30.06.19

[Monatsrückblick] Juni 2019

Heute zählt der Juni seinen letzten Tag. Ich schreibe seit langem mal wieder einen Monatsrückblick. Ganz ohne festen Rahmen und mit der Gewissheit, dass es ungewiss ist, ob ich im nächsten Monat wieder dazu komme. 

Jetzt gerade habe ich mal ein paar Minuten Zeit, drücke mich im abgedunkelten Büro herum, um dem Backofen draußen zu entgehen. Es ist zu heiß für uns Frühlings- und Winterkinder. Das Sommermädchen ist noch zu klein, um auszutesten, ob es seiner Geburtsjahreszeit gerecht wird. Wir versuchen uns abzukühlen mit viel Eis und Leckereien wie Kokosmilchreis mit Fruchtpüree, aber eigentlich schmilzt in der Sonne auch der Appetit.



Milchreis nach Packungsanleitung mit Kokosdrink (hier von Alpro), etwas Vanillemark und ggf. etwas Zucker kochen, Erdbeeren und Mango pürieren, Kokosraspeln und Mandeln als Topping. Schmeckt warm und kalt.


In den letzten Jahren war der Juni immer mein Leseschwächster Monat, in diesem Jahr spielt mir der Urlaub zu, in dem ich mir ausgiebig Lesezeit eingeräumt habe. Und jetzt, back home, sind wir bewegungsunfähig. Bei diesen Temperaturen verbringen wir viel Zeit im sitzen. Im Idealfall mit Buch oder im Pool.


JUNI:
34) "Kurt" | Sarah Kuttner | S. Fischerverlage
35) "Hurentochter. Die Distel von Glasgow" | Tabea König | Piper
36) "Das Böse, es bleibt" | Luca D'Andrea | DVA
37) "Die Liebe im Ernstfall" | Daniela Krien | Diogenes
38) "Ganymed erwacht" | Joshua Tree | Belle Èpoque
39) "Meine Zeit mit Eleanor" | Amy Bloom | Atlantik
40) "Die Pferde von Eldenau. Mähnen im Wind" | Theresa Czerny | Magellan
41) "Das Handelshaus" | Axel S. Meyer | Rowohlt
42) "Selige Witwen" | Ingrid Noll | Diogenes
43) "Das Mädchen aus Brooklyn" | Guillaume Musso | Piper

HÖRBÜCHER:



  • "Drei Schritte zu dir" | Rachael Lippincott (Sprecher: Maximiliane Häcke, Dirk Petrick) | Der Audio Verlag
  • "Vier Farben der Magie" | V. E. Schwab (Sprecher: Peter Lontzek) | Argon Hörbuch

(es fehlt "Meine Zeit mit Eleanor")


Mir hat tatsächlich jedes meiner gelesenen Bücher richtig gut gefallen. Einige noch ein bisschen mehr, als andere, aber durchweg konnten mich alle auf ihre Art begeistern.

Kuttner und Krien mit ganz, ganz viel echtem Leben, das sich an manchen Stellen so sehr nach meinem eigenen anfühlte und an anderen den Wunsch entfachte so etwas nie erleben zu wollen. 
König, Bloom und Meyer entführten mich auf ein, zwei, drei Reisen durch die Zeit, in andere Länder und andere Lebensweisen. Jede einzelne war spannend, lehrreich, empfehlenswert.
D'Andrea und Musso haben gemordet und meine Seele durchkämmt, so dass ich schlaflos immer wieder zu ihnen zurückkehrte. Brutalität und Atmosphäre waren es, die mir unter die Haut gingen.
Tree war ein interessanter Ausflug in die SciFi, ins Weltall und geprägt von schneller Action á la Bruce Willis.
Czerny hat mich zurückkatapultiert in meine Jugend, in der ich Pferdebücher verschlungen habe. Trotz kleiner Kritik, die von der Autorin gut aufgegriffen und erklärt wurde, werde ich das Buch in der kommenden Rezi weiterempfehlen. Für zwei starke Protagonisten ist ja immer Platz im Regal.
Und Ingrid Noll ist ja einfach meine Entdeckung des Jahres. In "Selige Witwen" gab's ein Wiedersehen mit alten Bekannten und altbekannten, feinen schwarzen Humor.




Zwei Hörbücher habe ich gehört. 
Schwab zur Wiederauffrischung um mit Band 2 der Weltenwanderer Trilogie in den Juli zu starten und Lippincott, die mich seit langem mal wieder dazu gekriegt hat einen Jugendroman des Untergenres Sick Lit zu hören und auch zu mögen. Sehr zu mögen. 


Wie war dein Lesejuni? 
Welches Buch war dein Highlight?


Im Juni gab es auf dem Blog noch einen weiteren Rückblick bzw. einen Zwischenbericht zu meinem Beitrag über Konsumruhe und eine Vorschau auf meinen Lesejuli. Ich hab mir mal wieder eine Liste zusammengestellt. Eine ganz besondere ... (stell dir beim letzten Satz bitte vor wie ich verschwörerisch die Stimme senke)






Mit ein paar Bildern aus unserer Ferienzeit in Südtirol, die sicher nicht nur meine Sehnsucht nach einem weiteren Urlaub in den Bergen entfachen, verabschiede ich mich vom Juni und wünsche dir, mir, uns allen, einen spannenden, entspannten, Seitenreichen und sommerlichen Juli.

Südtirol erobern



Dieser Ausblick...



Einer unserer Lieblingsplätze. Vigiljoch



Highlight der Ferienwohnung: Katzenbabys



Ich fahre so gerne Sessellift.



Perfect Place



Brotzeit. Die Kinder fanden es richtig super. Die kleine Raupe hat ihren ersten Kaminwurz (Mettwürstchen) genuckelt.


Auf diesem Foto ist es 9.30 Uhr. Zu dem Zeitpunkt bin ich bereits 1,5 Stunden gewandert (allein) und habe etwa 400 Höhenmeter hinter mich gebracht. Bevor ich weiterlaufe, um Mann und Kinder zu treffen, gönne ich mir einen Kaffe, ein paar Seiten in "Die Liebe im Ernstfall" und den Ausblick auf die Berge.



Wir sind viel gewandert. Die Kinder haben wir auf dem Rücken getragen (Räubertochter in der Kids Comfort III von Deuter, kleine Raupe in der Emai Trage), aber die Räubertochter ist auch schon ordentlich viel selbst gelaufen und hatte besonders viel Freude beim Klettern.


Die kleine Raupe war auch reichlich in Bewegung. Meistens auf allen Vieren (deshalb war sie auch IMMER dreckig :D ), aber oft auch schon laufend an unseren Händen.



Kaffee, Buch, Spielplatz.
So haben wir den Urlaub in höchstem Maße genossen.


Regionale Gerichte sind im Urlaub ein Muss.
Bestes: Apfelstrudel!



Ich mag es so sehr in dieses Tal zu schauen und mir vorzustellen wie vor Milliarden von Jahren Wasser durch die Berge floss und den Stein so aushöhlte, dass eben diese Geografie entstand.


