14.02.20

Blogparade "Liebe": Eine Hommage an die Liebe (+ Gewinnspiel)



Als Steffi anfragte, ob ich Lust hätte an der Blogtour zu "Liebe" von Hélène Delforge und Quentin Gréban teilzunehmen, war ich sofort Feuer und Flamme. Ihr Buch "Mama" hat mich von Herzen berührt. Jedes weitere Buch des Autorinnen/Illustratoren-Duos würde es ebenfalls können.

Und genau so ist es. Schon nach wenigen Sätzen bin ich tief berührt. Delforge und Gréban wissen mit Emotionen umzugehen. Können diese in Worte kleiden. In Bildern lebendig werden lassen.



In "Liebe" geht es diesmal ausschließlich um die Liebe zwischen zwei erwachsenen Menschen. Liebe, die berührt, die Leben verändert, die Erinnerungen schafft, die für die Ewigkeit ist oder nur für einige Minuten.
"An diesem Morgen...
...lag so viel Liebe in der Luft, dass man sie greifen konnte.
Und nichts anderes hatte Bedeutung."
Delforge schreibt mir unter die Haut. Ihre Texte sind leicht und gleichzeitig poetisch. Mal als Prosa verfasst, mal als kleine Geschichte. Immer mit vielen Emotionen zwischen den Zeilen. Mit dem Wunsch Menschen zu berühren. 




Grébans Illustrationen sind herzlich, lebendig, zugänglich. Sind auch ohne Text zu verstehen, aber gemeinsam mit Delforges Worten sind sie perfekt. 

Ein Bilderbuch für Erwachsene. Ein Bilderbuch für diejenigen, die nicht so leseaffin sind wie ich und meine Bloggerkolleginnen der Blogtour. Ein Bilderbuch für Alle, die an die Liebe glauben.

Ein Thema zu finden, einen Text über Liebe zu schreiben, konnte ich mir gut vorstellen. Glücklicherweise ist Liebe ein fester Punkt in meinem Leben. Ich bin als Kind sehr geliebt worden, als ich meinen Mann zum ersten Mal sah, war es Liebe auf den ersten Blick, ich empfinde Liebe für meine Töchter, mehr als ich es jemals erahnte, und ich bin von klein auf mit der Liebe zu Pferden und Büchern infiziert.


Die Liebe in meinem Leben nimmt den Ursprung bei zwei Personen. Meinen Großeltern, die eins dieser besonderen Paare waren. Ihre Liebe ist für mich immer vorbildlich gewesen. Für mich war klar: der Mann, den ich heirate, muss wie mein Opa sein. 


2013

Meine Großeltern lernten sich 1951 kennen. Beide saßen im selben Zugabteil. Oma auf dem Weg zur Landwirtschaftsschule, wo sie hauswirtschaften lernen sollte, Opa auf dem Weg zur Arbeit. Seine Ausbildung als Postbote hatte er bereits absolviert. Sie 16, er 19. 

Es war Liebe auf den ersten Blick. Opa war ein großer, dunkelhaariger, sehr hübscher Mann. Oma eine kleine, zierliche, wunderschöne junge Frau mit diesem gewissen Glitzern in den Augen. Es hatte ihr schon so mancher Bursche den Hof gemacht, aber er musste nicht nur vor ihr, sondern auch vor der Familie bestehen.

Kurze Zeit später zog er auf den Hof meiner Ur-Großmutter. Mein Ur-Großvater war im Krieg gefallen. War trotz des landwirtschaftlichen Betriebs eingezogen worden, weil er von einem Nachbarn verpfiffen wurde. Mein Ur-Großvater war ein "Judenfreund". Meine Ur-Großmutter blieb zurück. Mit einem Hof, Land, das bewirtschaftet werden musste und drei Töchtern.

Wie wunderbar, dass die Älteste so einen patenten Mann kennengelernt hatte. Fritz brachte zwar kein eigenes Land mit, aber er war strebsam, fleißig und herzlich.





