30.04.20

[Monatsrückblick] April 2020





Was für ein krasser Monat. 
Ich habe weder meinen Vater, noch meine Großeltern gesehen.
Mit einer meiner besten Freundinnen bin ich seit 25 Jahren befreundet. Wir haben zum ersten Mal nicht gemeinsam ihren Geburtstag gefeiert.
Die Räubertochter hat seit sieben Wochen nicht mehr mit Gleichaltrigen gespielt.
Wir schlafen nachts schlecht und geraten tagsüber in Streit.
Mein Mann hatte noch nie so viel Zeit.
Nach über 5 Jahren wird nun der Rohbau des unteren Wohnzimmers fertig.
Mein Pferd Pepper ist wieder krank. Wir verbringen viel Zeit im Stall.
Ich fühle mich häufig verunsichert und in der Schwebe.
Bücher spenden mir Trost. Ich verstecke mich oft in Geschichten.




Wie war dein März? Wie empfindest du die aktuelle Zeit? Fühlt es sich für dich eher nach Verlust oder Gewinn an oder empfindest du auch eher ein Gefühl der Ruhelosigkeit?

April:

21) "Hin und nicht weg" | Lisa Keil | S. Fischerverlage
22) "Die Optimisten" | Rebecca Makkai | Eisele
23) "Weltenwanderer 03: Die Beschwörung des Lichts" | V. E. Schwab | Fischer Tor
24) "Immer kommt mir das Leben dazwischen" | Kathrin Schrocke | Mixtvision
25) "Hansen Saga 01: Die ferne Hoffnung" | Ellin Carsta | Tinte & Feder
26) "Die linke Hand der Dunkelheit" | Ursula K. LeGuin | Heyne
27) "Vom Ende eines langen Sommers" | Beate Teresa Hanika | btb
28) "Ein Mädchen namens Willow" | Sabine Bohlmann | Planet




Auch im April habe ich richtig tolle Bücher gelesen (und noch keins davon rezensiert, weil ich noch die März Rezensionen schreibe). Angefangen bei Lisa Keils "Hin und nicht weg", der Geschichte des sympathischen Tierarztes Rob, die ich kaum aus der Hand legen konnte, über den Auftakt der Hansen-Saga, der mir trotz eher wenig Überraschungen, gut gefiel, bis hin zu dem Kinderbuch "Ein Mädchen namens Willow", einem sehr netten Kinderbuch über eine Außenseiterin, die Hexengene in sich trägt (mein Bibi Blocksberg-Herz hüpft).





"Die Optimisten" ist recht kurzfristig bei mir eingezogen. Eigentlich wollte ich an einer Instagram Leserunde zu dem Buch teilnehmen, aber es gab leider so viele Anmeldungen, das meine leider nicht mehr angenommen werden konnte. Unter dem #wirsindoptimistisch teilten viele Leserinnen und Leser ihre Leseeindrücke. Es gibt so viele begeisterte Stimmen zum Buch, denen ich mich nur anschließen kann. Rebecca Makkai holt die 80er Jahre zurück. Entführt in die Stimmung einer Zeit, die der aktuellen nicht ganz unähnlich war. Im Fokus steht eine Clique Homosexueller Männer, plus die Schwester einer der Jungs, deren Freundeskreis nach und nach an AIDS verstirbt. Auf einer zweiten Ebene befinden wir uns im Jahr 2015 und verfolgen eine schwierige Mutter-Tochter-Situation, deren Unruhen auf Verlust, Angst und Missverständnissen beruhen. Beide Erzählstränge sind sehr spannend, aber auch emotional. Der angekündigte Optimismus ist bei mir nicht ganz angekommen, aber ansonsten konnte mich Makkai absolut abholen. 





Da ich quer durch verschiedene Genres lese, fühle ich mich absolut berechtigt mehrere Monatshighlights auszuwählen. Im Genre Phantastik ist das im März der Abschluss der Weltenwanderer Trilogie, der alles vorangegangene toppt und mich so sehr fesseln konnte, dass ich durch über 700 eng bedruckte Seiten nur so hindurch geflogen bin. V. E. Schwab schreibt großartig und es ist wirklich schade, dass die in den USA hochgelobte Weltenwanderer Trilogie in Deutschland so wenig Aufmerksamkeit bekommt. Das muss sich unbedingt ändern!




Mein zweites Highlight ist ein belletristischer Roman aus der Feder einer meiner Lieblingsautorinnen. "Vom Ende eines langen Sommers" von Beate Teresa Hanika. Gefühlvoll und eindringlich, zart und gleichzeitig sehr roh, nimmt sie sich eines Anschlags in Italien während des Nationalsozialimus' an. Begleitet wird dieses dramatische historische Ereignis von einem sehr bewegenden persönlichen Schicksal. Traumata, die ihre Kreise über mehrere Generationen hinwegziehen.

Welches Buch (Bücher) konnte dich im März besonders begeistern?


Im April...



...war ich ziemlich oft früh draußen...

...sind die Kinder enger zusammengerückt...

...haben wir Eier gefärbt und das letzte Päckchen Trockenhefe verbacken...