27.06.19

Ganymed erwacht | Joshua Tree




Im Jahr 2042 entdecken Astronomen einen lange postulierten neunten Planeten in unserem Sonnensystem. Ein beispielloses Weltraumrennen zwischen zwei mächtigen Megakonzernen beginnt, die als erste ihre Sonden zu dem Himmelskörper in der Dunkelheit jenseits Neptuns bringen wollen. Als die Robotersonden nach vielen Jahren mit Bodenproben aus dem äußeren System zurückkehren, stürzt eine davon auf Ganymed ab und zerstört dabei eine Forschungsstation. Nachdem der Kontakt zu dem Jupitermond abbricht, erreicht eine zweite Probe die Erde, auf der schon bald Konflikte um die Herrschaft eines Materials ausbrechen, das sämtliche Forscher vor Rätsel stellt.
Inmitten des ausbrechenden Chaos begibt sich die Astronautin Rachel Ferreira an Bord eines Raumschiffes mit führenden Wissenschaftlern, um das mysteriöse Schweigen Ganymeds zu untersuchen. Auf der Erde wird derweil ein Söldnerteam in den Konflikt um die Kontrolle einer möglicherweise außerirdischen Technologie gezogen und deckt nach und nach eine Verschwörung auf, die an den Fundamenten der Zukunft rütteln könnte.
(Text & Cover: © Joshua Tree; Foto: N. Eppner)


Vorm Lesen hatte ich ein wenig Bedenken, ob mir "Ganymed erwacht" nicht vielleicht ein wenig zu wissenschaftlich oder zu technisch angehaucht sein könnte. Aber die Leseprobe hatte mir schon verraten, dass die Schreibe des Autors Grund genug ist die persönliche Lesekomfortzone zu verlassen.

"Ganymed erwacht" spielt in einem spannenden politischen Setting. Es gibt keine Regierung mehr, wie wir sie kennen. Große Konzerne haben sich zusammengeschlossen und nun gibt es vier große Konzernmachten, die eigentlich alles Wirtschaftliche steuern. Diesen Gedankengang finde ich richtig interessant. Schon jetzt sind wir von vielen Konzernen abhängiger, als wir glauben. Konzerne geben Studien in Auftrag, die sich mit Gesundheit beschäftigen und manipulieren uns damit so, dass wir uns in die von ihnen gewünschte Richtung bewegen. Und wenn ich daran denke, welche Macht ein Konzern wie Nestlé in Hinblick auf die Wasserversorgung eines ganzen Landes ausübt, wird mir ganz übel. Der Background der Geschichte ist also nicht von ungefähr hergeholt, sondern eher ein "Was wäre wenn in der Zukunft...?"

Ja, was wäre wenn in der Zukunft Konzerne all ihre Macht und ihr Geld ausspielen? Dann könnten diese einfach mal eine Astronautin hin- und herschieben wie sie möchten, untereinander mit deren Leben handeln und ihr einen Auftrag erteilen, den sie nicht ablehnen kann. 

Neben Astronautin Rachel Ferreira gibt es eine weitere Gruppe an Charakteren, die im Mittelpunkt stehen. Das Söldnerteam rund um Theodore, der vom Autor so entwickelt wurde, dass er in einer Verfilmung perfekt von einem jüngeren Bruce Willis dargestellt werden könnte. Theodore ist hart, lässig und hat Herz.

Joshua Tree erzählt auf zwei Ebenen. Im Mittelpunkt der einen Ebene steht Rachel Ferreira, die als einzige Überlebende einer Expedition gezeichnet ist vom monatelangen Aufenthalt im Weltall und eine sehr sympathische Protagonistin ist. Die andere Ebene begleitet Theodore und ist vom Spannungsfeld deutlich höher. Ein bisschen so geschrieben, wie ich es mir von guten Actionfilmen wünsche, ohne dabei flach zu werden.

Das Ende von "Ganymed erwacht" lässt erahnen, dass der zweite Band "Ganymeds flüstern" auf keinen Fall weniger spannend ist.


Buchinfo:

Taschenbuch
384 Seiten
12,99 €


Rezensionen: © 2019, Nanni Eppner

25.06.19

Das Handelshaus. Ein Roman aus der Hanse-Zeit | Axel S. Meyer




Liebe, Gier, Verrat – und ein mächtiges Handelshaus vor dem Untergang
Stettin, 1566. Das Handelshaus der Familie Loytz ist eines der reichsten in Nordeuropa. Doch nach dem Tod des Patriarchen entzweien sich die Söhne Michael und Stephan. Beide ringen um die Führung des Unternehmens. Auch in der Liebe sind die Brüder Rivalen. Sie werben um die schöne Leni. Als Leni sich in Stephan verliebt, wird sie jedoch von ihrem Vater mit Michael verheiratet. In dieser Zeit, geprägt vom Dreikronenkrieg und dem Niedergang der einst mächtigen Hanse, kämpfen die Brüder Loytz um die Zukunft ihres Handelshauses – gegeneinander und auch gegen einen alten Erzfeind, den mächtigen Kurfürsten Joachim von Brandenburg …
(Text & Cover: © Rowohlt; Foto: © N. Eppner)

"Das Handelshaus" ist die im 16. Jahrhundert angesiedelte Geschichte der fiktiven Familie Loytz, die wie ihr reales Vorbild - Familie Loitz aus Stettin - dank vielerlei Schuldner dem Bankrott entgegensieht und um das eigene Überleben und dem des florierenden Handels, der seit mehreren Generationen in der Familie angesiedelt ist, kämpfen muss. Erschwert wird ihnen das Überleben durch die Fahrigkeit ihrer launenhaften Geschäftspartner, Zwist und Streit in der eigenen Familie und den Dreikronenkrieg, der 7 Jahre lang zwischen Dänemark und Schweden herrschte und den ganzen Norden beeinträchtigte.

"Das Handelshaus" ist mein erstes Buch des deutschen Autors Axel S. Meyer, der bereits einige historische Romane veröffentlichte, die durch viele positive Leserstimmen ausgezeichnet wurden. Verständlicherweise, denn Meyer versteht es Spannung und Historie so geschickt zu kombinieren, dass eine fesselnde Geschichte daraus wird.

Dank Meyer hörte ich zum ersten Mal vom Dreikronenkrieg, reiste zum ersten Mal in den Norden der Hanse-Zeit. Seine klare Sprache erleichterten mir die Vorstellung davon, wie sich das Leben im 16. Jahrhundert dort abgespielt haben musste. Der Einblick in die deutsche/polnische/dänische Geschichte war sehr interessant und zu keiner Zeit trocken oder langweilig.

Ganz im Gegenteil. Trotz der über 600 Seiten ist "Das Handelshaus" ein sehr kurzweiliges Vergnügen. Meyer versteht es durch geschicktes Setzen der Kapitel und steten Wechsel der Handlungsorte einen fesselnden Spannungsbogen aufzubauen. Hundert Seiten lassen sich leicht am Stück lesen und die Rückreise in die Gegenwart fiel mir eher schwer.

