten. 
Als der junge Raithe von einem Fhrey angegriffen wird, tut er das Undenkbare: Er wehrt sich. Niemand könnte überraschter sein als Raithe, als der unsterbliche Gott plötzlich tot zu seinen Füßen liegt. Von da ab eilt sein Ruf ihm voraus - und ehe er es sich versieht, wird Raithe zum Anführer eines Aufstands, der die Welt für immer verändern soll.(Text & Cover: © Knaur Fantasy; Foto: © N. Eppner)


Was für eine rasante Geschichte! Obwohl ich schon vorher wusste, dass Sullivan gut schreiben kann, wurde ich mit "Rebellion" nochmals von ihm überrascht und so gut unterhalten, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Wie werden Helden gemacht? Ganz einfach. Man nehme einen starken Kerl, der in einem Anflug von Mut -oder auch Dummheit-, und mit einem kleinen Quäntchen Glück, einem allseits gehassten Mensch, das Leben nimmt. Dann bedarf es nur noch eines guten Kameraden, der, mit Hilfe kleiner Lügen, eine gute Geschichte spinnt und diese dann vielerorts weitererzählt. Besonders dort, wo sie aufgrund von Hass und Ablehnung auf offene Ohren trifft. Manipulation, wie sie im Lehrbuch steht. Aus der deutschen Historie wissen wir, dass dies nach hinten losgehen kann. Sullivan nutzt diese Art der Machtausübung jedoch, um seinen Helden Raithe groß werden zu lassen. Ein Sympathieträger vom ersten Moment an.

Neben heldenhaften Männern gibt es aber vor allem sehr mutige und starke Frauen, die ihren Weg gehen, für das einstehen, woran sie glauben. Gerecht und weltoffen. 

Es gibt allerdings auch entsprechende Gegenstücke. Menschen, die so verbohrt sind in ihrer Denkweise, dass ich manchmal am liebsten ins Buch hineingesprungen wäre und sie geschüttelt hätte. Einige von ihnen haben in ihrer Intoleranz und Verbohrtheit regelrechte Aggressionen in mir aufgewühlt. Es war, als stünde ich Mitgliedern einer Partei gegenüber, deren Parolen völlig Sinnfrei sind und einzig zur Hetze dienen, die aber bei einem Teil des Volkes ankommen. 

Ja, es war tatsächlich so, dass ich ständig das Gefühl hatte den Figuren des Romans persönlich gegenüberzustehen. So sehr hat mich Sullivan in den ersten Band des First Empire hineingezogen. Für ausgesprochen starke Authentizität und Lebendigkeit sorgt die Art wie der Autor, dessen Romane bereits in 14 Sprachen übersetzt wurden, seine Figuren konzipiert. Ausgeklügelte Details und ein Netz aus vielfältigen Charakterzügen, sorgen für einen entsprechenden Sog.

Dieser wird komplettiert von einer überaus hohen Spannung und unvorhersehbaren Ereignissen. Im letzten Fünftel gibt es einen Showdown vom Allerfeinsten, der dafür sorgte, dass ich bis spät in die Nacht hinein las. Und als ich endlich dachte, dass es nun ruhiger würde, kam auf den letzten Seiten nochmal eine Szene, die ganz viele Fragen aufwarf. Mit ganz großer Vorfreude sehe ich Band 2 "Zeitenfeuer" entgegen, der glücklicherweise schon im April 2018 erscheinen wird.


Buchinfo:

528 Seiten
Taschenbuch
9,99 €
ÜBERSETZUNG: Marcel Aubron-Bülles

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