29.12.19

Die 11. BuchSe(a)iten Blogparade




Zum 11. Mal findet die Buchse(a)iten Blogparade statt. Vielen lieben Dank, liebe Petzi, dass du seit ein paar Jahren die Organisation dafür übernimmst.

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat? (und Begründung)


"We will fall. Eine Liebesgeschichte" von Shannon Dunnlap. Erwartet habe ich eine typische Jugendlovestory. Toller Typ, Muskeln, Outfit, coole Musik, schmalzi hier, kitschi da. Bekommen habe ich ein Drama vom allerfeinsten. Sprachlich großartig. Extrem spannend. Sozialkritisch, aufklärend, Richtungsweisend für einige AutorInnen im Genre Jugendbuch. Ja, es gibt eine Liebesgeschichte, aber sie ist so rau, so echt, so dramatisch, dass ich sie unglaublich gerne gelesen habe. Für mich eine DER Entdeckungen des Jahres (Rezi folgt. Falls du neugierig geworden bist, lies dir doch schon mal die Meinung von Ina durch).




Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat? (und Begründung)


Ja, da gab es so zwei, drei. Z.B. "Dry" von Neal & Jarrod Shusterman, die sich dem spannenden Thema Wassernot angenommen haben, dies aber überhaupt nicht spannend umgesetzt haben. Klimawandel, Wasserknappheit, Rationierung des Selbigen. Klingt nach SciFi, könnte aber schon in naher Zukunft auch unser Problem werden. Zum Teil gibt es Länder, die nur eine tägliche, unzureichende Wasserration zugewiesen bekommen. Ein Notstand, der weitreichendere Folgen hat, als ich mir vorstellen möchte. Eine Romanbasis, die kaum interessanter sein könnte. In meinen Augen von Vater und Sohn völlig daneben niedergeschrieben. Gleicht eher einer TV Billigproduktion, denn einem Roman, der bewegen und aufrütteln soll.



Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?


Ingrid Noll und Lenz Koppelstätter
Ich lese selten Krimis und wenn, dann dürfen sie nicht blutrünstig sein, sondern müssen mich auf Zwischenmenschlicher Ebene begeistern. Durch Humor oder sehr charismatische Figuren. 
Noll schreibt mit spitzer Zunge, schwarzem Humor, kreiert Morde im Alltag von Menschen, die auch deine Nachbarn sein könnten. Morde, die aus Versehen geschehen oder auch gewollt. Die nicht blutrünstig sind und trotzdem spannend sind. Oder zu Erheiterung führen.
Koppelstätter fängt mich vor allem mit Lokalkolorit meiner Lieblingsurlaubsgegend Südtirol. Gepaart mit verschrobenen Figuren. Passt!

 


Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?

Das des Bilderbuchs (für Erwachsene) "Mama" mit Texten von Hélène Delforge und Illustrationen von Quentin GrébanDas Cover spiegelt so wunderschön die sehr, sehr berührenden Texte und Zeichnungen wieder. "Mama" hat mich dazu bewegt den persönlichsten Text meines Bloggerlebens zu schreiben. Darüber wie es ist Mutter zu werden und gleichzeitig die eigene Mutter zu verlieren. "Mama" ist nicht nur für Mutter gedacht, sondern auch für Töchter und Söhne, Großmütter und alle, die verstehen, vergeben und lieben möchten.



Welches Buch wollt ihr unbedingt 2020 lesen und warum?

Eins?? Ich werde mich Stapel für Stapel, Monat für Monat durcharbeiten. Reihen wie "Die 13 Gezeichneten" und "Weltenwanderer" beenden. SuB-Leichen wie "Was man von hier aus sehen kann" befreien und der ein oder anderen Neuerscheinung hinterherjagen. Welche das sein werden, weiß ich noch gar nicht so genau, da ich noch nicht viel Zeit hatte, um Vorschauen durchzusehen oder entsprechende Blogbeiträge zu lesen. Aktuell ist meine Wunschliste aus 2019 noch so lang, dass ich vermutlich erst 2023 damit fertig bin, diese durchzuarbeiten.
Im Januar werde ich mich auf jeden Fall den Büchern widmen, die auf diesem Foto aufgestapelt sind.