Für erhöhte Spannung sorgen auch die drei Protagonisten, die Loytzen Brüder Michael, Stephan und Simon. Drei sehr unterschiedliche Figuren, die durch ihre unterschiedlichen Charakterzüge immer wieder für Überraschungen und explosive Dialoge sorgten. Der Aufbau dieser, sowie einiger Nebenfiguren, hat mir besonders gut gefallen und zeigt dass der Autor sein Handwerk versteht und nicht nur durch Handlungen für Spannung sorgt, sondern mit vielschichtigen Charakteren für die nötige Tiefe sorgt. Keiner der Protagonisten ist vorhersehbar und hat mich manches Mal aufs Glatteis geführt, wenn ich dachte, ich könne den nächsten Schritt dieser Figur vorhersehen. 

"Das Handelshaus" hat mir spannende wie informative Lesezeit beschert. Ich werde mir ganz sicher auch noch weitere Bücher des Autors kaufen und kann diesen Roman, der in der Hanse-Zeit spielt, nur jeder Leserin und jedem Leser ans Herz legen, die/der auch nur ein bisschen Interesse daran hat, zu erfahren wie sich das Leben in einer anderen Zeit abgespielt hat. Neben individuellen Schicksalen kommt hier auch die politische Vergangenheit Deutschlands, sowie Teile Polens und Dänemarks, nicht zu kurz. 


Buchinfo:

Rowohlt (2019)
624 Seiten
Taschenbuch
10,99 €


Rezensionen: © 2019, Nanni Eppner

23.06.19

[Leseliste] #PhantastikFive

In meinem Bücherregal stehen sehr viele ungelesene Fantasybücher. Richtig tolle Fantasybücher - glaubt man den Meinungen anderer Leserinnen und Lesern.
Fantasybücher auf die ich mich zum Teil schon seit Jahren freue.
Es ist Zeit die Vorfreude endlich in Lesevergnügen umzuwandeln.

Als Fan von (Lese-) Listen habe ich mal was vorbereitet...

Im Juli möchte ich fünf Fantasybücher der sehr verlockenden Fantasybücher aus meinem Regal lesen.




Wer zählen kann ist klar im Vorteil und hat sicher schon bemerkt, dass es sich nicht um 5, sondern um 6 Bücher handelt. Buch Nr. 6 ist der Joker, falls eins der Bücher doch schlechter ist, als erwartet und abgebrochen werden muss. Sollte der Juli nicht ausreichen, um alle Bücher zu lesen, werde ich sie natürlich nicht ins Regal stellen, sondern im August beenden.
Dies ist keine Challenge mit straffen Regeln, sondern einfach eine kleine Motivation mich mal wieder vermehrt dem Genre zu widmen, das mir am Herzen liegt.

In den sozialen Netzwerken findest du alle meine Beiträge zu der Aktion wie z.B. Leseupdates, Meinungen, Zitate etc. unter dem Hashtag #PhantastikFive.

Vielleicht hast du ja sogar Lust mitzulesen. Verwendest du in deinen Beiträgen #PhantastikFive, ist es für mich einfacher sie zu finden. Du kannst mich aber gerne auch einfach anschreiben. Vielleicht hast du ja auch noch eins der Bücher meiner Liste ungelesen im Regal und möchtest es mit mir gemeinsam lesen oder darüber plaudern.





"Die Königin der Schatten" | Erika Johansen | Heyne

Ein Königreich, das seit vielen Jahren von mächtigen Feinden bedroht wird. Eine junge Herrscherin, die von einem Tag auf den anderen die Verantwortung für Tausende von Menschen übernehmen muss. Und eine uralte Magie, die das Potenzial in sich birgt, ganze Welten zu retten oder zu zerstören ... Für Kelasea Raleigh ist nichts so, wie es sein sollte: Sie hat nie darum gebeten, mit neunzehn Jahren die Königin eines bettelarmen Landes zu werden. Niemand hat sie auf den Hass, der ihr am eigenen Hof entgegenschlägt, vorbereitet. Und nie hätte sie gedacht, dass zwei grundverschiedene Männer die Zukunft ihrer Regentschaft mitbestimmen werden. Hin zum Licht oder hin zum Dunkel ...(Text & Cover: © Randomhouse)

Von allen ausgewählten Büchern steht "Die Königin der Schatten" schon am längsten in meinem Bücherregal. 2015 erschienen hat es direkt eine Reihe Bloggerinnen und Blogger begeistert, deren Meinung ich sehr schätze. Unter anderem Damaris liest, die mir das Buch damals schon ans Herz legte. Gekauft, ins Regal gestellt, immer noch nicht gelesen. 






"Die 13 Gezeichneten" | Judith und Christian Vogt | Bastei Lübbe

Sygna, die Stadt des Handwerks. Die Stadt der magischen Zeichen. Seit die Armee von Kaiser Yulian die Stadt erobert hat, ist den Einheimischen die Ausübung ihrer jahrhundertealten Magie jedoch verboten. Eine Widerstandsgruppe will dies nicht hinnehmen.Auch Dawyd, Mitglied der Fechtgilde, wird für die Ziele der Rebellen eingespannt. Denn die kaiserliche Geheimpolizei strebt danach, die mächtigen Wort-Zeichen unter ihre Kontrolle zu bringen. Mit ihnen wären die Besatzer in der Lage, Gefühle und Gedanken zu manipulieren, und das muss um jeden Preis verhindert werden …(Text & Cover: © Bastei Lübbe)

Vor einiger Zeit habe ich im Podcast der Phantastik Bestenliste das Autorenduo Judith und Christian Vogt entdeckt, die mir mit ihren Denkansätzen, die sie dort vorgetragen haben, direkt sehr sympathisch waren. Kurz drauf habe ich mich auf Judiths Science Fiction Roman "Roma Nova" gestürzt und war sehr angetan von der Schreibe der Autorin. Deshalb stand es für mich gar nicht zur Diskussion, ob ich "Die Dreizehn Gezeichneten" lese oder nicht.






"Waffenschwestern" | Mark Lawrence | Fischer TOR

Nona ist kein gewöhnliches Kind: Sie hat auffällig schwarze Augen und schwarze Haare und kann sich mit übernatürlicher Geschwindigkeit bewegen. Und sie ist erst acht, als sie ihren ersten Mord begeht. Nona steht schon im Schatten des Galgens, als sie von der Äbtissin des Klosters zur barmherzigen Gnade gerettet wird, wo sie man sie zur Kriegerin ausbildet. Doch der Mann, den sie getötet hat, gehörte einer der mächtigsten Familien des Reiches an – die alles daransetzt, sich an ihr und den Schwestern des Konvents zu rächen.
Doch Nona ist alles andere aIs leichte Beute. Im Kloster zur barmherzigen Gnade leben Mystikerinnen, die das Gewebe der Welt manipulieren, Schwestern der Verschwiegenheit, die sich der Kunst der Täuschung widmen, und hier werden die gefährlichsten Kriegerinnen des Reiches ausgebildet. Nona durchläuft ein rigides Trainingsprogramm, das sie mit dem mystischen Pfad vertraut macht, den geheimen Künsten des geräuschlosen Tötens und der Fähigkeit, mit den verschiedensten Waffen zu kämpfen. Mit den anderen Novizinnen ist sie in Freundschaft und Liebe – und manchmal auch leidenschaftlichem Hass – verbunden. Nicht alle werden es schaffen, aber diejenigen, die ihren Weg bis zu Ende gehen, werden Teil der Schwesternschaft. Sie werden die gefährlichsten Klingen des Reiches, sie werden Waffenschwestern sein.(Text & Cover: © S. Fischerverlage)

Ach wie sehr habe ich mich gefreut, als ich im Programm von Fischer Tor ein Buch von Mark Lawrence entdeckte. Seinen düsteren Antihelden Jorg aus "König der Dunkelheit" fand ich großartig. Im neusten Roman geht er mit einer Protagonistin an den Start, die sicher auch alles andere als gewöhnlich ist, denn das passt einfach nicht zu Lawrence. Bevor im Juli nun also der zweite Band erscheint, möchte ich "Waffenschwestern" doch endlich mal lesen.






