10.06.19

Ein Sommer in Sommerby | Kirsten Boie




Mit Kirsten Boie aufs Land und mitten hinein ins Abenteuer: Die zwölfjährige Martha und ihre jüngeren Brüder Mats und Mikkel müssen die Ferien bei ihrer Oma auf dem Land verbringen. Und diese Oma ist ein bisschen seltsam: Sie wohnt allein in einem abgelegenen Haus, verkauft selbstgemachte Marmelade, hat kein Telefon und erst recht kein Internet. Aber Hühner, ein Motorboot und ein Gewehr, mit dem sie ungebetene Gäste verjagt. Als die Idylle bedroht wird, halten die Stadtkinder und ihre Oma zusammen und erkennen, worauf es im Leben wirklich ankommt.
(Text & Cover: Oetinger; Foto: N. Eppner)

"Ein Plädoyer für mehr Achtsamkeit im Umgang mit der Natur" schreibt der Oetingerverlag über Kirsten Boies Kinderbuch "Ein Sommer in Sommerby", worin ich absolut zustimme. Doch es geht nicht nur um einen achtsamen Umgang mit der Natur, sondern auch darum wie wichtig es ist Kindern Vertrauen und Respekt gegenüber zu bringen. Sommerby zeigt wie einfach es sein kann Kindern zu vermitteln wie wertvoll sie sind und ist die richtige Lektüre für Eltern, die sich gerne in Erziehungsratgebern verlieren.

"Ein Sommer in Sommerby" ist ein Buch für Jedermann. Ein Herzensbuch, das von Herzen kommt. 

Seit Jahrzehnten beweist Kirsten Boie, die 2006 mit dem Bundesverdienstkreuz und 2007 mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für ihr Lebenswerk ausgezeichnet, dass sie Kinder und Jugendliche ernst nimmt. Dass sie sich ihrer Sorgen annimmt und ihnen eine Stimme gibt.

In "Ein Sommer in Sommerby" verknüpft sie zwei Themen, die mir besonders am Herzen liegen. Der achtsame Umgang mit der Natur und wie wertvoll diese für Kinder und ihre Entwicklung ist. 

Als Martha, Mats und Mikkel zur Oma aufs Land, auf eine kleine Landzunge an der See, müssen, ahnen sie nicht, dass die Oma noch nie Pommes gegessen hat, keinen Fernseher benutzt und nur dann Essen hat, wenn im Vorfeld etwas dafür getan wird. Eier gibt es nur dann, wenn Mikkel die Hühner versorgt. Ein abendliches Bauernfrühstück nur dann, wenn die Oma Kartoffeln ausgemacht hat und andere Lebensmittel kauft die Oma in der Stadt, nachdem sie dort Geld durch den Verkauf von Marmelade bekommen hat. Die wiederum kann sie nur machen, wenn vorher Beeren gepflückt wurden. 

Der Kreislauf der Natur steht im Vordergrund all des Denkens und Tuns der Oma und schon bald haben auch die drei Kinder dies verinnerlicht und merken wie viel sie daraus mitnehmen können und wie viel Freude es bereitet, selbst geerntetes Obst und Gemüse zu essen. Dass es auch in der Natur manchmal etwas schwierig ist, bemerken sie spätestens bei der Maulwurfbeerdigung.

Als sie sich so richtig wohl fühlen und Martha sich vielleicht ein kleines bisschen verliebt, was sie dank fehlendem WLAN nicht mal auf Instagram teilen kann (aber das was ihre Freundinnen dort teilen, entspricht ja auch nicht immer ganz der Wahrheit, sondern ist ein bisschen aufgehübscht), da wird es plötzlich gefährlich auf Omas Land. Ein Bösewicht, der Omas Grundstück kaufen will, um dort all die schönen Bäume, Blumen und Wiesen zu vernichten und zu bauen, treibt sein Unwesen und schreckt nicht mal vor einer Kuscheltierentführung zurück.

Doch zum Glück haben Martha, Mikkel und Mats schon Freunde gewonnen und weil die Oma zwar stur ist, aber doch ein gutes Herz hat, bekommen sie Hilfe von den Bewohnern der Stadt und setzen sich zielstrebig zur Wehr.

Kirsten Boie schreibt wirklich frei vom Herzen weg. Ganz authentisch, ohne ihre Geschichte mit einem Filter zu belegen. Ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass "Ein Sommer in Sommerby" ein bisschen Astrid Lindgren Atmosphäre hat. Aber eben in Kirsten Boie Ton, der hier wieder einmal ganz, ganz großartig zu Papier gebracht wurde.


Buchinfo:

Oetinger (2018)
320 Seiten
Hardcover
ab 10 Jahre
14,00 €


Rezensionen: 2019, Nanni Eppner

Kommentare:

  1. Das hört sich toll an. Ich glaube, das Buch könnte ein gutes Sommerferienbuch sein. :)

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    1. Das ist ganz unbedingt und auf jeden Fall ein Tine Sommerbuch :) Ich musste auch ganz oft an dich denken, wenn die Figuren platt geschnackt haben ;)

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    2. Juhu, juhu! Dann freu ich mich schon drauf!

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    3. Ich sehe gerade, dass die Illustratorin auch die von Funklerwald ist. Dann MUSS das Buch ja toll sein. <3

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  2. Ich habe jetzt schon mehrfach gehört, dass das Buch bzw. die Autorin gut sein sollen. Letzt gab es auch mal einen Podcast von Kinderbuchtheke dazu. Ich glaub ich, jetzt ist es doch Zeit, dieses Buch auf die Liste zu setzen:)
    Achtsamkeit, Astrid Lindgren-Flair, das klingt für mich vielversprechend! Lg, Kathrin

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    1. Liebe Kathrin,
      egal ob dieses oder andere - die Bücher der Autorin lohnen sich alle, auch wenn man schon der eigentlichen Zielgruppe entwachsen ist ;) Aber "Ein Sommer in Sommerby" ist besonders schön :)

      Liebe Grüße,
      Nanni

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