...täglich die Buschwindröschen im angrenzenden Wald betrachtet...

...und endlich einen Spielturm aufgebaut (weitere Fotos folgen)...

...mit Lachsburger angegrillt...

...habe ich das eBike fahren für mich entdeckt...

...mich bunt angemalt...

...und ziemlich oft vegan gekocht (Gemüsecurry mit Dinkel und Linsenbällchen)

...haben wir ein eigenes Osterfeuer gemacht...

...und im Wald Eier gesucht...

...viel Zeit bei den Pferden verbracht...


...sogar eins gebastelt...
...das erste Radieschen geerntet...

...und viele schöne Sonnenuntergänge gesehen.


Komm gut in den Mai. Bleib gesund und halte durch.

Kommentare:

  1. Ich umarme dich. <3

    Das Bild von deinen Räuberkindern ist so süß. Da geht mir ein bisschen das Herz auf!

    Ich hoffe, dass der Mai etwas besser wird als der April. Mal gucken, was uns so erwartet.

    Aber immerhin: Wir haben zwei Mal im April telefoniert. Das war schön!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, das war sehr schön.

      Der Mai ist ja mein Lieblingsmonat, bei uns aber auch immer sehr voll. Mal schauen, wie er sich entschleunigt anfühlt.

      Löschen
  2. Wunderschöne Bilder hast du mitgebracht! Ja, diese Zeit ist so anders, aber sie hat auch Vorteile. Die Familie rückt wieder mehr zusammen und man hat endlich mehr gemeinsame Zeit. Ich arbeite in Kurzarbeit, was allerdings so aussieht, dass ich eine Woche frei habe und die andere Woche aber fast 50 Stunden statt meiner normalen 30 Stunden arbeite, was mich sehr stresst. Zusätzlich versorge ich meine Schwester, die als Krebspatientin in die Risikogruppe fällt. Ich muss also unbedingt gesund bleiben!

    Mein Buchmonat war aber im April auch sehr gut! Meine Rückschau kommt morgen. Mit der Hansen-Saga liebäugle ich auch schon lange und habe auch Band 1 und 2 schon hier stehen.

    Alles Liebe und noch viel Kraft für die nächste Cornoa-Zeit!
    Martina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Martina,

      vielen lieben Dank. Es freut mich sehr, dass dir meine Fotos gefallen :)

      In einer Woche 50 Stunden??? Und dann noch deine kranke Schwester betreuen?? Da leistest du aber ordentlich was!! Ich wünsche dir und deiner Schwester, dass ihr gesund bleibt bzw. werdet. Haltet durch und passt auf euch auf <3

      Zur Hansen Saga kann ich schon mal berichten, dass der erste Band sehr süffig ist. Wenn ich ihn mit anderen historischen Romanen vergleiche, die ich in letzter Zeit gelesen habe, steckt (bisher) weniger Tiefe drin, aber trotzdem ist die Geschichte irgendwie fesselnd. Und ich glaube, dass in den nächsten Bänden noch einige schwierige Themen aufgearbeitet werden.

      Ganz herzlichen Dank für deine Wünsche. Auch dir weiterhin viel Kraft und eine schöne Lesezeit.

      Liebe Grüße, Nanni

      Löschen
  3. Das ist wirklich eine seltsame und herausfordernde Zeit. Ich war anfangs gewissermaßen in Schockstarre, dann habe ich mich irgendwie dran gewöhnt und war sogar sehr produktiv, aber inzwischen fühle ich mich ziemlich überfordert und unmotiviert. Seit gestern gibt es in Österreich keine Ausgangsbeschränkungen mehr, aber Erleichterung darüber will sich bei mir noch nicht einstellen. Einerseits habe ich Angst davor, dass es wieder neu aufflammt, andererseits weiß ich noch nicht, wie man wieder zu einer gewissen Normalität übergeht, wenn sich nichts normal anfühlt (fast überall Maskenpflicht, vieles hat weiterhin geschlossen, langfristige Planungen unmöglicht, etc.). Fürs Lesen fehlt mir oft die Konzentration, aber vielleicht habe ich für die aktuelle Zeit auch einfach zu "schwere" Bücher.

    Ich hoffe, dass du deine Lieben bald wieder sehen kannst und der Mai ganz allgemein ein besserer Monat wird. Passt auf euch auf und lasst euch nicht unterkriegen!

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Neyasha,
    das Gefühl der Schockstarre kann ich sehr gut nachvollziehen, auch das der Unsicherheit aufgrund der Lockerung. Ich frage mich häufig, wie es uns möglich sein soll zur Normalität zurückzufinden und / oder ob es nach Corona vielleicht alles ganz anders sein wird.

    Ich wünsche dir auch alles Liebe und Gute. Die Räubertochter sagt immer:"Bleib tapfer!"

    AntwortenLöschen

Hallo,
schön, dass du hier her gefunden hast. Ich freue mich über deinen Kommentar.
Mit dem Absenden deines Kommentars gibst du dich einverstanden, die bestehenden Datenschutzbestimmungen (s. entsprechende Seite auf meinem Blog) zu akzeptieren.
Liebe Grüße,
Nanni