Die ersten Nächte ihrer Ehe verbrachten sie im Familienbett. Aus Mangel an ausreichenden Schlafplätzen, schliefen Oma, Opa und seine Schwiegermutter in einem Bett. Nichtsdestotrotz wurde meine Tante geboren, später mein Papa. Zu dem Zeitpunkt kam eine Schwester des verstorbenen Schwiegervaters aus der Stadt aufs Land. In der Stadt war so viel kaputt. Es gab so wenige Möglichkeiten. Opa überließ ihnen das Elternhaus meiner Oma. Es wurde neu gebaut.

Für die eigene Familie. Ein eigenes Haus für die eigene Familie. Es war Jeder jederzeit herzlich willkommen, aber es war endlich etwas eigenes. Für das Paar, das nun nicht mehr nur Paar, sondern auch Eltern war.

Die Zeit rannte so dahin. Aus Kindern wurden Leute. Der Alltag war geprägt von viel Arbeit, aber auch viel Freude. Man machte einen Ausflug ins Kino, traf sich mit Freunden, es wurde viel geschuftet, aber mindestens genauso viel gelacht. Mein Opa hatte immer ein offenes Ohr für die Wünsche seiner Mitmenschen, für kleine wie große Sorgen. Hatte immer ein Lächeln übrig und wenn es Streit gab, endete der mit den Worten "und jetzt nehmen wir uns wieder in den Arm".

Seine Liebe galt sein Leben lang seiner Anne (und ein bisschen Nana Mouskouri). Neben all seiner Herzlichkeit, legte er eine gesunde Strenge an den Tag, aber seiner Anne konnte er nichts ausschlagen. Sie wurde eh und je von ihm verwöhnt, Ausflüge unternahm man nur gemeinsam und sei es der wöchentliche Weg zum Einkaufen. Seine Mittagspause verbrachte mein Opa immer Zuhause. Seine Postroute verlief günstig und die Regelmäßigkeit seines Lebens - Oma kannte ja alle Marotten - trug sicher dazu bei, dass er einer der ausgeglichensten Menschen war, die ich jemals kennengelernt habe.


Hochzeit 2015

Ich glaube die Liebe meiner Großeltern war so tief, weil sie diese Liebe lebten. Kleine Gesten im Alltag, Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit, kleine Worte, kleine Berührungen. Liebe lag in der Luft. Nicht diese aufgeregte, sprunghafte Verliebtheit, sondern echte, tiefe, alles überdauernde Liebe.


"Dreiundvierzig Jahre lang 'Ja', gewöhnlich und doch magisch.The End.Gestern.Das Licht ist ausgegangen.Meine Tränen lasse ich fließen.Du bist nicht da,um mir in den Mantel zu helfen.Und der Regen ist eiskalt."

Auf dem Sterbebett war das schlimmste für meinen Opa, dass er nicht sehen würde, wie wir Kinder aufwachsen. Leider ist er viel zu früh verstorben. Meine Oma, da war er sich sicher, würde er an einem Ort, an den er fest glaubte, wieder in die Arme nehmen. Tag für Tag hat sie neben ihm gesessen, die Nächte an seinem Bett gewacht, bis er seinen letzten Atemzug nahm und für immer die Augen schloss.

Oma hat noch ein paar Jahre länger gelebt. Ist erkrankt, von uns gepflegt worden und als es an ihr war zu gehen, ging sie in einer wünschenswerten Gelassenheit, denn sie würde nun endlich ihren Fritz wiedersehen.




Denke ich an meine Großeltern zurück, dann sehe ich ein bestimmtes Bild vor mir. Opa legt eine Schallplatte auf (Freddy Quinn, Nana Mouskouri oder mal was wilderes wie Peter Kraus) und fordert Oma zum Tanz. Lachend schweben die beiden durch die Küche, halten sich, drücken sich, bevor wir alle aufgefordert werden und mittanzen. 




P.S.: Ja, ich habe einen Mann, der meinem Opa charakterlich recht ähnlich ist. Nur mit dem Tanzen, da hat er es nicht so ;) Er mag die Musik von Helene Fischer, ich nicht :D 


Hier findest du alle an der Blogparade teilnehmenden Blogs und deren Beiträge:

Nur Lesen ist schöner

Mint & Malve

Ronja Waldgänger

Kathrineverdeen

Kakaoschnuten

Buchkinderblog



Gewinnspiel:


Du hast Gefallen gefunden an den schönen Bildern und Texten über Liebe? Dann hast du die Möglichkeit ein Exemplar von "Liebe" zu gewinnen.