Falls du auch an der Aktion teilnehmen möchtest poste bis zum 6.01.2020 deinen Beitrag auf deinem Blog und verlinke diesen unter Petzis Artikel.

20.12.19

[Last Minute Weihnachtsgeschenke] Lieblingsbilderbücher




Du brauchst noch dringend ein Bilderbuch, das du zu Weihnachten verschenken kannst? 
Dann los! Auf den Weg zur Buchhändlerin / Buchhändler deines Vertrauens. Heute bestellte Bücher sind schon morgen da. Bis zum 24. noch an ein Geschenk zu kommen ist also kein Problem.

Hier stelle ich dir einige unserer liebsten Bilderbücher vor. Vielleicht ist ja was für dich dabei.


Der bunte Wald - Wo ist der Unterschied? | Nastja Holtfreter


Das Buch begeistert mit witzigen Ratespielen rund um den Wald und fördert Aufmerksamkeit und Konzentration. Die Zeichnungen sind cool und modern, aber kindgerecht. Die Kinder werden nicht müde wieder und wieder die Rätsel zu lösen.

Weitere Bilderbücher zu den Themen Wald und Natur findest du hier.


Magellan | Pappbilderbuch ab 2 Jahre | 7,95 €


"Tomte Tumetott" | Astrid Lindgren 


Der Wichtel Tomte Tumetott lebt seit vielen, vielen Jahren auf dem Bauernhof. In der Nacht sucht er alle Menschen und Tiere auf, um nach dem Rechten zu sehen und über sie zu wachen. 

Für mich ist es eins der herzlichsten und schönsten Weihnachtsbücher, weil es ein Gefühl von Geborgenheit vermittelt und von Herzlichkeit, von einem liebevollen Miteinander und von Achtung und Respekt erzählt. 

Mama hat es uns als Kindern vorgelesen und ich habe es auch schon im letzten Jahr während der Adventszeit rauf und runter gelesen.



Oetinger | Illustrationen: Harald Wiberg | Übersetzung: Silke von Hach | gebundenes Buch ab 4 Jahre | 15,00 €


"Der Grüffelo" | Axel Scheffler / Julia Donaldson


"Der Grüffelo"
Was? Du kennst ihn nicht?
Dann beschreib ich ihn dir.
Er hat schreckliche Hauer und schreckliche Klauen und schreckliche Zähne um Tiere zu kauen.


Die Kinder lieben die in Reimform geschriebene Geschichte von der kleinen Maus, die sich mit Schläue und Raffinesse und mit Hilfe des Fantasiewesens Grüffelo selbst davor beschützt, gefressen zu werden.

Das witzigste und spannendste Bilderbuch darüber, dass es nicht wichtig ist groß und stark zu sein.
Kennst du schon den Grüffelo?


Beltz | Übersetzung: Monika Osberghaus | Pappbilderbuch ab 3 Jahre | 13,95 €


"Das große Buch von Kasimir" | Lars Klinting


Die Geschichtensammlung von Kasimir wird hier rauf und runter gelesen.
Kasimir ist ein Biber, der gemeinsam mit seinem Freund Frippe Dinge des Alltags erledigt. Streichen, pflanzen, backen, tischlern, kreativ sein.


In völliger Gelassenheit bringt Kasimir dem kleinen Frippe so allerhand bei. Wie bestimmte Werkzeuge heißen. Dass man Farben mischen und so eine neue Farbe erzeugen kann. Wie man Kuchenteig rührt und Bohnen pflanzt. Ein Kuchenrezept gibt es auch und eine Farbpalette der Mischfarben, die wir jedes Mal durchgehen müssen.

Kasimir schafft einen Bezug zu Aufgaben aus dem Alltag. Kinder lieben und brauchen diese Themen. Sie schaffen einen Zugang zum eigenen Alltag, bieten Identifikation und bauen das Wissen zu bestimmten Tätigkeiten aus.

Kasimir und Frippe sind zwei ganz herzige kleine Gesellen und eine zeitlose Empfehlung der Backlist. Bilder und Texte sind liebevoll gestaltet und passend ab 3 Jahre.