Am liebsten versteckt sie sich hinter ihrer dicken Brille und einem Schal, der ihr bis zu den Füßen reicht. Dabei ist Ophelia eine ganz besondere junge Frau: Sie kann Gegenstände lesen und durch Spiegel reisen. Auf der Arche Anima lebt sie inmitten ihrer riesigen Familie und kümmert sich hingebungsvoll um das Erbe der Ahnen. Bis ihr eines Tages Unheilvolles verkündet wird: Ophelia soll auf die eisige Arche des Pols ziehen und einen Adligen namens Thorn heiraten. Was hat es mit der Verlobung auf sich? Wer ist der Mann, dem sie von nun an folgen soll? Und warum wurde ausgerechnet sie, das zurückhaltende Mädchen mit der leisen Stimme, auserkoren? Ophelia ahnt nicht, welche tödlichen Intrigen sie auf ihrer Reise erwarten, und macht sich auf den Weg in ihr neues, blitzgefährliches Zuhause.(Text & Cover: © Suhrkamp)

Der Suhrkamp (Insel) Verlag ist einer meiner Lieblingsverlage. Dort wird hochwertige Literatur veröffentlicht. Schon oft habe ich dort ein Buch entdeckt, das mich über alle Maße begeistert. Jocelyn Saucier wird bei Suhrkamp / Insel veröffentlicht, Elena Ferrante und Isabel Allende. Und jetzt machen die auf einmal Fantasy?? Geil! Sag ich da nur. Und da tolle Menschen wie meine liebe Tine und Mareike von Nordseiten ziemlich begeistert davon waren, muss ich es natürlich auch lesen. 






"Die Krone der Dunkelheit" | Laura Kneidl | Piper

Magie ist in Thobria, dem Land der Menschen, verboten – doch Prinzessin Freya wirkt sie trotzdem. Und das nicht ohne Grund. Vor Jahren wurde ihr Zwillingsbruder entführt und seitdem versucht Freya verzweifelt, ihn zu finden. Endlich verrät ihr ein Suchzauber, wo er sich aufhält: in Melidrian, dem sagenumwobenen Nachbarland, das von magischen Wesen und grausamen Kreaturen, den Elva, bewohnt wird. Gemeinsam mit dem unsterblichen Wächter Larkin begibt sich Freya auf den Weg dorthin und muss ungeahnten Gefahren ins Auge blicken.
Zur selben Zeit setzt die rebellische Ceylan alles daran bei den Wächtern aufgenommen zu werden, welche die Grenze zwischen Thobria und Melidrian schützen. Ihr gesamtes Dorf wurde einst von blutrünstigen Elva ausgelöscht, und Ceylan sehnt sich nicht nur nach Rache, sondern möchte auch um jeden Preis verhindern, dass so etwas noch einmal geschieht. Doch ihr Ungehorsam bringt sie bei den Wächtern immer wieder in Schwierigkeiten, bis sie schließlich bestraft wird: Sie soll als Repräsentantin an der Krönung des Fae-Prinzen teilnehmen. Dafür muss sie nach Melidrian reisen, in ein Land, in dem es vor Feinden nur so wimmelt.

Und während sich die beiden Frauen ihrem Schicksal stellen, regt sich eine dunkle Macht in der Anderswelt, welche Thobria und Melidrian gleichermaßen bedrohen wird ...(Text & Cover: © Piper)

Von Laura Kneidl habe ich bereits "Water & Air" gelesen und fand es ganz gut. Ich mochte ihre Schreibe, aber bisher hat sie noch nicht so viele Bücher geschrieben, die inhaltlich nach meinem Geschmack sind. Viele ihrer Romane sind im Young / New Adult Zuhause und das ist eher nicht meins. Doch mit "Die Krone der Dunkelheit" hat sie einen Fantasyroman veröffentlicht, der von vielen Leserinnen und Lesern als richtig gute High Fantasy bezeichnet wird und das ist dann ja doch meins.





"Die Verzauberung der Schatten" | V. E. Schwab | Fischer Tor

»Die Verzauberung der Schatten« ist der zweite Band der Weltenwanderer-Trilogie von V. E. Schwab rund um den Antari Kell und Trickbetrügerin Delilah Bard. Eine Geschichte voller Magie, Abenteuer – und Piraten.
Die Stadt London gibt es vier Mal – im grauen wohnt die Langeweile, im weißen der Hass und im schwarzen das Nichts. Doch im Roten London, da wohnt die Magie …
Vier Monate ist es her, dass Kell gegen die dunkelste Form der Magie gekämpft hat. Noch immer leidet der Antari unter Albträumen, und die gewiefte Taschendiebin Delilah Bard, kurz Lila, geht ihm einfach nicht aus dem Kopf. Sie hat sich inzwischen jedoch einen Traum erfüllt: Sie segelt mit dem Nachtfalken über die Meere der Welt.
Das Rote London steht ganz im Taumel des Spiels der Elemente, einem Turnier, bei dem Magier aus aller Welt ihre Kräfte messen. Auch Kell will antreten. Während zahlreiche Gäste, darunter der berüchtigte Pirat Alucard Emery, in die Stadt kommen, bemerkt jedoch niemand, wie ein anderes London aus seinem düsteren Schlaf erwacht und diejenigen wiederkehren, die als für immer verloren galten.
(Text & Cover: © S. Fischerverlage)

"Die Verzauberung der Schatten" ist Band 2 der Weltenwanderer Trilogie von V. E. Schwab. Der Auftakt "Vier Farben der Magie" hat mir sehr gut gefallen und deshalb wird es Zeit endlich mal weiterzulesen. Zur Auffrischung höre ich Band 1 gerade nochmal als Hörbuch.



Hast du Lust mitzulesen? Kennst du schon eins der Bücher?
Welche Fantasybücher stehen bei dir ungelesen im Regal und sollten unbedingt gelesen werden?



