17.06.18

[Reiseproviant] 5|18: Bücher, Familie, Leben




Familienreise:


Der Begriff Familienreise hat in meinem Leben momentan gleich mehrere Bedeutungen. Zum einen waren wir im Urlaub, zum anderen befindet sich unsere kleine Familie durch den Zuwachs natürlich gerade auf einer Reise, die uns ein wenig ins Ungewisse führt.

Wie wird es wohl werden mit einem weiteren Familienmitglied? Mit einem, das erstmal ankommen muss. Das ganz viel Aufmerksamkeit benötigt. Vielleicht soviel, dass die Räubertochter zurückstecken muss. Das evtl. anfangs nicht so viel schläft. Das uns erst einmal kennenlernen muss. Das vielleicht genau so ist, wie wir es erwarten. Vielleicht aber auch ganz anders. Das unsere komplette in den letzten zwei Jahren erarbeitete (und immer noch völlig unausgereifte) Struktur wieder völlig über den Haufen wirft. Und das hier mit ganz, ganz großer Sehnsucht und Vorfreude erwartet wird.




Es sind so viele Dinge, die uns deshalb durch den Kopf gehen. Uns betreffend, aber vor allem was die Räubertochter angeht, die viel Aufmerksamkeit bekommt, die gerade in einem Alter ist, in dem sie jede Menge Entwicklungsschritte durchlebt, unheimlich viel Freude macht, entdeckt, lacht und mit uns und an sich selbst wächst. Gemeinsam gehen wir Schritt für Schritt. Und irgendwie müssen wir darauf vertrauen, dass es auch weiterhin so gut funktioniert wie bisher.

Ende Mai bis Anfang Juni waren wir im Urlaub in Südtirol. Dorthin verschlägt es uns jedes Jahr. Warum ein anderes Reiseziel suchen, wenn es uns dort so gut gefällt? Wieder einmal hat sich bestätigt, dass diese Gegend für uns ein Ort der Energie ist. Dass wir dort auftanken können, einfach durchs "da sein". Durch den Blick auf die Berge, die Kraft der Natur, die Ruhe und Entschleunigung




Wie immer zog es uns in die Abgeschiedenheit. Diesmal allerdings statt in die gewohnte Pension auf einen kleinen Bauernhof, wenige Kilometer weiter. 

Durch meine Symphysen Lockerung (die glücklicherweise durch die letzte Osteopathie Behandlung deutlich besser ist), konnte ich nicht wirklich wandern. Eine kleine Tour bin ich trotzdem mitgelaufen und habe wieder einmal festgestellt, welchen Wohlfühleffekt wandern auf mich hat. Wie sehr es mich befreit und unterstützt. Sobald ich nach der Geburt wieder in der Lage bin mich ausgiebig zu bewegen, werde ich das tun und meine Mutter-Kind-Wanderungen wieder aufnehmen. In welcher Form ich beide Kinder unterbringen werde (suche noch einen Croozer Fahrradanhänger / Geländebuggy. Falls wer einen abzugeben hat, bitte melden), weiß ich noch nicht genau, aber wir werden definitiv wieder unsere Zeit mit laufen in der Natur verbringen.

Der Räubertochter hat der Urlaub trotz weniger Unternehmungen so richtig gut gefallen. Sie konnte so viel herumlaufen wie sie wollte, Kaninchen füttern, Trampolin springen, Katzen durch die Gegend tragen, im Sand spielen, schaukeln und einfach Kind sein. Ohne, dass wir ständig daneben stehen mussten. Das war für uns alle sehr erholsam. Das Gefühl der Ausgeglichenheit während unserer Urlaubswoche war großartig.





Literarische Reise:


Der Urlaub hat für reichlich entspannte Lesezeit gesorgt. Ich hatte diesen großen Stapel mit und habe es tatsächlich geschafft "Über den Dächern wir zwei", "Rabenschatten 02", "Wir hier draussen" und "Lady Moonshine" zu lesen.