Oetinger | Übersetzung: Angelika Kutsch | gebundenes Buch ab 3 Jahre | 17,00 €


"Fledereule Eulenmaus" | Marie-Louise Fitzpatrick 


"Fledereule Eulenmaus" ist ein Buch über anders sein. Über Skepsis und Angst vor dem Fremden.
Das besondere am Buch ist, dass es keinen Text zu den Bildern gibt. Die Geschichte hat ein Grundgerüst, aber du kannst sie erzählen, wie du möchtest. Oder du bindest deine Kinder vermehrt ein und lässt sie erzählen. 

Bei uns endet die Geschichte immer mit "...denn alle Kinder sind Kinder und alle Eltern sind Eltern. Egal wie sie aussehen."


Fischer Sauerländer | Gebundenes Buch ab 2 Jahre | 14,99 €


"Was macht die Katze in der Nacht?" | Katrin Wiehle


Was unsere Katze nachts macht, wissen wir. Es hat ihr den liebevollen Beinamen Killerqueen eingebracht und macht meinen Mann jeden Morgen eher unfreiwillig zum Mäusebestatter. Aber weißt du auch was deine Katze nachts macht? Die der Nachbarn oder alle anderen Katzen?

In "Was macht die Katze nachts" erklärt Katrin Wiehle auf ganz, ganz herzige Art und Weise was Katzen nachts möglicherweise machen und warum sie tagsüber so viel schlafen.
Ein absolutes Muss für alle kleinen und großen Katzenliebhaber*Innen.



Beltz | Taschenbuch ab 3 Jahre | 6,95 €


17.12.19

Hochzeit in der kleinen Sommerküche am Meer | Jenny Colgan



Dies ist die Fortsetzung von "Die kleine Sommerküche am Meer" und kann Spoiler zu Band 1 enthalten.






Mit ihren hellrosa Wänden, der Theke voller duftender Scones, Kuchen und Quiches sowie den urigen Steingutbechern für den Tee ist Floras kleine Sommerküche auf der Insel Mure inzwischen ein beliebter Treffpunkt von Einheimischen und Touristen. Neben ihrem Café, ihrem Hof und der Wettervorhersage, gehört jedoch auch Joel, ihr ehemaliger Chef und heutiger Freund zu Floras Universum. Nur ist er beruflich allzu oft in der Welt unterwegs – und während Flora unter diesen ständigen Trennungen leidet, scheint er davon unberührt. Es braucht einen ganzen Sommer, eine Hochzeit und eine Beinahe-Katastrophe, bis er erkennt, dass er kurz davor ist, Flora zu verlieren.(Text & Cover: © Piper; Foto: © N. Eppner)



Wie schön war es zur Insel Mure zurückzukehren. Es fühlte sich an wie eine Reise zu einem Ort, den ich schon sehr lange kenne. Dessen Bewohner mir vertraut sind. Ein Gefühl, dass ich mir bei Reihen wie dieser ganz unbedingt wünsche.

Die Rückkehr nach Mure ist umgeben von ganz viel Freude, aber auch gespickt mit vielen Schwierigkeiten. Wie das im Leben so ist, gehen Freud und Leid einher. 

Flora und Joel sind endlich zusammen. Während Flora sich tief und mit all der ihr üblichen Hingabe in die Beziehung stürzt, wird Joel immer noch von dem ausgebremst, was ihm in seiner Kindheit widerfahren ist. Er kennt keine stabilen Bindungen, keine bedingungslose Liebe wie Eltern sie vermitteln und die dabei hilft vertrauensvoll auf andere Menschen zugehen zu können. Er kann sich nicht für Flora öffnen. Es macht ihm regelrecht Angst so sehr geliebt zu werden. 

Zu all diesem Gefühlschaos kommt hinzu, dass sein Chef Colton Rogers eine Aufgabe von ihm verlangt, die schier unmöglich ist und all dieses mühevoll aufgebaute Vertrauen erschüttern wird.

"Hochzeit in der kleinen Sommerküche am Meer" ist eine Fortsetzung voller Geheimnisse und Hindernissen. Die Kritik, dass es ein wenig an Tiefe fehlt, die ich an Band 1 "Die kleine Sommerküche am Meer" übte, greift in diesem Roman gar nicht. Jenny Colgan kreiert soziale Höhen und Tiefen at its best.