Text & Fotos: © 2019, Nanni Eppner

21.06.19

[Hörbuch zum Film] Drei Schritte zu dir | Rachael Lippincott (Sprecher: Maximiliane Häcke, Dirk Petrick)




Kann man jemanden lieben, den man nicht berühren darf? Stella hat ihr Leben voll im Griff –– bis auf den Umstand, dass sie an Mukoviszidose leidet und deshalb viel Zeit im Krankenhaus verbringt. Dort trifft sie auf Will. Mit seiner rebellischen Art und seinem frechen Charme scheint er rein gar nichts unter Kontrolle zu haben, kann sich aber dennoch irgendwie in ihr Herz stehlen. Die Krankheit verlangt, dass die beiden auf Abstand bleiben, doch mit jedem Tag wird die fehlende Nähe unerträglicher ……
(Text & Cover: © Der Audio Verlag; Foto: © N. Eppner)


"Drei Schritte zu dir" fällt in das Subgenre Sick Lit, das ich lange Zeit mied, weil ich das Gefühl hatte, dass sich die Geschichten ein ums andere wiederholen. Manchmal ist jedoch nicht das Was, sondern das Wie entscheidend, um von einer Geschichte berührt zu werden.

Stella und Will leiden beide an Mukoviszidose. Während Stella sehr sorgfältig mit ihrer Krankheit umgeht, ihren Tag durchstrukturiert und mit Hilfe eines YouTube Kanals für Aufklärung über die Krankheit sorgt, verhält sich Will scheinbar sorglos. Provoziert eine Verschlimmerung seiner Krankheit regelrecht. Doch was steckt wirklich hinter Wills Rebellion? Was hinter Stellas Verhalten?

Mit ganz viel Fingerspitzengefühl nimmt uns Autorin Rachael Lippincott mit in das Leben von Patienten mit der Diagnose einer Krankheit, die einen tödlichen Verlauf nimmt. Anders als in vielen anderen Sick Lit Romanen steht hier nicht nur die Geschichte zwischen den beiden Jugendlichen im Vordergrund, sondern was das Leben ausmacht. Ich frage mich mehr als einmal, wie ich wohl damit umgehen würde, wenn ich wüsste, dass ich in naher Zukunft sterben würde. Wie ich als Jugendliche damit umgegangen wäre und was wohl der "richtige" Weg ist. Auf ein paar Jahre verzichten und dafür intensiv leben? Oder ein paar Jahre mehr, um diese mit den Menschen zu verbringen, die ich liebe? Und wie berechenbar ist unser Leben überhaupt?

Ganz sanft, aber eindringlich nähern sich Will und Stella der Frage, was das Leben überhaupt lebenswert macht. Begegnen dabei mehr und mehr sich selbst. Nähern sich an, ohne sich nahe kommen zu dürfen. Schreiben ihre eigene Geschichte, die mich zu Tränen rührt.

Maximiliane Häcke, Synchronsprecherin und Schauspielerin aus Köln, spricht mit ganz viel Feingefühl die nachdenkliche Stella. Sympathisch wirken die beiden, werden eins, und berühren mich. Auch die Wahl von Wills Stimme ist mit Dirk Petrick, deutsche Stimme von Cole Sprouse, der den Will in der Verfilmung spielt, perfekt besetzt. Trotz seiner rauen Art mit seiner Krankheit umzugehen, ist Will ein sensibler Mensch, was von Petrick sehr gut verdeutlicht wird.

"Drei Schritte zu dir" ist die berührende Geschichte zweier Herzen, die füreinander schlagen, aber vom Schicksal davon abgehalten werden einander zu berühren. Der Roman von Rachael Lippincott basiert auf dem Drehbuch zu "Five Feet Apart", das von Mikki Daughtry geschrieben und von einer wahren Geschichte inspiriert wurde. 

"Drei Schritte zu dir" ist mehr, als eine Liebesgeschichte. Es ist ein Sprachrohr für Krankheiten wie Mukoviszidose. Es ist eine Geschichte über Gefühle und Miteinander und eine Geschichte, die nachdenklich stimmt und sensibilisiert für das, was im Leben wichtig ist.


Hörbuchinfo:


6 Std. 57 Minuten
ungekürzte Lesung
ab 14 Jahre
Buchvorlage: dtv junior


Blogtour zum Buch:

20.06.19

21.06.19

22.06.19

23.06.19

24.06.19





Rezensionen: © 2019, Nanni Eppner

19.06.19

Hurentochter - Die Distel von Glasgow | Tabea König





Liebe, Verrat und Sehnsucht: Der Auftakt zur großen historischen Romantrilogie im viktorianischen Schottland
Glasgow, 1876: Emily strebt an der Seite von Liam und ihrer treuen Freundin Christine ein respektables Leben an, fern vom blühenden Laster des Bordells, in welchem sie als Spross einer Hure aufwächst. Doch dann wird ihre Mutter ermordet und Emilys Leben auf eine harte Probe gestellt. Um den Schuldigen zu überführen, muss sie zuerst ihren Namen reinwaschen. Einen Namen, den sie nicht einmal kennt, denn ihre Mutter nahm ein altes Familiengeheimnis mit ins Grab.
(Text & Cover: © Piper; Foto: © N. Eppner)


"Hurentochter" ist eins dieser "nur noch ein Kapitel" Bücher, über dem mir dann die Augen zufallen, weil es plötzlich viel später geworden ist, als geplant. Ganz schnell haben mich die Figuren eingenommen und die Handlung ist voller spannender und überraschender Wendungen, die mich ebenso fesseln, wie die darin verwobenen historischen Fakten.

Emily wächst in einem Bordell auf. Als ihre Mutter 16 Jahre zuvor ohne Erinnerungen auf der Straße gefunden wird, ist sie schwanger. Die einzige Möglichkeit ihre Tochter gesund zur Welt zu bringen, ist der Schutz des Freudenhauses. Im Kreis der Frauen findet Ines ein neues Zuhause für sich und ihre Tochter. Doch dann erfolgt ein Schicksalsschlag nach dem nächsten. Emily ist nicht mehr sicher, denn ein dunkles Geheimnis folgt ihr wie ein Schatten. Gemeinsam mit ihrem besten Freund und Liebhaber Liam flieht sie und versucht auf eigenen Beinen zu stehen. Keine leichte Aufgabe als Frau, im viktorianischen Schottland, mit einem Leben im Bordell als Vergangenheit.

Emily ist nur eine von vielen sympathischen Figuren dieser Geschichte. Schnell habe ich einen Zugang zu ihre gefunden, habe mit ihr gelitten und gebangt und mir gewünscht, dass sie niemals die Hoffnung verliert. Genau so ergeht es mir mit Liam. Sein Handeln ist nicht immer so besonnen, wie ich es erwartet habe, aber er ist ein feiner Kerl und dass Emily sich in ihn verliebt, kann ich gut nachvollziehen.

Eigentlich mag ich es gar nicht so gerne, wenn in einem historischen Roman große Liebesgeschichten vorkommen, aber die von Emily und Liam ist einfach nur schön und überlagert den Rest der Geschichte kein bisschen.

Es sind fast Krimiartige Züge, die der Teil des Romans mitbringt, der sich mit Emilys Familiengeheimnis beschäftigt. Tabea König legt den Aufbau des Romans so an, dass ich als Leserin recht schnell ahne, woher Ines und Emily kommen. Umso spannender ist es zu verfolgen wie sie selbst die Vergangenheit aufdecken. Die größte Überraschung war für mich das Ende. Die Auflösung des Geheimnis hätte mit banalen Handlungen erfolgen können, aber König legt hier nochmal einen drauf und schreibt ein wirklich großartiges Finale, in dem die Spannung nochmal bis zum Zerbersten ansteigt. 

