23.03.19

Im siebten Sommer | Rowan Coleman | Piper





Eines Tages beschließt Rose, dass das Leben zu kurz ist, um in einer unglücklichen Ehe zu leben. Sie schnappt sich ihre Tochter und fährt in das idyllische Millthwaite. Dort sucht sie Frasier, einen attraktiven Kunsthändler, in den sie sich vor sieben Jahren unsterblich verliebte. Sie sah ihn nie wieder – und alles, was sie von ihm besitzt, ist eine Postkarte aus diesem Ort. Schnell stellt sich heraus, dass Fraiser hier nicht mehr wohnt. Auf der Suche nach ihrer großen Liebe trifft Rose jedoch auf einen anderen Mann, der eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen wird. Und Rose begreift: Es ist nie zu spät, um glücklich zu sein.
(Text & Cover: © Piper; Foto: © N. Eppner)


Von allen Büchern, die in meinem Regal stehen, hat "Im siebten Sommer" das schrecklichste Cover. Eins, dass überhaupt nicht zum Inhalt passt, denn meiner Meinung nach suggeriert es, das hinter den kitschigen, bunten Herzchen ein ebenso kitschiger, flacher Roman steckt. Lieber Piper Verlag, dieses Cover ist leider ein Griff ins Klo. 

Der Inhalt hingegen, konnte mich richtig begeistern. Wie ich es von Rowan Coleman gewohnt bin, steckt auch hier hinter einem zunächst seicht wirkenden Roman, eine gut durchdachte Geschichte mit viel Tiefgang.

Es ist schwierig etwas zum Buch zu sagen, ohne zuviel zu verraten, aber die Grundidee der Autorin dreht sich um die Wertigkeit eines Menschen. Darum, wie sehr wir in uns selbst vertrauen und wie stark wir uns von anderen Menschen manipulieren lassen.

Rose denkt, dass sie es nicht verdient hat, glücklich zu sein. Dass sie es nicht wert ist. Warum sonst sollte ihr Vater sie verlassen haben, ohne sich jemals wieder zu melden? Warum sonst muss ihr Ehemann sie so oft rügen? Sie begeht einen Fehler nach dem anderen und muss nun eben mit den Konsequenzen leben. Es ist ein langer Prozess bis sie begreift, dass es gar nicht an ihr liegt, dass sie gar nicht so viel Verantwortung trägt wie sie glaubt bzw. dass sie endlich die Verantwortung für ihr Leben übernehmen muss, um glücklich sein zu können. Wenn nicht für sich, dann auf jeden Fall für ihre Tochter, die ein bisschen anders ist, als andere Kinder. Die sich nicht so leicht in die Gesellschaft einfügen kann und die es - wie jeder Mensch - verdient hat, geliebt zu werden.

Rowan Coleman hat wieder einmal eine zauberhafte Geschichte mit Tiefgang geschrieben. Sympathische Figuren mit Ecken und Kanten bieten einen vertrauensvollen Zugang zum Roman, der spannend und einfühlsam zugleich ist. 



Buchinfo:

Piper (August 2017)
528 Seiten
Taschenbuch
9,99 €
ÜBERSETZUNG: Marieke Heimburger

Rowan Coleman auf Fantasie und Träumerei:

Zwanzig Zeilen Liebe
Wolken wegschieben



Rezensionen: © 2019, Nanni Eppner

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