Als Oberthema des Romans steht ganz sicher das Wort "Beziehungen", denn nicht nur für Flora wird es schwierig, sondern auch für einen anderen Inselbewohner, der sich mit zwei Jungs auseinandersetzen muss, die stark traumatisiert sind und die in den letzten Jahren ihres noch jungen Lebens eine falsche Vorstellung von Bindung bekommen haben. Dies alles aufzuarbeiten ist harte Arbeit. Zum Glück sind die Bewohner von Mure eine eingeschworene Gemeinschaft, die einander stützt.

"Hochzeit in der kleinen Sommerküche am Meer" hat mir richtig gut gefallen. Der Roman endet mit einem bösen Cliffhanger, was meinen Wunsch Band 3 "Weihnachten in der kleinen Sommerküche am Meer" lesen zu wollen, nur bestärkt.



Buchinfo:

Piper (2019)
464 Seiten
Klappenbroschur
ÜBERSETZUNG: Sonja Hagemann

Reiheninfo:

2. Hochzeit in der kleinen Sommerküche am Meer
3. Weihnachten in der kleinen Sommerküche am Meer


Rezensionen: © 2019, Nanni Eppner



11.12.19

Phönix 02. Widerstand | Michael Peinkofer


Dies ist Band 2 der Phönix Trilogie. Deshalb kann meine Rezension Spoiler zu Band 1 enthalten.



Seit der Flucht aus ihrem Dorf sind mehrere Monate vergangen. Callista und ihr Bruder Jona leben jetzt in einem Lager des Widerstands in den Bergen und trainieren ihre mentalen Fähigkeiten. Callistas Beziehung zu dem jungen Widerstandskämpfer Hal verfestigt sich, aber noch kann sie ihren Freund Lukan nicht vergessen – nicht ahnend, dass dieser noch am Leben ist und in einem geheimen Trainingslager zum Soldaten ausgebildet wird. Während Callista an der Seite des Widerstands gegen die Maschinen kämpft, wird Lukan zum willigen Diener der Maschinen erzogen. Und es kommt der Tag, da sie einander wieder begegnen. Als Feinde ...(Text & Cover: © Piper; Foto: © N. Eppner)

Es ist schon eine Weile her, dass ich den ersten Teil der Phönix-Trilogie las. Nur ganz kurz musste ich mich sammeln, um mich an Details aus Band 1 zu erinnern, und nach wenigen Seiten war ich wieder voll drin in der Geschichte, die noch spannender ist, als der Auftakt der Phönix-Trilogie.

Callista und ihrer kleiner Bruder Jona konnten fliehen. Sind in einem Lager für Widerstandskämpfer untergekommen. Dort ist der junge Rebell Hal, der mit Mut und Ehrgefühl gegen den Phönix und dessen Maschinen, die versuchen das Volk zu unterdrücken, einsteht. 

Ich kann nicht viel zum Inhalt sagen, ohne zu viel zu verraten, aber eins kannst du dir gewiss sein: es gibt viele (böse) Überraschungen!

"Widerstand" ist eine absolut gelungene Fortsetzung. Weniger atmosphärisch, weniger politisch, als der Auftakt, dafür umso spannender und rasanter. Innerhalb von zwei Tagen habe ich das Buch verschlungen. Die Handlungen erfolgen Schlag auf Schlag. Wut, Verzweiflung und Hoffnung lassen die Protagonisten in einige schwierige Situationen geraten, die Peinkofer mit richtig viel Dynamik und Power niedergeschrieben hat. Fast jedes Kapitel endet so spannend, dass ich gar nicht anders konnte, als Seite um Seite weiterzulesen.

Natürlich endet auch dieser Band so spannend, dass es unabdingbar ist, das Finale "Sintflut" zu lesen, in dem wir wohl endlich Bekanntschaft mit dem Phönix machen werden. Ich bin sehr gespannt darauf wie Peinkofer die Figuren, die sich alle sehr entwickelt und verändert haben, im Finalband agieren lässt.