"Hurentochter" lässt mir so gut wie keinen Raum für Kritik. Ich habe die Geschichte so gerne gemocht wie ihre Figuren (die Antagonisten habe ich natürlich abgrundtief gehasst) und war von der Handlung so gefesselt, dass ich durch den Roman nahezu durchgeflogen bin. Umso erfreuter bin ich, dass es einen zweiten Teil ("Hurenmord. Die Rose von Whitechapel" | ET: September 2019) geben wird, in dem wir auf eine alte Bekannte treffen.



Buchinfo:

Piper (2019)
450 Seiten
erhältlich als eBook und Taschenbuch



Rezensionen: © 2019, Nanni Eppner



16.06.19

Konsumruhe - ein Zwischenbericht







Im Januar habe ich mit euch im Beitrag "Gedankenkreisel: Konsumruhe / Konsumrausch" meine Gedanken zum Thema Konsum geteilt. Die Weihnachtliche Völlerei an Geschenken und Geldausgaben, hat mich so übersättigt, dass erstmal eine kleine Fastenzeit nötig war, um wieder auf ein Wohlfühllevel zu kommen.

Konsum ist an Weihnachten besonders präsent, aber kein Feiertagsthema. Immer wieder ärgere ich mich darüber Geld für Dinge ausgegeben zu haben, die mir doch nicht so wichtig sind, die wir eh schon im Übermaß haben oder die möglicherweise ungenutzt bleiben. Ärgere mich darüber zu viel verstauen zu müssen, zu viel herumliegen zu haben und zu viel Unnützes in den Schränken zu lagern. 

Folgende Kategorien sind meine Konsumschwachpunkte:

  • Kinderkleidung
  • Oberbekleidung für Erwachsene
  • Zeitschriften
  • Bücher
  • Lebensmittel
  • Haushalt


Ein halbes Jahr später nun ein erster Zwischenbericht, wie sich das Jahr in Sachen Konsum für mich entwickelte.






K I N D E R K L E I D U NG


So ganz ist meine Rechnung leider nicht aufgegangen. Ich dachte, dass die kleine Raupe einfach die ja noch sehr schöne Kleidung ihrer großen Schwester aufträgt. Da die aber im Februar und die kleine Raupe im Sommer geboren wurde, passt das nicht immer und ich musste doch einige Kleidungsstücke nachkaufen. Außerdem haben die beiden eine unterschiedliche Figur und unterschiedliche Hauttöne, weshalb manche Kleidungsstücke nicht erst im Schrank der kleinen Raupe landen, weil sie nicht passen oder ihr nicht stehen.

Prinzipiell habe ich den Kauf von Kinderkleidung aber ordentlich reduziert. Ich kaufe viel eher was nötig ist und viel weniger "aber das ist doch so niedlich". Weiterhin gerne auch gebraucht oder antizyklisch im Schlussverkauf von kleineren Labels wie diesem. Den Weg zu H&M schlage ich gar nicht mehr ein, denn dort landet immer viel mehr im Korb, als geplant. Ich kaufe deutlich bewusster.






O B E R B E K L E I D U N G  F Ü R  E R W A C H S E N E


Ich fühle mich super wohl mit meinem reduzierten Kleiderschrank. Und möchte auch, dass dies so bleibt.

Ein paar Kleidungsstücke musste ich aber doch kaufen bzw. noch kaufen, da einige meiner T-Shirts mittlerweile auch echt ausgeleiert sind (hab sie auch mit Babybauch getragen) und mir tatsächlich mehrere Hosen kaputt gerissen sind. Leider auch so, dass sie nicht mehr zu nähen sind oder als kurze Hosen tragbar. Das ist echt ärgerlich. Im Januar habe ich erzählt, dass ich mir eine Hose von Wunderwerk kaufen möchte. Das habe ich getan und die Qualität der Kleidung begeistert mich sehr.

Außerdem wünsche ich mir für diesen Sommer mal ein Kleid, das sich leicht und locker tragen lässt und mit verschiedenen Accessoires kombinierbar ist. Ich habe schon ein Auge auf das Label Blutsgeschwister geworfen, bin dort aber noch nicht fündig geworden.

Bei Zalando werde ich nicht mehr einkaufen. Dort strebt man an bis 2022 definitiv keine Frauen in Vorstandspositionen einzusetzen. Es ist die eine Sache, wenn sich ein Mann in einem Vorstellungsgespräch als qualifizierter herausstellt, als weibliche Kolleginnen, aber es ist eine andere Sache, wenn Frauen vorsätzlich ausgebootet werden. Das sind Karrieremöglichkeiten, die ich weder meiner Generation, noch der meiner Töchter wünsche.





Z E I T S C H R I F T E N


Hat eigentlich ganz lange sehr gut funktioniert, aber seit neustem hat mich Petzi mit dem Emotion Magazin infiziert. Das gibt es zum Glück aber nicht bei uns im Ort, so dass ich es nur hin und wieder mal kaufen kann.

Zeitschriften mit Rezepten kaufe ich gar nicht mehr, auch wenn die manchmal echt verlockend aussehen, aber im Endeffekt nutze ich sowieso ausschließlich Kochbücher und das Internet, um mir Inspiration zu holen.



B Ü C H E R


Wir haben jetzt einen Ausweiß der Stadtbücherei meiner Heimatstadt und das ist auch echt super. Ich überdenke nun doch den ein oder anderen Bücherkauf und schaue erstmal, ob es das von mir gesuchte Buch nicht auch dort gibt.

Dennoch kaufe ich natürlich weiterhin Bücher. Es hilft mir erstmal jedes gewünschte Buch auf eine Liste zu schreiben. Ich werde selten durch stöbern zum Kaufen verleitet, sondern bestelle meist bei meiner Freundin Sarah im Buchladen am Freiheitsplatz. Bücher von meiner Wunschliste. Es kommt tatsächlich auch mal vor, dass ich das ein oder andere Buch wieder streiche, statt es zu kaufen.






L E B E N S M I T T E L


Ich hatte mir ja vorgenommen einen Kochplan zu schreiben und meistens klappt das auch. Ich möchte nicht an der Qualität der Lebensmittel sparen, sondern einfach nicht mehr zu viel kaufen, so dass ich einfach keine Lebensmittel wegschmeissen muss. Jeden Tag frisch für den Tag einzukaufen ist aber auch keine Option. Daher ist eine gute Planung wirklich eine Hilfe.

Aktuell arbeite ich den Vorratsschrank der Trockenlebensmittel (Hülsenfrüchte, Getreide, Backzutaten etc.) durch und verarbeite einiges davon. Der ist nämlich auch viel zu voll.