Wieder Zuhause habe ich kaum mehr als 100 Seiten gelesen. Zumindest keine Romanseiten. Mit Ankunft im Wohnort schwand die Ruhe. Ihr folgte eine innere Unruhe, die bis jetzt anhält und mit erhöhtem Internetkonsum gepaart ist. Es sind nicht nur die sozialen Netzwerke, die meine Zeit und meine Ausgeglichenheit fressen, sondern etliche Seiten, die mit unseren Kindern zu tun haben. Shopping, Ratgeber, Erfahrungsberichte anderer Mütter, noch mehr Shopping, Ideen zur Kinderzimmergestaltung (obwohl das ja schon fertig ist. Die Kinder werden sich erstmal ein Zimmer teilen, da das Baby ja sowieso vorerst im Beistellbett schläft) und, und, und (ich sollte mir das hier zulegen). Vielleicht ist es der Nestbautrieb, der mich so unruhig macht und mir meine Lesezeit raubt. Vielleicht sind es aber auch ganz andere Dinge, die mir durch den Kopf gehen. 

Bekämpft wird dieses Lesetief mit "Vier Farben von Magie" von V.E. Schwab, das eigentlich ziemlich gut geschrieben ist, aber eben auch nicht so richtig gegen meine Unruhe ankommt, und mit Bücherkauf. Klar, was soll man sonst auch machen? Wenn man es nicht schafft den SuB abzubauen, dann muss man ihn wenigstens aufbauen.

Sehr gerne lese ich aktuell in "Why not? Ein Leben ohne Wenn und Aber" von Lars Amend. Einem Ratgeber, der Gedanken dazu aufwirft, wie wir unsere Träume und Ziele benennen und umsetzen können. Nichts esoterisches, sondern Erfahrungswerte, Anstöße und Hilfestellungen einige Bereiche im Leben zu überdenken und den eigenen Bedürfnissen entsprechend anzupassen. Gelesen wird Kapitelweise, Stück für Stück, denn ich bin so sehr mit markieren, nachdenken und aufschreiben beschäftigt, dass mehr einfach nicht drin ist.




Kulinarische Reise:


Ob es wohl auch zum Nestbautrieb zählt Früchte zu sammeln, Marmelade zu kochen, Sirup herzustellen usw? Vermutlich schon. 

Zwischen Löwenzahngelee und Erdbeermarmelade, Holundersirup und Tomatensauce fühle ich mich auf jeden Fall ganz wohl. Das Zubereiten ist irgendwie meditativ, der Vorratskeller füllt sich und Familie und Freundeskreis freuen sich.




Hab einen feinen Sonntag. 

Lass dich nicht aus der Ruhe bringen und genieße deinen Tag.

Kommentare:

  1. Es tut mir ja leid das zu sagen, aber irgendwie freue ich mich, dass ich nicht allein bin mir dieser "inneren Unruhe" �� Bei mir hat es exakt dieselben Auswirkungen, nur dass es schon etwas länger anhält, dafür bin ich ja auch bald durch. �� Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Gemeinsamkeiten wir haben. Schade, dass du soweit weg wohnst. ��
    LG

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    1. Dass wir so weit voneinander entfernt wohnen, finde ich auch schade. Ich glaube, wir könnten uns prima austauschen. Und außerdem würde ich sehr gerne mal in deinen Bücherregalen stöbern :D

      Diese innere Unruhe ist schrecklich. Ich hoffe, das legt sich nochmal. Ich kann mich gar nicht erinnern das in der ersten Schwangerschaft auch gehabt zu haben. Hinzu kommt irgendwie das Gefühl, dass ich es gar nicht erwarten kann, dass das Baby endlich da ist. Also außerhalb meines Körpers. Es in den Arm nehmen zu können. Und zu sehen, wie die Räubertochter damit umgeht. Auf der anderen Seite macht es mich auch ein bisschen wehmütig, dass wir bald nicht mehr dieses Zweier-Gespann sind, dass wir zumindest während der Arbeitszeit des Mannes nun mal sind. Und es kommt natürlich auch ein wenig Angst dazu, ob man wirklich beiden Kindern gerecht werden kann.
      Vielleicht hilft es all diese Gedanken abzulegen. Aber noch viel mehr würde es mir vermutlich helfen, wenn ich mal wieder richtig laufen / wandern oder reiten könnte :D
      Naja, bald haben wir es überstanden ;)

      Viele liebe Grüße,
      Nanni

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