Buchinfo:

Piper (2019)
336 Seiten
Klappbroschur
15,00 €

Reiheninfo:

2. Phönix. Widerstand
3. Phönix. Sintflut


Rezensionen © 2019, Nanni Eppner



08.12.19

Besinnliche Weihnachtszeit mit Kleinkindern





Alle Jahre wieder...steht der Wunsch nach einer besinnlichen Advents- und Weihnachtszeit vor der Tür. Die Realität läuft dann meist so ab, dass wir wie aufgeschreckte Hühner von einem Termin zum nächsten hetzen, den Kindern möglichst viel bieten wollen, sie zu Bastelaktionen und Plätzchen backen nötigen und am Ende nicht nur von uns selbst gestresst sind, sondern auch von den nörgelnden Kindern, die a) eigentlich gar keine Lust darauf haben oder b) ebenfalls gestresst sind, weil ihnen eine Auszeit fehlt.

So ähnlich war es bei uns im letzten Jahr und ich habe mir fest vorgenommen, dass es in diesem Jahr anders laufen wird. Bisher ist uns das auch schon ganz gut gelungen.

Wie? Das erfährst du im folgenden Artikel. Ich würde mich sehr freuen, wenn dir meine eigenen Erfahrungen helfen, deinen eigenen Vorweihnachtsstress zu reflektieren und evtl. kannst du dir ja auch die ein oder andere Idee mitnehmen.


1) Putzen, aufräumen, aussortieren


Du kennst das, oder? In der Weihnachtszeit soll alles besonders hell erstrahlen. Sollen die Zimmer besonders schön aussehen, die Deko nicht im Kinderspielzeug untergehen.

Ich habe in diesem Jahr richtig ordentlich vorgearbeitet. Nicht nur so ein bisschen Ecken ausgewischt, sondern sortiert, umgeräumt, ausgemistet. Immer wieder befreiend, besonders vor Weihnachten, wenn so viel neuer Krempel tolle Geschenke dazukommen.

Das Kinderzimmer habe ich komplett umgeräumt. Eine Kuschelecke eingerichtet, in der wir jeden Morgen gemeinsam in aller Ruhe den Adventskalender öffnen können. So beginnt der Tag mit einem achtsam gestalteten Ritual und die gute Laune hält erstmal vor (zumindest bis zum Frühstück).

Einige Spielsachen habe ich in Kisten verstaut und erstmal auf den Dachboden geräumt. Für Kinder ist es ein schöner Anreiz, wenn Spielsachen hin und wieder ausgetauscht werden. Ich habe es soweit reduziert, dass nur noch die Spielsachen bleiben, die auch für Weihnachten relevant sind. Die Räubertochter bspw. bekommt einen Playmobil Reiterhof. Playmobil und Schleichpferde dürfen bleiben, der Kaufladen wandert erstmal auf den Dachboden. Außerdem kommen alle Kleinteile, die sich über die Zeit ansammeln und nirgendswo richtig dazugehören in einen Karton und werden ebenfalls beiseite gestellt. Das reduziert die Reizüberflutung. Vorlesen oder ein Buch anschauen kann viel konzentrierter stattfinden, wenn nicht mehr so viele Ablenkungen vorhanden sind.






2) Bedürfnisorientiert


Während ich im letzten Jahr noch völlig besessen davon war, dass die Kinder den Zauber der Weihnachtszeit in Form von Plätzchen backen, basteln, wichteln usw und das möglichst alles gleichzeitig, kennenlernen, achte ich nun viel mehr auf ihre Wünsche. Möchten sie sich gerade dann gemütlich hinsetzen, wenn ich es möchte? Möchten sie Plätzchen backen oder basteln oder viel lieber mit dem Rennauto durchs Haus fahren?

Wir Muttis meinen es ja nur gut. Die lieben Kleinen sollen ja auch in den Genuss der Freude kommen, die Plätzchen backen, ausschneiden oder falten bereitet. Manchmal meinen wir es aber auch zu gut.

Die Kleinen wollen nicht mitmachen. Dann sind sie selbst Schuld. Nein, im Ernst. Es nimmt dir jede Menge Stress, wenn sie selbst entscheiden, ob sie diese wunderschönen vorweihnachtlichen Dinge mitmachen wollen. Wenn nicht in diesem Jahr, dann eben im nächsten.

Genau so steht es um den Zeitpunkt des gemütlichen Beisammenseins. Wann passt es für euch am besten? Wann können deine Kinder Zeit gebrauchen, die hilft runterzufahren? Wann sind sie kuschelbedürftig? Wann hast du Ruhe und Geduld dich hinzusetzen?