H A U S H A L T


Hier nehme ich jetzt einfach mal Kosmetik mit dazu. Denn in diesem Bereich hat sich einiges bei mir getan. Ich war früher so der Typ "oh, schöne Verpackung, tolle Inhaltsstoffe - lass mal probieren". So habe ich hier und da dies und das ausprobiert, es eine Zeit lang benutzt und dann nicht mehr. Das Ende vom Lied? Wegschmeissen.

Jetzt habe ich eine ganz tolle Naturkosmetik entdeckt, mit der ich mich unglaublich wohl fühle. Ich nutze ein Zahnpflegemittel, Deo und Gesichtspflege von Ringana. Die Produkte sind zwar teuer, aber sie halten etwa ein halbes Jahr (vielleicht auch etwas länger) und ich bin so zufrieden damit, dass ich in der Drogerie gar nicht mehr durch die Regalreihen gehe, in denen Pflegeprodukte stehen.

Auch für Haar- und Körperpflege habe ich gute Alternativen gefunden. Ich nutze Haar- und Kösperseifen, die preislich zwischen Drogerieeigenmarke und Naturkosmetik liegen. Zur Körperseife benötige ich aber z.B. keine zusätzliche Bodylotion, weil sie a) die Haut nicht austrocknet und b) direkt beim Waschen mit fettet.




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Ursprünglich war es ja geplant die Aktion drei Monate laufen zu lassen, aber ich befinde mich noch mitten im Prozess einer Umstrukturierung und daher gibt es hier kein Fazit, sondern einen Zwischenbericht, mit dem ich euch einen kleinen Einblick und vielleicht auch einen Denkanstoß oder Inspirationsmöglichkeit geben möchte.

Ich fühle mich mit der Minimalisierung unseres Alltags auf jeden Fall Pudelwohl. Es reduziert Stress, Arbeit und spart Geld. In kleinen Schritten habe ich begonnen und in kleinen Schritten werde ich weitergehen. Den perfekten Zustand gibt es ja eh nicht, aber das Gefühl von Zufriedenheit ist schon ganz nett.





13.06.19

Die Stille zwischen den Sekunden | Tania Witte



Nur knapp ist Mara einem Bombenattentat in der U-Bahn entgangen. Ihre Mitschüler nennen sie seither „Das Mädchen, das überlebt hat“ und erwarten Betroffenheit von ihr. Aber Mara hat ganz andere Sorgen. Ihre Freundin Sirîn meldet sich immer seltener und scheint plötzlich komplett unerreichbar. Je mehr Mara ihr zu helfen versucht, desto mehr Unverständnis und Ablehnung erntet sie. Was verheimlichen alle vor ihr? Erst als sich ihr Schwarm Chriso in die Suche einschaltet, kommt die erschütternde Wahrheit ans Licht.
(Text & Cover: © Arena; Foto: © N. Eppner)


Ich bin durch. Richtig durch. Nicht nur mit dem Buch, sondern auch mit den Nerven. Krass, was Tania Witte da aufgebaut hat. Ich bin ein bisschen sprachlos. Meine Emotionen stehen Kopf. Ich bin geplättet.

Es ist etwas schwierig das Buch so zu besprechen, wie es verdient hätte besprochen zu werden, ohne zu viel zu verraten. Tania Witte nimmt eine Spur auf, die ich zu Beginn nicht vermutet hätte. Das Ende ist so unerwartet wie logisch und macht es dadurch zu etwas ganz Besonderem.

Auch innerhalb der Geschichte gibt es viel Unerwartetes. Viel zu entdecken. Auf direktem Weg, aber auch zwischen den Zeilen. Protagonistin Mara soll so viel Normalität erfahren, wie nach diesem Schock eben möglich ist. Es ist etwas ganz schreckliches passiert, aber das Leben geht weiter. Muss weiter gehen.

Mara betreibt ein Kochblog. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Sirin. Sirin stammt aus einer Flüchtlingsfamilie. Ihr Bruder ist Opfer eines Krieges geworden, an dem die Familie nicht beteiligt ist, der sie aber trotzdem betrifft. Sirins Vater versucht das beste aus dem neuen Leben in Deutschland zu machen, Sirin und ihre Brüder sind ganz gut integriert, haben Freunde, haben ein neues Zuhause gefunden. Doch Sirins Mutter ist schwer traumatisiert. 

Die Verarbeitung eines Traumas geschieht auf unterschiedliche Art. Sirins Mutter sieht sich immer wieder mit Erinnerungen konfrontiert. Anschläge wie der, dem Mara entkommen ist, rufen Erinnerungen wach. Dunkle, schwarze Erinnerungen, die sie nicht verdrängen konnte. Verdrängung ist ein weiterer Weg, den ein Trauma gehen kann. 

Tania Witte baut geschickt unterschiedliche, sehr wichtige Themen in ihren Roman ein, ohne dass es wie eine Aneinanderreihung oder Aufzählung wird. Anfangs war mir das nicht ganz klar und ich fragte mich, warum sie so ein gewichtiges Ereignis wie einen Terroranschlag als Einstieg wählt und dann sofort zum Alltag übergeht. Aber dann habe ich Stück für Stück verstanden, was sie mit ihrer Geschichte eigentlich erzählen möchte. Ich möchte nicht alle Themen explizit ansprechen, denn ich möchte keiner Leserin, keinem Leser die Möglichkeit nehmen, die Freude daran, die verschiedenen Themen selbst zu entdecken und mit eigenen Gedanken zu erfassen.

Es gibt immer verschiedene Wege mit Ereignissen, mit Erlebtem umzugehen. Es gibt immer verschiedene Perspektiven, immer verschiedene Wege zu handeln. Schwarz-weiß-denken sollte keinen Raum bekommen. Schwarz-weiß-denken führt zu Unverständnis, zu Intoleranz, zu Hass. 

Mit "Die Stille zwischen den Sekunden" schafft Tania Witte ein Komplex für Toleranz. Es gibt Chriso, diesen Jungen, der im Internet oberflächlich wirkt und davon profitiert sich über andere lustig zu machen, der aber im real life ganz anders ist. Das eine ist Darstellung, das andere ist Charakter. Es gibt eine kurdische Familie, die lebensfroh erscheint, die aber Dinge ansehen und erleben musste, die ich meinem ärgsten Feind nicht wünsche. Es gibt Mara.

Auch jetzt noch bekomme ich Gänsehaut, wenn ich an die Geschichte denke. Es ist schon ein wenig her, dass ich das Buch gelesen habe, aber ich musste es erst ein wenig sacken lassen, bevor ich meine Gedanken dazu in Worte fassen konnte. Erst im Nachhinein fällt mir auf wie handwerklich gut gemacht dieser Roman ist. Zurecht hat Tania Witte ein Stipendium für ihre Arbeit an diesem Buch erhalten. Es ist so fein verästelt, so sensibel, so emotional, aber auch auf seine eigene Art manipulativ. Ohne, dass wir es merken lenkt uns Tania Witte so, dass der Schock am Ende umso größer ist. Dass unsere Gedanken sich um andere Dinge drehen, als das, was uns letztendlich emotional in den Graben reißt. 

"Die Stille zwischen den Sekunden" ist ein richtig, richtig gutes Buch, das psychologisch arbeitet und mich emotional zerrissen hat. Ein Roman, den ich sehr gerne weiterempfehle.



