18.02.19

Sondereinheit Themis 01: Auf Probe | Kerstin Rachfahl




​Sie sind Spezialisten und kämpfen gegen das Verbrechen in Deutschland und International. Themis eine Sondereinheit aus Polizisten und Soldaten.
Die ehrgeizige Natasha wird zum Einstellungstest der Sondereinheit Themis eingeladen. Zum ersten Mal im Leben scheitert sie an einem Sporttest.
Zu ihrer größten Überraschung wird sie dennoch auf Probe eingestellt. Der Mann, der dafür sorgen soll, dass sie beim nächsten Anlauf den Test schafft, ist ausgerechnet der Trainer, der ihr die Vorbereitungswochen zur Hölle machte.
Aber Natasha wäre nicht Natasha, wenn sie sich von einem Mann in die Knie zwingen ließe. Das bekommt auch ihr unfreiwilliger Trainer und Partner Peter zu spüren. Doch der hat nicht umsonst von seinen Kameraden den Spitznamen Pit - als Kurzform für Pitbull – erhalten. Das Themis Team schließt Wetten ab. Wer von den Beiden wird am Ende sein Ziel erreichen?
(Text & Cover: © Kerstin Rachfahl; Foto: © N. Eppner)


Krimis und Thriller sind nicht so ganz meins. Meine Nerven sind zu schwach, um die meisten der darin geschilderten Handlungen auszuhalten. Hin und wieder greife ich aber doch ganz gerne zu einem Buch dieses Genres. Und zwar dann, wenn Protagonisten und nicht blutige Taten im Vordergrund stehen. Das ist der Fall in den Romanen von Kerstin Rachfahl und deshalb hat es mir sehr viel Freude bereitet, den Auftakt ihrer "Sondereinheit Themis" - Reihe zu lesen.

Im Fokus des Romans steht Natasha, Polizistin mit viel Ehrgeiz. Ihr Wunsch in die Sondereinheit Themis aufgenommen zu werden, stirbt beim Einstellungstest. Ausgerechnet den Sportteil besteht sie nicht. Nicht nur ihr kommt der Verdacht, dass ihr Trainer Pit darin nicht ganz unschuldig ist. Deshalb bekommt sie eine zweite Chance, um erneut die Sportprüfung abzulegen. Die Vorbereitung dazu übernimmt allerdings Pit, der Brechreiz bekommt beim Gedanken daran, dass Natasha seine neue Partnerin werden könnte. Pit hat längst bemerkt, was Natasha bei anderen überspielen konnte: sie hat beim Einstellungsfragebogen geschummelt was ihre Erfahrung mit Hunden betrifft. Diese sind allerdings ein wichtiger Teil der Sondereinheit. 

Kerstin Rachfahl ist es mit nur wenigen Seiten gelungen meine Aufmerksamkeit zu fesseln. Grund dafür sind vor allem die Protagonisten, die mit viel Sorgfalt zum Leben erweckt werden. Kleine Häppchen aus deren Privatleben, aus Vergangenheit, Auszüge ihrer Charakterdarstellung, machen mich neugierig auf mehr und schaffen eine Verbindung zwischen den Figuren und mir. So sehr, dass es mich auch nachhaltig interessiert, wie ihr Leben verläuft. Zum Glück gibt es ja mehrere Bände. In denen wird dann sicher auch Natashas Vergangenheit frei gelegt. Denn die birgt noch so manches Geheimnis, das sich zwar schon erahnen lässt, aber eben nicht zu hundert Prozent klar ist.

Lange ungewiss bleibt auch die Auflösung des Falls, mit dem Natasha und Pit betraut werden, obwohl noch nicht klar ist, ob Natasha in die Sondereinheit aufgenommen wird, und der Pit auf einer sehr persönlichen Ebene betrifft. Normalerweise ist mir recht schnell klar in welche Richtung solch ein Handlungsstrahl verläuft. Hier konnte mich Rachfahl jedoch überraschen und mit der Auflösung sogar zu einem Kloß im Hals rühren.

Einziger kleiner Kritikpunkt sind Dopplungen im Ausdruck der Figuren. Das sorgt an einigen Stellen dafür, dass sie ihre eigene Stimme vorübergehend verlieren und die der Autorin annehmen. Aber das sind nur klitzekleine Einbrüche in einem guten Gesamtkonzept, das mich so weit überzeugen konnte, dass ich mich darauf freu mehr von der Sondereinheit zu lesen. Ganz besonders auch deshalb, weil ich als Tierfreundin mit dem vierbeinigen Partner von Pit voll und ganz auf meine Kosten komme.


Buchinfo:

Taschenbuch
12,90 €
eBook
2,99 €



Rezensionen: © 2019, Nanni Eppner

06.02.19

Der Bruder des Wolfs | Robin Hobb





Fitz Chivalric hat bei der Verteidigung seines greisen Königs seine Gesundheit und beinahe auch seinen Verstand verloren. Doch König Listenreich bietet ihm keine Rache oder wenigstens Genugtuung. Schließlich war der Drahtzieher hinter Fitz' Verletzungen dessen eigener Onkel, der Sohn des Königs. Und der hat seine Pläne, um den Thron an sich zu reißen, nicht aufgegeben! Verzweifelt bemüht sich Fitz, die Intrigen des Prinzen zu durchkreuzen – und ahnt nicht, dass sein Schicksal längst besiegelt ist.
(Text & Cover: © Randomhouse; Foto: © N. Eppner)


Wie schnell hatte ich Band 1 der Weitseher Trilogie verschlungen. "Die Gabe der Könige" war mein Einstieg in die fabelhafte Schreibwelt der Robin Hobb und konnte mich sehr begeistern. Kein Wunder also, dass ich auch "Der Bruder des Wolfs" lesen wollte. Trotz der Begeisterung habe ich viel zu lange gewartet, um mit Band 2 fortzufahren, denn dadurch viel mir der Einstieg in die Geschichte schwerer, als erwartet.

Fitz hat sich verändert. Vom schmächtigen Bastard ist er zu einem Kämpfer geworden. Ist auf seine Art nun einer der Drahtzieher, gibt sich Mühe stets das richtige zu tun, für Gerechtigkeit zu kämpfen und doch bleibt er irgendwie das Opfer seiner mächtigen Verwandten, die ihn wie einen Spielball hin- und herschieben, um ihre Wünsche durchzusetzen.

Fitz' Geschichte bleibt ein Spiel aus Schicksal und Berechnung. Lässt ihn auf dunklen Pfaden wandeln, zwischen Täter und Opfer schwanken, und zwischen die Fronten der Politik geraten. Und neben all dem blickt der junge Mann durch, der nicht nur Kämpfer und Magier ist, sondern ein Mensch, der sich zum ersten Mal verliebt, der Pläne für eine Zukunft schmieden und ein ganz normales Leben führen möchte. Robin Hobb ist wieder mal ein spannendes Konstrukt aus Wunsch und Wirklicht gelungen, das verdeutlicht wie instrumentalisierend Machthaber mit ihrer Macht umgehen.


Buchinfo:

Penhaligon (2017)
Klappenbroschur
896 Seiten
15,- €
ÜBERSETZUNG: Eva Bauche-Eppers

Reiheninfo:

2. Der Bruder des Wolfs
3. Der Erbe der Schatten


Rezension: © 2019, Nanni Eppner

LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...