Bei uns z.B. passt die Zubettgehzeit sehr gut. Wir legen uns gemeinsam ins große Bett, lesen eine Adventskalendergeschichte und singen gemeinsam Weihnachtslieder. Das ist so entspannend. Ich liebe diese Zeit mindestens genauso sehr wie die Kinder.





3) Ruhezonen schaffen und Termine absagen


Uns hilft es sehr uns kleine Ecken einzurichten, in denen wir unsere Ruhe haben. In denen kein Radio läuft, das Handy zur Seite gelegt wird und immer wieder die gleichen Rituale stattfinden.

Morgens sitzen die Kinder gemeinsam in einer Nestschaukel, öffnen den Adventskalender, zum Vorlesen machen wir es uns gemütlich, trinken gerne auch einen Punsch dazu und abends im Bett lesen wir eine Adventskalendergeschichte.

Termine nehmen wir keine an. Kindergartenweihnachtsfeier ja, Nikolausumzug nein. Wir haben jeden Monat ein straffes Programm. Im Dezember versuchen wir das so gut wie möglich zurückzuschrauben und genau zu schauen, was wirklich wichtig ist und was nicht. Das betrifft vor allem auch die Menschen mit denen wir uns in der Weihnachtszeit umgeben. Mehr wollen, weniger müssen.






4)Rausgehen


Auch wenn aktuell viel drinnen stattfindet und das Wetter eher dazu einlädt auf dem Sofa zu kuscheln, finde ich es wichtig viel raus zu gehen. Dort kann Besinnlichkeit genauso zelebriert werden, wie im Haus. 

Zur Ruhe kommen, ein paar Minuten achtsam genießen.

Beim spazieren  gehen Schätze sammeln, die später verbastelt werden können, Natur erleben, frische Luft einatmen, Picknick mit Tee und Plätzchen. 

Mal für eine halbe Stunde / Stunde rausgehen, macht den Kopf frei und beruhigt hitzige und gestresste Gemüter.





5) Singen


Wie fast alle Kleinkinder mögen auch meine beiden Mädchen Musik. Wir tanzen und singen viel und brechen darüber auch häufig in dicke Lachattacken aus.

In der Weihnachtszeit starten wir oft schon am Morgen mit weihnachtlicher Musik. Über Spotify laufen diverse Playlists und noch vor dem Frühstück trällern wir die Weihnachtsbäckerei. Das bringt uns absolut in gute Stimmung. Sogar die Morgenmuffel der Familie.

Am Abend sind es dann eher die klassischen Weihnachtslieder. Aneinander gekuschelt brummeln singen wir "Ihr Kinderlein kommet", "Oh Tannenbaum", "Schneeflöckchen, Weißröckchen" und so weiter. So richtig Textsicher ist keiner von uns. Manchmal ist es uns egal. manchmal lesen wir hier den Text ab. Das ist so irre gemütlich und hat schon fast etwas meditatives, so dass wir alle total gut runterfahren können und die Kinder dadurch meistens problemlos in den Schlaf gleiten. 







Welche Weihnachtsrituale, Tipps oder Tricks dürfen in deiner besinnlichen Vorweihnachtszeit nicht fehlen?

Hab einen entspannten zweiten Advent.

04.12.19

Die kleine Sommerküche am Meer | Jenny Colgan




Vom quirligen London zur entlegenen Insel Mure? Nein – nur widerwillig kehrt die junge Flora in ihre schottische Heimat zurück. Weder die unberührte Landschaft noch das glitzernde Meer können sie aufmuntern, während sie ihren geschwächten Vater und ihre Brüder versorgt. Doch dann entdeckt sie das alte Kochbuch ihrer verstorbenen Mutter, und als sie ein Rezept nach dem anderen ausprobiert, öffnet sich ihr Herz: für die Sinnlichkeit des Essens, für die Schönheit der Natur und für einen neuen Anfang …(Text & Cover: © Piper; Foto: © N. Eppner)

Ob "Die kleine Bäckerei am Strandweg" oder "Die kleine Sommerküche am Meer", Jenny Colgans Romane sind Wohlfühlgeschichten. Bücher, die Fernweh verursachen. Deren Protagonisten ich gerne im eigenen Freundeskreis aufnehmen würde und die Lust aufs Backen (und Essen!!) wecken.