Beantworte im Kommentarfeld folgende Frage:Welches Paar aus deinem privaten Umfeld oder welches berühmte Paar ist für dich ein Vorbild zum Thema Liebe?

And the Winner is: 



Teilnahmebedingungen:

  • Du bist 18 Jahre alt oder hast die Teilnahmeerlaubnis deiner Erziehungs-/Sorgeberechtigten.
  • Du erklärst dich damit einverstanden, dass dein Name im Gewinnfall öffentlich auf unserem Blog genannt wird.
  • Gewinnspielende ist am 21.02.2020 um 23:59 Uhr 
  • Der Gewinner meines Exemplares wird am 22.02.2020 bekanntgegeben und meldet sich bitte innerhalb von 48 Stunden mit seiner Postadresse unter nannimax@gmx.net
  • Teilnehmen kann jeder mit einem Wohnsitz in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
  • Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich, eine Haftung für den Postversand wird nicht übernommen und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Der Versand erfolgt durch den Verlag arsEdition. Zu diesem Zweck (und nur dazu) gebe ich die Adresse der Gewinnerin/ des Gewinners an den Verlag weiter.


Text & Fotos: © 2020, Nanni Eppner
Banner: © Stephanie Sack
Cover: © arsEdition

Kommentare:

  1. Hach, ein schöner Text! Schade, dass ich deine Großeltern nie tanzend in der Küche gesehen habe. :)

    Wenn ich überlege, welches Liebespaar mein Vorbild ist, dann fallen mir zuerst meine Tante und mein Onkel ein. Ihre Liebe ist eher unspektakulär, aber ganz konstant und beständig. Die beiden verbringen so gerne Zeit miteinander und finden sich im Alltag von Garten- und Hausarbeit immer mal wieder, um zusammen in der Sonne zu frühstücken oder ein Stückchen Kuchen zu essen. Gemeinsam beobachten sie die Nistkästen und gucken, ob Familie Amsel oder Familie Meise dieses Mal einzieht.
    Das möchte mich mit Rüdiger auch noch so haben. Es muss kein loderndes Feuer sein, aber eine beständig wärmende Glut!

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  2. Was für eine wunderschöne Geschichte! Die geht richtig ans Herz!

    Leider kann ich nicht wirklich mit Vorbilder/Paare aus meinem Umfeld glänzen. Die beiden Paare, die mir immer als Traumpaare vorkamen, haben sich beide etwas spektakulär getrennt. Das war jeweils ein zerplatzer Traum!
    Meine Großeltern lernte ich nicht mehr kennen. Mein Großvater blieb im Krieg. Auch er wurde ungerechter Weise eingezogen (war schon zu alt), weil er statt einen anderen Mann geholt wurde. Meine Eltern waren leider nicht wirklich Vorbilder...

    Berühmte Paare? Hm...ich denke eher an die Tierwelt. Störche zum Beispiel bleiben sich ein Leben lang treu und bleiben nach dem Tod des Partners alleine.
    Sorry, das hört sich jetzt alles etwas desillusioniert an, TRotzdem finde ich das Buch einfach bezaubernd und hüpfe in den Lostopf.
    Liebe Grüße
    Martina
    stamplover@gmx.at

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  3. Oh, wie schön, dass du das teilst! Ich finde solche persönlichen Geschichten immer total interessant!
    Ich habe kein solches inspirierendes Paar im Umfeld, aber mich inspiriert eine Hebamme, Kiria Vandekamp sehr, denn sie macht nicht nur Videos und Coachings für Schwangere und Mamas, sondern gibt auch sonst ganz viel Input im Bereich Liebe, Gefühle und Beziehung. (auf fb und youtube)
    Das "Mama"- Buch fand ich auch wunderschön, ich bin schon sehr gespannt auf dieses!
    Lg, Kathrin

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  4. Für mich sind es Romeo und Julia, die die ganze Leidenschaft und Tragik der Liebe repräsentieren. Danke für die schöne Blogtour und die Verlosung, das Buch sieht einfach zauberhaft aus!

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