08.10.19

Gut Greifenau 02. Nachtfeuer | Hanna Caspian

Achtung!! Da es sich bei "Nachtfeuer" um den zweiten Teil der "Gut Greifenau" Trilogie handelt, kann es in der Rezension Spoiler zu Teil 1 "Abendglanz" geben.





August 1914: Der Erste Weltkrieg beginnt, und Konstantin muss an die Front. Sein Vater ist unfähig, das Gut zu führen, das bald hochverschuldet ist. Die Verbindung von Katharina mit dem Kaiserneffen Ludwig von Preußen wird nun zur Überlebensfrage. Doch Ludwig tritt nicht nur seiner Verlobten Katharina zu nahe … Es droht ein Skandal! Katharina setzt ihre ganze Hoffnung auf eine Rettung durch den Industriellensohn Julius. Doch soll eine Ehe mit ihr ihm nur den Eintritt in den Adelsstand ermöglichen? Und dann ist da noch der Kutscher Albert, der sein Geheimnis nur im Dorf Greifenau klären kann.
(Text & Cover: Droemer Knaur; Foto: N. Eppner)

Was eine spannende, perfekte Fortsetzung der "Gut Greifenau" - Trilogie!!

Schon nach wenigen Seiten war ich wieder mitten drin im Geschehen. Mitten im Ersten Weltkrieg und allen damit verbundenen Ängsten und Nöten. Konstantin und Nikolaus, die beiden Söhne des Guts kämpfen fürs Vaterland, Anastasia, die ältere der beiden Töchter hat gerade erst ihr zweites Kind zur Welt gebracht, und Katharina, das Nesthäkchen, darf sich auch weiterhin nur unter den Argusaugen ihrer Mutter bewegen.

Nach wie vor ist die Gräfin der Meinung, dass Katharina den Neffen des Kaisers heiraten soll. Das stärkt das Ansehen und auch die Schatztruhe des Guts, die dank der Misswirtschaft des Vaters immer leerer wird. Katharina verweigert sich, sucht nach Auswegen aus diesem Heiratsversprechen, denn der ihr Versprochene ist ein widerwärtiger Kerl, der seine Macht missbraucht, um Frauen Gewalt anzutun. Katharinas Mutter verschließt davor die Augen. 

Katharina selbst wird mehr und mehr zu einer Persönlichkeit wie ich sie mag. Eine starke, junge Frau, die versucht den Einschränkungen ihrer Zeit zu trotzen. War sie in "Abendglanz" noch ein naiver Trotzkopf - typisch für die Zeit, in der sie lebt, wird sie vermehrt zu einem Mädchen mit Charakter. Sie bildet sich ihr eigenes Urteil und erfährt, dank Dorflehrerin Rebecca, was es bedeutet auf eigenen Beinen zu stehen, aber auch wie es in der Welt außerhalb des Dorfes Greifenau tatsächlich aussieht.

Rebecca ist tief gekränkt davon, dass Konstantin sie belogen hat, und auch die Tatsache, dass er sich in tödlicher Gefahr befindet, kann ihr Herz nicht erweichen. Auch ihr macht der Krieg zu schaffen. Immer weniger Schüler*innen können zur Schule gehen. Immer mehr Frauen müssen zusätzlich die Arbeiten der Männer übernehmen.

Hanna Caspian schafft wieder einmal ein ausgezeichnetes Bild über das Leben in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts. Immer wieder lässt sie kleine Details einfließen, die eine gute Recherche voraussetzen und ein mehr als lebendiges Bild der Zeit zeichnen.

"Nachtfeuer" hat mich noch mehr gefesselt, als der Vorgänger "Abendglanz". Die Spannung nimmt in diesem Buch stark zu. Scheinbar Jede*r hat ein Geheimnis, scheinbar Jede*r weiß ein Geheimnis über wen anderes und so ist manche Figur der Willkür oder auch Freundlichkeit einer anderen ausgesetzt. Ich möchte nicht zu viel verraten, kann aber sagen, dass ich 350 Seiten am Stück gelesen habe, weil ich es nicht weglegen konnte. Es gibt drei Tote, die eine wichtige Rolle spielen für den Verlauf des Romans und am Ende einen so üblen Cliffhanger, der ein Lesen des dritten Bandes "Morgenröte" unabdingbar machen. 


Buchinfo:

560 Seiten
Taschenbuch
9,99 €

Reiheninfo:

2. Nachtfeuer
3. Morgenröte


Rezensionen: 2019, Nanni Eppner

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