"Die kleine Sommerküche am Meer" ist die Geschichte von Flora, der wir auch in der kleinen Bäckerei über den Weg laufen. Die beiden Reihen sind aber unabhängig voneinander zu lesen.

Flora lebt in London. Hat sich damit den großen Wunsch erfüllt vom engen kleinen Mure in die weite Welt zu ziehen. In London, so glaubt sie, hat sie alle Möglichkeiten. Sich entfalten zu können, erfolgreich zu werden und was sonst noch wichtig ist im Leben. 

Ein besonderer Auftrag der Anwaltskanzlei, in der sie als Anwaltsgehilfin arbeitet, treibt sie zurück auf die kleine Insel Mure, auf der die Uhren doch etwas anders laufen, als im hektischen London. Flora hofft nur, dass ihr Chef Joel nicht mit von der Partie ist, denn sie ist ziemlich heftig in ihn verknallt und auf Mure ist sie bloß das Mädchen vom Bauernhof, das die Familie im Stich gelassen hat. Joel, für den sie im Büro unsichtbar ist und der ein Model nach dem anderen verspeist, soll das auf gar keinen Fall bemerken. Und schon gar nicht soll er ihre verschrobenen Brüder kennenlernen, die sie ganz sicher im Beisein ihres Chefs blamieren werden.

Zurück auf Mure erliegt Flora sehr schnell dem Charme der kleinen Insel und der Gemeinschaft der Bevölkerung. Etliche Widrigkeiten stellen sich ihr entgegen, aber sie erkennt, dass es viel wichtigere Dinge gibt, als Erfolg und das Freiheit verschiedene Kleider trägt.

Sprachlich fühlte sich "Die kleine Sommerküche am Meer" für mich etwas holprig an. Teilweise zu direkt und dadurch eher flach. Ich mag es lieber, wenn ich Tatsachen selbst entdecken, Geheimnisse aufdecken muss und nicht mit der Nase darauf gestoßen werde. Dennoch habe ich den Roman wirklich gerne gelesen. 

Die Geschichte lebt von ihren Figuren. Von Charakteren, die sympathisch sind, ein wenig verschroben, die herzlich sind und ihren eigenen Kopf haben. Flora ist eine der Protagonistinnen, die man gerne wiedertreffen möchte und deshalb ist es für mich ganz klar, dass ich ihren Weg weiterverfolgen werde.



Buchinfo:

Piper (2018)
448 Seiten
Taschenbuch
11,00 €
ÜBERSETZUNG: Sonja Hagemann


Reiheninfo:

1. Die kleine Sommerküche am Meer
2. Hochzeit in der kleinen Sommerküche am Meer
3. Weihnachten in der kleinen Sommerküche am Meer


Rezensionen: © 2019, Nanni Eppner

02.12.19

[Monatsrückblick] November 2019



Der November war turbulent und trubelig. Durchzogen von viel Machen und Schaffen und wenig Schlaf. Lesen blieb im vergangenen Monat daher etwas auf der Strecke. Das ist in Ordnung. Ich komme klar damit. (Zumindest bis ich diesen winzigen Lesestapel anschaue).

Da wir letztes Jahr einen richtig, richtig anstrengenden Dezember erlebten, in dem von Besinnlichkeit wirklich nichts zu spüren war, habe ich mir gewünscht, dass sich das in diesem Jahr ändert. 
Ich wünsche mir einen ruhigen, entspannten, gemütlichen Dezember mit Zeit für meine Familie und Freunde.

Dem ging voraus, dass ich einiges vorarbeite, um es im Dezember wirklich ruhiger angehen zu können. Mit diesem Fokus war es für mich sehr okay ordentlich ranzuklotzen.

Ich möchte vor allem Dingen, dass meine Kinder die Adventszeit als etwas besonderes erleben. Als eine Zeit, in der wir näher zusammenrücken und gemeinsam schöne Stunden verbringen. 