Buchinfo:

Arena (2019)
296 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag
15,00 €


Rezensionen: © 2019, Nanni Eppner

10.06.19

Ein Sommer in Sommerby | Kirsten Boie




Mit Kirsten Boie aufs Land und mitten hinein ins Abenteuer: Die zwölfjährige Martha und ihre jüngeren Brüder Mats und Mikkel müssen die Ferien bei ihrer Oma auf dem Land verbringen. Und diese Oma ist ein bisschen seltsam: Sie wohnt allein in einem abgelegenen Haus, verkauft selbstgemachte Marmelade, hat kein Telefon und erst recht kein Internet. Aber Hühner, ein Motorboot und ein Gewehr, mit dem sie ungebetene Gäste verjagt. Als die Idylle bedroht wird, halten die Stadtkinder und ihre Oma zusammen und erkennen, worauf es im Leben wirklich ankommt.
(Text & Cover: Oetinger; Foto: N. Eppner)

"Ein Plädoyer für mehr Achtsamkeit im Umgang mit der Natur" schreibt der Oetingerverlag über Kirsten Boies Kinderbuch "Ein Sommer in Sommerby", worin ich absolut zustimme. Doch es geht nicht nur um einen achtsamen Umgang mit der Natur, sondern auch darum wie wichtig es ist Kindern Vertrauen und Respekt gegenüber zu bringen. Sommerby zeigt wie einfach es sein kann Kindern zu vermitteln wie wertvoll sie sind und ist die richtige Lektüre für Eltern, die sich gerne in Erziehungsratgebern verlieren.

"Ein Sommer in Sommerby" ist ein Buch für Jedermann. Ein Herzensbuch, das von Herzen kommt. 

Seit Jahrzehnten beweist Kirsten Boie, die 2006 mit dem Bundesverdienstkreuz und 2007 mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für ihr Lebenswerk ausgezeichnet, dass sie Kinder und Jugendliche ernst nimmt. Dass sie sich ihrer Sorgen annimmt und ihnen eine Stimme gibt.

In "Ein Sommer in Sommerby" verknüpft sie zwei Themen, die mir besonders am Herzen liegen. Der achtsame Umgang mit der Natur und wie wertvoll diese für Kinder und ihre Entwicklung ist. 

Als Martha, Mats und Mikkel zur Oma aufs Land, auf eine kleine Landzunge an der See, müssen, ahnen sie nicht, dass die Oma noch nie Pommes gegessen hat, keinen Fernseher benutzt und nur dann Essen hat, wenn im Vorfeld etwas dafür getan wird. Eier gibt es nur dann, wenn Mikkel die Hühner versorgt. Ein abendliches Bauernfrühstück nur dann, wenn die Oma Kartoffeln ausgemacht hat und andere Lebensmittel kauft die Oma in der Stadt, nachdem sie dort Geld durch den Verkauf von Marmelade bekommen hat. Die wiederum kann sie nur machen, wenn vorher Beeren gepflückt wurden. 

Der Kreislauf der Natur steht im Vordergrund all des Denkens und Tuns der Oma und schon bald haben auch die drei Kinder dies verinnerlicht und merken wie viel sie daraus mitnehmen können und wie viel Freude es bereitet, selbst geerntetes Obst und Gemüse zu essen. Dass es auch in der Natur manchmal etwas schwierig ist, bemerken sie spätestens bei der Maulwurfbeerdigung.

Als sie sich so richtig wohl fühlen und Martha sich vielleicht ein kleines bisschen verliebt, was sie dank fehlendem WLAN nicht mal auf Instagram teilen kann (aber das was ihre Freundinnen dort teilen, entspricht ja auch nicht immer ganz der Wahrheit, sondern ist ein bisschen aufgehübscht), da wird es plötzlich gefährlich auf Omas Land. Ein Bösewicht, der Omas Grundstück kaufen will, um dort all die schönen Bäume, Blumen und Wiesen zu vernichten und zu bauen, treibt sein Unwesen und schreckt nicht mal vor einer Kuscheltierentführung zurück.

Doch zum Glück haben Martha, Mikkel und Mats schon Freunde gewonnen und weil die Oma zwar stur ist, aber doch ein gutes Herz hat, bekommen sie Hilfe von den Bewohnern der Stadt und setzen sich zielstrebig zur Wehr.

Kirsten Boie schreibt wirklich frei vom Herzen weg. Ganz authentisch, ohne ihre Geschichte mit einem Filter zu belegen. Ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass "Ein Sommer in Sommerby" ein bisschen Astrid Lindgren Atmosphäre hat. Aber eben in Kirsten Boie Ton, der hier wieder einmal ganz, ganz großartig zu Papier gebracht wurde.


Buchinfo:

Oetinger (2018)
320 Seiten
Hardcover
ab 10 Jahre
14,00 €


Rezensionen: 2019, Nanni Eppner

06.06.19

The first Empire 02. Zeitenfeuer | Michael J. Sullivan




Immer auswegloser erscheint der Aufstand der Menschen gegen ihre falschen Götter, die Fhrey. Die Magie des Feindes ist zu mächtig, die Clans der Menschen zu zerstritten. Da fasst Stammesführerin Persephone einen verzweifelten Plan: Sie will die Hilfe eines Volkes erbitten, das wie kein zweites die Kunst des Waffenschmiedens beherrscht. Doch die Dherg, vor langer Zeit unter die Erde vertrieben, knüpfen ihre Hilfe an eine unmögliche Bedingung. Persephone soll den Dämon vertreiben, der in den Tiefen der verlassenen Stadt lauert, älter und grauenhafter als die Zeit selbst …
(Text & Cover: Knaur Fantasy; Foto: N. Eppner)


Ach wie hab ich mich auf "Zeitenfeuer" gefreut. Hat mich Teil 1 "Rebellion" doch so sehr begeistern können, dass ich es in Kürze verschlang. Doch was passiert in der Fortsetzung? Gefühlt nichts.

Immer dann, wenn die Geschichte an Fahrt aufnimmt, wird der Lesefluss von Arion unterbrochen, die Suri mit schier endlosen philosophischen Lehrstunden über "die Kunst" in Grund und Boden redet.

Während mich in "Rebellion" die Charaktere, die durch Ecken und Kanten, durch Schwächen und Makel ausgezeichnet begeisterten, wirkten sie im Vergleich dazu in "Zeitenfeuer" fast farblos und Schablonenartig. Die Zwerge z.B. erfüllen alle Klischees, die ich mir in den letzten Jahren über diese Fabelwesen angelesen habe.

Seinen Humor hat Sullivan glücklicherweise nicht verloren. Eine verfügt über eine feine Ironie, mit der er auch seine Figuren zeichnet und die mir oft wie ein Spiegel der westeuropäischen Gesellschaft erscheint.

Schade, dass Sullivan mich diesmal nicht überzeugen konnte. Band 3 "Göttertod" (erscheint im September 2019), werde ich wohl nicht mehr lesen.



Buchinfo:

624 Seiten
Taschenbuch


Rezensionen: 2019, Nanni Eppner

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