Am ersten Adventssonntag ist meine Rechnung schon ganz gut aufgegangen. Seit langer Zeit schliefen wir endlich mal wieder aus, öffneten in aller Gemütlichkeit das erste Türchen am Adventskalender (der Patenonkel der kleinen Raupe hat einen Adventskalender mit kleinen Büchlein vom Oetingerverlag geschickt), sangen schon morgens Weihnachtslieder, bastelten, gingen spazieren und verbrachten ein gemütliches Kaffeetrinken mit lieben Freunden. Es war so ein wunderschöner Tag, dass ich noch einige Tage davon zehren werde. Besinnlichkeit at its best.




NOVEMBER:

64) "Die kleine Sommerküche am Meer" | Jenny Colgan | Piper
65) "Grisha 03: Lodernde Flammen" | Leigh Bardugo | Knaur Fantasy
65) "Hochzeit in der kleinen Sommerküche am Meer" | Jenny Colgan | Piper

Im November beendete ich die Grisha Reihe. "Lodernde Flammen", das Finale der Grisha Trilogie ist ein wirklich runder und spannender Abschluss. Ich bin wirklich froh, mir den wunderhübschen Schuber aus dem Knaur Verlag gekauft zu haben und abermals in die Grisha Welt einzutauchen.

"Die kleine Sommerküche am Meer" ist nach "Die kleine Bäckerei am Strandweg" die zweite Reihe der Autorin Jenny Colgan, die neben Einzelbänden bei Piper veröffentlicht wurde. Beide Reihen strahlen vor Wärme und Herzlichkeit. Die kleine Sommerküche ist sprachlich nicht ganz so rund wie die Bäckerei, lockt aber mit ausgesprochen sympathischen Protagonisten. Während der erste Teil eher dahin plätschert und lediglich nett ist, begeistert Band 2 mit Geheimnissen und Kindern (und Erwachsenen), deren Leben geprägt ist von traumatischen Erlebnissen. Dieses Thema setzt Colgan sehr authentisch um und konnte mich damit an den zweiten Band fesseln, dessen Ende irgendwie happy, aber auch sehr dramatisch endet. "Weihnachten in der kleinen Sommerküche am Meer" wartet bereits auf meiner Wunschliste.

Außerdem habe ich im Online Lesekreis Mariaslesekreis mit vielen anderen Leserinnen und Lesern "Gnade" von Toni Morrison begonnen. Der Roman ist allerdings so fordernd, dass ich ihn erst bis zur Hälfte gelesen habe und noch nicht sicher bin, ob ich ihn beenden werde.

Welches Buch konnte dich im November besonders begeistern?





Diese Bücher möchte ich im Dezember lesen. Magst du Leselisten auch so gerne oder greifst du eher spontan ins Regal?


Rezensionen habe ich im November tatsächlich nur eine geschrieben, weshalb nun einige in den Startlöchern stehen. Schau doch mal wie begeistert ich von "Feo und die Wölfe" schwärme.


Dafür gab es zwei Beiträge mit Bilderbuchtipps. 

"Bilderbücher von Erzieherin Erika Möllenberg-Wittek" stellt Bilderbücher vor, die sich auf professioneller und kindgerechter Ebene den Bedürfnissen unserer Kleinen annähern.



"[Bilderbücher] Entwicklungsförderung ab 12 Monaten". In diesem Beitrag stelle ich Bücher vor, die Entwicklungsschritte wie fühlen, hören, greifen, verstehen ansprechen und von meinem eigenen Kind mit Wohlwollen angenommen werden.




Und sonst so?




Der November begann nass...




...und düster.



Deshalb habe ich schon Anfang November den großen Stern aufgehängt...


...und gemütlich im Lesesessel gesessen. Ach ne, ich erinnere mich - das war gar nicht ich.



Ich mag Herbstdeko so gerne, dass ich jedes Jahr ein bisschen traurig bin, wenn sie von Weihnachtsdeko ersetzt wird. In diesem Jahr haben wir fleißig mit Modelliermasse gebastelt.


Dann wurde der Nebel von Sonne verdrängt.


Wir konnten noch mal draußen lesen...


... und im Sonnenschein spazieren gehen.



Wir haben eine oberniedliche neue Nachbarin.


Jetzt stimmen wir uns auf Weihnachten ein.


Hab eine entspannte, gemütliche und besinnliche Adventszeit.